aufmerksam, feminin, glaubhaft

Du bist es wert, von Gott geliebt zu werden und in Fülle zu leben

So sah vor einigen Tagen der Sonnenaufgang bei uns aus:
Hinter einer dunklen, undurchdringlichen Wolkendecke kamen weit oben am Himmel Sonne und strahlendes Pink und Blau hervor.
In unserem Leben sieht es oft ähnlich aus: Wir starren auf Barrieren und Hindernisse, die uns undurchdringlich erscheinen. Wir fühlen uns mutlos und verlassen oder von anderen bedrängt und bedroht. Oft merken wir gar nicht, dass wir von dunklen Mächten umzingelt werden. Wir lassen den Kopf hängen und uns von dem undurchdringlichen Dunkel entmutigen. Viele Konflikte nehmen wir persönlich und arbeiten uns daran ab, statt hinter die Kulissen zu schauen und festzustellen, dass der Teufel uns wehrlos und klein machen will.
Währenddessen strahlt die ganze Zeit eine Etage höher Gottes Licht. Seine Wahrheit, Liebe, Freiheit und Hoffnung strahlen die ganze Zeit heller und kraftvoller als die Sonne. Doch wir lassen uns von demjenigen beeindrucken und ängstigen, der ausgeklügelte Lügen als Kulisse dazwischen schiebt: „Du bist es nicht wert“, „Du hast schon wieder versagt“, „Alle anderen wussten, dass du es nicht packst, aber du bist ja sogar zu doof, um rechtzeitig aufzugeben“, „Dein Leben wird sich nie zum Besseren verändern, weil du es nicht verdienst“.
Wir glauben diesen ganzen Scheiß, jeden Tag auf´s Neue. Statt die Augen zu heben, hinter die Kulissen zu schauen und Gottes ewige Liebe im strahlend hellen Licht der Hoffnung zu sehen, bleiben wir mit unserem Blick an der manipulierten Oberfläche kleben.

Ein uraltes Lied von Gerhard Tersteegen fasst es sehr schön zusammen:

Ich schließe mich aufs Neue
in deine Vatertreue
und Schutz und Herze ein.
Die irdischen Geschäfte
und alle finstern Kräfte
vertreibe durch dein Nahesein.

Dass du mich stets umgibest,
dass du mich herzlich liebest
und rufst zu dir hinein,
dass du vergnügst alleine
so wesentlich, so reine,
lass früh und spät mir wichtig sein.

Ein Tag, der sagt dem andern,
mein Leben sei ein Wandern
zur großen Ewigkeit.
O Ewigkeit, so schöne,
mein Herz an dich gewöhne,
mein Heim ist nicht in dieser Zeit.

aufmerksam, glaubhaft

Plötzlich grünt es

 

Dass Blumen in der Vase auf einmal die Köpfe hängen lassen oder auf andere Weise ihr Missfallen ausdrücken, kennen wir alle. Dass jedoch plötzlich etwas wächst, wo wir es weder erwartet noch gewünscht haben, erwischt uns manchmal ganz überraschend.
Hier hatte ich nach Weihnachten ein Arrangement aus Zufallsfunden und Resten auf dem Küchentisch platziert: Ein dicker, voluminöser Buchsbaumast, roter Cornus (Hartriegel), rosa gefärbte Birke und zwei glänzende rosa Kugeln auf dem Stab. Eines Tages stellte ich fest, dass sich die Spitzen des roten Cornus`  verändert hatten. Erst dachte ich, es sei ein Zufall, bis erstaunlicher Weise überall frische Blätter und Blütenstände austrieben. Erst zaghaft, dann über Nacht explosionsartig. Was natürlich das monochrome Arrangement mit fröhlichen Akzenten in quietschgrün optisch aus dem Gleichgewicht brachte…
Am Anfang diesen Jahres stehe ich gedanklich vor drei Baustellen. So viele wie noch nie gleichzeitig zu Beginn eines neuen Jahres. Das kann anspornen, oder verunsichern. Oder zu neuen Möglichkeiten verlocken, so wie diese ausgelassenen Triebe mit ihrer fast übernatürlichen Kraft, die sich aus toten Zweigen entfaltet.
Es erinnert mich an das ebenfalls krachgrüne bedruckte Band, das vor einigen Jahren im „Anderen Advent“ als Geschenk beilag. Der Spruch meines Bands stammte aus Jesaja 43, Vers 19. Dort sagt Gott:
„Seht hin; ich schaffe etwas Neues; schon keimt es auf. Seht ihr es nicht? Ich bahne einen Weg durch die Wüste und lasse Flüsse in der Einöde entstehen.“

Mit Sicherheit schauen auch andere gespannt auf das, was in diesem neuen Jahr vor ihnen liegt. Manches wurde längst festgelegt, wie der Termin zum Abitur oder zum Examen, die Hochzeit oder der Beginn der Rente. Anderes setzen wir uns selbst als Ziel, das wir erreichen wollen. Manches hat uns lange genug auf dem Magen gelegen, sodass wir jetzt endlich selbst für Veränderungen sorgen wollen.
Uns allen wünsche ich, dass etwas Gutes aufbricht, sprießt, blüht und Frucht trägt.

 

Verlinkt mit Holunderblütchen.

aufmerksam

Die einzige Chance

.

„Marie, wir haben nur dieses eine Leben.
Das habe ich in diesem wahnsinnigen Krieg gelernt.
Das hier ist keine Hauptprobe, das hier ist die eine, die einzige Aufführung,
die wir in diesem Leben haben.
Das dürfen wir doch nicht vergeuden.“

 

Gartenschau

 

aus: Katrin Tempel, „Mandeljahre“

aufmerksam, glaubhaft

Immer für Überraschungen gut

Fensterbank

 

Das Leben ist immer für Überraschungen gut.
Unsere Fensterbank im Wohnzimmer illustriert das:
Der rote Krug ist ein Fundstück „von nebenan“. Bei uns im Viertel leben ganz normale Leute, weder arm noch reich, irgendwo in der gesunden Mitte. Wer bei sich aufräumt, stellt die ausrangierten (intakten) Gegenstände mit einem Schild „Zu verschenken“ vor die Tür oder neben die Mülltonnen. So kam ich zu diesem Prachtstück von Glaskrug, echte Handarbeit. Er steht als roter Akzent fast durchgehend auf der Fensterbank, um den tatsächlichen roten Faden der Inneneinrichtung fortzuführen.
Was ist dir schon in die Hände gefallen, wofür du nichts getan hast und dankbar bist?

Die Sukkulente wurde mir von einer trendbewussten Freundin geschenkt. Obwohl ich eigentlich der „florale Typ“ bin und mir sachlich-schlichten Pflanzen fremd sind, wurde das Geschenk das Herzstück einer skandinavisch wirkenden Gestaltung auf der Fensterbank.
Was ist dir vor die Füße gelaufen, womit du erst nichts anfangen konntest und jetzt dankbar darüber bist?

Von einer Patientin bekam ich vor langer Zeit den rustikalen kleinen Topf mitsamt kleiner Narzissen. Ich fand ihn bisher oft zu klein, aber für den Hauswurz passt der Topf perfekt.
Welche Kleinigkeiten hast du bisher zu wenig geschätzt?

Die beiden kleinen Hauswurz-Exemplare stammen aus diesem selbstgemachten Gesteck. Genau die beiden Kleinen machen aus dem einzelnen Blumentopf eine interessant wirkende Gruppe.
Welche „kleinen“, unauffälligen Personen in deiner Umgebung tragen wesentlich zum Gelingen deiner Arbeit, deines Freundeskreises, deiner Familie bei?

Die wunderschöne, künstlerische blau-weiße Vase stammt aus einem skandinavischen Geschäft in Cuxhafen. Ich liebe die Glasbläsereien in Dänemark und Schweden, nur die stolzen Preise halten mich ab. Umso mehr freute ich mich, bezahlbare Gebrauchskunst zu entdecken und hüte diese Vase seit Jahren.
Welchen Schatz besitzt du schon lange und könntest in mal wieder entstauben, um dich daran zu freuen?

Die Tänzerin entspricht einerseits einem persönlichen Motto von mir, das sie mir als Erinnerung plastisch vor Augen hält. Andererseits wünsche ich mir seit langem eine „echte“ Skulptur, handgemacht. Die Tänzerin gilt als Annährung an diesen Wunsch, mal schauen, wann er sich erfüllt…
Welchen Wunsch möchtest du dir, bei aller Dankbarkeit über dein Leben, noch erfüllen?

 

Fensterbank im Regen

 

Die Gestaltung der Fensterbank und meine Gedanke teile ich heute bei Rund ums Weib.

aufmerksam, glaubhaft

Unzufrieden?

 

Unser Unglück ist, und wird immer sein,
dass wir mit Gott und dem, was er uns gibt,
unzufrieden sind.
Wir hungern nach etwas anderem, nach mehr.

Ann Voskamp

.

Torhaus

aufmerksam, glaubhaft

Raum für neue Ideen

dnemark241

 

Im Urlaub habe ich Ideen gesammelt – allerdings nicht die, die ich als Aufgabe mitgenommen hatte. Eine einzige der geplanten „Das denke ich mir in Ruhe im Urlaub aus“-Aufgaben habe ich erledigt, alle anderen schienen unterwegs noch unattraktiver als Zuhause…. Weshalb ich sie schön bleiben ließ, die Ferien sollten wir uns niemals selbst verderben. 😉

Anregungen für Momente, in denen Einfälle Lust haben könnten, zu uns zu kommen:

1.) Ein klassisches (oder anderes) Konzert genießen und dabei die Gedanken wandern lassen.
Wie mein Mann und ich feststellten, kann ein Live-Konzert zu fruchtbaren Ergebnissen führen:
Wir saßen in einer kleinen Dorfkirche aus dicken Feldsteinen mit weiß gekalkten Wänden. Um uns herum nichts als heller Raum (die Kirchen im Norden sind angenehm schlicht) und viele Senioren, die andächtig lauschten. Vorne eine talentierte Harfenistin, die sanft bis temperamentvoll spielte. So dachten wir beide, unabhängig von einander, über alles Mögliche nach und kamen auf gute Lösungen. Natürlich hatten wir geplant, ebenso andächtig wie die örtlichen DorfbewohnerInnen zuzuhören, aber das angenehme Pling-plong-plangplang-pling-plong der Harfe stellte sich als sehr inspirierend heraus. Bei einem Blasorchester oder einem Orgelkonzert wären wir sicher weniger dazu gekommen, über dies und das nachzusinnen.

2.) Allein eine sehr lange Radtour (oder Wanderung) unternehmen, die einen zwingt, sich unterwegs gedanklich zu beschäftigen. Eine kurze Radtour ist zu schnell vorbei, zu zweit ist es zu lustig. Aber allein bei brüllender Mittagshitze quer über´s Land zu radeln oder bei unaufhörlichem Nieselregen gegen den Wind anzutreten: Das fördert das menschliche Gehirn in seiner Kompetenz, sich gründlich abzulenken, statt verrückt zu werden und aufzugeben. Denn mitten im ländlichen Nichts das Rad in den Graben zu schmeißen war bekanntlich noch nie eine sinnvolle Lösung.

3.) Ungewollte Ideen begrüßen, statt erwartete Einfälle zu erzwingen.
Ich hatte mir in den Urlaub ganz konkrete Aufgaben mitgenommen, um die Zeit gut zu nutzen und weil ich annahm, ich würde mich damit gern beschäftigen. Ich verlor einige Tage Zeit damit, mich über mich selbst und meine fehlenden Inspirationen aufzuregen. Dann verlor ich Zeit, um mich über meine fehlende Disziplin im Urlaub zu ärgern (schließlich hatte ich doch den GANZEN TAG ZEIT, um Sinnvolles zu schaffen, also?! Warum ging es nicht???). Als nächstes verlor ich Zeit, mir einzureden, dass die Inspirationen, die stattdessen ungeplant kamen, blöd und sinnlos seien. Am vorletzten Tag des Urlaubs setzte ich mich hin und schrieb einen ganzen Haufen Papierbögen mit meinem Einfall voll. Völlig egal, was daraus wird, ich habe meine Kreativität letztlich doch in die Realität entlassen, auch wenn das Ergebnis nur „Spaß“ war und nicht in Geld zu verwandeln ist.

aufmerksam, glaubhaft

Schwarze Bohnen für mehr Dankbarkeit im Alltag

Vor Kurzem hörten wir im Gottesdienst eine Predigt zum Thema „Dankbarkeit“, die der Pastor einer benachbarten Gemeinde hielt. Aus seiner Heimat hatte er kleine, schwarze, getrocknete Bohnen mitgebracht. Er ließ sich einen Kollekten-Korb geben und leerte sie hinein, um sie dann durch die Sitzreihen gehen zu lassen. JedeR durfte sich circa zehn Exemplare heraus nehmen und in die linke Hosentasche stecken.
Bei jedem Grund zu danken, erklärte uns der Pastor, sollten wir eine Bohne aus der linken Tasche in die rechte wandern lassen. Am Abend sollte wir anhand des Inhalts der rechten Tasche nachvollziehen und erinnern, was im Laufe des Tages Positives passiert war.
So weit so gut.
Was mich besonders berührte, war, dass die Beispiele des Predigers wenig mit seinem eigenen Ego zu tun hatten. Wo ich mich über positive Dinge freue, die mir selbst passieren, nannte er ganz andere Beispiele: Dankbarkeit, jemandem geholfen zu haben. Dankbarkeit, einem Obdachlosen etwas Geld gegeben zu haben – wie schön, dass er genug hat, um etwas davon teilen zu können!
Allein die Idee, für das zu danken, was ich geteilt habe, unterschied sich sehr grundlegend von der Idee, dafür zu danken, was ich Gutes erlebt und bekommen habe.
Wieder ein Beweis dafür, wir egozentrisch wir WesteuropäerInnen sogar in unserer Dankbarkeit sind…