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Kurz vor Mitternacht Blaubeer-Blechkuchen im Hellen essen


Mein Mann backte im Urlaub mehrmals Blaubeerkuchen aus den Beeren, die wir rund um das Haus und im Wald gesammelt hatten.
Diese Sitzecke vor dem Haus brachte der Vermieter extra vorbei, weil drei Sitzecken und eine Hollywoodschaukel für einen finnischen Garten einfach zu wenig sind. 😉
Das Foto nahm ich abends gegen 21.30 Uhr auf, dann sinkt die Sonne langsam hinter die Tannen und Birken am Rand des Grundstücks, während es noch stundenlang hell bleibt. Das weiche, diffuse Licht schimmert bis nach Mitternacht. Nur wenige Stunden wird es annähernd dunkel, weil die Sonne kurz hinter dem Horizont steht und schon bald wieder steigt. Daher ist es bereits lange vor dem offiziell angegebenen Sonnenaufgang hell und wird auch erst nach der Uhrzeit des Sonnenuntergangs dunkel, weil das Licht noch stundenlang indirekt vom Horizont leuchtet.

Verlinkt mit Holunderblütchen, FloralFridayFoto und Freutag.

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Urlaub auf Finnlands Schären

Auf dem Flug nach Helsinki saß ich neben einem Mann, der mich komplett ignorierte. Auf finnisch bestellte er bei der Stewardess Kaffee, Bier und Schnaps und trank alle drei Getränke direkt hinter einander weg. Das kann ja heiter werden, dachte ich.

Unser Zuhause im finnischen Schärengarten

Finnen lieben Saunen. Auch unser rotes Ferienhaus hat eine. Nur schade, dass bei Temperaturen über 30 Grad und ständigem Sonnenschein die Motivation fehlt, sie auszuprobieren. Die ersten Tage unseres Urlaubs gab es einige bewölkte Nachmittage. Davon abgesehen scheint hier ununterbrochen die Sonne: Tagsüber, nachts, sogar bei Wolkenbrüchen.
Wir entspannen uns im Garten, lesen, ernten Beeren und Rhabarber, spielen Federball und gehen schwimmen.
Währenddessen lerne ich die Kunst, fast nichts am Körper zu tragen und dennoch minimal bedeckt durch den Garten zu hopsen. Falls es den Eismann wieder in dieses Nest aus einer Handvoll Holzhäusern verschlägt.
Oder falls unser Vermieter wieder meint, es herrsche ein Mangel an Sitzecken auf dem Grundstück und ein Set neuer Gartenmöbel vorbei bringt. Drei Sitzecken plus eine Hollywoodschaukel, rund um das Ferienhaus verstreut, reichen nach finnischem Maßstab einfach nicht aus.
Alles schon passiert.


Kurz gesagt, Finnland ist viel freundlicher, wärmer und entspannter, als gedacht. An miesen Klischees ist nichts dran. Nur eins, das stimmt leider: Es gibt hier böse stechende Mücken. Mich haben sie schon dreimal in den rechten Fuß gestochen, jedes Mal wird er heiß, dick und rot. Kühlen, Kortisonsalbe drauf schmieren und ruhig halten ist dann die Devise. Das trübt zwischendurch die Laune.
Die Gefühlslage der FinnInnen wirkt dagegen weniger verschlossen und depressiv, als oft behauptet wird. Wir haben nur freundliche und offene Begegnungen gehabt – vielleicht, weil hier im Schärengarten vorrangig lockere Schweden wohnen?
Samstagabends sahen wir überall Familien und Freunde, die sich in Gärten zum Spielen und Essen treffen. Heftigen Alkoholkonsum sahen wir nicht.
Dagegen genossen wir einen überaus pünktlichen, sehr serviceorientierten Nahverkehr mit Überlandbussen, die noch das letzte Kaff im Wald anbinden. Außerdem sehr saubere Städte, überall herrscht Friede und Freundlichkeit: Tipps für Turku und Tipps für Helsinki. Davon kann sich Deutschland einige Scheiben abschneiden, statt fiese Vorurteile Finnland gegenüber zu kultivieren.
Wer komplett abschalten und ewig andauernde, sonnige Tage in der Natur verbummeln will, sollte Finnland definitiv eine Chance geben. Wer die lange Anreise scheut, wird meiner Meinung nach in Schweden und Norwegen genauso fündig: Ich habe nichts entdecken können, was in Finnland schöner ist als bei den skandinavischen Nachbarn.
Wer sich vor Ort optimal wohlfühlen möchte: Hier teile ich Tipps.

Dass der Frühstückstisch im Schatten steht, ist bereits am Morgen sinnvoll