aufmerksam, feminin, glaubhaft

Wann die Emanzipation der Frau erreicht sein wird

Gestern fand ich beim Aufräumen einen Zettel, den ich 2004 in Lübeck an der Tür hängen hatte – das Zitat gefällt mir heute genauso wie damals:

„Wissen Sie,“ pflegte Jo dann zu sagen,
„Frauen und Männer werden erst dann wirklich gleichberechtigt sein,
wenn auf einem bedeutenden Posten eine inkompetente Frau sitzt.“

 

aus: Ildikó von Kürthy, „Mondscheintarif“

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Unikat: Tasche mit Blüten in Fliederfarben

Der letzte Teil der Aktion „Ich zerschneide eine Bluse und nähe etwas Anderes daraus“ endet mit einer Tasche, die wieder zwei Seiten hat:
Eine dunkle in Pflaume mit einer hellrosé gestreiften Tasche sowie eine helle Seite aus strukturiertem Leinen mit zwei Glasperlen an einem schwarzen Satinband mit Schleife.
Beide Seiten haben oben eine breite Bordüre aus dem besagten Blütenstoff und ebensolche Henkel bekommen.
Innen ist die Tasche mit dem hellen Leinenstoff in zartem Flieder gefüttert und hat außerdem ein kleines Schlüsselfach.

 

Teil eins und Teil zwei sind hier zu finden.

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Danke für die schöne Zeit

 

Gestern erfuhr ich im Gottesdienst, dass ein älterer Herr gestorben ist, der schon lange krank war. Wenn er mit seiner Frau nach Krankenhaus-Aufenthalten und Zeiten des Rückzugs wieder im Gottesdienst war, überraschte er mich jedes Mal mit einer ungebrochenen Lebensfreude:
Er freute sich, im Gottesdienst zu sein. Er freute sich, angesprochen und begrüßt zu werden.
Er freute sich, mich zu sehen, auch wenn wir uns genau genommen nicht gut kannten.
Diese Freude, dabei sein zu können, war ansteckend und bereicherte die Gemeinschaft.
Zu sehen, wie gern er in die Kirche kam, auch wenn es nur selten passierte, ließ auch mir die Gemeinde umso wertvoller erscheinen.
So schrieb ich eben seiner Frau einen Brief und legte eine Karte mit folgendem Spruch bei:

Danke für die schöne Zeit!

Ich hoffe, sie versteht die Zeile trotz des unmittelbaren Eindrucks von Krankheit und Tod – denn genau daran denke ich, wenn ich an P. denke: Das Paradox zwischen langer Krankheit und unübersehbarer Lebensfreude und Dankbarkeit.
Ich hoffe, dass ich als Außenstehende die Situation der Witwe richtig einschätze und sie in das „Danke!“ einstimmen kann.

 

Das Bild entstand beim Ratzeburger Dom und zeigt eine Plastik von Ernst Barlach

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Werkstatt: Streifenbluse mit Blüten-Akzenten

 

Nun folgt der „Hauptteil“ der Verwertung der Blumenbluse – das Aufwärmen hatte bereits bei diesem T-Shirt begonnen.
Den Kragen habe ich mit dem Blütenstoff gedoppelt, ebenfalls die Blenden an den Ärmelsäumen. Auch das Bindeband bekam einen entsprechenden Akzent, jedoch nur mittig, weil die losen Enden sonst zu dick und fest werden und der Knoten „wurstig“ aussieht. Die Brusttasche habe ich entfernt, die Maße abgenommen und eine neue, bunte Tasche appliziert.
Nun hat die Bluse wieder Schwung und ich trage sie mit neuer Freude.

Weitere gut gelaunte Kleidungsstücke sind unter Cat und Kascha zu finden.

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Prinzessin mit Testosteron

Als ich gestern mit einem befreundeten Ehepaar plus Kleinkind unterwegs zum Gottesdienst war, meinte ich während des Gesprächs:
„Tja, auch Männer können Prinzessinnen sein!“
Woraufhin die Freundin meinte, den Spruch müsse sie sich merken.

Ich wiederum merke mir den Ausdruck der „schwülen Kühle“ beziehungsweise der „kühlen Schwüle“, den ihr Mann in der Diskussion um die aktuelle Temperatur prägte.

 

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Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine neue

Anfang der Woche ist meine Wasserkaraffe kaputt gegangen, bevor ich sie das erste Mal benutzen konnte – schade, so musste ich das Wasser weiterhin stillos im Filter servieren.
Heute auf dem Flohmarkt erstand ich einen Wasserkrug, der wesentlich hübscher ist als der Ursprüngliche und sich hoffentlich besser benutzen lässt – Glück gehabt!
So sehr ich mich am Dienstag ärgerte, so sehr freute ich mich heute über den Flohmarkt-Fund.
Am Mittwoch telefonierte ich mit einer Freundin, die von der langwierigen Tagesmutter-Suche berichtete. Am Ende des Gesprächs zitierte ich den Satz „Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, erzähle ihm deine Pläne“: Ein Spruch, den ich nicht mit meinem Gottesbild vereinbaren kann (Als ob Gott einen geheimen Masterplan besitzt und sich freut, wenn wir ihn verpeilen), der meiner Gesprächspartnerin aber gefiel.
Allzu oft läuft unser Leben anders als geplant und dabei viel besser, als wir es uns ausgedacht haben. Genau das sagt ebenfalls die gewählte Überschrift: Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere.

Die Frage ist nur: Wenn ich mit meinen Vorstellungen nicht weiter komme und Energie in vielen Anläufen vergeude, versuche ich es dann nicht intensiv genug oder soll ich lieber auf die sich öffnende Tür warten?
Das wird uns oft erst im Nachhinein bewusst…

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Was der Mond des Nachts am Himmel tut….

In der neuen Praxis arbeite ich nun auch einen Vormittag im Seniorenheim. Nach dreieinhalb Jahren der Kindertherapie mal wieder etwas ganz Anderes…
Meine letzte (Aphasie-)Patientin ist die Fitteste und ich war ganz stolz, wie gut sie gelesen hat und dass sie sogar einzelne Wörter korrekt schreiben konnte.
Nachdem wir auseinander klamüstert hatten, dass die Aufgabe heißen muss „Die Sterne funkeln. Der Mond scheint,“ lehnte sie sich nach mehrmaligem Wiederholen der Lösung zufrieden in ihrem Stuhl zurück und sagte ganz andächtig:
„Ja ja, der Mond schleicht.“

Seitdem muss ich abends immer an den schleichenden Mond am Nachthimmel denken… 😉

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Werkstatt: T-Shirt mit Blusenkragen

 

Ich habe vor einiger Zeit im Schlussverkauf eine wunderschöne Bluse in violetten Tönen mit einem großen Muster ornamentartiger Blüten gekauft – einziger Haken daran: Die Bluse hat Größe 42. Optimistisch dachte ich: „Kein Problem, die Bluse werde ich in Größe 34 um-zaubern können!“
Nein, ich konnte nicht – ich begann damit, legte sie frustriert wieder weg, holte sie wieder hervor und scheiterte erneut daran. Nun trennte ich den Kragen ab und hübschte damit dieses T-Shirt auf. Erstmal habe ich es nur gesteckt, um zu schauen, ob es mir gefällt.
Den Rest der Bluse habe ich ebenfalls aufgetrennt und mit einer anderen, hellrosa-gestreiften Bluse kombiniert. Die rosa Bluse gefällt mir, wirkte aber etwas blass. Nun hat sie neue Akzente bekommen, die ich fotografisch festhalten und veröffentlichen werde, sobald es fertig ist.

 

 

Weitere genähte und veränderte Kleidungsstücke finden sich bei Cat und Kascha.

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Umstyling – Segen oder Fluch?

Neulich habe ich auf Empfehlung einer Bekannten eine Umstyling-Sendung im Fernsehen angeschaut – und weil ich es interessant fand, gleich noch ältere Sendungen aus der Mediathek dazu.
Anschließend war ich mit meinem Äußeren und dem Inhalt meines Kleiderschranks von vorn bis hinten unzufrieden. Die Crux an professionellem Styling ist: Einerseits sagt man „Boah, so großartig kann diese unscheinbare Frau also aussehen, das will ich auch!“ und andererseits sieht man, dass es nur mit einem ganzen Stab an Make-up-Künstlern und Mode-Profis möglich ist, ein darart vollendetes Bild abzugeben.
Mit Sicherheit kann jede/r von uns besser aussehen, wenn wir mehr in unser Äußeres investieren würden – fragt sich, wie viel Zeit, Energie und Geld das kostet. Und wo die Grenze zwischen „Kann optisch mehr aus sich machen“ und „Ist kaufsüchtig und ein überambitioniertes Mode-Opfer“ liegt.

 

 

Die wahre Kunst der Typ- und Stilberatung liegt für mich darin, dass das innere Bild der Person von sich selbst immer mehr dem entspricht, was das Äußere darstellt. Versteckte Anteile der Person zum Leben bringen, in dem sie gezeigt werden dürfen: Sich so fröhlich kleiden, wie wir uns fühlen, statt in grauen Business-Uniform zu verschwinden. Die Liebe zu kräftigem Blau-Grün ausleben, auch wenn alle anderen gerade schlammige Erdfarben tragen. Das Quietschgrün, das die eigene Perösnlichkeit überstrahlt und zur Gewohnheit geworden ist, durch harmonisch passendes Schilfgrün mit Grauanteil ersetzen: Damit die Gesichtshaut strahlt und die Haarfarbe auch ungefärbt lebendig wirkt. Manchmal geht es in der Typberatung darum, von Gewohnheiten Abschied zu nehmen. Manchmal darum, lange Verstecktes sichtbar zu machen. Manchmal ist Mut zu neuen Möglichkeiten die Antwort, manchmal auch ein Leisertreten.
Perfektes Make-Up und täglich aufwendig gestylte Frisur hat für mich nichts dem Ziel und Zweck von Typberatung zu tun. Natürliche, lässige Personen müssen genauso bleiben dürfen, wie sie sind. Wer sich gern zurecht macht, bekommt die passenden Tipps. Aber das Äußere einer Frau zu einer perfekten Momentaufnahme umzugestalten, und zu behaupten, ab jetzt solle sie immer so aussehen, um schön und glücklich zu sein, kommt nicht in Frage.

Ich habe mir ein „Update“ für meinen Kleiderschrank gegönnt und finde den Rest ganz in Ordnung – meist liegt die Wahrheit ja im Mittelweg 🙂
Neue Hose, neue Schuhe – und den restlichen Inhalt des Kleiderschranks mag ich doch ganz gern, besonders seit ich in mehreren Abschnitten ausgemistet habe….