aufmerksam, feminin

Buchempfehlung: „Julia“ von Anne Fortier

Gerade habe ich das Buch „Julia“ von Anne Fortier „ausgelesen“, wie man so schön sagt. Es wurde im letzten Jahr schon häufig rezensiert und das zu Recht. Ich könnte jetzt in aller Gründlichkeit, wie es meine Art ist, den Inhalt des Buches wiedergeben und alle wichtigen Handlungsstränge vorab skizzieren, damit die geneigte Leserin sehr gut weiß, worauf sie sich bei dem Roman einlässt. Ich kann es aber auch bleiben lassen – und ein paar Stichworte fallen lassen, Appetit machen und mich alsbald von dannen stehlen…

Die Handlung spielt auf zwei Zeitebenen: Zum einen in der Gegenwart, wo Julia Jacobs` Tante Rose stirbt, die sie und ihre temperamentvolle, egoistische Zwillingsschwester aufgezogen hat. Sie bekommt (vom angeblichen Anwalt) einen Reisepass ausgehändigt, der auf ihren ursprünglichen Taufnamen ausgestellt ist: Giulietta Tolomei. Nun soll sie nach Italien reisen und bekommt unterwegs bruchstückhafte, verworrene Informationen, die etwas mit ihr zu tun haben sollen: Es stellt sich heraus, dass sie die direkte Nachfahrin von Giulietta Tolomei ist, derjenigen, die Shakespeare den Stoff für „Romeo und Julia“ lieferte. Und es gibt einen Schatz, den ihre unter rätselhaften Umständen verstorbene Mutter gesucht und fast gefunden hatte – auf deren Fährte wird sie, von Fäden aus dem Hintergrund gezogen, gesetzt.
Und gleichzeitig laufen die Ereignisse aus dem Jahre 1340 ab, die sich in Siena zugetragen haben, und aus denen über viele verschiedene Legenden schlussendlich Shakespeares Werk wurde (wobei man laut des Buches nicht von „seinem Werk“ sprechen kann, da Shakespeare einen vorhandenen Stoff einfach nur in nette Verse schreiben brauchte, aber gut).

Das klingt jetzt nebulös und ziemlich abgefahren – trotzdem belasse ich es dabei.
Ich bin keine Anhängerin von spannenden Romanen, weil sie mich unheimlich wuschig machen. Dieses Buch ist definitiv spannend – aber auch historisch interessant, unterhaltsam und gelegentlich romantisch (meiner Meinung nach zu wenig, aber um die Liebe geht es nicht vordergründig).
Ich empfehle es, weil es zu den Büchern gehört, die man gründlich liest, statt sie gelangweilt zu überfliegen und weil man dabei in die Handlung abtaucht – zwei der wichtigsten Qualitäten, die ein Buch haben kann.

 

„Julia“ von Anne Fortier,  Krüger Verlag 2010

 

 

 

 

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