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Leben ohne Kinder – Warum das Familienmodell für Christen nicht der einzige Lebensentwurf ist

Dieser Artikel ist übernommen von www.erf.de.

Ich wollte schon als Kind keine Kinder. Ich träumte nicht davon, einen Säugling in den Armen zu wiegen, ich malte mir keine Familienidylle aus und Mütter beneidete ich nicht. Nun befinde ich mich ungefähr in der Lebensmitte, aber im Wesentlichen haben sich diese Gefühle bislang nicht geändert. Ich bin verheiratet und habe keine Kinder. Es ist für uns okay so, wie es ist.

Christliche Meinungen
Mit unserer Kinderlosigkeit schien unser christliches Umfeld jedoch ein Problem zu haben. Heißt es in der Bibel nicht: „Seid fruchtbar und mehret euch“ (1Mo 1,28)? Wir kommen also unserem Reproduktionsauftrag nicht nach! Können wir dann „gute Christen“ sein? Sind dies nicht die „faulen Früchte der Emanzipation“?
Dieser Eindruck verstärkt sich, wenn man einige christliche Zeitschriften liest. Anscheinend träumen alle christlichen Frauen davon, Mutter zu sein. Keine Kinder zu haben ist offenbar für viele Christen unvorstellbar. Es scheint das einzig wahre Lebensmodell darzustellen.

Schaden Kinderlose Deutschland?
In manchen christlichen Artikeln melden sich unfreiwillig Kinderlose zu Wort. Sie leiden in der Regel unter ihrem Zustand. Die in Partnerschaften lebenden freiwilligen Kinderlosen hingegen stehen im Verdacht,  Egoisten zu sein und dem gesamten deutschen Volk zu schaden, denn sie setzen keine zukünftigen Steuerzahler, Rentenzahler und Konsumenten in die Welt. Und wer soll die vielen Alten in Zukunft einmal pflegen? So lautet häufig der Tenor in manchen Kommentaren oder Forendiskussionen. Man müsse die Kinderlosen „bestrafen“, indem man sie mehr zur Kasse bittet.
Wenn man Veröffentlichungen zu diesem Thema liest, seien sie christlich oder nicht, fühlt man sich regelrecht unter „Gebärpflicht“ – aus einer zunächst privaten Angelegenheit wird unversehens eine politische. Ob man Kinder hat oder nicht, ist keine rein persönliche Frage mehr, sondern interessiert plötzlich den Rest der Welt. Kinderlose stehen unter Rechtfertigungsdruck.

Nicht jeder ist für Elternschaft geeignet
Ich glaube hingegen daran, dass das Glück, Kinder zu haben, nicht das einzige Lebensglück auf Erden ist. Und wer nicht davon träumt, wer es sich nicht ersehnt und erhofft – warum sollte man ihn dazu zwingen?
Nicht jeder ist gewillt oder dafür geeignet, Vater oder Mutter zu sein. Die Gründe dafür sind unterschiedlich und individuell, es können Prägungen aus der Kindheit, finanzielle Schwierigkeiten oder Krankheiten sein – körperlich oder psychisch. Manch einer hat vielleicht einen besonders großen Lebenstraum, den er nur ohne Familie verwirklichen kann.

Ledig um des Reiches Gottes willen
Es gab auch schon in früheren Zeiten freiwillige Kinderlosigkeit, denn im Neuen Testament findet sich das Modell der Ehelosigkeit für diejenigen, die sich berufen fühlen, ein Leben für Gott zu führen. Jesus sagt: „Und es gibt Menschen, die verzichten auf die Ehe, um Gott besser dienen zu können. Wer es versteht, der richte sich danach!“ (Mt 19,12). Mit dem Verzicht auf die Ehe verzichtete man in der Regel auch auf Kinder.

Jesus, Paulus und Johannes der Täufer entschieden sich somit offenbar freiwillig dafür, keine leiblichen Kinder zu haben. Ich gehe davon aus, dass sie es taten, weil sie für ihr Leben eine andere Berufung sahen und sich konsequent danach ausrichteten. Würde jemand ernsthaft behaupten, ihr Leben sei unglücklich, verfehlt oder gar sinnlos gewesen?

Verantwortung gegenüber der Gesellschaft
Ein Wort zum Thema „Kinderlose würden Deutschland schaden“: Es stimmt, die Kinderlosen ziehen keine zukünftigen Steuerzahler und Rentenzahler groß. Man könnte aber auch provokant umformulieren: Sie ziehen ebenfalls keine zukünftigen Arbeitslosen und Hartz-IV-Empfänger groß. Arbeitslosigkeit ist schon seit langer Zeit ein Problem unserer Gesellschaft, Millionen Menschen sind davon betroffen. Das wird voraussichtlich auch in Zukunft so sein. Wenn sich dies nicht ändert, werden viele der heute Geborenen in Zukunft daher keine Rentenzahler, sondern ebenfalls Sozialhilfeempfänger sein.
Im Allgemeinen halte ich jedoch die gesamte Diskussion über zukünftige Steuer- und Rentenzahler und über die demographische Entwicklung für verfehlt. Sie reduziert den einzelnen Menschen auf seine „Nützlichkeit“ für die Gesellschaft. Das halte ich für menschenverachtend.

Leben im Alter
Lange habe ich über das Thema Altern ohne Kinder nachgedacht. Während meines Studiums jobbte ich in der Altenpflege. Später erlebte ich sechs Jahre lang im familiären Umfeld einen besonders schweren Pflegefall. In dieser Zeit kam ich sowohl in der Familie als auch in der Gemeinde mit vielen älteren Menschen in Kontakt. Oft war ich in Krankenhäusern und Altenheimen zu Besuch, außerdem kannte ich persönlich Krankenpfleger und auch den Leiter eines Altenheimes.

So erfuhr ich: Nicht jeder alte Mensch wird pflegebedürftig, nicht jeder pflegebedürftige ältere Mensch wird von seinen Kindern gepflegt. Manches Mal können oder wollen es die Kinder nicht. Dafür gibt es die verschiedensten Gründe.
Kinder schützen auch nicht automatisch vor Einsamkeit im Alter und nicht jeder kinderlose Mensch ist im Alter zwangsläufig einsam.
Man trägt daher auch seinen eigenen Anteil dazu bei, wie es im Alter aussehen wird. Kümmert man sich um soziale Kontakte oder vernachlässigt man sie? Klammert man sich an seine Kinder, auch wenn das Familienleben unglücklich verlaufen ist oder die Kinder weit weg gezogen sind? Besteht man darauf, in der eigenen Wohnung zu verbleiben oder sucht man nach anderen Formen des Lebens und Wohnens?

Und ist es letztendlich nicht Gott, der zusammen mit uns unserem Leben eine Richtung und Bestimmung gibt? Dies betrifft auch unser Schicksal im Alter und unser Sterben. Bei aller Lebensplanung, die wir betreiben, können wir die Zukunft dennoch nicht absichern. Sie liegt in Gottes Hand.

Richtig – ob mit oder ohne Kinder
Diese Gedanken sind nur Impulse für eigene Überlegungen. Es geht mir nicht darum, ein Lebensmodell gegen das andere auszuspielen. Ich bemühe mich genauer hinzusehen. Gott hat uns als Individuen erschaffen – warum sollten wir dann alle gleich „ticken“? Unsere Schicksale, Lebensmodelle und Berufungen können sehr unterschiedlich sein.

Vielleicht geschieht ja noch ein Wunder und ich bekomme tatsächlich selbst noch Kinder – aber wenn nicht, wird das Leben eben wie bisher auf eine andere Weise verlaufen. Zusammen mit Gott wird es „richtig“ sein, was auch immer kommen mag. Ob mit oder ohne Kinder.

 

Vielen Dank an die Redaktion von erf.de und die Autorin für diesen differenzierten, mutigen Artikel!

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Werkstatt: Rote Jacke mit grauer Spitze

 

Diese Jacke von „Eddie Bauer“ ist aus einer schönen festen und dennoch leichten Baumwolle gefertigt. Sie saß an mir sehr lose und hatte einen Tunnelzug, der unvorteilhaft aussah. So trennte ich den Tunnelzug komplett ab, taillierte die Jacke in den Seitennähten und fügte Brustabnäher ein. Anschließen steppte ich den ehemaligen Stoffstreifen des Tunnelzugs wieder auf, während ich den darunter liegenden Jackenstoff gekräuselt hielt. Das Band für den Tunnelzug legte ich beiseite, es wird (hierfür) nicht mehr gebraucht – vielleicht an anderer Stelle.
Abschließend setzte ich graue Baumwoll-Spitze als Akzent auf die Taschen und den Kragen.
Nun trage ich die Jacke richtig gern und wurde, während ich sie trug, bereits mehrfach angeflirtet – die Verwandlung von bollerig in feminin ist gelungen!

 

 

Mehr kreative Kleidung gibt es bei Cat und Kascha.

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Gedicht zum Frühling

Friedrich Hölderlin (1770-1843)

Der Frühling

Die Sonne glänzt, es blühen die Gefilde,
Die Tage kommen blütenreich und milde,
Der Abend blüht hinzu, und helle Tage gehen
Vom Himmel abwärts, wo die Tag entstehen.

Das Jahr erscheint mit seinen Zeiten
Wie eine Pracht, wo Feste sich verbreiten,
Der Menschen Tätigkeit beginnt mit neuem Ziele,
So sind die Zeichen in der Welt, der Wunder viele.

 

gefunden auf www.lyrik-lesezeichen.de/gedichte/hoelderlin.php

 

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Unikate: Kissen in strukturierten Sand- und Orangetönen

 

Diese drei Kissen habe ich einer ehemaligen Kollegin zum Abschied geschenkt – da ich kurze Zeit später ebenfalls die Praxis verließ und rund um den Praxiswechsel viel zu tun hatte, sind die Kissen einige Wochen später nachträglich fertig geworden und nun unterwegs nach Hessen.
Die beiden außen abgebildeten Kissen haben unterschiedliche Vorder- und Rückseiten, das Kissen in der Mitte ist aus einfarbigen Jacquard genäht und mit einer Schleife verziert.
Alle Stoffe kaufte ich beim Raumausstatter, von dem sandfarbenen Jacquard habe ich noch einige Meter über…. wer sich eine ähnliche Kissenhülle wünscht, melde sich bei mir.

 

Nachtrag: Meine „Babys“ sind gut angekommen – gerade telefonierte ich mit der Empfängerin, die die Kissen vorab schon auf Fotos zu sehen bekam und sie in natura noch viel schöner findet. Wunderbar.

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Ertappt!

Vor Kurzem hat mich eine Freundin zu einem Sommerfest mitgenommen.
Mitten im Garten stand ein prächtiger Rosenstrauch. Ich lobte die Gastgeberin für ihren „grünen Daumen“, und sie erzählte mir folgende Geschichte:
„Vor Jahren war unsere Ehe durch Gewöhnung und Langeweile ernsthaft in Gefahr geraten. Damals hat mein Mann diese Rose gepflanzt, und wir verabredeten, dass wir uns scheiden lassen würden, wenn sie einginge. Würde sie aber wachsen, wollten wir zusammen bleiben.
Und wissen Sie, was passierte? Wir ertappten einander dabei, wie wir heimlich Wasser zu dem Strauch schleppten.“

Entdeckt im aktuellen „Magazin zum Kirchenjahr“ von „Andere Zeiten“

 

Die Rose hat mein Verlobter fotografisch eingefangen.

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Unikat: Pfauen-Tasche

Gestern, am ersten Mai, waren mein Verlobter und ich an der Hamburger Stadtgrenze und darüber hinaus mit den Rädern unterwegs. Dabei hatten wir einen ganzen Schwung meiner Taschen mitgenommen, um sie schön zu fotografieren – so auch diese Pfauen-Tasche, die gerade erst fertig geworden ist.
Sie ist aus einem hochwertigen Stoff genäht, den ich beim Raumausstatter fand und hat ein festes Futter sowie eine kleine Innentasche für Schlüssel und Ähnliches. Von außen ist sie mit farblich passenden Keramik- und Glasperlen bestickt, am Rand oben habe ich zusätzlich eine Kordel zum Knoten appliziert (momentan stehen die Enden noch sehr vorwitzig ab).

 

Die Tasche ist für 25,- Euro zu verkaufen.

Ein großes Lob und ein dickes Dankeschön an meinen Verlobten, der wieder wirklich schöne Fotos gezaubert hat.