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Fit und froh: Power für die Pause in Schule, Therapie und Gruppenstunden

Ob in der Gruppenstunde, der Therapiesitzung, der Reha oder in der Schule:
Regelmäßige Pausen sind wichtig für die Fitness und die Konzentration. Damit auch die Seele profitiert, habe ich „Fit und froh: Power für die Pause“ zusammengestellt. Die Aktionsblätter versammeln ein inspirierendes Zitat, meine Übungen aus dem Lachyoga sowie Lockerungsübungen. Ein anfeuernder Ruf und artikulatorische Übungen wie frische Zungenbrecher runden die Auszeit ab.

Kostenlos zum Herunterladen für Pädagoginnen, Therapeutinnen, Lehrerinnen und Eltern:
Fit und froh 1

Fit und froh 2

Fit und froh 3

Fit und froh 4

Fit und froh 5

aufmerksam, feminin, glaubhaft

Das Problem mit dem Sex: Warum sind ChristInnen so verklemmt?

Komm und küss mich, küss mich immer wieder! Ich genieße deine Liebe mehr als den besten Wein. Nimm mich bei der Hand! Schnell, lass uns laufen, bring mich zu dir nach Hause! Du bist mein König! Ich freue mich über dich, du bist mein ganzes Glück. Deine Liebe ist kostbarer als der edelste Wein.“
Die Bibel, Hoheslied Kapitel 1, Vers 2-4

Ganz ehrlich:
Warum reden ChristInnen nie darüber, wie viel Spaß Sex macht?
Vor lauter Angst vor moralischen Fehlern wirken selbst offiziell verheiratete, heterosexuelle, christliche Paare, die nun wirklich jedes Recht haben, Sex zu genießen, völlig verklemmt.
Warum? Gelebte partnerschaftliche Sexualität ist ein Geschenk Gottes. Gott hat Sex erfunden! Wer sonst, wenn wir glauben, dass er unser Schöpfer ist? Warum gehen wir mit diesem Geschenk um, als wäre es ein hochexplosiver Sprengsatz? Warum sprechen wir nie positiv darüber in unseren Kleingruppen, sondern ermahnen uns nur ständig zu ehelicher Treue?
Sex ist Freude am anderen, Freude am eigenen Körper, Spaß, Extase!
Warum erleben wir das nicht?
Und wenn wir es erleben, warum reden wir nicht darüber?
König Salomo, der das Hohelied der Liebe schrieb, hatte diese Hemmungen nicht. Und diejenigen, die das Hohelied in die Bibel aufnahmen, ganz offensichtlich auch nicht. Sonst wären diese Liebesschwüre und erotischen Dialoge nie überliefert worden.

Nachts auf meinem Bett sehnte ich mich nach meinem Liebsten. So gern wollte ich bei ihm sein, doch er war nicht da! »Ich will aufstehn, die Stadt durchstreifen, durch die Gassen und über die Plätze laufen. Meinen Liebsten muss ich finden!« Ich suchte nach ihm, doch vergebens. Bei ihrem Rundgang griff die Wache mich auf: »Habt ihr meinen Liebsten gesehen?«, fragte ich sie. Kaum war ich an ihnen vorbei, da fand ich ihn, dem mein Herz gehört. Ich hielt ihn fest und ließ ihn nicht mehr los. Ich führte ihn in das Haus meiner Mutter, in jene Kammer, in der sie mich empfing.
Die Bibel, Hoheslied Kapitel 3, Verse 1-3

Hallo, sie wird mit ihm zurück im Haus wohl kaum im Dunkeln die Steuererklärung diskutieren oder endlich mal wieder Schach spielen!
Natürlich ist es absolut notwendig, Teenagern einen verantwortungsvollen Umgang mit dem eigenen Körper und der erwachenden Sexualität beizubringen. Aber spätestens, wenn wir nach allen Regeln des Staats und der Kirche verheiratet sind, kann man dann nicht einfach Spaß haben?
Offensichtlich nicht.
Stattdessen wird die eheliche Treue hochgehalten, was sehr sinnvoll und notwendig ist, aber doch bitte nicht alles, was es zu Sex in der Ehe zu sagen gibt!
Warum sind wir so sprachlos?
Und warum nervt es anscheinend niemanden außer mir?
Würde ich heute Abend in meiner Kleingruppe sagen: „Leute, wir reden viel zu wenig über ehelichen Spaß im Bett, unter der Dusche und auf der Pferdekoppel!“, würde ich wohl ein ernstes Gespräch unter vier Augen riskieren.
Warum???

„Deine Brüste sind wie junge Zwillinge einer Gazelle, die zwischen Lilien weiden. Abends, wenn es kühl wird und die Nacht ihre Schatten über das Land breitet, will ich zu dir kommen – zu dem Hügel, der nach Myrrhe und Weihrauch duftet. Deine Schönheit ist vollkommen, meine Freundin, kein Makel ist an dir.“
Die Bibel, Hoheslied Kapitel 4, Verse 5-7

aufmerksam, kreativ

Einfach machen: Alte Hobbies ausgraben und alle Hemmungen ablegen

Wer ist gern freiwillig dilettantisch?
Dass wir erwachsen sind, erkennen wir im Alltag daran, dass wir am liebsten nichts tun, bei dem wir Misserfolg erleben könnten.
Habe ich lange nicht gemacht? Lasse ich lieber bleiben.
Könnte daneben gehen? Lasse ich lieber bleiben.
Jemand könnte darüber lachen? Lasse ich lieber bleiben.

Kinder würden es einfach mal ausprobieren. Wenn´s nicht gelingt, kann man das Ergebnis ja immer noch zerknüllen, gegen die Wand pfeffern, drauf rum stampfen, dem Bruder ins Zimmer kicken oder in der Toilette herunter spülen (Das wiederum führt dank Überschwemmungen dann zu ganz anderen Späßen…).
Ich haben schon Eeeewigkeiten nicht mehr gemalt, unterbrochen von einem Bildungsurlaub zum Thema „Kunst“ letztes Jahr in Kiel. Danach war ich schön enthemmt, was meine Schaffenskraft anging, aber kaum verlief der Alltag in seinen Bahnen, fühlten die Farben sich Lichtjahre entfernt an. Und nicht nur im Schrank weg geräumt.

Also schnappte ich mir heute einen Kalender mit Tipps zum Malen, den ich vor über fünf Jahren mal in einem Geschäft aus der Grabbelkiste fischte, und blätterte die Anregungen locker durch. Bis ich ein Motiv fand, das mir gefiel, und schnell loslegte, bevor ich Hemmungen entwickeln konnte.
Dass der Anspruch gleich null ist, weil ich „nur“ ein fertiges Motiv kopiere statt selbst ein Meisterwerk zu kreieren: Geschenkt. Einfach mal die eigenen Ansprüche und inneren Antreiber aussperren und irgendwo anfangen. Irgendwie loslegen. Bloß nicht nachdenken, bloß die erwachsenen Gewohnheiten zur Perfektion ausblenden!

Einfach machen.
Und wenn’s nichts wird: Zusammenknüllen, gegen die Wand werfen, drauf trampeln, mit Benzin übergießen und anzünden, was auch immer.
Das enthemmt auch, und danach geht’s vielleicht besser.
Ansonsten: Sich freuen, dass der arme, alte Tuschkasten mal wieder Leben in seinen vertrockneten Töpfchen gespürt hat.
Locker was anderes anfangen, und das Ergebnis zur eigenen Freude aufhängen. Aber bloß keinem zeigen, nicht bewerten lassen!
Nur selbst dran freuen und bald weitermalen.
Oder musizieren.
Oder schreinern.
Oder backen.

aufmerksam, Presse

Mein zweites Buch ist unterwegs: Spaßoffensive für Senioren


Mein zweites Baby -äh, Buch- hat aktuell noch heftige Geburtsschwierigkeiten. Das Fruchtwasser ist seit Januar abgelaufen, der Muttermund sperrangelweit offen, aber das Baby leider noch nicht in Sicht. Wann es den Geburtskanal der Druckerei endlich betritt und noch endlicher verlässt, weiß grad kein Mensch. Aber die Werbung läuft wie geschmiert, in der aktuellen Fachzeitschrift „Aktivieren“ wurden meine „Gruppenspiele für gute Laune“ vorgestellt und im Verlagsprogramm sind sie direkt auf der zweiten Seite zu finden.
Wer sich also wirklich, wirklich lustige Spiele für bisher verkniffene oder schüchterne SeniorInnen wünscht: Sind auf dem Weg.
Zusammen mit Wahrnehmungsübungen für sämtliche Sinneskanäle, durchschnittlich zehn Spiele stelle ich in jedem Kapitel für alle fünf Sinneswahrnehmung einzeln dar. Schließlich lassen im Alter nicht nur Hören und Sehen nach, auch das Tasten, Riechen und Schmecken verändern sich. Obwohl die Aufgaben primär Spaß machen, sind sie ein sehr effektives, ganzheitliches Hirntraining – bei dem es nur Gewinner gibt.
Ein Kapitel für fröhliche Spiele zum Aufwärmen sowie eins voller Ideen für Abschiedsrituale runden den Spiralblock ab.
Wer dann seine SeniorInnen noch nicht gründlich aufgemischt hat, kann mit dem Kapitel „Bewegungsspiele“ die letzten Zaungäste aus der Lethargie locken.
Einfach aufklappen und loslegen!

Solange wir auf den finalen Moment der Geburt warten, schauen wir uns im neuen Verlagsprogramm um:
Auf der ersten Produktseite hat mein Erstgeborenes einen fulminanten Auftritt. Die Atemfreude, die einzigartige Atemgymnastik mit einem klaren Fokus auf Spaß und Genuss an der Bewegung. Also, das Zweitgeborene steckt fest, solange lade ich herzlich dazu ein, lustvoll zu atmen.

aufmerksam, kreativ

Corona: Ideen gegen den Lagerkoller in Senioren-Einrichtungen

An meinem Arbeitsplatz gestalten wir ein buntes Programm für über 300 fitte und anspruchsvolle SeniorInnen. Die Veranstaltungen wurden angesichts des Corona-Virus natürlich längst abgesagt, sowohl die öffentlichen Kultur-Termine als auch die internen Gruppen.  Auch die Mahlzeiten im Restaurant finden mit neuen Regeln und ohne externe BesucherInnen statt.
Die Damen und Herren erwarten ein hochwertiges Programm aus Kultur, Bildung und Sport. Nun haben sie plötzlich gar keine Unterhaltung mehr und dürfen sich noch nicht einmal mit ihren Cliquen intern treffen. Das stößt auf Widerstand, daher habe ich mir ein Angebot ausgedacht:
Die übliche Haus-Zeitschrift kann nicht erscheinen, da das Programm sowieso ausfällt. Stattdessen bringen wir das Heft als „Anti-Lagerkoller-Maßnahme“ mit Rätseln, Geschichten und Tipps heraus. So habe ich mir gestern erste Ideen notiert, was die SeniorInnen trotz eingeschränkter Freiheit tun können. Zumindest, bis wir auch hier eine endgültige Ausgangssperre haben…

Ideen gegen den Lagerkoller
Liebe BewohnerInnen, damit Sie sich trotz viel freier Zeit und wenig Spielraum sinnvoll beschäftigen können, habe ich mir Ideen für Sie ausgedacht. Sie kennen meinen Humor – bitte nehmen Sie es nicht bierernst! Ich möchte Sie damit aufheitern, liebe Grüße, Marie Krüerke

* Lange aufgeschobene Anrufe tätigen: Je länger wir uns bei alten Freunden nicht melden, desto größer die Hürde, zum Hörer zu greifen. Dabei ist aktuell die Wahrscheinlichkeit, dass alle zu Hause und gut erreichbar sind, besonders groß! Wagen Sie es und rufen Sie bei lang verschollenen Bekannten an.

* Briefe schreiben: Vielleicht haben Sie auch eine Sammlung von Grußkarten zu Hause, die über die Zeit gewachsen ist. Suchen Sie sich ein paar schöne Exemplare heraus und schreiben Sie einen netten Gruß!

* Fotoalben pflegen: Besitzen Sie Fotoalben, die begonnen und nicht beendet wurden? Vielleicht haben Sie Lust, einen Stapel Fotos einzukleben und zu beschriften. Wenn Ihnen noch ein paar bunte Aufkleber in die Hände fallen, macht die Gestaltung zusätzlich Spaß.

* Sockenschublade sortieren: Ja, vielleicht lachen Sie jetzt, aber wann haben Sie jemals so viel Zeit für den Frühjahrsputz wie jetzt?! Löchrige Socken sind menschlich, aber lästig – nutzen Sie die freie Zeit zum Stopfen oder Aussortieren. Auch die Zeitungen, die Sie immer noch mal lesen wollten und nie dazu kamen, warten auf eine Lektüre oder auf das Altpapier. Ausmisten befreit und macht gute Laune!

* Sie können Samentütchen kaufen und Sommerblumen, Pflücksalat oder Kräuter im Appartement vorziehen. Dazu reicht eine Schale mit Erde auf der Fensterbank, oder Sie stellen die Balkonkästen dicht an die Hausmauer, wo sie geschützt sind. So können Sie die ersten Triebe beim Wachsen beobachten und das frische Leben genießen. Auch Weizenkörner oder andere ganze Körner, die sonst zum Backen benutzt werden, können auf feuchtes Küchenpapier ausgelegt werden und keimen. Sie sind voller Vitamine, perfekt für eine Scheibe Brot mit Quark!

* Osterzweige: Pflücken Sie draußen Zweige und beginnen Sie mit einer österlichen Dekoration. Holen Sie die Ostereier aus dem Schrank oder vom Dachboden und knoten Sie bunte Schleifen oder Wolle in die Zweige. So gestalten Sie einen schönen Blickfang, der für Ablenkung sorgt. Vielleicht hat Ihre Nachbarin Ideen für eine einfach österliche Bastelei? Fragen Sie per Telefon einmal nach und tauschen Sie sich über Osterbräuche aus.

Frühlings-Rätsel: Buchstaben sortieren
Bitte sortieren Sie die Buchstaben so, dass sich Worte ergeben, die mit dem Frühling zu tun haben.

lutep              kenük          fefzehop

mepirl                   nevosgetl

syroftehi                   malm         derlife

glotosereck                                   zyhaniteh

reostie                         rlapseg

Lösung: Tulpe, Küken, Hefezopf, Primel, Vogelnest, Forsythie, Lamm, Flieder, Osterglocke, Hyazinthe, Osterei, Spargel

Lieder-Rätsel
In welchen Lieder kommen die folgenden Zeilen vor:

„Hei, unter grünen Linden, da leuchten weiße Kleid! Heija, nun hat uns Kindern ein End all Wintersleid.“

„Wie möcht ich doch so gerne ein Veilchen wieder sehn, ach, lieber Mai, wie gerne einmal spazieren gehen!“

„Jetzt geh ich über Berg und Tal, da hört man schon die Nachtigall auf grüner Heid und überall.“

„Frisch auf drum, frisch auf drum im hellen Sonnenstrahl, wohl über die Berge, wohl durch das tiefe Tal!“

„Die kalten Wind verstummen, der Himmel ist gar blau, die lieben Binelein summen daher von grüner Au.“

Lösungen Lieder-Rätsel:
1.) Nun will der Lenz uns grüßen
2.) Komm, lieber Mai, und mache
3.) Jetzt fängt das schöne Frühjahr an
4.) Der Mai ist gekommen
5.) Grüß Gott, du schöner Maien

Ich werde zügig mit der Osterdekoration beginnen, damit es wenigstens im Haus schön aussieht und die SeniorInnen weiterhin spüren, dass wir uns um ihr Wohl kümmern. Solange die Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden, ist jede Form der Ablenkung willkommen. Das gemeinsame Oster-Basteln und Schmücken entfällt natürlich, aber zumindest sollen die Damen und Herren in schön gestalteten Räumen unterwegs sein, bevor sich die Lage verschärft und alle im Appartement bleiben müssen.

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Kunst macht glücklich: Spaß mit David Hockney im Museum

https://www.artnews.com/wp-content/uploads/2017/08/08-17_PaaE_David-Hockney_5.jpg

Neulich las ich von einer Studie, die über die positive Wirkung von Kunst auf die menschliche Psyche berichtete.
In Hamburg ist gerade die „Tate Gallery“ in Form von David Hockneys Werken zu Gast und bringt viel gute Laune für das Auge mit. Das Bucerius Kunst Forum ist frisch umgezogen (weiterhin am Rathausplatz) und noch kleiner als zuvor, daher wird nur ein Bruchteil der Bilder ausgestellt.

Bei Hockney dachte ich sofort an die kalifornischen Bilder mit Swimmingpools und duschenden Männern, Motive wie das Gemälde oben.

the lending library: david hockney

Viel spannender und vor allem lustiger sind die Bilder, die in den letzten Jahrzehnten folgten. Sie wirken, als hätte auch ein Kind sie malen können, haben dabei aber eine große Anziehungskraft:
Die Bilder leuchten, ziehen den Blick in die Tiefe, vermitteln Schwung und gute Laune.
Dass David Hockney homosexuell ist und diese Neigung in seiner Jugend nicht ausleben durfte, da es verboten war, spielt inhaltlich zum Glück nur eine untergeordnete Rolle. Endlich ein Künstler, bei dem nicht ständig Tränen, Trauma und Tragödie im Vordergrund stehen. Keiner, der ein mieser Frauenheld war und ständig zwischen Exzess und Zusammenbruch schwankte.
Stattdessen schlau und heiter zugleich: So tut Kunst wirklich gut!
Bevor wegen Corona noch alles endgültig dichtmacht: Schnell in die Ausstellung zischen!

https://www.taschen.com/media/images/960/002_dsc_0155_herv_v_ron_se_centre_pompidou_1810311428_id_1135356.jpg

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Pudding-Pudding-Pudding und Schleimkurbel: Improvisationstheater für Kinder

Das kleine Kultur-Café „Komm du“ nahe der S-Bahn-Station „Harburg Rathaus“ besuchte ich neulich zum ersten Mal. Eigentlich wollte ich beim Improtheater für Kinder nur spionieren, schließlich ähneln sich der Humor von Kindern und SeniorInnen oft. Dann amüsierte ich mich allerdings so gut, dass mein interner Arbeitsauftrag schnell vergessen war. Die Kinder waren leider nicht so zahlreich und auch nicht so willig zur Interaktion mit den beiden auftretenden Personen wie erhofft, dafür brachen einige Eltern regelmäßig in Lachsalven aus.
Kurz gesagt:
– Ein Besuch des Kultur-Cafés lohnt auf jeden Fall, der Shortbread-Karamell-Kuchen mit dicker Schokodecke war köstlich und der ganze Laden einfach besonders
Charlotte und Ralf sind definitiv einen amüsanten Abend wert, wer einen Auftritt der beiden besuchen kann, sollte es unbedingt tun
– Gegen Höhenangst hilft der Gedanke an Pudding und Schwimmen-gehen, und Kiera wünscht sich zu Weihnachten eine riesige Schleimkurbel. Ich weiß bis heute nicht, was eine Schleimkurbel ist, aber dieser Nachmittag bleibt mir definitiv in eindrücklicher Erinnerung 😉

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Party im Seniorenheim: Ideen für Spaß und eine positive Gruppendynamik

In der Fachzeitschrift „Altenpflege Aktivieren“ erschien ein weiterer Artikel von mir, Grundlage war mein Lieblingsthema und Dauerbrenner „Lebensfreude stärken“.
Viele Fachartikel und Stundenkonzepte fokussieren sich auf Aufgaben, Anleitungen und Durchführungen. Mir war wichtig, den Zusammenhalt der Gruppe zu vertiefen und das Wohlgefühl der Einzelnen in den Mittelpunkt zu setzen. Also stellte ich meine fröhlichsten, schwungvollsten Spiele zusammen, für meine Gruppen konzipiert und im Alltag für sehr gut befunden.

Zum Glück konnte ich wieder zwei Damen als Fotomodell gewinnen.
Nachdem sie vom „Lachen am Morgen“ schön locker und gut gelaunt waren, produzierten sie diverse Faxen vor der Kamera und bestanden auf zusätzlichen Motiven: „Frau Krüerke, wir haben noch gar nicht den frechen Spruch aufgeführt!“ Das daraus entstandene Foto sieht aus, als würden die beiden Herzchen jemandem mit größtem Genuss „eins auf die Fresse geben“, daher kann ich es leider hier nicht zeigen 😉

Eine bunte Auswahl weiterer Artikel liegt bereits fertig lektoriert und bebildert in der Redaktion der Fachzeitschrift. Nach Ablauf einer Frist zur Wahrung der Verlagsrechte werde ich sie hier nach Erscheinen wieder vorstellen.

aufmerksam, glaubhaft

Halli Galli in Tüten: Mit 220 ChristInnen nach Römö

Die letzte Woche hatte ich mit 220 Menschen aus meiner Kirchengemeinde Spaß auf Rømø. Und obwohl wir so viele Leute waren, fiel mir ständig auf, wer fehlte und wen ich gern dabei gehabt und bessern kennengelernt hätte… Wir waren in einem erstklassigen Resort untergebracht, dank der Gruppengröße waren die Preise der Ferienhäuser sehr fair. So stylisch und hochwertig habe ich selten Urlaub gemacht, und täglich unbegrenzt Wellness genießen zu können, war ein zusätzliches Highlight.

Alle Programmpunkte von Gottesdienst bis Sport und Kreativangeboten war selbstorganisiert und freiwillig. Nur der erste Strandspaziergang ist traditionell Pflicht für alle 🙂
Natürlich habe ich mich im Vorhinein gefragt, ob es nicht langweilig wird, täglich morgens Gottesdienst zu feiern (mit Ausnahme des Ausflugstags). Tatsächlich empfand ich es als schönen Start in den Tag, nach dem Frühstück mit meiner Mitbewohnerin zum Konferenzsaal zu laufen und mit Gott und allen anderen Gemeinschaft zu haben. Auch, wenn das Ausschlafen dadurch viel zu kurz kam… 😉


Meine Mitbewohnerin und ich waren beide das erste Mal dabei und genossen die Ruhe in unserem Haus, wo wir uns entspannt zurückziehen konnten, wenn wir eine Auszeit vom Trubel brauchten. Wir wurden von anderen zum Essen eingeladen, bekamen Reste vorbei gebracht oder wurden spontan selbst zum Gastgeber, wenn Freunde auf dem Weg nach irgendwo bei uns vorbei kamen und ein paar Stunden blieben. Das Thema der Woche lautete „Wenn Gott zum Essen kommt“, wurde in jeder Predigt mit einem anderen Bericht aus der Bibel behandelt und passte perfekt.

Ein dickes Programmheft informierte über die täglichen Aktivitäten und listete auf, wer in welchem Haus wohnte.
Nach dem Gottesdienst starteten die Sportangebote: Fußball, Ultimate Frisbee, Zumba, Basketball, Workout und Joggen.
Am Nachmittag trafen sich viele im „Cafehaus“, das jeden Tag in einem anderen Ferienhaus stattfand und offen für neue Begegnungen war. Die Kinder hatten ein riesiges Extraprogramm, während die Erwachsenen Spaß und Bildung genossen: Ein Führungskräfte-Workshop, das Quiz der 80ger und 90ger Jahre, Bible Art Journaling, Vorträge, Tanzkurs mit den Hamburger Meistern, eine Diskussionsrunde, Running Dinner, Golf auf dem Platz vor der Haustür, eine Kleider-Tauschbörse, ein Brettspiele-Turnier und Whisky-Tasting waren nur der Anfang.
Alles organisiert und gestaltet von Menschen aus der Gemeinde, wir brauchten nur pünktlich im passenden Gruppenraum oder Ferienhaus auftauchen.


Unbedingt wollte ich mal wieder reiten, am liebsten einen Ausritt am Strand. Leider war der Strand an dem Tag überflutet, als wir mit den Isländern unterwegs waren. Daher ritten wir durch den Wald, was nur mittelspannend war, aber immerhin saß ich mal wieder auf einem Pony. Als wir zu Beginn auf der Koppel ankamen, goss es in Strömen und fing zu hageln an. Mein Begleiter, ein iranischer Flüchtling und ich, beteten für einen sonnigen Ausritt – und genau den bekamen wir.

Überhaupt wurden wir als Gemeinschaft ständig mit allem versorgt, was wir brauchten. Es gab viel mehr Sonnentage, als im Wetterbericht angesagt. Als ich keine Zeit für ein ausgiebiges Mittagessen hatte, bekam ich von der Nachbarin eine Schale Gulasch, die bei ihrem Essen übrig geblieben war. In einem Cafe in Ribe kam ein Mann an unseren Tisch, der uns auf deutsch über den Weg zur Insel Mandø aufklärte und von dessen Smartphone wir die Tidetabelle abfotografieren konnten, die ich im Internet nicht hatte finden können. Und das nur, weil er mitbekommen hatte, wie ich meinen Freundinnen erfolglos versucht hatte zu erklären, wie man bei Ebbe am besten durch das Watt mit dem Auto fährt.
So viel Segen und gute Begegnungen haben wir erlebt, dass ich gar nicht mitzählen konnte.

Atemfreude, aufmerksam, kreativ

Exzess und Malerei: „Atemfreude“ im Künstleratelier

Gruppenstunden für SeniorInnen haben häufig altbekannte Themen:
Es werden Wanderlieder gesungen und Erinnerungen über Urlaube und Zeltlager angeregt, die meist beim Thema „Kinderlandverschickung“ enden. Die Jahreszeiten sind natürlich ständig Opfer des jeweiligen Nachmittagsprogramms, von „Im Märzen der Bauer“ bis „Bunt sind schon die Wälder“. Dann gibt es noch Vorlesestunden im regionalen Dialekt, und anschließend fangen wir inhaltlich wieder von vorne an.
Themen jenseits der üblichen Auswahl scheinen schwer zu finden zu sein:
Es soll zwar einen neuen Blickwinkel bieten, aber dennoch zum Erinnern anregen und nicht zu modern wirken.
In meinen Gruppen habe ich gute Erfahrungen mit ungewohnten Angeboten gemacht:
So findet eine meiner Atemgymnastik-Stunden namens Atemfreude zum Beispiel im Künstleratelier statt. Das Motto ist weder alltagsrelevant noch biografisch verankert, dennoch lassen sich viele SeniorInnen mitreißen. So gern sie Volkslieder singen – irgendwann wird es langweilig, und ständig nur erinnern wollen sie sich gar nicht unbedingt.

Dagegen ist eine Existenz als skandalumwitterte KünstlerInnen auch für hochaltrige Menschen reizvoll! So schlüpfen wir zu Beginn in einen Kittel, bringen unser Modell in Position (den griechischen Jüngling oder den afrikanischen Krieger), genießen den Exzess mit Schnaps und Joints morgens um kurz nach elf.
Für das passende Bühnenbild schnitt ich schnell aus Pappe ein paar Farbklekse in grün und rot, warf Kittel und Schürze zusammen mit einer benutzten Farbpalette auf den Boden und platzierte in der Mitte einen (Kunst-)Blumenstrauß. Für die feinsinnigen Damen, die lieber Stillleben zeichnen als nacksche Jünglinge 😉

Das Hobby der Kursleitung kann ebenso gut Thema sein:
Die Atemfreude kann auf dem Reiterhof stattfinden, wo wir als Training der Mundmotorik schnalzen, schnauben und wiehern. Die Füße trappeln im Trab, um den Kreislauf anzuregen. Wer sich mit schonender Gymnastik und Atemübungen auskennt, kann aus dem Alltag im Reitstall eine Stunde gestalten.
Eine Atemfreude zum Thema „Schwimmen“ ist im Atemfreude-Buch enthalten, aus dem Übungsfundus im dritten Teil des Buchs können passend zum eigenen Hobby Aufgaben zusammengestellt werden.
Die Atemfreude lebt vom genussvollen Erleben der Szene, und wer den SeniorInnen auf diese Weise das eigene Hobby näher bringt, hat dafür die besten Voraussetzungen.