Monatsarchive: November 2013

Nordische Grüße

 

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Bevor der großflächige Einsatz von Tannengrün beginnt, halte ich ein letztes Stillleben auf der Fensterbank in der Küche zum Abschied des Herbstes fest:
Dort haben sich weiße Chrysanthemen (die letzten in diesem Jahr), kleine Äpfel aus dem Garten, eine blau-weiße Kachel von Amrum und ein Krug aus dem Antiquitätengeschäft versammelt.
Die weißen Blüten mit dem fahlen Grünschimmer wirken bereits sehr winterlich…

 

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Schöne Blumen sammelt wie jeden Freitag Helga vom Friday-Flowerday, dort bitte auch vorbei schauen…

 

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Damit der schöne Krug zu sehen ist, füge ich ein Bild hinzu, das die Chrysanthemen mit langen Stielen in hohen Vasen zeigt. Nach ein paar Tagen kürzte ich sie radikal und arrangierte sie, wie im ersten Bild oben zu sehen, in kleinen Vasen auf einer Höhe.

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Sexistische Kackscheisse

Heute mal Butter bei die Fische:
Was ist schlimmer – unseriös Fluchen oder Darstellungen von Frauen in Werbung und Medien, die Rollenklischees bedienen und weibliche Personen auf ihren Körper reduzieren?
So niveaulos ich den Begriff „sexistische Kackscheisse“ finde, muss ich dennoch konstatieren: Wenig regt mich auf dem Weg durch die Stadt, Fahrrad fahrender Weise, mehr auf als Machos mit markigen Sprüchen an Litfasssäulen oder nackige Schönheiten, die an Plakatwänden für absolut alles werben – von Babynahrung bis Sterbekasse. Ehrlich!
Da komme ich mit Autos, die mich in den Parkstreifen abdrängen und mir haarscharf das Schienbein demolieren, fast besser klar.
Für das Bildungsbürgertum steht außer Frage, dass Niveaulosigkeit stets mit dem demonstrativen Beweis perfekten Anstands entgegen zu treten ist.
Bedauerlicherweise ist ein gutes Elternhaus sowohl den Plakatwänden als auch den verantwortlichen Marketingmenschen als auch den Hohlpfeifen um uns herum komplett egal.
Somit nehme ich Anlauf und kontere Niveaulosigkeit mit platten Sprüchen.
Das bedeutet: Was hohles, sexistisches Gewäsch ist, wird von mir ab sofort mit dem entsprechenden Aufkleber als solches diffamiert. Nein, nicht diffamiert: Enttarnt.
Sexistische Werbung ist nicht cool, nicht lässig, nicht modern, nicht trendig, nicht sexy, nicht aufsehenerregend: Sie ist für fünfzig Prozent der Bevölkerung, Mädchen in der Entwicklung ihrer Identität eingeschlossen, erniedrigend und schlichtweg überflüssig.
Und, ja, ich stehe dazu: Ab heute bin ich mir nicht mehr zu fein, das „sexistische Kackscheisse“ zu nennen.
Wer mir einen besseren Spruch nennt, der auch bildungsferne Schichten mit minimaler Lesekompetenz erreicht und als Aufkleber gedruckt werden kann:
Diese erfreuliche Möglichkeit, politisch korrekt Stellung zu beziehen, käme mir vorzüglich gelegen, herzlichen Dank im Voraus.

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Kindermund: So schöne Aufsticker

Szenen aus meinem Alltag als Logopädin

Eine kleine Vorschülerin bat mich um einen „Aufsticker“ (Verschränkung der Begriffe „Aufkleber“ und „Sticker“).

Ich laufe hinter zwei sich unterhaltenden Männern die Treppe zur U-Bahn hoch (ja, das ist in Hamburg so, dass man zur U-Bahn oft hoch statt runterläuft).
Der eine Mann, offensichtlich nicht deutschstämmig, zum anderen: „Und dann habe ich noch Unterlagen ohne…. Untersetzung… ohne Übersetzung!“
Unter und über, hoch und runter – wer soll da noch den Überblick behalten?!

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Jesus wässert die jungen Tomaten

Jesus Watering Thy Garden

Nach der inspirierenden Lektüre des Buches „Beten – ein Selbstversuch“ von Klaus Douglass nahm ich mir Zeit, einen der fünfzig Vorschläge daraus umzusetzen.

Dabei ging es um das Beten vor einem Christusbild, das ich mir in diesem Fall aus dem Internet suchte und tatsächlich fündig wurde.
Der Auftrag ist, ein Bild (oder eine Plastik oder eine Statue) von Jesus zu nehmen und es zu sich sprechen zu lassen bzw. sich damit auseinander zu setzen. Dabei ist es wichtig, ein Bild zu nehmen, das etwas in mir anrührt, dem ich auf die Spur kommen möchte. Ein nichtssagendes oder „blödes“ Bild ist bewusst nicht gemeint.
Der Autor Klaus Douglass dazu:
„Positiv verstanden sind religiöse Kunstwerke nicht mehr und nicht weniger als Wegweiser, die uns in die Richtung Gottes weisen. Ein Wegweiser zeigt immer über sich selbst hinaus. Er ist nicht dazu da, dass wir uns allzu lang mit ihm beschäftigen. Sobald wir seine Botschaft verstanden haben, sollen wir uns auf den Weg machen, bis wir gegebenenfalls an ein anderes Richtungsschild geraten.“
Bei mir ist ein Gebet heraus gekommen, das ich gerne teilen möchte bzw. das Lust auf kreatives Beten machen soll.

 

Bildmeditation „Jesus wässert die jungen Tomaten“

Jesus, ich danke dir, dass du dich um Wachstum kümmerst.
Danke, dass du in meinem Lebens-Garten das im Blick hast, was zu keimen beginnt und du dafür Nahrung und Unterstützung gibst.
Ich danke dir für die Veränderungen, die in meinem Leben stattfinden und die durch deine Hilfe möglich sind. Für das, was sprießt und in meinem „Garten“ Form annimmt, danke ich dir.

Jesus, du weißt, welche Veränderungen ich mir wünsche und wie wenig ich davon umsetzen kann. Manche Träume sind Samenkörner, die bis heute nicht zu keimen beginnen. Andere Hoffnungen bilden langsam erste Blätter und Wurzeln, sind aber noch sehr anfällig für alle Einflüsse von außen.
Jesus, oft bin ich enttäuscht von mir, weil es nicht vorwärts geht in meinem Lebens-Garten. Weil ich nachlässig bin, meine Pflanzen des Neubeginns vergesse zu schützen und zu pflegen. Ich übersehe, dass nach dem Entschluss zum Wandel viel Einsatz nötig ist: Gießen, Düngen, Unkraut rupfen, Schädlinge entfernen.
Dann bin ich entmutigt, weil ich keine Früchte sehe und fühle mich unwohl, weil ich meine Ziele nicht erreiche.
Bitte komm du in meinen Lebens-Garten und wässere ihn. Danach ist alles frisch und strahlend, der Staub ist weg gespült und ich sehe wieder klarer. Du zeigst mir, wo es weiter geht und zusammen erkennen wir erste Fortschritte: Es bewegt sich etwas, Aufbruch ist möglich!
Wenn wir zusammen zwischen den frischen grünen Blättern unterwegs sind, erlebe ich, wie viel Freude es macht, gemeinsam das Leben zu verändern.
Danke.

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Amen

 

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Das dazugehörige Foto von Daren Criswell ist zu finden unter
http://www.flickr.com/photos/darencriswell/5743237676/in/photostream/lightbox/

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Rot-weiß gewebte Bluse aufgehübscht

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Vorher:
Eine Baumwollbluse, die ich second-hand erstand, gefiel mir aufgrund des gewebten Stoffs und der für meinen Farbtyp passenden Farbe sehr gut. Auch die Rüsche aus dem gleichen Material fand ich hübsch, nur die gegenüber liegende Knopfleiste, deren Knöpfe als Dekoration bis hoch an den Kragen liefen, entsprach nicht meinen Vorstellungen.
Also trennte ich die Knöpfe ab und steckte verschiedene Materialien auf die Knopfleiste – nichts davon gefiel mir, bis ich in Lüneburg die passende rote Spitze fand.roteshemd

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Nachher:
Den Kragen unterlegte ich mit weißer Baumwollspitze, deren Mausezähnchen hervor schauen. Über die Knopfleiste nähte ich rote Baumwollspitze, auch die Manschetten wurden damit verziert.
Ein Rest weiße Baumwollspitze fand ihren Weg auf die kleine Brusttasche.

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Leider scheint die Bluse, trotz bügeln, sehr knitteranfällig zu sein. Da die reine Baumwolle der Bluse leger wirkt, kann ich es als überzeugte Büglerin einigermaßen aushalten…. 😕

Mehr Kreationen fantasievoller Frauen sind bei dieser LinkParty von Art of 66 und bei Crealopee zu entdecken.

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Herbstlich dekorierte Bilder-Wand

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Es ist mal wieder Zeit, meine aktuelle Gestaltung der Bilder-Wand festzuhalten, bevor ich alles wieder abhänge und neu gestalte.
In der Mitte hängt ein gerahmtes Foto von Rügen, das ich aus einem Kalender trennte.

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Links befindet sich der alte Spiegel und schräg darunter ein Bild aus Worpswede.

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Das kleine Aquarell im rechteckigen Rahmen stammt aus Dresden; im Herbst freue ich mich immer, es heraus zu holen und ihm einen Platz zu geben.

Andere kreative Werke sind beim Creadienstag und bei Meertje zu finden.

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Kleine Beeren mit Grubentuch

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Diesen Strauß stellte ich aus Beeren zusammen, die ich am Straßenrand gepflückt habe (die schwarzen) sowie Beeren, die ich vor dem Wegwerfen aus einem verblühten Strauß zupfte, weil sie noch ganz frisch waren (die roten).
Die Vase ist Handarbeit und ein Mitbringsel meiner Mutter aus einem Urlaub.

Mehr Blumen sind zu entdecken bei Friday-Flowerday.

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Kindermund: Wie schlau bist du?

Szenen aus meinem Alltag als Logopädin

Mich fragt ein Zweitklässler: „Kannst du schon alle Wörter in Schreibschrift schreiben?“

Ein Kindergartenkind erzählt mir etwas über eine „Tri-harmonika“ (Ziehharmonika).

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Vorbereitungen für den Adventskalender

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Dieses Jahr beteilige ich mich mit genähten Kreationen an zwei Basaren, sodass die „Advents-Kalender-Produktion“ mit geringem Aufwand umgesetzt wird.
Die stabilen Papiertüten tragen teilweise den Druck der Bonbonmanufaktur in Lüneburg, deren Erzeugnisse auch in den Kalendern zu finden sind. Mit weihnachtlichem Papier beklebe ich sie und verziere sie anschließend mit verschiedenen „Schätzen“:

 

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Die goldenen Glöckchen nehmen den Cremeton des Papiers auf und sorgen dafür, dass die Tüten die Beschenkten beim Nach-Hause-laufen-und-dabei-den-Adventskalender-schlenkern zum Schmunzeln bringen.
Die Spiegelbeeren, wie „Weihnachtskugeln am Draht“ genannt werden, harmonieren mit den roten Ilexbeeren sowie den Kirschen auf der großen Tüte. Schneeflocken gesellen sich dazu, weil ihre Formen so abwechslungsreich sind und nicht alles abgestimmt und stimmig sein muss: Manchmal wirkt ein fröhliches Durcheinander lebendiger als ein designtes, aber lebloses Stillleben…
Kurz: Mit stabilen Papiertüten, Geschenkpapier und ordentlich Gedöns lassen sich mit wenig Aufwand, vielen „Bändseln“ zum Befestigen sowie Klebe unkomplizierte Adventskalender gestalten.
Die weißen Tüten sehen gleich aus, haben aber auf Vorder- und Rückseite unterschiedliche Details. Auf dem Bild ist jeweils eine weiße Tüte von vorn und eine von hinten zu sehen.

 

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Süßigkeiten wurden in Servietten gewickelt, sodass viele kleine Päckchen entstanden – ohne Chichi, das schmückt ja nun bereits die Tüte… 😉
Da diese Päckchen und ihre Inhalte Überraschungen sind, zeige ich sie an dieser Stelle nicht:
Die Idee besteht daraus, dass jeden Tag im Advent per Zufallsprinzip eines der kleinen Pakete aus der Tüte genommen wird.
Ob „mit Fühlen, Zurücklegen und Umtauschen“ (wie in Kindertagen) oder ohne liegt dann außerhalb meines Einflusses!

 

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Weitere handgemachte Kreationen sind beim Creadienstag und bei Meertje zu finden, mehr Adventskalender gibt es bei Gisela.

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Buchempfehlung: „Beten – ein Selbstversuch“ von Klaus Douglass

Der Klappentext:
„Lieber Gott, dasselbe wie gestern. Amen.“
Beten – eine mühselige und eintönige Angelegenheit. So empfinden es viele Menschen. Kein Wunder: Es ist ja auch nicht ganz einfach, sich mit einem Wesen zu unterhalten, das man weder sehen noch hören, noch anfassen kann. Doch Beten kann viel spannender sein, als viele ahnen.
„Durch das Beten öffnen wir uns für die Nähe Gottes. Und je vielfältiger unser Gebet ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, etwas von seinen „Signalen“ aufzufangen. Beten macht uns empfänglicher für die Gegenwart Gottes in unserem Leben. Und die ist ermutigend, stärkend, heilsam, inspirierend und tröstend.“ Klaus Douglass

Ich kaufe selten Bücher.
Die meisten leihe ich mir in der Bücherhalle (der Hamburger Begriff für „Bibliothek“) aus, gelegentlich entdecke ich eins im Antiquariat. Viele Bücher gehen durch meine Hände und verlassen mich wieder, und das finde ich völlig in Ordnung so (Meine Bücherregale sind trotzdem reich gefüllt, aber das nur am Rande).
Da die Bücherhallen keine christliche Literatur verleihen, verirrt sich sehr selten Literatur zu Themen des Glaubens in mein Zuhause – schließlich bin ich als Abonnentin der Zeitschrift „AufAtmen“ auch gut mit Themen der Spiritualität und Theologie versorgt. In diesem Fall sprach mich eine Rezension in der „AufAtmen“ so an, dass ich das Buch „Beten – ein Selbstversuch“ in der örtlichen Buchhandlung bestellte. Meist kaufe ich keine Bücher auf Verdacht, erst Recht keine christlichen, weil ich stets amerikanischen Blödsinn erwarte (der leider auch bei Christen den Buchmarkt beherrscht). So viel zu meiner Haltung „Ich kaufe keine Bücher – nur ausnahmsweise.“
In diesem Fall bin ich sehr, sehr froh, diesen Selbstversuch besorgt zu haben:
Das Buch ist tiefgehend, handfest, pragmatisch, fantasievoll, insprierend, lustig, nachdenklich und zielführend.
Ja, es macht Lust auf’s Beten.
Ja, es zeigt konkret, wie ich beten kann.
Der Autor testet fünfzig Tage lang jeweils eine Art zu beten.
Dabei reicht die Spanne von einer katholischen Wallfahrt über das Schreiben eines eigenen Rachepsalms, tanzendes Gebet, das Malen einer Ikone bis zum Übernachten in einer dunklen, alten Kirche. Der Autor besucht aus Neugier einen russisch-orthodoxen Gottesdienst, probiert die „Perlen des Lebens“ (auch Perlen des Glaubens genannt) aus und versucht immer wieder, das Gebet in den Alltag zu integrieren und Beten und Arbeiten zusammen zu bringen.
Da das Buch ähnlich einem Tagebuch geschrieben ist, ist es gleichzeitig ehrlich und subjektiv. Weil Beten eine sehr persönliche Angelegenheit ist, finde ich diese Herangehensweise sehr passend: Niemand kann ein Lehrbuch über das Beten schreiben, da das Gebet die gelebte Beziehung zu Gott darstellt – und die ist zwischen jeder Person und Gott unterschiedlich. So erlebte ich das Buch nah am Leben und nah am Alltag, was das Umsetzen und Nachahmen mancher Ideen sehr erleichtert.
Jeden Morgen habe ich mich auf ein neues Kapitel während des Frühstücks gefreut und fand es wirklich schade, als das Buch sich dem Ende zuneigte.
Auch im Hauskreis fand der Schreibstil und Humor des Autors Anklang.

Kurz: Wer sich dem Glauben annährt und in die „Praxis“ einsteigen will, sollte sich dieses empfehlenswerte Buch ebenso anschaffen wie diejenigen, die schon seit Jahr(zehnt)en glauben und frischen Wind in ihrer Beziehung zu Gott erleben wollen.

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