aufmerksam

Eine Spritztour nach Glückstadt

Vor Kurzem besuchten wir Glückstadt an der Elbe – sie wurde 1617 von Christian IV. (König von Dänemark und Norwegen sowie Herzog von Schleswig und Holstein) in Form einer Planstadt gegründet. Die Straßen führen sternförmig auf den Marktplatz zu, es gibt einen kanalartigen Binnenhafen (mit einem großen Wehr zum Schutz vor Sturmfluten) sowie einen Außenhafen und eine Fährverbindung ins niedersächsische Wischhafen.

Die Stadt kann gemütlich im Laufe eines Tages entdeckt werden – so hat sie die optimale Größe, um sich alles anzuschauen und trotzdem dabei das Tempo eines Spaziergangs beizubehalten. Die Häuser erinnern an Dänemark und die Niederlande, was sich aus den historischen Einflüssen der damaligen Zeit leicht erklären lässt. Der die Stadt durchschneidende Kanal zeigt Parallelen zur Gestaltung Augustfehns, was ebenfalls im niederländischen Kontext begründet ist.

An jeder Straßenecke hatte ich den Eindruck, dass dahinter gleich das Meer läge – das Ambiente hat etwas von einem Kurort in Friesland, was durch die Autos mit dem Kennzeichen NF noch verstärkt wurde: Schmale hohe Häuser aus Backstein mit abgesetzten Simsen und Giebeln an der Hafenfront, enge Gassen mit Windungen und Krümmungen und Kopfsteinpflaster. Vor den Häusern Rosenstöcke, die gerade austreiben und auf dem schmalen Gehweg neben der engen Gasse Platz beanspruchen.
Auf der Elbe vor dem Deich ist es recht ruhig, da die große Fahrrinne hinter einer Vogelschutz-Insel liegt – was ich angenehm und mein Verlobter langweilig fand.
Mit dem kulinarischen Angebot des „Kleinen Heinrich“ am Markt waren wir ebenfalls sehr zufrieden, wobei für mich das historische Ambiente besonders zählte.
Ein rundum gelungener Tag!

 

 

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aufmerksam, glaubhaft

Stolz und Würde

Heute morgen habe ich die Lektüre des Buches „Ein Sommer unwahrscheinlichen Glücks – Wie ich ihn losließ und damit meine Ehe rettete“ von Laura Munson beendet. Darüber las ich bereits vor Längerem ein Interview in „emotion“, das ich in Auszügen ebenfalls zitierte (zu finden unter „Lebensgefühl“).
Der autobiografische Roman enthält viele Weisheiten – eine davon ist diese:

Eleanor Roosevelt hat einmal gesagt:

„Niemand kann dich ohne deine Zustimmung herabsetzen.“

Und eine gute Freundin von mir hier in Montana meint immer, wir werden nur dann in unseren Gefühlen verletzt, wenn wir die Gemeinheiten, die jemand über uns verbreitet, tatsächlich für wahr halten. Wenn wir solchen Leuten also recht geben.

aufmerksam, glaubhaft

Wertvoll – eine Frage des Blickwinkels

Du sagst, du hältst dich selbst für eine Flasche.
Du seist ein für Gott unbrauchbarer und zum Leben ungeschickter Mensch.
Das ist nun freilich noch kein Grund, gleich zu verzweifeln.
Denn auch die gewöhnlichste Flasche kann durch einen kostbaren Inhalt ausgesprochen wertvoll werden.
Wenn Gott selbst durch seinen Geist in dir wohnt und das in dir bewirkt, was du an sich nicht sein kannst, dann bist du durch ihn -Flasche hin oder her- ein unendlich wertvoller Mensch.

Hans-Joachim Eckstein
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aufmerksam, feminin, glaubhaft

Sieben Wochen ohne Konsum: Fazit

Um kurz vor Ostern das Experiment „Sieben Wochen ohne…. Konsum“ mit einem Fazit zu beschließen:

Mut zur Shopping-Bremse.
Verweigert Ihr begehbarer Schrank den Zutritt, weil er überquillt?

Erinnern Sie sich an Epikurs Worte: „Wem wenig nicht genügt, dem genügt nichts.“
Denn „mehr“ hat stets „noch mehr“ zur Folge – nicht nur bei schicken Pumps.

aus: emotion, Oktober 2011

aufmerksam, feminin

Was ein Ring erzählt

Seit ich meinen Verlobungsring trage, fühle ich mich dreifach beschenkt:
Erstens, weil mein Verlobter mich für so wertvoll hält, dass er mir ein teures Schmuckstück überreicht.
Zweitens, weil es trotz der räumlichen Distanz für ein Symbol der Nähe zwischen uns geworden ist und ich seine Anwesenheit in meinem Alltag fühle, wenn ich den Ring spüre und sehe.
Drittens, weil es ein Versprechen für die Zukunft und die damit verbundenen Veränderungen in unser beider Leben ist, auch wenn ich keine Ahnung habe, was alles in welcher Form passiert, bis wir wirklich zusammen leben.

Nachdem ich den Ring ein Vierteljahr getragen habe und täglich Angst hatte, ihn zu verlieren, habe ich ihn nun bei einem Juwelier in der Werkstatt abgegeben, um die Größe ändern zu lassen (die von ihm vorgeschlagene Variante, so dick zu werden, dass der Ring passt, kommt absolut nicht in Frage).
Auf dem Formular schrieb die Dame neben den harten Fakten (Weißgold, Diamant, usw.) das Stichwort „Tragespuren“. Bedauerlicherweise hatte ich selbst festgestellt, dass der Ring an der Unterseite nicht mehr makellos aussieht. Also sprach ich die Dame darauf an und fragte, ob es mit rechten Dingen zugeht, wenn ein Ring nach so kurzer Zeit schon Kerben hat. Sie bestätigte sowohl die Tatsache, dass Gold leicht kleine Schäden davon trägt als auch die Tatsache, dass die Qualität des Rings nichts damit zu tun habe.
Darüber hinaus müsse in ein paar Jahren die Rhodinierung neu aufgetragen werden, die dem Weißgold seinen Glanz und einen gewissen Schutz verleiht.

Auf dem Rückweg dachte ich, dass mein Ring mich sehr an die Beziehung erinnert:
Kleine „Macken“ oder Dinge, die einen am Partner stören, fallen schon nach kurzer Zeit auf. Fallen sie auch ins Gewicht? Das liegt an der eigenen Einstellung. Doch so wie die Tragespuren an meinem fast neuen Ring nicht zu vermeiden sind, sind persönliche Unvollkommenheiten bei jedem Menschen obligatorisch, egal wen ich mir zum Partner wähle.
So, wie die Rhodinierung sich abträgt und alle Jahre wieder erneuert werden muss, braucht eine Beziehung Investitionen. Sie braucht Einsatz, der über das Tägliche hinaus geht. Gemeinsame Auszeiten, in denen man zur Ruhe kommt und unabhängig vom Tagesgeschäft und der Frage nach dem Wochenendeinkauf der Partner in den Fokus meiner Aufmerksamkeit genommen wird.
Egal, wie sich die Beziehung ändert, weil man selbst und der Partner sich ändern und die Lebensumstände sowieso – so, wie sich der Diamant aufgrund seines Ursprungs nicht ändert (keine Tragespuren dank des Materials, kein Wertverlust dank eines gesteuerten Wirtschaftskurses), ändert sich auch der Wert der Beziehung als solche nicht.
Die Frage ist, ob wir den Wert unserer Partnerschaft langfristig anerkennen und, wenn die Aufmerksamkeit der/dem anderen gegenüber nachlässt, wir den Wert der anderen Person und unserer Gemeinsamkeit wieder entdecken.