aufmerksam, glaubhaft

Wunder gibt es immer wieder

Heute habe ich einen Engel getroffen. Er ist groß, muskulös, blond, braun gebrannt und hat blaue Augen. Und Bartstoppeln. Er zeigte sich als Engel, indem er „Hey!“ rief und hinter mir her lief. Als ich dann doch langsamer fuhr und mich umdrehte, kam er auf mich zu und sprach die wunderbaren Worte: „Hast du einen Schlüssel verloren?“

„Denn er (Gott) tut heute noch Wunder. Stunde um Stunde. Tag für Tag.“

Auf dem Weg zu einem Kindergeburtstag verlor ich heute mein Schlüsselbund, was ich erst feststellte, als ich vor Ort war und mein Rad anschließen wollte (Das erste Wunder war, dass ich es in Rekordzeit quer durch die Stadtteile geschafft hatte und pünktlich kam). Da ich schlecht sagen konnte: „Du, Sabine (Name geändert), ich muss mal kurz zurück zu dieser Kreuzung fahren, da habe ich wohl meinen Schlüsselring verloren, an dem ALLES hängt, was ich an Schlüsseln habe,“ habe ich artig meinen Beitrag zum Geburtstag geleistet und die ganze Zeit gebetet, dass Gott gut auf mein Schlüsselbund aufpasst.
Auf dem Rückweg suchte ich gründlich alles ab und fand nichts. Dann traf ich einen Polizisten (halb zufällig), den ich fragte, was ich jetzt am Besten täte. Er verwies mich an das nächste Polizeikomissariat. Auf dem Weg dorthin schaute ich mich noch einmal genau auf der Kreuzung um. Die ganze Zeit betete ich: „Gott, du weißt, wo meine Schlüssel sind. Du siehst sie jetzt, wer auch immer sie hat. Bitte schenke, dass sie bald zu mir zurück kommen, sonst wird es so schrecklich teuer…“
An der Wache musste ich mein Rad notgedrungen unangeschlossen stehen lassen. Drinnen bekam ich die Auskunft, abzuwarten und die Website des zentralen Fundbüros im Blick zu behalten. Na gut. Vor dem Gebäude überlegte ich, zur Abwechslung einen anderen Weg nach Haus zu fahren und dachte, nee, ein drittes Mal über die Kreuzung schieben und Augen offen halten, wäre die bessere Lösung.
Das tat ich auch – lief im Zick-zack über die Straße, schaute sogar in einen Mülleimer am Laternenmast und inspizierte eine Ecke Unkraut, die ich vorher nicht beachtet hatte.
Nichts.
Also stieg ich auf mein Rad und fuhr los.
Dann tauchte mein Engel auf. Als er nach dem Schlüssel gefragt hatte, meinte ich: „Naja, ich suche ein ganzes Schlüsselbund.“ Er hielt mir meins entgegen, ich bekam fast keine Luft mehr vor Überraschung. Er: „Das habe ich auf der Straße gefunden und dich eben aus dem Fenster gesehen, als du da rum liefst…“ Ich war so verdattert, dass ich fragte, was ich ihm Gutes tun könnte – zehn Euro hätte ich sicher dabei. Er verstand mein dankbares Gestammel genug, um abzulehnen, während ich ihn nicht gehen lassen konnte, ohne mich erkenntlich zu zeigen. Zum Glück fielen mir die elegant verpackten, exclusiven Trüffel ein, die ich statt Trinkgeld auf dem Kindergeburtstag geschenkt bekommen hatte. Also zog ich schnell die Schachtel aus dem Schokoladen-Delikatessgeschäft aus dem Fahrradkorb und meinte: „Hier, die hab ich gerade erst bekommen!“ Nicht, dass er denkt, ich will ihm etwas Blödes andrehen…

Den ganzen Rückweg über konnte ich es nicht glauben. Dass alles so gut ausgegangen war. Dass ich nur eine halbe Stunde später als geplant nach Hause kam. Dass Gott tatsächlich den Schlüssel im Blick hatte. Dass der ehrliche Finder direkt an der Kreuzung wohnte und mich beobachtete, wie ich dort suchend herum lief. Und dass ich sogar ein passendes Dankeschön-Geschenk parat hatte.

 

„Tut der Herr heute noch Wunder, Stunde um Stunde, Tag für Tag.“
Samuel Harfst

 

Entenfedern

 

Nichts geht bei Gott verloren.
Kein Gebet, keine Tränen, kein Lachen, kein Schlüssel.
Noch nicht einmal ein paar Entenfedern.

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Unzufrieden?

 

Unser Unglück ist, und wird immer sein,
dass wir mit Gott und dem, was er uns gibt,
unzufrieden sind.
Wir hungern nach etwas anderem, nach mehr.

Ann Voskamp

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Torhaus

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Segenswunsch

Keinen Tag soll es geben, an dem du sagen musst: Niemand ist da, der mich hält.
Keinen Tag soll es geben, an dem du sagen musst: Niemand ist da, der mich liebt.
Keinen Tag soll es geben, an dem du sagen musst: Niemand ist da, der mich schützt.

Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft,
bewahre dein Herz und alle deine Sinne in Jesus Christus unsrem Herrn.

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Blau-weiße Teezeit

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Adventswünsche

Ich bin deine Freude.
Fürchte dich also nicht,
froh zu sein!
Ich bin in deiner Not,
denn ich habe sie selbst erlitten.
Ich bin in deinem Tod,
denn als ich geboren wurde,
begann ich mit dir zu sterben.
Ich gehe nicht mehr weg von dir.
Was immer dir geschieht,
durch welches Dunkel dein Weg
dich auch führen mag,
glaube, daß ich da bin!
Glaube, daß meine Liebe
unbesiegbar ist!
Dann wird auch deine Nacht
Heilige Nacht.
Also zünde getrost die Kerzen an.
Sie haben mehr recht als alle Finsternis.

Nach Karl Rahner

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Bewusst dankbar: Erntedank

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Erntedank erinnert uns jedes Jahr an alles, was wir empfangen haben: Neue Chancen, gute Gespräche in Freundschaften, befriedigende Projekte in der Arbeitstelle, wachsende Partnerschaften, Frieden in Deutschland, frische und gesunde Nahrungsmittel, sonnige Abende, beschwingte Ausflüge, entspannende Urlaube, überstandene Stresssituationen, ausgelassene Feste.

 

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Klar, an allem waren wir beteiligt, wir hatten unsere Hände im Spiel und haben unser Bestes gegeben. Aber dass es gelungen ist, lag nicht in unserer Verantwortung. Unverdiente Geschenke, Versöhnungen, genug Geld, stabile Freundschaften: Auch wenn wir denken, wir hätten uns selbst zum Erfolg geführt – letztlich ist es Gott, der uns durch dieses Leben begleitet. Der neue Perspektiven eröffnet, Erfolge schenkt, Rückhalt in schwierigen Zeiten. Segen nennen wir das.
Zu wem gehst du, wenn du dankbar bist – generell und für vieles in deinem Leben?
Wer verdient ein umfassendes Dankeschön?

This weekend, we celebrate „Erntedank“ (Thanksgiving) in Germany. This celebration helps us to remember, how much we´ve received during the year: New chances, good conversations in friendships, satisfying projects at work, growing partnerships, peace in our country, fresh and healthy nutrition, sunny evenings, happy excursions, relaxing holidays, endured crisis, jolly feasts.
To whom belongs our gratitude for these moments and developments?
  We´ve tried our best, but whose performance brought the result? It hasn´t been just our effort, it was grace. God´s grace. He shows us new perspectives, opens doors, brings peace.
To whom do you bring thanks?

Mein Strauß ist ein Beitrag zu Holunderblütchens Blumentag, FloralFridayFoto und Maleviks Rosengarten.

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Segen für das alltägliche und neu anbrechende Leben

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Gott segne und behüte dich.
Sie schaffe dir Rat und Schutz in allen Ängsten.
Sie gebe dir den Mut, aufzubrechen und die Kraft, neue Wege zu gehen.
Sie schenke dir Gewissheit, heimzukommen.
Gott lasse ihr Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.
Gott sei ein Licht auf deinem Wege.
Sie sei bei dir, wenn du Umwege und Irrwege gehst.
Sie nehme dich bei der Hand und gebe dir viele Zeichen ihrer Nähe.
Sie erhebe ihr Angesicht auf dich und gebe dir ihren Frieden.
Ganzsein von Seele und Leib.
Das Bewusstsein von Geborgenheit.
Ein Vertrauen, das immer größer wird und sich nicht beirren lässt.
So segne dich Gott, heute und immer.

Amen

(Quelle unbekannt)

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Geborgenheit in Gott

Geborgenheit in Gott

Wo immer Du gehst,
Wo immer Du stehst,
Was immer Du tust,
Wo immer Du ruhst,
Du bist in Gottes Hand
Und bist dort wohl geborgen.

Er ist Dein Vater,
Der Dich liebt,
Und Dir die Kraft
Zum Leben gibt.

ER hat Dich
In Seine Hand geschrieben;
Auf ewig bist Du Sein.

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  Heinz Pangels, 1981

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Dieses Gedicht fand ich bei der Recherche für einen Abend in unserer Gemeinde. Mir hat der Segen gleich gefallen – nur die hartnäckige Benennung von Gott als „Vater“ stört mich, weil der Name Gottes „Jahwe“ so viel mehr bedeutet als das ewige „Herr und Vater“. Seit Jahrhunderten einseitig übersetzt und unreflektiert weitergegeben, hat die vielschichtige Bedeutung der Bezeichnung „Gott“ im christlichen Glauben viele Facetten verloren.

Ein sehr guter Text zum Thema „Warum es die Bibel verfälscht, Jahwe stur mit „Herr“ zu übersetzen“, ist hier zu finden. Sehr eindrücklich!

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Schwarze Bohnen für mehr Dankbarkeit im Alltag

Vor Kurzem hörten wir im Gottesdienst eine Predigt zum Thema „Dankbarkeit“, die der Pastor einer benachbarten Gemeinde hielt. Aus seiner Heimat hatte er kleine, schwarze, getrocknete Bohnen mitgebracht. Er ließ sich einen Kollekten-Korb geben und leerte sie hinein, um sie dann durch die Sitzreihen gehen zu lassen. JedeR durfte sich circa zehn Exemplare heraus nehmen und in die linke Hosentasche stecken.
Bei jedem Grund zu danken, erklärte uns der Pastor, sollten wir eine Bohne aus der linken Tasche in die rechte wandern lassen. Am Abend sollte wir anhand des Inhalts der rechten Tasche nachvollziehen und erinnern, was im Laufe des Tages Positives passiert war.
So weit so gut.
Was mich besonders berührte, war, dass die Beispiele des Predigers wenig mit seinem eigenen Ego zu tun hatten. Wo ich mich über positive Dinge freue, die mir selbst passieren, nannte er ganz andere Beispiele: Dankbarkeit, jemandem geholfen zu haben. Dankbarkeit, einem Obdachlosen etwas Geld gegeben zu haben – wie schön, dass er genug hat, um etwas davon teilen zu können!
Allein die Idee, für das zu danken, was ich geteilt habe, unterschied sich sehr grundlegend von der Idee, dafür zu danken, was ich Gutes erlebt und bekommen habe.
Wieder ein Beweis dafür, wir egozentrisch wir WesteuropäerInnen sogar in unserer Dankbarkeit sind…

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In Begleitung

Achte darauf:
Den allermeisten Engeln, die Gott dir in den Weg stellt, hat er keine Flügel wachsen lassen,
aber ihnen ein weites Herz anvertraut, mit dem sie dich durchs Leben begleiten.

Gerhard Jan Rötting

 

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