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Kindermund: Schwangere Tattoos

Wieder habe ich von den Kindern viel Neues gelernt:

Nach dem Wochenende tauche ich mit einem (aufgeklebten) Drachen-Tattoo auf, das von einer chinesischen Geburtstagsparty stammt. Mehrfach werde ich gefragt, ob es wirklich nicht echt sei. Ein Junge gerät ins Fabulieren:
„Wenn man tätowiert ist, ist das bis für den Tod. Wenn man denn so tot ist, hat man das immer noch. Und dann machen sie das Grab auf und gucken rein…. dann ist der da so… bleich und weiß…. und tätowiert… überall…“ Ihm ist anzusehen, dass er es förmlich vor Augen hat und wohlig schaudert.

Ich spendiere eine Runde Eis. Wir sitzen vor der Eisdiele auf dem Marktplatz, das Mädchen beißt kräftig in ihre Kugel Erdbeereis.  „Im Fernsehen, da essen die das Eis immer ganz komisch. Guck mal, so,“ meint sie und leckt das Eis geziert. „So kann man doch kein Eis essen!“ und beißt herzhaft zu.

Ich habe ein Fotoalbum mitgebracht, in dem Fotos aus meiner Kindheit sind, um zu zeigen, wie überraschend ähnlich ich ihr damals sah. Das erkennt sie tatsächlich auch, die Mutter  findet die Ähnlichkeit ebenfalls frappierend. Wir blättern durch das Album. Das Mädchen, ganz entsetzt angesichts der Bilder, auf denen ich immer wieder ein neues Geschwisterkind als Baby halte: „Da sind ja ständig neue Babys! Habt ihr dauernd neue gekriegt? Wieso denn so viele?“

 

Wildblumenwiese

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