aufmerksam, glaubhaft

Schätze aus Bremen

Gerade komme ich von zwei Fortbildungstagen aus Bremen zurück: „Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen (AVWS) – Möglichkeiten einer frühen Erfassung und Intervention“ mit Manfred Flöther (Oldenburg). Ein sehr kompetenter, mitreißender Referent mit viel Engagement für betroffene Kinder sowie interdisziplinären Austausch. Solche Leute braucht das Land! Ich bin sehr dankbar, dass ich an dem Seminar teilnehmen konnte.

Dankbar bin ich auch für die Zeit heute am späten Nachmittag nach dem Ende des Seminars, da ich noch durch’s Schnoor-Viertel gebummelt bin. Ich liebe die verwinkelten Gassen, die schiefen Fachwerkhäuschen und die Nähe zur Weser.
An dieser Stelle schließt sich der Kreis innerhalb meiner Einträge in dieser Woche: Ich habe mir über Konsum und Kultur Gedanken gemacht und habe heute beides genossen. Den intensiven fachlichen Austausch mit Kollegen vom frühen Morgen bis zum Nachmittag, und dann das Schlendern und Stöbern in den Geschäften im Schnoor. Da ich sowohl die Bahntickets für Freitag und Samstag als auch heute noch Geld in den schönen Lädchen Bremens ausgab, war es ein teures Wochenende – aber ein tolles!

Meine Bremer Schätze:
– das Seminar-Skript und meine Teilnehmer-Bescheinigung
– die Wiederentdeckung eines Buches aus meiner Zeit vor dem Examen, das ich aus meinem Bücherregal fischte und am Freitag in der Bahn vorbereitend las
(Leonhardt/ Zaiß: „Hörgerichtet fördern“ von Beltz)
– einen schönen Kettenanhänger mit einer großen und einer kleinen Perle
– einen „antiken“ kleinen Handspiegel (wird wohl aus den 50ern sein)
– Amethyst-Stücke, aus dem Stein geschlagen
– leckere Nußschnitte, die ich an der Weser in der Sonne gegessen habe, hinter mir ein Osterglockenmeer in den Wallanlagen.

Und das Beste war, dass ich in Hamburg in die S-Bahn nach Hause stieg und mir gegenüber eine Frau ein Buch mit dem Titel „Gib niemals auf“ auspackte. Ich meinte, mit einem Blick auf den Umschlag das Foto von Joyce Meyer erhascht zu haben, war mir aber nicht sicher. Die Frau las die letzten Seiten des Buches, und als sie es zuklappte, fragte ich, ob der Band von Joyce Meyer sei und ob ich einmal hineinschauen dürfte. Daraufhin reichte sie es mir herüber, sagte: „Ich hab’s durch, Sie können es behalten!“ und begann, an die Umsitzenden Karten von der Autorin und ihren Auftritten im Fernsehen zu verteilen.
Ich hatte vor, nach dem ganzen Trubel während der Woche und in Bremen morgen den Gottesdienst zu schwänzen und stattdessen auszuschlafen. Damit ich trotzdem geistig und seelisch versorgt werde, hat Gott mir eine nette Frau mit genau dem Thema vorbei geschickt, das mich gerade beschäftigt! Hätte ich mich nicht getraut, eine Fremde nach ihrer Lektüre zu fragen, hätte ich’s verpasst.

Danke, Gott.

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