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Halli Galli in Tüten: Mit 220 ChristInnen nach Römö

Die letzte Woche hatte ich mit 220 Menschen aus meiner Kirchengemeinde Spaß auf Rømø. Und obwohl wir so viele Leute waren, fiel mir ständig auf, wer fehlte und wen ich gern dabei gehabt und bessern kennengelernt hätte… Wir waren in einem erstklassigen Resort untergebracht, dank der Gruppengröße waren die Preise der Ferienhäuser sehr fair. So stylisch und hochwertig habe ich selten Urlaub gemacht, und täglich unbegrenzt Wellness genießen zu können, war ein zusätzliches Highlight.

Alle Programmpunkte von Gottesdienst bis Sport und Kreativangeboten war selbstorganisiert und freiwillig. Nur der erste Strandspaziergang ist traditionell Pflicht für alle 🙂
Natürlich habe ich mich im Vorhinein gefragt, ob es nicht langweilig wird, täglich morgens Gottesdienst zu feiern (mit Ausnahme des Ausflugstags). Tatsächlich empfand ich es als schönen Start in den Tag, nach dem Frühstück mit meiner Mitbewohnerin zum Konferenzsaal zu laufen und mit Gott und allen anderen Gemeinschaft zu haben. Auch, wenn das Ausschlafen dadurch viel zu kurz kam… 😉


Meine Mitbewohnerin und ich waren beide das erste Mal dabei und genossen die Ruhe in unserem Haus, wo wir uns entspannt zurückziehen konnten, wenn wir eine Auszeit vom Trubel brauchten. Wir wurden von anderen zum Essen eingeladen, bekamen Reste vorbei gebracht oder wurden spontan selbst zum Gastgeber, wenn Freunde auf dem Weg nach irgendwo bei uns vorbei kamen und ein paar Stunden blieben. Das Thema der Woche lautete „Wenn Gott zum Essen kommt“, wurde in jeder Predigt mit einem anderen Bericht aus der Bibel behandelt und passte perfekt.

Ein dickes Programmheft informierte über die täglichen Aktivitäten und listete auf, wer in welchem Haus wohnte.
Nach dem Gottesdienst starteten die Sportangebote: Fußball, Ultimate Frisbee, Zumba, Basketball, Workout und Joggen.
Am Nachmittag trafen sich viele im „Cafehaus“, das jeden Tag in einem anderen Ferienhaus stattfand und offen für neue Begegnungen war. Die Kinder hatten ein riesiges Extraprogramm, während die Erwachsenen Spaß und Bildung genossen: Ein Führungskräfte-Workshop, das Quiz der 80ger und 90ger Jahre, Bible Art Journaling, Vorträge, Tanzkurs mit den Hamburger Meistern, eine Diskussionsrunde, Running Dinner, Golf auf dem Platz vor der Haustür, eine Kleider-Tauschbörse, ein Brettspiele-Turnier und Whisky-Tasting waren nur der Anfang.
Alles organisiert und gestaltet von Menschen aus der Gemeinde, wir brauchten nur pünktlich im passenden Gruppenraum oder Ferienhaus auftauchen.


Unbedingt wollte ich mal wieder reiten, am liebsten einen Ausritt am Strand. Leider war der Strand an dem Tag überflutet, als wir mit den Isländern unterwegs waren. Daher ritten wir durch den Wald, was nur mittelspannend war, aber immerhin saß ich mal wieder auf einem Pony. Als wir zu Beginn auf der Koppel ankamen, goss es in Strömen und fing zu hageln an. Mein Begleiter, ein iranischer Flüchtling und ich, beteten für einen sonnigen Ausritt – und genau den bekamen wir.

Überhaupt wurden wir als Gemeinschaft ständig mit allem versorgt, was wir brauchten. Es gab viel mehr Sonnentage, als im Wetterbericht angesagt. Als ich keine Zeit für ein ausgiebiges Mittagessen hatte, bekam ich von der Nachbarin eine Schale Gulasch, die bei ihrem Essen übrig geblieben war. In einem Cafe in Ribe kam ein Mann an unseren Tisch, der uns auf deutsch über den Weg zur Insel Mandø aufklärte und von dessen Smartphone wir die Tidetabelle abfotografieren konnten, die ich im Internet nicht hatte finden können. Und das nur, weil er mitbekommen hatte, wie ich meinen Freundinnen erfolglos versucht hatte zu erklären, wie man bei Ebbe am besten durch das Watt mit dem Auto fährt.
So viel Segen und gute Begegnungen haben wir erlebt, dass ich gar nicht mitzählen konnte.

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So schöööön: Mein Leben in der neuen Kirche

Hach, war der Sonntag heute schön:
Unser Sommerurlaub ist dieses Jahr sehr spät, sodass wir immer noch durchhalten müssen, während die meisten schon wieder erholt aus den Ferien zurück kommen. Das wusste Gott natürlich, und nachdem ich ihn gestern inständig gebeten habe, mich innerlich zu erfrischen und zu stärken, folgte die Gebetserhörung direkt heute. Dank des Marathons rund um mein erstes Buch war ich das erste Jahr in der neuen Gemeinde oft in einem Besuchs-Modus: Ich komme zwar, und das gern, aber ich kannte nur eine Handvoll Leute. Für jede Form von tieferem Engagement fehlten mir die Kapazitäten, und das fand ich auch in Ordnung so. Es ist, wie es ist.
Letzten Sonntag klärte sich endlich die Frage, mit wem ich im Oktober eine Woche Gemeindefreizeit auf Rømø verbringen werde: Eine alleinstehende Frau, ebenfalls das erste Mal dabei, und ich werden uns ein Ferienhaus teilen. So haben wir beide ein eigenes Zimmer und so viel Ruhe und Platz, wie angenehm für uns ist. Vom Frühsport um 7:00 Uhr bis zur Mitternachts-Sauna wird es sieben Tage lang Halligalli ohne Ende geben. Wir sind beide sehr froh, eine ruhige Oase zu zweit zu haben und uns zurückziehen zu können.
Heute entdeckte ich vor Beginn des Gottesdienstes eine Frau, mit der ich mich die letzten beiden Sonntage unterhalten hatte, und winkte sie mit ihrem Mann zu mir. Später wurde ich von drei verschiedenen Gruppen gefragt, ob ich mit ihnen Essen kommen würde (einmal griechisch, einmal portugiesisch und einmal italienisch) und die Option, auf der Alster zu segeln, stand ebenfalls im Raum. Meine Essensgruppe kannte ich nur zur Hälfte, aber es war einfach so eine entspannte, lustige Stimmung, dass ich mich total wohlfühlte.
Meine Gedanken und Empfindungen wurden ernst genommen und bestätigt, was absolut nicht in jeder christlichen Gruppe beim spontanen Essen der Fall ist – und jenseits des gläubigen Umfelds schon gar nicht.

Trotz der Hitze und einem Bistro direkt an einer Hamburger Hauptverkehrsstraße habe ich heute rundum auftanken können und mich von weitgehend fremden Menschen total willkommen und akzeptiert gefühlt. So soll Gemeinde sein: Statt kleinlich auf oberflächlichen Unterschieden zu beharren oder Cliquenwirtschaft zu betreiben, Menschen mit offenen Armen begrüßen und ehrlich über den Glauben sprechen. Dann natürlich auch unterschiedliche Sichtweisen und Lebenserfahrungen stehen lassen können, auch ohne gemeinsamen Konsens zusammen lachen können. Und einfach spontan sein, miteinander aufbrechen, einander einladen, das Leben teilen, Hilfe anbieten. So hat Gott sich das vorgestellt.

Hier habe ich den Auftakt zum Thema „Auf der Suche nach einer neuen Kirche“ geschrieben.

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Zusammen durch das Raster fallen

Seit geraumer Weile frage ich mich, ob tatsächlich in allen Kirchengemeinden die Frauen in meinem Alter schneller gebären, als man gucken kann. In meinem Bekanntenkreis „geht der Trend zum Vierten“, denn alle, die drei Kinder haben wollten, haben bereits drei. Von mir aus können ja alle gebären, so viel sie wollen. Als überzeugte Nicht-Gebärende frage ich mich jedoch, ob es nicht irgendwo noch ein paar Singles und kinderlose Paare in der christlichen Landschaft gibt. Denn mit all den Kindern ändern sich die Lebenswelten völlig, und viele eher lose Bekanntschaften lösen sich komplett auf. Gute Freundinnen ziehen mit ihren Kindern raus ins Grüne, sodass zumindest ein gelegentlicher Anruf bleibt. Aber hier und heute, in meinem Alltag, wo sind da Menschen meines Alters, mit denen ich mich über Gott und die Welt austauschen kann? Ganz offensichtlich nehmen alle um mich herum den Auftrag, „sich zu vermehren“, sehr ernst.
Doch gibt es nicht noch irgendwo Paare, die genau wie wir keine Lust drauf haben? Die „Ja“ zum Glauben sagen und „Nein“ zur klassischen Familie? Hallo, dies ist Hamburg, da können doch nicht alle in Reihenhäuser umziehen und unter Windelbergen verloren gehen!
Bis vor Kurzem gab es EmwAg, „Es muss was Anderes geben“, die Initiative von Astrid Eichler für christliche Singles in allen Altersstufen. Inzwischen heißen sie „Solo & Co“, aber ich finde den Titel auch jenseits der Dilemmata von Alleinstehenden gut und passend. Denn nicht nur Singles stehen in der Kirche, die weiterhin auf ein traditionelles Familienbild baut, oft alleine da. Auch absichtlich kinderlose Paare geraten jenseits der dreißig schnell zum Unikum. Wie gesagt, gebärt, so viel ihr wollt, meine Frage ist nur: Was bleibt für die anderen?
Wenn es in jeder Gemeinde nur ein kinderloses Paar Mitte dreißig gibt, bleibt jedes für sich allein. Wenn sich aber all die Paare zusammentun, dann gäbe das eine tolle Truppe, da bin ich mir sicher!
Also, wer aus Hamburg hier mitliest: Ihr seid nicht allein, auch anderswo fallen Leute wie wir aus dem Raster. Lasst uns zusammen durch die Maschen an einen Ort fallen, der uns gefällt und den wir gestalten! Ich freue mich über gute Ideen, die mich mit dem Kontaktformular erreichen…

 

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Innehalten und genießen

Und dann muss man ja auch noch Zeit haben,
einfach dazusitzen
und vor sich hin zu schauen.

 

Alles war so schön,
dass man es einfach nicht ertragen konnte,
es allein anzusehen.

Astrid Lindgren

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Gottes Geschenke genießen

 

„Jesus ist gekommen und hat uns das gute Leben versprochen.
Warum aber konzentrieren wir Christen uns dann hauptsächlich darauf,
das schlechte Leben auf Abstand zu halten?“

Gary Thomas in „Alles. Für dich. Gottes Geschenke genießen.“

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„Lass dich von Gott mit seiner Freude, seinem Vergnügen und seiner Freundschaft überzeugen, und du wirst sehr viel weniger anfällig dafür sein,
von den falschen Vergnügen der Sünde getäuscht zu werden.“

Juliana von Norwich, Mystikerin des 14. Jahrhunderts

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„Gott als Geber vieler Gaben würde gerne sehen, wie wir Tränen der Freude und Dankbarkeit weinen, wenn er uns Geschenke macht, die uns freuen.
Wenn wir diese Welt und unser Leben als ein Geschenk unseres liebenden Schöpfers sehen – und jeder Christ sollte das -, sollten wir diese Gaben ehren, indem wir sie genießen.
Gott hat uns Geschmacksknospen gegeben, Nervenenden, die Fähigkeit zum Lachen, die Fertigkeiten um etwas zu erschaffen, Augen zum Staunen, eine Nase zum Riechen und Hände zum Fühlen. Wir geben ihm je mehr davon zurück, je mehr wir uns an diesen Gaben erfreuen.“

Gary Thomas in „Alles. Für dich. Gottes Geschenke genießen.“

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Entspannt Gastgeberin sein, Trick 2

Maritimes Fest

 

Zweiter Trick: Die eigene Persönlichkeit umarmen

Wenn ich Gäste habe, liebe ich es, für eine angenehme Atmosphäre zu sorgen. Für mich gehört ein Deko-Konzept dazu, das in der Vorbereitung die meiste Zeit in Anspruch nimmt. Ich liebe Motto-Parties und stelle gern gemeinsame Zeit unter ein Thema. Als Grundlage definiere ich die Stimmung, die ich wecken möchte: Stilvoll, fröhlich, natürlich, leicht oder festlich. Entsprechend wähle ich Farben aus, die die Basis in Form von Tischtuch, Stuhlhussen und Kissen, Servietten und Raumdekoration bilden. Dazu sammle ich aus meinem Fundus Geschirr und Accessoires, kümmere mich um Blumen und bastle dekorative Blickpunkte. Auch die Nahrungsmittel sollen in das Setting passen und werden entsprechend ausgewählt und zubereitet.
Als Ergebnis sehen meine Tafeln und das umgebende Wohnzimmer interessant, elegant oder lustig aus. Oft erlebe ich, dass Gäste einerseits begeistert und andererseit neidisch sind. Viele vergleichen die eigenen Talente, es sich und Gästen gemütlich zu machen, mit meiner Begeisterung für Raumgestaltung.
Das finde ich ausgesprochen schade.
Die wenigsten realisieren, dass ich dafür andere Dinge nicht kann:
Ich habe keinerlei Übung im Backen, weshalb ich grundsätzlich den Bäcker meines Vertrauens besuche.
Ich habe ebenso überhaupt keine Ahnung von Weinen und sonstigen Spirituosen, einfach weil ich keinen Alkohol trinke.
Auch mehrgängige Menüs serviere ich nicht, weil ich dann nur noch in der Küche stehe und keine Aufmerksamkeit für Freundinnen erübrigen kann. Entsprechend bereite ich alles vor, niemand wird mich live an offener Flamme etwas flambieren sehen.
Wie viele von euch haben keine Ahnung von Floristik und Design, produzieren aber locker aus dem Handgelenk die schönsten Torten? Oder die leckersten Radieschen-Schäumchen? Oder sind die liebevollsten, aufmerksamsten Gastgeberinnen, die sich frau nur wünschen kann?

Schluss mit dem Neid, jede von uns hat Talente, über die sich Gäste freuen!

 

Maritimes Fest

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Zu Besuch bei Gott

 

Der Christ hat nichts anzubieten aus einem Vorrat, über den er verfügt.
Er hat nichts gesammelt.
Er ist nur Gast am Tisch des Herrn, und als Botschafter des Evangeliums
lädt er die anderen dazu ein.

Afrikanisches Sprichwort
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aufmerksam, glaubhaft

Weisheit teilen

Erneuere auch unser Herz
und gib uns den Geist
der Klarheit und des Muts
denn das Gesetz des Geistes
der uns lebendig macht in Christus
hat uns befreit
von dem Gesetz der Resignation

Lehre uns die Kraft
der kleinen Leute zu spüren
und keine Angst mehr zu haben
wenn wir widersprechen

Erneuere auch unser Herz
und lass uns wieder miteinander reden
lehre uns zu teilen statt zu resignieren:
das Wasser und die Luft,
die Energie und die Vorräte
zeig uns, dass die Erde dir gehört
und darum schön ist

Dorothee Sölle

 

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