aufmerksam, kreativ

Kunst ist nicht alles, aber alles ist Kunst

Bereits vor einigen Jahren erzählte mir eine Freundin von dem Wunsch ihres Mannes, im neuen Haus nur „echte Kunst“ aufzuhängen. Das stellt sich natürlich als Herausforderung dar, wenn bisher kein Grundstock an „Kunstwerken“ aufgebaut wurde.
Dennoch finde ich den Gedanken wertvoll und habe in der letzten Zeit überlegt, wie sich diese Herausforderung umsetzen lässt.

 

Flamingos

 

Hier meine Ideen, über weitere Inspirationen freue ich mich!

Urlaubsbilder hochwertig vergrößern lassen und rahmen
Eigentlich ein Klassiker, aber wer denkt im Urlaub absichtlich daran, Fotos aufzunehmen, die später das Ziel haben, im Wohnzimmer zu hängen? Mir hat der Wunsch, (fast) nur noch eigene Bilder in der Wohnung hängen zu haben, im Sommerurlaub geholfen. Ich habe mir extra Zeit genommen, vor Ort immer wieder zu überlegen, welche Aussicht oder welchen Blickwinkel ich gern in der Küche täglich sehen möchte. Oder im Bad. Natürlich lassen sich hochwertige Fotos nicht absichtlich produzieren, aber mit den passenden „Hintergedanken“ entsteht eine mögliche Auswahl.

Workshops zum Drucken besuchen
In Hamburg können jeden Montag Abend im „Museum der Arbeit“ eigene Drucksachen gefertigt werden – von der Visitenkarte bis zum Poster. Deutlich einfacher herstellbar als „echte Kunst“ lassen sich die Unikate unter der Mithilfe von Ehrenamtlichen an historischen Druckmaschinen gestalten. Viele weitere Ateliers und Kurse mit ähnlichen Angeboten sind im Raum Hamburg zu finden, auch Siebdruck auf Stoff u.ä.

Auf Flohmärkten nach Originalen schauen
Es gibt Personen, die auf Flohmärkten in der hintersten Grabbelkiste Originale von Horst Janssen entdecken. Zumindest hat das jemand behauptet, während ich als Marktaufsicht daneben stand. Zum Glück ist Janssens Ästhetik nicht meine, also brauchte ich nicht neidisch sein… 😉 Wer Glück hat, findet antiquarisch Oringinale, die gefallen – völlig egal, welche Person sie gefertigt hat. Ich habe auf diesem Wege schon schöne Drucke mit Signatur nach Hause tragen können. Auch Aquarelle von Heidrun Pinkepank (Name frei erfunden) können entzücken, ist doch egal, dass die Dame fröhlich in der Volkshochschule vor sich hin aquarellierte und nie berühmt wurde. Es zählt, was gefällt, fertig.

 

Rosen-Collage

 

Besonderen Stoff auf Rahmen spannen
Ob es nun Waxprints aus dem Urlaub in Afrika sind oder ein Stück Originalvorhang aus Versailles: Ein exquisites Stück Stoff kann, auf einen Keilrahmen gespannt, wie ein Gemälde wirken. Oder wie eine Skulptur. Wer mag, steppt den Stoff oben einmal zu einem Tunnel ab und zieht ihn auf eine dünne Vorhangstange für Bistrogardinen, fertig ist ein Wandbehang wie im Museum.

Skulpturen fertigen
Wer sagt eigentlich, dass Kunst an Wände gehört? Beim Töpfern oder Schmieden mit Altmetall lassen sich die skurillsten Originale für wenig Geld fabrizieren. Egal, was es wird, es sieht mit Sicherheit sehr authentisch aus. Und erinnert es zu sehr an Tante Gisela und ihre Keramiken, muss der nächste Versuch entsprechend hemmungslos designt werden, um anschließend als Kunst durchzugehen. Hier bieten sich, wie so oft, die Volkshochschulen an: Je größer die Stadt, desto größer das Angebot jenseits der klassischen Kurse.

Selbst mit Farbe matschen
Da es inzwischen sogar Leinwände im Lebensmitteldiscounter gibt (nicht, dass ich die empfehlen würde…), kann nun wirklich JedeR selbst Kunst erschaffen. Die Frage ist nur, wie abstraktes Farbgematsche als Endprodukt ästhetisch wirkt und nicht wie im Vollrausch umgekippte Farbeimer. Wer sich beim Discounter mit billigen Malgründen eingedeckt hat, hat ja mehrere Versuche frei, ohne dass es finanziell schmerzhaft wird… Und mehrmaliges Übermalen kann anschließend als „spannende Textur“ angepriesen werden. In diesem Sinne: Ran ans Rot!

 

Acrylbild Detail

Verlinkt mit Freutag.

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