aufmerksam, feminin, glaubhaft

Sexistische Werbung

Wenn ich gelegentlich fernsehe (und das ausnahmsweise nicht bei arte oder 3sat), stelle ich jedes Mal auf’s Neue überrascht und wütend fest:
Was die Werbung angeht, hat sich seit den fünfziger Jahren nichts verändert.

Frauen preisen Bonsche an, die „gesund“ sind und das Kind glücklich machen.
Männer führen das neueste Automodell vor.
Frauen kreischen begeistert, wenn der Paketbote Sendungen mit Modeartikeln vorbei bringt.
Männer stellen sich spaddelig im Haushalt an und versuchen’s trotzdem, sodass Frauen ein gerührtes Lächeln auf den Lippen haben, wenn sie heim kommen und ihrem Mann erstmal einen krachsüßen, fettigen „Snack“ aus dem Kühlschrank nach draußen bringen, wo er ach so tapfer „aushilft“. *
Frauen sorgen sich um die optimale „Folgemilch“ ihres Einjährigen (sinnloses Produkt, am Rande).
Männer führen mit ihrem Sohn das neueste Automodell vor – schließlich sind sie moderne Männer und handeln als solche sozial: Ist doch schön, wenn der Sohn gleich er-fährt, was wichtig ist im Leben.
Frauen naschen Pralinen in der Badewanne und telefonieren dabei drei Stunden lang mit der Freundin.
Männer erleben die große Freiheit und trinken dabei Bier.

Spontan habe ich beim letzten Fernsehabend jedes Mal „sexistische Werbung“ gesagt, wenn eine solche über den Bildschirm flimmerte.
Nun: Innerhalb weniger Minuten war mein Verlobter völlig genervt, weil ich kaum mit den „Sexistische Werbung“-Rufen aufhörte.

 

*Mädels, wenn euer Mann im Haushalt „mithilft“, ist das ganz niedlich, heißt aber auf deutsch:
Ihr tut die meiste Arbeit, und das immer.
Dass er „hilft“, heißt offensichtlich, dass er es nicht hauptverantwortlich tut, sondern sich nach vielen Bitten mal überreden lässt.
Großartig! Und das wird „gleichberechtigte Partnerschaft“ genannt?!

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