aufmerksam, feminin, glaubhaft

Augen auf beim Männerkauf: Wen wir heiraten, bestimmt über das weitere Leben

„Augen auf beim Männerkauf“: Den Spruch zum Autokauf können wir wunderbar für die Partnerwahl umwandeln, finde ich. Denn der Mann (oder die Frau), den wir wählen, bestimmt darüber, welches Leben wir leben. Gemeinsam werden wir Entscheidungen fällen, Gewohnheiten entwickeln, unsere Prioritäten setzen. Mit wem wir zusammen ziehen, sollte also nicht nur eine Gefühlsentscheidung sein, weil das Gegenüber unseren Humor teilt, leidenschaftlich im Bett ist oder Geborgenheit bietet. Das mag für den Moment wahr und passend sein, aber was ist, wenn die Jahre ins Land gehen und wir uns plötzlich fragen, warum unser Leben ist, wie es ist?
Warum sind wir ständig knapp bei Kasse, obwohl beide gut verdienen?
Warum lasse ich als Frau plötzlich die Verhütung schleifen, obwohl ich nie Kinder wollte (oder warum bin ich plötzlich schwanger, obwohl ich nie Kinder wollte)?
Warum redet mein Partner dauernd vom Hauskauf, während ich eigentlich örtlich ungebunden bleiben und berufliche Experimente wagen wollte?
Warum sitzen wir seit 13 Jahren im tiefsten Schwarzwald fest, obwohl ich von einem unkonventionellen Leben in einer Kommune auf Rügen geträumt habe?
Ja, warum?


Weil Partnerschaft aus Billionen winziger Entscheidungen besteht.
Diese oft unbewussten Entscheidungen prägen uns und bestimmen, was wir essen, wo wir arbeiten, wie wir mit unserem Geld umgehen, wie wir unseren Körper behandeln, mit wem wir befreundet sind, wohin wir reisen und so weiter. Es sind schier unendliche Entscheidungen, die wir nebenher treffen, aus denen langfristig ein gemeinsames Leben als Paar besteht. Das wenigste davon absichtlich, aber: Provisorien halten oft am Längsten, wie eine Freundin kürzlich meinte.
Und plötzlich sitzen wir mit drei Kindern, Dackel und Ehemann hochverschuldet in einem Eigenheim im Schwarzwald und helfen ehrenamtlich bei Wandertagen und Bastelnachmittagen. Stattdessen dachten wir irgendwann mit 22 Jahren, wir würden nach dem Examen in verschiedenen Ländern weltweit erste Berufserfahrungen sammeln, um danach eine eigene Firma zu gründen. Oder auf Rügen in einer Kommune leben und Permakultur betreiben. Oder in der Großstadt geschäftsführende Partnerin in einer Medienagentur sein.
Nix internationale Erfahrungen, freie Liebe oder Karriere: Stattdessen sitzen wir in einem traditionellen Alltag im dörflichen Schwarzwald fest und fragen uns, ob dieser dickköpfige Macho an unserer Seite immer schon so war. War der nicht mal lässiger, intelligenter, spontaner und liebevoller? Oder haben wir diesen patriotischen, patriarchalischen „Ich habe Recht, und so machen wir das“-Anspruch früher einfach als tatkräftig und selbstsicher wahrgenommen?

Ich wundere mich oft, wie schnell Frauen in meinem Umfeld mit einem neuen Partner zusammen ziehen, während ich schon aus der Entfernung heftiges Bauchweh bekomme. Meist halten die Beziehungen nicht, obwohl so manche Frau krampfhaft schwanger werden will oder andere Großprojekte anfängt, um der Partnerschaft einen Basis und Gültigkeit zu geben.
Manchmal bekomme ich auch Bauchweh, weil ich sehe, wie ernst es dem Mann ist und denke: „Schätzelein, der wird in Kürze mit einem Verlobungsring vor dir stehen und ein eindeutiges JA erwarten. Ist dir das klar? Und willst du das? Vor allem: Willst du das die nächsten Jahrzehnte lang? So, wir der heute drauf ist, wird er voraussichtlich bis zum Lebensende drauf sein. Und was heute sexy ist, ist in zehn Jahren oft nur noch nervig. Willst du das bis zur letzten Konsequenz?“
Denn seine Einstellungen, seine Entscheidungen und seine Gewohnheiten werden dein Leben prägen. Egal, ob er dir gegenüber sanftmütig, gleichberechtigt oder dominant auftritt: Der ist so, der ändert sich nur marginal. What you see is what you get. Du bist ja auch so, wie du bist, und wirst nicht plötzlich eine ganz andere.
Also, Augen auf beim Männerkauf, denn damit legst du deine Zukunft fest. Umso mehr, wenn du nicht weißt, was du dir selbst von deiner Zukunft wünschst.

Besonders schön ist es, festzustellen, dass mein Ehemann und ich im Laufe der Jahre sowohl unbewusst als auch absichtlich aufeinander zu wachsen. Dass wir neue Perspektiven entdecken und unbekanntes Terrain erobern, weil es Freude macht, sich gemeinsam zu verändern und den Lebensweg miteinander zu gestalten. Und niemand unglücklich im Schwarzwald festsitzt. 😉

aufmerksam, feminin, kreativ

Liebesgruß am Frühstückstisch

Sich im Alltag liebevoll im Blick zu haben, finde ich schwer:
Die Geste soll spontan, herzlich und ehrlich sein. Aus ganzem Herzen, aber nicht übertrieben und künstlich. Es soll nichts kosten (und als ungewolltes Geschenk die Wohnung füllen), aber wertvoll sein. Und es soll nicht viele Worte benötigen, damit ich es nicht mit meiner frechen Klappe versauen oder meinen Mann durch ein „zuviel“ langweilen kann.

Jetzt lasse ich Eierköpfe sprechen, in der Hoffnung, damit nicht den falschen Ton zu treffen 😉
Wie drückt ihr eure Liebe aus?

aufmerksam, feminin, glaubhaft

Buchempfehlung: „Das wilde Herz der Ehe“ von Stacy und John Eldredge

Als Warnung vorab: Dieses Buch ist das mit Abstand beste Buch über gesunde und glückliche Ehen, das ich jemals gelesen habe. Wirklich. Und es ist eins der besten christlichen Bücher, das ich in den letzten Jahren in der Hand hatte. Garantiert.
Wenn ich also untypischer Weise sehr leidenschaftlich dieses Buch empfehle, liegt es daran, dass es mich absolut überzeugt hat. Und das kommt bei mir sehr selten vor.
Den Inhalt des Ratgebers in wenigen Sätzen verständlich und umfassend darzustellen, finde ich in diesem Fall sehr schwierig. Daher möchte ich einzelne Zitate für sich sprechen lassen:

„Mir wird bewusst, dass ich meiner Ehe ähnlich begegne wie meiner Gesundheit. Ich tue nur das Nötigste und hoffe, mit meiner Unvernunft und meinen Versäumnissen davon zu kommen, indem ich hier und da ein wenig Kommunikation und Romantik einstreue, so wie ich als eine Art Lebensversicherung ab und zu Vitaminpillen schlucke.“

„Und nun bedenken Sie Folgendes: Die Ehe ist der Zufluchtsort des Herzens.
Ihnen wurde das Herz eines anderen Menschen anvertraut. Egal, welche Mission Ihr Leben sonst noch hat – dieses Herz zu lieben und zu schützen, gehört zu Ihren größten Aufgaben.
Die Ehe beinhaltet das Privileg und die Ehre, dem Herzen eines anderen Menschen so nahe zu sein, wie man es überhaupt nur sein kann. Niemand sonst bekommt die Gelegenheit, so vertraut zusammen zu leben wie Mann und Frau in der Ehe. (…) Niemand übt einen größeren Einfluss auf die Seele Ihres Ehepartners aus als Sie. Niemand hat einen offeneren Zugang zum Herzen Ihres Ehepartners als Sie. Das ist eine ungeheure Ehre.“

„Verheiratet zu sein kostet Sie alles. Tränen. Schlaflose Nächte. Unglaubliche Verletzungen und Opfer. Die Ehe wird Sie dazu veranlassen, Ihr Herz und Ihre Seele, Ihre Sehnsüchte und Ihren Charakter genauestens unter die Lupe zu nehmen. Das tut weh. Das ist nicht leicht. Aber das wissen Sie ja bereits!
Natürlich kostet es uns alles, wenn wir lieben – denken Sie nur an das Kreuz. Doch die Liebe ist es immer wert.
Wir alle wissen, dass es schwer ist zu lieben. Die Ehe ist hart. Sie ist hart, weil sie angefeindet wird. Der Teufel hasst die Ehe. Er hasst das wunderschöne Bild von Jesus und seiner Braut, für das die Ehe steht. Er hasst die Liebe und das Leben und alles Schöne. Die Welt hasst die Ehe. Sie hasst Einheit und Treue und Ausschließlichkeit. Und auch unsere menschliche Natur ist in dieser Sache nicht unser Verbündeter – sie rebelliert dagegen, dass wir etwas anderes höher stellen sollen als uns selbst. Unsere menschliche Natur stirbt nur ungern.
Da haben Sie´s: Wir leben in einer großartigen Liebesgeschichte, die inmitten kriegerischer Auseinandersetzungen spielt. Wir brauchen einander – unbedingt.“

„Der erste große Schock der Ehe besteht darin zu entdecken, wie hart sie ist. Der zweite Schock folgt dem ersten meist auf dem Fuß: Beide Ehepartner sind ein ansehnlicher Scherbenhaufen. Warum muss er sich ständig verteidigen? Warum hat sie zu anderen Zeiten Lust auf Sex als er? Warum kann er keine Kritik vertragen? Warum klebt sie so an ihm? Was ist das für eine nur mühevoll unterdrückte Wut? Wo kommt diese Sucht her? Warum redest du nicht mit mir? Wer bist du überhaupt?!“

„Es beginnt damit, dass wir unsere Energie nicht mehr darauf verwenden, den anderen zu verändern (nach dem Motto: „Wenn du dich nur ändern würdest, könnte mein Leben so viel schöner sein!“), sondern Gott fragen: „Wo muss ich mich verändern?“

„So sind wir Menschen. Wir sind alle rissige Gefäße. Wie sandiger Boden. Wenn es ums Glücklichsein geht, ist unsere Seele wie ein Sieb, wie ein Reifen, in dem ein Nagel steckt, wie das Gedächtnis unseres Großvaters. Es scheint, als gäbe es in uns einen Obdachlosen, der mit seinem Einkaufswagen ziellos umher irrt.
Für eine Ehe ist das brutal.
Wir können den tollsten Sex haben, dass die Wände wackeln, aber ich will es am nächsten Morgen gleich wieder so haben. Das eine war gestern. Und was ist heute? Wir können die innigsten Gespräche führen, in denen unsere Seelen tief miteinander verbunden sind, doch Stacy will am nächsten Tag gleich so weitermachen.
Manchmal schaue ich Stacy morgens in die Augen, wenn sie die Küche betritt, und sehe ihre Frage: Ist mit mir alles in Ordnung? Stimmt unsere Beziehung? Und dann denke ich mir: Das gibt´s doch nicht. Wir hatten gestern so einen tollen Abend. Hat das denn überhaupt keine Bedeutung? Was braucht sie denn noch? Es kann einen mürbe machen. Immer noch nicht zufrieden?
Machen wir uns nichts vor: Wir sind unersättlich. In jedem von uns regt sich ein unermessliches Verlangen nach mehr. Eine schmerzliche Leere. Ein nicht enden wollender Hunger. Wenn wir uns nicht dessen bewusst sind und nicht wissen, wie wir damit umgehen sollen, wird unsere Unersättlichkeit großen Schaden anrichten.“

„Satan wird in der Bibel als äußerst aktive Bedrohung eingeschätzt, doch die wenigsten Menschen leben entsprechend. Mal im Ernst, wie viele Ehepaare kennen Sie, die bemerken, was Satan in ihrem Leben anrichtet, und die tatsächlich jeden Tag im Gebet dagegen angehen? Oder auch nur einmal in der Woche? Oder einmal im Monat?
Sie haben einen Feind. Ihre Ehe hat einen Feind.
Und ob Sie es glauben oder nicht, das ist eine gute Nachricht. Denn daraus folgt die Erkenntnis, dass Ihr Ehepartner nicht Ihr Feind ist.
Er ist nicht der Feind. Sie ist nicht der Feind. Wirklich nicht. (…)
Ja, manchmal fühlt es sich so an. Stacy und ich lebten jahrelang mit dem Gefühl ständiger Anklage. Sie „fühlte“ sich von mir angefeindet. Ich „fühlte“ mich von ihr angefeindet. Es war für uns eine ziemlich große Entlastung zu erkenne, dass dieses Gefühl, angeklagt und angefeindet zu werden, eigentlich nicht aus uns herauskam. Es kam von dem, den man nicht ohne Grund den „Ankläger“ nennt (Bibel, Offenbarung Kapitel 12, Vers 10).
Würde man uns zwingen, die „Top 3“ zu nennen, die einer Ehe am meisten weiterhelfen, so würden wir folgende Liste aufstellen:

  1. Finde deine Identität und Sicherheit bei Gott!
  2. Stell dich deiner Zerbrochenheit!
  3. Lerne, die geistlichen Attacken abzuwehren, denen deine Ehe ausgesetzt ist!

Wenn Sie nur diese drei Grundsätze beherzigen und nichts darüber hinaus tun, so werden Sie dennoch staunen, wie viel Freiheit, Liebe und Freude freigesetzt werden.“

So weit die Zitate aus den ersten Kapiteln des Buchs als Auftakt und Einladung, es zu lesen. Es lohnt sich!
Stacy und John Eldredge, „Das wilde Herz der Ehe“, Gerth Medien

aufmerksam, feminin, glaubhaft

Der Preis für die Liebe

„Und ich glaube dennoch, dass es für viele junge Frauen die richtige Entscheidung ist, Single zu bleiben. Nichts frustriert mich mehr, als mit anzusehen, wie junge Frauen ihr Leben an farblose, undankbare, langweilige Mannskinder vergeuden, die nur ein Mädchen brauchen, mit der sie vor ihren Freunden angeben können, und das im stillen Kämmerlein Ersatzmutter und Sexpartnerin gleichzeitig ist. Ich war dieses Mädchen. Es machte keinen Spaß.
Es ist nicht so, dass die Träume dieses Mädchens gar nicht zählten, aber sie zählten immer weniger als die ihres Freundes, weil Jungs mit der Erwartung aufwachsen, dass ihre Freundin sie unterstützt. Ihr seht sie überall: erschöpfte junge Frauen, die mit ihrer gesamten Energie jungen Männern ihr Leben organisieren, ihnen Mut machen, sich um sie kümmern; Männern, die ihnen das übelnehmen, es ihnen aber noch mehr verübeln würden, wenn sie es nicht machten. Ihr seht sie für jedes Krümelchen Zuneigung kriechen, bis alles in die Brüche geht und der Teufelskreis von vorn anfängt. So kann man seine gesamte Jugend verplempern.
Für junge Frauen soll auf der Prioritärenliste ganz oben stehen, ob Männer sie in Liebesdingen gut finden, und viele junge Männer können sich eine Welt, in der wir andere Prioritäten setzen, nur schwer vorstellen. Das ist problematisch, weil von uns erwartet wird, dass wir uns dafür in allen anderen Bereichen des Lebens beschneiden. Wir sollen unsere Identität herunterspielen, wir sollen finanziell oder beruflich nicht erfolgreicher sein als unser Partner. Wir dürfen Kreativität und Ehrgeiz an den Tag legen, aber nie mehr als der Mann in unserem Leben, damit er sich nicht bedroht fühlt. Dabei gibt es wenig Männer, für die sich dieses Opfer lohnt.
„In der patriarchalen Kultur betrachten tendenziell Männer die Liebe als etwas, das ihnen zusteht, ohne dass sie sich selbst anstrengen müssten,“ schreibt Bell Hooks in „All About Love: New Visions“, „in den meisten Fällen wollen sie die Arbeit, die Liebe erfordert, nicht verrichten.“ Selbst die nettesten Männer erwarten oft, dass sie, sobald eine Frau in ihr Leben tritt, die meisten Hausarbeiten nicht mehr verrichten müssen.
Wenn ich mich über dieses monolithische Ideal der romantischen Liebe geäußert habe, kam der heftigste Widerstand von Männern, zum Teil verbunden mit Gewalt, und das ist auch kein Wunder: Männer haben in diesem traditionellen Arrangement viel mehr zu gewinnen. Männer dürfen romantische Liebe als Gefühl und Erfahrung betrachten, das ihnen als Belohnung für ihr fantastisches Ich zusteht. Ich hätte es auch nicht gern, wenn mir jemand das streitig machte.
Frauen dagegen lernen schon früh, dass wir, um geliebt zu werden, hart arbeiten müssen, und um dauerhaft geliebt zu werden, noch härter arbeiten müssen. Wir kümmern uns um Männer, die nie gelernt haben, sich um sich selbst zu kümmern, und das unabhängig davon, ob wir für eine solche Arbeit überhaupt geeignet sind. Wir tun es, weil uns eingeredet wird, dass wir andernfalls einsam sterben.“

Laurie Penny in „Bitch Doktrin“, Edition Nautilus

aufmerksam, feminin

Die „Pille für den Mann“ gibt es nicht, weil niemand die Nebenwirkungen den Männern antun will. Die gleichen Nebenwirkungen, die Frauen seit knapp 60 Jahren erleben. Ach?

Ende letzten Jahres fiel mir dieser Artikel über das Ende der Forschung an der „Pille für den Mann“ in die Hände.
Wer mich kennt, weiß, dass ich aus Prinzip keine wie auch immer gearteten Mittel der Pharmaindustrie meinem gesunden Körper zumute. Wenn ich krank bin, nehme ich Medikamente, soweit nötig – wenn ich gesund bin, nicht.
Erst recht nicht die Antibabypille, die das Leben der Frauen, die sie konsumieren, fundamental verändert. Nicht nur durch eine Veränderung der natürlichen körperlichen Abläufe, sondern noch mehr durch eine Veränderung der Selbstwahrnehmung sowie die Folgen der diversen Nebenwirkungen. Über die bis heute nur unzureichend aufgeklärt wird, was ich jeder einzelnen Gynäkologin persönlich nehme. Die Macht der Pharmakonzerne allein durch das jahrzehntelange Einnehmen der Pille von 200 Millionen von Frauen weltweit ist immens.

„Die Forscher stellten fest, dass Frauen unter hormoneller Verhütung deutlich häufiger erstmals Antidepressiva verschrieben bekamen als die Nichtanwenderinnen: Bei der Einnahme von Kombi-Präparaten um 23 Prozent und von Gestagen-Pillen um 34 Prozent häufiger, bei der Verhütung mit Norelgestromin-Pflastern sogar doppelt so oft. Außerdem benötigten Frauen, die hormonell verhüteten, öfter eine stationäre Behandlung aufgrund von Depressionen.
Auffällig war dabei: Das Phänomen trat vor allem in der ersten Zeit der Anwendung auf. Nach sechs Monaten wurden die Frauen am häufigsten erstmals wegen einer Depression behandelt, das Risiko war gegenüber Nicht-Anwenderinnen um 40 Prozent erhöht – bei Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren, die eine Kombipille einnahmen, sogar um 80 Prozent. Danach ging die Häufigkeit langsam wieder zurück.“ Gefunden auf Baby und Familie

Daraus folgt, dass Mädchen, deren Körper sich noch in der Entwicklung befinden und die parallel mit den Auswirkungen der Pubertät auf ihr Leben kämpfen, unnötiger Weise überdurchschnittlich häufig depressiv werden: Und das als Nebenwirkung eines Medikaments, das ihnen häufig verschrieben wird, „um den Zyklus gleichmäßiger laufen zu lassen“. Was vorrangig Männern als Denkweise geläufig ist und von der Pharmaindustrie kräftig unterstützt wird. Kein weiblicher Zyklus dieser Welt ist hundertprozentig gleichmäßig, er ist ja keine Atomuhr. Braucht er auch nicht sein. Dennoch wird es vielen jungen Frauen, die sich noch im Wachstum befinden, als Argument verkauft. Und die Nebenwirkungen, die auf einen unreifen Körper treffen und ihn lebenslang beeinflussen können, gleich mit.
Umso schlimmer, dass Schlaganfälle, Lungenembolien und Thrombosen (Blutgerinsel) mit teils tödlichem Ausgang bis heute als „Einzelfälle“ dargestellt werden und immer noch jeder Versuch unternommen wird, den Zusammenhang zur Pille zu verneinen.

Hier habe ich schon einmal über die Erfahrungen eines Mannes geschrieben, der als Versuchsteilnehmer die „Pille für den Mann“ genommen hat.
Das Buch erschien im April 2007 auf deutsch, im englischen Original entsprechend früher. Seitdem hat sich nichts getan, nur Frauen schlucken weiterhin hormonelle Verhütungsmittel.

Bereits 2011 schrieb ich über andere Möglichkeiten der Empfängnisverhütung und hoffe sehr, dass sie bald populärer werden. Im Sinne der Selbstbestimmung der Frauen sowie der Gesundheit ihrer Körper. Und um die Macht der Pharmaindustrie wenigstens etwas einzudämmen – denn das täten wir, würden wir alle auf die Pille verzichten. Es gibt genügend Möglichkeiten mit gleich hoher Sicherheit.

 

aufmerksam, feminin, glaubhaft

Zu eng

„Anna beobachtete mich immer noch mit einem schmerzlichen Ausdruck im Gesicht, als ich aus meinem Berg von Taschentüchern wieder auftauchte. Ich wischte mir die Nase und lächelte erschöpft.
Ich wusste, sie spürte, dass James als Stütze fehlte, aber seltsamerweise empfand ich so etwas wie Erleichterung darüber, dass ich unsere Beziehung beendet hatte.

Es hatte sich angefühlt, wie endlich die Schuhe auszuziehen, die schon immer einen Tick zu eng gewesen waren, nachdem ich mir viel zu lange eingeredet hatte, dass zu enge Schuhe besser waren als gar keine Schuhe.“

aus: „Weil wir zusammen gehören“ von Anouska Knight

 

 

Für alle Frauen, die in unbefriedigenden Beziehungen stecken und lieber eine anstrengende Partnerschaft haben möchten als gar keine.
Wirklich?

aufmerksam, feminin

Liebe im Alltag leben

 

Wer weiß, wie die Liebe im Alltag langfristig lebendig gehalten wird?
Als ich vor über sechs Jahren mit diesem Blog begann, richtete ich eine Rubrik namens „liebevoll“ ein. Ich war der Meinung, es würde mir leichtfallen, Gedanken und kluge Einfälle zu diesem Thema zu sammeln. Leider habe ich in den letzten Jahren festgestellt, dass ich gar nicht so aufmerksam und liebevoll bin, wie ich es immer von mir gedacht habe. Und dass mein fürsorgliches Verhalten nichts taugt, wenn mein Ehemann sich etwas ganz Anderes wünscht. Besonders, wenn beide so unterschiedlich sind, dass ein gemeinsamer Nenner für „Lockere Zeit zu zweit im Alltag, wenig Aufwand, viel Wirkung“ schwer zu realisieren ist.

 

 

Auf der Suche nach Antworten habe ich Bilder aus dem Alltag inszeniert, die symbolisch Liebe in sich tragen. Ob beim Abwasch, beim Zubereiten von Mahlzeiten, beim Arbeiten und im hauseigenen Dschungel von Absprachen, wichtigen Briefen und Rechnungen.

Einige Ideen für eine gute Verbindung miteinander möchte ich teilen und freue mich über weitere Vorschläge. Dabei stehen praktische Aktionen im Vordergrund, für die kein Sternerestaurant, kein Luxus-Spa und kein Babysitter benötigt werden.

  • Gemeinsam „Krusch-Ecken“ in der Wohnung aufräumen. Für mehr Ordnung und Leichtigkeit, gegen „Du wolltest doch immer noch den Sch… da wegpacken!“
  • Ganz entspannt auf dem Sofa Urlaubsbilder anschauen, dabei darf sich jede Person einen Urlaub wünschen. Mit dabei: Popcorn, Obstsalat, Chips und Eis in beliebiger Reihenfolge.
  • Spazieren gehen und in Ruhe alles besprechen, was unterwegs an Themen aufkommt. Anschließend in einem Café aufwärmen und stärken.
  • Mit Komplimenten neue, gute Gewohnheiten anregen: „Ich freue mich so, wenn du Jhhgbsudhcbhj tust. Könnten wir das öfter in den Alltag einbauen?“ oder „Du siehst so gut aus, wenn du KKJjkhcgskuz trägst. Hast du Lust, beim nächsten Bummel durch die Stadt ein ähnliches zu suchen? Ich spendier´s dir!“

 

 

Every Blog shows stylish and creative ideas concerning Valentines Day. Through the last years I´ve realised that I´m not as romantic and loving as I always thought. I´m caring a lot, but that doesn´t mean that my husband likes it… So my Valentines-Post carries more questions than tender  „How to“s.

But I´ve collected some ideas beyond „Buying flowers“ and „Cooking meals for each other“:
* Looking at holiday fotos together. Both partners choose a vacation of a special year and prepare lots of popcorn, ice, fruitsalad, pretzels and so on for a happy time together.
* Instead of blaming each other for beeing messy: Cleaning up unloved parts of the house togehter brings peace and tidiness.
* Going for a walk together and talking about everything that´s coming up. Afterwards a warm and cosy Cafe is waiting to come in…
* Creating new, positive habits by making compliments: „I like it so much when you´re doing kjsdghbhh. Could we do it more often together?“

Verlinkt mit FloralFridayFoto und Freutag.

aufmerksam, feminin, glaubhaft

Wir brauchen welche, die weinen können

.

Brauchbitten

Wir brauchen welche
die weinen können
die trauern um alle
die nicht überlebt haben
um alle
die gebrochen wurden in ihrer Würde
vergewaltigt verstümmelt und zu Tode gequält

Wir brauchen welche
die schreien können
die das Unrecht beim Namen nennen
laut und deutlich
für alle
die zum Schweigen gebracht wurden
die sprachlos geworden sind in ihrem Schmerz

Wir brauchen welche
die kämpfen können
die nicht davonlaufen beim ersten Geruch des Schreckens
wir brauchen welche
die hoffen können
die dein Mund sind dein Ohr und dein Schrei
denen schick deine Kraft Gott
die lass ansteckend sein

(Carola Moosbach, Rechte bei der Autorin)

.

.

Text entdeckt auf der Website des „trotz allem“-Gottesdiensts, ein Angebot für Frauen mit Gewalterfahrungen

aufmerksam, feminin

Kinderreich ohne eigenen Nachwuchs

Mir ist bisher nie gelungen, anderen Menschen zu erklären, dass ich Kinder von ganzem Herzen liebe und dennoch keine eigenen haben möchte. Wer derart sozial kompetent, fröhlich und geduldig ist wie ich, muss doch einfach Kinder bekommen, höre ich hartnäckig.

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Emotion“ erschien ein sehr guter Artikel, der genau das beschreibt:
„Denn Frauen, die keine Kinder wollen, gelten als egoistisch. Frauen, die keine bekommen können, tun uns leid. So oder so, ihnen fehlt angeblich etwas – als sei jede Frau dazu bestimmt, Mutter zu sein.
Elizabeth Gilbert, 46, wehrt sich gegen dieses Vorurteil, auf Oprah Winfreys TV-Couch erklärt sie: „Es gibt Frauen, die sind dafür gemacht, eine Mutter zu sein, es gibt Frauen, die sollten Tanten sein, und es gibt Frauen, die sollten nicht näher als drei Meter an ein Kind herangelassen werden.“ Die beiden waren sich einig, dass sie zum Tanten-Team gehören. „Gib mir ein Kind, und es wird geknuddelt,“ sagt Gilbert. „Ich liebe es, Kinder aufwachsen zu sehen und für sie da zu sein, ich hatte nur nie das Bedürfnis, ein eigenes zu haben.“ (…)

Kinderlose Frauen leisten einen besonderen Beitrag zu Gesellschaft, ob sie gestressten Eltern das Kind abnehmen oder im Büro einspringen, wenn ein Anruf aus der Kita kommt. Sie sind wie „Eltern“ für Eltern, ein Back-up in Momenten der Überforderung. Wenn wir auf sie als Sonderfälle schauen, denen etwas fehlt oder die der Gesellschaft weniger geben, liegen wir völlig falsch. (…) Wenn es ein Dorf braucht, um ein Kind zu erziehen, gibt es eben viele Rollen zu besetzen. (…)
„Es kann sich ja nicht jeder nur um seine Kinder kümmern“, sagt Sabine Beer. „Manche sollten sich mit all ihrer Energie um die Welt kümmern, in der unsere Kinder dann leben.“

 

Stiefmütterchen

Auch Stiefmütter(chen) können wertvoll sein…

aufmerksam, glaubhaft

Im Herzen aufräumen

Vor Kurzem dachte ich an einen Moment während der geführten Traumreise, an der ich neulich teilnahm. Mittelpunkt des Gedankens war, in einem Raum unseres Herzens Platz für Gutes, Neues zu schaffen. Wir wurden aufgefordert, uns all das vorzustellen, womit dieser Raum angefüllt war. Diesen Dingen, Gefühlen, Beziehungen und Belastungen sollten wir die Erlaubnis geben zu gehen. Wir sollten uns nicht überlegen, wir wir es schaffen, all diesen tatsächlichen und emotionalen Müll dort heraus zu schleppen. Die einfache Erlaubnis, Unerwünschtes gehen zu lassen, hat bereits eine große Kraft.
Welche Themen gibt es in unserem Leben, die wir gern verabschieden würden?
Routinen und Gewohnheiten, die uns an Altes binden, das wir längst hinter uns lassen wollten?
Unübersehbare Gegenstände, die nicht nur Platz in Schränken und Kellern rauben, sondern auch Energien – weil sie uns an Verlorenes, Vergangenes, Niederlagen erinnern?
Personen, die uns nicht gut tun: Freundinnen, die fünf Mal angemailt werden, um sich ein Mal zurück zu melden? Verwandte, die stets besucht werden wollen, aber zu bequem sind, selbst vorbei zu kommen? Chefs und Chefinnen, die total freundschaftlich tun und hinterrücks Arbeitsbedingungen verschärfen?
Was es auch sein mag – als erster Schritt reicht es, sie gehen zu lassen. Die Beziehungen frei zu geben und uns damit Raum zum Atmen. Die Gegenstände als Ballast zu entlarven und sich davon zu lösen.

 

DSC00023

 

Ich habe festgestellt, dass wir oft so damit beschäftigt sind, wie wir etwas erreichen, etwas bekommen, etwas kaufen oder verkaufen, dass wir gar nicht mehr wissen, warum eigentlich. Ob wir dazu innerlich bereit sind, es in unser Leben aufzunehmen. Oder uns unbewusst an etwas klammern, von dem wir den Abschied nicht schaffen.
Ob es sich dabei um eine veraltete (positive) Hoffnung oder eine ehemalige (negative) Enttäuschung handelt – oft überspringen wir den Schritt des Loslassens. Stattdessen brüten wir, wie wir die Dinge geregelt bekommen und ärgern uns, dass es nicht vorwärts geht. Dabei sollte es uns nicht wundern, wenn etwas, das wir unbewusst festhalten, immer noch im Weg steht und wir es einfach nicht schaffen, es loszuwerden. Oberflächlich liegt es an den Öffnungszeiten des Recyclinghofs, dass wir etwas nicht entsorgen. Oder an „all dem, was sie/er für mich getan hat“, dass wir eine verdorbene Beziehung nicht aufgeben. Tatsächlich fehlt uns das innere „Ja“ zu diesem Schritt, das die Grundlage für tatsächliche Veränderung ist.

Wenn wir Belastendes aus vollem Herzen freigeben können, sind  wir offen für das, was wir stattdessen einladen. Auch hier können wir krampfhaft versuchen, eine neue Perspektive herbei zu zwingen. Wir können täglich nach dem passenden Job suchen, der richtigen Partnerin hinterher hetzen, nach der perfekten Wohnung recherchieren. Das kann zum Erfolg führen – wahrscheinlicher ist aber, dass wir erschöpft und mit leeren Händen aufgeben. Einerseits, weil wir vielleicht Ersatzbefriedigungen für das suchen, was uns wirklich fehlt. Und andererseits, weil wir für das Neue, das wir herbei zerren wollen, gar nicht bereit sind.
Der erste Schritt dorthin kann gelingen, wenn wir uns an einem ruhigen Ort Zeit nehmen. Eine gute Position im Sitzen oder Liegen finden und alles Äußere ausblenden. Die Idee ist, mit dem Ausatmen alles Belastende aus uns strömen zu lassen. Und mit dem Einatmen Gutes, Ersehntes hinein zu lassen. Wer mag, stellt sich diese Bewegungen und die daraus resultierende Veränderung bildlich vor.

 

DSC00626

 

Diese Gedanken, entstanden aus einem inspirierenden Abend, sind mir noch nachgegangen. Ich möchte eine Person sein, die Altes freigibt und Neues einlädt. Belastendes gehen lässt und Beglückendes einlädt.
Machst du mit?