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Wirksame Waffen gegen Angst in der Nacht


Wer eine ausgeprägte Intuition hat, oder eine tiefe Gottesbeziehung, kennt diese Momente:
Wenn wir plötzlich die sichtbare oder unsichtbare Gegenwart des Dunklen spüren, die uns bedrängt. Oft nachts, wenn wir scheinbar schutzlos schlafen.
Grad neulich sprachen wir in der Kirche darüber, und mein Gegenüber hat mich eindrücklich und kraftvoll daran erinnert: Was auch immer uns Angst machen will, Gott hat diese Welt und das Böse darin bereits besiegt. Wir haben alle die Wahl, welche Entscheidungen wir treffen und wem oder was wir folgen. Dennoch hat Jesus am Kreuz das Böse bereits entmachtet, auch wenn diese Wahrheit im Alltag oft unterzugehen scheint. Was auch immer uns Angst machen will, ist nur eine böse Fratze dessen, der die Welt zwar vernichten will, es aber letztlich nicht kann. Gott hat schon gesiegt, der Kampf gegen das Böse ist bereits erledigt. Das mag oft nicht sichtbar sein hinter all dem Leid und der Willkür menschlicher Bosheit. Trotzdem ist es die Tatsache, auf die ChristInnen ihr Leben bauen.


Sch***egal, wie unser Leben mit menschlichem Blick aussehen mag, wovon wir uns irritieren und verletzen lassen: Unsere Namen stehen im Himmel schon an der Tür zu unserem ewigen Zuhause. Daran kann niemand und nichts etwas ändern. Was wir sehen, sind die letzten und immer schlimmer werdenden Zuckungen des Bösen, das bereits verloren hat.
Wer sich mit Angriffen dunkler Mächte auseinander setzt, deklariert als Gegenmaßnahme die Wahrheit: Jesus liebt uns. Er hat alle unsere Fehler und unsere Scham ans Kreuz genommen und ist für uns gestorben. Er hat uns ein für alle mal von der Sch***e unseres Lebens gereinigt und befreit. Als seine Kinder befehlen wir allen bösen Gestalten, uns in Frieden zu lassen.
Wer bedroht wird, stärkt die eigene Position durch das konsequente Lob Gottes. Er hat uns wunderbar geschaffen, er liebt uns durch alle Katastrophen und persönlichen Schwächen hindurch, er schützt und leitet uns. Er ist für alles Gute in unserem Leben verantwortlich und möchte uns noch so viel mehr schenken. Wer nachts von Albträumen aufwacht und zu müde ist für ein intensives Gebet, kann einfach Lobpreislieder laufen lassen. Sie richten unseren Blick auf Gottes Größe und entmachten ganz schnell alles, was uns bedrängen möchte. Das Zitieren von auswendig gelernten Gebeten und Bibelversen schaffen wir vor Müdigkeit vielleicht nicht, dann können wir über das Internet laut aus der Bibel vorlesen lassen. So können wir uns passiv vom Wort Gottes ermutigen lassen und werden bald Ruhe haben, denn das Wort Gottes vertreibt die Dunkelheit.

Oder das Lied „No Longer Slaves“ oder „Mein Gott ist größer“ oder „Bis ans Ende der Welt“
Einfach laufen lassen und die Wirkung entfalten lassen!

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Du bist es wert, von Gott geliebt zu werden und in Fülle zu leben

So sah vor einigen Tagen der Sonnenaufgang bei uns aus:
Hinter einer dunklen, undurchdringlichen Wolkendecke kamen weit oben am Himmel Sonne und strahlendes Pink und Blau hervor.
In unserem Leben sieht es oft ähnlich aus: Wir starren auf Barrieren und Hindernisse, die uns undurchdringlich erscheinen. Wir fühlen uns mutlos und verlassen oder von anderen bedrängt und bedroht. Oft merken wir gar nicht, dass wir von dunklen Mächten umzingelt werden. Wir lassen den Kopf hängen und uns von dem undurchdringlichen Dunkel entmutigen. Viele Konflikte nehmen wir persönlich und arbeiten uns daran ab, statt hinter die Kulissen zu schauen und festzustellen, dass der Teufel uns wehrlos und klein machen will.
Währenddessen strahlt die ganze Zeit eine Etage höher Gottes Licht. Seine Wahrheit, Liebe, Freiheit und Hoffnung strahlen die ganze Zeit heller und kraftvoller als die Sonne. Doch wir lassen uns von demjenigen beeindrucken und ängstigen, der ausgeklügelte Lügen als Kulisse dazwischen schiebt: „Du bist es nicht wert“, „Du hast schon wieder versagt“, „Alle anderen wussten, dass du es nicht packst, aber du bist ja sogar zu doof, um rechtzeitig aufzugeben“, „Dein Leben wird sich nie zum Besseren verändern, weil du es nicht verdienst“.
Wir glauben diesen ganzen Scheiß, jeden Tag auf´s Neue. Statt die Augen zu heben, hinter die Kulissen zu schauen und Gottes ewige Liebe im strahlend hellen Licht der Hoffnung zu sehen, bleiben wir mit unserem Blick an der manipulierten Oberfläche kleben.

Ein uraltes Lied von Gerhard Tersteegen fasst es sehr schön zusammen:

Ich schließe mich aufs Neue
in deine Vatertreue
und Schutz und Herze ein.
Die irdischen Geschäfte
und alle finstern Kräfte
vertreibe durch dein Nahesein.

Dass du mich stets umgibest,
dass du mich herzlich liebest
und rufst zu dir hinein,
dass du vergnügst alleine
so wesentlich, so reine,
lass früh und spät mir wichtig sein.

Ein Tag, der sagt dem andern,
mein Leben sei ein Wandern
zur großen Ewigkeit.
O Ewigkeit, so schöne,
mein Herz an dich gewöhne,
mein Heim ist nicht in dieser Zeit.

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Sonntags im Gottesdienst: Mein Ort zum Auftanken

Unser Leben ist wie eine jahrzehntelange Kreuzfahrt:
Jeden Tag sind wir auf dem Meer unterwegs. Manchmal dampfen wir quer über die Ozeane, manchmal dümpeln wir in Küstennähe. Immer sind wir dabei Wind und Wetter ausgesetzt, und dass wir das Ruder in den Händen halten, ist nicht immer eine Garantie für gutes Gelingen. Manches, was wir unterwegs erleben, lässt sich locker wegstecken. Anderes liegt außerhalb unseres Einflusses und strapaziert uns. Nur zu gerne laufen wir in den Hafen ein, um vor dem Wetter geschützt zu sein, auftanken zu können und Reparaturen durchzuführen.
Wer eine sanftere Metapher für den Lauf des Lebens mag, kann sich die Schmetterlinge in den Fotos als Beispiel nehmen. Sie fliegen von Blüte zu Blüte, um sich zu stärken, und müssen unterwegs mit Wind und Regen sowie Fressfeinden umgehen.

Wenn ich Sonntags in den Gottesdienst komme, ist das mein privater Hafen in den Alltagskämpfen. Meine Blüte, die mich willkommen heißt und ernährt.
Hier kann ich loslassen, auftanken, zur Ruhe kommen, feiern, trauern, lachen, zuhören und Geschichten teilen. In der Gemeinde kann ich einfach „ich“ sein, muss nichts darstellen, brauche nichts leisten, nichts beweisen. Jede Woche ist eine Momentaufnahme unserer Reise durch das Leben. So sieht die Situation aus, hier und heute. Vor diesem Hintergrund versammeln wir uns, teilen Siege und Niederlagen. Manchmal singen wir aus ganzem Herzen mit, manchmal nutzen wir die Zeit zum Beten, während die Band lautstark Stimmung macht. Manchmal nehmen wir aus der Predigt gute Impulse mit. Manchmal ist es das Gespräch beim anschließenden Kaffee, das uns ermutigt und stärkt.
Auf der Reise zur Ewigkeit bietet die Gemeinde uns jeden Sonntag einen Zwischenstopp. Wir sind alle unterwegs, während der Woche oft allein, am Sonntag sitzen wir gemeinsam wie die Zugvögel nebeneinander auf der Stromleitung und zwitschern uns zu: „Gott ist großartig! Er sorgt für uns! Schenkt uns Mitreisende auf dem Weg, der über die Jahrzehnte immer wieder holperig ist. Er schützt uns, ernährt uns, heilt uns, gibt uns Auftrieb, fordert uns heraus. Gott ist gut!“

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Gebet: Gefaltete Hände wirken stärker als geballte Fäuste

 

Beten heißt:
auf Wegweisung und Instruktionen hören,
mit einem Herzen, das ihm zugewandt ist;

es ist ein Gespräch zwischen Vater und Kind.

Corrie ten Boom

Gebetet hat JedeR schon einmal. Auch ohne gläubig zu sein, schicken viele angesichts schlechter Nachrichten ein „Bitte, bitte nicht“ oder ein „Hilf mir“ in die Weiten des Universums. Wer aktiv betet, richtet sich damit an Gott und glaubt, dass er (oder sie…) uns erhört. Doch selbst Menschen, die sich als gläubig bezeichnen, haben immer wieder ihre Fragen und Schwierigkeiten mit dem Gebet. Viele müssen erst lang genug versuchen, ihre Probleme allein in den Griff zu kriegen, bis sie ans Beten denken. Und es auch tun…

Das Gebet sollte unser Steuerrad und nicht unser Ersatzrad sein.

Vom Pastor, der es als unnötig ansieht, zusammen mit seiner Frau für eine neue Wohnung zu beten bis zur Freundin, die verspricht, für mich zu beten -nachher, wenn sie wieder alleine ist. Oft fällt es uns schwer, gemeinsam (laut) zu beten. Wir genieren uns, suchen nach den passenden Worten oder flüchten uns in religiös klingende Floskeln.

Das Größte, was ein Mensch für einen anderen tun kann, ist, dass er für ihn betet.

Wie wertvoll erlebe ich es, wenn ich auf meiner Suche nach einer neuen Gemeinde eingeladen werde, nach dem Gottesdienst nach vorn zu kommen und für mich beten zu lassen. Auch wenn es für wildfremde Menschen schwer ist, sich anhand meiner paar Sätze die passenden Worte und Wünsche einfallen zu lassen: Umso mehr beeindruckt mich, wie klar Gottes Wort durch Fremde in mein Leben spricht.

Der Feind hält es für äußerst wichtig, unser Gebetsleben durch Kleinglauben, Zeitmangel und Zweifel zu zerstören.
Der Teufel lacht oft, wenn wir arbeiten, aber er erbebt, wenn wir beten.

Wenn Verunsicherung und Entmutigung um sich greift, finde ich nur langsam dort hinaus. Sehr wohltuend und kraftvoll wirkt in solchen Momenten der Zuspruch von anderen Betenden, die Angriffe des Bösen als solche erkennen und mir Gottes Schutz zusprechen.

Der Herr hat keine Probleme. Er hat Pläne! Darum gibt es im Himmel nie eine Panik. Und auf Erden sind wir zu einer lebendigen Hoffnung berufen.

Wenn ich um Weisheit ringe und mich zutiefst danach sehne, zu erkennen, welcher Schritt als nächstes dran ist, hilft mir Gottes Perspektive. Entweder, weil ich sie selbst im Gebet entdecke, oder weil andere mich darauf hinweisen. Oft genug fragen wir Menschen uns, ob Gott wirklich, wirklich mit jeder Faser seines Seins das Beste mit uns vorhat. Viel Scheitern passiert, weil wir eben nicht davon überzeugt sind, dass Gott es tatsächlich gut mit uns meint. Wir misstrauen ihm und nehmen uns selbst damit viel Lebenskraft. Wie eine heilende Creme auf einer ständig aufplatzenden, eitrigen Wunde erlebe ich es, wenn andere mir versichern, dass Gott wirklich, wirklich mein Bestes will. Und nur mein Bestes. Auch wenn ich hier und heute nichts tun kann, als ihm mein Leben hinzuhalten und zu vertrauen, dass er als mein Schöpfer weiß, was er tut und was mir weiterhilft.

Herr, hab Dank, dass du nicht einen großen Glauben verlangst, sondern Glauben an einen großen Gott.

Alle Zitate, auch die Überschrift, stammen von Corrie ten Boom.

 

Wie ein Hirsch sich nach frischem Wasser sehnt, so sehnt sich meine Seele nach dir, Gott.
Paslm 42, Vers 2

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Grauer Nebel

Manchmal fehlt der Schwung für das, was du dir vornimmst. Manchmal greift Müdigkeit und eine große Portion Ernüchterung um sich. Manchmal zieht grauer Nebel ein, und du fragst dich, was aus deinen Zielen, Träumen und Plänen geworden ist. Sehnsucht ist nicht länger etwas, das dich lockt und motiviert, sondern nur noch ein diffuses Gefühl der Verlorenheit und der Wunsch nach einem Platz im Leben.
Kennst du das?

Wie kann es sein, dass etwas, das dich begeistert und angetrieben hat, nur noch ein müdes Schulterzucken hervor ruft? Dass du an dir selbst zweifelst? Dass du deine Kompetenzen lächerlich gering findest und dich fragst, ob aufgeben vielleicht das ist, was dieser Moment erfordert? Dass du dich deiner Vision schämst, statt sie schwungvoll ins Leben zu holen?

 

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Neulich fiel mir in genau so einem Moment, der mich selbst irritierte und lahmlegte, das passende Buch in die Hände. Ich hatte es vor einigen Jahren gekauft, nie gelesen und im Bücherregal vergessen. Beim Aufräumen traf es mich: „TraumDiebe. Lass dir nicht wegnehmen, was Gott dir ins Herz gibt“ nennt sich die Lektüre von Andre Wilkes. Genau der passende Titel in diesem Augenblick.

Nach einem ersten Kapitel über das (Wieder-)Entdecken unserer Träume beschreibt der Autor die Traumdiebe:
Der Erste nennt sich „Wer bin denn ich, dass ich………“ Wieso sollte genau mein Plan aufgehen? Warum sollte gerade mein Leben in dieser kaputten Welt etwas zählen? Woher soll ausgerechnet in meinem Leben Erfolg kommen?
Der zweite heißt „Wer bist denn du, dass du……“ und bezieht sich auf das verlorene Vertrauen in Gott. Der Ballast der Enttäuschung wiegt manchmal so schwer, dass wir Gott nicht mehr über den Weg trauen. Gott hat nicht so gehandelt, wie ich es mir gewünscht habe. Meine Vorstellungen von ihr/ihm haben sich als Irrtum heraus gestellt. Der naive Kinderglaube trägt nicht lebenslang. Und dann?
Der dritte Traumdieb wird „Wie soll das gehen?“ genannt: Die Falle der Realität und damit das scheinbare Triumphieren der Ernüchterung. Der „gesunde Menschenverstand“ mischt sich mit seinem liebsten Satz „Das haben wir schon immer so gemacht“ und dem Zwilling „Schuster, bleib bei deinen Leisten“ ein.
Als vierter Dieb schleicht sich die Frage „Was werden die anderen sagen?“ ein. Angst vor der Meinung von PartnerIn, FreundInnen und Familie zieht durch unsere Gedanken. Angst um das eigene Image, den aufgebauten Lebensweg und die damit verbundenen Erfolge greift Raum: Verliere ich das, wenn ich mit meinem Traum Ernst mache?
An fünfter Stelle macht sich Selbstzweifel breit: „Und wenn ich mich irre?“ Wenn meine Sehnsucht eine Täuschung ist? Wenn meine Vision ein Fiebertraum war? Meine tiefsten Wünsche illusorisch? Wenn Gott doch nicht oder anders zu mir gesprochen hat, als ich es meine gehört zu haben?
Der sechste Traumdiebt fragt „Warum sollte es diesmal klappen?“ und verweist auf unsere Niederlagen, gescheiterten Projekte, verstaubten Pläne. Warum sollte es ausgerechnet jetzt anders laufen? Ich weiß doch genau, was ich in meinem Leben alles schon versiebt habe…

Allein zu erkennen, dass es diese unbewussten Zweifel gibt und wie sie sich auf einen Punkt bringen lassen,  fand ich sehr hilfreich. Auch, zu lesen, welche inneren Schwachstellen sie ausnutzen, und dass es anderen genauso ergeht. Ich glaube nicht nur an einen allmächtigen liebenden Gott, sondern ebenso, dass es negative Mächte gibt. Die uns kleinmachen, versklaven, in Süchte führen, lahmlegen. Der Autor geht darauf nicht weiter ein, viel wichtiger ist ihm in den folgenden Kapiteln, zu lernen, Gott im Alltag zu entdecken. Als Botschaft, Ermutigung, Ereignis.

 

 

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Ich möchte dich ermutigen, hinter die Fassade der Müdigkeit und Lustlosigkeit zu schauen. Aufzuhören, dich selbst zu beschimpfen, weil es nicht besser, glatter und erfolgreicher läuft.
Vielleicht leben in deinem Kopf Lügen, die dich lahmlegen. Alte Sätze, die dich geprägt haben, und noch heute verunsichern. Blöde Kommentare, die seit Jahrzehnten in uns gären und Energien ziehen.
Dann ist es Zeit, diese Räuber hinter sich zu lassen.
Manchmal hilft es schon, sie als Lügner und Diebe deiner Träume zu entlarven und sich zu wünschen, dass sie gehen. Denn Erkenntnis ist oft der erste Schritt zur Veränderung.