Monatsarchive: Dezember 2010

Enttäuschender Besuch in den „Fliegenden Bauten“

Gestern  besuchten mein Freund und ich eine Vorstellung von „6&7 – The Art of Dance and Artistic“. Die Veranstaltung war folgendermaßen beworben worden:
„13 Körper, die sich zu schwingenden Rhythmen wiegen, wilde Emotionen, atmosphärisches Lichtdesign, moderne Multimedia-Effekte und ein mitreißender Sound (…) Entertainment-Genuss der Spitzenklasse.“
Die Leistung der Tänzer war, technisch gesehen, gut und erfüllte die Erwartungen.
Als enttäuschend und enervierend empfand ich die dargestellten Stimmungen, die sich auf wenige Varianten beschränkten: Depressiv, aggressiv und überdreht-albern. Zum Ende hin wurde es zunehmend geschmacklos – eine sich übergebende Frau, live und in Echtzeit, brauche ich als Gegenleistung für teure Tickets nun wirklich nicht sehen.
Der Ausdruck der Tänzer in Gesicht und Körper war größtenteils künstlich und kalt. Von Erotik, mit der in einem anderen Werbetext gesprochen wurde, konnte keine Rede sein. Weitgehend unbekleidete Tänzerinnen garantieren keine Erotik, so sehr sie auch ihre Negligées flattern lassen und die Beine spreizen. Im Gegenteil – viele Elemente der Choreografien waren vorrangig eines: Aggressiv. Die Frauen griffen sich gegenseitig an oder würgten sich selbst, die Männer benutzten ihre Partnerinnen verächtlich und roh. Ein wiederkehrendes Merkmal der Choreografien bestand darin, dass eine offensichtlich hoffnungslose, desorientierte Frau von einem zum nächsten geschubst wurde.
Alice Schwarzer hätte das Zelt unter wüstem Protest in Brand gesteckt, da bin ich mir sicher. Und in diesem Fall hätte ich zweifellos mitgemacht – eine deratige Zurschaustellung von frauenverachtenden symbolischen Handlungen habe ich bisher nicht erlebt.

Zusätzlich ärgerlich waren die langen Zeiten, in denen nichts passierte. Für knappe 90 Minuten Show saßen wir die doppelte Länge in den Fliegenden Bauten, nur um den speisenden Hanseaten rund um uns zuzusehen und langsam vom Futterneid überwältigt zu werden. Mein Freund brachte es gut auf den Punkt: „Das Ziel des Managements ist es, pro Gast an einem Abend einen dreistelligen Betrag zu verdienen.“
Die Veranstaltung begann eine Viertelstunde verspätet. Nach einer halben Stunde Show folgte eine halbe Stunde Pause, in der man noch mehr Geld für teure kleine Gerichte loswerden konnte, anschließend gab es noch eine knappe Stunde Show – gefolgt von der Einladung, „weiter unser Gast zu sein“. Sicher nicht.
Wir waren beide von der Gestaltung des Abends, der eine klare Gewinnmaximierung zugrunde lag, absolut enttäuscht. Die Fliegenden Bauten werden wir garantiert nicht wieder besuchen – und die eigentliche Show genauso wenig.

An dieser Stelle möchte ich „Rock The Ballett“ von Rasta Thomas empfehlen – alles, was ich mir von „6&7“ erfolglos erhofft hatte, gibt es in dieser Show zu sehen: Fröhliche, energiegeladene Tänzer, abwechslungsreiche Musik, gute visuelle Effekte und phantasievolle Choreografien. Mit dem großen Plus, dass in diesem Fall die Werbung hält, was sie verspricht und man das Theater gut gelaunt und beschwingt verlässt.

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Des einen Frust, des andern Lust

Heute habe ich zum zweiten Mal in kurzer Zeit etwas aus dem Fahrradkorb verloren:
Vor gut einer Woche waren das gelbe Rosen, heute ein Bund Tannengrün. Als ich es beim ersten Mal bemerkte, fuhr ich die Strecke bis zum Wochenmarkt zurück, fand die Rosen aber nicht wieder – die hatten wohl gleich jemand anderem gefallen, der sie mitnahm. Als mir vorhin im Park auffiel, dass die Tannenzweige mir auf der huckeligen und rutschigen Fahrt durch den Schnee verloren gegangen waren, war es mir egal. Ich wollte mich nur noch durch den Schnee nach Hause kämpfen, ohne die Tour doppelt machen zu müssen.
Ich tröste mich damit, wie oft es mir schon passiert ist, dass mir im richtigen Moment genau das in die Hände fiel, was ich gerade brauchte.
Nun hoffe ich, dass sowohl die Rosen als auch die Tannen an eine Finderin oder einen Finder geraten, die darüber ebenso dankbar sind wie ich in vergleichbaren Situationen.
Nicht auszudenken, dass sie einem Auto zum Opfer fallen oder einem Blödmann, der einfach drauf tritt…!

 

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Unikate: Wimpelketten und Schals

Bis ich genug an der Nähmaschine hergestellt habe, um damit ins Geschäft einzusteigen, werde ich hier erste Fotos von meinen Werken veröffentlichen. Für heute sind das Schals mit Spitzenbordüre und meine heißgeliebten Wimpelketten, die ich gerade in allen Varianten nähe.

Bei Interesse freue ich mich über eine Kontaktaufnahme.

 

Schal bleu SpitzeSchal unverkäuflich (oben)

Schals mit SpitzeSchals „Leinen grün Bauernspitze“ Länge 1,54m für 8,- Euro und
„Baumwolljaquard wollweiß Bauernspitze“ Länge 1,38m  für 8,- Euro (oben).

Wimpelkette flieder

Wimpelkette „Vintage Paisley flieder bestickt“, Detail  (oben)
Länge 2,68m
Die Wimpelketten kosten pro Stück 19,- Euro.

Detail Wimpelkette weinrotWimpelkette „Vintage Paisley weinrot bestickt“, Detail  (oben)
Länge 2,65 m

Wimpelkette „Alpin“, mit Rosen, Knöpfen und Borten bestickt


 

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Erstens kommt es anders und zweitens als du denkst

Zu Beginn dieser Woche sind wichtige Termine geplatzt, auf die ich gewartet und von denen ich mir viel erhofft habe. Ich war so wütend und enttäuscht, dass mir kein „höfliches Gebet“ mehr einfiel und ich Gott nur noch anschreien konnte.
In den nächsten Tagen gab es mehrere Begegnungen, die ganz zufällig und sehr positiv entstanden. So bekam ich zum Beispiel ganz unerwartet von einer Nachbarin, die sich bei mir wegen des Vorfalls am Sonntag erkundigte, die Telefonnummer mit dem Angebot, jederzeit anklingeln und um Hilfe bitten zu können. Auch ein anderer Nachbar fragte bei mir nach, sodass dem Gefühl der fehlenden Sicherheit unerwartet ein Gefühl des Aufgehobenseins entgegen gestellt wurde.
Um auf die Enttäuschung über die geplatzten Termine zurück zu kommen: Natürlich hört man immer wieder, dass viele Momente und Ereignisse des Lebens sich erst im Nachhinein erklären und etwas, das wie ein Rückschlag aussah, der Schritt zu etwas viel Besserem wurde. So oft habe ich es gehört, so oft abgenickt und teilweise selbst gesagt – und trotzdem erscheint es einem in den Augenblicken, in denen die Ohnmacht um sich greift, eine leere Phrase zu sein.
Ich denke nicht, dass alles im Leben einen Sinn hat… aber das Meiste.
Und so, wie das erschreckende Erlebnis vom Sonntag gute Begegnungen mit meinen Nachbarn nach sich zog, kann Gott aus Mist etwas Wertvolles machen. Auf Mist können Blumen wachsen oder leckere Tomaten – die hätte es ohne vielleicht nicht gegeben.

 

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Schreck am Morgen

Heute früh versuchte ein mir unbekannter Mann, sich unter Flüchen und körperlichem Einsatz Zutritt zu meiner Wohnung zu verschaffen. Die Situation wurde, nachdem die Polizei zügig und mit mehreren Beamten anrückte, ruhig und kompetent gelöst. Trotzdem habe ich heute Morgen enorme Ängste ausgestanden – und wenn ich daran zurück denke, überläuft es mich kalt.
Dank einer Freundin habe ich nun den Psalm 91 aufgeschlagen vor mir liegen:

Wer unter dem Schutz des Höchsten wohnt,
der kann bei ihm, dem Allmächtigen, Ruhe finden.
Auch ich sage zu Gott, dem Herrn:
„Bei dir finde ich Zuflucht, du schützt mich wie eine Burg!
Mein Gott, dir vertraue ich!“

Du aber darfst sagen: „Bei dem Herrn bin ich geborgen!“
Ja, bei Gott, dem Höchsten, hast du Heimat gefunden.
Darum wird dir nichts Böses zustoßen,
kein Unglück wird dein Haus erreichen.

Denn Gott hat seine Engel ausgesandt,
damit sie dich schützen, wohin du auch gehst.
Sie werden dich auf Händen tragen,
und du wirst dich nicht einmal an einem Stein verletzen!
Löwen werden dir nichts anhaben,
auf Schlangen kannst du treten.
Gott sagt: „Er (Sie) liebt mich von ganzem Herzen,
darum will ich ihn (sie) retten.
Ich werde ihn (sie) schützen, weil er (sie) mich kennt und ehrt.
Wenn er (sie) zu mir ruft, antworte ich ihm (ihr).
Wenn er (sie) keinen Ausweg mehr weiß, bin ich bei ihm (ihr).
Ich will ihn (sie) befreien und zu Ehren bringen.
Bei mir findet er (sie) die Hilfe, die er (sie) braucht,
ich gebe ihm (ihr) ein erfülltes und langes Leben!“

Psalm 91, Verse 1+2, 8-16

 

Mein Dank gilt Gott, der seine Versprechen hält, und der Polizei, die da ist, wenn man sie braucht.

 

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Kindermund: Rätsel um ein Tier

Szenen aus meinem Alltag als Logopädin

Rate, rate, wer gemeint ist:

Manche nennen es Papogei, andere Pakagei, Gagei oder auch Popogei.
Mir kamen diese Bezeichnungen von Mädchen und Jungs zwischen 4 und 8 Jahren zu Ohren, und ich werde weiter sammeln. 😉

 

 

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Psalm 115

„Ihr alle, die ihr den Herrn (Gott) achtet – vertraut ihm!
Er allein gibt euch Hilfe und Schutz.
Der Herr denkt an uns und wird uns segnen. (…)
Sein Segen gilt allen, die ihn achten,
ganz gleich, ob unbedeutend oder einflussreich! (…)
Auf euch ruht der Segen des Herrn,
der Himmel und Erde geschaffen hat. (…)
Doch wir, wir loben und preisen unseren Gott,
jetzt und in Ewigkeit!
Amen!“


Psalm 115, die Verse 11 – 14 und 18
aus der Übersetzung „Hoffnung für alle“

 

 

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Der Seestern

Als der alte Mann bei Sonnenuntergang den Strand entlang ging, sah er vor sich einen jungen Mann, der Seesterne aufhob und ins Meer warf.

Nachdem er ihn schließlich eingeholt hatte, fragte er ihn, warum er das denn tue. Die Antwort war, dass die gestrandeten Seesterne sterben würden, wenn sie bis Sonnenaufgang hier liegen blieben.

„Aber der Strand ist viele, viele Kilometer lang und tausende Seesterne liegen hier“, erwiderte der Alte. „Was macht es also für einen Unterschied, wenn du dich abmühst?“

Der junge Mann blickte auf den Seestern in seiner Hand und warf ihn in die rettenden Wellen.

Dann meinte er:
„Für diesen einen macht es einen Unterschied!“

 

(Verfasser unbekannt)

 

DSCN8331Blick aus dem Darsser Leuchtturm

 

Vielen Dank an eine Freundin, bei der ich die Geschichte an der Pinnwand entdeckte.

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Kindermund: Übergestern

Szenen aus meinem Alltag als Logopädin

Ein siebenjähriges Mädchen beschwerte sich während einer Fahrt in der S-Bahn vehement bei ihrer Mutter, dass das letzte Mal Computerspielen schon lange her sei – „Das war übergestern!“

Heute versuchte ich Lars (Name geändert), 4 Jahre alt, das Fragewort „wie“ beizubringen. „Wer“, „was“ und „wo“ klappten schon ganz gut, aber die Bedeutung von „wie“ erschloss sich ihm trotz dem Anfassen der Heizung (heiß) und des Fensters (kalt) sowie weiterer Versuche nicht.
Ich: „Wie bist du heute? Fröhlich?“ (zeigte ein betont fröhliches Gesicht). Er schüttelte den Kopf. „Bist du müde?“ (machte es wieder pantomimisch vor). Er schüttelte den Kopf. Ich, nach weiteren Versuchen etwas ratlos: „Wie bist du denn?“ Er: „Lars!!!“

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