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Glücksrezept, vierte Zutaten

 

Ein weiteres Zitat aus Maike van den Booms schlauem Buch  „Wo geht´s denn hier zum Glück? Meine Reise durch die 13 glücklichsten Länder der Welt und was wir von ihnen lernen können“:

>> Ich fahre stundenlang auf den endlosen Straßen Kanadas, Australiens, Finnlands und Schwedens. Kein Mensch, kein Haus. Wie erfrischend. Wie allein. Wie fein. Wir sind ganz schön viele Menschen in Deutschland, denke ich während meiner Reise immer öfter.
Immer und überall ein Haus. Ständig. Im dicht besiedelten Deutschland müssen wir uns mehr Mühe geben, Ruhe und übermächtige Naturerlebnisse zu finden. Denkt auch Nils, ein 31-jähriger Student, der seinen Sohn im Kinderwagen durch Göteborg schiebt:
„Die Deutschen sollten die Natur mehr schonen, damit sie diese unberührter erleben können. Sie sollten nicht so viele Häuser und Straßen bauen.“
Wie? Keine freie Fahrt für freie Bürger? Mir wäre inzwischen freie Natur für freie Bürger lieber. Steffi, die freche Berlinerin aus der Schweiz, berlinert fröhlich drauf los:
„Also ich denke, dass die Schweizer so glücklich sind, weil sie so viel Natur haben. Sehr viele Berge rundherum, die Balsam für die Seele sind. Es ist ein kleines Land, es gibt hier nicht so viele Menschen, es ist nicht so übersiedelt. Hier hat man einfach mehr Platz und mehr Freiheit als in Deutschland.“<<

 

Die Zutaten für das erste, das zweite und das dritte Glücksrezept erschienen hier.

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Immer für Überraschungen gut

Fensterbank

 

Das Leben ist immer für Überraschungen gut.
Unsere Fensterbank im Wohnzimmer illustriert das:
Der rote Krug ist ein Fundstück „von nebenan“. Bei uns im Viertel leben ganz normale Leute, weder arm noch reich, irgendwo in der gesunden Mitte. Wer bei sich aufräumt, stellt die ausrangierten (intakten) Gegenstände mit einem Schild „Zu verschenken“ vor die Tür oder neben die Mülltonnen. So kam ich zu diesem Prachtstück von Glaskrug, echte Handarbeit. Er steht als roter Akzent fast durchgehend auf der Fensterbank, um den tatsächlichen roten Faden der Inneneinrichtung fortzuführen.
Was ist dir schon in die Hände gefallen, wofür du nichts getan hast und dankbar bist?

Die Sukkulente wurde mir von einer trendbewussten Freundin geschenkt. Obwohl ich eigentlich der „florale Typ“ bin und mir sachlich-schlichten Pflanzen fremd sind, wurde das Geschenk das Herzstück einer skandinavisch wirkenden Gestaltung auf der Fensterbank.
Was ist dir vor die Füße gelaufen, womit du erst nichts anfangen konntest und jetzt dankbar darüber bist?

Von einer Patientin bekam ich vor langer Zeit den rustikalen kleinen Topf mitsamt kleiner Narzissen. Ich fand ihn bisher oft zu klein, aber für den Hauswurz passt der Topf perfekt.
Welche Kleinigkeiten hast du bisher zu wenig geschätzt?

Die beiden kleinen Hauswurz-Exemplare stammen aus diesem selbstgemachten Gesteck. Genau die beiden Kleinen machen aus dem einzelnen Blumentopf eine interessant wirkende Gruppe.
Welche „kleinen“, unauffälligen Personen in deiner Umgebung tragen wesentlich zum Gelingen deiner Arbeit, deines Freundeskreises, deiner Familie bei?

Die wunderschöne, künstlerische blau-weiße Vase stammt aus einem skandinavischen Geschäft in Cuxhafen. Ich liebe die Glasbläsereien in Dänemark und Schweden, nur die stolzen Preise halten mich ab. Umso mehr freute ich mich, bezahlbare Gebrauchskunst zu entdecken und hüte diese Vase seit Jahren.
Welchen Schatz besitzt du schon lange und könntest in mal wieder entstauben, um dich daran zu freuen?

Die Tänzerin entspricht einerseits einem persönlichen Motto von mir, das sie mir als Erinnerung plastisch vor Augen hält. Andererseits wünsche ich mir seit langem eine „echte“ Skulptur, handgemacht. Die Tänzerin gilt als Annährung an diesen Wunsch, mal schauen, wann er sich erfüllt…
Welchen Wunsch möchtest du dir, bei aller Dankbarkeit über dein Leben, noch erfüllen?

 

Fensterbank im Regen

 

Die Gestaltung der Fensterbank und meine Gedanke teile ich heute bei Rund ums Weib.

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Dankbar für all das Schöne

Federn

 

Ich will bewusst auf die guten Erfahrungen achten, die ich mache,
und dankbar sein für all das Schöne, das mir begegnet.

Susanne Breit-Keßler

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Wolltest du Gott Danke sagen
für jede Freude,
du fändest keine Zeit mehr,
noch über Leid zu klagen.

Arno Backhaus

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Feder im Teich

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Lebensgeschenk

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Gott hat sich mit der Schöpfung der Welt wirklich, wirklich viel Mühe gegeben.
Oft merken wir es nicht, weil wir uns so vom Alltag absorbieren lassen. Aber wenn wir einen Schritt zurücktreten oder sogar das Glück haben, für ein paar Tage aussteigen zu können – spätestens dann entdecken wir es wieder. Allerspätestens dann fällt uns ein, uns bei Gott zu bedanken – vom Geschenk des Lebens bis zum Olivenbaum, unter dem wir sitzen. Dabei ist unser Leben so viel mehr „Danke!“ wert. Gut, wenn uns besondere Momente daran erinnern. Wunderbar, wenn ein paar Tage Urlaub dran sind… Denn auch Ruhe ist ein Geschenk Gottes.

 

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Ich danke Gott und freue mich

Täglich zu singen

Ich danke Gott und freue mich
Wie′s Kind zur Weihnachtsgabe,
Dass ich bin, bin! Und dass ich dich
Schön menschlich Antlitz habe;
Dass ich die Sonne, Berg und Meer,
Und Laub und Gras kann sehen,
Und abends unterm Sternenheer
Und lieben Monde gehen.
Und dass mir dann zu Mute ist,
Als wenn wir Kinder kamen
Und sahen, was der heilge Christ
Bescheret hatte, Amen!

Ich danke Gott mit Saitenspiel,
Dass ich kein König worden;
Ich wär geschmeichelt worden viel
Und wär vielleicht verdorben.
Auch bet ich ihn von Herzen an,
Dass ich auf dieser Erde
Nicht bin ein großer reicher Mann,
Und wohl auch keiner werde.
Denn Ehr und Reichtum
treibt und bläht,
Hat mancherlei Gefahren,
Und vielen hat´s das Herz verderht,
Die weiland wacker waren.

Denn all das Geld und all das Gut
Gewährt zwar viele Sachen;
Gesundheit, Schlaf und guten Mut
Kann’s aber doch nicht machen.
Gott gebe mir nur jeden Tag,
So viel ich darf zum Leben,
Er gibt′s dem Sperling auf dem Dach;
Wie sollt′ er′s mir nicht geben!

Matthias Claudius
(* 15.08.1740, † 21.01.1815)

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Bemerkenswert ist, dass Matthias Claudius in Zeiten lebte, die große politische und wirtschaftliche Umwälzungen erfuhren: Europa wurde nach Napoleons Schlachten neu geordnet, und mit dem Siegeszug der Dampfmaschine schritt die Industrialisierung zügig voran. Claudius hatte eine große Familie und war finanziell stets sehr eingeschränkt. Dennoch die tiefe Dankbarkeit in seinen Liedern zu erleben, ist ein starkes Zeugnis.

Die für mich schönste Vertonung des Gedichts stammt von Jürgen Werth. An dieser Stelle würde ich zum Reinhören gern einen Link zu Youtube einfügen, leider ist seine Melodie zu Claudius´ Text nicht öffentlich zugänglich.

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Kreative Idee für Kinder: „Danke!-Konfetti“

Als kindgerechte Möglichkeit, Erntedank zu feiern und über Gottes Segen nachzudenken, entstand die Idee des „Danke!-Konfetti“. Aus buntem Papier werden Kreis ausgeschnitten. Gemeinsam überlegen Eltern und Kinder, wofür sie in diesem Jahr dankbar sind: Freunde im Kindergarten, überstandene Windpocken, erholsame Ferien, gesunde Haustiere, ein erfolgreicher Umzug, Besuche bei den Großeltern, Mamas Arbeitsstelle, Papas neues Hobby, Bewahrung auf Autofahrten usw. So geben sich Kinder und Erwachsene gegenseitig Einblick in ihr Erleben des bisherigen Jahres und ihre Dankbarkeit.

Diese Gründe zum Danken werden auf den Kreisen festgehalten: Mit Zeichnungen und Worten, je nach Alter und Können. Die bunten Kreise werden mit Fäden an Zweigen oder an einem gut sichtbaren Ort in der Wohnung aufgehängt. Im abschließenden Gebet danken alle Gott für seinen Segen und seine „Geschenke“ an uns. Das ist eine Runde „Danke!-Konfetti“ wert!

KinderGartenDie Bildquelle ist The Graphics Fairy.

Weitere Impulse für Kindergruppen:

Frühjahrsputz im Herzen
Wie leben wir Christen Gemeinschaft?
Großzügigkeit: Weihnachten im Schuhkarton für arme Kinder
Fasching: Wollen wir echt sein oder Masken tragen?
Pfingsten: Den Heiligen Geist kindgerecht erklären

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Später. Das heben wir uns für einen besonderen Moment auf.

Vor Kurzem haben mein Mann und ich erlebt, was es bedeutet, sich „etwas Besonderes für später aufzuheben“: Der Likör meines Mannes verlor an Geschmack und verwandelte seine Konsistenz, meine raffinierten Teemischungen aus dem Urlaub dienten als Zuhause für winzige Lebensmittelschädlinge. Seitdem herrscht nach einer Vorrats-Razzia ein strenger Essiggeruch in der Küche, der vom Auswischen der Schränke herrührt.

Wer kennt das nicht? Die teuren Pralinen warten auf Ehrengäste, der besondere Wein auf einen romantischen Augenblick, die afrikanischen Gewürze aus den Flitterwochen auf ein passendes Gericht. Und was passiert? Während der Alltag uns im Griff hat, gehen die „Schätze“ im Vorratsschrank den Weg alles Irdischen und Vergänglichen. Bis wir eines Tages feststellen, dass die Leckereien an Aroma eingebüßt haben und besser zeitnah genossen werden sollten.

In diesem Sinne plädiere ich dafür, Gutes zu genießen, wenn es uns erreicht.  Nicht einen Grund zum Feiern abwarten: Wir brauchen keinen Arbeitsvertrag für unseren Traumjob unterschreiben, den Umzug in die neue elegante Wohnung vollziehen, die nächste Beförderung erleben, das erste Hochzeitsjubiläum bevorstehen haben, um etwas Schönes zu zelebrieren.

Das Leben ist hier und jetzt genießenswert. Die anwesenden Gäste sind die Ehrengäste. Die Partnerin / der Partner ist auch ohne Jubiläum oder inszenierte Romantik meine Aufmerksamkeit wert.
Jenseits von neuen Erfolgserlebnissen und vorzeigbaren Aufstiegen in finanzieller oder sozialer Hinsicht dürfen wir uns selbst so wertschätzen, dass wir uns einen kulinarischen „Schatz“ gönnen.

 

 

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Gut genug

 

Gut genug zu sein ist ein Fest für die Seele. Es ist wie Zu-Hause-Ankommen. Du atmest tief durch, die Tür fällt hinter dir ins Schloss, du hast genug getan. Du darfst du selbst sein.
Es ist jener Augenblick, wenn die nette innere Stimme nach vorn tritt und sagt:
„So ist es gut, das reicht so, wie es ist. Okay so!“
Es ist, als würden wir uns selbst mit den Augen eines guten Freundes (oder Gottes) ansehen, der uns liebt, auch wenn er um unsere Fehler weiß.
Der milde Blick des „gut genug“ bereichert das Leben. Denn sehr selten ist etwas nur gut oder nur schlecht. Aber wir sind daran gewöhnt, nach bester Qualität zu schauen. Jede neue Fernsehshow, jedes Automodell, jeder neue Mann im Leben schwebt zwischen Top oder Flop. Hit oder Niete. Weil aber top sehr selten ist, floppt das Leben so vor sich hin.
„Gut genug“ ist auch der Vorschlag, das Leben nicht zwischen „hammergeil“ und „derb scheiße“ zu vergeuden.

 

Psychologe Oskar Holzberg, aus „Die Sommer-Brigitte 2014“

 

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