aufmerksam

Druckfahnen fürs Buch korrigieren: In den Eingeweiden meines Babys

Gerade stecke ich bis über beide Ellenbogen in den Eingeweiden meines Babys, Buch Nummer Zwei.
Es ist zwar eigentlich Buch Nummer Vier, aber Buch Nummer Zwei liegt als Experiment zu unterst auf einem der Schreibtische im Verlag und Buch Nummer Drei habe ich tief hinter meiner Festplatte vergraben. Schließlich möchte ich keinen Stress mit bestimmten esoterischen Gruppierungen haben, die immer sehr friedlich tun und plötzlich ausgesprochen aggressiv alles wegbeißen, was ihnen den Platz streitig machen könnte. Dass es in diesem Fall für Rechtsstreitigkeiten keine belastbare Grundlage gibt – geschenkt.
Bücher schreiben ist harte Arbeit, Bücher verkaufen auch, was dann auf dem Konto ankommt, ist lächerlich. Da brauche ich nun nicht noch einen Rechtsstreit, wenn ich damit nur ein schmales Taschengeld verdiene.
Was soll´s, so ist nun Buch Nummer Vier die tatsächlich veröffentlichte Nummer Zwei.


Wenn die Druckfahnen angekündigt werden, entsteht ein freudig-schauriges Kribbeln in meinem Bauch.
Einerseits freue ich mich darauf, das Ungeborene wie auf einem Ultraschallbild das erste Mal zu sehen. Andererseits habe ich Panik, dass andere Menschen, die sich Fachleute nennen, mit meinem Baby etwas ganz Anderes vorhaben als ich. Wobei sie es nur gut meinen oder wir uns schlicht missverstanden haben, aber dennoch, eine Druckfahne ist etwas ziemlich Ernstes, da kann ich nicht plötzlich alles blöd finden und anders haben wollen.
Andererseits freue ich mich immer sehr, wenn ich sehe, dass 96% meines Manuskripts eins zu eins in die Druckvorschau übernommen wurde.


Daher schwanke ich beim ersten Lesen im Millisekundentakt zwischen Freude und Frustration, gehe dann erstmal auf Abstand und fange später an, meine Rückmeldungen zu formulieren.
Meist sind es dann doch nur einige große Punkte, die entweder geändert werden oder so bleiben können oder nie-so-gemeint-waren-und-einfach-falsch-rüber-kommen-das-ändern-wir-sofort-sorry-Frau-Krüerke.
Dann fehlen plötzlich noch an einigen Stellen die pädagogischen Ziele bzw. Gründe, warum bestimmte Übungen und Spiele so unglaublich wertvoll sind. Schon damals vor dem Examen zur Logopädin habe ich die Formulierung der Übungsziele gehasst-gehasst-gehasst. Es ist so langweilig und verkrampft gleichzeitig. Keine Ahnung, warum ich ausgerechnet Praxisbücher für Fachfrauen schreibe und deshalb zu den von mir entwickelten Übungen natürlich immer einwandfrei verfasste Zielsetzungen abliefern muss.
Was hilft´s, ich bin dann mal in den Eingeweiden meines Babys und hoffe, dass es bald gesund und munter geboren wird.

Atemfreude, aufmerksam

„Atemfreude“-Buch in der Hamburger Bücherhalle zum Ausleihen

Inzwischen gibt es mein „Atemfreude“-Buch auch in den öffentlichen Bücherhallen der Stadt Hamburg. Ausleih-Standort ist die Zentralbibliothek am Hauptbahnhof, das Fachbuch für schwungvolle Atemgymnastik mit SeniorInnen lässt sich aber auch in eine der 32 anderen Bibliotheken im Hamburger Stadtgebiet bestellen.
Für alle, die zu weit weg wohnen: Diverse Auszüge aus dem Praxisbuch, Übungen und Anleitungen gibt es kostenlos hier im Download.

aufmerksam

Mein zweites Buch ist unterwegs: Spiel und Spaß für SeniorInnen

Mein zweites Buch habe ich heute als Manuskript an den Verlag geschickt. Mein erstes Buch, das Praxisbuch über meine ganzheitliche Atemgymnastik „Atemfreude“ hat mich zwei Jahre beschäftigt und zeitweise völlig absorbiert. Mein eigenes Therapiekonzept, meine eingetragene Marke, Artikel und Interviews über Atemtraining mit hochaltrigen Menschen- irgendwann war ich nur noch müde.
Das zweite Buch ist jetzt kein Lebenswerk, sondern eine Auswahl der beliebtesten und fröhlichsten Gruppenideen, die ich in meinem Alltag mit SeniorInnen entwickelt habe. Ein kompakter Block aus stabiler Pappe mit Ringbindung, damit sich die Lachübungen und Wahrnehmungsspiele direkt im Gruppengeschehen anwenden lassen. Einfach aufklappen und loslegen, um die Stimmung aufzuwärmen, die Koordination anzuregen oder die sprachlichen Fähigkeiten zu fördern.


Ich bin sehr gespannt, welches Layout der bunte Block bekommt und wann ich ihn im neuen Jahr das erste Mal in den Händen halten kann. Bis dahin wird er natürlich aus dem Lektorat und später aus der Grafik noch ein paar Mal zu mir zurückkehren, bevor er in die Druckerei geschickt wird.
Neben meinen Fachartikeln für Gruppenangebote, die immer ein innovatives und von mir erprobtes Thema haben, ist eine Sammlung meiner beliebtesten Spiele eine schöne Abwechslung. Darauf die letzten Erdbeeren und Himbeeren (hier in Hamburg immer noch frisch vom Feld) und ein paar Zwetschgen als bunte Pause zwischendurch!

aufmerksam, glaubhaft

Arbeit muss stressig sein? Nö: Arbeit muss sinnvoll sein

Bitte einmal die Hand heben:
Wer hatte im eigenen Arbeitsleben schon einmal eineN VorgesetzteN, die/der ein Vorbild war?
Ein guter Boss, eine gute Chefin?
Fachlich versiert, menschlich fair, interessiert am Wohl der Angestellten, die berufliche Entwicklung der Einzelnen fördernd? Eine Person, der man Ideen zur eigenen Abteilung offen und ehrlich mitteilen kann? Eine Person, der man sagen kann, wenn seit Monaten die Motivation im Team sinkt? Eine Person, die Konflikte ehrlich und proaktiv thematisiert und dabei wirklich ergebnisoffen handelt? Eine Person, die absolut engagiert dabei ist, gute Arbeitsbedingungen für alle zu schaffen? Eine Person, die selbstbewusst und dennoch demütig ist, die nicht das letzte Wort um jeden Preis haben muss?


Ich fing an jeder Arbeitsstelle motiviert an, war stets an einem angenehmen Umgangston und reibungslosem Miteinander interessiert, hatte überall gute Ideen für flüssige Arbeitsabläufe für alle Beteiligten. Mein Team fand es gut, meine Vorgesetzten nie, irgendwann landete ich immer desillusioniert bei „Dienst nach Vorschrift machen und mich nach etwas Neuem umsehen“.
So wie viele andere PädagogInnen und TherapeutInnen, kurz: So wie die allermeisten Arbeitnehmer.
Bis heute suche ich nach einem Platz, wo meine Analysefähigkeit für gute Arbeitsbedingungen einerseits und meine Vorschläge für gelingende Abläufe andererseits wertgeschätzt wird, statt abgestraft. Wo ich mich nicht nur weiterentwickeln darf, statt festgezurrt auf meiner Position zu bleiben, sondern wo mein Wachstum erklärtes Ziel der Leitung ist.

Wer sich damit auseinandersetzt, wie Arbeit gelingt und wie gesunde und sinnvolle Bedingungen für alle aussehen können, erhält von mir heute zwei Tipps:

1.) Wenn ein Chef eine Mitarbeiterumfrage startet und 80% der Angestellten ihn schrecklich finden, dann kann er wie verrückt irgendwelche oberflächlichen Maßnahmen ergreifen: Mehr Geld für Spitzenleistungen, mehr Druck von oben, mehr fancy Jobtitel, mehr undurchdringliche Bonussysteme. Er kann auch stattdessen in sich gehen und sich fragen, was die Bedürfnisse der Angestellten sind: Was sie sich wünschen, wie sie besser arbeiten könnten, welche Form der Wertschätzung ankäme, wie sie mehr Freiheit für eigene Entscheidungen erhalten. Welchen Sinn sie in ihrer Arbeit finden. Was ihnen zutiefst am Herzen liegt. Wer sie hinter ihrer täglichen, oft künstlichen Maske sind.
Dazu muss sich die Leitung all diese Frage natürlich selbst erst einmal stellen. Und ehrlich beantworten. Statt wie immer teure Fachleute anzuheuern und dem Diktat der aktuellen Mode im Business zu folgen.
Was passiert, wenn Vorgesetzte sich wirklich ehrlich fragen, wie alle Beteiligten zufrieden arbeiten können, stellt der Film „Die Stille Revolution“ vor.
„Nichts ändert sich, bis du dich selbst änderst – dann ändert sich alles.“
Bodo Janssen

2.) Ein Buch, das mein Mann mir empfohlen hat, weil er von dem Unternehmer- und Autorenduo schon mehrere Titel gelesen hat: „It doesn´t have to be crazy at work“. Es soll in Kürze auf deutsch erscheinen, unter dem Titel „Schluss mit dem Wahnsinn im Büro: Wege zu einer entspannten Arbeitskultur“
Die beiden Gründer eines Unternehmens, das aus sich selbst heraus natürlich und kontinuierlich wächst und auf die meisten Regeln im heutigen Wirtschaftsleben pfeift, beschreiben eine gesunde Art der Arbeit: Keine Überstunden, keine sofortigen Antworten auf Emails nötig, keine utopischen Wachstumszahlen, die erreicht werden müssen. Sie müssen nicht krampfhaft besser sein als andere und die Konkurrenz „platt machen“. Es reicht völlig, wenn das Unternehmen finanziell stabil ist und die Mitarbeiter zufrieden.
Da ich erst den Anfang gelesen habe, kann ich noch nicht viel mehr sagen – und aufgrund großer Müdigkeit vor unserem viel zu späten Jahresurlaub fällt es mir gerade schwer, aus dem Kopf englische Passagen eloquent auf deutsch wiederzugeben. Einfach lesen, es lohnt sich. Locker geschrieben, inhaltlich fundiert, gut verständlich – auch auf englisch eine gewinnbringende Lektüre. Wie gut die deutsche Übersetzung wird, weiß ich natürlich nicht…

 

Atemfreude, aufmerksam

Rezensionsexemplare des Praxisbuchs „Atemfreude: Schwungvolle Atemgymnastik mit Senioren“ abzugeben

Der Atemfreude-Workshop vor zwei Wochen zeigte deutlich das Interesse pädagogischer und therapeutischer Fachrichtungen an dem Thema „Atemübungen für Menschen mit körperlichen Einschränkungen“. Ursprünglich für SeniorInnen entwickelt, eignen sich die leicht verständlichen und lustbetonten Übungen auch für Personen mit Handicap sowie Betroffene von Lungenerkrankungen.

Wer als Fachfrau für Zeitschriften im Bereich Logopädie, Seniorenbetreuung, Ergotherapie oder Physiotherapie schreibt, kann bei mir gern ein Rezensionsexemplar meines Praxisbuchs erhalten. Auch in Magazinen für Asthmabetroffene oder COPD-Gruppen werden Fachbücher vorgestellt, was ich als Autorin natürlich nicht selbst tun kann. Wer Interesse an einem Rezensionsexemplar hat und mir den Namen der Publikation oder des Forums nennt, bekommt von mir ein Atemfreude-Buch zugeschickt. Anfragen erreichen mich über das Kontaktformular.

Atemfreude, aufmerksam, Presse

Das Baby ist da! Äh: mein Buch!

Endlich, endlich ist es da: Mein Baby, das Atemfreude-Buch!
Die ersten Überlegungen dazu notierte ich mir im Sommerurlaub 2017 in der Bretagne, und jetzt ist es endlich gedruckt und lieferbar!
Ein leicht verständlicher, fundierter Theorieteil über die Atmung und die körperlichen und seelischen Bedürfnisse der SeniorInnen legt die Grundlagen. Darauf aufbauend erkläre ich mein ganzheitliches Konzept, es folgen 14 komplett ausgearbeitete Stundenentwürfe. Sie können direkt im Alltag einer Senioreneinrichtung eingesetzt werden. Die anschließende Übungssammlung führt alle Übungen nach dem therapeutischen Ziel auf und bietet zusätzliche Aufgaben für alle, die selbst ihre Atemgymnastik planen möchten. Sämtliche Kopiervorlagen warten im Downloadbereich zum Ausdrucken.

Viele Übungen, Stundenkonzepte und Erklärungen über die Atmung finden Interessierte auf meiner Website Atemfreude.
Wer mein Konzept und mich näher kennenlernen möchte oder ein Rezensionsexemplar wünscht, um die Atemfreude in einer Fachzeitschrift vorzustellen: Über das Kontaktformular erreichen mich Anfragen jeder Art.
Im Buchhandel zu erwerben ist das Praxisbuch mit 207 Seiten unter der ISBN Nummer 978-3-86630-755-1 für 29,90 Euro.

Ein Termin für ein Interview über meinen Weg vom Konzept zum Fachbuch steht bereits. Und dann hoffe ich, dass PädagogInnen und PflegerInnen mein Buch entdecken und mit Gewinn im Arbeitsalltag einsetzen.

Atemfreude, aufmerksam

Die Druckfahnen meines Buchs sind da!

Nachdem ich auf Wunsch des Verlags das Manuskript meines Fachbuchs über die „Atemfreude“ bereits drastisch von 300 Seiten herunter kürzte, kamen jetzt die Druckfahnen an. Und ich durfte noch weiter kürzen… Gern würde ich zeigen, wie gut die Druckfahnen schon aussehen, aber das geht vor der Veröffentlichung natürlich nicht. Über das Wochenende werde ich alle Druckfahnen noch einmal genaustens durchlesen, nachdem ich bereits die „groben Arbeiten“ erledigt und an den Cheflektor geschickt habe. Schließlich sollen sich keine Flüchtigkeits- und Tippfehler einschleichen. Und dann bin ich froh, wenn ich dieses intensive Projekt endlich gedruckt in den Händen halte!

Erstmal gönne ich mir ein Päuschen…

Atemfreude, aufmerksam

Ein erster Blick auf mein Fachbuch über spaßbetonte Atemgymnastik mit Senioren

In der Hoffnung, dass mein „Atemfreude“-Buch bereits im aktuellen Verlagsprogramm des Vincentz-Verlags gelistet ist, rief ich eben die Website des Verlags auf. Und da ist mein Fachbuch über schwungvolle Atemgymnastik mit Senioren: Noch ohne Cover, aber schon mit ISBN-Nummer. Freude! Mein Mann blieb ganz sachlich und meinte nur, wie immer, wenn ich etwas veröffentliche: „Wenigstens haben sie deinen Namen richtig geschrieben.“

Jetzt fehlen von der Verlagsseite nur noch das Cover und der Druck, der wiederum erst passiert, wenn ich die finale Durchsicht geleistet und den Druck freigegeben habe. Es bleibt also spannend, bis das Buch im April auf dem Markt sein wird.

aufmerksam

Wie schreibe ich ein Fachbuch? Tipps und Hinweise zu den acht wichtigsten Fragen

Mein Manuskript zum Fachbuch über mein Konzept „Atemfreude“ wurde bereits vom Verlag abgesegnet und ich überarbeite es momentan final. Währenddessen gebe ich gerne Tipps, wie ich zu diesem Zwischenstand gekommen bin.

Was ist ein Fachbuch?
Ein Fachbuch wendet sich an einen klar umrissenen Leserkreis: HandchirurgInnen, KaninchenzüchterInnen, PastorInnen, ModellbootbauerInnen. Ein Sachbuch dagegen kann jede interessierte Person ohne Vorkenntnisse lesen, deshalb ist der Radius der möglichen KäuferInnen natürlich viel größer. Fachbücher sind von Profis für Profis geschrieben, dabei können die Profis ihre Expertise auch aus einem hochspezialisierten Hobby beziehen.

Wie finde ich das passende Thema für ein Fachbuch?
Bist du ein Profi auf dem Gebiet? Oder eine betroffene Person, die sich als Angehörige, Erkrankte, AnwohnerIn o.ä. mit dem Thema seit Jahren auseinandersetzt? Wunderbar, beides passt. Wer denkt: „Dieses Thema wird in den nächsten zehn Jahren sehr wichtig, aber ich habe keine Ahnung davon“: Eher schwierig.
Wer schreiben kann und mag, setzt sich selbst an den Computer. Wer dafür wenig Talent hat, aber viele Experten oder Betroffene mit der gleichen Leidenschaft kennt, kann ein entsprechendes Projekt starten. Dazu werden alle Spezialisten kontaktiert, und gemeinsam entsteht ein Buch, zu dem jedeR etwas beiträgt. Die Initiatorin wird dann Projektmanagerin der gesamten Idee und kommt als Herausgeberin auf den Buchtitel.

Woher weiß ich, dass das Thema außer mir noch jemanden interessiert? Kurz: Wie sieht meine Zielgruppe aus?

Eine Zielgruppe ist die Menge an potentiellen LeserInnen und KäuferInnen, die sich durch Recherche einkreisen lässt. Bevor mit dem Konzept des Buchs begonnen wird, muss klar sein, wer der Adressat sein soll. Nichts ist ärgerlicher als ein spannendes Thema, das sich an die falsche Zielgruppe wendet.
Wenn die Zielgruppe zu klein ist, als dass sich ein Verlag für ein Buch darüber interessiert: Viele Vereine geben Broschüren heraus. Wer mag, versucht darüber erste Schritte in der Öffentlichkeit. Vielleicht ist die Resonanz größer als erwartet und reicht für eine Vorstellung beim Verlag. Das Gleiche gilt für einen Text im Fachmagazin. Wenn das Thema nicht für ein Buch geeignet ist, kann es eine wunderbare Vorlage für einen Fachartikel sein. Dadurch entsteht ein Renommé im Fachpublikum, das später für eine Verlagsbewerbung nützlich sein kann. Nicht immer zählt (und gelingt) auf Anhieb der große Wurf. Durch eine Diskussion in Fachkreisen entstehen neue Blickwinkel, aus denen das Projekt an Relevanz gewinnt. Und darauf lässt sich aufbauen…

Wie schreibe ich ein Fachbuch?
Am beliebtesten sind Fachbücher, die die Theorie mit der Praxis vereinen. Und die ein klares Anliegen haben, das bisher noch niemand behandelt hat. Einfach das 57ste Buch über „Mein Brustkrebs und ich“ zu schreiben ist wenig zielführend. „Mein Brustkrebs, die Gartenarbeit und ich“ gibt schon mehr Hinweise für die potentielle Leserin. „Mein Brustkrebs, das Heilungswunder von Glockenblumen und ich“ könnte spezifisch genug sein und ein Knaller werden. Konkret, konkreter, am konkretesten: Was will die Leserschaft? Was kann und will ich? Wie kommen wir zusammen? Je direkter und knapper sich das Alleinstellungsmerkmal des Buchprojekts formulieren lässt, desto besser. Für den eigenen Fokus während des Schreibens und für den Verkauf der Idee beim Verlagsgespräch.
Klassischer Weise hat jedes Fachbuch einen einführenden Theorieteil, um die LeserInnen dazu zu befähigen, den Hauptteil des Buchs zu verstehen. Lange, verschwurbelte Sätze mit tausend Fachwörtern wirken seriös, sind aber unverständlich. Und das Verstehen der KäuferInnen zu erschweren, ist ganz schlechter Service. Alle möchten beim Lesen des Fachbuchs viele Aha-Erlebnisse haben und zügig vorwärts kommen. Niemand möchte über der Lektüre einschlafen oder vor Frust in Tränen ausbrechen. Also gilt: Präzise auf den Punkt und anschaulich schreiben. Beispiele sind erlaubt, Beobachtungen aus dem wahren Leben auch, sogar Witze.
Nach der einführenden Theorie folgt eine Diskussion oder die Vorstellung eines neuen Behandlungskonzepts oder „1001 Tipps aus der Praxis“. Auch hier zählt der Wissenszuwachs, nicht das Fachchinesisch. Tabellen sind schön, bunte Bilder für die Anschaulichkeit noch besser.

Wann kontaktiere ich den Verlag? Vor dem Schreiben des Manuskripts oder danach?
Laut meiner Fachliteratur über das Schreiben von Fachliteratur (Ha, ha) soll man erstmal das Konzept in fünf Sätze fassen und eine Gliederung der Kapitel anlegen. Sämtliche Analysen von der Zielgruppe über die Konkurrenz am Markt bis zur USP (Alleinstellungsmerkmal) interessieren den Verlag am meisten. Aber genauso: Kann die Person schreiben? Und hat sie wirklich etwas zu sagen? Einige Probekapitel sollten also fertig sein. Und dann, sagt die Fachliteratur, kann die solide Idee bereits verkauft werden. Das Manuskript schreibt der Profi, nachdem ein Verlag zugesagt hat und der Autorenvertrag wasserdicht ist.
Ich persönlich habe mit dem Exposé und der Verlagsbewerbung begonnen, als 85% des Manuskripts fertig waren. In meinem Fall haben sich die Verlage sehr gefreut, direkt das Manuskript anfordern zu können, nachdem ihnen Exposé und Probekapitel gefallen haben. Ob einer der Verlage den Nerv besessen hätte, mein ungeschriebenes Erstlingswerk zu kaufen? Ich weiß es nicht.
Wer bereits einE anerkannte ExpertIn ist, seit Jahren Fortbildungen gibt und 17 Fachartikel geschrieben hat: Da greift ein interessierter Verlag auch ohne fertiges Manuskript zu!

Welcher Verlag passt zu mir?
In welchem Verlag werden ähnliche Themen veröffentlicht? Welche Fachbücher aus welchem Verlag lese ich selbst gern? Was kauft meine Zielgruppe? Welcher Verlag hat einen passenden thematischen Schwerpunkt? Wer ein Buch über „Mein Brustkrebs und ich“ veröffentlicht hat, will nicht automatisch noch eins. Andere Verlage sind so spezialisiert, dass sie darin keine interne Konkurrenz sehen.
Mich interessierte natürlich ebenfalls, wer deutschlandweit Marktführer auf meinem Gebiet ist. Und zu welchen Preisen die Bücher dem Fachpublikum angeboten werden. Auch, wie finanziell stabil der Verlag von außen wirkt. Schließlich soll er nicht in den nächsten zwei Jahren pleite gehen und mein Buch gleich mit… Wer hässliche Bücher mit miesem Layout verkauft, bekommt vielleicht mein Exposé, um die Chancen auszutesten. Aber wohl nicht den Zuschlag, wenn mehrere Verlage interessiert sind. Anderen AutorInnen ist die Optik nicht so wichtig, sie haben eigene Kriterien.

Wie vielen Verlagen biete ich mein Exposé an?
So vielen wie möglich und so wenigen wie nötig. Kein Witz: Natürlich sollte der Verlag zielgerichtet ausgewählt und angeschrieben werden. Wer von vornherein weiß, dass das eigene Projekt nicht passt, braucht den LektorInnen keine unnötige Arbeit machen. Wenn ein Verlag vielleicht den Kriterien entspricht, aber teilweise auch nicht: Einfach anrufen, sich vorstellen und offen um eine Einschätzung bitten. Ich habe acht Verlage angeschrieben, vier waren interessiert, drei Angebote lagen mir vor, zwei Verträge wurden mir zugeschickt, einen habe ich angenommen.

Wie viel Geld werde ich verdienen?
Wahrscheinlich fast keins, im Fachbuchbereich rentiert sich das Schreiben ab dem fünften Titel. Das erste Buch erwirtschaftet quasi nichts, wenn alle eigenen Kosten gegen gerechnet werden. Wenn ich alle Arbeitsstunden summieren würde, die bis heute in das Buch geflossen sind, wäre das Endprodukt unbezahlbar. Ein Fachbuch bringt Renommé und Aufmerksamkeit, viel mehr aber auch nicht.

Atemfreude, aufmerksam

Unterwegs zum Fachbuch: Das Senioren-Model auf Position, bitte!

Mit Worten kann ich wirklich kompetent umgehen. Deswegen ist mein Manuskript für das Fachbuch über mein Konzept „Atemfreude“ fast fertig (bis auf die finale, komplette Überarbeitung…). Aber all die Übungen zur Öffnung des Brustkorbs, wo in 49 Varianten die Arme bewegt werden, klingen irgendwann alle gleich. Und die Leserin meines Konzepts wird oft genug nicht auf den ersten Blick erkennen, worin das Herzstück der jeweiligen Übung liegt.
Daher trafen mein Mann und ich uns am vergangenen Wochenende mit einer pensionierten Sportlehrerin zum Fotoshooting. Erst räumten wir ihr halbes Wohnzimmer leer, dann hängten wir die Bilder ab, zum Schluss diskutierten wir das Für und Wider von fünf verschiedenen Hockern. Dieser durfte bleiben.
Und endlich ging es los: Ich turnte vor, das Senioren-Model turnte nach, mein Mann verrenkte sich hinter der Kamera… bis wir einige Stunden später gut tausend Fotos hatten, die ich nun nachbearbeite. Die Lektorin hat die Qualität als „druckbar“ eingestuft. Jetzt dürfen mir nur nicht zu viele neue Übungen einfallen, die zum Verständnis unbedingt eine Illustration durch weitere dynamische Fotos verlangen!