aufmerksam, feminin, kreativ

Atelierbesuch bei einer Hamburger Illustratorin


Heute besuchen wir einen geheimnisvollen Ort: Mitten in Hamburg, aber scheinbar aus der Zeit gefallen… in einer alten psychiatrischen Klinik.
Noch dient das „Kreativikum“ diversen KünstlerInnen als Arbeitsplatz und Treffpunkt. Doch in wenigen Jahren werden auch hier teure Wohnungen entstehen: Die Gentrifizierung greift weiter um sich. Ursprünglich sollten die Ateliers den Stadtteil aufwerten und frischen Wind nach Eilbek bringen. Inzwischen lässt der Betreiber „Hamburger Kreativ Gesellschaft“ die MieterInnen im Stich, die bis zum Baubeginn das Quartier beleben sollten.

Jetzt klettern wir erstmal das steile Treppenhaus hinauf und besuchen eine Freundin aus meiner neuen Gemeinde, in der sich viele schreibende, zeichnende und musizierende Menschen Zuhause fühlen. Wenn auf dem Blog „Meine Quilts und ich“ sich mal wieder kreative Damen gegenseitig in ihren Ateliers besuchen, bin ich immer neidisch und möchte gerne mitmachen. Heute bringe ich Angela Glökler zur Mittagspause ein Picknick mit und darf ihre Zeit stehlen, um mich bei ihr umzuschauen.

Verglichen mit meinen Rezensionexemplaren platzen ihre Bücherregale vor lauter Buchstaben und Bildern. Auch Übersetzungen in andere Sprachen mischen sich zwischen die Vorlesebücher, bis nach China haben ihre Illustrationen es geschafft.

Text vom Lioliola-Lied von Fredrik Vahle

Natürlich zeichnet Angela weiterhin erste Entwürfe auf Papier, aber die meisten Bilder entstehen am Computer. Besonders lustig fand ich die Ideen, die das Lektorat des Schulbuch-Verlags aus Angelas Entwürfen gezaubert hat: Dort wurde die Hauptfigur eines Deutschbuchs für Grundschüler vom weißen Hai gejagt oder in einer Hängematte auf einer Insel ausgesetzt.
Ich wünsche Angela für ihre Aufträge weiterhin viele herzerwärmende Ideen und immer einen flotten Arbeitsfluss 😉 Solange träume ich weiter von einem Arbeitgeber, der mir absolut-notwendiger-Weise ein Atelier für meine Arbeit zur Verfügung stellt. Ich würde es auch mit netten KollegInnen teilen…

aufmerksam, feminin

Buchempfehlung: „Hygg Hygg Hurra! Glücklich wie die Dänen“ von Helen Russel

Das letzte Mal, als ich auf dem Balkon saß und vor Lachen schrie, war „Bridgets und Joans Tagebuch: Auf der Suche nach dem Toyboy“ schuld. Ein bitterböses, extrem lustiges Buch über zwei agile Witwen und ihr ungebührliches Treiben im Magnolia Seniorenheim.
Wieder brachte mich eine kluge und lustige Engländerin zum Lachen, diesmal allerdings in meinem Alter und autobiografisch: Der Mann von Helen Russel bekommt eine Stelle in der Firmenzentrale von LEGO angeboten. Beide arbeiten wie verrückt in der Londoner City, können sich dennoch nur ein winziges Souterrain-Appartement leisten und sind völlig am Ende ihrer Kräfte. Dennoch finden sie ihr Lebens- und ihr Arbeitstempo völlig normal, schließlich geht es allen so. Dass Helen ständig krank ist und es mit der ersehnten Schwangerschaft trotz vielen Behandlungen nichts wird, belastet sie. So fällt nach langem Zögern die Entscheidung, es ein Jahr lang in Dänemark zu versuchen.

Als Journalistin arbeitet Helen von zu Hause aus, sodass sie in der verschneiten dänischen Provinz zum Jahresbeginn erstmal keinerlei Kontakt zu den Nachbarn hat. Alle machen es sich im Januar „hygge“ (gemütlich), die Kleinstadt wirkt wie ausgestorben. Nur die Bäckerei bietet eine endlose Folge von köstlichen Plunderteilchen, Puddingschnecken und Zuckerbretzeln, mit denen sie dem dunklen dänischen Winter trotzen. Helen interviewt für ihre Artikel ständig diverse einheimische Profis zu allen Themen des Lebens, sodass die Leserin einen guten Einblick in die dänische Mentalität bekommt. Sie ist ganz anders als das englische Lebensgefühl, sodass viele lustige Situationen entstehen.
Überhaupt schreibt die Autorin so ehrlich und humorvoll über ihr oft holpriges Einleben in Skandinavien, dass es sehr viel Freude macht, sie dabei zu begleiten.
Jeder Monat wird in einem Kapitel behandelt, und am Ende notiert sie ihre gelernten Lebenslektionen. Da die Dänen seit vielen Jahren an der Spitze der glücklichsten Länder stehen, möchte sie natürlich endlich lernen, wie man so glücklich wie die Skandinavier wird.
Wer sich einstimmen möchte: Die Dänen singen sehr gerne, und lieben ihr Land. Es gibt also jede Menge Lieder über geliebte VOLVOs, geliebtes dänisches Weihnachtsbier, das geliebte dänische Vaterland und überhaupt über alles Dänische.

Der Mann der Autorin berichtet aus der LEGO-Zentrale, was an einem typischen Freitag mit morgendmad passiert:

>>Reihum backt jeder mal Kuchen und Brötchen und bringt sie mit ins Büro. Einer der Kollegen ist dafür extra um vier Uhr morgens aufgestanden.“
„Der Ärmste. Dabei gibt es hier so gute Bäckereien..“ Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass ich das dänische Gebäckuniversum nennenswert bereichern könnte, indem ich zwei Stunden früher aufstehe.
„Wie auch immer, mooaarrnnssmell zog sich eine Stunde hin, dann hatten wir eine Besprechung, in der beschlossen wurde, dass wir noch eine Besprechung brauchen, bevor wir eine Entscheidung treffen können, dann hatte ich noch eine Besprechung, bei der es Kuchen und Kaffee gab, und dann gingen alle um halb zwölf zum Mittagsessen. Naja, und hinterher gab es dann Kuchen, weil irgendwer Geburtstag hatte. Danach haben alle angefangen, fürs Wochenende zusammen zupacken.“
„Echt harter Tag…“ brumme ich sarkatisch.
„Ja, wirklich, ich bin pappsatt,“ sagt er, ohne eine Miene zu verziehen, lässt sich aufs Sofa fallen und fängt an, in einem Einrichtungsmagazin zu blättern. (…)

Lego Man (der aktuelle Name des Ehemanns der Autorin) holt mich ab und führt mich durchs Büro, wo wir an Besprechungszimmern vorbeikommen, die alle nach Spielzeug benannt sind. Beruhigend zu wissen, nachdem ich meinen Mann schon ein paar Wochen lang über „9:30 Uhr im Tinnsoldaten (Zinnsoldaten) und danach eine Sitzung im Bamse (Teddybär)“ habe reden hören. Auf jedem Besprechungstisch steht in der Mitte eine große Glasschüssel mit Legosteinen, was die Mitarbeiter animieren soll, während der Besprechung etwas zu bauen. „In manchen Meetings verstehe ich kaum ein Wort, so laut ist es, wenn die Leute in der Schüssel nach dem passenden Stein wühlen,“ sagt Lego-Man.<<

Am Ende des Jahres sind die beiden Engländer zu dritt, so entspannt und fröhlich wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr und verlängern das Experiment um ein weiteres Jahr.
Kein Wunder, ich bin in Skandinavien (oder dem nördlichsten Zipfel Deutschlands) auch immer am glücklichsten. Die perfekte Lektüre für den Sommerurlaub, für mehr Lebensqualität im Alltag oder für graue Novemberabende zum Aufmuntern.

aufmerksam, feminin, glaubhaft

Erntezeiten: Geschenke und liebe Worte

Gestern schrieb ich einer ganz wunderbaren Frau aus der Gemeinde noch das Gedicht „Erntezeiten“, damit sie die letzte Etappe zum Schuljahresende trotz Stress genießen kann. Und prompt hatte ich selbst heute das Gefühl von Erntezeiten:
Bisher habe ich zum Geburtstag noch nie so viele Geschenke aus dem Kollegium, herzliche Glückwünsche und Aufmerksamkeiten der Damen und Herren der Residenz erhalten. Natürlich werde ich von den BesucherInnen meiner Angebote regelmäßig gelobt. Durchschnittlich jeden Tag. Aber mein Einsatz für ein harmonisches Arbeitsumfeld schien im Kollegium kaum aufzufallen. Dass ich stets Frieden bewahre und sehr gut überlege, was ich wie sage und was besser nicht, ist ja kein Gottgegebenes Talent. Geduldig und freundlich zu sein, auch bei klaren Worten, kostet mich viel Energie – besonders, wenn sich viele eben nicht durch ein adäquates Benehmen auszeichnen. Weder bei den SeniorInnen noch im Kollegium.
Und dass ich ständig neue Veranstaltungsthemen und -formate erfinde, steht nicht in meiner Arbeitsplatzbeschreibung. Das tue ich aus kreativer Eigeninitiative, obwohl es hundertmal mehr Arbeit macht, als routinemäßig das Gleiche anzubieten. Wem fällt das eigentlich mal positiv auf?
Umso mehr freue ich mich über die folgenden Zeilen einer alten Dame:
„Wir gratulieren Ihnen ganz doll und wünschen Ihnen von ganzem Herzen alles alles Gute. Sie wissen schon, Gesundheit, starke Nerven, Gehaltserhöhung, den Humor behalten und nur liebe Menschen rund herum.
Wir sind alle sehr sehr froh, daß es Sie gibt. Ehrlich.“

aufmerksam, glaubhaft

Buchempfehlung: „On fire“ von John O`Leary

Am ganzen Körper brannte John O`Leary als neunjähriger Junge, nachdem er mit Benzin und einem Streichholz gespielt hatte. Komplett brennend rannte er ins Haus, sodass es ebenfalls Feuer fing. Sein großer Bruder rollte ihn in die Schmutzmatte des Eingangs, um die Flammen zu ersticken, und seine kleine Schwester lief drei Mal ins qualmende Haus zurück, um eine Tasse mit Wasser zu füllen und ihm ins Gesicht zu kippen. Trotz Verbrennungen am ganzen Körper, die nur offenes Fleisch zurück ließen, überlebte John. Dank des kalten Wassers der Schwester ist sein Kopf das Einzige, das halbwegs normal aussieht. Nach sehr vielen Operationen, langen Monaten im Krankenhaus und der Amputation seiner Finger konnte er schließlich nach Hause zurück, um sich langsam wieder einen halbwegs normalen Alltag zu erkämpfen.
Mehrere Jahrzehnte später schrieb John ein Buch: „On fire. Das Leben lieben lernen“, wobei der englische Titel noch passender ist: „The 7 Choices to Ingnite a Radically Inspired Life“ (Sieben Entscheidungen, um ein wirklich inspirierendes Leben zu entzünden) Während John abwechselnd von seiner Krankheitszeit als Kind und seinem heutigen Leben erzählt, stellt er die LeserInnen vor sieben Fragen, deren Entscheidung wesentlich zu einem gelingenden Leben beitragen.

„Henri Nouwen, einer meiner Lieblingsautoren, sagte einmal:
>Wir unterscheiden gern zwischen unserem privaten und öffentlichen Leben und sagen: `Was ich privat tue, geht niemanden etwas an.` Aber jeder, der versucht, ein geistliches Leben zu führen, wird schon bald entdecken, dass das Persönlichste das Universellste ist, das Verborgenste das Öffentlichste…<
Was den Einzelnen betrifft, betrifft alle.
Das Licht, das im Innern brennt, soll der ganzen Welt leuchten. Zeiten, in denen wir zerbrochen und heil wurden, sind die Bereiche unseres Lebens, die uns mit unseren Mitmenschen verbinden. Wir mögen vielleicht in verschiedenen Nachbarschaften aufgewachsen und unterschiedliche Schulen besucht haben. Unsere Berufe und Familien unterscheiden sich. Aber wir alle kennen den Schmerz, der im Alleinsein steckt. Wir alle kennen die Angst, nicht geliebt zu sein.
Das sind die Bereiche, die uns zusammenbringen können. So oft stoßen wir Menschen von uns, aus Angst, dass sie die Probleme in unserem Leben nicht akzeptieren werden. Aber gerade die Probleme sind es, die wir gemeinsam angehen sollten. Sie sind es, die uns als Menschen miteinander verbinden.“

„Ich habe noch etwas Weiteres entdeckt: Wenn ich meine Maske ablege und andere in die dunklen Ecken meines Herzens hineinlasse, dann werde ich keineswegs weggestoßen, sondern die Menschen reagieren viel öfter mit den wunderbaren Worten: >Ach, dir geht es auch so?< Das eigene Leben zu lieben, vollkommen Feuer und Flamme dafür zu sein, bedeutet, dass Sie keine Angst davor haben, Ihrer eigenen Geschichte ins Auge zu blicken und sie anzunehmen – in aller Verantwortung. Dass Sie die Narben feiern, die Sie sich auf Ihrem Weg zugezogen haben, und dass Sie bereit und willig sind, Ihr Leben ehrlich zu leben.
Andernfalls werden Sie Ihre Geschichte nie als wirkliches Geschenk erfahren.
Sie werden die Kraft, die im Erfahrenen liegt, nicht erkennen. Sie werden die Schönheit Ihrer Narben nicht annehmen können.
Sie werden nie zu dem Licht, nach dem die Welt sich sehnt.“

„Jack hatte sich ganz bewusst entschlossen, ein zutiefst erfülltes Leben zu führen. Und somit ist er das perfekte Beispiel für die sechste Wahl, vor der wir stehen: Der Schlüssel zu wahrer Größe im Leben liegt darin, sich dafür zu entscheiden, Bedeutung statt Erfolg anzustreben. >Ich wünschte, ich könnte dir zeigen… dass dein Dasein ein ganz erstaunliches Licht ist.< Hafis von Schiraz“

Was du liebst, wird alles beeinflussen. Es wird bestimmen, was dich morgens aufstehen lässt, wie du dein Wochenende verbringst, was du liest, was dir das Herz bricht und was dich mit Freude und Dankbarkeit erfüllt. Verliebe dich, bleibe in der Liebe und das wird alles beeinflussen`, so Pedro Arrupe. Das ist eine wunderbare Beschreibung der Macht der Liebe. Sie steht für nahezu alle Bereiche.
Lesen Sie das Zitat noch einmal.
Und nun ein weiteres Mal, aber lassen Sie uns zuvor die Worte Liebe und lieben durch Angst und ängstigen ersetzen:
`Was dich ängstigt, wird alles beeinflussen. Es wird bestimmen, was dich morgens aufstehen lässt, wie du dein Wochenende verbringst, was du liest, was dir das Herz bricht und was dich mit Freude und Dankbarkeit erfüllt. Ängstige dich, bleibe in der Angst und das wird alles beeinflussen.`
Auch in dieser Lesart ist das Zitat zutreffend.
Ob Sie sich nun also dafür entscheiden, von Liebe oder von Angst bestimmt zu sein, wird alles beeinflussen, was in Ihrem Leben geschieht.“

aufmerksam, feminin, glaubhaft

Buchempfehlung: „Das wilde Herz der Ehe“ von Stacy und John Eldredge

Als Warnung vorab: Dieses Buch ist das mit Abstand beste Buch über gesunde und glückliche Ehen, das ich jemals gelesen habe. Wirklich. Und es ist eins der besten christlichen Bücher, das ich in den letzten Jahren in der Hand hatte. Garantiert.
Wenn ich also untypischer Weise sehr leidenschaftlich dieses Buch empfehle, liegt es daran, dass es mich absolut überzeugt hat. Und das kommt bei mir sehr selten vor.
Den Inhalt des Ratgebers in wenigen Sätzen verständlich und umfassend darzustellen, finde ich in diesem Fall sehr schwierig. Daher möchte ich einzelne Zitate für sich sprechen lassen:

„Mir wird bewusst, dass ich meiner Ehe ähnlich begegne wie meiner Gesundheit. Ich tue nur das Nötigste und hoffe, mit meiner Unvernunft und meinen Versäumnissen davon zu kommen, indem ich hier und da ein wenig Kommunikation und Romantik einstreue, so wie ich als eine Art Lebensversicherung ab und zu Vitaminpillen schlucke.“

„Und nun bedenken Sie Folgendes: Die Ehe ist der Zufluchtsort des Herzens.
Ihnen wurde das Herz eines anderen Menschen anvertraut. Egal, welche Mission Ihr Leben sonst noch hat – dieses Herz zu lieben und zu schützen, gehört zu Ihren größten Aufgaben.
Die Ehe beinhaltet das Privileg und die Ehre, dem Herzen eines anderen Menschen so nahe zu sein, wie man es überhaupt nur sein kann. Niemand sonst bekommt die Gelegenheit, so vertraut zusammen zu leben wie Mann und Frau in der Ehe. (…) Niemand übt einen größeren Einfluss auf die Seele Ihres Ehepartners aus als Sie. Niemand hat einen offeneren Zugang zum Herzen Ihres Ehepartners als Sie. Das ist eine ungeheure Ehre.“

„Verheiratet zu sein kostet Sie alles. Tränen. Schlaflose Nächte. Unglaubliche Verletzungen und Opfer. Die Ehe wird Sie dazu veranlassen, Ihr Herz und Ihre Seele, Ihre Sehnsüchte und Ihren Charakter genauestens unter die Lupe zu nehmen. Das tut weh. Das ist nicht leicht. Aber das wissen Sie ja bereits!
Natürlich kostet es uns alles, wenn wir lieben – denken Sie nur an das Kreuz. Doch die Liebe ist es immer wert.
Wir alle wissen, dass es schwer ist zu lieben. Die Ehe ist hart. Sie ist hart, weil sie angefeindet wird. Der Teufel hasst die Ehe. Er hasst das wunderschöne Bild von Jesus und seiner Braut, für das die Ehe steht. Er hasst die Liebe und das Leben und alles Schöne. Die Welt hasst die Ehe. Sie hasst Einheit und Treue und Ausschließlichkeit. Und auch unsere menschliche Natur ist in dieser Sache nicht unser Verbündeter – sie rebelliert dagegen, dass wir etwas anderes höher stellen sollen als uns selbst. Unsere menschliche Natur stirbt nur ungern.
Da haben Sie´s: Wir leben in einer großartigen Liebesgeschichte, die inmitten kriegerischer Auseinandersetzungen spielt. Wir brauchen einander – unbedingt.“

„Der erste große Schock der Ehe besteht darin zu entdecken, wie hart sie ist. Der zweite Schock folgt dem ersten meist auf dem Fuß: Beide Ehepartner sind ein ansehnlicher Scherbenhaufen. Warum muss er sich ständig verteidigen? Warum hat sie zu anderen Zeiten Lust auf Sex als er? Warum kann er keine Kritik vertragen? Warum klebt sie so an ihm? Was ist das für eine nur mühevoll unterdrückte Wut? Wo kommt diese Sucht her? Warum redest du nicht mit mir? Wer bist du überhaupt?!“

„Es beginnt damit, dass wir unsere Energie nicht mehr darauf verwenden, den anderen zu verändern (nach dem Motto: „Wenn du dich nur ändern würdest, könnte mein Leben so viel schöner sein!“), sondern Gott fragen: „Wo muss ich mich verändern?“

„So sind wir Menschen. Wir sind alle rissige Gefäße. Wie sandiger Boden. Wenn es ums Glücklichsein geht, ist unsere Seele wie ein Sieb, wie ein Reifen, in dem ein Nagel steckt, wie das Gedächtnis unseres Großvaters. Es scheint, als gäbe es in uns einen Obdachlosen, der mit seinem Einkaufswagen ziellos umher irrt.
Für eine Ehe ist das brutal.
Wir können den tollsten Sex haben, dass die Wände wackeln, aber ich will es am nächsten Morgen gleich wieder so haben. Das eine war gestern. Und was ist heute? Wir können die innigsten Gespräche führen, in denen unsere Seelen tief miteinander verbunden sind, doch Stacy will am nächsten Tag gleich so weitermachen.
Manchmal schaue ich Stacy morgens in die Augen, wenn sie die Küche betritt, und sehe ihre Frage: Ist mit mir alles in Ordnung? Stimmt unsere Beziehung? Und dann denke ich mir: Das gibt´s doch nicht. Wir hatten gestern so einen tollen Abend. Hat das denn überhaupt keine Bedeutung? Was braucht sie denn noch? Es kann einen mürbe machen. Immer noch nicht zufrieden?
Machen wir uns nichts vor: Wir sind unersättlich. In jedem von uns regt sich ein unermessliches Verlangen nach mehr. Eine schmerzliche Leere. Ein nicht enden wollender Hunger. Wenn wir uns nicht dessen bewusst sind und nicht wissen, wie wir damit umgehen sollen, wird unsere Unersättlichkeit großen Schaden anrichten.“

„Satan wird in der Bibel als äußerst aktive Bedrohung eingeschätzt, doch die wenigsten Menschen leben entsprechend. Mal im Ernst, wie viele Ehepaare kennen Sie, die bemerken, was Satan in ihrem Leben anrichtet, und die tatsächlich jeden Tag im Gebet dagegen angehen? Oder auch nur einmal in der Woche? Oder einmal im Monat?
Sie haben einen Feind. Ihre Ehe hat einen Feind.
Und ob Sie es glauben oder nicht, das ist eine gute Nachricht. Denn daraus folgt die Erkenntnis, dass Ihr Ehepartner nicht Ihr Feind ist.
Er ist nicht der Feind. Sie ist nicht der Feind. Wirklich nicht. (…)
Ja, manchmal fühlt es sich so an. Stacy und ich lebten jahrelang mit dem Gefühl ständiger Anklage. Sie „fühlte“ sich von mir angefeindet. Ich „fühlte“ mich von ihr angefeindet. Es war für uns eine ziemlich große Entlastung zu erkenne, dass dieses Gefühl, angeklagt und angefeindet zu werden, eigentlich nicht aus uns herauskam. Es kam von dem, den man nicht ohne Grund den „Ankläger“ nennt (Bibel, Offenbarung Kapitel 12, Vers 10).
Würde man uns zwingen, die „Top 3“ zu nennen, die einer Ehe am meisten weiterhelfen, so würden wir folgende Liste aufstellen:

  1. Finde deine Identität und Sicherheit bei Gott!
  2. Stell dich deiner Zerbrochenheit!
  3. Lerne, die geistlichen Attacken abzuwehren, denen deine Ehe ausgesetzt ist!

Wenn Sie nur diese drei Grundsätze beherzigen und nichts darüber hinaus tun, so werden Sie dennoch staunen, wie viel Freiheit, Liebe und Freude freigesetzt werden.“

So weit die Zitate aus den ersten Kapiteln des Buchs als Auftakt und Einladung, es zu lesen. Es lohnt sich!
Stacy und John Eldredge, „Das wilde Herz der Ehe“, Gerth Medien

aufmerksam, kreativ

Geschenke verpacken: Einfach und effektvoll

Einfach effektvolle Geschenke einpacken: Zwei Anregungen möchte ich heute zeigen.
Das erste Geschenk wickelte ich in blaues Papier mit glänzenden Schneeflocken. Vorn faltete ich das Papier zu einer breiten Spitze, dass es an einen Briefumschlag erinnert. Eine große weiße Schneeflocke stanzte ich aus festem Papier und setzte eine kleine silberne Schneeflocke darauf. Als Unterlage bekommen sie einen ausgestanzten Kreis mit Wellenrand. Sie schmücken die „Lasche“ des „Umschlags“ und dienen als Namensschild.

Das zweite Geschenk ist schlichter und ohne Glanzeffekte, also eher für Männer geeignet…
In grau-weißes Geschenkpapier mit Sternen wickelte ich auch dieses Geschenk mit einer Art Lasche ein, sodass es an einen Briefumschlag erinnert. Wieder benutzte ich den Kreis mit Wellenrand, den ich aus hellblauem Papier stanzte. Aus dem Kreis stanzte ich wiederum einen Stern, sodass das Geschenkpapier hindurch scheint. Weitere Sterne und Ministerne verteilte ich um den Kreis, der noch mit dem Namen des Beschenkten beschriftet wird.

Verlinkt mit CreaDienstag, HoT, Decorize, ein kleiner blog

aufmerksam, feminin, glaubhaft

Päckchen für Frauen im Rotlicht vorbereiten

Wie lebt eine Frau im Rotlichtviertel? Wie sieht ihr Alltag aus und worüber freut sie sich?
Anfang der Woche erhielt ich eine Mail von der Frau unseres Pastors mit der Bitte, Frauen im Rotlicht eine Freude zu machen. Anhand einer Einkaufsliste wurden wir gebeten, Päckchen für Prostituierte zu füllen. Sie werden in der Gemeinde abgegeben und bei einer Weihnachtsfeier den Frauen überreicht. Die Mail sprach mich sofort an, da ich mich sehr gut (oft zu gut) mit den Schicksalen anderer Frauen identifizieren kann. So schrieb ich mir die Einkaufsliste ab und versuchte, alles Benötigte in unserem Stadtteil zu kaufen – was tatsächlich gelang.
Wer eine ähnliche Aktion starten möchte: Folgende Produkte werden empfohlen, damit die Pakete möglichst ähnlich sind und es keinen Neid unter den Frauen gibt:
– Ein kleines Kuscheltier (wichtigster Bestandteil des Pakets)
– Handcreme
– Lippenpflege
– roter Nagellack
– schillernder Lidschatten
– Ohrringe mit „Blingbling“
– Schokolade
– Kaugummi
– Schal oder Handschuhe

In der Drogerie fand ich tatsächlich Ohrringe mit „viel Blingbling“, sie waren aber so lang und baumelig, dass ich fürchtete, einer der Männer könnte daran reißen und die Frau verletzen. Insofern entschied ich mich für glitzernde Stecker, die mir sicherer vorkamen. An der Kasse kommentierte die Verkäuferin die Ohrringe und ich erklärte ihr, wofür ich sie besorgte.
Sie daraufhin: „Naja, aber viel Blingbling ist da ja jetzt nicht…“
Ich: „Ja, es gab auch so ganz lange Ohrhänger mit Strass. Aber stellen Sie sich vor, ein Freier zieht der Frau an den Haaren und reißt ihr den Ohrhänger raus – ich meine, die Männer können ja auch grob sein… ich will doch keine Ohrringe verschenken, die ein Verletzungsrisiko darstellen…“
Wir schauten uns beide ziemlich ratlos an und waren einstimmig der Meinung, dass wir beide nicht beurteilen können, was eine Frau im Rotlicht erlebt und was sie sich wünscht.
Passender Weise zog ich zu Hause eine Karte von der Organisation aus dem Briefkasten, die sich weltweit gegen Menschenhandel einsetzt und der ich im November Geld gespendet hatte. Vorrangig Frauen und Kinder werden von Schleppern rund um den Globus als Prostituierte eingesetzt. Auch in Deutschland. Auch in unserer Nachbarschaft, wo niemand es vermutet.
Immerhin kann ich mit dem Päckchen zumindest einer Frau eine Freude machen, hoffe ich.

aufmerksam, kreativ

Ideen für Adventskalender oder ein Adventspäckchen zum Verschicken

Wer möchte im Advent einem lieben Menschen eine Freude machen?
Und wer möchte für ein Überraschungspäckchen rechtzeitig gute Ideen sammeln, damit alles besorgt und zusammen verschickt werden kann?
Zwischen den herrliche Äpfeln „Roter Mond“ aus den Vierlanden arrangiert, zeige ich sinnvolle und günstige Einkaufstipps zum Füllen eines Überraschungspakets oder Adventskalenders:
– Mehrere Teebeutel, einzeln verpackt. Wer schlau ist, kauft eine große Teepackung einer interessanten Sorte und bestückt gleich mehrere Adventspakete damit. Was übrig bleibt, trinken wir morgens oder zu einem Päuschen am Nachmittag einfach selbst…
– Ein Erkältungsbad, um gut durch den Winter zu kommen
– Müsliriegel für lange Arbeitstage oder Ausflüge
– Brausepulver, um trübe Tage aufzupeppen
– Für ältere Mitmenschen sehr geeignet: Fußmaske gegen trockene Winterfüße. Jüngere freuen sich stattdessen über eine belebende Gesichtsmaske zum Entspannen am Abend
– Ein Mini-Lebkuchen für Tage, an denen wir uns ein Stück Kuchen wünschen, aber der Bäcker schon geschlossen hat. Oder wir gerade auf gar keinen Fall noch einmal aus dem Haus wollen…
– Eine kleine Fingerpuppe wie der Schneemann oder ein Kuscheltier für diejenigen, die gerade ein bißchen Trost gebrauchen können
– Winzige Schokoladenengel als himmlischen Gruß
– Eine Packung Nussmischung, wenn das Gehirn einen gesunden Extraschub Nährstoffe braucht

Alles zusammen passt locker in einen Briefumschlag. Jetzt fehlt nur noch eine liebe Karte, und ab die Post!

Verlinkt mit CreaDienstag, Hot, DienstagsDinge, Sonntagsglück.

aufmerksam, kreativ

Geschenk für ein Richtfest gestalten

Überraschung!
Wir haben klammheimlich ein Haus gebaut, und jetzt ganz unter uns das Richtfest gefeiert.


Neiiin, ich war lediglich zu Besuch bei einem Richtfest.
Und damit die schwangere, zukünftige Hausherrin beim Einzug im Frühjahr bereits von blühenden Farbtupfern im Garten begrüßt wird, dachte ich mir folgendes Geschenk aus:
Sie erhielt von mir in einer selbstgebastelten Karte einen Gutschein „zur sofortigen Einlösung“. In einem Korb voll Herbstlaub überreichte ich Blumenzwiebeln für Traubenhyazinthen und Wildtulpen. Die Kombination aus Laub und Zwiebeln soll eine Brücke über die nächsten Monate schlagen und die Zeit vor dem Einzug im Herbst mit der Zeit beim Einzug im Frühjahr verbinden.

Die Aufgabe meiner Freundin war, mir einen passenden Platz für die Frühblüher zuzuweisen, die ich dann direkt vor Ort eingebuddelt habe. So braucht sie weder die Zwiebeln bis zum neuen Jahr verwahren noch im Umzug mitnehmen noch im Frühjahr mit dem neuen Baby auf dem Arm verzweifelt danach suchen. Weil sie ja schon in der Erde sind, Frost abbekommen haben und passend loswachsen, tada!

Die Karte bastelte ich mit der Idee, dass die ausgestanzten silberfarbenen Herzen aus dem Haus quellen und das Dach zum Abheben bringen. Um damit ein Haus darzustellen, das von Liebe gefüllt ist.

Verlinkt mit DienstagsDinge und HoT.

aufmerksam

Jippie yeah auf dem Sofa: Wohnzimmerkonzert

Ein Wohnzimmerkonzert mit Robin Zabel und Band erlebte ich am Wochenende. Robin kenne ich noch aus Zeiten, als er ein Teenie war und ich mich am Werner-Otto-Institut auf das Examen zur Logopädin vorbereitete… aus einem anderen Leben also. Seitdem haben sich in beiden Biografien die Ziele verschoben, die Pflicht zum Beruf verwandelte sich in die Sehnsucht nach Berufung. Robin kämpft für eine Zukunft als Musiker, während ich meinen Weg als Quereinsteigerin verfolge.
Gott schreibt auch auf krummen Linien gerade*, das glaube ich ganz fest. Um mutige Menschen und ihre Ziele zu unterstützen, lade ich dazu ein, Robin zu kontaktieren. Seine Lieder bringen Tiefgang und Optimismus – vielleicht zum nächsten Wohnzimmerkonzert bei dir Zuhause!

* Zitat wird Paul Claudel zugeschrieben