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Warum die NorwegerInnen so glücklich sind – Reisebericht

Hilfe, war es in Deutschland immer schon so zugebaut, eng, laut und hektisch?
Zurück aus Norwegen gibt es einen ordentlichen Kulturschock… Auch, wenn es derzeit „nur“ das drittglücklichste Land der Welt ist (nach Finnland und Dänemark), teile ich meine Eindrücke aus einem Leben, das deutlich freundlicher ist als bei uns.


1.) Ehrlichkeit und Freundlichkeit sind Trumpf
Direkt nach unserer Ankunft, während wir auf den Bus in die Nachbarstadt warteten, kauften wir ein. Und stellten fest: Norwegische Supermärkte erklären Lücken im Warenbestand und entschuldigen sich freiwillig dafür. Obwohl sie nichts dafür können, dass der Hersteller einen Lieferengpass hat. Jegliche Diskussion über „Der Kunde ist in Deutschland kein König, sonst gäbe es weniger Bullshit und mehr Transparenz“ lasse ich an dieser Stelle.


2.) Familienfreundlich sind die NorwegerInnen in jeder Konsequenz
Mir persönlich ist Familienfreundlichkeit ja wurscht, aber die Skandinavier haben es einfach drauf: Hier eine praktische, entspannte Lösung, wie Kinder sicher im Linienbus mitfahren. Kein Gelaber der Politiker, sinnlose Versprechen und fragwürdige Ideen – einfach machen. Im Global Gender Gap steht Norwegen nach Island auf Platz zwei der gerechtesten Länder für Frauenrechte. Konsequent sozial, für alle.


4.) Freiheit für alle, auch für Tiere, soweit möglich

Auf Wanderungen und Radtouren wurden wir oft vom Klingeln der Glocken begleitet: Schafe und Kühe weiden hier einfach querfeldein in Heide und Wald. Hühner hopsen quer durch das Wohngebiet, und wenn eine Straße hindurch führt, die von Joggern und Radfahrern benutzt wird: Ist halt so, sollen sie eben aufpassen. Die SportlerInnen. Und die Hühner.

5.) Sport und Erlebnisse in der freien Natur statt Shopping und Serien anschauen
Wer in Norwegen attraktiv sein möchte, trägt funktionale Kleidung und ist möglichst viel draußen unterwegs. Die Frauen rennen im Stechschritt die Berge rauf und runter, die Männer schieben das Baby zum Einschlafen im Kinderwagen um den See. Hält fit, fördert die Durchblutung und einen klaren Blick auf´s Leben.


6.) Norwegische Männer sind überraschend kommunikativ: Offen, humorvoll, kaum abzubremsen
Mehrfach wurden mein Mann und ich, auch einzeln, von norwegischen Männern festgequatscht: In der Schlange im Supermarkt (bestehend aus maximal drei Personen, Norwegen ist wenig besiedelt), im Park, beim Abschied vom Busfahrer. Als ehemalige Sprachtherapeutin und heutige Veranstaltungs-Fachfrau bin ich naturgemäß ständig am Reden. Im Urlaub versuche ich, als Gast im Land einen guten Eindruck zu hinterlassen: Ich kenne alle notwendige Floskeln, um höflich zu sein und die Menschen nicht aus heiterem Himmel zum Englischsprechen zu zwingen. Vor zwei Jahren in Oslo traf das Gerücht „NorwegerInnen hassen Small-Talk und jede andere Form von Gespräch mit Fremden“ zu. Im ländlichen Norwegen, also dem 98% Rest des Landes, überraschten uns die geselligen Männer. Mein Mann wurde sehr ausgiebig von einem älteren Herrn an der Supermarktkasse inteviewt. Ich wollte in Ålesund nur ein paar aquarellierte Karten kaufen und wurde von dem Künstler in ein Gespräch verwickelt, das ich irgendwann einfach abbrach, weil es kein Ende fand. Im Park unterhalb des Aksla (Ålesund) begann ein Mann eine Unterhaltung mit uns, und ich spielte mit seinem sehr intelligenten Hund. Der jedoch wollte lieber mit meinem Mann spielen, der dazu keine Lust hatte – auch hier würgten wir irgendwann das Gespräch ab, um endlich weiterzukommen. Von dem fast nackten Mann auf dem Rennrad und dem netten Busfahrer fange ich gar nicht erst an.
Kurz: Offen und herzlich mit Fremden umzugehen scheint den Norwegern große Freude zu machen.

Norwegische Busfahrer an einem Umsteigeplatz am Fjord: Erstmal eine Runde schnacken, bevor es weitergeht

7.) Eine gesunde Portion stolz auf die Gemeinschaft und Kultur hebt das Selbstbewusstsein
Die NorwegerInnen sind definitiv patriotisch, so wie alle Skandinavier. Nahrungsmittel sind explizit als norwegisch gekennzeichnet oder verweisen auf eine lange Historie. Überall flattert die Landesfahne, ausländische Markenware ist hier nicht modisch, sondern einfach nicht da (es sei denn, wir befinden uns in einer der wenigen Großstädte, wo es internationale Markenklamotten für die vorbei reisenden Asiaten gibt). Europa finden sie gut, aber nicht so sinnvoll, dass sie ein festes Mitglied sind – zahlen tun sie trotzdem. Sich selbst, die Gesellschaft und Kultur auf eine gesunde Weise gut zu finden und stolz darauf zu sein, macht zufrieden.

Zum Weiterlesen:
Warum die BornholmerInnen so glücklich sind
Günstiger Urlaub in Oslo: Oslo on a Budget

aufmerksam, glaubhaft, kreativ

Waldbaden / Erlebnisspaziergang im Wald: Anleitung


Gestern besuchten wir eine Naturführung durch den Wald vom NABU, leider war es für uns ein ausgesprochen zweifelhaftes Vergnügen: Die Dame hatte mehr Interesse am „göttlichen Atom in unserem Wesenskern“ und diversen esoterischen Meditationen als daran, uns den Wald als Ökosystem nahezubringen. Lektion gelernt: Nächstes Mal gehen wir direkt, wenn sich schamanische Rituale am Horizont ankündigen, statt darauf zu hoffen, dass es noch ein objektiv sinnvolles Programm gibt.
Aber wie es so ist: Wenn ich eine Veranstaltung besuche, die mir nicht gefällt, entwickle ich automatisch mein eigenes Programm, wie ich es stattdessen anleiten würde. Für alle, die eine Anleitung für einen achtsamen Waldspaziergang oder Ideen für´s Waldbaden suchen: Hier werdet ihr ohne Spökenkram fündig. Und diejenigen, die mit einer kirchlichen Gruppe unterwegs sind, erhalten am Ende des Artikels ein Gebet von mir, das statt esoterischer Meditationen den Blick auf Gott als Schöpfer des Waldes richtet.

Schweigend erleben wir mehr:
Wer während des Waldspaziergangs konsequent schweigt, gibt sich selbst und allen anderen in der Gruppe die Möglichkeit, sich mit allen Sinnen auf den Wald einzulassen. Meine SeniorInnen schnacken während unserer Erlebnistouren ständig, was dazu führt, dass sie einerseits einem Großteil der Eindrücke gar keine Chance geben, wahrgenommen zu werden, und zweitens muss ich immer laut rufen, wenn ich die nächste Aktivität ansage. So weit so anstrengend. Aber: Nur wer sich willentlich entschließt, die Natur ganzheitlich zu erleben, lässt sich auf das Schweigen ein. Daher helfen ein paar ermutigende Worte, sich auf den Wald wirklich umfassend einzulassen, am Beginn des Spaziergangs.

Wir lauschen:
Wen hören wir?
Menschliche Geräusche (Schritte, reden, atmen), technische (Autos, Flugzeuge), tierische (Vögel, Hunde, Insekten), pflanzliche (Blätter im Wind, Laub auf dem Weg rascheln, Äste knacken)?
Was hören wir im Vordergrund, was im Hintergrund?
Vordergründig vielleicht die eigenen Schritte, im Hintergrund das Rauschen der Baumwipfel.
Aus welcher Richtung kommen die Geräusche?
Selten rauschen alle Bäume gleichzeitig und gleich stark, meist fährt der Wind besonders in einige Wipfel.

Wir schauen:
– Wie sind die Lichtverhältnisse heute?
Schaut die Sonne hinter Wolken hervor und versteckt sich wieder, filtern Blätter das Licht, gibt es ein gewittriges Zwielicht?
– Welche Bäume stehen um uns?
Kennen wir ihre Namen, können wir ihr Alter und ihren Gesundheitszustand schätzen?
– Sind Tiere zu entdecken?
Am Boden, in den Bäumen, in der Luft?

Wir schnuppern:
– Wie riecht es heute? Und woher stammen die Gerüche?

Wir fühlen:
– Wir streichen im Vorbeigehen an Blättern entlang, legen die Hände auf die Rinde eines Baums und vergleichen sie mit der Rinde eines anderen Baums (am besten mit geschlossenen Augen). Wir sammeln bunte Blätter oder glitzernde Steine.

Wir schmecken:
– Gibt es Himbeeren, Brombeeren oder Blaubeeren? Wasserminze? Bucheckern oder Nüsse?

Achtsamkeitsübung:
Wir suchen uns in einem Waldstück jedeR einen Baum, zu dem wir uns setzen. Dazu wählen wir einen wenig begangenen Weg aus, um möglichst ungestört zu sein, und gehen nur ein Stück in den Wald hinein, um die Tiere so wenig wie möglich aufzuschrecken. Die Leitung erklärt, mit welchem Signal später die Achtsamkeitsübung beendet wird: Ein selbstproduzierter Rabenschrei, ein Pfeifen mit einer Vogelpfeife, was auch immer. Jedenfalls kein „So! Wir kommen alle wieder zusammen!“ als plötzliches Gebrüll.
Alle suchen sich ein Plätzchen, das ihnen zusagt. Wer mag, setzt sich dazu auf ein Thermokissen oder auf eine Jacke, wenn die Temperaturen eher niedrig sind.
Dann verharren alle 10 – 15 Minuten in der Stille. Wir versuchen, aufsteigende Gedanken an den Alltag oder Sorgen unkommentiert vorbei ziehen zu lassen. Stattdessen konzentrieren wir uns bewusst auf die Sinneseindrücke und schauen uns rund um unser Plätzchen aufmerksam um. Wir können auch die Augen schließen und uns an den Baumstamm lehnen. Wer mag, achtet auf einen ruhigen Atemfluss.
Die Leitung kann auch vorab einen Bibelvers teilen, der Gott als Schöpfer preist oder einen ähnlichen Anstoß geben, den alle in Ruhe überdenken können. Beispielsweise „Slow down and taste life, give thanks and see God.“ Ann Voskamp (Komm zur Ruhe und schmecke das Leben, teile deinen Dank und schau auf Gott)

Gebet
Nach der Aufmerksamkeitsübung liest die Leitung das folgende Gebet vor oder dankt Gott in eigenen Worten für seine Schöpfung:

„Gott, wir danken dir für den Wald rund um uns. Viel zu selten nehmen wir wahr, wie du uns durch deine Schöpfung beschenkst. Hier im Wald spüren wir, wie gut es tut, einmal innezuhalten. Die Bäume spenden uns frischen Sauerstoff, das Rauschen der Blätter entspannt uns. Die Lieder der Vögel schenken uns ein Lächeln, wir fühlen uns ganz weit weg vom Alltag. Wir entdecken, dass du für alle sorgst: Für die jungen Sprösslinge, die gerade erst zaghaft aus der Erde schauen. Die schmächtigen Jungbäume, die Nahrung im Boden finden, weil ihn kleinste Lebewesen aus zersetzten Blättern immer wieder neu bilden. Die riesigen alten Bäume, die jedem Sturm trotzen und allen Tieren Schatten und Schutz spenden. Und selbst aus toten Baumstümpfen sprießt neues Leben – wie ermutigend!
So, wie du alle hier im Ökosystem versorgst, so versorgst du auch uns. Du begleitest uns, führst uns, bewahrst uns, gehst mit uns durch Trockenzeiten und wenn uns das Wasser bis zum Hals steht.
Und viel zu oft halten wir dich für selbstverständlich oder strafen dich mit Nichtbeachtung, so wie die Natur, die uns gedanklich oft weit weg erscheint. Bitte hilf uns, bewusst deine lebenspendende Kraft in den Mittelpunkt zu stellen. Hilf uns, dich und deine Maßstäbe im Blick zu haben, statt in Stress und Konsum abzutauchen. Hilf uns, achtsam mit uns und unseren Mitmenschen zu sein: Das Bedürfnis nach Stille wertzuschätzen, statt es lächerlich zu machen. Einander mit Geduld zu begegnen, statt alles sofort beantwortet und erledigt haben zu wollen. Den anderen Raum zu geben, statt sie an unseren Ansprüchen zu messen.
Danke für deine Begleitung, danke für deine Weisheit, danke für die tägliche neue Kraft aus dem Heiligen Geist.
Bitte komm mit uns, wenn wir wieder aufbrechen. Amen“

© Marie Krüerke

Und das passende Lied dazu, hier auf deutsch:

„Who is moving on the waters
Who is holding up the moon
Who is peeling back the darkness
With the burning light of noon
Who is standing on the mountains
Who is on the earth below
Who is bigger than the heavens and the lover of my soul

Creator God, He is Yahweh
The Great I am, He is Yahweh
The Lord of All, He is Yahweh
Rose of Sharon, He is Yahweh
The Righteous Son, He is Yahweh
The Three-in-one, He is Yahweh

Who is He that makes me happy
Who is He that gives me peace
Who is He that brings me comfort
And turns the bitter into sweet
Who is stirring up my passion
Who is rising up in me
Who is filling up my hunger, with everything I need.

You are holy and eternal
And forever You will reign
Every knee will bow before You
Every tongue will confess Your name
All the angels give You glory
As they stand before Your throne
And here on Earth we gather
To declare Your name alone.“

Vineyard

Atemfreude, aufmerksam, Presse

Das Baby ist da! Äh: mein Buch!

Endlich, endlich ist es da: Mein Baby, das Atemfreude-Buch!
Die ersten Überlegungen dazu notierte ich mir im Sommerurlaub 2017 in der Bretagne, und jetzt ist es endlich gedruckt und lieferbar!
Ein leicht verständlicher, fundierter Theorieteil über die Atmung und die körperlichen und seelischen Bedürfnisse der SeniorInnen legt die Grundlagen. Darauf aufbauend erkläre ich mein ganzheitliches Konzept, es folgen 14 komplett ausgearbeitete Stundenentwürfe. Sie können direkt im Alltag einer Senioreneinrichtung eingesetzt werden. Die anschließende Übungssammlung führt alle Übungen nach dem therapeutischen Ziel auf und bietet zusätzliche Aufgaben für alle, die selbst ihre Atemgymnastik planen möchten. Sämtliche Kopiervorlagen warten im Downloadbereich zum Ausdrucken.

Viele Übungen, Stundenkonzepte und Erklärungen über die Atmung finden Interessierte auf meiner Website Atemfreude.
Wer mein Konzept und mich näher kennenlernen möchte oder ein Rezensionsexemplar wünscht, um die Atemfreude in einer Fachzeitschrift vorzustellen: Über das Kontaktformular erreichen mich Anfragen jeder Art.
Im Buchhandel zu erwerben ist das Praxisbuch mit 207 Seiten unter der ISBN Nummer 978-3-86630-755-1 für 29,90 Euro.

Ein Termin für ein Interview über meinen Weg vom Konzept zum Fachbuch steht bereits. Und dann hoffe ich, dass PädagogInnen und PflegerInnen mein Buch entdecken und mit Gewinn im Arbeitsalltag einsetzen.

aufmerksam, feminin, kreativ

Billig und schön: Gemütlichkeit und Farbtupfer mit Kissen

Wer sich kostengünstig, aber dennoch individuell und gemütlich einrichten möchte, findet in meiner Serie viele Tipps und Tricks. Für alle, die gerade in ihre erste Wohnung ziehen, jeden Cent für ihren Hauskredit brauchen oder so wie ich ständig umdekorieren, versammle ich seit einigen Wochen einfache Ideen für eine kreative Einrichtung.
Heute: Gemütlichkeit und Farbtupfer durch wechselnde Kissenhüllen.

Das Lippenkissen oben nähte ich aus einer abgeliebten Bluse, das bunte Farbklecks-Kissen aus einer Tunika, die ich doch nicht so gern trug. Aus einer Bluse fertigte ich das weiche Schmetterlingskissen an, und das interessante Strickmuster auf dem Kissen dahinter stammt von einer weiten Strickjacke.

Auch das blaue Kissen auf dem linken Sessel entstand aus einem Pullover. Wer Vorhandenes umarbeitet, spart sich das Geld von Neuanschaffungen und schenkt neuen Nutzen.

Aus den Stoffresten, die beim Nähen übrig bleiben, lassen sich farblich passende Servietten nähen. Hier wird wirklich nichts verschwendet!

Aus meiner Serien „Billig und schön einrichten“: Dekorieren mit kahlen Ästen, Geschenkpapier als Poster verwenden, originale Kunstwerke aufstöbern, Kleidung als Dekoration einsetzen.

Verlinkt mit Sonntagsglück, HoT und ein kleiner blog.

aufmerksam, glaubhaft

Kerzen anzünden und Steine schmeißen: Spirituelles Experiment mit Senioren


Experimente im Beruf wagen: Eine kluge oder riskante Idee?
Bereits Ende des letzten Jahres hatte ich den Vorschlag, in das Monatsprogramm Januar in der Senioren-Residenz ein „spirituelles Experiment“ aufzunehmen. Ich plante eine „Andacht ohne Andacht“, einen interaktiven Nachmittag unter dem Motto „Mit Gottes Segen ins neue Jahr“. Da der Träger nicht christlich, sondern rein kapitalistisch arbeitet, war es ein großes Glück, dass ich mit meinem Vorschlag Gehör fand. Ich darf zu allen Anlässen und Themen Treffen leiten, nur „kirchlich“ soll das Ganze bitte nicht sein. War´s ja auch nicht, sondern ein spirituelles Experiment…

In der Bibliothek breitete ich auf dem großen Tisch lauter Kalenderblätter mit Naturmotiven und Bildern von Wegen aus. Zwei Fragen des Nachmittags waren „Woher komme ich?“ und „Wohin gehe ich?“
Wir hörten das Lied „Wie ein Fest nach lange Trauer/ So ist Versöhnung“ und zündeten Kerzen an: Für Menschen, die wir vermissen, die uns fehlen, die wir lieben oder von denen wir im letzten Jahr Abschied nehmen mussten. Da flossen natürlich Tränen, aber ich war wie immer mit einer tröstenden Umarmung gleich zur Stelle.

Die Steine auf dem Tisch dienten dazu, sie fest in die Hand zu nehmen und dabei an alles Belastende, das wir loswerden wollen, zu denken:

  • Welche Meinung über mich selbst möchte ich ablegen?
  • Welche Vorwürfe (innere und von anderen Menschen) möchte ich hinter mir lassen?
  • Womit möchte ich meinen Frieden machen?
  • Was brauche ich, damit ich aus tiefstem Herzen glauben kann, dass Gott es gut mit mir meint?

Dann warfen wir sie nacheinander in einen blauen Eimer, der „das tiefste Meer“ symbolisieren sollte, frei nach dem Propheten Micha in der Bibel:
Er wird sich unser wieder erbarmen, wird unsere Ungerechtigkeiten niedertreten; und du wirst alle ihre Sünden in die Tiefen des Meeres werfen.“ (Micha 7,19)
Ich ermunterte die Damen, die Steine mit Schmackes in den Eimer zu pfeffern und innerlich wirklich loszulassen. Außerdem erinnerte ich an die Geschichte von Corrie ten Boom, die sagte, dass Gott alle unsere Fehler an der tiefsten Stelle des Ozeans versenkt und eine Boje darüber befestigt, auf der steht „Fischen verboten!“.

Nach einem Körpergebet, einer Psalm-Meditation und dem Klassiker „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ brachen wir wieder in den Alltag auf.

Im Gespräch mit losen Bekannten äußerte ich meinen Verdacht, dass ich die Seniorinnen überfordert hatte. Ich wollte die einmalige Situation zur Gänze ausnutzen und hatte in meinen Ablauf noch ein Gebet und noch ein schlaues Zitat und noch einen Segen extra gepackt (Viel mehr, als hier dargestellt). Erst nach anderthalb Stunden waren wir fertig, und ich fragte mich, ob ich es vielleicht etwas zu gut gemeint hatte. Ich fand es sehr erleichternd, von zwei unabhängigen Gesprächspartnerinnen zu hören, dass sie sich nicht vorstellen könnten, wie ich jemanden überfordern sollte. Klar, sie waren nicht dabei gewesen, aber ich fand es eine schöne Rückmeldung, dass mir selbst lose Bekannte aus der Gemeinde nicht zutrauen, dass ich in meinen Gruppenstunden jemanden an die Grenzen der Aufmerksamkeit bringe. Insofern behält ein Experiment immer einige Unsicherheiten, sowohl in der Vorbereitung als auch in der Durchführung und Reflektion im Anschluss. Aber es hat sich gelohnt!

aufmerksam, kreativ

Ideen für Adventskalender oder ein Adventspäckchen zum Verschicken

Wer möchte im Advent einem lieben Menschen eine Freude machen?
Und wer möchte für ein Überraschungspäckchen rechtzeitig gute Ideen sammeln, damit alles besorgt und zusammen verschickt werden kann?
Zwischen den herrliche Äpfeln „Roter Mond“ aus den Vierlanden arrangiert, zeige ich sinnvolle und günstige Einkaufstipps zum Füllen eines Überraschungspakets oder Adventskalenders:
– Mehrere Teebeutel, einzeln verpackt. Wer schlau ist, kauft eine große Teepackung einer interessanten Sorte und bestückt gleich mehrere Adventspakete damit. Was übrig bleibt, trinken wir morgens oder zu einem Päuschen am Nachmittag einfach selbst…
– Ein Erkältungsbad, um gut durch den Winter zu kommen
– Müsliriegel für lange Arbeitstage oder Ausflüge
– Brausepulver, um trübe Tage aufzupeppen
– Für ältere Mitmenschen sehr geeignet: Fußmaske gegen trockene Winterfüße. Jüngere freuen sich stattdessen über eine belebende Gesichtsmaske zum Entspannen am Abend
– Ein Mini-Lebkuchen für Tage, an denen wir uns ein Stück Kuchen wünschen, aber der Bäcker schon geschlossen hat. Oder wir gerade auf gar keinen Fall noch einmal aus dem Haus wollen…
– Eine kleine Fingerpuppe wie der Schneemann oder ein Kuscheltier für diejenigen, die gerade ein bißchen Trost gebrauchen können
– Winzige Schokoladenengel als himmlischen Gruß
– Eine Packung Nussmischung, wenn das Gehirn einen gesunden Extraschub Nährstoffe braucht

Alles zusammen passt locker in einen Briefumschlag. Jetzt fehlt nur noch eine liebe Karte, und ab die Post!

Verlinkt mit CreaDienstag, Hot, DienstagsDinge, Sonntagsglück.

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Zu Hause einfach kurz ans Meer setzen: Maritime Tischdekoration

Der Wochenmarkt quillt über vor lauter Himbeeren, Johannisbeeren, Blaubeeren und Kirschen. Mit einer maritimen Tischdekoration laden ich zum sommerlichen Genuss ein.


Blau-weißes Service und Glasschalen in Fisch- und Muschelform sorgen für einen stimmungsvollen Rahmen. Kleine Sammelteller mit dänischen Sehenswürdigkeiten stimmen auf den Urlaub ein.

Auf jedem Platz liegen ein grüner Zweig, eine perlmuttglänzende Schnecke und eine Praline als Willkommensgruß. Die Servietten sowie die Kissenhüllen auf der Teakbank habe ich selbst genäht.


Weiße Hortensie wirkt duftig und elegant, sie fügt sich harmonisch in die Tischdekoration ein. Seit wir letztes Jahr überall in der Bretagne die Hortensien rund um alte Steinhäuser an der Küste bewundert haben, erinnern sie mich ans Meer.

Verlinkt mit FloralFridayFoto, Holunderblütchen und Freutag.

Atemfreude, aufmerksam

Lebenslustig bewegen und den Atem vertiefen: „Atemfreude“ wird ein Buch!

Manchmal helfen nur Pralinen: Harte Zeiten fordern harte Maßnahmen!
Das Manuskript über mein Konzept „Atemfreude“ wächst zu einem echten Buch heran. So viele Kapitel und Praxisanleitungen habe ich inzwischen zusammen, dass ich mich dringend nach einem Verlag umsehen will. Seit ich weiß, was alles nötig ist, um eineN LektorIn mit einem professionellen Angebot zu überzeugen, habe ich Herzrasen. Dagegen hilft ein knallhartes Arbeitspensum, und als Weichzeichner für das gestresste Gehirn versuche ich gerade Pralinen. Als Selbstmedikamentierung. Schlägt ganz gut an, mal gucken, wie die Spätfolgen aussehen…. 😉

Als Erstautorin muss ich mich natürlich besonders ins Zeug legen, um meine Expertise glaubhaft darzustellen. Zwei veröffentlichte Artikel über das Konzept in der Presse und Platz 5 auf der Hitliste der meistgeteilten Therapiematerialien bei madoo.net sind ein netter Anfang. Aber es muss mehr geben, um Interesse bei den LektorInnen zu wecken!
Also bat ich meine SeniorInnen gestern im Anschluss an die „Atemfreude“, mit zwei Sätzen ihre Meinung über das Angebot festzuhalten. Gerne anonym, damit es rechtlich übersichtlich bleibt. Ein Großteil der 23 Damen und Herren war von der Bitte erstmal überfordert, aber mir wurden reichlich positive Kommentare versprochen.
Mal gucken, wie viel Gewicht die Meinungen von begeisterten Teilnehmenden für einen Verlag haben…

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Reisebericht: Ausflug von Dublin nach Howth

Dublin erleben macht Spaß, die pulsierende Stadt strengt die erholungsbedürftigen Reisenden aber auch an. Damit sich im Urlaub Augen und Ohren nach dem Trubel endlich entspannen können, fahre ich gern raus ins Grüne. So zum Beispiel mit der DART-Bahn auf die Halbinsel Howth.
Am Wochenende findet schräg gegenüber des Bahnhofs der „Farmersmarket“ statt, der diverse Buden mit Würsten, Kuchen usw. bietet, nur keine bäuerlichen Produkte. Um sich für ein Picknick einzudecken liegt er günstig auf dem Weg…

Rechts am Farmersmarkt entlang, quasi ein Stück der zuvor gefahrenen Bahnstrecke rückwärts gehend, biegt kurze Zeit später der Weg zum Castle ab. Vorbei an einer alten Dorfkirche steigt der Weg bergauf zum Castle und weiter zum Golfplatz. Rechts am Clubhaus vorbei betreten wir nach wenigen Schritten eine verwunschene Welt: Den Urwald von Howth, selbst im März grün und üppig.

Erste Rhododendren blühen in luftigen Höhen, riesige Palmen und haushoch wuchernde Farne säumen den schmalen, feuchten Weg. Wir rutschen den matschigen Pfad entlang und folgen den Geräuschen des gluckernden Wassers.

Kleine Bäche plätschern und glitzern im Sonnenlicht, kurz darauf entdecken wir ein altes Grab. Zusammengebrochen unter der Last der Jahrhunderte…

Durch Pinien, Kiefern und Rhododendren steigen wir bergauf und klettern um Felsen, bis wir plötzlich im Sonnenschein zwischen blühendem Ginster auf der Kuppe stehen.

Von einer Bergkuppe zur nächsten laufen wir durch Heide und Ginster, bis wir zum Küstenwanderweg bergab steigen. Einmal auf dem Küstenweg gelandet, brauchen wir ihm nur noch Kilometer für Kilometer um die Klippen von Howth bis in den Ort und zum Hafen folgen.

Vorbei am Leuchtturm und steil abfallenden Felsen betrachten wir kreischende Möwenkolonien, die auf halber Höhe nisten. Weit unter uns am Meeresufer laufen Menschen am Strand entlang und suchen Spuren des Wasserfalls, der über ihnen von der Klippe rinnt.

Mit der Abendsonne kommen wir im Hafen an und schauen über die Ruine von St. Mary auf die Segelboote.

Im Hafenbecken tauchen immer wieder zwei Kegelrobben auf, während wir die Kaimauer entlang Richtung Leuchtturm laufen. Und dann zurück zum Bahnhof umkehren, um gemütlich mit der DART wieder zurück in Dublins City zu fahren.

Ideen für Dublins Innenstadt und wunderschöne Parks habe ich hier vorgestellt. In Kürze folgt der dritte Teil: Dublin kulinarisch.
Und hier geht es zum Powerscourt Castle.

aufmerksam, feminin, Gäste & Feste

Zwei wunderbare Bücher über Gastgeberinnen und ihre Geheimnisse

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In den Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr ist Schmökern eine der schönsten Beschäftigungen, finde ich. Zwei wunderschön bebilderte Bände möchte ich hier vorstellen:
Manuela von Perfalls Buch „Willkommen bei großartigen Gastgeberinnen“ stellt interessante Frauen und ihre Art der Gastfreundschaft vor. Wie leben sie, wie gestalten sie ihren Alltag, wie zelebrieren sie Feste? Welche Gestaltungsideen teilen sie und welche Traditionen haben sie entwickelt? Sehr anschaulich und abwechslungsreich!

Das zweite Buch ist vorrangig ein Bildband. „Gäste empfangen“ von Nathalie Soubiran und Karine Villame zeigt diverse Esszimmer und Tischdekorationen. Auch attraktiv eingerichtete Wohnküchen und Sitzplätze im Freien werden vorgestellt. Sehr französisch, nicht für jede Leserin alltagstauglich, aber schön anzusehen…