Monatsarchive: September 2013

Loslassen

Eine Tüte voll Kleidungsstücke auf dem Weg zur Kleiderspende- ich finde es befreiend, mich von Dingen zu trennen, die mich lange begleitet haben und nun nicht mehr zu mir passen.
Ja, die Pullis, Blusen, Röcke und ich hatten gute Zeiten miteinander. Aber wenn der Fokus auf dem Vergangenen liegt, hilft es, loszulassen und auszumisten.
Den Wechsel der Jahreszeiten finde ich zum Aussortieren und Neuorientieren sehr passend und innerlich wie äußerlich harmonisch.
Dünne Sommerkleidung, die ich diesen Sommer nicht mehr oder nur noch „notfalls“ getragen habe, möchte ich sicher nicht als Ballast bis zum nächsten Jahr aufbewahren.
Und Winterliches, auf das ich mich so gar nicht freue und das mich vorwurfsvoll anschaut, weil ich es bereits im letzten Winter übersehen habe, hat auch ein Recht auf ein schöneres Leben anderswo.
Weg damit für einen guten Zweck!

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Krankenkassen hindern TherapeutInnen in der Ausübung ihres Berufs

Seit die neuen Heilmittelrichtlinien gelten, haben wir angestellten Logopädinnen in der Praxis alle deutlich mehr Verwaltungsaufwand, der täglich zu stemmen ist.

Die Heilmittelrichtlinien werden von den Krankenkassen aufgestellt und müssen von den HeilmittelerbringerInnen (Ärztinnen und Ärzten, Therapeutinnen und Therapeuten) eingehalten werden. Das bedeutet, dass die Krankenkasse verlangt, dass Verordnungen der ausstellenden ÄrztInnen in allen Kreuzen, Kürzeln, Formulierungen, Daten und Zahlen hundertprozentig dem entsprechen müssen, was sich die Bürokraten in ihren heimeligen Büros ausgedacht haben. Dies hat NICHTS mit der Qualität der verordneten Maßnahmen zu tun – es verfünffacht für alle Beteiligten den Verwaltungsaufwand und lässt ÄrztInnen im für den Patienten schlimmsten Fall von der Behandlung absehen.
Die neuen Heilmittelrichtlinien bedeuten sowohl mehr Aufwand für die MedizinerInnen, die die Verordnungen ausstellen, als auch wesentlich mehr Arbeit für die Berufsgruppen der TherapeutInnen jeder Couleur:
Wir müssen alle Verordnungen engmaschig überprüfen, zum Ändern zurück senden, überproportional viel genehmigen lassen und während des Behandlungszeitraums permanent überprüfen, dass an jedem einzelnen Datum alle Regeln eingehalten werden (keine Termine dürfen unkommentiert ausfallen, keine Termine dürfen unnötig verschoben werden, keine Termine dürfen sich häufen, kurz: Am Besten arbeiten wir gar nicht mit Patienten, dann geht in den Augen der Krankenkassen auch gar nichts schief).
Dies alles dient dazu, dass Krankenkassen mehr Verordnungen und Behandlungen wegen Formfehlern auf dem Papier ablehnen können – was bedeutet, dass wir gearbeitet haben aber nach Einreichen der Verordnung (umgangssprachlich auch „Rezept“ genannt) nichts von der Krankenkasse bezahlt bekommen.

So arbeiten wir Logopädinnen täglich nach den Behandlungen noch unbezahlt im Büro, damit alle Formalia eingehalten werden und die zusätzliche Kraft im Sekretariat gegen den immensen Verwaltungsaufwand ankommt.
Dies führt zu massiv abnehmender Motivation in der täglichen Arbeit, extrem verkürzten Pausen (wenn es keine bezahlbare und bezahlte Arbeitszeit ist, wie soll es alles im Feierabend geschafft werden?), steigender Gereiztheit angesichts der Situation und damit, langfristig, abnehmender Qualität der Behandlung.
Ich bin als Logopädin für die Arbeit mit den PatientInnen eingestellt worden und erlebe mich mehr und mehr am Schreibtisch sitzend mit administrativen Tätigkeiten, die jenseits meines Berufs liegen.

Wie meine Kollegin am Dienstag so treffend bemerkte: Sie liebt ihren Beruf, aber sie hasst die Bedingungen, unter denen wir arbeiten müssen und die sich überproportional verschärfen.
Eine Frau, die in der Sterbebegleitung tätig ist, formulierte es so: Es ist unglaublich, wie viel Arbeit sie gegenüber den Krankenkassen aufwenden muss, um für ihre Tätigkeit bezahlt zu werden.

Danke, Krankenkassen.
Das nennen wir Schikane.

 

* Bemerkung am Rande: Die im Büro der jeweiligen logopädischen Praxis tätige Person wird von dem bezahlt, was die Logopädinnen erwirtschaften und damit nicht ausbezahlt bekommen – es freuen sich die Verwaltungskauffrauen und -männer der AOK, BKK, IKK und so weiter, wie gut auch damit die Arbeitsmoral zu schwächen ist:
Mehr Verwaltungsaufwand bedeutet mehr Stunden für die Bürokraft bedeutet mehr Geld für die Bürokraft bedeutet weniger Geld, das die Logopädinnen erwirtschaften und direkt ausbezahlt bekommen oder als Fortbildungszuschuss erhalten. Perfide.

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Einzigartig

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Jeder Moment deines Lebens bleibt in der Weltgeschichte
genauso einzigartig
wie du es bist.

Sven Kühne
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Strauß „Moutarde à l’ancienne“

 

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Diesen Herbststrauß pflückte ich mir auf dem Weg vom Sport nach Hause zusammen und stellte ihn in ein altes Senfglas aus Frankreich (Daher der Aufdruck „Maille – Moutarde à l’ancienne“).

 

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Schöne Blumen sind auch zu bewundern auf Holunderblütchen und bei Weekend Flowers.

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Kindermund: Die hohe Kunst der Zahnpflege

Aus meinem Alltag als Logopädin

Ein Fünfjähriger berichtet, was er neulich gerade „auspuriert“ habe (ausprobiert).

Außerdem sieht er sich genötigt, mich aus einem mir unbekannten Grund über „Barius und Kaktus“ aufzuklären (er meinte Karius und Baktus).

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Vorbereitungen für die Einladung zum gemütlichen Herbst-Nachmittag

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Als Gastgeberin ist mir eine gute Planung sehr wichtig, die in der Vorbereitung ihren Schwerpunkt auf der Stimmung hat:
Da sich im Jahr nur eine begrenzte Zahl an Festen findet, schaffe ich gern selbst Anlässe – in diesem Fall zeitnah zu Erntedank, mit dem Ziel, in gemütlicher Runde kreativ zu sein und sich in Ruhe auszutauschen. Dabei zählt für mich im Entwurf das Ambiente mehr als die Speisen, letztere finden als grobe Orientierung ihren Weg auf Notizblätter, erstere fordert mich mit meinem ganzen Herzblut.
Während ich also alle einlade und über einen passenden Termin abstimmen lasse, beschäftige ich mich mit der Dekoration:
Wie in einem eleganten und gemütlichen Cottage soll es wirken – so als würden wir uns auf dem Gelände eines Gutshofes im Kutscherhaus versammeln: Klassische Elemente wie Kürbisse, Heide und leuchtende Beeren sollen sich mit Jagdmotiven und einem Farbcode aus weinrot, tannengrün und crème verbinden.
Dazu fehlt ein Geweih, nach dem ich schon lange auf der Suche bin. So sehr ich das Stöbern in Antiquitätengeschäften und auf Flohmärkten mag – aktuell ist es mir zu zeitintensiv. Also habe ich den umweltbewussten Weg gewählt und ein Geweih bei der Deutschen Wildtier Stiftung bestellt: Dafür musste garantiert kein Hirsch sterben und der zu zahlende Preis wird als Spende verwendet.

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Nun bin ich sehr gespannt, wie das Geweih aussieht, wenn es hier ankommt (schließlich kenne ich nur eine Beispielabbildung) und sichte bis dahin Geschirr und Tischwäsche.

 

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Nachtrag: Hier ist es – die 1,8 Kilogramm schwere Abwurfstange eines ca. 5 jährigen Rothirschs aus dem „Wildtierland“ der Deutschen Wildtier Stiftung in Mecklenburg-Vorpommern. Klassifiziert als „Größe S“ – da habe ich gestaunt und mich gefragt, was denn erste „Größe L“ sein soll?!

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Gemeindefreizeit und Abstecher ans Meer

Am vergangenen Wochenende waren wir in Schleswig Holstein unterwegs – den Freitag nahmen wir uns frei und verbrachten ihn fast komplett draußen: Auf dem Weg zur Gemeindefreizeit unternahmen wir einen Schlenker ans Meer, bevor wir per Bus und zu Fuß im Tagungszentrum ankamen. Dort erwarteten uns bereits viele aus der Kirchengemeinde, mit denen wir ein fröhliches Wochenende jenseits des Alltags verbrachten.
Besonders die Abende am Kamin genossen wir sehr, auch wenn der Rauch aus dem Wohnzimmer bis in die Schlafzimmer und in jedes einzelne Kleidungsstück kroch – Souvenirs, die wir zurück nach Hamburg genommen haben…

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Zu Fuß, ohne Karte, aber mit dem Wissen um die richtige Richtung auf dem Weg zum
„Erholungs- und Bildungszentrum“. Bis es offiziell los ging, trödelten wir durch norddeutsche Landschaft.

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Rosen und Muscheln

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Mehr schöne Blumen sind zu finden bei Weekend Flowers.

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Leichte Stimmung

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Bevor ich den Herbst willkommen heiße (was ich aktuell noch nicht mit ganzem Herzen tun kann), halte ich die sommerliche Wand mit ihren verschiedenen Blautönen und der luftigen Atmosphäre fest.
Ganz links befindet sich ein Spiegel, den ich vor Kurzem mit Brauntönen den anderen Rahmen angepasst und dazu gehängt habe.

 

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Die Herzen habe ich vor vielen Jahren gekauft und, da mir die ursprüngliche Gestaltung nicht gefiel, mit Acrylfarben blau übergemalt.

 

Viele weitere Kreationen sind zu bewundern bei RUMS sowie French Country Cottage und My Romantic Home.

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Kindermund: Molekular-Küche

Aus meinem Alltag als Logopädin:

Ein Fünfjähriger erzählt mir eine Bildergeschichte von Kim (dem Unisex-Kind), die aus einzelnen Bildern gelegt wird.
„Kim macht Sauerstoff auf das Salat drauf.“
Ich erkläre, dass auf dem Bild zwei Flaschen zu sehen seien: Öl und Essig.
Er: „Ja gut, Essigkeit tut er auch drauf.“

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