Monatsarchive: Januar 2011

Lebensweisheit

♥ Das Leben ist ein Geheimnis,
das gelebt werden möchte,
nicht ein Problem,
das gelöst werden muss. ♥


Zitat (leicht verändert) aus: Adriana Trigiani  „Der beste Sommer unseres Lebens“

Veröffentlicht unter aufmerksam, feminin | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Kindermund: Trauben-Träume

Szenen aus meinem Alltag als Logopädin

Wir üben die Artikel mit Obst aus Plastik. Das Mädchen staunt darüber, wie echt die „Weinkräumen“ aussehen. Da sie /tr/ mit /kr/ vertauscht, wollte sie wahrscheinlich „Weinträumen“ sagen.
Ein schönes Wort, viel besser als die langweiligen „Weintrauben“.

 

Die Mutter eines Patienten (gebürtig aus Russland) berichtet mir auf dramatische Weise, wie heftig sie die letzten Tage unter einem grippalen Infekt gelitten habe.
Sie schließt mit den Worten „Ich war nicht mehr ganz dicht!“

 

Veröffentlicht unter aufmerksam | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Glückstag: „Bin überreich beschenkt“

Mein Glückstag begann damit, dass die Sonne auf dem Weg zum Wochenmarkt strahlend schien. Dort angekommen bekam ich zu meinen vier Saftorangen eine geschenkt, weil der Verkäufer meinte, sie wäre etwas zu klein für den Verkauf. Anschließend begab ich mich auf die Suche nach dem örtlichen Wochenblatt, in dem ein Interview mit mir abgedruckt werden sollte – leider hatte der Austräger ausgerechnet diese Woche keine Exemplare bei uns in den Hauseingang gelegt. Also schaute ich alsErstes in der Buchhandlung vorbei (ein nettes, kleines Traditionsgeschäft) und fragte, ob sie welche hätten. Leider gab es nur ein einziges Exemplar, das die Inhaberin gern selbst lesen und behalten wollte. Ich bekam aber einen Stuhl angeboten, um mich auf die Suche nach dem Interview und meinem Foto zu begeben. Anschließend bekam ich die Seite heraus getrennt und geschenkt – vielen Dank!
Später hatte ich ein nettes Gespräch mit meinem Chef und bekam ein Kompliment von einem erwachsenen Patienten. Als Abrundung dieses erfreulichen Tages konnte ich in der Bücherhalle die neueste Frauenzeitschrift mitnehmen, sodass ich auf der Heimfahrt gut unterhalten wurde.

Perfekt – ein großes Dankeschön an Gott für so viel Segen an einem Tag!

 

 

P1010930

 

Die Zeile in der Überschrift stammt aus einem Lied von Andreas Malessa (Text und Melodie 1986)

Veröffentlicht unter aufmerksam, glaubhaft | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Gute-Laune-Trick 6: Nutze dein Sportstudio und genieß es!

Nachdem ich vor lauter Tanzen im November und Dezember meine Mitgliedschaft im Sportverein vernachlässigt habe, bin ich jetzt im Januar wieder fröhlich dabei.

Meine Argumente für eine Runde im Sportstudio:

– Bewegung setzt Endorphine (Glückshormone) frei – du bist gut gelaunt.
– Du bist stolz auf dich, weil du dich aufgerafft und auf den Weg hierher gemacht hast.
– Du hast einen straffen Körper und geschmeidige Bewegungen (das ist gesund und sexy, was will man mehr?).
– Du kannst eine Runde mit der Person vor, hinter oder neben dir flirten (und notfalls nach einem letzten frechen Zwinkern schnell in der Umkleide verschwinden).
– Wenn der Kurs sich in Schweigen hüllt, sobald von vorn eine Frage kommt (Könnt ihr noch? Wollt ihr’s schwerer?), kannst du diejenige sein, die Trainerin Julia, Norman dem Checker oder wem auch immer quer durch den Raum antwortet und damit Mut beweist oder Lacher erntet.
– Du kannst versuchen, jedes Mal, wenn der / die TrainerIn vorbei kommt und kontrolliert, eine perfekte Figur abzugeben.
– Du kannst dir Geschichten über die Leute ausdenken, die rund um dich herum zappeln und schwitzen.
– Du denkst 15 Mal, dass du vor Anstrengung jetzt – gleich – mitten während der Übung stirbst, und lebst Ende der Stunde immer noch.

Damit haben wir jede Menge überzeugende Argumente. Und ich freue mich über weitere kreative Ideen!

 

 

P1030225

 

Veröffentlicht unter aufmerksam, feminin | Verschlagwortet mit , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Kindermund: Neue Infrastruktur

Szene aus meinem Alltag als Logopädin

Wir üben das /sch/, der Junge soll ein Bild von einer Schiene benennen. Er überlegt, wie es wohl heißen könnte und ob das /sch/ darin vorkommt, dann meint er:
„Bahnstraße.“

Veröffentlicht unter aufmerksam | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Lebenskunst

P1010912

Die wichtigste Stunde unseres Lebens ist immer
der gegenwärtige Augenblick.
Der bedeutsamste Mensch ist immer der, der uns gerade gegenüber steht.
Das notwendigste Werk in unserem Leben ist stets die Liebe.

Leo Tolstoi

Veröffentlicht unter aufmerksam, liebevoll | Verschlagwortet mit , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Hamburger Kunsthalle: Rodney Graham „Through The Forest“

Nachdem ich schon seit einer Weile an akuten Museums-Entzugserscheinungen leide, war ich heute in der Hamburger Kunsthalle, um mir die Retrospektive über Rodney Graham zu Gemüte zu führen. Es wird ein Überblick seines Schaffens gezeigt, der die zahlreichen Phasen seiner Auseinandersetzung mit verschiedenen Medien und Konzepten abbildet. So gibt es Schaukästen mit Fragmenten, die während der Herstellungsprozesse entstanden, Installationen, Videos und Bilder. Durch die Unterschiedlichkeit der Exponate wird es nicht langweilig, sodass ich mich immer wieder gefragt habe, was wohl als Nächstes kommt.
Obwohl ich vorher zur Einstimmung auf Wikipedia und http://www.art-magazin.de unterwegs gewesen war, fühlte ich mich während des Besuchs der Ausstellung an Informationen unterversorgt. Ich gehe nicht ins Museum, um lässig durch die Säle zu schlendern und „Aha – moderne Kunst – aha – alles Quatschkram“ zu sagen. Nein: Ich gehe ins Museum um „Aha, das war die Inspiration – aha, das war die Umsetzung – aha, das ist das Resultat – aha, darin liegt die Einmaligkeit“ zu sagen. Leider war mir das bei Rodney Graham, trotz des Informationsbogens und der laminierten Erläuterungen in manchen Räumen, nicht möglich.
Fazit: Der Künstler ist eine faszinierende Gestalt der aktuellen Kunst und verdient es, bei der Betrachtung seiner Werken gedanklich begleitet zu werden. Der Besuch lohnt sich im Rahmen einer Führung.
Nett ist es, auf dem Rückweg vom zweiten Stock nach unten einen Schlenker durch den ersten Stock der Galerie der Gegenwart zu machen, um sich „Cut. Scherenschnitte von 1970 – 2010“ anzuschauen. Da gibt es zwar auch den einen oder anderen wertvollen Hintergedanken bezüglich der Ausstellungsstücke, aber wenn man auf` s Nachdenken verzichtet, kommt man auch gut durch.
Im Erdgeschoss läuft gerade „Kosmos Runge. Der Morgen der Romantik“. Diese Ausstellung ist wirklich umfangreich und vielschichtig und verspricht einige intensive Stunden… beim nächsten Mal.

Rodney Graham / Through The Forest: Bis 30. Januar
Cut. Scherenschnitte von 1970 – 2010: Bis 06. Februar
Kosmos Runge: Bis 13. März

 

Veröffentlicht unter aufmerksam, kreativ | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Kindermund: Bei uns im Garten…

Szenen aus meinem Alltag als Logopädin

Ich bespreche mit einer Erstklässlerin Präpositionen. Wir basteln ein Bild von einem Haus mit vielen Dingen darin, darüber, darauf, daneben, dahinter usw. In der darauf folgenden Stunde wiederholen wir und ich frage:
„Was ist hinter dem Haus?“
Sie: „Ein Vulkan!“
Ich schaue verdutzt.
Sie: „Ja, so ein Vulkan. Hm… ein Walkon.“
Da dämmert es mir…

 

Ich erkläre einer Fünfjährigen, was „Teekesselchen“ (Homonyme) sind – am Beispiel von Birne und (Glüh)birne.
Sie: „Ja, und: Schatz und Schatz!“
Sehr niedlich.

 

IMG_8035Eine Schatzinsel… ganz ohne Vulkan

 

Veröffentlicht unter aufmerksam | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Buchempfehlung: „Septemberwünsche“ von Lucy Clare

Der Roman „Septemberwünsche“ handelt von drei Frauen mittleren Alters, die an der gleichen Schule als Lehrerinnen arbeiten und miteinander befreundet sind. Keine von ihnen arbeitet mit vollem Herzen in der Schule, aber alle haben sich irgendwie damit arrangiert. Im Gespräch geht ihnen auf, wie sehr sich ihre drei Leben festgefahren haben und wie stark sie sich nach einer Veränderung sehnen – gleichzeitig bereitet ihnen bereits der Gedanke an eine Veränderung Angst.
„Du darfst nicht einfach am Strand stehen und darauf warten, dass dir die Wellen den Boden unter den Füßen wegziehen.
Geh und schlag selbst eine Welle!“

Angesichts des beginnenden Schuljahres Anfang September vereinbaren sie, dass jede von ihnen bis zum nächsten Jahr zur gleichen Zeit „eine Welle“ initiieren soll – eine weitreichende Veränderung des Lebens, gleich welcher Art. Parallel dazu eröffnen sich einerseits neue, ungewohnte Perspektiven, die darauf untersucht werden, ob sie zu einem willkommenen Richtungswechsel genutzt werden können. Gleichzeit fahren sich zu Beginn die bisherigen Lebensumstände der drei zusätzlich fest, sodass ihnen gar nichts anderes übrig bleibt, als in die Krise einzutauchen und die Herausforderung anzunehmen.

Mir gefiel das Buch insbesondere zu Beginn sehr gut, im zweiten Drittel wurde die Handlung temporeicher, aber auch verwirrender. Trotzdem regt es dazu an, sich über die eigene Lebensgestaltung Gedanken zu machen und nicht abzuwarten, bis die Umstände sich von Zauberhand verändern und ungeahnte Perspektiven in strahlendem Glanz auftauchen (was bekannterweise sehr unwahrscheinlich ist).

 

Lucy Clare: Septemberwünsche, Roman, Knaur 2010

Veröffentlicht unter aufmerksam, feminin | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Gott weiblich

Von der orientalischen Göttin zum Marienbild.
Eine faszinierende Ausstellung im Musée d’Art et d’Histoire in Fribourg/CH

An ihrem bestimmten Ort, zwischen anatolischen Bronzen, sechstausendjährigen syrischen Statuetten und barocken Marienbildern liegt sie, aufgeschlagen, auf einem kleinen Podest: die „Bibel in gerechter Sprache“.
Sie sei, so der Kommentar, ein wichtiger Beitrag des zeitgenössischen Protestantismus zum unaufhaltsamen Auszug aus der Jahrhunderte andauernden patriarchalen Vereinnahmung der biblischen Gottheit JHWH. Diese Neuübersetzung der Bibel sei keineswegs, so die Einleitung im (vorerst nur in französischer Sprache erschienenen) Ausstellungskatalog, „une faillite théologique“ („ein theologischer Bankrott“, vgl. unten NZZ), sondern erinnere auffällig an den Prozess, der sich in den Jahrhunderten vor der Zeitenwende abgespielt habe:
Damals, als sich durchsetzte, was wir heute „Monotheismus“ nennen, experimentierte man mit verschiedenen Möglichkeiten, den göttlichen Eigennamen, der in einer monotheistischen Weltsicht keinen Sinn mehr machte, zu ersetzen – am Ende mit dem Ergebnis, dass eine vermännlichte Version des Einen Göttlichen die Oberhand gewann.
Noch Martin Luther übersetzte im sechzehnten Jahrhundert den Gottesnamen 6800 mal mit „Der Herr“. – Heute aber befinden wir uns wieder in einer „époque de questionnement“ (Einleitung 14), einer „suchenden Zeit“ (NZZ), in der wir allmählich begreifen: nur eine Gesellschaft, die das GEHEIMNIS hinter allen und allem nicht länger mit einem übergrossen Mann verwechselt, kann sich gerecht und lebensfreundlich weiter entwickeln. – Wie aber können wir der menschlichen Beziehung zum umfassenden Sinn des Ganzen – GOTT – die verlorene Lebendigkeit zurückgeben? Das ist die Grundfrage, die hinter der Fribourger Ausstellung steht.

In vierzehn Abteilungen führt sie die Vielfalt weiblicher Gottesbilder vor Augen. Jeweils unter einem Thema – die Mittlerin, die Himmelskönigin, Maat und die Frau Weisheit, das unzugängliche Geheimnis, die Baumgöttin, die Kämpferin usw. – sind jeweils Exponate aus ganz unterschiedlichen Epochen zusammengestellt, wobei die – nicht immer, aber häufig verharmlosenden – Abschattungen der weiblichen Gottheiten des Alten Orient in der christlichen Marienverehrung ein Leitmotiv bilden.
Nicht erst wer die „Bibel in gerechter Sprache“ zwischen all den alten und uralten Spiegelungen menschlicher Sehnsucht in weiblichen Bildern liegen sieht, begreift: Da haben Menschen, Frauen und Männer, Jahrzehnte lang akribisches Forschen, Ausgraben, Sammeln, Vergleichen, Interpretieren mit dem ebenso präzisen wie leidenschaftlichen Nachdenken über eine lebenswerte Gegenwart und Zukunft zu verbinden gewusst.
Wenn altisraelitische Asheren der Königszeit sich mit weiblichen Haarpracht-Idolen aus der 11. Ägyptischen Dynastie, mit der thronenden römischen Kybele, dem mesopotamischen Liebespaar, der betörenden Aphrodite, der strengen romanischen Madonna, der stillenden Isis, der kuhköpfigen Hathor und der „Bannière du Landsthurm“ in einem Raum versammeln, spürt man sie leibhaftig, die notwendige Befreiung:
Weiblichkeit ist unendlich viel mehr als die paar erbärmlichen kompensatorischen Eigenschaften, auf die man sie im Patriarchat zurechtgestutzt hat. Weiblichkeit umfasst zwar Mütterlichkeit, Verführung und Fürsorge, wurde und wird aber auch als Kampf, universales Geheimnis, politische Schöpferkraft, umfassende Weisheit, löwengleiche Energie, Erd-, Baum-, Himmelsmacht und noch viel mehr vorgestellt.
Aus dem Gefängnis der vermännlichten Rede von Gott auszubrechen bedeutet also keineswegs, wie in der Debatte um die „Bibel in gerechter Sprache“ häufig zu hören war, ein universal-souveränes Göttliches zu banalisieren oder durch Sexualisierung zu erniedrigen. Vielmehr gibt, umgekehrt, die neu gewonnene Freiheit, das Umfassende auch in weiblichen Bildern zu benennen, einem über Jahrhunderte sexualisierten GOTT endlich IHRE vieldimensional geheimnisvolle Lebendigkeit zurück – ein Prozess mit weitreichenden ethisch-politischen Konsequenzen.
Am 4. Januar 2008 zählte sich eine nicht eben kleine Gruppe interessierter Menschen aus der Ostschweiz zu den Glücklichen: von Othmar Keel, dem Spiritus rector der Ausstellung und Begründer der „Freiburger Schule“, die inzwischen mehrere höchst aufgeweckte TheologInnengenerationen umfasst, liessen wir uns durch die Ausstellung führen, um beim anschliessenden gemeinsamen Mittagessen im „Café du Gothard“ zu feiern, dass Wissenschaft und Genuss und Theologie und Lebensfreude, Körper und Seele und Verstand eins werden können. Ganz real im Himmel, und auf Erden.


Zum Weiterlesen:
Othmar Keel, L’Eternel féminin. Und face cachée du Dieu biblique, Fribourg (Editions Labor et Fides) 2007
Othmar Keel, Wie männlich ist der Gott der Bibel? NZZ vom 30.6./1.7. 2007, B4
Silvia Schroer, Othmar Keel, Eva. Mutter alles Lebendigen. Frauen- und Göttinnenidole aus dem Alten Orient, Fribourg (Editions Labor et Fides) 2004
Ulrike Bail ua. Hgg, Bibel in gerechter Sprache, Gütersloh (Gütersloher Verlagshaus) 2006

Ina Praetorius, 08. 01. 2008

Der Text ist zu finden unter http://www.ref-sg.ch/news_1242_Gott-weiblichLEternel-Fminin.htm

 

IMG_7680

 

 

Veröffentlicht unter aufmerksam, feminin, glaubhaft | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar