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Glaube ist, mich daran zu erinnern, dass….

Glaube ist, mich daran zu erinnern, dass ich Gottes unbezahlbarer Schatz bin, auch wenn ich mich absolut wertlos fühle.

Glaube ist, mich daran zu erinnern: Er hat gesagt, ich bin wertvoll in seinen Augen; ich bin seine Geliebte, sein Geliebter.

Glaube ist, mich mitten in meinem Kummer zu erinnern: Nichts kann mir meinen größten Segen wegnehmen – seine Gegenwart in meinem Leben.

Glaube ist, mich zu erinnern, dass ich ohne Makel vor Gott stehe – wo ich doch nichts anderes sehe als meine Gemeinheit, Nichtswürdigkeit und Selbstsucht.

Glaube ist, mich zu erinnern: Gott liebt mich genauso zärtlich und leidenschaftlich, wenn ich versage, wie wenn ich aufrecht gehe.

Glaube ist, mich zu erinnern: Ich trage Gottes Ehrfurcht gebietende Gegenwart in jede alltägliche Begegnung hinein – auch wenn ich mich niedergeschlagen und müde fühle.

Glaube ist, mich zu erinnern: Nicht durch meine Versuche, sondern durch mein Vertrauen bin ich gewachsen.

Glaube ist, mich zu erinnern: Obwohl der Weg vor mir so dunkel wie die Nacht aussieht – Gott kann sehen und leitet mich unfehlbar.

Glaube ist, mich zu erinnern: Vieles an mir wird sich im Himmel verändern, aber ich werde nicht ein Stück gerechtfertigter sein, als ich es gerade jetzt bin. Christus ist meine Rechtfertigung.

Glaube ist, mich zu erinnern, dass ich für Gott unentbehrlich bin – auch wenn ich mich gerade völlig fehl am Platz fühle.

Glaube ist, mich zu erinnern, dass in Gottes Reich alles auf Verheißungen gründet, nicht auf Gefühlen.

Pamela Reeve

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Großzügig sein

Im November dachte ich mir für mein Montagnachmittag-Programm einen Sterne-basteln-Plan aus: Ich wollte eine abwechslungsreiche Kreativstunde mit bunten Sternen und fröhlichen SeniorInnen gestalten. Dazu durchsuchte ich diverse Bastelbücher nach Anleitungen zum Falten von einfachen, aber dennoch effektvollen Sternen. Schließlich sollten sie mit wenigen Handgriffen auch stark sehbehinderten SeniorInnen mit arthritischen Fingern gelingen. Das war ein Heidenaufwand, aber am Ende hatte ich eine schöne Auswahl zusammen und nach weiterem langen Suchen auch das passende Material aufgetrieben.
So wollte ich munter mit den Damen loslegen, als sich eine meldete und meinte, sie habe hier ein Papierkörbchen, dass sich ganz einfach anfertigen ließe und wirklich schnell gelinge. Sie wolle uns alle dazu anleiten. Jetzt, es ginge ganz fix.
Das bezweifelte ich zwar, aber wer bin ich, einer alten Dame zu sagen: „Nö, ich habe meine Kreativaktion didaktisch sinnvoll mit aufsteigendem Schwierigkeitsgrad aufgebaut und ich lasse mir von Ihnen nicht den geselligen Nachmittag zerschießen?“ Eben. Das tut man einfach nicht.
Also ließ ich sie machen, wusste allerdings selbst nicht, was genau sie vorhatte und gab mein Bestes, alle Anwesenden über das auf dem Laufenden zu halten, was sie tief gebeugt unter ihren steifen Fingern zusammen frickelte.


Am Ende fehlten mir zwanzig Minuten von gesamten sechzig, aber die Dame war glücklich, uns etwas beigebracht zu haben, und mein eigenes Programm änderte ich eben ab. Es war nicht das, was ich mir vorgestellt hatte, aber meine Güte, es kontrollierte ja niemand, wie viele verschiedene Faltsterne wir tatsächlich produziert hatten!

Sechs Wochen später verstarb die Dame.
Und ich dachte mir, wie gut, dass ich ihr die Zeit gegeben habe, den anderen Damen etwas vorzuführen, was ihr wichtig war und Freude gemacht hat.
Niemand wird mich jemals fragen, ob mein Sterne-bastel-Nachmittag so gelang, wie ich es geplant hatte. Aber für diese Dame wird es, denke ich, einen großen Unterschied gemacht haben, ob ihr Wunsch sich erfüllt hat oder nicht.
Manchmal können wir einfach einen Schritt von unserem Ego zurücktreten und großzügig sein. Natürlich kann das auch daneben gehen, besonders, wenn es sich um Personen handelt, die wir nicht oder nur oberflächlich kennen. Aber wie schlimm kann´s schon kommen? Und wie wahrscheinlich ist es dagegen, dass wir jemandem eine Freude machen?

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Zum neuen Jahr


„Es leuchtet der Stern.
Viel kannst du nicht mitnehmen auf den Weg.
Und viel geht dir unterwegs verloren.
Lass es fahren.
Gold der Liebe, Weihrauch der Sehnsucht,
Myrrhe der Schmerzen hast du ja bei dir.

Gott wird es annehmen.“

Karl Rahner

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Die Sandkasten-Fabrik: Ein Märchen über den Sinn des Lebens


Sie saß in der Sandkiste und backte Sandkuchen, die sie in einer langen Schlange auf dem hölzernen Rahmen aufreihte. Die Serie der Sandkuchen wuchs, während ich sie fragte, was sie mit all diesen blassen Gebilden wollte. „Ich backe Sandkuchen, weil ich das Geld brauche, um die Miete zu bezahlen. Ich bezahle die Miete, um wohnen zu können. Mit dem Geld bezahle ich auch mein Essen, meine Kleidung, und was übrig bleibt, nehme ich für Hobbies und zum Reisen.“
Ja, sicherlich, alle müssen arbeiten, um sich neben Geld auch einen Platz in der Gesellschaft zu verdienen. Klar. Aber wie sinnvoll ist ausgerechnet Sandkuchen backen? Gut, es garantiert ein vernünftiges Einkommen und Sandkuchen-Kauffrauen haben ein stabiles Ansehen in der Öffentlichkeit. Dennoch leben wir alle auch ohne Sandkuchen gut weiter. Sandkuchen sind verzichtbar, so wie gefühlt 80% all der Konsumgüter, die täglich auf den Markt gepumpt werden.
„Aber meine Sandkuchen-Firma hat eine große Lobby, und es gibt Menschen, zu deren Glück und Gesundheit wir damit effektiv beitragen.“ Mag sein, dass die Aufsichtsräte das behaupten und dass es genügend Absatzmöglichkeiten für Sandkuchen gibt. Aber wie sinnvoll ist das Backen und Verkaufen von Sandkuchen? Du bist doch so viel mehr als die Summe deiner Arbeitsstunden, um den Sandkuchen-Vertrieb reibungslos laufen zu lassen!
„Ganz offensichtlich verkauft sich Sandkuchen gut!“ Ja, natürlich, so gut wie alles verkauft sich gut, ob Toilettenpapier oder Grippemittel, aber ist es wirklich sinnvoll, dass du deine Lebenszeit in Sandkuchen investierst?


„Meine Arbeitszeit, nicht meine Lebenszeit! In meiner Freizeit bin ich schließlich ganz anders!“ Ja, eben, das ist ja das Schlimme! Warum kannst du in deiner Freizeit ganz anders sein? Weil du im Beruf offensichtlich nicht du selbst bist! Oder nur eine geschäftsmäßige, scheinbar erwachsene Version deiner selbst.
Fragst du dich nie, wozu du auf der Welt bist?
Was dein Auftrag ist, in der Zeit, die du auf diesem Planeten unterwegs bist?
Welche Talente du hast und welche Lebensaufgabe aus diesen Begabungen wächst?
Wenn du stirbst, möchtest du dann sagen, dass du x-tausend Sandkuchen vermarktet und verkauft hast?
War das alles?

Sicher, du hast gelegentlich gespendet, hast nette Geburtstagskarten an alte, halb vergessene Verwandte geschickt, hast bei den Nachbarn gelegentlich babygesittet. Du hattest ein vernünftiges, anständiges Leben. Warst manchmal hilfsbereit, wenn es zeitlich gerade passte. Ein guter Mensch, alles in allem.
Aber hast du dein Leben bis zum Letzten ausgekostet, alle Fähigkeiten eingesetzt, diese begrenzte Zeit bunt und wertvoll für dich und andere zu gestalten?
Hat sich dein Leben für andere Menschen gelohnt?
Deine Fähigkeiten sind ein Geschenk für dich und für andere. Hast du sie genährt und zum Blühen gebracht oder achtlos am Rand liegen gelassen, weil sie scheinbar nicht in heutige Wirtschaftskreisläufe passten?
Hast du nach deiner eigenen Melodie getanzt und dir deinen persönlichen Weg durch das Leben gebahnt?
Oder hast du getan, was getan werden musste, und deine Lebenszeit säuberlich verwaltet?


Wozu bist du hier?
Wer soll dich eines Tages vermissen und warum?
Was möchtest du hinterlassen?
Denn Sandkuchen, das sage ich dir, fangen an zu trocknen, sobald sie die Form verlassen und in einer Reihe um den Sandkasten aufgereiht stehen. Sie trocknen, sie rieseln, ihre sauberen Ränder verwischen sich. Der Sand rinnt von oben hinab und sammelt sich rund um die Basis, bis alles soweit zusammen sackt, dass ein sandiger Haufen zurück bleibt. Wenn es regnet, ein müder Matschfleck.
Und das ist ein Lebenswerk?

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Rosen im Winter


Liebe ist die Antwort des Herzens auf die überwältigende Güte Gottes.

Also komm einfach in ungeschönter Ehrlichkeit zu ihm
und rede mit ihm.

Wenn ich wirklich weiß, dass Gott mich liebt,
ist nichts mehr so, wie es war.

Ich bin ein für die Ewigkeit bestimmtes Geschöpf
von unendlichem Wert.

Richard J. Foster

Ein Blumengruß zum Wochenende:
Seidenkiefer, Rosen und Wachsblumen vor einem Bogen Geschenkpapier, der aus einer Werkstatt von Menschen mit Behinderungen stammt. Die zarten Aquarellfarben geben dem Arrangement einen schönen Rahmen und bleiben dezent im Hintergrund.

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Wenn sich unser Leben ganz anders entwickelt, als wir wollen

Gott hat wirklich Humor:
Seit zwei Jahren bete ich dauernd für ein Anliegen, und nichts passiert. Gar nichts, zumindest aus meiner menschlichen Perspektive nicht. Stattdessen habe ich mit Projekten Erfolg, die mir gar nicht (mehr) wichtig sind, die sich aber (quasi versehentlich) zum Selbstläufer entwickeln. Was ja schön ist. Wirklich.
Aber eben nicht das, wofür ich seit zwei Jahren bete und was einen sehr großen Teil meines Lebens bestimmt.
Ich fiel aus allen Wolken, als ich die Anfrage erhielt, für einen sozialen Preis Teil der Jury für 2020 zu werden (mehr verrate ich an anderer Stelle, wenn ich es offiziell darf). Natürlich freue ich mich, zusammen mit zwei weiteren Jurymitgliedern und einer Verantwortlichen von Seiten des Verlags ausgewählt worden zu sein. Es ist eine fantastische Würdigung meiner Kompetenz und darauf bin ich stolz.
Dennoch fühle ich mich wie ein kleines Mädchen, das von seiner Oma einen rosa Angora-Pulli geschenkt bekommt und völlig verkrampft pflichtbewusst „Danke, liebe Oma, für diesen kuscheligen Pulli!“ hervor presst. Einfach, weil das Geschenk zwar schön ist, aber eben nicht das, wofür ich mich seit zwei Jahren abstrample.

Kurze Zeit später erhielt ich die Anfrage einer Wochenzeitung für Management in der Seniorenpflege, ob ich kurzfristig einen Artikel über meine „Atemfreude“ schreiben könne. Klar konnte ich, zwei Tage später lag der Redakteurin mein Text inklusive Bildmaterial vor. Es ist schön, zu erleben, dass Interessierte auf mich zukommen, statt ständig krampfhaft um Aufmerksamkeit für meine Arbeit werben zu müssen.
Aber auch hier: Danke, Gott, für den Erfolg, aber eigentlich liegt mein Fokus doch ganz wo anders…

Gott hat Humor.
Er gibt mir (noch) nicht das, wofür ich seit Langem brenne, und wirft mir stattdessen Geschenke vor die Füße, mit denen ich vor Überraschung nichts anzufangen weiß.
So ist es in meinem Leben oft: Ich wünsche mir eine schöne, glatte, große rote Paprika, und stattdessen bekomme ich zwei hellgelbe Krumme, vier scharfe winzige Rote und eine schiefe Gelb-grüne. Was definitiv aufregender und vitamintechnisch abwechslungsreicher ist als die EU-normierte Fließband-Paprika, an die ich gedacht hatte. Aber eben nicht das, womit ich gerechnet habe.
Fakt ist, mit Gott wird es nie langweilig.
Und er lässt mich nicht im Stich. Während er aus mir unerfindlichen Gründen der Meinung ist, dass das Erreichen meines Ziels noch etwas dauern sollte, hält er mich mit wilden Überraschungen bei Laune.

Das passende Lied dazu: „Still (Hide me now)“ von Hillsong

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Die Freude am Verpassen: Joy Of Missing Out

Im Englischen gibt es den Begriff „fomo“: Fear of missing out – die Angst, etwas zu verpassen. In den eng getakteten, oft völlig zerissenen Tagen des Alltags macht sich bei manchen ein Wechsel der Blickrichtung bemerkbar. Es entsteht „jomo“: Joy of missing out – die Freude, etwas zu verpassen.
Viele von uns meinen, das was wir tun, würde unser Leben prägen: In welcher Branche wir arbeiten, wofür wir unser Geld ausgeben, womit wir unsere Freizeit füllen. Das stimmt natürlich, doch genauso wichtig finde ich die Aktivitäten, die wir ausklammern.
Ich besitze aus Prinzip kein Smartphone, und mein 16 Jahre altes Handy liegt meistens zu Hause im Arbeitszimmer auf dem Aktenschrank. Oft bekomme ich wochenlang keine SMS. In den Urlaub nehme ich es meist noch nicht einmal mit. Wenn es tagelang ohne Strom irgendwo herum liegt, stört das niemanden. Wer mich sprechen oder treffen möchte, kann das leibhaftig vor Ort oder unterwegs tun. Kann das Festnetz nutzen oder eine Mail schreiben. Die ganze Tyrannei des ständigen „Es-plinkt-und-blinkt-jetzt-schickt-meine-Freundin-ein-Bild-von-ihrem-neuen-Blumentopf-deswegen-werde-ich-alle-11-Minuten-aus-meiner-Konzentration-gerissen“ verpasse ich. Mit aller-allergrößter Freude. Wenn es wichtig ist, erreicht man mich. Wenn es trivialer Blödsinn ist, der deine und meine Zeit stiehlt, nicht.


Wofür verschenkst du deine Zeit nicht? Whats-App, Tagesschau, Netflix-Serien, Werbung, sensationsgeile Überschriften, Shopping?
Wofür gibst du dein Geld nicht aus? Auto, Süßigkeiten, elektronische Geräte für Spiel und Spaß, Markenkleidung, Festivals, Hauskredit?
Welche Meinungen und Trends des aktuellen Zeitgeists verpasst du mit vollem Genuss?

Der Witz ist ja, wie ich schon öfter geschrieben habe, dass wir fast nichts müssen. Wir müssen arbeiten, um unseren Lebensunterhalt zu sichern, und damit Steuern, Krankenkassenbeiträge u.ä. zahlen. Was wir arbeiten, und welchen Wert wir unserer Tätigkeit beimessen, ist eine Frage der eigenen Prioritäten. Wir können gerade so viel arbeiten, dass es zum knappen Überleben reicht, und den Rest der Zeit in einem Selbstversorger-Garten verbringen. Oder mit Flüchtlingskindern spielen. Oder ausgesetzte Tiere retten.
Alles andere ist unsere ureigene Entscheidung.
Und wenn wir andere Menschen Entscheidungen über unser Leben treffen lassen, ist auch das unsere persönliche Wahl.
Wir hätten eine andere gehabt, denn: Wir müssen gar nichts.
Gar nichts.

Niemand zwingt uns, eine Verabredung einzuhalten, auf die wir eigentlich keine Lust haben. Also tatsächlich: Wirklich überhaupt keine Lust haben. Die wir aber nicht absagen mögen, weil dann andere enttäuscht sein könnten. Oder wir im Freundeskreis den Anschluss verpassen könnten, wenn wir schon wieder fehlen.
Das riecht nicht nach Genuss, sondern nach Angst. Wobei die Person, die über unsere Abwesenheit enttäuscht ist, für ihr Gefühl der Enttäuschung selbst die Verantwortung trägt.
Und der Freundeskreis, der ein „Ich möchte heute einfach nur Ruhe haben, viel Spaß bei eurem Treffen, ohne mich“ nicht verträgt, ist vielleicht kein tragbares Netz für mein Herz.

Wer denkt „Eigentlich wollte ich ja mitmachen / hinfahren / unterstützen, aber ich sehne mich so nach einer Auszeit“ kann sich sicher sein, dass das Herz bei der geplanten Aktivität nicht voll dabei sein wird. Und wenn das Herz nicht voll dabei ist, ist es faktisch gar nicht dabei, und dann hat es keinen Wert für unser Leben. Schließlich haben wir nur ein Leben, während wir so tun, als könnten wir unsere Zeit beliebig oft verteilen, auch an Aktivitäten, die eigentlich unwichtig sind.
Wer sich dennoch zwingt, aus innerem Verpflichtetfühlen den eigenen Widerstand zu übergehen, wird kaum Freude an dem krampfhaft eingehaltenen Termin haben. Aber eine Verabredung mit lauwarmer Motivation absolviert haben: Herzlichen Glückwunsch für die Freundin, die dieses Vergnügen mit uns teilte! (Hust)
Wer weiß, vielleicht hätte sie selbst lieber mit einem Buch im Garten unter der Linde gesessen, statt sich zwanghaft mit uns zu treffen?!

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Zwischen den Sternen unterwegs

„Auf dem Mond fühlte ich die überwältigende Präsenz Gottes.
Ich spürte seinen Geist viel näher als ich das je auf Erden gefühlt habe, unmittelbar neben mir – es war umwerfend.
Auf dem Mond wurde mir die unermessliche Macht Gottes
und seines Sohnes kristallklar.

Es ist wichtiger, dass Jesus Christus seinen Fuß auf die Erde setzte,
als der Mensch den Seinen auf den Mond.“

James Benson Irwin, US-amerikanischer Astronaut und Pilot der Mondlandefähre auf der Apollo-15-Mission
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Weniger Fassade, mehr Leuchten von Innen

„Ich glaube, dass Menschen sich nach dem Leuchten sehnen
– und vom Glanz genug haben.
Wir wollen wieder spüren,
dass jemand von innen angezündet ist.
Dass es aus ihm heraus strahlt.
Nur andere Energie umlenken ist langweilig.
Man kann vieles lernen.
Aber von innen heraus zu scheinen anfangen – das erfordert zwei Dinge:
Den Mut sich zu zeigen und das zu tun und zu sagen,
was seiner Leidenschaft entspricht.

Was ist dein Ziel? Zu scheinen oder zu strahlen?“

Credo von Bodo Janssen, zitiert von Boris Thomas

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Die Kraft des Wartens

Am Freitagmorgen spielte mein Kopf bereits im Halbschlaf das Lied „Es liegt Kraft in dem Warten auf den Herrn“ ab. Es ist eigentlich kein Lied, das ich regelmäßig höre oder singe, insofern schaute ich kurz nach dem Aufstehen erstmal im Internet nach, um heraus zu finden, wie der Text nochmal hieß und was mir diese Morgenbotschaft sagen wollte.
In der Küche zeigte als nächstes ein Blick auf den tagesaktuellen Kunstkalender Frauen, die an einem milden Abend in Dänemark in den Dünen sitzen und wartend über´s Meer schauen.
Danke, Gott, ich habe die Botschaft schon vor Wochen geschnallt, und dennoch versuche ich, neben dem Warten meine Zukunft wenigstens teilweise voran zu bringen. Was völlig in Ordnung ist, solange ich Gottes Tempo von 2 km/h anerkenne und damit in Frieden lebe, denke ich.

Warten – eine höchst unbeliebte Tätigkeit, die sich sinnlos und nach Nichtstun anfühlt.
Und doch erleben wir immer wieder, dass wir wissen wollen, wie es weitergeht und was Gott für unsere Zukunft vorbereitet hat. Wenn wir den Plan bloß kennen würden, dann würden wir ihn auch umsetzen können! Und dennoch mutet uns Gott regelmäßig neu zu, auf ihn und sein Reden zu warten. Manchmal können wir das gut aushalten, so wie ich im Moment. Manchmal zerreißt es uns fast, so wie eine Freundin in einer jahrelangen Ehekrise.
Letzte Woche im Gebetskreis waren wir uns einig, dass in scheinbaren Stillstands-Zeiten oft besonders viel passiert. Eben nicht an der Oberfläche als Ereignisse oder Erfolge, sondern unterirdisch in unserem Denken und Fühlen. Hier habe ich schon einmal darüber geschrieben: Leerstellen bedeuten manchmal Fülle
Trotzdem braucht es jedes Mal wieder eine Menge Vertrauen, dass Gott uns nicht auf´s Abstellgleis geschoben hat, sondern dass er im Hintergrund aktiv ist: In unserem Herzen, in unseren Mitmenschen, an dem Ort, den er für uns vorbereitet.
Gleichzeitig sollen wir nicht grundsätzlich passiv abwarten und uns in fünf Jahren die Spinnweben vom Gesicht wischen, weil wir irgendwie dachten, das mit dem Warten sei immer die passende Entscheidung. Nein, wir sind für unser Leben selbst verantwortlich – wenn wir warten, dann deshalb, weil Gott uns deutlich gemacht hat, dass Warten eine aktive Tätigkeit und ein waches Vertrauen ist, wozu wir genau jetzt aufgefordert werden.

»Gott wird nicht müde, nie verliert er den Mut, bis er auf der ganzen Erde für Gerechtigkeit gesorgt hat.
Selbst die Bewohner der Inseln und der fernen Küsten warten auf seine Weisung.«
Jesaja Kapitel 42, Vers 4

Jesus sagt: »Ihr sollt so leben wie Diener, die darauf warten, dass ihr Herr von einer Hochzeit zurückkommt.
Seid wie sie dienstbereit und achtet darauf, dass eure Lampen brennen. Wenn ihr Herr zurückkommt und klopft, können sie ihm schnell öffnen.«
Lukas Kapitel 12, Vers 35

»Wir alle aber warten auf den neuen Himmel und die neue Erde, die Gott uns zugesagt hat. Wir warten auf diese neue Welt, in der endlich Gerechtigkeit herrscht.«
2. Brief des Petrus Kapitel 3, Vers 13

Und im Original: Everlasting God