aufmerksam, feminin

Reise nach Stockholm: Souvenirs

Die bisherigen Berichte zum Thema sind erschienen unter „Reise nach Stockholm: Orte“ und „Reise nach Stockholm: Erlebnisse“.

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In meinem schwedischen Lieblingsgeschäft „Myrorna“, das ein großes Second-Hand-Sortiment hat, kaufte ich von den dort Angestellten genähte Taschen aus alten Stoffen, ein Handtuch und ein Geschirrtuch sowie einen Läufer, den ich in der Mitte zerschneiden und zu zwei Platzsets umarbeiten werde. Näheres zum sozialen Hintergrund des Geschäfts ist unter „Reise nach Stockholm: Orte“ zu finden.
Die Spültücher erstand ich im „Lagerhaus“, die Aufschrift besagt:
„Deine Mutter arbeitet hier nicht!“

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Von „Myrorna“ stammen ebenfalls die beiden Kuchenplatten, der darauf liegende Glasring für Leuchter zum Auffangen von tropfendem Wachs sowie die Galsschalen in Fisch- und Muschelform.

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Neben dem Kauf von Postkarten der Königsfamilie sowie historischen Karten mit Ansichten Stockholms sorgte ich für Weihnachten vor und erstand ein Set Kärtchen mit Wichteln 😉
Für die nächsten Gäste brachte ich Salzlakritz-Autos mit und für mich selbst zwei Zeitschriften.
Da die Tüten mit den Süßigkeiten der bekannten skandinavischen Selbstbedienungstheken nach dem Rückflug derangiert wirken, dürfen sie nicht mit auf das Foto, müssen aber erwähnt werden.
Wer schon in Skandinavien unterwegs war, kennt das Prozedere:

In Supermärkten und am Kiosk gibt es ganze Wände voll Fächer, die mit je einer Sorte Süßigkeit gefüllt sind: Pralinen, Lakritz, Weingummis, dragierte Früchte oder Nuss-Spezialitäten. Diese werden einzeln entnommen, sodass jede Kundin ihre persönliche Mischung zusammen stellen und zu Hause jede Sorte probieren kann. Bezahlt wird nach Gewicht.

aufmerksam

Reise nach Stockholm: Erlebnisse

Heute folgt der zweite Bericht meiner Erlebnisse der Reise nach Stockholm, der erste Teil inklusive Einleitung mit grundlegenden Informationen über die Stadt ist hier zu finden: „Reise nach Stockholm: Orte“, danach folgt „Reise nach Stockholm: Souvenirs“

„Allsang på Skansen“: Jedes Jahr ab Midsommar bis in den August hinein findet im „Skansen“ am Dienstag ein Freiluft-Konzert statt, das im Eintrittspreis für den Park enthalten ist. Von 20.00 bis 21.00 Uhr filmt das schwedische Fernsehen, davor gibt es erste Lieder zum „Warmsingen“ und danach noch einige Zugaben.
Es treten SängerInnen der schwedischen Charts auf und präsentieren die aktuellen Hits. Der Moderator ist ebenfalls Sänger und stimmt unter anderem schwedisches Liedgut an, das in Liederheften zum Mitsingen angeboten wird. Dann singen alle, so gut sie können, mit. Obwohl wir weder die SängerInnen noch die Lieder kannten, hatten wir viel Spaß an diesem Abend. Und somit singen wir auch in Hamburg fröhlich „Hej hej Monika, hej på dig Monika!“ und „Stockholm i mitt hjärta“ sowie „Hon kommer solsken till mig“. Auffallend war, wie viele Menschen mit Behinderungen sich im Publikum befanden und dass es einen großen (dicht besetzten) Bereich für Rollstuhlfahrer gab – beides kenne ich aus Deutschland so nicht. Auch würde hier wohl kein Moderator das Mikrofon bei einem Konzert einem jungen Mann mit Trisomie 21 vor die Nase halt, der sich sehr freute und laut sang 🙂

Baden auf Lidingö: Östlich von Stockholm liegt, auf dem Weg in die Schären, die Insel Lidingö. Dort lässt es sich naturnah urlauben, während die Stockholmer Innenstadt mit dem in Rad 35 Minuten erreichbar ist. Wer hier eine Ferienwohnung mietet, ist direkt im Grünen und dennoch bestens versorgt (Supermärkte, Busse, Bahn, Hafen für Fährschiffe).
Zum Schwimmen eignen sich besonders der Kottlasjön mit zwei Badestellen (einmal mit Sand, einmal mit Felsen) , die pittoreske Promenade von Mölna im Südosten sowie die Badestelle „Fågelöudden“ mit Sand und schönen Wiesen mit schattenspendenden Bäumen im Nordosten der Insel.

Ausflug in die Schären: Einer der absoluten Höhepunkte unserer Reise war der
Tagesausflug in den Schärengarten zwischen Stockholm und der Ostsee. Zu Beginn sind die Inseln noch recht groß und die Villen darauf zahlreich. Weiter draußen werden die Häuser erst bescheidener und dann weniger, bis es auf das offene Meer hinaus geht. Wir durchstreiften die Natur, beobachteten ein fast zutrauliches Reh, schauten uns im kleinen biologischen Verkauf des einizigen Bauernhofs um („Wir sind heute nicht da, bitte tut das Geld einfach in die Kasse!“) und genossen den Fisch im preisgekrönten „Krog“.

„Chilinötter“: Ein Snack aus dem Supermarkt, den ich als „Nicnocs mit Chili“ beschreiben kann und dem besonders mein Verlobter zusprach.

Der aktuelle Look der Stockholmerin: Wer schnell noch die letzten sommerlichen Tage in Stockholm erleben und dabei als Einheimische durchgehen möchte, sollte sich folgendermaßen kleiden: Das Oberteil muss unbedingt durchsichtig sein und den Blick auf einen farblich kontrastierenden BH freigeben, die Trendfarben lauten weiß, schwarz und neon. So trägt die Stockholmerin bis ins mittlere Alter einen neonfarbigen BH unter einem weißen Top oder einen schwarzen BH unter einem neonfarbigen Shirt.
An die Beine gehören ausnahmslos sehr knappe Hotpants, notfalls tun es auch sehr kurze Miniröcke. Selbstverständlich in schwarz, weiß oder neon. Als Ausnahme werden auch Skinnyjeans zugelassen, die den Begriff „hauteng“ neu prägen.

Mit Schwedinnen schnacken: Die Schwedinnen sind überaus aufgeschlossen, sodass ich viele Male angesprochen wurde. Ob nun eine Dame auf mich zukam, weil das Streifenmuster meiner Hose dem Muster ihres Blazers ähnelte und sie sich darüber freute, oder ich in das Aussuchen von Kleidung zwischen zwei Freundinnen einbezogen wurde: Stets wurde ich auf schwedisch angeplaudert. Freundlich bezogen mich zwei Damen im Café in ihr Gespräch mit ein (als eine der wenigen Unterhaltungen wechselten sie von vornherein auf englisch) und ein kleiner Junge in Badehose erzählte mir strahlend unverständliche Dinge, während ich mit den Füßen im eiskalten Meerwasser stand. Auch ein älterer Herr im Wald ließ es sich nicht nehmen, ein paar Worte mit mir zu wechseln und stieg flink auf deutsch um, das er gut beherrschte. So viele nette Begegnungen gab es, dass ich ganz den Überblick verloren habe… Meist versuchte ich zu Beginn, die kleine Unterhaltung zu meistern, ohne mich als deutsche Touristin zu entlarven, was mit freundlichem Nicken und strahlendem Lächeln auch mehrfach gelang (ohne etwas zu verstehen). Oft war ich dann doch genötigt, mich zu erkennen zu geben, aber machte es nach einem Schnack auf englisch oder deutsch mit einem „Hej då!“ oder „Har det bra!“ oder „Tack så mycke!“ wieder wett.

aufmerksam

Reise nach Stockholm: Orte

Schwedens Hauptstadt Stockholm ist auf 14 Inseln erbaut, die nach und nach eingemeindet wurden. Die Inseln liegen im Mälarsee und dem Saltsjön, der ein Ausläufer der Ostsee ist. So ist in Stockholm meist eine Brise zu spüren und oft liegt der Geruch von Wasser in der Luft, was ich beides sehr mag. Vor Antritt der Reise hatte ich zwei Reiseführer besorgt und etwas im Internet recherchiert – leider mündeten viele der Hinweise in überlaufenen Plätzen und waren nicht so „wundervoll und herausragend“ wie angekündigt. Ohne Reiseliteratur finde ich die erste Orientierung schwierig; habe ich jedoch einen Reiseführer in der Hand, halte ich mich oft sehr eng daran und vezweifle, wenn ich einen bestimmten Hinweis nicht wiederfinde („Hier sollten doch Häuser der neuen Sachlichkeit und im Bauhaus-Stil stehen! Wo sind die denn jetzt? Das ist doch der Tessin-Park! Und warum finde ich die Beschreibung dazu im Reiseführer nicht wieder???“).
Ich behaupte nicht, die gesuchten „Geheimplätze“ gefunden zu haben:
Meine Tipps verstehen sich als Hinweise an jene, die Orte mögen, die auch von Schwedinnen gern aufgesucht werden.


Second-Hand-Geschäft „Myrorna“: Wer „Stilbruch“ in Hamburg kennt, braucht keine näheren Beschreibungen – dies ist das schwedische Äquivalent. Soweit ich es verstanden habe, werden hier gespendete Möbel, Bilder, Lampen, Spiegel, Geschirr, Dekorationsobjekte, Tischdecken, Gardinen sowie Kleidung für Damen, Herren und Kinder verkauft. Das Personal besteht aus Menschen, die wieder eingegliedert werden bzw. auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Chance haben. Sie werden im Verkauf angeleitet und führen weitere Tätigkeiten aus, wie zum Beispiel wirklich schöne Tragetaschen aus gespendeten Stoffen zu nähen. Da die SchwedInnen sehr modeaffin sind, kaufen sie häufig neue Kleidung und sortieren sie offensichtlich ebenso schnell wieder aus, wodurch viel Potential für Second-Hand-Geschäfte entsteht. Sowohl Geringverdiener als auch Kundinnen mit eigenem Stil können hier fündig werden. Neben Vintagestücken hängt hier ebenso Kleidung, die scheinbar vor wenigen Stunden erst im originalen Geschäft über die Theke gingen, so „up to date“ ist sie. Wirklich schöne Geschirrtücher und Porzellan- sowie Glaswaren lassen sich hier ebenfalls finden (ich sage nur: Kosta Boda!), die gut erhaltenen Möbel waren für das Flugzeug leider zu groß… Überall in Schweden bestehen Filialen, wer schwedisch besser kann als ich, wird auf der Homepage mehr über die Hintergründe lesen können.


Mattssons Band: Verfolgt man die Kungsgatan vom Stureplan Richtung Centralstation, findet sich in der Hausnummer 19 ein ganz wundervolles Geschäft für alle, die gern nähen: Ich habe bereits viele Geschäfte mit Stoffen und Zubehör besucht, aber eine derart überwältigende Auswahl an Knöpfen, Spitzen, Litzen, Kordeln, Bändern und so weiter habe ich zuvor nicht entdeckt. Folgt man der Kungsgatan, sind einige Schritte weiter rechts Panduro-Hobby, links ein Teeladen sowie rechts ein Spielzeuggeschäft zu finden.

IMG_7960Bonscheladen „Polkapojkarna“: In einem hübschen Laden mit offener Werkstatt werden Bonbons nach traditionellen Rezepturen angefertigt. Durch eine große Scheibe kann dabei zugesehen und die Produkte direkt probiert werden. Eine gute Gelegenheit für Mitbringsel!
(Lilla Nygatan 10, Gamla Stan)

Eiscafe „Stikki Nikki“: Die Schwedin Nicole Emson kreiiert seit 2008 Eissorten, die jenseits der üblichen Verdächtigen „Vanille, Erdbeer, Schokolade“ liegen. So testete ich zum Beispiel „Banana Curry“, eine süß- scharfe Kreation mit Chili-Stücken. Auch hier liegen die Preise, wie fast überall in Stockholm, bei 29,- schwedischen Kronen pro Kugel, dafür sind sie so groß wie drei.
(Götgatan, Mariatorget, Drottninggatan)

IMG_7918„Lagerhaus“: Wer „Butlers“ und „Depot“ kennt, hat hier die schwedische Schwester gefunden:
Vieles für die Küche, einiges für das Bad, dazu dekorative Dosen in Form von Eulen und Fabriken (?!)  sowie Geschenkpapier und kreatives Zubehör.

„Cafe Rival“: Ein Cafe neben dem „Hotel Rival“, das eine schöne Terrasse am ruhigen Park mit blühenden Blumenkästen hat. Das Innere des Cafes ist ebenfalls sehr ästhetisch und gleichzeitig gemütlich eingerichtet, die Speisen haben, wie überall in Stockholm, ihren Preis.
(Mariatorget 3, Södermalm)

IMG_7920„Svensk Tenn“: Ein alteingesessenes Einrichtungsgeschäft, das den „schwedischen Stil“ maßgeblich durch moderne Entwürfe, die in der Tradition verwurzelt sind, geprägt hat und bis heute prägt. Ein optischer Traum… (Strandvägen, Östermalm)

Skulpturengarten „Millesgarden“: Auf der östlichen Nachbar Insel Stockholms, Lidingö, liegt gut erreichbar der Skuplturengarten „Millesgarden“. Der Künstler Carl Milles besaß dort Wohnhaus und Atelier, die heute inklusive einer großen Auswahl seiner Werke zu bewundern sind. Die schöne Anlage mit verschiedenen Gärten und einer gesonderten Ausstellungshalle für wechselnde Themen ist wirklich einen Besuch wert. Und da sich die Insel Lidingö als Basisstation (Ferienwohnung) gut eignet, fuhren wir gleich an unserem zweiten Tag dort vorbei.

Die Inseln Riddarholmen, Skeppsholmen und Kastellholmen sind ebenfalls, jenseits vom Trubel auf Gamla Stan und in den anderen Innenstadt-Bereichen, schöne Orte um Architektur zu betrachten und auf einer Bank eine Pause einzulegen.

 

In Kürze folgen die Artikel „Reise nach Stockholm: Erlebnisse“ sowie
„Reise nach Stockholm: Souvenirs“.

aufmerksam, glaubhaft

Tee, Kekse und Fjarill

Um mir selbst etwas zu gönnen, statt die ganze Zeit zu überlegen, wem ich noch welches Geschenk besorgen muss, habe ich es mir gemütlich gemacht:
Mit einem schönen Tee aus dem Adventskalender, (Bio-)Keksen und einer neuen CD:
„Livet“ von Fjarill.
Besonders das erste Lied, „Livet“, hat mir sehr gut gefallen – was nach dem ersten Hören im Internet den Ausschlag gab, mir mal wieder schöne Musik zu besorgen. Ich habe derzeit oft einen Ohrwurm davon – zum reinhören: „Leben“

„Nu vill jag leva                     Jetzt möchte ich leben
Nu vill jag andas                   Jetzt möchte ich atmen
Nu vill jag tänka                    Jetzt möchte ich denken
Leva i frihet                           Und in Freiheit leben

Faanga min längtan             Meine Sehnsucht fangen
Nu vill jag vara                     Jetzt möchte ich sein
Nu vill jag veta                     Jetzt möchte ich wissen
Livet hemlighet“                   wohin die Reise geht.

 

 

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aufmerksam, kreativ

Skandinavisches Gipfeltreffen in der U-Bahn

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Unterwegs mit der U-Bahn ergab sich heute eine nette Situation:
Ein Mann mittleren Alters sowie eine ältere Frau stiegen am anderen Ende des Waggons ein und unterhielten sich auf Schwedisch. An der nächsten Station stieg unter anderem eine schicke ältere Dame zu: Sie meldete sich nach einigen Minuten des Zuhörens, indem sie aufstand und sich zu den beiden herüber lehnte, zu Wort: Eine Dänin. Während die drei sich quer durch den Waggon unterhielten und sich die schicke Dame kurz darauf zu den anderen setzte, gab sich gegenüber eine blonde junge Frau Ende zwanzig zu Erkennen: Eine Norwegerin. Nun fingen sie an, miteinander auf drei Sprachen zu kommunizieren, was zu einigen Nachfragen führte. Trotzdem meinte der Mann mittleren Alters sehr zufrieden auf schwedisch, dass die Skandinavier die Mehrheit in der „tunnelbaner“ darstellen würden. Daraufhin musste ich lachen und nicken, sodass die vier dachten, ich gehöre ebenfalls dazu.
Großartig.