aufmerksam, glaubhaft

Buchempfehlung: „Gib niemals auf“ von Joyce Meyer

Vor einigen Jahren schenkte mir eine wildfremde Frau das Buch „Gib niemals auf!“ in der S-Bahn. Ich war auf dem Heimweg, die Dame saß mir gegenüber und las, und aus irgendeinem Grund hatte ich den Eindruck, dass sie in einem christlichen Buch schmökerte und ich gern gewusst hätte, in welchem. Also fragte ich sie, sie hielt mir das Buch hin, und bevor sie viel zum Inhalt erzählt hatte, schenkte sie es mir und stieg aus. Ich war völlig perplex.
Natürlich begann ich direkt mit der Lektüre, aber aus irgendeinem Grund packte mich der Inhalt nicht. Trotz harter Jahre der beruflichen Neuorientierung, die mich oft an meine Grenzen brachten, blieb es jahrelang im Bücherregal. Bis ich neulich aus irgendeinem Grund danach griff und es mit sehr, sehr großem Gewinn las. Joyce Meyer ist eine ganz besondere Persönlichkeit, ihre direkte Art und ihr wahnsinnig selbstbewusstes Auftreten können friedliche ChristInnen ziemlich verschrecken. Aber der Inhalt ist das, was in einem Buch zählt, und der überzeugte mich beim zweiten Anlauf komplett.

„Wissen Sie, jeder Adler fühlt sich in einem Hühnerhof unwohl. Alle Adler sehnen sich nach klarer Luft und einem blauen, weiten Himmel. Wenn Sie an einem Ort leben, der Sie davon abhält, die Person zu sein, die Sie sein sollten und das zu tun, was Sie tun sollten, dann werden Sie sich auch unwohl fühlen.
Wenn der Gedanke in Ihrem Kopf und Ihrem Herzen Wurzeln schlägt, sich über das hinaus zu entwickeln, was Sie kennen, wenn der Same der wahren Größe in Ihnen anfängt zu wachsen, wenn Sie ein brennendes Verlangen spüren, aus Altem heraus zu treten, wenn Sie sich nach Abenteuern sehen und etwas Neues oder anderes machen wollen, dann nehmen Sie diese Empfindungen ernst. Fangen Sie an, entsprechend zu handeln.
Doch seien Sie sich auch darüber im Klaren, dass die Menschen um Sie herum Ihre Sehnsucht, aus der Umzäunung auszubrechen, nicht unbedingt nachvollziehen können. Vielleicht wollen sie Ihre Flügel stutzen oder sagen sogar: „Nun beruhige dich mal und sei wie die anderen Hühner. Sieh mal hier, diesen schönen Hühnerhof mit all den leckeren Würmern und Maden. Was soll es schon Besseres geben?“

„Ich bin sicher, dass wir unser Potenzial nur in dem Maße ausschöpfen, wie wir auch mit Widrigkeiten umgehen können. Winston Churchill sagte: „Gemeisterte Schwierigkeiten sind gewonnene Möglichkeiten,“ und diesem Ausspruch stimme ich voll und ganz zu. Wenn Sie sich von Schwierigkeiten und Problemen frustrieren, einschüchtern oder entmutigen lassen, dann werden Sie diese niemals überwinden. Schauen Sie ihnen stattdessen ins Auge; überwinden Sie die Widrigkeiten, mit denen Sie zu tun haben; weigern Sie sich, mittendrin aufzugeben; drängen Sie mit dem Geist eines Bezwinger weiter vorwärts! Und dann werden Sie die notwendige Fähigkeit und Entschlusskraft entwickeln, die Sie brauchen, um Ihr ganzes, von Gott gegebenes Potenzial zu entfalten und alles erleben, was Gott für Sie bereithält.“

Ja, Joyce Meyer liefert eine schier endlose Reihe Steilvorlagen. Wer es sich gerade gemütlich im Leben eingerichtet hat, mag das ungern hören.
Wer jedoch mit der eigenen Weisheit am Ende ist, mit dem Ziel vor Augen dringend neue Kraft braucht oder wer schon lange darauf wartet, dass sich der Wind endlich dreht, wird in diesem Ratgeber einen unfassbaren Schatz finden. Einen Schatz, der immer wieder das Wort Gottes und seine Versprechen für uns in den Mittelpunkt rückt.
Wer findet, dass das eigene Dasein in dieser Welt mehr ist als arbeiten, essen, schlafen und Rechnungen bezahlen, und es mehr geben muss als „Da-sein“, entdeckt in diesem Buch einen kraftvollen Begleiter.

aufmerksam, glaubhaft

Unterwegs in einer neuen Kirchengemeinde: Zwischenstand


Nach über zwölf Jahren habe ich mich aus meiner Kirchengemeinde abgemeldet und begonnen, eine neue Heimat für meinen Glauben zu finden. Gleich in der ersten Kirche traf ich nette ChristInnen aus dem Nachbarstadtteil, wo wir uns jede Woche zum privaten Gebetskreis versammeln. Der Gottesdienst dort gefiel mir weniger, sodass ich die Partnergemeinde in einem anderen Viertel ausprobierte. Dorthin gehe ich seitdem in den Gottesdienst, wie ich hier schon beschrieb.
Seitdem nahm ich an einer Infoveranstaltung über die verschiedenen sozialen Engagements der Gemeinde sowie mögliche Ehrenämter teil. Außerdem traf ich mich mit anderen Neuankömmlingen nach dem Gottesdienst im Garten hinter der Kirche zum Kennenlernen. Vor Kurzem fand ein Abend über die historischen Hintergründe und organisatorischen Strukturen der Gemeinde statt. Hier wird wirklich alles getan, damit sich Neue wohlfühlen und zügig orientieren können.
Die Gemeindeleitung empfiehlt allen, die aus anderen Kirchen kommen, ein Jahr lang nur zu schnuppern – ohne Eintritt, ohne Verpflichtungen wie Ehrenämter o.ä. Einerseits, damit die Neuen sich wirklich sicher sind, dass sie bleiben wollen und sie nicht nach wenigen Monaten wieder weiter ziehen. Andererseits, damit die Gemeinde sich darauf verlassen kann, dass neue Mitglieder eine bewusste Entscheidung getroffen haben und wirklich bleiben wollen. Ein sehr sinnvolles System, finde ich. Auch, weil ich auf diese Weise in einem entspannten Kennlernmodus bleiben kann und nicht das Gefühl habe, mich schnell entscheiden und verpflichten zu müssen.
Dank meines Buchprojekts sehe ich sowieso keine zeitlichen Lücken, in die momentan ein Ehrenamt passen würde. Ganz abgesehen davon hat mich das Schreiben am Manuskript, die Recherche und die Bewerbung beim Verlag so viel Energie gekostet, dass ich innerlich gar nicht frei bin, mich kirchlich zu engagieren.
Daher genieße ich weiter die Gottesdienste und das anschließende persönliche Gebet, kleine Begegnungen zwischen Tür und Angel und den wöchentlichen Gebetskreis in der Nachbarschaft. Natürlich freue ich mich darauf, bald engere Beziehungen aufzubauen. Hier und heute fehlt mir dazu die Kapazität, aber eine Woche in Dänemark als Gemeindefreizeit für alle Generationen ist für den Herbst geplant. Spätestens dann habe ich jede Menge Zeit, mehr Kontakte zu knüpfen.

aufmerksam, glaubhaft

Großes Herz! Sieben Wochen ohne Enge

Heute beginnt die Zeit vor Ostern. Sieben Wochen im Jahr nehmen sich viele Menschen Zeit, einmal anders auf ihr Leben zu schauen. Die sogenannte Fastenzeit lädt ein, alte Gewohnheiten zu überdenken und neue Blickwinkel auszuprobieren. Durch das zeitweilige Aufgeben von etwas, das uns sonst beschäftigt, entsteht neuer Raum in uns, der mit Positivem gefüllt werden kann.
Es gibt klassische Möglichkeiten des Fastens wie Verzicht auf Fleisch, Alkohol oder Süßigkeiten. Ebenso moderne Ideen wie „Sieben Wochen ohne Shopping“ oder „Sieben Wochen ohne Lästern, ich möchte nur Gutes sagen“. In diesem Sinne können es auch „Sieben Wochen mit…“ sein: Sieben Wochen mit Vergebung, sieben Wochen mit Toleranz, sieben Wochen mit offenen Türen.

.
Die Fastenaktion der evangelischen Kirche Deutschlands bietet „Sieben Wochen ohne Enge“ an. Ein Kalender gibt tägliche Impulse, eine kostenlose Mail pro Woche teilt Gedanken und Ideen. Das Thema „Großes Herz!“ entstand Ende letzten Jahres unter dem Eindruck der anhaltenden Flüchtlingsströme.

 

dnemark241

aufmerksam, Gäste & Feste, kreativ

Ideen für einen lebendigen Traugottesdienst

EinladungKreativ_v1

 

Gefühlt überall finden derzeit wieder Hochzeitsmessen statt, viele Hochzeitspaare schlängeln sich durch das Labyrinth an Ideen, eigenen Vorstellungen und Angeboten von DienstleisterInnen.

Für mich war damals in der Vorbereitung eine große Frage, wie die passende Stimmung im Gottesdienst entsteht: Es sollte natürlich festlich werden, aber auf keinen Fall steif. Feierlich und gleichzeitig natürlich und persönlich. Wie schaffen wir das?
Als sehr wichtig habe ich offene Gespräche mit unserem Pastor erlebt, ebenso die Überlegungen mit dem Ehrenamtlichen, der für die Musik zuständig ist (in vielen Kirchen gibt es eineN angestellteN OrganistIn oder KantorIn).
Wer meint, dass es das Beste sei, viel getragene Orgelmusik zu spielen, durchwirkt von Geigen und geschluchztem „Ave Maria“, kann eine hervorragende Stimmung für einen Trauergottesdienst produzieren. Das habe ich tatsächlich erlebt, danach musste ich monatelang aufpassen, in Gesprächen nicht aus Versehen „Trauergottesdienst“ statt „Traugottesdienst“ zu sagen. Zutiefst dramatische Klassik kann bei den Gästen zu falschen Assoziationen führen… 😕

Lange habe ich mit einer Freundin gerätselt, wie wir den Einzug als Paar sowie den Auszug am Ende des Traugottesdienstes gestalten. Es wurde dann eine Kombination aus traditionellen Elementen und eigenen Vorstellungen, wobei alle aufwendigen Phantasien aussortiert wurden. Denn: Bei allen großartigen Ideen bleibt die Frage, wer sie vorbereitet und umsetzt – meistens nicht die Braut, die genug anderes organisiert.

 

EinladungBrücke_v1

 

Heute entdeckte ich mehrere bunte Ideen, was in der Kirche jenseits von Instrumentalmusik zum Einzug passieren kann: Tänze, Flashmobs und ähnlich Kreatives.

Einzug zu „Sing Hallelujah!“

Flashmob vor dem Einzug der Braut im Mittelgang der Kirche

Etwas langatmig, und der komplette musikalische Bruch am Ende irritiert, sonst wirklich fröhlich:
Einzug der Freundinnen und Freunde vor der Braut

Auszug aus der Kirche mit Tanz

♥    ♥    ♥    ♥    ♥

Wer sich irritiert fragt, was das ganze Gezappel im Gottesdienst soll:
Natürlich besteht die Gefahr, dass durch eine unkonventionelle Aktion der Traugottesdienst sich in die Stimmung des Polterabends einreiht. Dass der Party-Charakter der Hochzeit überwiegt und der Moment, in dem es wirklich auf Inhalte und Tiefgang ankommt, durch Kaspereien verdorben wird.
Andererseits finde ich es gut, einen eigenen Zugang zum Gottesdienst zu finden – gerade für jene, die sonst nicht am Sonntag in die Kirche gehen. Warum sollten sie das komplette klassische Prozedere durchziehen, wenn sie sonst nie etwas mit der Liturgie zu tun haben? Sind die BesucherInnen zum korrekten Vollzug eines traditionellen Ablaufs verpflichtet oder stellt sich das Programm im Gottesdienst in den Dienst des Hochzeitspaars und der Gäste?
Im Übrigen finden vorrangig wir EuropäerInnen Tänze und Lachen in der Kirche seltsam, andere Kulturen gestalten Gottesdienste grundsätzlich mit viel Temperament und Bewegung.
Wer die Bibel aufmerksam liest, weiß außerdem, dass es damals jede Menge Rambazamba gab. Zur Ehre Gottes, natürlich, aber dennoch waren Gottesdienste oft ausgelassen und ausdrucksstark.

 

Einladung_v1

 

Und wer sich wirklich, wirklich, wirklich sehr sicher ist, dass die Partnerin oder der Partner heiraten möchte (und einen öffentlichen Antrag schätzt), kann es mit diesem Fundstück aus dem Netz zum Heiratsantrag versuchen.