aufmerksam, feminin, glaubhaft

Glaube ist, mich daran zu erinnern, dass….

Glaube ist, mich daran zu erinnern, dass ich Gottes unbezahlbarer Schatz bin, auch wenn ich mich absolut wertlos fühle.

Glaube ist, mich daran zu erinnern: Er hat gesagt, ich bin wertvoll in seinen Augen; ich bin seine Geliebte, sein Geliebter.

Glaube ist, mich mitten in meinem Kummer zu erinnern: Nichts kann mir meinen größten Segen wegnehmen – seine Gegenwart in meinem Leben.

Glaube ist, mich zu erinnern, dass ich ohne Makel vor Gott stehe – wo ich doch nichts anderes sehe als meine Gemeinheit, Nichtswürdigkeit und Selbstsucht.

Glaube ist, mich zu erinnern: Gott liebt mich genauso zärtlich und leidenschaftlich, wenn ich versage, wie wenn ich aufrecht gehe.

Glaube ist, mich zu erinnern: Ich trage Gottes Ehrfurcht gebietende Gegenwart in jede alltägliche Begegnung hinein – auch wenn ich mich niedergeschlagen und müde fühle.

Glaube ist, mich zu erinnern: Nicht durch meine Versuche, sondern durch mein Vertrauen bin ich gewachsen.

Glaube ist, mich zu erinnern: Obwohl der Weg vor mir so dunkel wie die Nacht aussieht – Gott kann sehen und leitet mich unfehlbar.

Glaube ist, mich zu erinnern: Vieles an mir wird sich im Himmel verändern, aber ich werde nicht ein Stück gerechtfertigter sein, als ich es gerade jetzt bin. Christus ist meine Rechtfertigung.

Glaube ist, mich zu erinnern, dass ich für Gott unentbehrlich bin – auch wenn ich mich gerade völlig fehl am Platz fühle.

Glaube ist, mich zu erinnern, dass in Gottes Reich alles auf Verheißungen gründet, nicht auf Gefühlen.

Pamela Reeve

aufmerksam, glaubhaft

Wie redet Gott mit mir? Fragen und Antworten

Eine zentrale Frage für ChristInnen und die, die sich an eine Beziehung zu Gott heran tasten, ist:
Wie redet Gott mit mir?
Heute möchte ich Erfahrungen versammeln, die ich gemacht habe und von denen ich hoffe, dass sie für dich verständlich und hilfreich sind.

1.) Gott kennen bedeutet, seine Stimme erkennen zu können
Wenn das Telefon klingelt und sich eine fremde Person meldet, erkenne ich ihre Stimme nicht und weiß nicht, mit wem ich spreche. Auch Menschen, mit denen ich nur selten Kontakt habe, erkenne ich an ihrer Stimme nicht sofort. Meine beste Freundin dagegen kann sich melden und „Ich bin’s“ sagen, ohne dass ich eine Sekunde zögern brauche, wer am anderen Ende ist.
Wer Gott hören möchte, sollte ihn kennenlernen. Durch die Bibel, in der Menschen von ihren Erlebnissen mit Gott erzählen. Dabei hilft es, wirklich selbst die Bibel zu lesen, statt sich darauf zu verlassen, was andere über Gott und die Bibel erzählen. Das kann hilfreich sein, ist aber eine Meinung aus zweiter Hand. Wenn ich die Mail einer Person lese, die ich gut kenne, höre ich in meinem inneren Ohr ihre Stimme und weiß, welche Aussage ernst gemeint ist und wo Humor mitschwingt. Genauso ist es mit der Bibel, durch die wir Gottes Stimme kennenlernen.
Oft fällt mir in einer schwierigen Situation plötzlich ein Bibelvers ein oder ich höre innerlich ein Lied, dessen Botschaft perfekt zum aktuellen Moment passt. Je mehr Lieder ich kenne, desto eher kann Gott mich auf diese Weise erreichen.

2.) Gottes Prinzipien zu kennen heißt, seine Stimme von anderen unterscheiden zu können
Mal angenommen, ich bin im Schwimmbad und werde richtig heftig angeflirtet (wahre Geschichte). Dann könnte ich das entweder für eine Weile genießen und mich dann höflich verabschieden, oder ich könnte denken: „Super Gelegenheit, wir haben sowieso fast nichts am Körper, mein Mann ist nicht da, lass uns die Gelegenheit ausnutzen.“ Jetzt könnte ich Gott fragen, ob das in Ordnung geht – ein Mal ist kein Mal. Oder ich kenne die Prinzipien, die Gott für ein gelingendes Leben vorschlägt, so gut, dass ich an dieser Versuchung entspannt vorbei gehen kann. Einfach weil ich weiß, wie Gott tickt, und ich ihn gar nicht erst fragen brauche. Dazu muss ich Gott durch gemeinsame Zeit in der Stille, mit Gebet und Bibellesen natürlich gut genug kennen. Sonst könnte ich mir irgendeinen Quatsch einreden und vorgaukeln, dass Gott das schon okay fände und mich ja irgendwie hindern könnte, sollte Fremdgehen kein göttlicher Gedanke sein.

3.) Gott hat oft ganz andere Ideen für mein Leben als ich
Oft fragen wir Gott um Rat, wenn wir eine Entscheidung treffen wollen oder sie eigentlich schon getroffen haben und uns jetzt eine Bestätigung wünschen. Ich habe oft erlebt, dass bei den typischen „Entweder-Oder-Entscheidungen“ Gott eine ganz andere Idee hatte. Wir versteifen uns häufig extrem auf unseren beschränkten, menschlichen Blickwinkel und meinen, dass es nur zwei Möglichkeiten zur Auswahl gäbe. Gott ist aber in so viel mehr Dimensionen als wir unterwegs, dass sein Wunsch für unser Leben weit außerhalb unserer Vorstellungskraft ist. Also: Rechne damit, dass Gott als Antwort auf „Entweder-Oder-Fragen“ mit etwas ganzzzzz Anderem um die Ecke kommt.

4.) Wenn Gott durch Gefühle redet
ChristInnen kennen beides: Innere Unruhe und tiefen Frieden als Kommunikationsformen Gottes für uns.
Wenn ich auf einmal eine ganz bestimmte Unruhe habe, die mein ganzes Sein erfasst und mit einem klaren Impuls zusammen auftritt, weiß ich: Das ist Gottes Wille, den ich JETZT tun soll. Ich soll JETZT diese Person anrufen und einfach fragen, wie es ihr geht. Ich soll mich JETZT überwinden, auf jemanden zuzugehen und ein Missverständnis aufzuklären. Ich soll JETZT im Meeting für jemanden Partei ergreifen, über den gelästert wird. Diese schreckliche Unruhe geht erst weg, wenn ich dem Impuls folge. Danach fühle ich mich erleichtert, erlebe kraftvolle Rückmeldungen, schaue in glückliche Gesichter und weiß: Heute bin ich innerlich wieder ein Stück mehr zu Gott hin gewachsen.
Will Smith kennt das Prinzip: Hinter der schlimmsten Angst liegt die größte Freude.
Genauso gut kennen ChristInnen einen tiefen inneren Frieden, den Gott schenkt, um eine Entscheidung zu bestätigen. Dieser Frieden ist ein Gefühl, das es sonst nie auf der Welt gibt, noch nicht einmal unter Drogeneinfluss. Er zeigt uns, dass Gott verspricht, dass dieser Entschluss der richtige ist und dass er uns begleitet.

5.) Manchmal beantwortet Gott unsere Frage mit einer Gegenfrage
Ich habe es schon mehrfach erlebt, dass ich Gott lange mit einer bestimmten Frage nerve und er plötzlich mit einer Gegenfrage antwortet. Meist lautet sie „Vertraust du mir? Würdest du an dieser Stelle über deinen Schatten springen? Würdest du einen Schritt auf mich zumachen und etwas riskieren?“ Oft geht es dabei um unbequeme Entscheidungen, um blöde Pflichten, um Geld, um meinen Stolz. An dieser Stelle auf Gott zuzugehen, ist absolut möglich, nur hindert mich mein Ego daran. Wenn ich die Kontrolle loslasse und etwas tue, das im ersten Moment anstrengend oder schmerzhaft wirkt, erlebe ich danach, dass sich meine Beziehung zu Gott vertieft hat. Und dass er mir alles, was ich losgelassen habe, zehnfach zurück gibt. Plötzlich höre ich dann auch seine Antwort auf meine Frage oder erlebe, dass sich Konflikte ganz von allein auflösen.


6.) Zwei hören mehr als eineR
Oft ist es mir passiert, dass mir andere ChristInnen meine Frage an Gott beantwortet haben: Indem ich in einem Buch über einen Satz stolperte, der mich direkt ins Herz traf und innerlich veränderte. Indem andere davon erzählen, was sie gerade mit Gott erlebt haben und ich mich davon berühren lasse. Indem ich offen bin für das, was andere mir ganz konkret als Ratschlag geben, statt gleich abzuwinken und zu denken: „Die spinnt doch, ich erwarte von Gott eine ganz andere Ansage.“
Andere freuen sich, wenn wir sie ins Vertrauen ziehen und darum bitten, dass wir gemeinsam für meine Fragen beten. Manchmal braucht das Überwindung, weil wir meinen, damit Schwachstellen bloß zu legen – aber auch das hilft uns, unser Ego immer mehr loszulassen und Gottes Wirken in den Mittelpunkt unseres Lebens zu stellen.

7.) Die Balance aus Geben und Nehmen
Wenn ich mich nur bei meinen Freundinnen melden würde, wenn ich ihre Hilfe beim Umzug, ihr Auto zum Ausleihen und ihr Ohr zum Vollheulen brauche, werden sie nicht lange meine Freundinnen sein. Mit Gott ist es genauso: Fordere ich nur oder gebe ich auch etwas von mir selbst – Zeit, Aufmerksamkeit, Verpflichtungen oder sogar Geld?
Gebet ist kein Handel, Gott ist souverän und überaus großzügig. Dennoch können wir nicht erwarten, dass wir immer nur quengeln und bitten, damit Gott wie ein Automat unsere Bedürfnisse erfüllt. Er freut sich, wenn wir mit ihm Zeit verbringen. Wenn wir aufmerksam sind und uns für seine Hilfe und Versorgung im Alltag bedanken. Wenn wir andere unterstützen, denn durch eine starke Gemeinschaft fördern wir Gottes Wirken in dieser Welt.

Ich hoffe, dass meine Erfahrungen für dich verständlich dargestellt wurden und dir weiterhelfen. Bei Fragen stehe ich gern über die Kommentarfunktion zu Verfügung!
Eine Andacht zum Thema habe ich vor vielen Jahren hier vorgestellt.
Zum Schluss empfehle ich aus ganzem Herzen diesen fröhlichen Song, um Gott einzuladen, zu uns zu reden: Heiliger Geist von DMMK

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Vergebung heißt, Freiheit zu gewinnen

Heute saß ich auf dem Balkon, las in John Ortbergs Buch „Jeder ist normal, bis du ihn kennenlernst“ und auf einmal ging mir ein riesiges Licht auf:
Ich habe einer Person vergeben, bei der ich niemals dachte, dass ich ihr vergeben könnte. Und das so umfassend und wie-von-allein, dass ich es gar nicht bemerkt habe. Weil die Vergebung nicht von mir angestrebt wurde, sondern Gott sie mir schenkte.

Sonst hieß es für mich immer „Vergebung ist kein Gefühl, sondern eine Entscheidung.“
Bei manchen Personen habe ich lange und scheinbar ohne Wirkung darum gebetet, dass ich ihnen vergeben kann. In dem Wissen: „Vergebung ist die Macht, welche die Ketten der Bitterkeit und die Fesseln der Selbstsucht zerbricht.“ (Corrie ten Boom)
Oft wollte ich nicht mehr mit all den dunklen Gefühlen leben und versuchte zu vergeben, um mich selbst zu befreien. Um Verletzungen loszulassen und endlich Frieden in bestimmten Ecken meines Lebens einkehren zu lassen.
Vergebung war oft ein zähes Geschäft: Immer wieder neu Anlauf nehmen, immer wieder meinen Stolz überwinden und mein „Ich habe Recht“ beiseite legen. Viele Gebete und wenig sichtbare Veränderung waren die Folge. Manchmal zeigte sich die Mühe, die ich mir gab, um bestimmte Dramen der Vergangenheit hinter mir zu lassen, erst Monate und Jahre später, wenn ich im Kontakt mit bestimmten Menschen weniger verkrampfte als früher.

Als ich heute mit dem Buch auf dem Schoß auf dem Balkon saß, entdeckte ich zum ersten Mal das sprichwörtliche Geschenk der Vergebung:
Gott hatte mir ganz unbemerkt den grauen Schleier aus Verletzung und Wut aus dem Herzen gewaschen. Ich hatte nichts dafür getan, gar nichts. Und dennoch dachte ich an diese Person wie zu den besten Zeiten unserer Freundschaft vor sehr vielen Jahren, als wären die Jahre des Grolls nie gewesen.
Natürlich gibt es immer noch glasklare Erinnerungen, die bis heute schmerzen. Und für die ich mir eine Entschuldigung wünsche. Mich überfiel schließlich keine wundersame Amnesie mit Glücksgarantie, die mein Hirn mit Zuckerwatte füllt.
Aber dass ich mich über die Rückkehr dieser Person in mein Leben freue, dass ich sie auf Gottes Hinweis hin überhaupt eingeladen habe, wieder Teil meines Lebens zu sein, das ist ein riesiges Wunder. Wirklich ein Wunder. Und ich habe die Hoffnung, dass auch mir vergeben wurde. Was ein weiteres Wunder wäre, denn seien wir ehrlich: Vergebung haben wir alle nötig.

Vergebung ist keine einmalige Sache, Vergebung ist ein Lebensstil.
Martin Luther King

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Was ich während der Gemeindefreizeit auf Römö lernte

Gott sorgt für uns
– Anfahrt zum Resort: Das Navi wollte nicht mehr, wir fuhren direkt hinter dem Damm am Beginn der Insel an den Straßenrand. Sven*, ein etwas verpeilter Mann aus der Gemeinde, erkannte versehentlich unser Auto, drehte um, fuhr zu uns ran und fragte, wie er uns helfen kann. Wir sollten einfach hinter ihm her fahren. (* Name geändert)
– Mittags zwischen zwei Veranstaltungen, ich hatte Hunger und keine Zeit zum Kochen: Unsere Nachbarin brachte einen Rest selbstgemachte Pizza und eine Schale Gulasch vorbei.
– Wir wollten reiten, es goss heftig und hagelte. Nach 20 Minuten warten und Gebet, pünktlich zum Start des Ausritts, kam die Sonne raus. Und blieb. Bis wir 2,5 Stunden später auf den Pferden zurück auf die Koppel kamen, dann rasten die Wolken heran und es schüttete wie aus Kübeln.
– In Ribe diskutierten wir in einem Café den Weg zur Insel Mandø. Ein Mann am Nachbartisch merkte, dass wir nicht vorwärts kamen und ohne Gezeitentabelle eh keine Entscheidung treffen konnten. Also sprach er uns an, zeigte die Gezeitentabelle auf seinem Handy und erklärte uns die beste Überfahrt. Wie fuhren dann letztlich doch nicht durch´s Watt auf die Insel, aber wir hätten alle notwendigen Infos gehabt.

Wir haben fantastische Talente und Profis in der Kirche
Das Vorurteil Christen gegenüber ist oft, dass die, die an Gott glauben, es nötig haben:
Der öffentlichen Meinung zufolge ist Kirche voller Schnachnasen, Softies und Verlierer.
In meinem Leben gehörte ich bisher zu vier Kirchen, inklusive der aktuellen. Nicht immer war ich Mitglied, eine besuchte ich auch nur ein Jahr lang im Rahmen meines Freiwilligen Sozialen Jahrs. Dass Gemeinde das Sammelbecken für chronisch Kranke, Übersensible und Ewiggestrige ist, fand ich noch nie.
Dass Gemeinde voller Talente steckt und von leidenschaftlichen Profis überquillt, erlebte ich während der Woche auf Römö ganz intensiv:
Wir haben IllustratorInnen, ChefredakteurInnen, Hamburger MeisterInnen, Agenturleiter, Kommandoführer, AutorInnen, ChefärztInnen und ProfimusikerInnen in einem Raum. Dazu jede Menge talentierte Jugendliche und ältere Semester, die zwar keine glänzenden Titel am Revers tragen, aber mich einfach mal knuddeln und küssen. Ist auch eine Menge wert, so ein Chefkoch oder Art Director hält ja nicht unbedingt die Seele warm… 😉

Großzügig sein ist eine Gabe und Aufgabe
… die wir ganz schön verkackt versäumt haben. Damit, das Essen von Nachbarn aus den umliegenden Ferienhäusern anzunehmen, hatten meine Freundin und ich kein Problem. Damit, andere einzuladen oder zu gemütlichen Treffen eine Schachtel Pralinen beizutragen, auch nicht. Aber aus heiterem Himmel mal kurz das frische gekaufte Brot halbieren und abgeben, das war uns nicht möglich. Wir fanden es in dem Moment beide selbst peinlich, aber konnten nicht über unseren Schatten springen. Unsere Nachbarin zog weiter, und wir saßen am Tag darauf zu dritt beim Frühstück statt zu fünft. Das halbe Brot hätte also mehr als gereicht, wir hätten es problemlos abgeben können.
Und selbst, wenn unser Brot knapp geworden wäre, hätten unsere Gäste mehr als genug mitgebracht.
Kurz: Es gab keinen Grund, knauserig zu sein, Gott hätte uns so oder so versorgt.
In diesem Fall hatten wir einen akuten Brotüberfluss. Echt peinlich.

Die nächsten Tage sagte meine Mitbewohnerin dementsprechend ständig: „Und wieder hat Gott aus wenig viel gemacht“, weil dauernd Essen über war, oder wir auf andere Weise versorgt wurden.

Die nettesten Begegnungen gibt´s im Whirlpool
Ein viel zitiertes Gerücht meiner (sehr großen) Gemeinde besagt, dass eine Woche Gemeindefreizeit so viele Erlebnisse und Begegnungen schafft wie drei Jahre zum-Gottesdienst-kommen. Das kann ich nur teilweise bestätigen, aber ich habe ja auch nicht das komplette Programm von Workout über Whisky Tasting bis Running Dinner mitgemacht. Eine kleine Auszeit mit einem Roman auf der Sonnenterrasse muss auch mal sein, finde ich. Oder ein Spaziergang allein auf dem Deich.
Sollte die Lust nach Gemeinschaft unstillbar erscheinen, reicht es, sich in einen Whirlpool zu setzen und abzuwarten, wer dazu kommt. Oder in einen bereits besetzten Whirlpool dazu zu steigen. Natürlich ergeben sich jetzt nicht sofort tiefe Freundschaften zu bisher Fremden, nur weil man weitgehend nackt im Sprudelbecken sitzt. Aber es hilft, um lose Kontakte zu knüpfen oder erstmal mit Small Talk einzusteigen. Und manchmal kommen beim offenen Café-Haus, die reihum von verschiedenen Familien im eigenen Ferienhaus veranstaltet werden, plötzlich Leute auf mich zu und sagen: „Dich kenne ich schon lange vom Sehen, wer bist du eigentlich?“
Muss man gar nicht unbedingt nackt für sein…

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Gut versorgt

Gestern war ich mit vollem Rucksack, einem monströsen Hüftgürtel voller Wasserflaschen und neuen Wanderstiefeln unterwegs. Da ich aus Prinzip kein Smartphone besitze, musste eine klassische Wanderkarte herhalten. Alles, um für den anstehenden Urlaub das Equipment zu testen und mehr Kondition aufzubauen. So marschierte ich von meiner besten Freundin, die mir den extrem praktischen und gleichzeitig extrem hässlichen Hüftgurt aufgeschwatzt hatte, durch ein Naturschutzgebiet in Schleswig Holstein bis zur Endstation der Hamburger U-Bahn.
Zu Beginn verlief die Orientierung sehr einfach, der Weg ergab sich fast von allein. Irgendwann stand ich an einer Kreuzung, an der die gelben Markierungen an den Bäumen nicht mehr zu lesen waren, weil die bemalte Borke abgefallen war. Ausgerechnet hier hätte ich mal gelbe Pfeile gebrauchen können…. So tigerte ich im Kreis über die Kreuzung, überlegte und betete, dass Gott mir eine Richtung zeigt. Da kamen zwei Radfahrer aus dem Wald, Mutter und Sohn, die ich ansprechen konnte. Sie waren erstens hilfreich und konnten zweitens sagen, woher sie kamen, sodass sich der richtige Weg schnell ergab. Ich hob meinen Rucksack von der Bank, wo ich ihn abgestellt hatte, und entdeckte daneben ein Ein-Cent-Stück: Gott sorgt für mich und meine Bedürfnisse! Schon bevor ich überhaupt meine Wanderung angetreten hatte, hatte er Mutter und Sohn den Gedanken gegeben, spontan bei bestem Sommerwetter durch das Naturschutzgebiet zu radeln.

Auf Gottes Hilfe und Versorgung in allen Lebenslagen zu vertrauen, ist immer wieder eine Entscheidung, zu der wir uns durchringen (müssen). Darauf zu bauen, dass in all unserer Ratlosigkeit Gott den Überblick behält, kostet uns Überwindung. Oft genug probieren wir es so lange selbst, bis wir merken, dass Gott derjenige ist, der mehr Weisheit hat – und wir mit unserer Geduld und unserem begrenzten Wissen längst am Ende. Und dennoch ist Gottvertrauen kein Selbstgänger, sondern immer wieder ein bewusster Entschluss -den wir oft genug vermeiden wollen, um selbst die Richtung zu bestimmen.

Heute teile ich Bibelverse, die in solchen Momenten eine Hilfestellung sein können:

„Auch wenn es durch dunkle Täler geht, fürchte ich kein Unheil, denn du, Herr, bist bei mir.
Du schützt mich und führst mich, das macht mir Mut.“
Psalm Kapitel 23, Vers 4

„Überlass deine Sorgen dem Herrn, er selbst wird sich um dich kümmern!
Niemals lässt er die im Stich, die ihm die Treue halten.“
Psalm 55, Vers 23

„Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit sollen mein Schutz sein.
Herr, auf dich allein hoffe ich!“
Psalm 25, Vers 21

„Er erfülle die Wünsche deines Herzens und lasse alle deine Pläne gelingen!“
Psalm 20, Vers 5

„Mein Plan für euch steht fest:
Ich will euer Glück und nicht euer Unglück.
Ich habe im Sinn, euch eine Zukunft zu schenken, wie ihr sie erhofft. Das sage ich, der Herr.“
Jeremia 29, Vers 11

 

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Zwischen heute und der Ewigkeit: Aufmerksam leben als Christ

Zwischen Himmel und Erde ist ein Riss
und ein Kampf zwischen Licht und Finsternis
In dieser Zwischenzeit, in dieser Zwischenzeit

Zwischen Himmel und Erde sind wir noch
Und das, was wir nicht wollen, tun wir doch
In dieser Zwischenzeit, in dieser Zwischenzeit

Mitten in dieser Welt, doch nicht von dieser Welt
Wir gehören zu dir und doch sind wir noch hier

Refrain:
Zwischen Himmel und Erde hängst du dort
Ganz allein und verlassen von Mensch und Gott
zwischen Himmel und Erde ausgestreckt
Dort am Kreuz
Zwischen Himmel und Erde hängst du dort
Wo die Balken sich kreuzen, ist der Ort
Wo sich Himmel und Erde trifft in dir
Dort am Kreuz

Zwischen Himmel und Erde leiden wir
An Zerissenheit auf dem Weg zu dir
In dieser Zwischenzeit, in dieser Zwischenzeit

Zwischen Himmel und Erde ist ein Steg
Und du selbst bist die Brücke und der Weg
In dieser Zwischenzeit, in dieser Zwischenzeit

Refrain

Zwischen Himmel und Erde stehen wir
Und wir treten in diesen Riß mit dir
In dieser Zwischenzeit, in dieser Zwischenzeit

Du machst Himmel und Erde einmal neu
Doch dein Reich ist schon da und du bist treu
In dieser Zwischenzeit, in dieser Zwischenzeit
(Albert Frey)

Wer in einer persönlichen Beziehung zu Gott lebt, merkt es immer wieder:
Wir ecken bei unseren Mitmenschen an, sind oft frustriert und verletzt und fühlen uns in der Gesellschaft immer wieder fremd.  Wir empfinden diese Welt nicht wie ein richtiges Zuhause, eher wie einen Zwischenstopp zum eigentlichen Ziel. Egal, ob wir konservative oder liberale ChristInnen sind, werden unsere Werte von anderen als lächerlich wahrgenommen. Einerseits verzweifeln wir an der Ungerechtigkeit der Welt, andererseits erschrecken wir oft über uns selbst: So viel anders sind wir, trotz unserer Überzeugungen, oft doch nicht.
Unser Zuhause ist in Gott und wird nach unserem Tod als Ewigkeit erlebbar: Fröhlich, bunt, sinnlich, lecker, friedlich und überwältigend. Seit Jahrhunderten hoffen ChristInnen darauf, dass Gott die Welt in Ordnung bringt und Jesus wiederkommt, damit schon Hier und Jetzt das „Reich Gottes“ erlebbar wird.

Tja, aber noch kommt weder Jesus wieder noch feiern wir eine Endlosparty in der Ewigkeit.
Noch sind wir hier und stolpern durch den Alltag, versuchen Menschen nach dem Herzen Gottes zu sein und bauen doch immer wieder Mist. Unsere Außenwirkung ist uns wichtiger als Gottes Urteil. Geld verdienen ist uns wichtiger als die Frage, was Gott mit unserem Leben vorhat. Hobbies und Urlaube sind uns wichtiger als Menschen von der befreienden Liebe Jesus´ zu erzählen. Ein bestimmter Karriereweg, ein Eigenheim oder Selbstverwirklichung ist uns wichtiger als Gottes Plan für unsere Gesellschaft.
Und wenn wir uns Zeit für Gott nehmen, im stillen Gebet, in einer begeisternden Bandsession oder im entspannten Austausch mit anderen Christen, dann blüht unser Herz auf. Wir werden erfrischt vom Heiligen Geist und gestärkt von Gottes heilender Lebenskraft. Gleichzeitig sind wir im Alltag oft mit einem kurzen Stoßgebet oder dem Einhalten von gewissen moralischen Maßstäben zufrieden. Dass wir Jesus lebhaft in unserer Woche erleben, dass wir seinen Herzschlag spüren, dass wir uns von ihm herausfordern lassen passiert viel zu selten. Nicht, weil Gott Besseres zu tun hat, sondern weil wir oft genug meinen, anderes sei dringender. Wichtiger. Relevanter.

„Jesus sagt: Macht das Reich Gottes zu eurem wichtigsten Anliegen, lebt in Gottes Gerechtigkeit, und er wird euch all das geben, was ihr braucht.“
Die Bibel, Evangelium von Matthäus Kapitel 6, Vers 33

„Denn im Reich Gottes ist nicht entscheidend, was man isst oder trinkt, sondern dass man ein Leben führt in Gerechtigkeit und Frieden und in der Freude im Heiligen Geist,“ sagte Jesus zu ihnen.
Brief an die Römer Kapitel 14, Vers 17

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Die Kraft des Wartens

Am Freitagmorgen spielte mein Kopf bereits im Halbschlaf das Lied „Es liegt Kraft in dem Warten auf den Herrn“ ab. Es ist eigentlich kein Lied, das ich regelmäßig höre oder singe, insofern schaute ich kurz nach dem Aufstehen erstmal im Internet nach, um heraus zu finden, wie der Text nochmal hieß und was mir diese Morgenbotschaft sagen wollte.
In der Küche zeigte als nächstes ein Blick auf den tagesaktuellen Kunstkalender Frauen, die an einem milden Abend in Dänemark in den Dünen sitzen und wartend über´s Meer schauen.
Danke, Gott, ich habe die Botschaft schon vor Wochen geschnallt, und dennoch versuche ich, neben dem Warten meine Zukunft wenigstens teilweise voran zu bringen. Was völlig in Ordnung ist, solange ich Gottes Tempo von 2 km/h anerkenne und damit in Frieden lebe, denke ich.

Warten – eine höchst unbeliebte Tätigkeit, die sich sinnlos und nach Nichtstun anfühlt.
Und doch erleben wir immer wieder, dass wir wissen wollen, wie es weitergeht und was Gott für unsere Zukunft vorbereitet hat. Wenn wir den Plan bloß kennen würden, dann würden wir ihn auch umsetzen können! Und dennoch mutet uns Gott regelmäßig neu zu, auf ihn und sein Reden zu warten. Manchmal können wir das gut aushalten, so wie ich im Moment. Manchmal zerreißt es uns fast, so wie eine Freundin in einer jahrelangen Ehekrise.
Letzte Woche im Gebetskreis waren wir uns einig, dass in scheinbaren Stillstands-Zeiten oft besonders viel passiert. Eben nicht an der Oberfläche als Ereignisse oder Erfolge, sondern unterirdisch in unserem Denken und Fühlen. Hier habe ich schon einmal darüber geschrieben: Leerstellen bedeuten manchmal Fülle
Trotzdem braucht es jedes Mal wieder eine Menge Vertrauen, dass Gott uns nicht auf´s Abstellgleis geschoben hat, sondern dass er im Hintergrund aktiv ist: In unserem Herzen, in unseren Mitmenschen, an dem Ort, den er für uns vorbereitet.
Gleichzeitig sollen wir nicht grundsätzlich passiv abwarten und uns in fünf Jahren die Spinnweben vom Gesicht wischen, weil wir irgendwie dachten, das mit dem Warten sei immer die passende Entscheidung. Nein, wir sind für unser Leben selbst verantwortlich – wenn wir warten, dann deshalb, weil Gott uns deutlich gemacht hat, dass Warten eine aktive Tätigkeit und ein waches Vertrauen ist, wozu wir genau jetzt aufgefordert werden.

»Gott wird nicht müde, nie verliert er den Mut, bis er auf der ganzen Erde für Gerechtigkeit gesorgt hat.
Selbst die Bewohner der Inseln und der fernen Küsten warten auf seine Weisung.«
Jesaja Kapitel 42, Vers 4

Jesus sagt: »Ihr sollt so leben wie Diener, die darauf warten, dass ihr Herr von einer Hochzeit zurückkommt.
Seid wie sie dienstbereit und achtet darauf, dass eure Lampen brennen. Wenn ihr Herr zurückkommt und klopft, können sie ihm schnell öffnen.«
Lukas Kapitel 12, Vers 35

»Wir alle aber warten auf den neuen Himmel und die neue Erde, die Gott uns zugesagt hat. Wir warten auf diese neue Welt, in der endlich Gerechtigkeit herrscht.«
2. Brief des Petrus Kapitel 3, Vers 13

Und im Original: Everlasting God

aufmerksam, glaubhaft

Wo Gott wohnt

Wo wohnt Gott und wie können wir ihm nahe sein?
Seit ich in der neuen Gemeinde bin, habe ich morgens regelmäßig ein Lied im Ohr.
Während ich frühstücke, lasse ich es laufen und höre der Botschaft zu: Wofür die SängerInnen Gott loben, warum sie ihm danken, wie sie ihn im eigenen Alltag erlebt haben.
Dann wohnt Gott in unserer Küche…

Dieses Lied begleitet mich im Laufe des Tages, es ist wie mein persönlicher Wetterbericht:
Wenn ich mit einem fröhlichen und dankbaren Lied in den Tag starte, beeinflusst das meinen Blick auf die Welt. Und die Welt schaut ganz anders zurück, als wenn ich ohne ein kraftvolles Lied im Ohr aus dem Haus ginge.

„Meine Hoffnung ist lebendig
Mein Fundament in dir beständig
Auch wenn mein Verstand begrenzt ist,
Trau ich Dir alles zu!
Du hast gute Gedanken, die mich fest in dir verankern
Und weil ich in deiner Hand bin,
Trau ich Dir alles zu!

Denn du machst alles neu
Schönheit fällt wie der Regen
In dir blüht alles auf
Du bist pulsierendes Leben
Denn du machst alles neu“

Könige und Priester

So entwickelt sich die Melodie und Botschaft meines Aufsteh-Ohrwurms zu einer selbsterfüllenden Prophezeihung.
Auch abends, wenn ich im Wohnzimmer am Boden liege und meine Verspannungen bearbeite, lasse ich mich von den Gedankenfetzen leiten, die mich zu einem passenden Lied bringen. Oder ich liege während meiner Übungen in der Stille und höre Gott reden, der mich zu Neuem herausfordert. Oder er tröstet und ermutigt mich, damit ich anschließend vertrauensvoll schlafen gehe, nachdem ich meine Hände geöffnet und ihm meine Pläne überlassen habe. Statt mich weiter zu verbeißen und alles krampfhaft allein schaffen zu wollen.
Dann wohnt Gott in unserem Wohnzimmer, zwischen der Isomatte zum Turnen und dem Sofa…

„Higher than the mountains that I face
Höher als die Berge, denen ich gegenüber stehe
Stronger than the power of the grave
Stärker als die Macht des Grabs
Constant through the trial and the change
Gleichbleibend durch Prüfungen und Veränderungen
One thing remains, yes, one thing remains
Bleibt eine Sache gleich, ja, eins bleibt gleich

Your love never fails Deine Liebe scheitert nie
It never gives up Sie gibt niemals auf
It never runs out on me Sie geht nie zu Ende

Jesus Culture

„God is able  Gott ist fähig
He will never fail Er wird nie scheitern
He is almighty God Er ist der allmächtige Gott
Greater than all we seek Größer als alles, was wir suchen
Greater than all we ask Größer als alles, wonach wir fragen

He has done great things Er hat großartige Dinge getan
Lifted up Erhoben
He defeated the grave Bekämpfte er das Grab
Raised to life Er erstand zum Leben
Our God is able Unser Gott ist fähig / allmächtig
In His name we overcome In seinem Namen überwinden wir

For the Lord Denn der Herr
Our God is able Unser Gott ist allmächtig
God is with us Er ist mit uns
God is on our side Er ist auf unserer Seite
He will make a way Er wird uns einen Weg bahnen“

Hillsong

„Before I spoke a word Bevor ich ein erstes Wort sprach
You were singing over me Sangst du über mir
You have been so, so good to me Du warst so, so gut zu mir

Before I took a breath Bevor ich einen Atemzug nahm
You breathed Your life in me Hauchtest du mir Leben ein
You have been so, so kind to me Du warst so, so gut zu mir

Oh the overwhelming, never-ending
Oh, die überwältigende, niemals endende
Reckless love of God Waghalsige Liebe Gottes
Oh, it chases me down  Oh, sie verfolgt mich
Fights ‚til I’m found Kämpft, bis sie mich findet
Leaves the ninety-nine
Verlässt die (anderen) Neunundneunzig
I couldn’t earn it and I don’t deserve it
Ich könnte es nicht verdienen, es steht mir nicht zu
Still You give Yourself away Dennoch gibst du dich selbst
Oh the overwhelming, never-ending
Oh, die überwältigende, niemals endende
Reckless love of God Waghalsige Liebe Gottes

There’s no shadow You won’t light up
Es gibt keinen Schatten, denn du nicht erhellst

Mountain You won’t climb up
Keinen Berg, den du nicht erklimmst
Coming after me Um mir zu folgen
There’s no wall You won’t kick down
Es gibt keine Mauer, die du nicht umtrittst
Lie You won’t tear down
Keine Lüge, die du nicht herunter reißt
Coming after me Um mir zu folgen

I couldn’t earn it and I don’t deserve it
Ich könnte es nicht verdienen, es steht mir nicht zu
Oh the overwhelming, never-ending
Oh, die überwältigende, niemals endende
Reckless love of God Waghalsige Liebe Gottes“

Cory Asbury

aufmerksam, glaubhaft

Welken Blumen und falschen Worten zum Trotz: Wenn Gott zu uns spricht

Beim „Malen mit Gebet“ erlebten wir gleich am Anfang, wie Gott wirkt:
Die Organisatorin des Treffens bringt sonst immer Blumen mit, ob nun einfach als Deko oder als Motiv zum Malen. An diesem Samstag hatte sie noch nicht einmal etwas zum Frühstücken im Haus, daher war klar, dass Blumen gerade völlig nachrangig sind.
Vor Ort fanden wir dann auf dem Flügel einen sieben Tage alten Tulpenstrauß. Er sah entsprechend entblättert aus, trotzdem rettete ich einige Exemplare und trug sie zu meinem Maltisch. Nicht nur ich hielt die zerbrechliche Schönheit der verwelkenden Tulpen fest, auch die anderen Künstlerinnen malten die Reste der Blumen. Jede auf ganz eigene Weise. Dass wir alle mit dem gleichen Motiv in den Maltag starten, ist noch nie mit frischen Blumen passiert. Und Gottes Botschaft, die wir im Austausch miteinander darin entdeckten: „Kümmert euch nicht um Kleinigkeiten und sorgt euch nicht darum, ob etwas fehlt. Ihr werdet von allem genug haben!“

Ich bin wahnsinnig schlecht darin, die Bibel korrekt zu zitieren. Meistens fange ich an mit: „Also, ich kenne einen wunderschönen Vers, der steht irgendwo…. in Jeremia. Oder Jesaja.“ Meistens kann ich dann zumindest den Vers korrekt auswendig, aber wie mir angesichts meines Bild von den verwelkten Tulpen aufging: Manchmal vertüdel ich sogar in sehr kurzen Sätzen wichtige Worte. Naja.
Wie ich heute, als ich den Blogartikel schreibe, feststelle: Es heißt nicht „Mein Wort ist in den Schwachen mächtig“ sondern „Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig“. Ähem. So oder so stammt es aus dem zweiten Brief an die Korinther in Kapitel 12, Vers 9.
Aber auch, wenn ich mir selbst simple Verse nicht akkurat merken kann, vertraue ich darauf: „Sein (Gottes) Wort ist die Kraft, die das Weltall zusammenhält.“ (Brief an die Herbräer, Kapitel 1, Vers 3)

Der Hintergrund meines Bildes, mit Buntstiften und Tusche angefertigt, stammt hierher.

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Wenn Gott Gebete hört und handelt

Neulich brauchten wir dringend einen Termin bei einem Spezialisten. Mein Mann sah das Problem zu Beginn deutlich gelassener als ich, aber zehn Tage später fanden wir es beide gleich wichtig und dringend. Nachdem ursprünglich kurzfristige Termine möglich waren, gab es zum Zeitpunkt der Entscheidung nur noch Termine im Januar. In meinen Augen war das viel zu spät, also betete ich: Für ein Datum vor Weihnachten. Am liebsten hätte ich gebetet: „Bitte schenke uns eine Möglichkeit gleich in dieser Woche,“ aber dazu war ich zu hanseatisch-höflich.
Es wurde ein Termin frei, und zwar vor Weihnachten. Nicht in der Woche, in der ich mir am meisten Sorgen machte, sondern vor Weihnachten.
Natürlich bin ich darüber sehr dankbar. Dennoch denke ich: „Marie, wenn du dich darauf verlässt, dass Gott dein Gebet erhört: Warum betest du dann nicht um ein Wunder im Terminkalender, und zwar für MORGEN? Warum die großzügige Frist bis Weihnachten?“
Und die Moral von der Geschicht: Überleg dir, worum du bittest. Gott ist viel großzügiger und (all)mächtiger, als wir meinen. Wir brauchen nicht bescheiden in unseren Gebeten sein und absichtlich kleine Brötchen backen, um Gott nicht zu überfordern mit unseren Wünschen oder Problemen. Was soll für Gott zu groß sein?!