aufmerksam, kreativ

Nachbarschaftsaktion im Treppenhaus: Bücher zu verschenken

Sehr verehrte/r LeserIn, dies wird der dritte Artikel (in zwei Jahren) zum Thema Ausmisten. Das beweist, dass dieses Thema offensichtlich immer wieder einmal akut wird – und dass es uns Westeuropäern so gut geht, dass wir genug Dinge besitzen, um einen Teil davon regelmäßig loswerden zu wollen.
Wer plant, umzuziehen, sollte sich in dieser Disziplin ganz besonders hervor tun.
Nachdem ich neue, aber nie getragene Kleidung erfolglos meinen Freundinnen angeboten habe (falsche Größe), hat sich nun meine Schwester damit beglücken lassen – endlich jemand in Größe 34/36! Der Rest wurde an ein Hamburger Projekt vor Ort gespendet, da mir meine Zeit momentan definitiv zu schade ist, um auf dem Flohmarkt zu stehen.

Meine Bücherregale gehe ich ebenfalls in Etappen durch und sortiere Bücher aus, die ich nicht mehr lesen werde, weil sie a) nie gut geschrieben waren, auch damals als ich sie las nicht, oder weil sie b) unangenehme Erinnerungen heraufbeschwören.
Diese Bücher stelle ich in einem aufgehübschten Karton vor die Wohnungstür ins Treppenhaus, lege ein Schild „Zu verschenken!“ dazu und warte ab.
Jedes Mal, wenn ich wieder nach Hause komme und ein Buch weniger im Karton ist, freue ich mich.
Neulich hat eine Nachbarin das Gleiche probiert, in diesem Fall mit Bilderrahmen und unbenutzten Fotoalben.
Interessanter Weise wurde mir sogar dafür gedankt, dass ich meine Bücher ins Treppenhaus stelle, wo sich jedeR bedienen kann – ich hätte eher gedacht, dass jemand kommt und meint: „Frau Krüerke, werden Sie das Zeug doch anders los!“
Aber da ich nur Erstklassiges anbiete (Ramsch gehört weggeschmissen), erleben meine Nachbarn es offensichtlich als Bereicherung ihrer eigenen Bibliothek. Schön.
Dies ist jetzt der dritte (oder vierte?) Durchgang und ich merke, dass das Tempo nachlässt, in dem die Dinge verschwinden (der erste Versuch bestand aus ungewollten Geschenken).
So langsam überlegen meine Nachbarn wahrscheinlich, ob sie nicht selbst ausmisten sollten, statt die eigene Wohnung weiter zu füllen… 😉

Mein Fazit: Den kostenlosen Nachbarschafts-Flohmarkt im Treppenhaus kann ich weiterempfehlen! Klar, man verdient kein Geld damit, aber dafür ist die Idee so simpel und schnell gemacht, dass es viel Zeit spart. Zeit, die ich zum Arbeiten und Geldverdienen nutzen kann und Zeit zum Entspannen. Das ist es wert.

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