aufmerksam, kreativ

Unikat: Grüne Weste mit großem Kragen

 

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„Die Dame“ trägt eine selbstgenähte Weste aus Wollfilz mit großem Kragen, der drapiert werden kann.
Der Woll-Filz hat zwei Seiten in Dunkel- und Kiwigrün und kam durch einen geschenkten Stoff-Gutschein zu mir, nachdem ich ihn im Stofflager entdeckte.
Der Schnitt leitet sich aus meinen Körpermaßen ab und existiert somit nur in meinem Kopf. Die Weste sowie die Ärmellöcher schnitt ich fast freihändig anhand einiger Markierungen aus.
Anschließend steppte ich beidseitig schwarzes Ripsband auf, um die offenen Kanten zu stabilisieren und zu akzentuieren. Die Armlöcher bekamen einfach eine Runde Zickzack-Stich, um nicht auszuleiern. Das Gute am Woll-Filz ist, dass er auch mit offenen Kanten tragbar wäre.
Damit die Passform besser stimmt, nähte ich im Rücken zwei Abnäher – so sitzt die Weste mehr auf Figur.

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Mehr selbstgemachte Kleidung ist beim CreaDienstag und bei Meertje zu entdecken.

aufmerksam, kreativ

Küchen-Garten

 

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Das aktuelle Stillleben in der Küche besteht aus einer einzelnen weißen Hyazinthe, die ich inklusive Topf in ein Vorratsglas gestellt habe. Um das Plastik des Topfes zu verdecken, sammelte ich im Garten Moos und schob es mit einem schmalen Zweig rund um die Knolle am Glas entlang nach unten, bis das Moos einen dichten Mantel um den Plastiktopf bildete.
So hat die Hyazinthe besseren Halt als in den üblichen Blumentöpfen und zaubert zusammen mit den grünen Craquelé-Schalen eine Stimmung wie im Gewächshaus.
Wenn sich die Blüte dann im strahlenden Frühlingslicht im Fenster und in den Fliesen spiegelt und verdoppelt, freue ich mich über den besonders malerischen Effekt.

 

Weitere schöne Blumen sind bei Holunderblütchen sowie Art of 66 zu entdecken.

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Buchrezension: „Der Sommernachtsball“ von Stella Gibbons

Diese Wiederentdeckung aus dem Jahr 1938, als „romantische Komödie“ postuliert, ist ein großartig geschriebenes Buch. In meinen Augen können Bücher gut formuliert oder gut erzählt sein – selten treffe ich beides in einem Roman gleichzeitig an. Erstaunlich frisch und modern, teilweise fast karikierend, beschreibt die Autorin das Innenleben ihrer ProtagonistInnen. Viola, eine kleine Verkäuferin, wurde erst Waise und ließ sich anschließend aus Geldnöten auf eine Vernunftehe mit „dem Klops“, einem reizlosen, deutlich älteren Herrn aus der Bourgeoisie, ein. Bedauerlichweise stirbt auch dieser bald, was nicht sooo schlimm ist, da Viola mit „der Meute“ und ihrer besten Freundin Shirley viel Spaß in London hat. So lange, bis die weitestgehend unbekannte Schwiegerfamilie sie auf ihren Landsitz „The Eagles“ in Essex kommandiert, „weil es sich so gehört“. Viola kommt der Gedanke, dass sie dies ablehnen könnte, gar nicht – artig fährt sie in ihrem abgetragenen Kostümchen raus auf’s Land, wo sie eine sehr miesepetrige, gelangweilte Schwiegerfamilie empfängt. Diese finden Viola dümmlich, ordinär, zu laut und zu flatterig und schauen selbstgefällig auf ihr erstarrtes Leben, das sich darauf begrenzt, die nächste Mahlzeit zu erwarten. Die beiden Töchter sind hoffnungslos in der Leere des Alltags gefangen – einsame Jungfern, die niemand haben will und die nichts Sinnvolles zu tun haben. Unerfüllte Sehnsüchte lassen sie vorschnell altern und die Relevanz ihrer Träume in Frage stellen. Obwohl Viola an dem großen, grauen Anwesen und den leblosen Personen darin verzweifelt, fügt sie sich ihrem Schicksal. Bis ein frischer Wind in „The Eagles“ aufkommt, der langsam, aber doch unaufhörlich das bisher Dagewesene ins Wanken bringt. Plötzlich verunsichert und begeistert die drei Frauen ein Reigen aus ungekannten Gefühlen, neuen Bekanntschaften und Perspektiven, die plötzlich nicht länger unmöglich scheinen.

Sophie Dahl im Nachwort:
Die Männer in ihren Büchern, egal welchen Standes, sind meist mit einer Prise Vorsicht zu genießen. Das Los der Frau schildert sie mit großer Einfühlsamkeit, jeder Menge Humor und tiefem Mitgefühl. Alle Frauen im „Sommernachtsball“ leiden auf ihre eigene Art unter der erstickenden Situation ihrer Geschlechterrolle. Am deutlichsten drückt die Situation der Frauen in den 1930ern wohl Shirley, Violas beste Freundin aus, die trocken verkündet:
„Wahlrecht, Marie* und Dauerwellen und all das, und wir können doch nichts machen.“

Aber wo Schatten ist, da ist auch Licht, und auch hier beweist uns Gibbons ihr Talent durch die Leichtigkeit, mit der sie zwischen beidem wechselt.

* Marie Stopes (1880-1958), schottische Botanikerin, Autorin und Frauenrechtlerin (Suffragette), Anm.d.Übers.

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Gottes Geschenk

 

Eva ist der Schlussakkord, das letzte, erstaunlichste Werk Gottes.
Die Frau.
Die Schöpfung findet ihren Höhepunkt nicht in der Erschaffung von Adam, sondern von Eva. SIE ist der geniale letzte Pinselstrich des Meisters.

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aus: Stacy Eldredge, „Mehr als alles hüte dein Herz“

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Unikat: Kissen in Rosétönen mit Flicken-Optik

 

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Wunderschöne Probestücke aus dem Innenausstattungsgeschäft habe ich zu einem Kissen aus verschiedensten Materialien und Mustern zusammengefügt. Als Basis dient ein roséfarbener Stoff mit Leinenstruktur aus einer Fasermischung, auf den ich gestreiftes Leinen, Baumwolle mit Toile-de-Jouy-Mustern sowie ein Stoffstück mit einer Rose aus Seidensamt applizierte.
Hier sind die Fotos „während des Geschehens“ zu sehen. Sobald ich Zeit und gutes Licht habe, ergänze ich Bilder vom fertigen Kissen.

 

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Mehr Kreatives ist bei RUMS , bei Art of 66 und bei French Country Cottage zu entdecken.

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Unikat: Kissen mit Korallen

 

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Aus bedrucktem Leinen nähte ich ein Patchwork-Kissen. Die Stoffstücke dienten als Muster einer sehr exclusiven Interior-Marke, um anhand dessen in einem Raumausstattungsgeschäft Stoffe auszuwählen.
Aneinander genäht ergaben sie ein schönes kleines Kissen mit den Maßen 30 x 30cm. Um die Kanten der Soffe zu akzentuieren, nähte ich ein Kreuz aus dünnem schwarzen Satinband auf. Die Basis des Kissens fertigte ich ebenfalls aus hochwertigem Leinen mit schöner Struktur.

 

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Mehr Kreationen und Inspirationen sind heute zu finden bei RUMS und der Revival Link Party

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Malerisches Tannenzapfen-Chaos

 

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Auf dem silbernen Tablett sammle ich derzeit so viele Lärchen- und Kiefernzapfen wie möglich, um damit Advents-Überraschungen und Weihnachtsgeschenke zu dekorieren.
Damit es weniger wie „ein wildgewordener Haufen von Mitbringseln eines Kindergartens nach einem Waldausflug“ aussieht, habe ich malerisch kleine Glaskugeln und Pilze, ebenfalls aus Glas, dazwischen dekoriert.
Mit dem roten Teelicht in der dunkelgrünen Glasschale (dort nahm die Sammlung ihren Anfang, bevor sie erweitert wurde…) sieht das Material-Lager regelrecht idyllisch aus, finde ich.

 

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Mehr adventliche Ideen sind zu entdecken bei Pamelopee.

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Anleitung: Utensilo für Kinderspielzeug aus einem Kopfkissen nähen

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Aus einem Kopfkissen nähte ich ein Utensilo für Kinderspielzeug:
Dazu wendete ich den Bezug erst auf links und bügelte ihn einmal über (erstes Bild).
Dann legte ich einen Kleiderbügel an die obere Kante, sodass die gelbe Borte im Muster mittig zu sehen ist. Den Umriss des Bügels übertrug ich und zog gerade Linien von der rechten und linken „Schulter“ nach unten, die ich absteppte und den überflüssigen Stoff abschnitt (zweites Bild). Anschließend versäuberte ich die Nahtzugaben und wendete das, was vom Bezug übrig geblieben war.

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Oben hatte ich einen kleinen Durchlass für den Haken des Kleiderbügels offen gelassen, durch den ich nun den Haken von innen nach außen schob (drittes Bild).
Unten klappte ich die offenen Kanten nach innen um und steppte das Utensilo zu.
So sah das Zwischenergebnis aus (unten allerdings noch mit offener Kante):

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Dann zerschnitt ich eine Bluse (deren Ärmel ich für ein anderes Projekt benötigt hatte) komplett und fertigte daraus die Taschen, die ich auf den Grund steppte.

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Zum Schluss verzierte ich die Taschen am oberen Rand noch mit Knöpfen und verdeckte das kleine Löchlein am Haken mit einem auberginefarbenen Satinbändchen.

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Weitere fantasievolle Kreationen sind beim CreaDienstag, bei Pamelopee und bei Meertje zu entdecken.
Dieser Artikel wurde ebenfalls unter weupcycle veröffentlicht.

 

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Im Auge der Betrachterin

In einem Experiment sollten Frauen einem forensischen Zeichner ihr Gesicht beschreiben, das dieser währenddessen hinter einem Sichtschutz in einer Zeichnung festhielt.
Anschließend unterhielt jede von ihnen sich eine Weile mit einer ihr bis dato unbekannten Person (Frau oder Mann), die daraufhin den Raum betrat und nun ihrerseits die betreffende Frau beschrieb.
Das Ergebnis, sichtbar in den beiden nebeneinander ausgestellten Zeichnungen, beweist, dass jede der Frauen sich negativer über das eigene Aussehen definierte als die Fremden die Person beschrieben. Kleine Falten, Lebeflecke, gefühlt dicke Gesichter, zu viele Sommersprossen, dünne Haare, ein hervorstehendes Kinn – all die kleinen und belastenden Makel fielen den unbeteiligten fremden Personen gar nicht auf und fanden somit in die zweite Zeichnung keinen Eingang. Interessanter Weise waren alle „zweiten Bilder“ der Wirklichkeit wesentlich näher als die diktierten Selbstbildnisse.

Zu sehen auf youtube auf englisch sowie in einer deutlich kürzeren deutschen Version auf dove.de

Was bedeutet das für uns Frauen und damit unser Selbstbild, unser Verhalten in Bezug auf Kaschieren, Übermalen, Kritisieren, Schönerträumen, Neidischsein?

 

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Manchmal helfen auch Geschenke von Kindern, den eigenen Wert zu erkennen.

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Türkranz aus einem Herrenhemd

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Diesen Türkranz fertigte ich aus einem Styropor-Kranz, den ich mit einem in Streifen geschnittenen Hemd meines Verlobten umwickelte. Dieses Oberhemd mochte ich besonders an ihm, leider bekam es eines Tages einen Riss direkt am Ellenbogen.
Ich flickte den Riss, trotzdem mochte er es nicht mehr tragen. So beschloss ich, es anderweitig zu verwenden. Nachdem es eine ganze Weile dauerte, bis ich den Kopf für neue Kreativ-Projekte frei hatte, nahm ich mich nun des Hemdes an:
Schon seit Längerem wartet hier ein Styropor-Kranz, um zu einem Türschmuck verarbeitet zu werden. Während mich eine Freundin besuchte und nebenher strickte, begann ich mein Projekt und zeigte ihr den Grund, weshalb das Hemd nicht mehr getragen werden kann: Ironischer Weise musste ich nach dem geflickten Riss lange suchen, bis ich ihn fand, was mich im Nachhinein mit meinen Flick-Künsten versöhnte. Trotzdem war das Hemd fällig zur Verwertung, sodass ich es in Streifen schnitt und probeweise um den Ring wickelte. Anschließend nahm ich die Streifen wieder ab und begann, sie nacheinander mit der Heißklebepistole zu befestigen.

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Dabei achtete ich darauf, die offenen Kanten zunächst umzuschlagen, bevor ich sie um den Kranz wand und von hinten mit dem heißen Kleber fixierte – so sieht es ordentlicher und professioneller aus.
Während des Trocknens und Abkühlens stöberte ich durch meine Dekorations-Vorräte und entschied mich dafür, drei kleine Plastikäpfel, ein weißes Metallschild sowie eine rote Schleife zum Verzieren zu benutzen. So bleibt der Eindruck leicht und lässig, während das Orange im gestreiften Hemdenstoff wieder aufgenommen wird.

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Mehr kreative Ergebnisse sind zu entdecken bei CreaDienstag und Meertje.