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Einfach machen: Alte Hobbies ausgraben und alle Hemmungen ablegen

Wer ist gern freiwillig dilettantisch?
Dass wir erwachsen sind, erkennen wir im Alltag daran, dass wir am liebsten nichts tun, bei dem wir Misserfolg erleben könnten.
Habe ich lange nicht gemacht? Lasse ich lieber bleiben.
Könnte daneben gehen? Lasse ich lieber bleiben.
Jemand könnte darüber lachen? Lasse ich lieber bleiben.

Kinder würden es einfach mal ausprobieren. Wenn´s nicht gelingt, kann man das Ergebnis ja immer noch zerknüllen, gegen die Wand pfeffern, drauf rum stampfen, dem Bruder ins Zimmer kicken oder in der Toilette herunter spülen (Das wiederum führt dank Überschwemmungen dann zu ganz anderen Späßen…).
Ich haben schon Eeeewigkeiten nicht mehr gemalt, unterbrochen von einem Bildungsurlaub zum Thema „Kunst“ letztes Jahr in Kiel. Danach war ich schön enthemmt, was meine Schaffenskraft anging, aber kaum verlief der Alltag in seinen Bahnen, fühlten die Farben sich Lichtjahre entfernt an. Und nicht nur im Schrank weg geräumt.

Also schnappte ich mir heute einen Kalender mit Tipps zum Malen, den ich vor über fünf Jahren mal in einem Geschäft aus der Grabbelkiste fischte, und blätterte die Anregungen locker durch. Bis ich ein Motiv fand, das mir gefiel, und schnell loslegte, bevor ich Hemmungen entwickeln konnte.
Dass der Anspruch gleich null ist, weil ich „nur“ ein fertiges Motiv kopiere statt selbst ein Meisterwerk zu kreieren: Geschenkt. Einfach mal die eigenen Ansprüche und inneren Antreiber aussperren und irgendwo anfangen. Irgendwie loslegen. Bloß nicht nachdenken, bloß die erwachsenen Gewohnheiten zur Perfektion ausblenden!

Einfach machen.
Und wenn’s nichts wird: Zusammenknüllen, gegen die Wand werfen, drauf trampeln, mit Benzin übergießen und anzünden, was auch immer.
Das enthemmt auch, und danach geht’s vielleicht besser.
Ansonsten: Sich freuen, dass der arme, alte Tuschkasten mal wieder Leben in seinen vertrockneten Töpfchen gespürt hat.
Locker was anderes anfangen, und das Ergebnis zur eigenen Freude aufhängen. Aber bloß keinem zeigen, nicht bewerten lassen!
Nur selbst dran freuen und bald weitermalen.
Oder musizieren.
Oder schreinern.
Oder backen.

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Petersburger Hängung: Ideen für eine sommerliche Bilderwand

Im Wohnzimmer lässt die Bilderwand es so richtig krachen:
Blumen, Früchte und das Meer versammeln sich zu einem harmonischen Miteinander. Als verbindende Brücke halten Hellblau und Rosa die ganz unterschiedlichen Elemente zusammen. Goldene Akzente in den Bilderrahmen, dem Spiegel, der Kirsche und dem Ginkoblatt sorgen für Zusammenhalt.
Üppige Blüten und Früchte symbolisieren den Sommer, Bilder vom Meer steuern eine abkühlende Brise dazu.

Wie immer stammen die Einzelteile aus ganz unterschiedlichen Quellen:
Die Strandrose an der Ostsee ist ein Urlaubsfoto von Bornholm, der Früchtedruck ist ein zurechtgeschnittener Geschenkpapier-Bogen. Gerahmte Kalenderblätter und ausgerissene Seiten aus Tourismusbroschüren füllen weitere Bilderrahmen.
Die Kirsche ist eigentlich ein Teller, den ich hinten mit einer Aufhängung ausstattete.

Die kleinen Akzente wie hängende, getrocknete Craspedia (Trommelstöcke), der quietschrüne Vogel neben dem Kreuz aus Glassteinen und das goldene Ginkoblatt lockern die eckigen Rahmen auf. Auch die asymmetrischen Teller in Hellblau und Hellgrün weichen die vielen spitzen Kanten optisch auf und wiederholen die Grundfarben der Petersburger Hängung.

Meine Tipps für eine sommerliche Bilderwand:

Spannende Blickfänge sammeln
Urlaubsbilder vergrößern lassen, Fundstücke rahmen, Schätze mit Aufhängern für die Wand präparieren:
Je abwechslungsreicher die Mischung, desto lebendiger der Gesamteindruck
Verbindung schaffen
Damit die Petersburger Hängung nicht in ein Chaos ausartet, auf harmonischen Zusammenhalt achten:
Zwei bis drei Farben, die sich überall wiederholen. Ähnliche Rahmen um unterschiedliche Bilder oder ähnliche Bilder in wilden Rahmen. Ein bestimmtes Wort oder Symbol, das sich in grafischen Entwürfen wiederholt.
Materialien mixen
Meine Bilderwand vereint Holz, Metall, Keramik, Papier, Trockenblumen und Glassteine.
Wer bunte Farben zu wild findet und eine eher monochrome Gestaltung bevorzugt: Einfach Farben aus einer Familie zusammenstellen und dafür ganz unterschiedliche Materialien wählen.

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Presse: Mit SeniorInnen tierfreundliche Gärten gestalten

In der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins „Altenpflege Aktivieren“ stelle ich einfache und wirkungsvolle Anleitungen vor, wie SeniorInnen aktiv heimischen Tieren einen Lebensraum bieten können. Unter dem Motto „Wir geben Tiere ein Zuhause“ bastelten wir Bündel aus Japanischem Riesenknöterich als Nisthilfe und fertigten aus Blumentöpfen und Heu Schlafplätze für Insekten an. Die SeniorInnen hatten eine Menge Spaß und erzählten anschließend, wie sie die Balkons ihrer Appartements mit den Kreationen ausgestattet haben.
Im Artikel präsentiere ich weitere Ideen, um die Außenflächen von Einrichtungen für Kleintiere attraktiv zu gestalten.
Wer sich für das Thema interessiert: Hier im Blog versammelte ich vielfältige Möglichkeiten, um naturnah am Haus Tieren eine Heimat zu bieten. Gartengestaltung kostengünstig und ökologisch sowie die schönsten Blumen für Bienen.

Hinweis zum Bildmaterial und zur Durchführung: Die Aktion geschah vor Corona! Aktuell finden derartige Angebote nicht statt!

Meine lustbetonte, ganzheitliche Atemgymnastik „Atemfreude“ wird auf der ersten Seite des Magazins ebenso beworben wie mein neues Buch: „Gruppenspiele für gute Laune. Loslegen, Lachen, Überraschen“

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Den Sommer ins Haus locken: Wanddekoration aus Stoff fertigen

Ich liebe es, unser Wohnzimmer neu zu dekorieren:
Die Birkenstämme in der Zimmerecke zu schmücken, ein neues Poster für den Bilderrahmen über der Teakbank auszusuchen und die Kissen in neue Hüllen zu kleiden.
Für die aktuelle Gestaltung wollte ich eine Tunika, die mir viel zu groß ist, aber aus wunderschön bedrucktem Leinen besteht, „verwursten“. Zuerst dachte ich an die klassische Wimpelkette, entschied mich dann aber für zwei andere Möglichkeiten.

Einen Teil des Stoffs verarbeitete ich zu einem kleinen Wandbehang, die bei den Hipstern in Wohnzeitschriften seit einiger Zeit die Zimmer schmücken.
Mit der Form war ich mir zuerst sehr unsicher, bis ich ein Rechteck mit schräger Kante schnitt und es mir gut gefiel. Ich faltete alle offenen Stoffkanten doppelt um und nähte sie fest, oben fertigte ich einen Tunnel an, durch den ich einen Draht zum Aufhängen schob. Hätte ich einen dünnen, entsprechend langen Bambusstab gehabt, wäre das eine sehr schöne Alternative gewesen.

Den anderen Teil des Stoffs spannte ich in einen runden Stickrahmen.
Der Aufwand liegt bei ca. drei Minuten, einfacher geht´s wirklich nicht. Ein Satinbändchen durch die Schraube zum Spannen ziehen, aufhängen, fertig.

Den Löwenanteil der Tunika benutzte ich, um ein Kissen für meinen Lesesessel daraus zu nähen.
Die Spitzenkante im Decolleté bildet einen traumhaften Akzent, sodass das Kissen wirkt, als stamme es aus einem schicken Inneneinrichtungsgeschäft.

Für das perfekte Sommergefühl fehlte nur noch ein neues Poster über dem Esstisch. Leider ist das Bild des schwarzen Retrievers zu groß für den Holzrahmen im Schlafzimmer und zu klein für diesen Rahmen im Wohnzimmer. Also drapierte ich künstliche Farne und Blätter um die Oberkante, damit der Druck nicht so verloren wirkt.
Fast könnten sich hier Hipster wohlfühlen…

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Neue Kissen fürs Wohnzimmer: Frühlingsfrisch und fröhlich

Jetzt, wo wir durch Corona ständig drinnen sind und die Eisheiligen der Dauersonne seit Februar eine Pause gönnen, wünschen wir uns ein gemütliches Zuhause.
Für die einen heißt das, aufzuräumen und zu putzen. Für die anderen, sich einzumuckeln und einfach alles dort fallen (und auch liegen) zu lassen, wo die Haustür hinter ihnen zufällt.
Ich gehöre bisher zu keiner der beiden Gruppen und habe stattdessen neue Kissen für die Teakbank genäht.

Die Verkäuferin beim Raumausstatter, wo ich die Stoffe aufstöberte, meinte: „Das ist Kunstfaser, daraus können Sie keine Masken nähen!“ Ich: „Das habe ich erstens bereits gefühlt und zweitens sowieso schon aus anderen Stoffresten erledigt.“
Zusammen mit einem wuscheligen Frühlingsstrauß aus Ranunkeln, Eustoma und Schneeball haben wir jetzt einfach einen Drinnengarten, die floralen neuen Kissen und ich.

Als Ersatz für Ausflüge in die Umgebung hängte ich ein Poster voller Hasenglöckchen im Wald auf und dekorierte die Birkenstämme neu:
Mit einem Nistkasten, gläsernen Luftballons, Papierrosetten und Wimpeln. Als Ersatz für Sommerfeste und Geburtstage, die dieses Jahr wohl alle ausfallen…

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Basteln mit Kindern: Steinschlange im Park als Gemeinschaftsaktion

Unterwegs im Park entdeckte ich eine „Steinschlange“ von Kindern aus der Nachbarschaft.
Sie hatten ein Schild an die Birke gepinnt und bemalte Steine um den Baum angeordnet, die eine Schlange darstellen sollen.

Das Schild bittet um tatkräftige Hilfe, die Schlange wachsen zu lassen – eine schöne Idee, trotz Abstand-halten derzeit etwas Gemeinsames zu gestalten. Außerdem ideal als Begründung für regelmäßige Spaziergänge, um die Birke immer wieder zu besuchen und nachzuschauen, ob und wie die Steinschlange gewachsen ist.

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Bilderwand in Gelb: Die Sonne ins Wohnzimmer locken

Urplötzlich hatte ich ein dringendes Bedürfnis nach Gelb.
Kein Problem, ich wühlte mich durch verschiedene Dekokisten und gestaltete die Wand im Wohnzimmer neu. Ich besitze so viele Schätze, da brauche ich leider gar nicht einkaufen.

In der linken Hälfte rahmte ich eine Seite aus einem uralten Wohnmagazin: Ein Picknick am Rapsfeld, ideal als Fluchtkulisse momentan. Ein paar getrocknete Craspedia-Stängel sorgen für unkonventionellen Charme. Darunter hängte ich ein Kalenderblatt, im verschnörkelten Goldrahmen oben schweben ein Kreuz aus grünen Glassteinen und ein quietsch-gelbgrüner Metallvogel.
Der blaue Teller bildet ein schönes Gegengewicht zum Gelb, fast wie eine Komplementärfarbe (was Lila gewesen wäre, hab ich grad nicht da, geht auch so).

Der mittige Bilderrahmen zeigt den Weg vom Meer hoch ins Dorf in der Bretagne, das Poster eines Urlaubsfotos brauchte ich nur aus dem Fundus zu ziehen.
Eine Grußkarte mit Goldfischen schmückt den zweiten Goldrahmen, darunter lacht ein Narzissenbild (online second-hand erstöbert) und unter dem grünen Teller baumelt eine Blechblume. Die Blume fand ich genau wie das Kreuz auf dem Frauen-Flohmarkt „Tausendschön“ im Kulturhaus Eppendorf.

Und mit welcher Farbe umgibst du die gerade am Liebsten?

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Zacki-fix: Osterdeko auf die Schnelle

Wer noch keine Osterdekoration hat, aber ein paar Eier und Hasen im Fundus:
Heute stelle ich einen zacki-fix Osterteller vor.

Dazu einfach Moos im Garten aus dem Rasen ziehen oder im Wald sammeln und auf einen großen Teller oder ein Tablett legen. Braune Blätter raus zupfen, das Gras kann im Moos bleiben.

Als nächstes Ostereier verteilen, dabei Exemplare mit Farben auswählen, die unter einander harmonieren. Auch eine Mischung zwischen großen und kleinen Exemplaren bringt Spannung in das Arrangement.

Zum Schluss ein paar Hasen aus Porzellan, Küken oder andere Osterschätze mit Ehrenplätzen versorgen.
Wer stattdessen Blumen verwenden möchte, kann die Variante mit aufgeblühten Tulpen ausprobieren.
Den Osterteller auf dem Esstisch oder der Fensterbank platzieren, fertig!

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Osterbasteln mit Naturmaterial: Hase im Birkenkranz

Weil ich Frau Jensen (Name geändert) ein Buch vorbei brachte, von dem ich hoffte, dass es ihr gefällt, beschenkte die alte Dame mich mit diesem süßen Arrangement.
Ihr Appartement ist sehr geschmackvoll eingerichtet und zeigt überall ihre Kunstwerke aus Keramik. Heute ist sie dazu nicht mehr in der Lage, aber sie bastelt mir gern etwas aus lufttrocknender Modelliermasse.
Die kleinen Birkenzweige hat sie beim Spaziergang aufgesammelt, mit Draht fixiert und eine Kordel zur Schleife gebunden. Darin sitzt ein dicker kleiner Hase, dafür rollte sie die Modelliermasse aus und benutzte ein Ausstechförmchen. Frau Jensen rundete das liebevolle Präsent mit einer Serviette und Ostereiern ab.
Ich war sehr, sehr gerührt, als sie mir das Buch zurück gab und sich mit dem Geschenk bedankte.

Für alle Kinder, die gerade viel drinnen sitzen müssen, eine ideale Ablenkung:
Raus ins Grüne, biegsame Zweige suchen, Hasen oder Hühner aus fester Pappe schneiden oder aus Modelliermasse formen, schon kann die Osterproduktion in Serie gehen!

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Neues Leben für fast verblühte Tulpen: Osterteller mit Moos

Seit wir letztes Jahr für vier Tage in den Niederlanden waren, um die Tulpenblüte zu erleben, liebe ich Tulpen noch mehr als vorher. Sehr gerne denke ich an unsere Tage auf dem Hausboot zurück und kaufe zur Erinnerung frische Frühlingsblumen auf dem Wochenmarkt.
Irgendwann sind die Tulpen natürlich nicht mehr frisch, aber gleichzeitig zu schade, um bereits entsorgt zu werden. Für den Moment zwischen „Die Tulpen haben lange Hälse und lassen langsam nach“ und „Ab in den Müll“ habe ich mir eine schöne Dekorationsidee ausgedacht: Ideal für den Esstisch oder ein Oster-Brunch.
Dafür brauchen wir lediglich ein Tablett oder einen großen Teller, Moos aus dem Garten oder aus dem Wald, Ostereier und aufgeblühte Tulpen.

Zu Beginn sammeln wir Moos und breiten es auf dem Tablett oder Teller aus. Braune Blätter zupfen wir heraus, Gras schafft eine lebhafte Struktur und kann im Moos bleiben. Wenn das Moos beim Sammeln trocken war, wird es auf dem Teller gut gewässert, bevor wir mit der Dekoration beginnen.

Als nächstes arrangieren wir Ostereier in verschiedenen Größen im Moos. Dabei liegt es nahe, Farben zu verwenden, die mit den Tulpenblüten harmonieren.

Dann schneiden wir die Tulpen kurz unter der Blüte ab und schieben die kurzen Stiele in das feuchte Moos. Tatsächlich reicht die Feuchtigkeit aus, um die Tulpen auf diese Weise noch einige Tage blühen zu lassen und den Anblick zu genießen.
Auf dem Esstisch ist der Tulpen-Teller ein wunderschöner Mittelpunkt und verkürzt die Zeit bis Ostern.