aufmerksam, kreativ

Billig und schön: Günstige Bilder mit großem Effekt

Für alle, die gerade in ihre erste Wohnung ziehen, jeden Cent für ihren Hauskredit brauchen oder so wie ich ständig umdekorieren, versammle ich in den nächsten Wochen kostengünstige Ideen für eine individuelle Einrichtung.

Ich liebe es, regelmäßig neue Bilder und Poster aufzuhängen.
Die Preise, die für Wanddekorationen aufgerufen werden, liebe ich dagegen gar nicht. Da der Baumarkt und Ikea für mich keine Orte sind, wo ich gern einkaufe, brauche ich einen Plan B: Jenseits von hippen Onlineshops mit teuren Produkten einerseits und Massenware vom Discounter andererseits.
Wenn ich in Hamburg unterwegs bin, gehe ich gern in Schreibwarengeschäfte und Papeterien. Dort verkaufen sie eine große Auswahl an Geschenkpapierbögen, die wie Kunstdrucke aussehen. So wie das gelb-grüne Poster, das ich gerahmt habe: Es ist ein Geschenkpapierbogen für 1,40 Euro.
Die Bögen passen perfekt in Bilderrahmen der Maße 50 x 70cm und können glatt als skandinavisches Style-Dingsbums durchgehen.

Der Chrysanthemenstrauß mit Hypericum (Johanniskrut) und Pistazie ist ebenfalls günstig und hält knapp zwei Wochen. Dazu kaufte ich jeweils ein Bund Chrysanthemen, ein Bund Hypericum und zwei Äste Pistaziengrün.

Auch aus dem Urlaub bringe ich gern Geschenkpapierbögen mit:
Sie sind leichter zu transportieren und viel billiger als „echte Kunst“ und bringen das Flair des Urlaubslands mit nach Hause.

Verlinkt mit Holunderblütchen, Freutag, HoT und FloralFridayFoto.

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Joy to the World – Freue dich, Welt, dein König kommt


Mit Prominenz aus der Tagesschau auf Du und Du: Heute war es bei mir soweit!
Der Ewigkeitssonntag ist vorbei, seit letzter Woche schmücke ich wie besengt die Senioren-Residenz, und heute wurde der große Weihnachtsbaum in der Lobby aufgestellt. Während ich auf der Leiter turnte und mir zwei eifrige Seniorinnen mit dem Schmücken halfen, stand der ehemalige Tagesschau-Sprecher Jo Brauner dabei und machte uns dreien ganz reizende Komplimente…. Das ist mir sonst auch noch nicht passiert! Nach einem netten Schnack musste er aber in den Theatersaal, die angekündigte Lesung halten.
Insofern kann ich hier auch mal den Advent einläuten:
Mit einem Musikvideo zu „Joy to the World“ von Rend Collctive, dem (immer noch) neuen „heißen Scheiß“ aus Irland.
Und hier für alle, die lieber auf deutsch mitsingen: Freue dich Welt, dein König naht.

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So viele SklavInnen wie noch nie zuvor in der Weltgeschichte

Heute erzählte eine Frau, die mit zwangsprostituierten Betroffenen arbeitet, im Gottesdienst von ihrer Arbeit. Dabei wurde als erstes deutlich, dass wir weltweit so viele SklavInnen haben wie noch nie zuvor. Als zweites rüttelte uns auf, dass die meisten Bordelle in unauffälligen Mietshäusern in „ganz normalen“ Wohngegenden überall in Deutschland angesiedelt sind. Auch rund um die Kirche, ohne dass die Bevölkerung etwas davon mitbekommt. Umso schwerer ist es, diesen Frauen zu helfen – und sei es „nur“mit einem Gespräch oder praktischer Hilfe, die noch nichts an der Zwangsprostitution selbst verändert.

Da ich selbst viel zu wenig über das Thema weiß, möchte ich heute vorrangig dazu einladen, sich mit diesem unangenehmen Thema auseinander zu setzen. In unserer Nachbarschaft gibt es nicht nur unsichtbare Sexarbeit. Ebenso werden junge Frauen als Nannys und Haushälterinnen beschäftigt, ohne Lohn, kaum Verpflegung, keiner Kontaktmöglichkeit nach außen und ohne Sprachkenntnisse. Deren Pässe behält die „Gastfamilie“ ein und nimmt ihnen jede Möglichkeit, das Arbeitsverhältnis zu beenden. Es sind eben nicht nur Menschen in Dritte-Welt-Ländern betroffen, deren Leben sich weit weg von unserem abspielt. Deutschland ist mittendrin, und wir sind mittendrin.

UN-Aktionstag über moderne Sklaverei

Sklaverei heute

Moderne Ausbeutung

Global Slavery Index

Film: Billigkraft statt Babysitter in Deutschland

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Auf der Suche nach einer neuen Kirche: Zwischenstand

Im Januar berichtete ich, dass ich nach zwölf Jahren in der gleichen Kirche eine neue Heimat suche. In meiner Generation sind alle primär mit ihren Kindern beschäftigt und nur wenige Kontakte haben die Kluft zwischen sechsköpfigen Haushalten auf der einen Seite und Double-Income-No-Kids auf unserer Seite überlebt. Wenn im Anschluss an den Gottesdienst nur noch fünf Minuten oberflächlicher Small Talk stattfindet, empfinde ich das als sehr schade. Auch das Interesse am Gottesdienst selbst hatte sich abgenutzt: Nach Jahren voller Choräle mit der Orgel und klassischer Kirchenchöre brauchte ich dringend Abwechslung. Dennoch ist es ein großer Schritt, aus einer Kirche, wo ich alle kenne, hinein in eine Gemeinde, wo ich niemanden kenne, zu wagen. Zum Glück fand ich gleich in der ersten Gemeinde einen Gebetskreis, der sich direkt um die Ecke im Nachbarstadtteil trifft. Mit einem straffen Ablauf von gemeinsamem Singen, Lesen in der Bibel und gemeinsamem Gebet. Nachdem mein ursprünglicher Gebetskreis sich immer selten traf und immer weniger Fokus hatte, genieße ich die zuverlässigen wöchentlichen Treffen sehr.

Die Gemeinde, die ich jetzt besuche, besteht vorrangig aus Menschen im Alter zwischen zwanzig und Mitte vierzig. Alles läuft über einen Beamer und die Musik der Band ist so laut, dass ich mich morgens um zehn Uhr erstmal mit Ohrstöpseln ausstatte. Getragene Choräle aus dem Mittelalter werden abgelöst durch christlichen Rock und Pop bei gefühlt 120 Dezibel: Das nenne ich einen Kontrast! Ganz so heftig hätte es nicht sein müssen, ich bin gern für eine ausgewogene Mischung zu haben. Früher hatte ich Tränen in den Augen, wenn es endlich ein Lied gab, das jünger war als ich. Jetzt habe ich Tränen in den Augen, wenn ein Lied die Erfahrung früherer Generationen in sich trägt. Keine Kirche ist perfekt, in jeder finden wir etwas, das uns anspricht, und etwas, das wir verzichtbar finden. So auch hier…
Was mich wirklich mitreißt ist der greifbare und authentische Glaube aller, mit denen ich in Kontakt komme. Hier erlebe ich lauter Menschen, die mit Gott im Alltag unterwegs sind. Die berichten, wo Gott ihnen geholfen hat, und ihn beim Wort nehmen. Die sich darauf verlassen, dass Gott ihre Gebete erhört, statt es lediglich zu erhoffen. Die sich gegenseitig ermutigen und herausfordern. Die frei und ehrlich über ihren Glauben sprechen und SkeptikerInnen einladen.
Nach jedem Gottesdienst stehen Menschen zum Gebet bereit. Wer zu ihnen geht und die eigene Lage schildert, erfährt Unterstützung im Gebet: Für die kranke Oma, angespannte Situationen im Beruf, gekündigte Wohnungen, die Autoreparatur trotz Geldmangel, was auch immer. Auf diese Weise bin ich meine qälenden Migräneattacken erfolgreich losgeworden. Und trauen sie sich doch noch einmal, mich lahmzulegen, hilft eine gemeinsame Runde Gebet. Gott wirkt, das wird hier sehr deutlich.

Gleichzeitig genieße ich es sehr, fast niemanden zu kennen und damit anonym zu bleiben. Niemand möchte mich für Kinderstunden, den Seniorenkreis oder die Geburtstagspost verpflichten. Niemand kennt meine Interessen und Begabungen, sodass ich mich an einem ausgedehnten Urlaub vom Ehrenamt erfreue. Nach zwölf Jahren war das dringend nötig… Meine monatliche Spende erhält momentan keine Kirche, sondern „terre des femmes“, eine Menschenrechtsorganisation für Frauen weltweit. Bis ich erneut Mitglied werde und mich im Ehrenamt einbringe, beglückt mich mein „Sabbatical“. Gleichzeitig erlebe ich im Hauskreis Gemeinschaft und Feedback im Gespräch, sodass ich nicht in den Weiten der modernen Großstadt-Gemeinde untergehe. Der ideale Mittelweg für mich momentan.

 

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Jetzt übernehmen Hipster das Kommando hier

„Hipster, Hipster,“ lispelt mein Mann, wenn er etwas entdeckt, das er albern und verzichtbar findet. Ob das überteuerte Snacks aus vegan-glutenfreier SuperFood-Rohkost sind oder Klamotten, die aussehen, als kämen sie mit Rostflecken aus dem Theaterfundus: Im Zweifelsfall ist es „Hipster“.
Aus Spaß teile ich heute meine private Variante davon. Mit Vasen in gold und kupfer (oh no, so 2017!), trendigem Palmwedel, elegantem Lampenschirm aus Samt, ultra kreativ handgearbeiteter Tapete (alias Geschenkpapier-Bogen) und naturverbunden-romantischen Schalen.
Hipster, Hipster!

Echte Hipster kleben Dinge an die Wand, die sonst niemand dorthin klebt. Zum Beispiel Bögen aus handgeschöpftem und unter Gesängen liebevoll bedrucktem Geschenkpapier aus Indien.
Und wahre Kenner der aktuellen Trends zeigen außerdem das gleiche Bild mindestens ein dutzend Mal, wobei nur andere InsiderInnen erkennen, dass es natürlich nicht das gleiche Bild ist! Nur das selbe…
Spaß muss sein!

Verlinkt mit HolunderblütchenFloralFridayFoto und Freutag.

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Sonniges Gelb im Goldfischglas

 

Gestern besuchte ich endlich mal wieder einen floristischen Workshop, juhu!

Das erste Werkstück war ganz simpel:
Eine durchsichtige Kugelvase wurde mit etwas Wasser gefüllt.
Getrocknete Ranken von der Mühlenbeckia wurden vorsichtig gebogen (Achtung, Verletzungsgefahr an kleinen, spitzen Pflanzenteilen!) und in die Kugelvase gelegt.
Aus einer Mühlenbeckia-Pflanze wurden frische Triebe geschnitten und locker im Uhrzeigersinn auf den trockenen Ranken drapiert.
Nun wurden zwei Milchsterne (Ornithogalum), eine Tulpe und Blütenstände vom Schneeball (Viburnum) im Uhrzeigersinn in die trockenen Ranken eingefügt. Zum Schluss kuschelten sich Blütenstände der Tête-à-tête Narzisse in das Arrangement.
Die Stielenden wurden direkt vorher frisch angeschnitten und dann so in den Ranken verankert, dass sie gut im Wasser liegen.
Zum Schluss wurde noch etwas Moos verteilt.

Wer kein Gelb mag, kann die Tulpe durch einen Farbton aus dem Rot- oder Rosa-Spektrum ersetzen und kleine blaue Traubenhyazinthen (Muscari) statt der Narzissen wählen. Der weiße Milchstern und der hellgrüne Schneeball passen harmonisch zu diversen Akzentfarben.

Da die Floralien durch die tiefe Position im Wasser deutlich anfälliger für Fäulnis sind, bin ich mal gespannt, wie gut der Wasserwechsel klappt und wie lange die Blüten halten.

Verlinkt mit FloralFridayFoto, Holunderblütchen, Crealopee, Miss Red Fox, Karminrot, Soulsister Meets Friends, Frühlings-FlowerPower und Freutag.

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Über den Wert der Frauen in der Bibel. Und ihren Wert in der Kirche heute.

Arboretum

 

„Magdalena, einst wichtigste Jüngerin Jesu, wurde als Propagandafigur der katholischen Kirche missbraucht. Junia, eine berühmte Apostelin der Frühkirche, verwandelte sich unter der Feder eines Bibelkommentators in einen Mann. Phöbe, Vorsteherin einer frühen Christengemeinde, wurde als Hilfskraft des Apostel Paulus kleininterpretiert. Lydia, die erste Christin Europas, geriet fast 2.000 Jahre lang in Vergessenheit. Es gab verschiedene Methoden, Frauen des frühen Christentums verschwinden zu lassen.

Die Dokumentation „Jesus und die verschwundenen Frauen“ von Maria Blumencron versucht, die vergessenen Säulen des Christentums wieder sichtbar zu machen.

Vor 2.000 Jahren kündigte Jesus von Nazareth das Reich Gottes an, in dem alle Menschen gleich wären. In einer streng patriarchal geprägten Zeit war das revolutionär. Und so folgten dem charismatischen Wander-Prediger nicht nur Männer, sondern vielfach auch Frauen nach. Aufgrund einer männerzentrierten Sprache blieben sie in den Evangelien nahezu unerwähnt. Aber Frauen waren Zeuginnen des Todes Jesu, der Grablegung und schließlich seiner Auferstehung, die zum Grundstein des Christentums wird. Es ist Maria aus Magdala, die von Jesus den Auftrag erhält, die Frohe Botschaft zu verkünden. Sie wird damit zur ersten Apostelin. Doch gleich nach Erfüllung des Auftrags verschwindet die Schlüsselfigur des Ostergeschehens aus den kanonischen Evangelien.

Der leere Raum, den sie hinterlässt, wird zum Nährboden abenteuerlicher Legenden. Aus der Apostelin Apostolorum (der Apostelin der Apostel) wird in der von Männern besetzten institutionalisierten Kirche die reuige Sünderin. Aus der Sünderin die asketische Büßerin. Aus der Büßerin ein laszives Pin-up-Girl der Kunst. Heute wird Maria Magdalena vielfach als Ehefrau Jesu empfunden. Aber ist auch dies nicht bloß eine weitere Übermalung, aus unserem Zeitgeist heraus geboren?

Eine folgenschwere Fehlinterpretation erfuhr auch Junia, die als wichtiges Bindeglied zwischen der Jesus-Bewegung und dem frühen Christentum gilt. Von den ersten Kirchenvätern noch als berühmte Apostelin gepriesen, erfährt sie im Mittelalter eine folgenschwere Geschlechtsumwandlung. Unter der Feder des Bibelkommentators Ägidius von Rom wird aus Junia ein Apostel namens Junias. Das Versehen eines unausgeschlafenen Augustiners? Oder Ergebnis eines männerorientierten Weltbildes? Und warum fristet Apostelin Junia in allen gängigen Bibelausgaben bis heute ein Dasein als Mann? (Wobei es keinen Männernamen namens Junias gab, es sind dafür jede Menge Frauen namens Junia zu dieser Zeit in Quellen gefunden worden, Anmerkung von mir ergänzt)“

zitiert vom Fernsehsender Phoenix.de

Um uns der als Mann verwandelten Junia näher zu widmen und damit die Spur der Frauen in der Bibel aufzunehmen:
Zusammen mit ihrem Ehemann war sie Leiterin einer der ersten Christengemeinden, die sich zum Essen in deren Haus trafen. Oft in kleiner Runde, mit Kathedralen und Kirchenchören und Predigt hatte das alles noch nichts zu tun. Eine Reihe Jahre später, nachdem die Zahl der Christen stark gewachsen war, entstand die erste organisierte Kirche in Rom. Die Identität der ersten Christen, die Frauen und Männer, Sklaven und Herrscher gleichberechtigt fanden (im Gegensatz zur umgebenden männlich beherrschten Kultur), geriet mit Gründung der ersten offiziellen Kirchen und dem Beginn einer Staatsreligion schon deutlich in Vergessenheit. Denn wer machte aus einer sehr lebendigen, antiautoritären Bewegung ein geordnetes System, in dem Frauen nichts mehr zu sagen hatten? Männer natürlich. Die gleichen, die die Evangelien (Schriften über Jesus und Briefe der Apostel an die Gemeinden) so zensierten, dass keine Frauen in wichtigen Positionen mehr vorkamen.
Aus diesem ersten Meilenstein in der Bedeutung des Christentums als anerkannter Religion wurde bald eine Institution, die mehr mit Geld, Macht und Gewalt zu tun hatte als mit Jesus und den Anfängen als revolutionäre Bewegung. Diese Institution nennt sich bis heute katholische Kirche und hat bis heute, im Gegensatz zu vielen anderen Bibelübersetzungen, in ihrer „Einheitsübersetzung“ die Person Junias als Mann (statt der tatsächlichen Frau) im Römerbrief.
Während der Reformation, die eigentlich nur die katholische Kirche wieder auf ihre Anfänge besinnen sollte, entstand versehentlich eine zweite christliche Kirche, die evangelische. Den Gründern war es wichtig, keine „dumme Masse“ zu lenken, sondern den Menschen die Bibel in ihrer Sprache zum Lesen zu geben, mit Geld fair umzugehen und den ganzen Pomp auf ein Minimum zu reduzieren. Bis Frauen Leitungspositionen besetzen konnten, dauerte es noch einige Jahrhunderte, aber es wurde schließlich doch Realität.
Parallel dazu entstanden Freikirchen, die die Trennung von Staat und Kirche verlangten und Religionsfreiheit für alle einforderten. Statt der Taufe von ahnungslosen Babies praktizieren sie nur die Taufe von Erwachsenen und Jugendlichen, die alt genug sind, um freiwillig glauben zu können und ihren Glauben zu formulieren. Lange und oft verfolgt, profitierten auch die Freikirchen irgendwann von sich ändernden Gesellschaftsregeln. Und haben natürlich längst Frauen in Leitungspositionen.

Warum ich das alles erkläre? Um zu zeigen, dass es nicht „die Kirche“ gibt.
Es gibt diverse Varianten von Kirche, weil es so viele Möglichkeiten gibt, zwischen Tradition und Innovation eine Gruppe von Gläubigen zu verbinden. Unabhängig von den jeweils einzelnen Glaubensgemeinschaften gibt es wiederum die persönliche Beziehung zu Gott, die meiner Meinung nach tausend Mal wichtiger ist als „die Kirche“, „die Religion“ und „das Christentum“. Denn worum geht es letztlich, wenn Menschen von sich sagen, dass sie glauben? Es geht darum, dass sie beten, dass sie eine Beziehung zu Gott haben, dass sie auf Gott im Alltag vertrauen. Natürlich ist es wichtig, mit anderen Personen zusammen zu singen, zu beten, die Bibel zu lesen und sich darüber auszutauschen. Ob nun in einer organisierten Gemeinde oder in einem privaten Kreis. Das alles ist aber nur die Folge einer persönlichen Beziehung zu Gott, die den Anfang bildet. Für Frauen und Männer gleichermaßen.

Warum es mir so wichtig ist, mich heute darüber auszulassen, weshalb es nicht „die Kirche“ gibt?
Einerseits, weil es mein einziger Kritikpunkt an der oben zitierten Sendung ist (am 21.11.2016 um 19.15 Uhr läuft die Dokumentation noch einmal auf Phoenix). Es gibt das Leben von diversen Personen, die mehr oder minder intensiv ihre Beziehung zu Gott im Alltag leben. Diese Personen sind wiederum mehr oder weniger eng mit einer Kirchengemeinde vor Ort verbunden. Diese Kirchengemeinde vor Ort ist in mehr oder weniger großen Vereinigungen eingebunden – je nachdem, ob es eine Staatskirche ist (Evangelisch-lutherisch oder römisch-katholisch) oder eine Freikirche.
Keine dieser Kirchen ist „die Kirche“!
Auch, wenn das Vertreter der katholischen Kirche oft behaupten und bedauerlicherweise im Sprachgebrauch viele Personen diesen Begriff übernommen haben. Als Folge davon glauben bis heute viele, dass „die Kirche“ keinen adäquaten Raum für „die Frauen“ biete und weiterhin von allen einflussreichen Positionen fernhalte (was ja angesichts der evangelischen und freikirchlichen Führungspositionen, die von Frauen besetzt werden, nicht stimmen kann, aber so weit denkt kaum jemand).
Entsprechend finden viele Deutsche „die Religion“ und „die Kirche“ altmodisch und für das tägliche Leben unwichtig, weil die Identifikation fehlt. Was in Kirchenaustritte mündet. Weshalb Führer der katholischen Kirche weinen. Aber offensichtlich nicht genug, um ihre Bibelübersetzung den tatsächlichen Tatsachen anzupassen und ihre Männerherrschaft zu überdenken. Was viele gläubige KatholikInnen freuen würde, die durchaus Kritik an der religiösen Spitze üben.

Warum es mir wichtig ist, den Glauben jeder Einzelnen wichtiger zu finden als „die Religion“?
„Wenn wir verstehen dass es im Kern um Beziehung geht, können wir als Nächstes fragen, wie es gelingt, eine solch konstant wachsende Beziehung aufzubauen. Glaube ist eine lebendige Freundschaft mit dem schönsten, dem edelsten, dem glücklichsten und reinsten Wesen des Universums. Darum ruft Jesus Menschen in seine Nachfolge: damit wir von ihm lernen, wie wir in dieser Beziehung leben. Damit wir bei ihm studieren, wie ein Leben aussieht, das in der ständig wachsenden Beziehung zu Gott steht.
Jesus zu folgen bedeutet, zu entdecken, dass wir nicht zuerst in ein Regelwerk von Gesetzen eingeladen sind, sondern in Liebe und Freundschaft. Jesus zu folgen bedeutet, zu lernen, dass wir niemals die Wahrheit haben – quasi als Besitz – , sondern dass wir der Wahrheit nur folgen können. Denn die Wahrheit ist eine Person. Jesus zu folgen bedeutet, zu lernen, dass es nicht zuerst um Moral oder Lebensstil geht, sondern um die Suche nach dem, was der Liebe entspricht. (…)
Gott will unser Leben zu einem täglichen, stündlichen, ja minütlichen Austausch von Liebe machen. Er will, dass wir immer wieder eintauchen in den nie versiegenden Strom der Liebe, die er für uns hat. Er will, dass wir uns bei ihm Rat holen. Dass wir seine Kraft anzapfen, von seiner Weisheit profitieren, an seinem Trost Anteil bekommen, seine Hoffnung immer wieder in uns erneuern, seinen Frieden in unserem Herzen haben. Er will uns Dinge schenken, die weit über unsere Kraft hinausgehen, Dinge erleben lassen, die unser Denken sprengen. Jeder Moment unseres Lebens birgt die Chance, Gott zu begegnen und seine Nähe zu erfahren. Dieser Gott ist völlig anders, als wir uns je ausmalen können.“

aus: „23. Mit dem Psalm der Psalmen durch den Tag“ von Jörg Ahlbrecht

 

Tempel

aufmerksam, Gäste & Feste

Dänisches Design für den gedeckten Tisch

Serie Grau

 

Natürlich habe ich aus Skandinavien wunderbar designte Impressionen mitgebracht. Heute möchte ich gläsernes Geschirr von Pernille Bülow zeigen, eins ihrer Geschäfte habe ich in Snogebæk besucht.

 

Serie Blätter

 

Gläsernes Geschirr hat die Eigenschaft, kühl zu wirken, was sich aus dem Material und der Spiegelung ergibt. Mattiertes, farbiges Glas (wie im ersten Bild) wirkt organischer und damit „weicher“. Hochglänzendes Glas garantiert einen eleganten Eindruck und wirkt, wie auf den Fotos deutlich wird, ohne weitere Dekoration für sich.

 

Serie eckig

 

Allein durch die akzentuierte Formgebung und den Effekt der gestapelten Teller und Schalen entsteht eine besondere Optik.

 

Dessert

 

Auch ein Gedeck für die Vorspeise oder einen Dessertgang kann inspirieren: Ich finde es auf den ersten Blick sehr ungewohnt, aber die Idee überzeugt spätestens beim näheren Hinsehen.

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Umstyling – Segen oder Fluch?

Neulich habe ich auf Empfehlung einer Bekannten eine Umstyling-Sendung im Fernsehen angeschaut – und weil ich es interessant fand, gleich noch ältere Sendungen aus der Mediathek dazu.
Anschließend war ich mit meinem Äußeren und dem Inhalt meines Kleiderschranks von vorn bis hinten unzufrieden. Die Crux an professionellem Styling ist: Einerseits sagt man „Boah, so großartig kann diese unscheinbare Frau also aussehen, das will ich auch!“ und andererseits sieht man, dass es nur mit einem ganzen Stab an Make-up-Künstlern und Mode-Profis möglich ist, ein darart vollendetes Bild abzugeben.
Mit Sicherheit kann jede/r von uns besser aussehen, wenn wir mehr in unser Äußeres investieren würden – fragt sich, wie viel Zeit, Energie und Geld das kostet. Und wo die Grenze zwischen „Kann optisch mehr aus sich machen“ und „Ist kaufsüchtig und ein überambitioniertes Mode-Opfer“ liegt.

 

 

Die wahre Kunst der Typ- und Stilberatung liegt für mich darin, dass das innere Bild der Person von sich selbst immer mehr dem entspricht, was das Äußere darstellt. Versteckte Anteile der Person zum Leben bringen, in dem sie gezeigt werden dürfen: Sich so fröhlich kleiden, wie wir uns fühlen, statt in grauen Business-Uniform zu verschwinden. Die Liebe zu kräftigem Blau-Grün ausleben, auch wenn alle anderen gerade schlammige Erdfarben tragen. Das Quietschgrün, das die eigene Perösnlichkeit überstrahlt und zur Gewohnheit geworden ist, durch harmonisch passendes Schilfgrün mit Grauanteil ersetzen: Damit die Gesichtshaut strahlt und die Haarfarbe auch ungefärbt lebendig wirkt. Manchmal geht es in der Typberatung darum, von Gewohnheiten Abschied zu nehmen. Manchmal darum, lange Verstecktes sichtbar zu machen. Manchmal ist Mut zu neuen Möglichkeiten die Antwort, manchmal auch ein Leisertreten.
Perfektes Make-Up und täglich aufwendig gestylte Frisur hat für mich nichts dem Ziel und Zweck von Typberatung zu tun. Natürliche, lässige Personen müssen genauso bleiben dürfen, wie sie sind. Wer sich gern zurecht macht, bekommt die passenden Tipps. Aber das Äußere einer Frau zu einer perfekten Momentaufnahme umzugestalten, und zu behaupten, ab jetzt solle sie immer so aussehen, um schön und glücklich zu sein, kommt nicht in Frage.

Ich habe mir ein „Update“ für meinen Kleiderschrank gegönnt und finde den Rest ganz in Ordnung – meist liegt die Wahrheit ja im Mittelweg 🙂
Neue Hose, neue Schuhe – und den restlichen Inhalt des Kleiderschranks mag ich doch ganz gern, besonders seit ich in mehreren Abschnitten ausgemistet habe….

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SO VIEL Segen

Heute gab es Segen im Überschuss:
Zuerst einen lustigen Gottesdienst mit der „Regenbogenstraße“, in der wir Erwachsenen wieder zu Kindern wurden und sich die Kinder gut amüsierten.
Anschließend aß ich in einem Bistro etwas Leckeres und besuchte dann das Bucerius Kunst Forum, in dem nur noch bis zum 15.05. die Ausstellung über Gerhard Richter läuft. Dort erfuhr ich beim Hereinkommen, dass der Eintritt heute umsonst sei – wie nett! Dementsprechend war das Museum trotz Sommerwetter und Hafengeburtstag proppenvoll.
Ich amüsierte mich beim Betrachten der Bilder, während einer Führung und im Gespräch mit einer Fotografin vor Ort (die wahrscheinlich Bilder für die Öffentlichkeitsarbeit machte) und eh ich mich versah, waren gut zwei Stunden vergangen.
Dann fand ich im Museumsladen ein wunderbares Reclam-Heftchen mit Kindergedichten, hervorragende und lustige Karten („Kunst kommt von Können. Käme es von wollen, so hieße sie Wunst.“ Friedrich Nietzsche) und trat hinaus auf den Rathausplatz in die Sonne.
Dort spielte ein Straßenmusiker auf seinem Flügel, und ich genoss die Musik und die Wärme. Und natürlich das Panorama…

Herrlich! Vielen Dank, Gott.