aufmerksam, glaubhaft

Segen am Morgen

 

 

Gott sei mit dir
beim Anbruch eines neuen Morgens,
dass du gespannt und erwartungsvoll dem entgegen blickst,
was dir dieser Tag abverlangt und was er dir schenken will.

Christa Spilling-Nöker

aufmerksam, kreativ

Unikat: Sommerliche Beeren

In meinem Dekorationsfundus habe ich eine Stoffbahn wieder entdeckt, die ich vor zehn Jahren für mein damaliges Zimmer genäht habe. Den Stoff fand ich im Alsterhaus, säumte ihn rundum und nähte oben und unten jeweils einen Tunnel, um die Stoffbahn an zwei schmalen Holzleisten aufhängen zu können.
Damals kam ich gerade aus einem wunderschönen Schweden-Urlaub zurück und hielt die Erinnerung daran mit den typischen Waldbeeren fest…
Nun habe ich die Stoffbahn gebügelt und aufgehängt und überlege, ob ich das obere Ende abtrenne, das derzeit noch auf dem Kopf steht. Wahrscheinlich dachte sich die Designerin des Stoffs, dass die Käuferin sich daraus ein Tischtuch näht – dann passt das Muster des Rapports. Aber so hängt das obere Ende falsch herum. Das war mir damals offensichtlich egal, heute nicht mehr. Wenn ich eine Reihe Beeren-Karo opfere und daraus den neuen Tunnel nähe, müsste es klappen.

 

 

Weitere genähte Schätze gibt es beim Creadienstag

aufmerksam

Gedicht unter freiem Himmel

Vor Kurzem entdeckte ich beim Aufräumen ein schönes Urlaubsgedicht. Eine Woche später, nun habe ich Zeit es abzutippen, finde ich es nicht mehr. Urlaubsreif!
Trotzdem, so schnell gebe ich nicht auf, ein Ersatz:

Schlafversuch

Am Teich eine Decke ausgebreitet
Grashalme erniedrigt
Die Nachbarin aus den Augenwinkeln belauert
Fische beim Ringeln gezählt
Dem Himmel Wolken verschoben
Kondensstreifen befühlt
Blättern beim Rascheln zugesehen
Dem Wellendrängen nachgegeben

Levrai (Rainer Leverenz)

 

aufmerksam, kreativ

Kindermund: Der Umweltverschnupfer unterwegs

Szenen aus meinem Alltag als Logopädin:

Ein Junge, 8 Jahre alt, erzählt mir empört vom „Umweltverschnupfer“, der seinen Müll auf die Straße wirft; was sehr, sehr verboten ist.

Eine ältere aphasische Dame aus dem Seniorenheim liest ganz eifrig ihre Hausaufgaben zum Thema Kategorisierungen/Taxonomien vor:
„Möbel: Tisch, Bett, Stuhl, Vitamine.“ (Sie las ungenau und meint die „Vitrine“)

 

Hier fehlt ebenfalls eine Vitrine, das fällt angesichts des historischen Ambientes allerdings kaum ins Gewicht 😉  (aufgenommen in Prag)

aufmerksam, feminin, glaubhaft

Gebet für die Frauen dieser Welt

Wie angekündigt, habe ich heute im Gottesdienst im Anschluss an das Abendmahl ein flammendes Fürbittegebet für die Frauen dieser Welt gesprochen.
Ich muss ehrlich gestehen, dass ich noch nie derart Herzklopfen hatte, als ich vor der Gemeinde stand und dass ich zum ersten Mal erlebt habe, wie es ist, wenn man eine Botschaft hat und einem die Worte im Hals stecken bleiben.
Trotzdem ist alles gut gegangen, meine Stimme hat durchgehalten und war nur kurz wackelig.
Als ich mich nach dem anschließenden „Vater unser“ setzte, trafen mich viele Blicke -die meisten davon konnte ich nicht einordnen. Nur eine (eingeweihte) Freundin zeigte den erhobenen Daumen als Anerkennung, mein Vorhaben durchgezogen zu haben.
Überraschender Weise waren die meisten Kommentare im Anschluss positiv. Eine ältere Dame, deren Blick ich als irritierend eingestuft hatte, kam mit ausgestreckten Händen auf mich zu und meinte, sie habe Tränen in den Augen gehabt und solche Gebete bräuchten wir viel mehr (auch wenn die Männer das nicht wollten). Eine weitere ältere Dame dankte mir für das Gebet und wies mich daraufhin, dass ich die Genitalbeschneidung an kleinen Mädchen nicht erwähnte hätte. Daraufhin  meinte ich, dass unsere Gemeinde für derartigen Klartext noch nicht reif sei – vielleicht in ein paar Jahren…
Zwei Männer meinten, nächstes Mal wollten sie für die Männer beten. Bitte, jeder darf für das bitten, was ihr / ihm wichtig ist. Einen blöden Kommentar gab es und ansonsten den Hinweis, für die Kinder dieser Welt könnte auch mal ausführlich gebetet werden.
So bleibt zu sagen: Ein ehrliches Gebet, und sei der Inhalt noch so provokant in konservativen Kreisen, hat noch keinen unberührt gelassen.

Hier das Gebet, das übrigens gut zum Vers des heutigen Tages passt: „Jeder trage des anderen Last.“ Galater 6,2
Gott, du hast alle Menschen geschaffen und kennst jeden von uns.
Jeder ist für dich wertvoll, ganz unabhängig von Geschlecht und Alter.
So bitte ich dich heute morgen für alle Mädchen und Frauen, denen in vielen Teilen der Welt Unrecht getan wird. Ich bitte dich für die Mädchen, die zwangsverheiratet werden. Die zur Prostitution gezwungen werden. Ich bitte dich für die jungen Frauen, die als Arbeitssklavin benutzt werden, weil sie in ihrem Land keine Rechte haben.
Ich bitte dich für die Frauen, die in Krisenregionen und Kriegsgebieten auf der Flucht sind vor Hunger, Gewalt und Schändung.
Du kennst die Frauen, die nicht lesen und schreiben können und keine Zukunft für sich sehen.
Du kennst die Frauen, die unterernährt sind und alles tun, um ihre Kinder durchzubringen.
Uns Frauen in Europa geht es viel besser -und dennoch sind auch wir noch lange nicht gleichberechtigt.
So bitte ich dich für die Frauen und Mädchen überall auf dieser Welt:
Gott, erbarme dich.