Monatsarchive: November 2012

Freundschaften – woher und wohin?

Wie werden aus Bekannten und Kollegen Freunde?
Wie werden aus Fremden Freunde?
Ich mag meine Freundinnen, aber durch die Tatsache, dass die meisten von ihnen (inzwischen) Mütter sind, erleben wir die Welt oft unterschiedlich – und haben verschiedene Tagesabläufe, was Unternehmungen erschwert.
So hoffe ich, in der nächsten Zeit meinen Freundeskreis ausbauen zu können und habe bereits nette Frauen meines Alters im Blick, zu denen ich mir mehr Kontakt wünsche.
Nur: Wie werden aus entfernten Bekannten, aus Kolleginnen, aus flüchtigen Begegnungen auf langen Zugfahrten echte Freundinnen?
Ich habe den Eindruck, dass sich „früher“ viel ergeben hat, was Teffen, Aktivitäten und Freizeitbeschäftigungen angeht.
Im Kontakt-halten bin ich, wenn es mir wichtig ist, gut – und bekomme oft die Rückmeldung: „Super, dass du dich meldest, es ist mir total unangenehm, dass ich nicht dazu komme, bei dir anzurufen. Schön, dass wir mal wieder geredet haben.“ Bei vielen scheint so viel los zu sein, dass die Zeit kaum reicht, sich reihum allen Freunden oder Bekannten zuzuwenden.
Kann es sein, dass um die Dreißig alles wichtiger ist als Freunde?
Arbeit, Partnersuche, Aufbau eines gemeinsamen Lebens mit der/dem PartnerIn, Selbstverwirklichung, Reisen, Bildung….
Wir wollen so viel und schaffen oft längst nicht alles, was wir uns vorgenommen haben.
Ich glaube nicht, dass Freunde in dieser Zeit unwichtig sind, aber ich denke, dass wir häufig auf der Überholspur unterwegs sind oder die Spuren wechseln:
Von der Studentin zur Erwerbstätigen, vom Single zur Partnerin (und häufig wieder zurück), von einem Job zum anderen, von der Unabhängigen zur Mutter, von der Angestellten zur Gründerin und so weiter.
Offenbar fehlt vielen oft die Energie für Gemeinschaft, was ich sehr schade finde und hoffe, dass sich die Prioritäten bald wieder verschieben.

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Kindermund: Ein bleiches Toast ist das neue Trend-Accessoire

Im Rahmen meiner Tätigkeit als Logopädin therapiere ich unter anderem ein kleines verjähriges Mädchen, ich nenne sie aufgrund der Schweigepflicht hier Lilly.
Lilly kam morgens zusammen mit ihrer Mutter in die Praxis, in der kleinen Hand eine Scheibe ungeröstetes Toastbrot. Nun ja, dachte ich, vielleicht hatte sie keine Zeit zum Frühstücken… Nach der Begrüßung bat sie um einen Teller, auf den sie während der Stunde ihre Toastscheibe legen konnte.
So leistete uns das bleiche Brot Gesellschaft während der Therapie, um im Anschluss wieder mit nach Hause genommen zu werden:
Sie hatte das Toast als Begleitung mitgebracht, und nun sollte es sie wieder nach Hause geleiten. Mit dem Teller aus der Praxis-Küche, natürlich.
Das konnten wir ihr ausreden, aber wie die kleine Lilly würdevoll ihr weißes Toast in die Praxis und wieder hinaus trug, als wäre es die aktuelle Designer-Tasche der Hollywood-Stars, war einfach nur großartig.

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Fliegenpilz und Birkenlaub

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Im Antiquariat entdeckt

Eines der wenigen Antiquariate in meiner Umgebung wird durch den Umzug nun bald in meiner unmittelbaren Nachbarschaft liegen… Ob das gut ist oder schlecht, ist in meinen Augen gerade unentschieden: Da heißt es wahlweise, das Portemonnaie gut festzuhalten oder die Überstunden weiter auszubauen 😉

Neulich entdeckte ich ein Stofftaschentuch, das in seiner Gestaltung an die fünfziger Jahre erinnert – ob es wirklich so alt ist, kann ich kaum beurteilen.

Am liebsten möchte ich es rahmen und im Flur nahe der Garderobe platzieren, weil es dort thematisch perfekt passt – was mein Verlobter davon hält, möchte ich allerdings gar nicht wissen 😕

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Journalisten boykottieren oder: Die Frage nach der Relevanz

In Gesprächen bekenne ich mich dazu, keine Tageszeitung zu lesen, kein Radio zu hören und mir auch keine Tagesschau anzutun.
Warum?
Erstens werden mir auf diese Weise jede Menge Informationen frei Haus geliefert, die ich nicht wissen möchte: Wo gerade wieder welcher Familienvater in der deutschen Provinz breitangelegt Inzest betreibt, wo aktuell welche Mutter im großstädtischen Sozialbau ihre Zwillinge ertränkt, welches Erdbeben nun wieder Usbekistan erschüttert, welcher Tsunami Sri Lanka heimsucht, welcher Politiker mit welcher Minderjährigen schläft, wie viele Neugeborene in Afrika bereits HIV-positiv sind, welcher amerikanische Politiker sich mit der Öl-Lobby trifft und so weiter und so fort.
Diese „Meldungen“ zitiere ich frei Hand, sie sind nicht wahr, aber uns allen „bekannt“, weil sie so oder ähnlich immer wieder durch die Medien geistern.
Habe ich dadurch einen Erkenntnisgewinn? Nein.
Rege ich mich auf und geht es mir anschließend schlecht? Ja.
Kann ich an den Nachrichten etwas ändern? Nein.
Also boykottiere ich die Meldungen aus aller Welt und suche mir die Informationen, die ich persönlich relevant finde.
Das Wochenblatt aus meinem Stadtteil zum Beispiel ist in meinen Augen relevant, weil es etwas mit meinem unmittelbaren Alltag zu tun hat und ich in meinem Stadtteil sehr wohl etwas bewegen kann, wenn ich will (ich verweise auf die gesellschaftskritischen Artikel in diesem Blog).
Und aus noch einem ganz anderen Grund lasse ich die althergebrachten Medien gerne außer Acht: Weil sie bis heute von Männern dominiert werden, die bestimmen, worüber in welcher Weise unter Verwendung welchen Materials geschrieben und welches Urteil anschließend gefällt wird.
Ich bin mit männlicher Berichterstattung oft nicht zufrieden, weil dahinter allzu häufig Machtanspruch und Vetternwirtschaft steht. Unabhängig davon finde ich es nicht in Ordnung, in welchem Ton Journalismus betrieben wird und wie die meist männlichen Redakteure die Deutungshoheit für sich gepachtet zu haben meinen.
Nö, danke. Kauf ich nicht, sehe ich nicht, lese ich nicht, höre ich nicht.
Je weniger Wichtigkeit ich einer Meldung oder einem Ereignis beimesse, desto weniger Wichtigkeit hat es langfristig – besonders, wenn alle selbst entscheiden, ob sie mit ihrer Umgebung ebenfalls in allgemeine Hysterie verfallen oder bestimmte Themen boykottieren und Ruhe bewahren.

Am liebsten lese ich Blogs von intelligenten Frauen zum Thema Gesellschaft und Soziales, zur Emanzipation, zu Glaubensthemen, zu Fragen der Lebensgestaltung sowie jede Menge „Kreativ-Blogs“, in denen die Frauen ihr Leben gestalten. Im Großen wie im Kleinen. Das finde ich unterstützenswert, lesenswert, nachahmenswert.
Besonders das Miteinander in weiblichen Blogs ist hochinteressant, das „Wir-Gefühl“ überwiegt häufig im Gegensatz zu Blogs, deren einzige Aussage „Ich bin der Größte“ zu sein scheint.
Ich bin nicht die Größte und werde es auch nie sein, und ob jemand mein Blog relevant findet, liegt ebenfalls nicht in meiner Hand.
Trotzdem ist mein Credo: Medien selber machen statt konsumieren.

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Unikate: Taschentücher-Taschen in edlem Braun

Der Stoff dieser Taschentücher-Taschen ist der Rest, der nach der Fertigung meiner Pfauen-Tasche übrig blieb.
An die schmalen Seiten habe ich zwei bernsteinfarbige Glasperlen genäht, auch der Rand der Öffnung zur Entnahme der Taschentücher wurde auf jeweils einer Seite mit kleinen Perlen im gleichen Farbton verziert.

So schaffe ich es neben der Arbeit und dem Umzugs-Stress nebenher gelegentlich, den Weihnachtsmarkt vorzubereiten, auf dem ich einen Stand haben werde.

Weitere kreative Beiträge sind zu finden beim CreaDienstag und bei Meertje.

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Kindermund: Feurige Hörgeräte

Aus meinem Alltag als Logopädin:

In der Therapie frage ich: „Was braucht die Ärztin?“
Das Kind antwortet: „-ein Hörgerät (Stethoskop)!“

Auf der Suche nach einem Wort erkläre ich: „Man hat eine kleine Schachtel, da holt man ein kleines Hölzchen raus und -ratsch- zieht man es über den Streifen und dann brennt es.“
Der kleine Junge sehr energisch: „Sssießgewehr!!!“

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Notwehr

Solange ein kurzer Rock als Einladung zur Vergewaltigung gilt, halte ich sexistisches Geschwafel für eine Bitte um Ohrfeigen
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Buchempfehlung: „Lieber Matz, dein Papa hat ’ne Meise – Ein Vater schreibt Briefe über seine Zeit in der Psychiatrie“ von Sebastian Schlösser

Am Wochenende war ich endlich wieder in der Bücherhalle, um meine längst versiegte heimische Bücherquelle wieder aufzufüllen. Nachdem ich die letzten beiden Tagen ein unendlich mittelmäßiges Buch gelesen habe, während dessen Lektüre ich statt der Handlung zu folgen permanent grübelte, welcher Verlag derart langweiligen, schlecht geschriebenen spätpubertierenden Schmonzes veröffentlicht, bin ich nun umso angetaner von dem aktuellen Buch:
Es nennt sich „Lieber Matz, dein Papa hat ’ne Meise – Ein Vater schreibt Briefe über seine Zeit in der Psychiatrie“ von Sebastian Schlösser und ist so authentisch und mitreißend, dass ich es rezensiere, bevor ich es zu Ende gelesen habe. Das tue ich normalerweise nicht.
Es ist autobiografisch und beschreibt in Form von Briefen, wie der junge Theaterregisseur Sebastian Schlösser als talentierte Hoffnung am Theaterhimmel gesehen wird (oder sich als solche sieht) und in Form einer manischen Episode, die sich über viele Monate erstreckt, über das eigene Leben hinaus schießt. Er erzählt sachlich, aber in engem Kontakt zum eigenen Erleben seine manische Empfindungswelt und wie aus Kreativität „Wahnsinn“ wurde. Ebenfalls stellt er den Alltag in der Klinik dar und die Unsicherheit, wenn es um die Zeit danach geht – einerseits fühlt er sich „viel weniger bescheuert als die anderen hier“, andererseits befürchtet er, dass aufgrund seines abrupten Ausscheidens Gerüchte unterwegs sind und er vielleicht in der Theaterbranche nicht zurück erwartet wird. Sehr anrührend dabei ist die Perspektive auf den Sohn – die Kapitel beginnen mit „Lieber Matz,“ und enden mit „Papa“, der Inhalt der Briefe ist teils kindgerecht, teils für einen Jungen im Grundschulalter zu komplex. Durch Abschweifen und Gedankensprünge wirken die Briefe sehr realistisch.

Dafür, dass ich das Buch aus der Rubrik „Neue Bücher“ aus reiner Neugier gegriffen und mitgenommen habe, ist es ein echter Lesegenuss. Gleichzeitig beschreibt der Autor seine Innenwelt so real, dass ich nicht viel am Stück darin lesen kann – nach ein paar Kapiteln reicht’s, damit meine Nerven die Lektüre unbeschadet überstehen.

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Werkstatt: Shirt aus cremefarbenem Nickistoff

Dieses Shirt aus cremefarbenem Nickistoff habe ich bereits vor vielen Jahren genäht, zwischenzeitig fast vergessen, durch Aufsetzen der schwarzen Satinbänder umgearbeitet und jetzt trage ich es wieder.
Der Schnitt ist von Burda und ganz einfach, nur das Einsetzen der Ärmel finde ich furchtbar – was man im zweiten Bild auch sieht.  Wäre das Ärmel-Einsetz-Problem nicht, würde ich wohl mehr Oberteile für mich nähen – so drücke ich mich oft und nähe lieber Wohnaccessoires oder Taschen. 🙁
Davon unabhängig trägt sich das Shirt gut, auch weil der Nickistoff aus Baumwolle und damit sehr hautsympathisch ist.

Die Kette habe ich nicht hergestellt, sondern eine Künstlerin, die aus feiner Merinowolle und unendlich duftender Seife solche Schönheiten fertigt.

Weitere selbstgenähte Kleidung kreativer Frauen ist zu finden beim Creadienstag, bei Meertje und beim Me made Mittwoch

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