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Wie schreibe ich ein Fachbuch? Tipps und Hinweise zu den acht wichtigsten Fragen

Mein Manuskript zum Fachbuch über mein Konzept „Atemfreude“ wurde bereits vom Verlag abgesegnet und ich überarbeite es momentan final. Währenddessen gebe ich gerne Tipps, wie ich zu diesem Zwischenstand gekommen bin.

Was ist ein Fachbuch?
Ein Fachbuch wendet sich an einen klar umrissenen Leserkreis: HandchirurgInnen, KaninchenzüchterInnen, PastorInnen, ModellbootbauerInnen. Ein Sachbuch dagegen kann jede interessierte Person ohne Vorkenntnisse lesen, deshalb ist der Radius der möglichen KäuferInnen natürlich viel größer. Fachbücher sind von Profis für Profis geschrieben, dabei können die Profis ihre Expertise auch aus einem hochspezialisierten Hobby beziehen.

Wie finde ich das passende Thema für ein Fachbuch?
Bist du ein Profi auf dem Gebiet? Oder eine betroffene Person, die sich als Angehörige, Erkrankte, AnwohnerIn o.ä. mit dem Thema seit Jahren auseinandersetzt? Wunderbar, beides passt. Wer denkt: „Dieses Thema wird in den nächsten zehn Jahren sehr wichtig, aber ich habe keine Ahnung davon“: Eher schwierig.
Wer schreiben kann und mag, setzt sich selbst an den Computer. Wer dafür wenig Talent hat, aber viele Experten oder Betroffene mit der gleichen Leidenschaft kennt, kann ein entsprechendes Projekt starten. Dazu werden alle Spezialisten kontaktiert, und gemeinsam entsteht ein Buch, zu dem jedeR etwas beiträgt. Die Initiatorin wird dann Projektmanagerin der gesamten Idee und kommt als Herausgeberin auf den Buchtitel.

Woher weiß ich, dass das Thema außer mir noch jemanden interessiert? Kurz: Wie sieht meine Zielgruppe aus?

Eine Zielgruppe ist die Menge an potentiellen LeserInnen und KäuferInnen, die sich durch Recherche einkreisen lässt. Bevor mit dem Konzept des Buchs begonnen wird, muss klar sein, wer der Adressat sein soll. Nichts ist ärgerlicher als ein spannendes Thema, das sich an die falsche Zielgruppe wendet.
Wenn die Zielgruppe zu klein ist, als dass sich ein Verlag für ein Buch darüber interessiert: Viele Vereine geben Broschüren heraus. Wer mag, versucht darüber erste Schritte in der Öffentlichkeit. Vielleicht ist die Resonanz größer als erwartet und reicht für eine Vorstellung beim Verlag. Das Gleiche gilt für einen Text im Fachmagazin. Wenn das Thema nicht für ein Buch geeignet ist, kann es eine wunderbare Vorlage für einen Fachartikel sein. Dadurch entsteht ein Renommé im Fachpublikum, das später für eine Verlagsbewerbung nützlich sein kann. Nicht immer zählt (und gelingt) auf Anhieb der große Wurf. Durch eine Diskussion in Fachkreisen entstehen neue Blickwinkel, aus denen das Projekt an Relevanz gewinnt. Und darauf lässt sich aufbauen…

Wie schreibe ich ein Fachbuch?
Am beliebtesten sind Fachbücher, die die Theorie mit der Praxis vereinen. Und die ein klares Anliegen haben, das bisher noch niemand behandelt hat. Einfach das 57ste Buch über „Mein Brustkrebs und ich“ zu schreiben ist wenig zielführend. „Mein Brustkrebs, die Gartenarbeit und ich“ gibt schon mehr Hinweise für die potentielle Leserin. „Mein Brustkrebs, das Heilungswunder von Glockenblumen und ich“ könnte spezifisch genug sein und ein Knaller werden. Konkret, konkreter, am konkretesten: Was will die Leserschaft? Was kann und will ich? Wie kommen wir zusammen? Je direkter und knapper sich das Alleinstellungsmerkmal des Buchprojekts formulieren lässt, desto besser. Für den eigenen Fokus während des Schreibens und für den Verkauf der Idee beim Verlagsgespräch.
Klassischer Weise hat jedes Fachbuch einen einführenden Theorieteil, um die LeserInnen dazu zu befähigen, den Hauptteil des Buchs zu verstehen. Lange, verschwurbelte Sätze mit tausend Fachwörtern wirken seriös, sind aber unverständlich. Und das Verstehen der KäuferInnen zu erschweren, ist ganz schlechter Service. Alle möchten beim Lesen des Fachbuchs viele Aha-Erlebnisse haben und zügig vorwärts kommen. Niemand möchte über der Lektüre einschlafen oder vor Frust in Tränen ausbrechen. Also gilt: Präzise auf den Punkt und anschaulich schreiben. Beispiele sind erlaubt, Beobachtungen aus dem wahren Leben auch, sogar Witze.
Nach der einführenden Theorie folgt eine Diskussion oder die Vorstellung eines neuen Behandlungskonzepts oder „1001 Tipps aus der Praxis“. Auch hier zählt der Wissenszuwachs, nicht das Fachchinesisch. Tabellen sind schön, bunte Bilder für die Anschaulichkeit noch besser.

Wann kontaktiere ich den Verlag? Vor dem Schreiben des Manuskripts oder danach?
Laut meiner Fachliteratur über das Schreiben von Fachliteratur (Ha, ha) soll man erstmal das Konzept in fünf Sätze fassen und eine Gliederung der Kapitel anlegen. Sämtliche Analysen von der Zielgruppe über die Konkurrenz am Markt bis zur USP (Alleinstellungsmerkmal) interessieren den Verlag am meisten. Aber genauso: Kann die Person schreiben? Und hat sie wirklich etwas zu sagen? Einige Probekapitel sollten also fertig sein. Und dann, sagt die Fachliteratur, kann die solide Idee bereits verkauft werden. Das Manuskript schreibt der Profi, nachdem ein Verlag zugesagt hat und der Autorenvertrag wasserdicht ist.
Ich persönlich habe mit dem Exposé und der Verlagsbewerbung begonnen, als 85% des Manuskripts fertig waren. In meinem Fall haben sich die Verlage sehr gefreut, direkt das Manuskript anfordern zu können, nachdem ihnen Exposé und Probekapitel gefallen haben. Ob einer der Verlage den Nerv besessen hätte, mein ungeschriebenes Erstlingswerk zu kaufen? Ich weiß es nicht.
Wer bereits einE anerkannte ExpertIn ist, seit Jahren Fortbildungen gibt und 17 Fachartikel geschrieben hat: Da greift ein interessierter Verlag auch ohne fertiges Manuskript zu!

Welcher Verlag passt zu mir?
In welchem Verlag werden ähnliche Themen veröffentlicht? Welche Fachbücher aus welchem Verlag lese ich selbst gern? Was kauft meine Zielgruppe? Welcher Verlag hat einen passenden thematischen Schwerpunkt? Wer ein Buch über „Mein Brustkrebs und ich“ veröffentlicht hat, will nicht automatisch noch eins. Andere Verlage sind so spezialisiert, dass sie darin keine interne Konkurrenz sehen.
Mich interessierte natürlich ebenfalls, wer deutschlandweit Marktführer auf meinem Gebiet ist. Und zu welchen Preisen die Bücher dem Fachpublikum angeboten werden. Auch, wie finanziell stabil der Verlag von außen wirkt. Schließlich soll er nicht in den nächsten zwei Jahren pleite gehen und mein Buch gleich mit… Wer hässliche Bücher mit miesem Layout verkauft, bekommt vielleicht mein Exposé, um die Chancen auszutesten. Aber wohl nicht den Zuschlag, wenn mehrere Verlage interessiert sind. Anderen AutorInnen ist die Optik nicht so wichtig, sie haben eigene Kriterien.

Wie vielen Verlagen biete ich mein Exposé an?
So vielen wie möglich und so wenigen wie nötig. Kein Witz: Natürlich sollte der Verlag zielgerichtet ausgewählt und angeschrieben werden. Wer von vornherein weiß, dass das eigene Projekt nicht passt, braucht den LektorInnen keine unnötige Arbeit machen. Wenn ein Verlag vielleicht den Kriterien entspricht, aber teilweise auch nicht: Einfach anrufen, sich vorstellen und offen um eine Einschätzung bitten. Ich habe acht Verlage angeschrieben, vier waren interessiert, drei Angebote lagen mir vor, zwei Verträge wurden mir zugeschickt, einen habe ich angenommen.

Wie viel Geld werde ich verdienen?
Wahrscheinlich fast keins, im Fachbuchbereich rentiert sich das Schreiben ab dem fünften Titel. Das erste Buch erwirtschaftet quasi nichts, wenn alle eigenen Kosten gegen gerechnet werden. Wenn ich alle Arbeitsstunden summieren würde, die bis heute in das Buch geflossen sind, wäre das Endprodukt unbezahlbar. Ein Fachbuch bringt Renommé und Aufmerksamkeit, viel mehr aber auch nicht.

aufmerksam, Gäste & Feste, kreativ

Shooting „Tisch des Monats Mai“ in unserer Wohnung

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Ein denkwürdiger Tag ist nur so vorüber geflogen, während ich versuchte, trotz Infekt alles rechtzeitig fertigzustellen und nichts zu vergessen.
Einige Randbereiche waren definitiv nicht fertig, aber die gedeckte Tafel, die heute fotografiert werden sollte, war vollendet. Geraume Zeit war ich mit den Blumen beschäftigt, inklusive Vorbereitung – sie dauerte mal wieder länger als gedacht. Schlussendlich saßen alle Blüten am passenden Fleck und über der Tafel schwebten die kleinen Hängevasen.

 

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Auf dem Tisch platziert wirkten die Blumen ganz anders, als ich mir zuerst vorgestellt hatte. Dass ich deutlich weniger Grün als in der Planung zu Verfügung hatte, war vor Beginn der floristischen Arbeiten klar. Dass die Gestecke derart üppig ausfallen und eher dramatisch als „Frisch aus dem Garten“ aussehen, stellte sich vom Wechsel des Arbeitstischs (Küche) zum Wohnzimmer heraus. Ein wenig zuppelte ich noch an einzelnen Eustoma und Ginsterzweigen herum, dann half es alles nichts: Die Zeit lief. Ich musste mich umziehen und für das Porträtfoto schminken.

 

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Die Jounalistin und der Fotograf kamen pünktlich auf die Minute. Da der Weg von der Wohnungstür über den Flur ins Wohnzimmer sehr kurz ist, fingen wir ohne längere Begrüßung direkt mit der Diskussion des Settings an. Ich war mir nicht sicher, ob all die voluminösen Blüten zusammen mit den verstreuten Kleeblättern „zu viel“ wären. Daher erklärte ich gleich zu Beginn, dass ich nicht wisse, wie viel durch die Beleuchtung und beim Druck des Fotos „geschluckt“ würde. Bühnenschminke wird schließlich auch wesentlich kräftiger aufgetragen als das alltägliche Make-up. Insofern stellte ich gleich klar, dass der Fotograf alles verschieben, wegnehmen und hinlegen könne, wie er wolle, schließlich hat er die Erfahrung.

 

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So stellte er Scheinwerfer und Blitze in diversen Größen auf und fotografierte los, während ich der Journalistin aus meinem Leben erzählte. Sogar Bilder aus meiner Kindheit zeigte ich ihr, als ich mit meiner Puppe und den Puppen meiner Geschwister komplette Gartenparties inszeniert hatte. Schwerpunkte waren natürlich die Eventgestaltung und mein beruflicher Weg. Darüberhinaus wurde ich um vier Tipps gebeten, um die Leserinnen der Zeitschrift mit praktischen Hinweisen zum Nachmachen zu versorgen.

 

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Nachdem ich morgens um sieben Uhr von der Sonne geweckt worden war (und das im Februar!), ging es hier in heiterem Schnee-Sonne-Hagel-Regen-Sonne-Wechsel weiter. Während des Shootings schien die Sonne im genau richtigen Winkel ins Wohnzimmer, wie von mir berechnet. Die Fotos hier nahm ich anschließend auf, als das Licht schon deutlich schlechter war.

Zum Schluss war mein Porträt am Tisch an der Reihe, das wir ganz ohne Blinzeln und geschlossene Augen (trotz des Blitzes….) hinbekamen.

 

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Alle Kissenhüllen, Hussen und Servietten sind von mir selbst genäht. Die Ideen stammen ebenfalls alle von mir, vom Kranz aus Kirschlorbeer rund um die Teller über die Gestaltung der Blumen bis zu sämtlichen dekorativen Elementen. Die Bilder dürfen nicht heruntergeladen oder anderweitig genutzt werden (wie immer auf diesem Blog).
Ich danke der Schwiegerfamilie für die Blumengutscheine (die ich eifrig gesammelt habe 😉 ), Frau Sommer vom Blumenhaus Daebler für die Organisation der Blumen sowie der hilfsbereiten Dame von Credenza für die Dresdener Pappen (den Klee) und das nette Gespräch.
Mein „Tisch des Monats“ erscheint als Doppelseite im Magazin „Hier leben“ in der Mai-Ausgabe.

 

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For a magazine I styled a tablesetting in our home. The issue was „Tabledecoration in May“, so I bought lots of (expensive…) flowers and created a colourful atmosphere. While the photographer was taking pictures, a journalist asked me many questions about my work and my inspirations.

 

Diese fröhlichen Blumen trage ich zur Mitmachaktion der German Interior Bloggers bei, die im Februar „Flower Power“ suchen.
Wie jeden Freitag verlinke ich mit dem FloralFridayFoto Holunderblütchen und Maleviks Rosengarten.

aufmerksam, kreativ

Endspurt zum Shooting

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Seit heute sind die Blumen für die Gestecke bei mir, die ein Herzstück des „Tisch des Monats Mai“ bilden werden. Sie sollen noch etwas Zeit haben, um perfekt aufzublühen. Beim Zücken meiner EC-Karte im Blumenladen habe ich kurz überlegt, wie viel eigentlich die Blumen für unsere Hochzeit gekostet haben – gefühlt nicht viel mehr. Aber es ist aktuell noch Februar, entsprechend sind die Schnittblumenpreise… Dank des Sponsorings der Schwiegerfamilie musste ich zum Glück angesichts der Summe nur ein Mal schlucken und nicht mehrfach.

 

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Zusätzlich war ich gestern plötzlich der Meinung, dringend neue Gläser zu brauchen: Die vorhandenen Durchsichtigen wirken beim Shoot wahrscheinlich überhaupt nicht (da durchsichtig, haha), und die Farbigen harmonieren mit Nichts und Niemandem auf der Tafel. Also schnell über die Kleinanzeigen neue Gläser in zartem Grün aufgetrieben und heute zackig abgeholt: Zwischen Friseurtermin und Blumenladen, wie immer mit dem Rad… Das war allemal weniger Aufwand, als durch die Innenstadt zu hetzen, und hat mir in Erinnerung gerufen, dass der nächste Reiterhof in zehn Minuten zu erreichen ist (dort nebenan holte ich die Gläser ab).
Zu Hause kurz abgewaschen und probehalber auf das Tischtuch gestellt: Farblich passt´s!

 

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Immerhin sind wir am Wochenende unseren überzähligen Sessel losgeworden, nachdem bereits neulich hier ein neuer einzog. Über ein Jahr lang habe ich dem perfekten Sessel aufgelauert, ausgerechnet jetzt fand ich ihn – ein schönes Erbstück. Alte Möbel mag ich grundsätzlich lieber als neue, nun habe ich endlich den passenden Leseplatz.
Da ich schon befürchtete, den überzähligen Sessel für die Dauer des Shoots auf den Balkon auslagern zu müssen, bin ich unendlich froh, dass er nun doch einen Abnehmer gefunden hat.
Inzwischen ist bedauerlicher Weise die Journalistin erkrankt, so werden wir das Interview nachholen und hier taucht „nur“ der Fotograf auf. Seit heute habe ich ebenfalls erste Grippeanzeichen, bin aber festen Willens, den Fototermin für die Zeitschrift durchzuziehen. Den praktischen Teil des Examens habe ich damals schließlich auch mit Fieber bewältigt – egal, wie lange das her ist, in diesem Sinne packe ich das!