glaubhaft

Spannungsreiches Gesumm

 

Ich saß auf dem Balkon, der dieses Jahr mein privater Rückzugsort zum Lesen und Durchatmen geworden ist. Vor mir landete eine Biene auf den grauen Steinplatten. Sie verhielt sich sehr eifrig, vibrierte am ganzen Körper und sah definitiv fleißig aus. Nur: Sie saß auf keiner Blüte, sondern auf der sonnenwarmen Steinplatte. Vielleicht wärmte sie sich ein wenig auf. Vielleicht suchte sie aber auch völlig fehlgeleitet ihr Glück (und ihre Nahrung) an der falschen Stelle.
Unangenehmerweise erinnerte die Biene mich an mein eigenes Verhalten: Wie oft suche ich etwas am falschen Ort? Wie oft möchte ich ein Bedürfnis stillen und wende mich damit in die falsche Richtung – weg von dem, was sinnvoll wäre, hin zu etwas, das mich innerlich leer lässt? Wie oft vibriere ich vor Anspannung und nehme mir eine oberflächliche Auszeit, die tatsächlich nur in noch mehr Aktionismus führt?
Ich hoffe für die Biene, dass eine warme Steinplatte das war, was sie wirklich benötigte und ihr wohl tat.
Und ich hoffe für mich und uns, dass wir das tiefliegende Bedürfnis hinter unserer eigenen Kulisse erkennen. Dass wir uns nicht mit Fast-Food-Methoden abspeisen (lassen), sondern dem Hunger nach Ruhe, nach Liebe, nach Lebenssinn, nach Gott auf den Grund gehen. Auch, wenn wir befürchten, dass das anstrengender ist als der oberflächliche Lustgewinn.

aufmerksam, kreativ

Meeres-Mandala

Am Strand unseres Urlaubsortes gestaltete ich aus Fundstücken ein Mandala:
In der Mitte der Boden einer Glasflasche, schon schief abgeschliffen. Darauf ein sonnengebleichter Krebs, umrandet von Herzmuscheln. Ein dicker Strang Algen umgibt das Arrangement, darin hat sich eine Feder verfangen.
Eine Französin spazierte vorbei und machte mir Komplimente für das „temporäre Kunstwerk“. Ich versuchte, ihr zu erklären, dass es ein „Mandala aus Naturmaterialien“ sei. Da sie den Begriff Mandala nicht kannte, erörterte ich ihr so gut es ging das Prinzip. Wie so oft im Französischen, fing ich mit meiner Erklärung in der Mitte an und ließ mich über „des formes naturelles“ und „une faςon du meditation avec des crayons“ aus, statt der armen Frau zu sagen, dass es sich im Original um gedruckte Vorlagen auf Papier handelt. Naja, sie fand es nett, dass ich mich so abmühte und erkundigte sich interessiert nach meiner Muttersprache und was ich in der Bretagne verloren hätte… 😉 Französinnen sind wirklich ausgesprochen freundlich und zugewandt, habe ich festgestellt.

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