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Die perfekte Urlaubsplanung ohne Auto: Anleitung zu deutscher Maßarbeit

Wanna live here?

Oh, wie schön ist Panama: Verreisen macht Spaß, aber im Vorfeld auch eine Menge Arbeit. Insbesondere für diejenigen, die a) ohne Auto unterwegs sind und b) gern in hochpreisige Länder reisen (wie Skandinavien), aber ein bestimmtes Budget einhalten wollen. Zufälliger Weise trifft das auf meinen Mann und mich zu, weshalb die Urlaubsplanung jedes Jahr anstrengend und nervenaufreibend ist.
Grundsätzlich bin ich diejenige für den groben Plan (in welches Land reisen wir mit welchem Verkehrsmittel und in welche Auswahl von Ferienhäusern), während mein Mann das gesamte Feintuning der An- und Abreise sowie die Fortbewegung vor Ort organisiert.
Das funktioniert sehr gut, dennoch haben wir zwischenzeitig immer ein riesiges Chaos aus diversen Orten und Unterkünften, aus denen wir eine finale Entscheidung treffen müssen.

Deshalb setzte ich eine Tabelle mit allen relevanten Infos auf, die hilft, den Überblick zu behalten. Da wir sicher nicht die Einzigen sind, die ohne Auto leben und verreisen, verrate ich heute die Anleitung zum Marshall-Plan – äh, Masterinplan.

Die Tabelle bekommt sechs Spalten:
– Eine für den Ortsnamen bzw. die Region,
– eine für den Namen des Inserats zum Ferienhaus bzw. den Link zur Ferienhausvermietung,
– eine für die Art der An- und Abreise sowie die Verkehrsmittel vor Ort,
– eine für die durchschnittliche Fahrtzeit mit Bus/Bahn bis zur nächsten Stadt (für alle, die gern im Grünen urlauben, aber dennoch Kultur und Abwechslung wünschen),
– eine für den Gesamtpreis der Übernachtungen sowie der An-/Abreise
– sowie eine für Anmerkungen:
Mit großem Garten, mit Schlafzimmer auf einer offenen Galerie, mit kostenlosen Fahrrädern, mit freilaufenden Hühnern, mit Badewanne, was auch immer.
Damit können sowohl negative Punkte (Schlafen auf offener Galerie) wie Pluspunkte (mit gratis Rädern) festgehalten werden, die bei der endgültigen Entscheidung helfen.
Alle Unterkünfte ohne öffentliche Verkehrsmittel im näheren Umfeld fliegen leider raus, und alle mit langen Wegen bis zum nächsten Supermarkt auch. Beides gilt besonders, wenn keine Räder zur Verfügung stehen und daher alles zu Fuß erreichbar sein muss.
Tipp für Profis:
In der Tabelle gleich die landestypische Bezeichnung für Flugzeug, Fähre, Bus, Zug usw. benutzen, damit sie sich einprägt und um sich auf Websites in Landessprache besser zu orientieren!

Wanna live here?

Soweit kam ich gestern, wo ich offensichtlich ohne es zu bemerken die Tabelle abends unter dem Titel „UrlaubTabletteUnterkunft“ abspeicherte. Ich meinte natürlich Tabelle, nicht Tablette, aber irgendwann macht mich die ganze Recherche nur noch rammdösig.
Heute tagte dann die große Konferenz der Urlaubsort-Wahl, mit dem unbefriedigenden Ergebnis, dass ich alle anschreiben solle, ob ein Fahrrad vorhanden sei. Wer eins habe, sei eine Runde weiter, wer nicht, eben auf nachrangige Plätze gerutscht.
Meine Güte, dabei wollte ich doch einfach nur eine Entscheidung fällen!
Und außerdem ritten sämtliche FerienhausinhaberInnen ständig auf der Parksituation und dem Vorhandensein von Garagen oder privaten Parkplätzen herum, sodass ich kritisch anmerkte, dass alle derart Auto-fixiert schienen, dass doch bestimmt niemand zwei Räder kostenlos vorrätig hielt. In diesem Urlaubsland wohl nicht!


Dann packte mich der Gedanke, warum ich die Existenz von gratis Rädern denn so vehement ausschloss, wenn es doch gar nicht in meiner Macht lag, ob es welche gab oder nicht?
Vielleicht waren sehr wohl welche vorhanden, aber sie wurden sonst nicht nachgefragt? Oder die Nachbarin half netterweise mit Rädern aus? Warum sich über Dinge ärgern, die ich gar nicht beurteilen kann?
Also beschloss ich still, die ganze Sache Gott entscheiden zu lassen. Jesus kannte sämtliche VermieterInnen und ihr Engagement, Räder aufzutreiben oder nicht. Und er wusste auch, in welchen Häusern und Orten wir uns nicht wohlfühlen würden und wo uns der Fakt, dass Räder fehlten, zu der sinnvollen Entscheidung, dort nicht hinzufahren, verhelfen würde.
Wenn ich nicht weiter weiß, lass ich Gott ran.
Also verbiss ich mir weitere Kommentare und schrieb allen VermieterInnen in der näheren Auswahl, ob sie „bikes“ hätten.

Wanna live here?

Daraufhin wurde ich gerügt, dass wir doch wohl keine Motorräder haben wollen und ich besser „bicycle“ schrieb. Hups, da war die Hälfte der VermieterInnen schon kontaktiert.
Die wiederum im Sekundentakt antworteten, dass wir Räder haben könnten: Eigene, Ersatzräder, die von den großen Kindern (vielleicht meinten sie auch Motorräder: eigene, Ersatzmofas oder die von den Kindern?).
Ha!
Und dabei hatten all die Auto-fixierten Fotos von Garagen in den Anzeigen nahegelegt, dass eh niemand jemals in diesem Land Rad fuhr.
Was soll ich sagen?
Klappe halten, Gott machen lassen, schon sind mehr Räder und damit mehr Ferienhäuser zur Auswahl, als wir jemals brauchen.

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Norwegen ohne Auto: Aktivitäten rund um Volda nahe Alesund

Volda ist eine kleine Stadt südlich von Ålesund, direkt um die Ecke liegt ein Flugplatz, der mehrfach täglich von Oslo angeflogen wird. Diverse Buslinien und zwei Fähren verbinden Volda mit der Umgebung. Wer ohne Auto unterwegs ist, findet hier Ausflugstipps und Ideen für Unternehmungen. Massentourismus ist Volda komplett fremd, aber (fast) alle sprechen fließend und gerne englisch. Es gibt sogar einen Skilift, sodass neben dem in Norwegen üblichen „Querfeldein-Langlauf“ auch Abfahrtsski praktiziert wird.

1.) Den Hausberg von Volda, Rotsethornet, hinauf klettern: Von 0 m auf  570 m
Der Rotsethornet erhebt sich steil hinter Volda am Fjord. NorwegerInnen deklarieren ihn als „leichte Wanderung für Familien mit Vierjährigen, locker für einen Nachmittag machbar, Lebensgefahr“. Ja, so sind sie, die NorwegerInnen: Berge, an deren Felsen man sich mit Seilen und Metallketten hochziehen muss, sind „für Kleinkinder leicht machbar“. Als Nächstes verweisen sie auf die Lebensgefahr an den Hängen zum Fjord hin und erwähnen nebenbei, dass dort schon mehrfach Wandernde in den Tod gestürzt sind. Ja klar.

Also, der Rosethornet ist steil und für Ungeübte nur mit Klettern auf allen Vieren zu erklimmen. Der Ausblick ist wunderbar, wenn es nicht spontan regnet und die Landschaft im Nebel verschwindet – aber das gilt für alle Gipfel in der Region. Auf halber Strecke gibt es eine Schaukel, mit der man fast über den Abgrund schaukeln kann.

2.) Mit der Folkestad-Fähre über den Fjord und den Kornbegsveten hinauf, vorbei am überhängenden Felsen Galten: Von 0 m auf 577 m
Von Volda aus fährt die Folkestad-Fähre in 12 Minuten über den Fjord. An Bauernhöfen vorbei geht es deutlich sanfter als den Rotsethornet hinauf. Der Zwischengipfel Galten lädt zu Fotos über dem Fjord ein. Hinter dem Gipfel des Kornbegsveten liegt eine offene Hütte, in der man sich unterstellen, am Feuer Kaffee kochen und sogar übernachten kann (zumindest sah es schwer nach einem hölzernen Bettgestell aus). Dahinter geht es deutlich steiler auf einem schwer zu erkennenden Pfad zurück zum Fjord hinunter: Soweit möglich den roten Punkten folgen und die Trampelpfade der Schafe nutzen.

3.) Den Melshornet zwischen Volda und Ørsta hinauf wandern: Von 0 m auf 807 m
Von Volda aus beginnt die Wanderung auf den Melshornet entspannt über Schotterwege im Wald. Bald bleiben die Fichten zurück, durch offenes Land führt die Schotterstraße bis zu einem See und einigen (leider verschlossenen) Hütten, die versprengt in der Umgebung liegen. Nach dem See geht es deutlich steiler bergauf, der Weg zum Gipfel besteht später nur noch aus Felsen. Wer einen anderen Weg als die Schotterpiste zurück nach Volda nehmen möchte, folgt den roten „Stikk ut!“-Pfeilen durch sumpfiges Gebiet auf extrem schmalen Pfaden. Einen Weg nach Ørsta hinab haben wir nicht entdecken können.

4.) Mit dem Rad den Voldafjord Richtung Ørsta fahren
Wir starten in Volda am Hafen und folgen der Straße Berkneset den Voldafjord entlang um die Spitze und hinein in den Ørstafjord auf dem Sjøvegen. Links schauen wir über die Fjordlandschaft, rechts ragen die Berge hoch oder es öffnen sich Wiesen mit Bauernhöfen. Zwischendurch pflücken wir Johannisbeeren am Straßenrand und kommen an freilaufenden Hühnern vorbei. Die E39 nehmen wir als Rückweg nach Volda, vorbei am Flughafen Hovden.

5.) Mit dem Bus nach  Ålesund
Die Altstadt von Ålesund brannte 1904 in einer einzigen Nacht lichterloh und wurde anschließend im Jugendstil wieder aufgebaut. Ålesund liegt über mehrere Inseln verteilt kurz vor dem Atlantik, sodass der Blick vom Stadtberg Aksla bis zum Meer schweift. Die Stadt kann gut zu Fuß erkundet werden, nur zum wirklich sehenswerten Aquarium, das 3,7 km außerhalb des Zentrums liegt, zieht sich der Weg etwas. Von Volda aus fährt ein FRAM-Bus mit Fähre und durch Tunnel bis nach Ålesund: Einmal einsteigen, am Ziel wieder aussteigen, sehr zuverlässig.

6.) Mit dem Bus nach Runde
Die Vogelinsel Runde liegt nahe Ålesund im Atlantik. Mit zwei bis drei Mal umsteigen fahren Busse ab Volda nach Runde, dabei überqueren wir die Inselketten mit Brücken und durch Tunnel. Wer zum Runde Fyr (Leuchtturm) und den Vogelfelsen möchte, steigt an der Endstation aus. Ab dem Campingplatz beginnt der Wanderweg über die grasige Insel. Wer wegen der Papageitaucher herkommt: Sie brüten von April bis Ende Juli / Anfang August, den Rest des Jahres leben sie draußen auf dem Meer.

7.) Mit dem Bus nach Nordfjordeid
Diese Tour haben wir nicht unternommen, sie stand aber noch auf dem Plan: Nordfjordeid liegt am Ende des namensgebenden Nordfjords. Die kleine Stadt ist das Zentrum der Fjordpferde, der berühmtesten norwegischen Rasse. Ein süßes historisches Stadtviertel und ein frisch eröffnetes Museum zum größten bisher gefundenen Wikingerboot laden zum Entdecken ein. Wie immer fährt ein FRAM-Bus, entweder mit Fährfahrt nach Folkestad und von dort aus per Bus oder im weiten Bogen mit Umsteigen nach Nordfjordeid.

 

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Ausflug von Hamburg nach Husum und Friedrichstadt

Mit der Bahn kommen Hamburgerinnen ganz einfach nach Husum und Friedrichstadt: Der Zug fährt direkt am Hafen entlang (Bild oben). Wer schlau ist, schaut vorher in den Tidenkalender und plant den Besuch in Husum entsprechend: Ein Spaziergang am Deich ist bei Hochwasser natürlich am Schönsten. Je nach Ankunftszeit bietet es sich entweder an, bei Flut zuerst ans Meer zu laufen und dann die Stadt anzuschauen oder bei Ebbe umgekehrt.


Ich bin so gern am Meer, weil es dort immer friedlich ist. Natürlich zeigt sich das Wetter nicht immer so windstill und warm wie hier, aber selbst im Sturm fühle ich mich an der Küste tief im Inneren von Frieden erfüllt.


In Husum wird friesisch beschildert und die Homepage von Friedrichstadt lädt stolz mit einem „Vi taler dansk!“ dänische BesucherInnen ein. Hier in Schleswig-Holstein sind wir wahnsinnig international unterwegs… 😉

Kunst an der Küste: Wind-Hosen aus verblichenen Jeans, auf Metallgerüste gezogen. Schön surreal, besonders, wenn das Meer so spiegelblank liegt und mit dem Himmel verschmilzt…

In Husum fand während unseres Besuchs gerade ein Flohmarkt entlang des Hafens statt, sodass zwischen den Eiscafés und Fischbrötchen-Wagen ganz besonders viel los war. Vom Hafen aus geht es in die Altstadt und auf den Marktplatz an der Marienkirche. Auch hier sind die Schlauen klar im Vorteil, wenn sie vom Marktplatz aus in den Schlossgang einbiegen und durch die kleine Gasse eine Abkürzung direkt zum Schloss finden. Im Schlosspark blühen in jedem Frühjahr überwältigende Flächen von Krokussen. In den Kopfsteinstraßen der Altstadt laden viele gemütliche Cafés und Teegeschäfte zum Verweilen ein, und ich fand die bisher höchste Dichte von Woll- und Nähgeschäften.

Jede Stunde fährt ein Zug wieder Richtung Hamburg, sodass es sich anbietet, zehn Minuten lang Richtung Süden bis zur nächsten Station nach Friedrichstadt zu fahren und die niedliche Holländerstadt zu entdecken. Am Kanal steht dieses wunderhübsche norddeutsche Haus, einmal von vorn und von der Seite fotografiert. Gleich daneben schließen sich klassisch holländische Reihenhäuser an.

Rund um die Altstadt ziehen sich Kanäle, die sich aus der Treene speisen. Über viele Holzbrücken sind einzelne Straßenzüge miteinander verbunden. Die steinerne Brücke über den Mittelburggraben führt zum historischen Marktplatz.

Während des Tageslicht langsam abnahm, fühlte ich mich die ganze Zeit wie im Urlaub und fragte mehrfach, nur halb im Scherz, meinen Mann nach einer passenden Übernachtungsmöglichkeit. Natürlich wollten wir mit dem Schleswig-Holstein-Ticket noch nach Hause zurück fahren, dennoch sang ich durchgehend „Var ska vi sova i natt“ (Wo sollen wir heute Nacht schlafen?). Der Zug nach Hause wurde von französischen Touristen belagert, sodass unser Tag vom friesischen Verkehrsschild über dänische Tagesgäste in holländischen Städtchen gebührend international zu Ende ging.

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Wohlfühlen in Finnland: So geht ´s

Vor dem ersten Urlaub in Finnland stellen sich viele Fragen:
Wie ist das Klima?
Wie wahr die Legende von den mörderischen Mücken?
Sind die Nahrungsmittel so teuer wie im übrigen Skandinavien?
Und ist in dem zweitleersten Land Europas mit großen Distanzen zwischen den Dörfern ein Urlaub ohne Auto möglich?  Hier möchte ich Antworten teilen, weitere Tipps für Helsinki, Turku, die Schäre Kimitoön / Kemiösaariund die Schären generell finden sich in den verlinkten Artikeln.

Wer meint, in Finnland herrsche ganzjährig Bodenfrost, sollte einen Blick auf die Karte werfen: Helsinki und Stockholm liegen fast auf dem gleichen Breitengrad. Sommer sind hier tatsächlich wärmer, als viele vermuten. Dass die Tage gefühlt ewig dauern, weil die Sonne kaum untergeht, sorgt für ein besonderes Freiheits- und Lebensgefühl. Das Beweisbild aus dem Küchenfenster zeigt: Erst am Abend (erkennbar an den dunklen Bäumen und dem hellen Himmel) sinkt die Temperatur nach 20:00 Uhr langsam von der 30° C-Marke.
Dennoch sollten bei jedem Skandinavien-Urlaub ein Pullover, Regenjacke und Regenhose dabei sein. Wir haben sie nur einmal für eine halbe Stunde gebraucht, aber da inzwischen die Flugzeuge derart tiefgekühlt sind, wird der Pullover auf jeden Fall beim An- und Abflug nötig. Sonnencreme und Mückenspray haben wir von zu Hause mitgebracht, da wir nicht wussten, wie gut der Dorfladen ausgestattet ist. Das Mückenspray war tatsächlich sehr nötig, das „deutsche Zeug“ wirkte gut – auch wenn andere Reisende behaupten, man sollte sich mit örtlichem Giftspray einreiben.

Unterwegs mit dem Rad haben wir auf dem Hinweg zwei Stullen in der Plastikdose, auf dem Rückweg sammeln wir in jedem Land Obst. In Finnland primär Blaubeeren, auch Himbeeren und Brombeeren hätte es gegeben. Morgens zum Frühstück, als Backzutat oder mit Milchreis: Jede Verwendung ist köstlich. Die horrenden Preis für Obst und Gemüse motivieren sehr, sich eigene Früchte zu suchen und zu pflücken.

Alle lassen tagsüber die Haustür sperrangelweit offen und nachts wird sie lediglich ins Schloss gezogen. Das Abschließen von Türen, Autos und Rädern ist in Finnland genauso überflüssig wie im restlichen Skandinavien. Zu Beginn hatte ich Angst, dass jede Menge Waldmäuse über die Schwelle gehüpft kommen und in unserer Küche wohnen, wo sie unser teuer erworbenes Essen anknabbern. Mücken sirren und Spinnen krabbeln schnell in allen Zimmern, aber Mäuse fanden tatsächlich nicht den Weg ins Haus. Insofern ließen wir irgendwann auch ganz entspannt die Tür dauer-offen, wie das Foto oben zeigt.

Die herrlichen Abtropf-Schränke, die es auch in Schweden gibt, sind eine lustige Erfindung: Geschirr abwaschen, Schrank öffnen, nasses Geschirr ins Abtropfrost stecken, Türen schließen, draußen Spaß haben, später trocken wegräumen. Und es sieht durch die geschlossenen Schränke, hinter denen sich der (saubere) Abwasch verbirgt, immer ordentlich aus!

Wer längere Zeit als einen Urlaub im Holzhaus bleibt und daher einen Briefkasten braucht: Er befindet sich in kleinen Dörfern nicht am Haus, sondern gesammelt an der Landstraße mit allen anderen Briefkästen der Siedlung. Natürlich stehen sie alle offen, sodass theoretisch alle Nachbarn bestens über alles informiert wären. Aber die SkandinavierInnen lassen sich gegenseitig ihre Freiheit… Und außerdem braucht sich heute niemand mehr Erotik-Kataloge oder ähnlich sensible Poststücke schicken lassen, schließlich ist das Internet noch auf dem letzten Felsen der hintersten Schäre sehr schnell und sehr stabil! Besser als in Deutschland allemal.


Finnische Überlandbusse sind hervorragend:
Pünktlich, mit sehr netten FahrerInnen bei fairen Preisen, und selten voll besetzt. Wenn der Bus den Flughafen verlässt, sind noch viele Plätze belegt. Draußen auf den Dörfern fährt maximal eine Handvoll Leute mit. Es handelt sich also eher im üppige Großraumtaxis für drei Personen 😉  Und das Gepäck wird immer sehr liebenswürdig und vorsorglich von den FahrerInnen unten im Bus verstaut, hier muss sich kein Fahrgast bücken oder abschleppen!


Auf dem örtlichen Wochenmarkt, den es in größeren Orten oder in der Stadt gibt, kaufen FinnInnen Erbsen als „Snack auf die Hand“. Die Erbsen werden bei einer Pause im Park direkt aus der Schote geknabbert. Alle Waren werden als Liter mit Metallkrügen abgewogen und verkauft. 90% des Angebots stammt aus Süd- und Osteuropa, einheimische Erzeugnisse werden extra mit finnischen Fähnchen bestückt. Auf dem Markt ist es natürlich, genau wie in Deutschland, preiswerter als im Supermarkt. Wer im Schärengarten unterwegs ist, kann schwedisch sprechen, alle anderen machen sich auf englisch verständlich. Denn wer kann schon finnisch sprechen?!

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Ausflüge rund um Hamburg: Lustig durch Lauenburg

Lauenburg eignet sich als Ausgangspunkt und Ziel einer Radtour hervorragend. Unter der Bedingung, dass das Rad außerhalb der Altstadt geparkt wird: Das Kopfsteinpflaster bricht (gefühlt) jede Speiche und jeden Knochen. Backsteinhäuser und Fachwerkkaten reihen sich entlang der alten Gassen eng aneinander. Töpfereien, Werkstätten und Cafés laden zum Eintreten ein.

Ganz offensichtlich wohnt hier „Lotta aus der Krachmacherstraße“, denn genauso hat Astrid Lindgren deren Zuhause in einer windschiefen, ansteigenden kleinen Straße beschrieben.

Die „Promenade“ an der Elbe ist ein buckliger Zementweg, weit entfernt von allem, was wir sonst unter Promenade verstehen. Dafür ist das Wasser der Elbe zum Reinfallen nah…

Eine Terrasse oberhalb des Stroms mit Bänken und Café gibt es dann doch jenseits des holprigen Wegs am Elbufer. Hier steht die Statue des „Rufers“, der, wenn ich mich richtig erinnere, damals das Boot am anderen Elbufer herbei gerufen hat.

Die sogenannte Askanierblick ist ein Aussichtspunkt am alten Rathaus und Schloss, von dem der Blick weit über das Urstromtal der Elbe schweift.

Natürlich gibt es auch eine wunderschöne Kirche, während eine andere Kapelle auf unserer Route entlang der Deiche mit vielen liebevollen Angeboten für Passanten zum Verweilen einlud.

Wir wechselten von Lauenburg aus die Elbseite: Von Schleswig-Holstein nach Niedersachsen. Dort radelten wir immer am Elbdeich entlang. Vorbei an einer Windmühle, vielen Schafen, blühenden Apfelbäumen, Kuh- und Schweineställen und diversen Reiterhöfen.

So folgten wir dem Strom Richtung Mündung, bis wir in Stöckte ankamen. Dort nahmen wir einen Schlenker entlang von Storchenwiesen, bis wir Winsen-Luhe erreichten und hier in den Regionalzug zurück nach Hamburg stiegen.
Wer gern radelt, fährt von Hamburg aus bis Büchen mit dem Zug. In Büchen beginnt die Tour am Elbe-Lübeck-Kanal entlang bis Lauenburg und von dort aus führt der Weg bis Lüneburg – oder in entgegen gesetzter Richtung.
Wer es gemütlicher mag, steigt in Büchen in den Zug Richtung Lüneburg um und verlässt die Bahn in Lauenburg.
Eis-Cafés und Konditoreien gibt es ebenso wie gelegentlich einen Supermarkt unterwegs entlang der Strecke, sodass niemand hungern und darben muss. Wobei unser mitgebrachtes Picknick auf dem Elbdeich definitiv ein Höhepunkt war. Neben dem Kuckuck, der uns während der 50 Kilometer entlang des Stroms beharrlich verfolgte….

Weitere Ausflüge rund um Hamburg: Schwerin, Travemünde, Stadtpark Norderstedt, unterwegs in Ostholstein

 

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Reisebericht: Ausflug von Dublin nach Howth

Dublin erleben macht Spaß, die pulsierende Stadt strengt die erholungsbedürftigen Reisenden aber auch an. Damit sich im Urlaub Augen und Ohren nach dem Trubel endlich entspannen können, fahre ich gern raus ins Grüne. So zum Beispiel mit der DART-Bahn auf die Halbinsel Howth.
Am Wochenende findet schräg gegenüber des Bahnhofs der „Farmersmarket“ statt, der diverse Buden mit Würsten, Kuchen usw. bietet, nur keine bäuerlichen Produkte. Um sich für ein Picknick einzudecken liegt er günstig auf dem Weg…

Rechts am Farmersmarkt entlang, quasi ein Stück der zuvor gefahrenen Bahnstrecke rückwärts gehend, biegt kurze Zeit später der Weg zum Castle ab. Vorbei an einer alten Dorfkirche steigt der Weg bergauf zum Castle und weiter zum Golfplatz. Rechts am Clubhaus vorbei betreten wir nach wenigen Schritten eine verwunschene Welt: Den Urwald von Howth, selbst im März grün und üppig.

Erste Rhododendren blühen in luftigen Höhen, riesige Palmen und haushoch wuchernde Farne säumen den schmalen, feuchten Weg. Wir rutschen den matschigen Pfad entlang und folgen den Geräuschen des gluckernden Wassers.

Kleine Bäche plätschern und glitzern im Sonnenlicht, kurz darauf entdecken wir ein altes Grab. Zusammengebrochen unter der Last der Jahrhunderte…

Durch Pinien, Kiefern und Rhododendren steigen wir bergauf und klettern um Felsen, bis wir plötzlich im Sonnenschein zwischen blühendem Ginster auf der Kuppe stehen.

Von einer Bergkuppe zur nächsten laufen wir durch Heide und Ginster, bis wir zum Küstenwanderweg bergab steigen. Einmal auf dem Küstenweg gelandet, brauchen wir ihm nur noch Kilometer für Kilometer um die Klippen von Howth bis in den Ort und zum Hafen folgen.

Vorbei am Leuchtturm und steil abfallenden Felsen betrachten wir kreischende Möwenkolonien, die auf halber Höhe nisten. Weit unter uns am Meeresufer laufen Menschen am Strand entlang und suchen Spuren des Wasserfalls, der über ihnen von der Klippe rinnt.

Mit der Abendsonne kommen wir im Hafen an und schauen über die Ruine von St. Mary auf die Segelboote.

Im Hafenbecken tauchen immer wieder zwei Kegelrobben auf, während wir die Kaimauer entlang Richtung Leuchtturm laufen. Und dann zurück zum Bahnhof umkehren, um gemütlich mit der DART wieder zurück in Dublins City zu fahren.

Ideen für Dublins Innenstadt und wunderschöne Parks habe ich hier vorgestellt. In Kürze folgt der dritte Teil: Dublin kulinarisch.
Und hier geht es zum Powerscourt Castle.

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Ausflüge rund um Hamburg: Stippvisite in Schwerin

 

Kurz vor Weihnachten stahlen wir uns aus Hamburg davon – für einen Tagesausflug nach Schwerin.

 

 

Schwerin hat eine wunderschöne Altstadt sowie diverse prächtige historische Bauten, in denen die Ministerien der Landeshauptstadt untergebracht sind. Zahlreiche kleine Gassen sowie die vielen Seen rund um die Stadt sorgen für ein ganz besonderes Flair.

 

 

Auch Handwerk und kleine Manufakturen gibt es überraschend zahlreich: Töpfereien, eine Drechslerei, der Verkauf von Produkten aus einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung, Blumenläden, handwerkliche Bäckereien und viele mehr. Auf dem Wochenmarkt besorgten wir frisch geräucherten Fisch.

 

 

Der Weihnachtsmarkt zog sich fast durch die ganze Altstadt, immer wieder stolperten wir über Plätze mit weiteren Buden.
Auf jeden Fall kommen wir im Frühsommer noch einmal wieder, vielleicht mit dem Fahrrad, um die Seen zu erkunden.

 

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Engel im Einsatz

Vor kurzem wurde meine Kollegin mir zum Engel, und das war so:
Morgens früh war eine Lok auf der Strecke entgleist, die ich täglich zur Arbeit nehme. Trotzdem kam ich pünktlich in der Praxis an. Abends fragte ich meine Kollegin, als wir beide am Aufräumen waren, ob wir zusammen mit der S-Bahn fahren. Sie war jedoch mit dem Auto gekommen, sodass wir uns auf dem Parkdeck trennten. Ich spurtete zur S-Bahn, die in diesem Moment einfuhr, und sprang gerade noch hinein. Doch statt los zu fahren, kam eine Durchsage, dass die Bahn aufgrund der Bergungsarbeiten noch fünf Minuten warten müsse. Einige Zeit später folgte die Information, dass der Zugverkehr bis auf Weiteres komplett eingestellt sei und ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet würde. So strömten mehrere Hundert Menschen nach unten auf die Kreuzung, wo alle irritiert warteten. Nach kurzer Zeit wurde deutlich, dass die Busse noch lange brauchen würden, bis sie kämen – und dass längst nicht alle in die Busse passen würden. Ich ärgerte mich, dass ich nicht meine Kollegin gefragt hatte, ob sie mich im Auto mitnimmt – so hätten wir eine Runde schnacken können und ich hätte nicht draußen vor den Toren Hamburgs festgesessen.
Da es sehr kalt und windig war, hatte ich keine Lust, unnötig lange draußen im Dunkeln zu stehen und stellte mich in einer Drogerie unter. Während ich dort im Warmen stand und meine letzte Birne aß, betrat plötzlich meine Kollegin das Geschäft – ich dachte, sie sei längst auf der Autobahn. Beide waren wir ganz überrascht, uns zu sehen, weil wir von der jeweils anderen angenommen hatten, sie sei schon in der Stadt.
Sie erzählte, dass ihr Freund gerade angerufen habe, als sie losfahren wollte und ihr noch einige Einkäufe aufgetragen hatte. Zuerst wollte sie in die Drogerie und dann in den Supermarkt, änderte die Reihenfolge jedoch – wäre sie bei ihrem Plan geblieben, hätte wir uns nicht getroffen.
Wir waren beide ganz aus dem Häuschen, weil das Zeitfenster, in dem wir uns zufällig hätten treffen können, so klein war – und weil wir durch verschiedene Zufälle einander doch wieder über den Weg gelaufen waren. Hätte ich nicht in der Drogerie gestanden, sondern nebenan beim Bäcker, hätte ich sie verpasst.
Unendlich viele Möglichkeiten bestanden, und nur ein einziger „Zufall“ machte es möglich, dass ich an diesem Abend doch warm und zügig nach Hause kam.
Ich bin sehr sicher, dass Gott dafür gesorgt hat.