aufmerksam, kreativ

Petersburger Hängung: Ideen für eine sommerliche Bilderwand

Im Wohnzimmer lässt die Bilderwand es so richtig krachen:
Blumen, Früchte und das Meer versammeln sich zu einem harmonischen Miteinander. Als verbindende Brücke halten Hellblau und Rosa die ganz unterschiedlichen Elemente zusammen. Goldene Akzente in den Bilderrahmen, dem Spiegel, der Kirsche und dem Ginkoblatt sorgen für Zusammenhalt.
Üppige Blüten und Früchte symbolisieren den Sommer, Bilder vom Meer steuern eine abkühlende Brise dazu.

Wie immer stammen die Einzelteile aus ganz unterschiedlichen Quellen:
Die Strandrose an der Ostsee ist ein Urlaubsfoto von Bornholm, der Früchtedruck ist ein zurechtgeschnittener Geschenkpapier-Bogen. Gerahmte Kalenderblätter und ausgerissene Seiten aus Tourismusbroschüren füllen weitere Bilderrahmen.
Die Kirsche ist eigentlich ein Teller, den ich hinten mit einer Aufhängung ausstattete.

Die kleinen Akzente wie hängende, getrocknete Craspedia (Trommelstöcke), der quietschrüne Vogel neben dem Kreuz aus Glassteinen und das goldene Ginkoblatt lockern die eckigen Rahmen auf. Auch die asymmetrischen Teller in Hellblau und Hellgrün weichen die vielen spitzen Kanten optisch auf und wiederholen die Grundfarben der Petersburger Hängung.

Meine Tipps für eine sommerliche Bilderwand:

Spannende Blickfänge sammeln
Urlaubsbilder vergrößern lassen, Fundstücke rahmen, Schätze mit Aufhängern für die Wand präparieren:
Je abwechslungsreicher die Mischung, desto lebendiger der Gesamteindruck
Verbindung schaffen
Damit die Petersburger Hängung nicht in ein Chaos ausartet, auf harmonischen Zusammenhalt achten:
Zwei bis drei Farben, die sich überall wiederholen. Ähnliche Rahmen um unterschiedliche Bilder oder ähnliche Bilder in wilden Rahmen. Ein bestimmtes Wort oder Symbol, das sich in grafischen Entwürfen wiederholt.
Materialien mixen
Meine Bilderwand vereint Holz, Metall, Keramik, Papier, Trockenblumen und Glassteine.
Wer bunte Farben zu wild findet und eine eher monochrome Gestaltung bevorzugt: Einfach Farben aus einer Familie zusammenstellen und dafür ganz unterschiedliche Materialien wählen.

aufmerksam, kreativ, Presse

Presse: Mit SeniorInnen tierfreundliche Gärten gestalten

In der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins „Altenpflege Aktivieren“ stelle ich einfache und wirkungsvolle Anleitungen vor, wie SeniorInnen aktiv heimischen Tieren einen Lebensraum bieten können. Unter dem Motto „Wir geben Tiere ein Zuhause“ bastelten wir Bündel aus Japanischem Riesenknöterich als Nisthilfe und fertigten aus Blumentöpfen und Heu Schlafplätze für Insekten an. Die SeniorInnen hatten eine Menge Spaß und erzählten anschließend, wie sie die Balkons ihrer Appartements mit den Kreationen ausgestattet haben.
Im Artikel präsentiere ich weitere Ideen, um die Außenflächen von Einrichtungen für Kleintiere attraktiv zu gestalten.
Wer sich für das Thema interessiert: Hier im Blog versammelte ich vielfältige Möglichkeiten, um naturnah am Haus Tieren eine Heimat zu bieten. Gartengestaltung kostengünstig und ökologisch sowie die schönsten Blumen für Bienen.

Hinweis zum Bildmaterial und zur Durchführung: Die Aktion geschah vor Corona! Aktuell finden derartige Angebote nicht statt!

Meine lustbetonte, ganzheitliche Atemgymnastik „Atemfreude“ wird auf der ersten Seite des Magazins ebenso beworben wie mein neues Buch: „Gruppenspiele für gute Laune. Loslegen, Lachen, Überraschen“

aufmerksam, kreativ

Basteln mit Kindern: Steinschlange im Park als Gemeinschaftsaktion

Unterwegs im Park entdeckte ich eine „Steinschlange“ von Kindern aus der Nachbarschaft.
Sie hatten ein Schild an die Birke gepinnt und bemalte Steine um den Baum angeordnet, die eine Schlange darstellen sollen.

Das Schild bittet um tatkräftige Hilfe, die Schlange wachsen zu lassen – eine schöne Idee, trotz Abstand-halten derzeit etwas Gemeinsames zu gestalten. Außerdem ideal als Begründung für regelmäßige Spaziergänge, um die Birke immer wieder zu besuchen und nachzuschauen, ob und wie die Steinschlange gewachsen ist.

aufmerksam, Gäste & Feste, kreativ

Zacki-fix: Osterdeko auf die Schnelle

Wer noch keine Osterdekoration hat, aber ein paar Eier und Hasen im Fundus:
Heute stelle ich einen zacki-fix Osterteller vor.

Dazu einfach Moos im Garten aus dem Rasen ziehen oder im Wald sammeln und auf einen großen Teller oder ein Tablett legen. Braune Blätter raus zupfen, das Gras kann im Moos bleiben.

Als nächstes Ostereier verteilen, dabei Exemplare mit Farben auswählen, die unter einander harmonieren. Auch eine Mischung zwischen großen und kleinen Exemplaren bringt Spannung in das Arrangement.

Zum Schluss ein paar Hasen aus Porzellan, Küken oder andere Osterschätze mit Ehrenplätzen versorgen.
Wer stattdessen Blumen verwenden möchte, kann die Variante mit aufgeblühten Tulpen ausprobieren.
Den Osterteller auf dem Esstisch oder der Fensterbank platzieren, fertig!

aufmerksam, glaubhaft

Warum ich trotz Corona froh und munter bin: Sechs Gründe zum Nachmachen

Meine Kollegin meinte am Dienstag zu mir: „Bei einigen Kolleginnen merkt man, wie die Nerven dünner werden und der Ton rauer. Aber du bist so wie immer!“ Das war hoffentlich als Kompliment gemeint (-;
Bis auf eine gewisse Grundspannung, die mich nicht loslässt, geht es mir zum Glück gut – und ich möchte heute teilen, woran das liegt:

1.) Primär für meine anhaltend gute Laune verantwortlich ist meine Kirchengemeinde. Täglich schickt unser Pastor uns eine Mail mit hilfreichen Tipps und guten Ideen.
Täglich erleben wir die Videobotschaft von ganz unterschiedlichen Personen: Die Chefredakteurin stellt Bücher vor, der Hausmeister nimmt uns mit in die Damentoilette zum Streichen und fragt nach einer coolen Wandfarbe für die Herren-WCs, die Spiele-Fachfrau präsentiert Spiele ohne Material, ein arbeitsloser Vater spricht von seiner Hoffnung… Sehr ermutigend und zur Nachahmung empfohlen!
Gestern war ich von 18:00 bis 19:00 Uhr zum Gebet am Telefon verabredet und stellte im Nachhinein fest, dass ich damit zufällig Teil der 24/7-Gebetswoche geworden bin. In der Gebetswoche versuchen wir, rund um die Uhr sieben Tage lang ununterbrochen zu beten.
Der Gottesdienst im Livestream, der Spaß mit den Jugendlichen live im Internet, die Diskussion über Lebensthemen spontan und auf Zuruf mit zwei Pastoren vor der Kamera: Aktuell teilen wir den Alltag ganz besonders intensiv miteinander.

2.) Momentan lebe ich sehr durchdringend in einer „Nutze den Tag, morgen könnte alles vorbei sein!“-Stimmung.
Gestern brachte ich drei SeniorInnen ein christliches Buch mit, das ich für die jeweilige Dame passend fand. Wenn sie jetzt nicht von Gottes umfassender Liebe hören, wann dann? Mit über 300 SeniorInnen täglich zusammen zu arbeiten und nicht zu wissen, wer von ihnen Corona überlebt, lässt bei mir auch die letzten Hemmungen fallen.
Aus dem gleichen Grund rufe ich bei Personen an, die ich schon seit Jahren aus den Augen verloren habe. Als ich vor zwei Jahren meine Ex-Gemeinde verließ, war das für viele ein Schock. Sich jetzt wieder auf den neusten Stand zu bringen und auszutauschen, wie es uns in unserer Beziehung zu Jesus heute geht, drängt sich momentan geradezu auf.
Also, mutig ans Telefon!

3.) Auch Menschen, mit denen ich weit über ein Jahrzehnt nichts mehr zu tun habe, rücken mir innerlich plötzlich nahe. Selbst, wenn derzeit nur punktuell Austausch stattfindet und auf die Entfernung letztlich oberflächlich bleibt: Für einander zu beten, funktioniert immer und überall und ist die stärkste Kraft, die wir Menschen haben. Niemand kann mir verbieten, einer Person aus meiner Vergangenheit im Gebet Gutes zu wünschen und um Gottes Eingreifen zu flehen.

4.) Meine Abteilung besteht aus vier Frauen, derzeit sind wir krankheitsbedingt zu zweit. Meine verbliebene Kollegin und ich sind sehr friedliebend und fokussiert und bilden damit ein super Team. Obwohl wir aktuell nichts anderes tun können, als das Chaos pragmatisch zu verwalten, bin ich froh, am Arbeitsplatz zu sein und nicht zu Hause bleiben zu müssen. Und ich bin umso glücklicher, mit genau dieser Kollegin die Stellung zu halten, mit der ich so harmonisch und konstruktiv arbeiten kann. Danke, Jesus.

5.) Sonst bin ich zur Arbeit teils mit dem Rad, teils mit dem Bus gefahren. Die Fahrt im Bus habe ich genutzt, um meine Fachbücher voran zu bringen, meinen Englisch-Kurs vorzubereiten oder Ideen für meine Atemfreude festzuhalten. Es war also immer sinnvoll genutzte Zeit, daher habe ich nie groß drüber nachgedacht, den Fahrtweg anders zu verbringen. Um die SeniorInnen zu schützen, fahre ich längst keinen Bus mehr, sondern radle jetzt neun Kilometer zur Arbeit und zurück. Zu Beginn war meine Lust darauf sehr begrenzt, aber mein Mann hat schon länger eine wunderbare Strecke ausgetüftelt, und die neun Kilometer fühlen sich gar nicht sooo lang an.
Zusätzlich merke ich, dass die Corona-bedingte innere Unruhe besonders viel körperliche Bewegung als Kontrapunkt braucht. Also tue ich mir mit dem veränderten Arbeitsweg sogar etwas Gutes – danke, Jesus.

6.) Morgens lasse ich zum Frühstück immer Gute-Laune-Musik laufen, die Gott in den Mittelpunkt stellt. Der ideale Start in den Tag, finde ich, und genieße dieses Ritual momentan besonders. Eine musikalische Entdeckung möchte ich teilen: Eye of the Storm von Ryan Stevenson. Hier meine Übersetzung des ersten Teils des Songtexts:
„Im Auge des Sturms behälst du die Kontrolle. In der Mitte des Krieges beschützt du meine Seele. Du allein bist mein Anker, wenn die Segel zerrissen sind. Deine Liebe umgibt mich im Auge des Sturms. Wenn das solide Fundament unter meinen Füßen wegbricht, ich zwischen dem schwarzem Himmel und meinen roten Augen kaum sehen kann, und wenn ich mich von Freunden und Familie allein gelassen fühle, höre ich den Regen, der mich daran erinnert: Im Auge des Sturms behälst du die Kontrolle.“

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Corona: Ideen gegen den Lagerkoller in Senioren-Einrichtungen

An meinem Arbeitsplatz gestalten wir ein buntes Programm für über 300 fitte und anspruchsvolle SeniorInnen. Die Veranstaltungen wurden angesichts des Corona-Virus natürlich längst abgesagt, sowohl die öffentlichen Kultur-Termine als auch die internen Gruppen.  Auch die Mahlzeiten im Restaurant finden mit neuen Regeln und ohne externe BesucherInnen statt.
Die Damen und Herren erwarten ein hochwertiges Programm aus Kultur, Bildung und Sport. Nun haben sie plötzlich gar keine Unterhaltung mehr und dürfen sich noch nicht einmal mit ihren Cliquen intern treffen. Das stößt auf Widerstand, daher habe ich mir ein Angebot ausgedacht:
Die übliche Haus-Zeitschrift kann nicht erscheinen, da das Programm sowieso ausfällt. Stattdessen bringen wir das Heft als „Anti-Lagerkoller-Maßnahme“ mit Rätseln, Geschichten und Tipps heraus. So habe ich mir gestern erste Ideen notiert, was die SeniorInnen trotz eingeschränkter Freiheit tun können. Zumindest, bis wir auch hier eine endgültige Ausgangssperre haben…

Ideen gegen den Lagerkoller
Liebe BewohnerInnen, damit Sie sich trotz viel freier Zeit und wenig Spielraum sinnvoll beschäftigen können, habe ich mir Ideen für Sie ausgedacht. Sie kennen meinen Humor – bitte nehmen Sie es nicht bierernst! Ich möchte Sie damit aufheitern, liebe Grüße, Marie Krüerke

* Lange aufgeschobene Anrufe tätigen: Je länger wir uns bei alten Freunden nicht melden, desto größer die Hürde, zum Hörer zu greifen. Dabei ist aktuell die Wahrscheinlichkeit, dass alle zu Hause und gut erreichbar sind, besonders groß! Wagen Sie es und rufen Sie bei lang verschollenen Bekannten an.

* Briefe schreiben: Vielleicht haben Sie auch eine Sammlung von Grußkarten zu Hause, die über die Zeit gewachsen ist. Suchen Sie sich ein paar schöne Exemplare heraus und schreiben Sie einen netten Gruß!

* Fotoalben pflegen: Besitzen Sie Fotoalben, die begonnen und nicht beendet wurden? Vielleicht haben Sie Lust, einen Stapel Fotos einzukleben und zu beschriften. Wenn Ihnen noch ein paar bunte Aufkleber in die Hände fallen, macht die Gestaltung zusätzlich Spaß.

* Sockenschublade sortieren: Ja, vielleicht lachen Sie jetzt, aber wann haben Sie jemals so viel Zeit für den Frühjahrsputz wie jetzt?! Löchrige Socken sind menschlich, aber lästig – nutzen Sie die freie Zeit zum Stopfen oder Aussortieren. Auch die Zeitungen, die Sie immer noch mal lesen wollten und nie dazu kamen, warten auf eine Lektüre oder auf das Altpapier. Ausmisten befreit und macht gute Laune!

* Sie können Samentütchen kaufen und Sommerblumen, Pflücksalat oder Kräuter im Appartement vorziehen. Dazu reicht eine Schale mit Erde auf der Fensterbank, oder Sie stellen die Balkonkästen dicht an die Hausmauer, wo sie geschützt sind. So können Sie die ersten Triebe beim Wachsen beobachten und das frische Leben genießen. Auch Weizenkörner oder andere ganze Körner, die sonst zum Backen benutzt werden, können auf feuchtes Küchenpapier ausgelegt werden und keimen. Sie sind voller Vitamine, perfekt für eine Scheibe Brot mit Quark!

* Osterzweige: Pflücken Sie draußen Zweige und beginnen Sie mit einer österlichen Dekoration. Holen Sie die Ostereier aus dem Schrank oder vom Dachboden und knoten Sie bunte Schleifen oder Wolle in die Zweige. So gestalten Sie einen schönen Blickfang, der für Ablenkung sorgt. Vielleicht hat Ihre Nachbarin Ideen für eine einfach österliche Bastelei? Fragen Sie per Telefon einmal nach und tauschen Sie sich über Osterbräuche aus.

Frühlings-Rätsel: Buchstaben sortieren
Bitte sortieren Sie die Buchstaben so, dass sich Worte ergeben, die mit dem Frühling zu tun haben.

lutep              kenük          fefzehop

mepirl                   nevosgetl

syroftehi                   malm         derlife

glotosereck                                   zyhaniteh

reostie                         rlapseg

Lösung: Tulpe, Küken, Hefezopf, Primel, Vogelnest, Forsythie, Lamm, Flieder, Osterglocke, Hyazinthe, Osterei, Spargel

Lieder-Rätsel
In welchen Lieder kommen die folgenden Zeilen vor:

„Hei, unter grünen Linden, da leuchten weiße Kleid! Heija, nun hat uns Kindern ein End all Wintersleid.“

„Wie möcht ich doch so gerne ein Veilchen wieder sehn, ach, lieber Mai, wie gerne einmal spazieren gehen!“

„Jetzt geh ich über Berg und Tal, da hört man schon die Nachtigall auf grüner Heid und überall.“

„Frisch auf drum, frisch auf drum im hellen Sonnenstrahl, wohl über die Berge, wohl durch das tiefe Tal!“

„Die kalten Wind verstummen, der Himmel ist gar blau, die lieben Binelein summen daher von grüner Au.“

Lösungen Lieder-Rätsel:
1.) Nun will der Lenz uns grüßen
2.) Komm, lieber Mai, und mache
3.) Jetzt fängt das schöne Frühjahr an
4.) Der Mai ist gekommen
5.) Grüß Gott, du schöner Maien

Ich werde zügig mit der Osterdekoration beginnen, damit es wenigstens im Haus schön aussieht und die SeniorInnen weiterhin spüren, dass wir uns um ihr Wohl kümmern. Solange die Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden, ist jede Form der Ablenkung willkommen. Das gemeinsame Oster-Basteln und Schmücken entfällt natürlich, aber zumindest sollen die Damen und Herren in schön gestalteten Räumen unterwegs sein, bevor sich die Lage verschärft und alle im Appartement bleiben müssen.

aufmerksam

Im Winter an die Nordsee: Tipps für einen unterhaltsamen Inselurlaub

Im Winter ans Meer zu fahren, wird immer beliebter.
Theoretisch finde ich es gar nicht gut, weil damit die einzige noch bezahlbare (Nicht-)Saison intensiver nachgefragt wird. Eine Woche Insel im Februar ist genauso teuer wie eine Woche Sommerurlaub in Skandinavien, berühmt-berüchtigt als kostenintensivste Urlaubsländer.
Praktisch kann ich die Flucht ans Meer, selbst im Winter, gut nachvollziehen: Dunkel, nass und stürmisch ist es auch in der Großstadt, warum dann nicht die Kraft der Elemente an der Nordsee erleben?

Die Vorsaison der Vorsaison startet mit dem beeindruckenden Biikebrennen Ende Februar. Überall in Nordfriesland werden riesige Feuer (aus Tannenbäumen, sturmgefällten Bäumen und Heckenschnitt) entzündet. Ursprünglich von den Friesen als Feuer für Wotan entfacht, wurden später damit die Seefahrer und Walfänger ins neue Arbeitsjahr verabschiedet, bis sie im November vor den größten Stürmen zurückkehrten. Der Abschied des Winter spielt dabei natürlich auch eine Rolle, heute ist die Bedeutung der Tradition weitgehend egal.
Die Küste entlang zu schauen und die Feuer auf der eigenen Insel und bei den Nachbarinseln gegenüber brennen zu sehen, ist sehr archaisch und spektakulär.
Da es am 21. Februar mit hoher Wahrscheinlichkeit nass, kalt und stürmisch ist, sorgen die örtlichen Feuerwehren für Punsch, Grünkohl und einen trockenen Unterstand.

In manchen Orten gibt es zum Biikebrennen neben Fackelzügen auch Ansprachen und Gottesdienste auf friesisch, einer „echten“Sprache, die wirklich für Außenstehende nicht zu verstehen ist. Sehr zu empfehlen!

Die örtlichen Naturschutz- und Kulturvereine stellen selbst im Februar ein abwechslungsreiches Programm mit mehreren Veranstaltungen pro Tag auf die Beine. So zum Beispiel archäologische Führungen zu Hügelgräbern und Funden aus der Steinzeit.
Auch Wattwanderungen zur heimischen Tier- und Pflanzenwelt, Nachtwanderungen, Bernstein schleifen und Knotenkurse für Kinder werden angeboten. Sogar Wattwanderungen von einer Insel zur nächsten, wie von Föhr nach Amrum, werden im Winter durchgeführt – inklusive ausgeliehenen Wathosen für das Durchqueren der Priele.

Zum Biikebrennen öffnen einige Restaurants und Cafés ihre Türen, bevor sie zurück in den Winterschlaf sinken. Die meisten Lokalitäten öffnen erst kurz vor Ostern, daher lohnt es sich, das Wochenende mit dem Besuch von Friesenstuben und Fischlokalen zu nutzen. Anschließend heißt es wieder Selbstverpflegung und sich mit dem gesamten Rest der Insel zu den kurzen Öffnungszeiten der wenigen Cafés zu drängeln.
Denn wenn etwas geöffnet ist, und sei es nur für drei Stunden am Nachmittag, ist es garantiert knackvoll! Dass die Touristen jetzt auch schon im Winter kommen müssen, schrecklich… (-;

Sogar der Leuchtturm hat an einigen Tage stundenweise geöffnet oder eins der örtlichen Museen:
Naturschutzausstellungen mit Wasserbecken für kleine Tiere, präparierte Walskelette, Ausstellungen über die Seefahrt oder historische Kapitänshäuser gibt es auf den Inseln überall. Auch Vorträge über die Historie und Natur der Insel warten auf neugieriges Publikum.

Ein Spaziergang durch die Inseldörfer mit dem Besuch der abgesoffenen Seeleute historischen Grabstätten, ein Gottesdienst unter schwebenden Viermastern oder ein Konzert in einer Bar bringen zusätzlich Abwechslung.

Wenn gar nichts mehr geht, jedes Quermarkenfeuer schon fünf Mal fotografiert wurde, die Gänse in der Vogelkoje nur noch zum Gähnen anregen, der Strandausritt wegen Sturm abgesagt wird und die Sauna trotzdem nicht lockt:
Müll sammeln für eine saubere Umwelt, gesunde Fische und Vögel sowie weniger Mikroplastik in den Weltmeeren geht immer!

Schon nach einer Woche auf den Inseln ist die Rückkehr nach Hamburg ein intensiver Kulturschock:
Alles so laut, so voll, so unruhig hier!
Umso größer die Sehnsucht, bald wieder Freiheit und Weite an den endlosen Stränden zu finden.

aufmerksam, feminin, kreativ

Aus alt mach neu: Upcycling mit Schmuck

Wie viele neuwertige, ungenutzte Armbänder braucht eine Frau?
Eigentlich keine, stellte ich neulich fest und trennte drei Armbänder auf, um daraus eine Kette aufzufädeln, die ich stattdessen wirklich trage.
Anders nutzen, umarbeiten oder zweckentfremden gelingt mit Schmuck in vielen Varianten:
Aus den Einzelteilen neuen Schmuck gestalten, ihn in Mobilés verwandeln, als Perlenkragen direkt auf den Pullover nähen, eine Handtasche damit aufpeppen, dicke Perlen als Träger für eine Tasche einsetzen…

aufmerksam, kreativ

Eine Wand voll Hoffnung: Anleitung zu Kunst im Alltag


Kinderbücher schlachten und als gerahmtes Bild an die Wand hängen ist immer wieder eine ergiebige Quelle für Kunst. Jede andere Art von Buch funktioniert natürlich auch…
Statt Weihnachtsdekorationen und verschneiten Motiven hatte ich hier bis vor Kurzem eine „Wand der Hoffnung“. Sie entstand aus dem Buch „Der Star im Apfelbaum“ und das kleine Mädchen sieht ein bißchen so aus wie ich als Kind.

In dem Bilderbuch aus der DDR singt der Star ein Lied vom Frühling, der im Apfelbaum schläft und bald aufwachen wird. Doch die Hoffnung scheint verfrüht und Babett, die vom Fenster aus das Lied hört, rät dem Star, sich nach einer passenderen Botschaft umzuhören. So besucht der Star verschiedene Vögel und bringt deren Klänge zu Babett. Bis Babett sich das Lied vom Frühling wünscht und dem Star seine eigene Melodie nicht mehr einfällt. Er verstummt, weil er nur noch die anderen Vögel nachahmen kann.

Natürlich geht die Geschichte gut aus, aber die Botschaft finde ich sehr kraftvoll:
Bleib bei deiner Mission, lass dich nicht von dem abbringen, was du in diese Welt tragen möchtest. Bleib deiner eigenen Stimme treu und halte die Hoffnung in den Zeiten aufrecht, in denen nichts darauf hinweist, dass sie sich erfüllt.


Die Bilder von Opa und Babett sind für mich ein Sinnbild dafür, mit Gott zusammen im Garten zu sitzen, wenn Dunkelheit und Kälte sich endlich verziehen und unsere Hoffnung Realität wird.

Der eigenen Stimme treu zu bleiben hängt für mich mit dem richtigen Platz im Leben zusammen. Einem Ort, an dem wir uns verwurzeln und Früchte für uns und andere tragen:
Daher arrangierte ich um die Seiten des Kinderbuchs Motive wie ein Reetdachhaus und  einen Leuchtturm, auch ein niederländischer Teller mit Windmühlen bildet für mich das Thema Heimat ab.

aufmerksam, glaubhaft

Die perfekte Urlaubsplanung ohne Auto: Anleitung zu deutscher Maßarbeit

Wanna live here?

Oh, wie schön ist Panama: Verreisen macht Spaß, aber im Vorfeld auch eine Menge Arbeit. Insbesondere für diejenigen, die a) ohne Auto unterwegs sind und b) gern in hochpreisige Länder reisen (wie Skandinavien), aber ein bestimmtes Budget einhalten wollen. Zufälliger Weise trifft das auf meinen Mann und mich zu, weshalb die Urlaubsplanung jedes Jahr anstrengend und nervenaufreibend ist.
Grundsätzlich bin ich diejenige für den groben Plan (in welches Land reisen wir mit welchem Verkehrsmittel und in welche Auswahl von Ferienhäusern), während mein Mann das gesamte Feintuning der An- und Abreise sowie die Fortbewegung vor Ort organisiert.
Das funktioniert sehr gut, dennoch haben wir zwischenzeitig immer ein riesiges Chaos aus diversen Orten und Unterkünften, aus denen wir eine finale Entscheidung treffen müssen.

Deshalb setzte ich eine Tabelle mit allen relevanten Infos auf, die hilft, den Überblick zu behalten. Da wir sicher nicht die Einzigen sind, die ohne Auto leben und verreisen, verrate ich heute die Anleitung zum Marshall-Plan – äh, Masterinplan.

Die Tabelle bekommt sechs Spalten:
– Eine für den Ortsnamen bzw. die Region,
– eine für den Namen des Inserats zum Ferienhaus bzw. den Link zur Ferienhausvermietung,
– eine für die Art der An- und Abreise sowie die Verkehrsmittel vor Ort,
– eine für die durchschnittliche Fahrtzeit mit Bus/Bahn bis zur nächsten Stadt (für alle, die gern im Grünen urlauben, aber dennoch Kultur und Abwechslung wünschen),
– eine für den Gesamtpreis der Übernachtungen sowie der An-/Abreise
– sowie eine für Anmerkungen:
Mit großem Garten, mit Schlafzimmer auf einer offenen Galerie, mit kostenlosen Fahrrädern, mit freilaufenden Hühnern, mit Badewanne, was auch immer.
Damit können sowohl negative Punkte (Schlafen auf offener Galerie) wie Pluspunkte (mit gratis Rädern) festgehalten werden, die bei der endgültigen Entscheidung helfen.
Alle Unterkünfte ohne öffentliche Verkehrsmittel im näheren Umfeld fliegen leider raus, und alle mit langen Wegen bis zum nächsten Supermarkt auch. Beides gilt besonders, wenn keine Räder zur Verfügung stehen und daher alles zu Fuß erreichbar sein muss.
Tipp für Profis:
In der Tabelle gleich die landestypische Bezeichnung für Flugzeug, Fähre, Bus, Zug usw. benutzen, damit sie sich einprägt und um sich auf Websites in Landessprache besser zu orientieren!

Wanna live here?

Soweit kam ich gestern, wo ich offensichtlich ohne es zu bemerken die Tabelle abends unter dem Titel „UrlaubTabletteUnterkunft“ abspeicherte. Ich meinte natürlich Tabelle, nicht Tablette, aber irgendwann macht mich die ganze Recherche nur noch rammdösig.
Heute tagte dann die große Konferenz der Urlaubsort-Wahl, mit dem unbefriedigenden Ergebnis, dass ich alle anschreiben solle, ob ein Fahrrad vorhanden sei. Wer eins habe, sei eine Runde weiter, wer nicht, eben auf nachrangige Plätze gerutscht.
Meine Güte, dabei wollte ich doch einfach nur eine Entscheidung fällen!
Und außerdem ritten sämtliche FerienhausinhaberInnen ständig auf der Parksituation und dem Vorhandensein von Garagen oder privaten Parkplätzen herum, sodass ich kritisch anmerkte, dass alle derart Auto-fixiert schienen, dass doch bestimmt niemand zwei Räder kostenlos vorrätig hielt. In diesem Urlaubsland wohl nicht!


Dann packte mich der Gedanke, warum ich die Existenz von gratis Rädern denn so vehement ausschloss, wenn es doch gar nicht in meiner Macht lag, ob es welche gab oder nicht?
Vielleicht waren sehr wohl welche vorhanden, aber sie wurden sonst nicht nachgefragt? Oder die Nachbarin half netterweise mit Rädern aus? Warum sich über Dinge ärgern, die ich gar nicht beurteilen kann?
Also beschloss ich still, die ganze Sache Gott entscheiden zu lassen. Jesus kannte sämtliche VermieterInnen und ihr Engagement, Räder aufzutreiben oder nicht. Und er wusste auch, in welchen Häusern und Orten wir uns nicht wohlfühlen würden und wo uns der Fakt, dass Räder fehlten, zu der sinnvollen Entscheidung, dort nicht hinzufahren, verhelfen würde.
Wenn ich nicht weiter weiß, lass ich Gott ran.
Also verbiss ich mir weitere Kommentare und schrieb allen VermieterInnen in der näheren Auswahl, ob sie „bikes“ hätten.

Wanna live here?

Daraufhin wurde ich gerügt, dass wir doch wohl keine Motorräder haben wollen und ich besser „bicycle“ schrieb. Hups, da war die Hälfte der VermieterInnen schon kontaktiert.
Die wiederum im Sekundentakt antworteten, dass wir Räder haben könnten: Eigene, Ersatzräder, die von den großen Kindern (vielleicht meinten sie auch Motorräder: eigene, Ersatzmofas oder die von den Kindern?).
Ha!
Und dabei hatten all die Auto-fixierten Fotos von Garagen in den Anzeigen nahegelegt, dass eh niemand jemals in diesem Land Rad fuhr.
Was soll ich sagen?
Klappe halten, Gott machen lassen, schon sind mehr Räder und damit mehr Ferienhäuser zur Auswahl, als wir jemals brauchen.