Archiv der Kategorie: liebevoll

Einander im Alltag wahrnehmen und wertschätzen. Fremde als Freunde behandeln. Freundschaften und Partnerschaften stärken. Inspirierende Lektüre für „mehr Seele“ im Alltag.

Zu eng

„Anna beobachtete mich immer noch mit einem schmerzlichen Ausdruck im Gesicht, als ich aus meinem Berg von Taschentüchern wieder auftauchte. Ich wischte mir die Nase und lächelte erschöpft.
Ich wusste, sie spürte, dass James als Stütze fehlte, aber seltsamerweise empfand ich so etwas wie Erleichterung darüber, dass ich unsere Beziehung beendet hatte.

Es hatte sich angefühlt, wie endlich die Schuhe auszuziehen, die schon immer einen Tick zu eng gewesen waren, nachdem ich mir viel zu lange eingeredet hatte, dass zu enge Schuhe besser waren als gar keine Schuhe.“

aus: „Weil wir zusammen gehören“ von Anouska Knight

 

 

Für alle Frauen, die in unbefriedigenden Beziehungen stecken und lieber eine anstrengende Partnerschaft haben möchten als gar keine.
Wirklich?

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Liebe im Alltag leben

 

Wer weiß, wie die Liebe im Alltag langfristig lebendig gehalten wird?
Als ich vor über sechs Jahren mit diesem Blog begann, richtete ich eine Rubrik namens „liebevoll“ ein. Ich war der Meinung, es würde mir leichtfallen, Gedanken und kluge Einfälle zu diesem Thema zu sammeln. Leider habe ich in den letzten Jahren festgestellt, dass ich gar nicht so aufmerksam und liebevoll bin, wie ich es immer von mir gedacht habe. Und dass mein fürsorgliches Verhalten nichts taugt, wenn mein Ehemann sich etwas ganz Anderes wünscht. Besonders, wenn beide so unterschiedlich sind, dass ein gemeinsamer Nenner für „Lockere Zeit zu zweit im Alltag, wenig Aufwand, viel Wirkung“ schwer zu realisieren ist.

 

 

Auf der Suche nach Antworten habe ich Bilder aus dem Alltag inszeniert, die symbolisch Liebe in sich tragen. Ob beim Abwasch, beim Zubereiten von Mahlzeiten, beim Arbeiten und im hauseigenen Dschungel von Absprachen, wichtigen Briefen und Rechnungen.

Einige Ideen für eine gute Verbindung miteinander möchte ich teilen und freue mich über weitere Vorschläge. Dabei stehen praktische Aktionen im Vordergrund, für die kein Sternerestaurant, kein Luxus-Spa und kein Babysitter benötigt werden.

  • Gemeinsam „Krusch-Ecken“ in der Wohnung aufräumen. Für mehr Ordnung und Leichtigkeit, gegen „Du wolltest doch immer noch den Sch… da wegpacken!“
  • Ganz entspannt auf dem Sofa Urlaubsbilder anschauen, dabei darf sich jede Person einen Urlaub wünschen. Mit dabei: Popcorn, Obstsalat, Chips und Eis in beliebiger Reihenfolge.
  • Spazieren gehen und in Ruhe alles besprechen, was unterwegs an Themen aufkommt. Anschließend in einem Café aufwärmen und stärken.
  • Mit Komplimenten neue, gute Gewohnheiten anregen: „Ich freue mich so, wenn du Jhhgbsudhcbhj tust. Könnten wir das öfter in den Alltag einbauen?“ oder „Du siehst so gut aus, wenn du KKJjkhcgskuz trägst. Hast du Lust, beim nächsten Bummel durch die Stadt ein ähnliches zu suchen? Ich spendier´s dir!“

 

 

Every Blog shows stylish and creative ideas concerning Valentines Day. Through the last years I´ve realised that I´m not as romantic and loving as I always thought. I´m caring a lot, but that doesn´t mean that my husband likes it… So my Valentines-Post carries more questions than tender  „How to“s.

But I´ve collected some ideas beyond „Buying flowers“ and „Cooking meals for each other“:
* Looking at holiday fotos together. Both partners choose a vacation of a special year and prepare lots of popcorn, ice, fruitsalad, pretzels and so on for a happy time together.
* Instead of blaming each other for beeing messy: Cleaning up unloved parts of the house togehter brings peace and tidiness.
* Going for a walk together and talking about everything that´s coming up. Afterwards a warm and cosy Cafe is waiting to come in…
* Creating new, positive habits by making compliments: „I like it so much when you´re doing kjsdghbhh. Could we do it more often together?“

Verlinkt mit FloralFridayFoto und Freutag.

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Wenn gläubige Menschen eine stabile Familie wichtig finden, warum muss es in „Der Mann arbeitet, die Frau bleibt zu Hause“ münden?

 

Im Urlaub ergänzte ich meine mitgebrachte Lektüre durch Bücher aus dem dortigen Bücherregal. Eins davon war ein Band, in dem christliche Ehepaare beschreiben, was die Geheimnisse ihrer Ehe sind. Und warum sie sich nach fünfzehn, zwanzig oder fünfunddreißig Ehejahren noch immer lieben.
Dabei ähnelten sich die Standpunkte und Geschichten der Paare sehr, was einerseits logisch ist: Wertkonservative, gläubige Personen aus zwei Generationen, die meisten davon aus Deutschland, leben weitgehend in der gleichen Sphäre. Ein Paar aus Neuseeland und eins aus Amerika bringen nur wenig andere Blickwinkel, wenn der gemeinsame Hintergrund der gleiche ist.
Was mich sehr irritiert hat: Alle Paare hatten Kinder (zwischen zwei und neun(!)) oder bereits Enkelkinder, und in allen waren die Männer die Hauptverdiener und die Frauen die Familien-und-Haushalts-Beauftragten. Die meisten Männer hatten dazu Berufe, in denen sie einen großen Teil des Alltags vor Publikum stehen (ob nun als Pastor, Psychologe mit Seminarreihen oder Professor). Entsprechend bekannte Größen der deutschsprachigen christlichen Szene sind die Herren, und dadurch ergab sich dieses gemeinsame Buch.
Alle Ehemänner betonten, wie sehr sie es schätzen, dass ihre Frau zu Hause den Alltag managt, ihnen den Rücken freihält und sich liebevoll um die Kinder kümmert. Viele führten auch aus, dass es ihnen wichtig sei, dass ihre Frau ihre Talente entfalten könne. Die Frauen waren (zum Zeitpunkt des Erscheinens des Buchs) maximal in Teilzeit tätig, viele mit ehrenamtlichen Tätigkeiten beschäftigt oder mit Referaten bei „Frauen-Frühstücks-Treffen“ unterwegs. So oder so waren alle finanziell von ihren Ehemännern abhängig. Und dadurch auch davon abhängig, dass ihre Ehe Bestand hat.
Honi soit qui mal y pense…

Nun frage ich mich: Wenn wertkonservative Menschen es wichtig finden, in den heutigen Zeiten in dauerhaften Ehen und stabilen Familien zu leben, warum muss es dann die klassische Rollenverteilung sein?
Ich persönlich halte nichts vom „Schwanger werden und Familie gründen“, aber wenn es andere mit Glück erfüllt, bitte. Nur: Warum können Christinnen und Christen nicht mit neuen Formen des Familienlebens aufwarten? Bloß, weil manche gerne vier Kinder haben, heißt das doch nicht, dass sich die Frau um diese vier Kinder kümmert!
Warum fallen so viele christliche Paare (genau wie die meisten anderen) nach der Geburt des ersten, spätestens des zweiten Kindes wieder in klar definierte Rollen zurück?
Sicher, die Frau hat das Baby neun Monate lang im Körper getragen, sie stillt es und sie wird nachts schneller vom Weinen des Neugeborenen wach als der Mann. Zusätzlich verdienen Männer in Deutschland bis zu 30% mehr im gleichen Beruf wie Frauen. Beides sind zwei große Gewichte, die die Waage Richtung „Dann bleib ich als Frau mit dem Baby eben zu Hause“ drücken.
Das macht Familie in weiblichen Augen zunehmend unattraktiv. Frauen, die gerne Kinder bekommen wollen, aber sehen, wie sich diese Entscheidung bei all ihren Freundinnen auswirkt (Karriereknick und finanzielle Abhängigkeit), denken länger nach, bevor sie tatsächlich schwanger werden. Wobei das Problem ja nicht im Gründen einer Familie liegt, sondern darin, wie Familie im Alltag gelebt wird.
Was mich an den Ausgangspunkt zurückbringt: Wenn eine gelungene Ehe und eine große Familie zum wertkonservativen Leben gehören, warum muss dabei die entsprechend wertkonservative Rollenverteilung zwischen weiblich und männlich übernommen werden?
Warum können ChristInnen nicht mit kreativen Ideen, wie befriedigende Langzeitbeziehungen und gemeinsames Versorgen von Kindern aussehen können, den Status der Familie aufwerten? Das wäre tausendmal sinnvoller als Aktionen gegen Abtreibung.

 

 

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Zum neuen Jahr

 

Da ich noch völlig beschäftigt bin, die Weihnachtskugeln wegzuräumen und frische Teelichter zu kaufen (die dunkle Jahreszeit ist noch lange nicht vorbei…), wandelt sich das Wohnzimmer langsam vom festlichen Glanz zum Alltagsort.
Der Kronleuchter hat für Silvester eine „Party-Kette“ aus glänzenden Scheiben bekommen, darunter ergießt sich ein Sternenregen. Auch wenn die Wohnung langsam wieder deutlich nüchterner aussieht, wird mich das Glitzern der Sterne noch in den ersten Wochen des neuen Jahrs begleiten.
Wenn der Alltag bald wieder um sich greift und die Listen mit Aufgaben länger werden, finde ich es wichtig, sich den inneren und äußeren Glanz der Festtage zu bewahren.

 

 

Es gibt keinen kürzeren Weg zu einem gelingenden Leben als die Wahrheit.
Eine Lebenslüge, so bequem sie auch erscheinen mag,
ist in jedem Fall ein Umweg.

Hans-Joachim Eckstein

So räume ich hier auf, sortiere mich innerlich und äußerlich und bin gespannt auf das, was im neuen Jahr vor mir liegt. Manche Veränderung kenne ich, andere werden mich überraschen.
Uns allen wünsche ich einen klaren Blick auf uns und unser Leben. Ehrlichkeit uns selbst und anderen gegenüber. Ein kritisches Aufräumen, was eigene Fehler und Gewohnheiten angeht. Loslassen, aussortieren. Menschen in den Blick nehmen, die uns begleitet haben und mit denen wir uns langfristig umgeben möchten.
Und echte Freude über das, was Gott uns schenkt: Im Alltag, an Festtagen, in Veränderungen und neuen Perspektiven.

 

Überraschenderweise begann der Weg zu mir selbst da,
wo ich mich auf den Weg zu dir, mein Gott, machte.

Hans-Joachim Eckstein

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Vom Brautkleid zum Bulldozer: Fröhliche Unterhaltung aus Norddeutschland

 

Wer während der Weihnachtstage nicht nur zur Ruhe kommen, nachdenken, auftanken und Spaß haben möchte, sondern noch etwas heitere Unterhaltung wünscht:
Der NDR strahlt drei neue Folgen von „Brautalarm auf dem Land“ aus.
Norddeutschlands größtes Geschäft für Braut- und Festmode entstand im platten Dithmarschen vor einigen Jahrzehnten eher zufällig im ehemaligen Schlafzimmer eines Bauernhofs.
Die dreiteilige Reportage filmt vor und hinten den Kulissen. Neben der Beratung der Bräute werden SeniorInnen bei den Vorbereitungen der goldenen Hochzeit gezeigt oder junge Frauen bei der Auswahl ihres Kleids zum Abiball begleitet. Hinter den Kulissen ist ein neues Gesicht dabei, ein geflüchteter Schneider aus Syrien freut sich, hier mitarbeiten zu können. Die Chefin hat mal wieder Umbaupläne und der Juniorchef fährt mit einem befreundeten Angestellten abends in die örtliche Karaoke-Bar.
Ehrliche Geschichten, echte Menschen aus unterschiedlichen Hintergründen, Frauen mit ganz verschiedenen Körperformen, Einblicke ins Hochzeits-Business: Hier gibt es leichte Unterhaltung aus dem wahren Leben, authentisch aus Schleswig-Holstein.

 

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Buchempfehlung: „Nine Woman, One Dress“ von Jane L. Rosen

Aktuell bin ich froh über jede ruhige Minute und vertiefe mich gern in Bücher, wozu mir in den letzten Monaten oft die Zeit fehlte.
Heute möchte ich das Buch „Nine Woman, One Dress“ empfehlen, das es auf englisch in den Hamburger Bücherhallen auszuleihen gibt.
Es lässt sich leicht lesen und enthält nur wenige Vokabeln, die mir unbekannt waren. Daher gehe ich davon aus, dass es auch andere gerne und flüssig lesen werden…

 

Stecknadeln

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Zum Inhalt:
Jane L. Rosen schreibt, dass es in jeder Saison ein Kleid gäbe, das zum Liebling der Frauen wird. Es würde entweder von einem bekannten Supermodel oder von einem Laufsteg-Neuling in die Öffentlichkeit getragen und innerhalb kürzester Zeit weltberühmt.
Der Roman startet bei einem neunzigjährigen Schneider, der viele Jahrzehnte lang Schnittmuster entwarf und letztlich für die Gestaltung des Kleids verantwortlich ist. Jedes folgende Kapitel erzählt von einer Frau (manchmal auch einem Mann), ihrem Leben und dem Bezug zu diesem Kleid. Ein unerfahrenes Model, das mit diesem „kleinen Schwarzen“ zum ersten Mal den Laufsteg betritt. Eine Frau mittleren Alters, die schon lange in einem bekannten New Yorker Kaufhaus in der Damenmode-Abteilung die Kundinnen berät. Eine Sekretärin, die seit zwanzig Jahren heimlich in ihren Chef verliebt ist. Zwei arabische Schwestern in Paris, die keine andere Möglichkeit der Kleidung als die Burka kennen. Eine Frau, die nach dem Betrug ihres Manns und dem Ende ihrer Ehe als Privatdetektivin unterwegs ist. Und viele weitere mehr, deren Wege sich kreuzen. Sie arbeiten mit dem Kleid, sie leihen es, sie tragen es, sie bringen es zurück oder behalten es für immer. Sie erleben Sternstunden, Niederlagen, neue Hoffnung und verwirrende Zweifel. Sie entdecken sich selbst, ihre Familie oder neue Bekannte in anderem Licht.
Dieser Roman ist eine Hommage an das Leben, die Liebe und New York.
Sehr zu empfehlen!

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Liebevolle Adventskalender

Adventskalender

 

Einen Adventskalender auf Naschen zu reduzieren, finde ich eine vertane Chance. Daher habe ich dieses Jahr Adventskalender vorbereitet, die entweder ein kluges Zitat zusammen mit einer Kleinigkeit enthalten. Oder, in der Version für meinen Mann, ein liebevolles Kompliment mit einem kleinen Geschenk pro Tag.

 

Adventskalender Detail

 

Den Adventskalender für meinen Mann habe ich folgendermaßen angefertigt:
Einen Kleiderbügel aus Plastik umwickelte ich mit einem Satinband, das ich in regelmäßigen Abständen mit der Heißklebepistole fixierte. Danach wickelte ich ein halbtransparentes, dunkelblaues Chiffonband darüber.
Die Süßigkeiten und Geschenke verpackte ich mit jeweils einer liebevollen Notiz in blaues Geschenkpapier mit silbernen und goldenen Schneeflocken. Ein Teil der Geschenke kam in kleine blaue Teedosen mit goldenen Sternen und Monden. So entsteht ein einheitliches Design. Alle Päckchen band ich mit Geschenkband am Bügel fest. Zusätzlich hängte ich goldene Sterne, Schneeflocken und Kugeln an den Bügel, damit er auch im halb gerupften Zustand noch schön aussieht.

 

Adventskalender Inhalt

 

Überall werden bereits Ideen für den Inhalt des Adventskalenders gesammelt. Damit nicht nur Kinder, sondern auch PartnerInnen oder SeniorInnen beglückt werden, habe ich mir erwachsene Geschenkideen ausgedacht:

– Kleine Packungen mit Studentenfutter oder salzigen Nüssen
– Kleine Lakritzpackungen
– ein gerahmtes Urlaubsbild als Erinnerung
– Socken
– ein neues Gemüsemesser
– schönes Lesezeichen
– hochwertiger Stift für Einkaufszettel und Büro
– Postkartenkalender für das neue Jahr
– Hustenbonbons
– Duschgel und Shampoo in kleiner Größe für unterwegs
– Handcreme für trockene Winterhände
– Teebeutel mit Erkältungstee
– eine neongelbe Weste für´s Radfahren im Dunkeln
– Eiskratzer für´s Auto
– Meisenknödel für den Garten
– Nagellack oder Lippenstift
– Kerzen
– Taschenwärmer zum Knicken oder Dinkelkissen (zum Erwärmen in der Mikrowelle)
– schöne Tasse
– Taschenspiegel (auch für die praktisch, die sich nicht schminken, sondern nach einem Mittagessen außer Haus kurz die Zähne auf Spinatreste kontrollieren wollen 😉 )

 

Inhalt Adventskalender

Auch hochwertiges Geschenkpapier lässt sich rahmen und verschenken.

 

Verlinkt mit CreaDienstag, HandmadeOnTuesday, Dienstagsdinge, Crealopee und Kreativas.
Mit diesem Beitrag nehme ich am Adventskalender-Gewinnspiel von Minidrops teil.

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Worüber würdest du dich freuen, wenn du ein armes Kind wärst?

Bei uns im Gottesdienst gibt es jeden Sonntag ein „Wort an die Kinder“. Sie werden altersgerecht angesprochen, erfahren Aufmerksamkeit und Wertschätzung seitens der Erwachsenen und verlassen anschließend den Gottesdienstraum für ein eigenes Kinderprogramm.
Heute übernahm ich relativ spontan sowohl einen Teil der Moderation als auch das „Wort an die Kinder“. Als Gesprächsanlass nahm ich das Paket für „Weihnachten im Schuhkarton“, das ich gepackt hatte und im Anschluss abgeben wollte.
„Weihnachten im Schuhkarton“ ist eine Initiative, die dazu einlädt, bedürftigen Kindern in Osteuropa und Asien ein Paket zu senden. Für drei unterschiedliche Altersgruppen gibt es Empfehlungen, welche Gegenstände benötigt werden und welche nicht eingepackt werden dürfen (aus Gründen der Sicherheit und Logistik, um Gläubige anderer Religionen zu respektieren oder um Kinder aus Kriegsgebieten nicht zu ängstigen). Je nach Religion vor Ort wird die Weihnachtsgeschichte als Heft beigelegt oder nicht. Die Pakete werden regional gesammelt, kontrolliert, beanstandete Gegenstände (wie Second-Hand-Kleidung, Gummibärchen mit Gelatine oder Kriegsspielzeug) entfernt und mit LKWs auf den Weg gebracht.
Da noch bis zum 15.11.2016 Päckchen gepackt werden können, teile ich heute mein „Wort an die Kinder“, das sich als Impuls sicher auch für andere Kirchengemeinden und Kindergottesdienste eignet.

 

Weihnachten im Schuhkarton

 

„Hallo Kinder, kommt doch mal zu mir nach vorn auf die Treppenstufe. Ich habe euch heute ein Paket mitgebracht. Und einen großen Beutel. Wer von euch nimmt bitte den Karton? Ich habe nämlich nicht so viel Platz auf meinem Schoß.
(Übergebe einem Kind, das gern den Karton halten möchte, den bunt beklebten Schuhkarton)
Jetzt schau mal in das Paket rein. Ist da was drin? Nee, das ist leer. Ich möchte mit euch heute ein Paket packen. Für ein Kind, das in einem anderen Land lebt und dessen Familie nur sehr wenig Geld hat. Stellt euch vor, ihr seid ein Kind in einem fernen Land. Mama und Papa müssen immer arbeiten, und obwohl sie so viel arbeiten, verdienen sie nur ganz wenig Geld. In dem Land ist es im Winter sehr kalt, und der eisige Wind pustet bis ins Haus rein. Das Haus ist nicht so gemütlich und warm wie bei uns, weil gute Häuser viel Geld kosten. Und das hat die Familie nicht. Bei der Familie gibt es nur so langweiliges Essen wie Reis und Kartoffeln, manchmal ein bißchen Gemüse. Aber keine Schokolade und keinen Kuchen, das ist zu teuer. Wenn ihr dort ein Kind wärt, hättet ihr nur wenig Spielzeug. Und das müsstet ihr euch mit den Geschwistern immer teilen. Wenn das Spielzeug kaputt geht, gibt´s erstmal kein neues. Wenn ihr wachst und die Hose zu kurz wird, oder der Pulli zu klein, dann müssen Mama und Papa extra arbeiten, um Geld für Klamotten zu verdienen. Und wenn in der Schule der Bleistift ganz klein geschrieben ist und die Filzstifte verbraucht, dann ist das Pech. So ist das Leben bei einer armen Familie. Da habt ihr das hier richtig gut, wenn wir mal drüber nachdenken.
Jetzt überlegt mal: Wenn ihr so ein armes Kind wärt, worüber würdet ihr euch freuen?
In diesem Beutel habe ich alle möglichen Dinge drin, die das Kind gut gebrauchen kann. Ihr sagt mir einfach eure Ideen und mal gucken, ob ich das ins Paket packen kann. Das Paket ist ganz in echt für ein Kind, das mache ich nachher zu und gebe es ab.

(Die Kinder nennen ihre Vorschläge, ich moderiere. Passende Gegenstände hole ich aus dem Beutel, gebe sie dem jeweiligen Kind, lasse sie einmal „untersuchen“ und den Gegenstand in den Karton legen. Vorschläge, zu denen ich nichts griffbereit habe, kommentiere ich wertschätzend und sage kurz, warum ich sie nicht dabei habe (Zu groß für einen Schuhkarton, nicht für den weiten Weg bis an den Zielort geeignet, habe selbst nicht dran gedacht, usw.) Sobald die Ideen weniger werden, lege ich den Beutel in die Mitte und die Kinder können reingreifen. Ich nenne, was sie herausholen, und warum das Kind diese Gegenstände braucht.)

Vielen Dank für eure Hilfe. Wir haben zusammen eine Überraschung für ein Kind vorbereitet. Jetzt kommt das Paket zu einer Sammelstelle und wird dort in einen Laster gepackt, damit es auf die Reise gehen kann. Es sind noch zwei Wochen Zeit, bis das letzte Paket abgegeben werden soll. Vielleicht habt ihr ja Lust, zusammen mit Mama und Papa praktische und schöne Sachen einzukaufen und auch einen Karton zu packen. Dann bekommt von uns nicht nur ein Kind ein Paket, sondern zwei oder drei oder vier Kinder können sich freuen.“

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Türkranz einmal anders: Herz aus Drahtbügel gestalten

Wer mag eine schöne Dekoration an der Haustür?
Wer findet die üblichen gekauften Kränze zu langweilig oder zu teuer?
Ich lade ein, ein Herz als abgewandelten Türkranz zu gestalten!

 

Zwischenstand Herz

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Zuerst wird ein Kleiderbügel aus Draht (von der Reinigung)  zu einem Herzen geformt.
Diese Grundform wird mit Stoffresten umwickelt, um mehr Volumen zu erzeugen. Ich habe Fleecereste und einen Wollstoff benutzt, damit wird der dünne Draht schnell dicker. Am Besten die Stoffreste in Streifen schneiden, nacheinander überlappend um das Drahtherz wickeln und regelmäßig mit der Heißklebepistole oder Alleskleber fixieren.
Als nächstes wird ein Schrägband im gewünschten Farbton um das Herz gewickelt, ich habe oben am Haken angefangen (auch mit den vorbereitenden Stoffstreifen). Nach jeder Windung klebte ich das Satinband fest, damit es später sicher sitzt. Dabei ist wichtig, nur auf der Rückseite zu kleben, da die Klebe dunkle Flecken verursachen kann.
Nun stimmt die Basis, auf der die weitere Dekoration befestigt wird. Hier habe ich nur noch die Klebepistole verwendet, um das Gewicht der Dekoelemente sicher zu befestigen.
Als Grundlage der Dekoration kann eine gemeinsame Farbe dienen oder ein Motto (Herbst, Urlaubserinnerungen, Blüten, Nähutensilien, Bonbons und Lollis, Babysocken, was auch immer).

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Detail Herz-Kranz

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Mir gefällt an dieser kreativen Idee besonders, dass die eigenen Vorlieben auf dem schlichten Unterbau gut zur Geltung kommen. Wer also keinen typischen Hagebutten-und-Tannenzapfen-Herbstkranz für die Tür haben möchte, ist mit diesem individuellen Herzen, das lange Freude macht, gut beraten. Auch als Geschenk für die beste Freundin…

 

Herz-Kranz mit Knöpfen

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Verlinkt mit RUMS und Freutag.

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Buchempfehlung: „Letters from Lighthouse Cottage“

Wer die eigenen Englisch-Kenntnisse auffrischen möchte, schaut sich oft etwas unwohl in den Regal des örtlichen Buchladens oder der Bibliothek um: Was lässt sich gut lesen? Was ist spannender Lesestoff, dessen Schreibstil und Inhalt uns auch unter „erschwerten Bedingungen“ gefällt? Wer entspannt und zügig mit der Lektüre voran kommen und niveauvoll unterhalten werden möchte, sollte zu „Letters from Lighthouse Cottage“ von Ali McNamara greifen. Der Roman ist genauso leicht zu lesen wie manch andere Unterhaltsungsliteratur, dabei humorvoll und weise geschrieben.

 

Leuchtturm

 

Wir begleiten Grace, die in einem englischen Küstenort namens Sandybridge aufwächst und von der weiten Welt träumt, ab ihrem fünfzehnten Lebensjahr. Sie hardert mit ihrem Image, wünscht sich cool und schlank zu sein und hasst es, ihren Eltern bei Haushaltsauflösungen für das eigene Antiquitätengeschäft zu helfen. Eines Tages entdeckt sie bei einer Haushaltsauflösung eine alte Remington-Schreibmaschine. Zu ihrem großen Erstaunen schreibt dieses alte Gerät von allein Briefe, die ihr Ratschläge für die nächste Zukunft geben – allerdings manchmal so ungenau, dass Grace sich oft mehr ärgert, als es als Hilfe zu erleben. Kurz darauf trifft sie Charlie, der mit seinen Eltern gerade in die Stadt zieht und ihr bester Freund wird. Beide als „uncool“ abgestempelt, sind sie oft mit Graces Hund am Strand unterwegs und teilen ihren Alltag. Während Grace ihre erste Liebe mit Danny erfährt, gibt sie ihr Bestes, um den Kontakt zu Charlie weiterhin aufrecht zu erhalten.
Der Roman begleitet Grace durch die letzten Schuljahre, die Uni, ihre Reisen, ihre Ehe und ihre Rückkehr mit ihrer Tochter nach Sandybridge. Dabei geben kurze Rückblicke Informationen über ihre Lebensstationen, während die meiste Handlung abläuft, wenn sie in Sandybridge ist. Charlie und sie haben immer Kontakt gehalten, auch ihre erste Liebe Danny wird im Laufe der Jahre zu einem Freund, auf den sie bei Besuchen in der Heimat trifft.
Nun ist Grace über vierzig, die Ehe gescheitert, das Leben in London zu teuer, und findet sich mit ihrer Tochter „zu Hause“ wieder. Ihre Mutter braucht nach dem Tod ihres Vaters dringend Unterstützung im Geschäft und es ist schön, Cahrlie wieder öfter zu sehen und mit Danny Bier zu trinken. Doch war´s das? Grace sehnt sich nach einem beruflichen Projekt, das ihren Ehrgeiz weckt. Und danach, dass ihr Herz heilt. Sie findet die alte Schreibmaschine, die sie all die Jahre nur gelegentlich gesehen und nach ihrem Rat befragt hat, wieder. Doch trotz deren Briefe liegen die Entscheidungen in Graces Hand…

 

Schären

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