aufmerksam, kreativ

Frischer Wind für alte Möbel: Einmal hübschmachen, bitte!

Wenn ich nicht ständig mehrere Projekte gleichzeitig laufen habe, fange ich unweigerlich an, unsere Wohnung umzubauen. Normalerweise schreibe ich parallel zum Beruf mindestens zwei Manuskripte zugleich, aktuell befinden sich jedoch alle Bücher bei verschiedenen Verlagen kurz vor dem Druck und das aktuelle Projekt ist erst in der Phase der Verlagsbewerbung. Unterforderung macht sich breit…. Daher ist jetzt ein Stuhl dran, der mal vom Sperrmüll stammte und nun gegen ein ähnlich altes, aber schöneres Exemplar aus den Kleinanzeigen ausgetauscht wird.
Dazu weihte ich endlich mal unseren Fahrradanhänger ein und radelte zwei Stadtteile weiter, um das leicht wacklige Schätzchen abzuholen. Ich werde es gründlich leimen, nageln und sonstige Gewalt anwenden, damit er anschließend bombenfest steht. Danach schleife ich ihn ab und hole meine heißgeliebte Farbdose „Vintage Green“ heraus, um nach zwei Lagen Grundierung einen frischen Farbton aufzutragen.
Zum Schluss fehlt nur noch ein neues Polster!

Allerdings frage ich mich, warum mir solche Projekte jedes Jahr im Herbst einfallen, wenn es deutlich schwieriger ist, draußen zu arbeiten. Die Temperaturen sind kein Problem, wohl aber die ständige Nässe – bekommt alten Möbeln einfach nicht. Aber im Sommer schere ich mich reichlich wenig um unsere Möbel, wie bei einem Eichhörnchen kommt der Nestbautrieb im Herbst zum Vorschein…
Letztes Jahr arbeitete ich einen Beistelltisch auf, den ich ebenfalls online aufstöberte und mit einer Hand auf dem Fahrrad transportierte.

aufmerksam, kreativ

Dem Herbststurm trotzen: Kissenhüllen für ein gemütliches Zuhause nähen

Nach den Sommerferien begann in meiner Kirche ein neues Semester mit frischen Kleingruppen zu diversen Themen. Mit einer Handvoll sehr netter Frauen treffen wir uns einmal die Woche zum Austausch über eine gemeinsame Lektüre. Die Wohnung unserer Gastgeberin ist supermodern eingerichtet, wohingegen bei uns Zuhause ein kreativ-gemütlicher Künstlerhaushalt zu erleben ist (-;
Mir wäre eine cleane Einrichtung komplett in weiß-grau zu kühl, dennoch bringt mich die Gestaltung anderer Wohnungen natürlich zum Nachdenken. Ist ein Mobiliar aus selbstgemachten Stücken und Flohmarktfunden ein Makel oder ein Markenzeichen?
Bei dem fürchterlichen Sturm habe ich mir zwei Stoffe rausgekramt, die schon lange auf ihren Einsatz warten, und einfach mal vernäht. Da das besonders schöne Stoffstück zu klein für eine Kissenhülle war, verwendete ich einen weiteren Stoff als Träger. Die Kanten schlug ich um und verzierte sie mit Baumwollspitze. Alte, sehr hübsche Knöpfe nähte ich mit kontrastierendem Garn an, sodass eine fröhliche Farbkombination entstand.
Das ist ganz weit weg von einer Einrichtung wie aus dem Katalog – aber wie schön, dass jede ihren eigenen Geschmack haben kann! Und Schätze aus der Nähkiste endlich zu ihrem Einsatz kommen…

kreativ, Presse

Presse: Fachartikel zum Kreativen Schreiben mit SeniorInnen

In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift für die Seniorenbetreuung, „Aktivieren“, erschien ein vierseitiger Artikel zum Thema „Kreatives Schreiben“ von mir.
Darin stelle ich einfache Möglichkeiten vor, wie SeniorInnen ihre Freude am Formulieren und Fabulieren entdecken. In meinen Schreibstunden ist alles erlaubt, auch Kritzeln, Comics malen, Cluster bilden oder sich mit Stichworten zufrieden geben. Schließlich sind die Grundvoraussetzungen ganz verschieden, auch Personen mit Konzentrationsschwierigkeiten oder Sprachstörungen nach einem Schlaganfall nehmen teil.
Besonders wichtig ist für mich als Kursleitung dabei, die Gruppe „gründlich zu enthemmen“. Bevor wir das erste Mal mit einem Blatt Papier konfrontiert werden, vergehen mindestens fünfzehn Minuten mit Aufwärmspielen und Assoziationsübungen. Erst nach einer halben Stunde sitzen wir tatsächlich am Text, vorher lade ich zu Wortspielen, Themensammlungen an der Flipchart oder kleinen Gedichten ein.

Ich bin immer wieder überrascht, wie unterschiedlich die „Werke“ der Teilnehmenden sind: Aus einer einzigen Aufgabe entstehen ganz vielfältige Texte, Ideensammlungen und Skizzen.
Wer 43 Übungen und Schreibspiele zum kreativen Schreiben mit hochaltrigen Menschen ausprobieren möchte, findet die Sammlung meiner besten Schreibaufgaben im Praxisbuch „Schatzkiste Schreibspiele“.
Bei Bedarf sende ich auch gern ein Rezensionsexemplar zu.

aufmerksam, glaubhaft

Andacht für SeniorInnen zu Erntedank

Bevor die Saison für Erntedank-Gottesdienste endgültig vorbei ist, möchte ich noch meine Andacht teilen, die ich für die SeniorInnen vorbereitete.  Darin lade ich dazu ein, die eigene Biografie in der Rückschau wie eine Landschaft aus Feldern zu betrachten:

Welche Lebensbereiche, die Sie sich als „Felder“ vorstellen können, waren fruchtbar?

Wo hat Ihr Einsatz Frucht getragen? Im familiären Bereich, im Beruflichen, in Ihren Hobbies, ehrenamtlichen Tätigkeiten oder Reisen?

Was hat Ihnen damals vielleicht Mühe bereitet, liegt jetzt im Alter aber wie ein reicher Teppich aus bunten Äckern vor Ihnen?

Wenn Sie auf dieses Jahr zurückschauen:
Was ist gut gelungen, wo haben Sie Positives erlebt?

Welche großen Sorgen haben Sie umgetrieben, wie den Bauern, der erst auf Regen und dann auf Sonne wartet?

Welche Befürchtung ist nicht eingetroffen?
Wo sind Sorgen im Nachhinein betrachtet ganz überflüssig gewesen?
Was ist Ihnen in den Schoß gefallen, gnädig und unverdient?

Mit klassischen Kirchenliedern, Zeit zum Austausch und Gebet, einem besonders schönen Segen kann hier ein kompletter Ablauf für einen Erntedank-Gottesdienst mit SeniorInnen herunter geladen werden: Andacht Erntedank

aufmerksam, kreativ

Uhuuuu: Herbstliche Grußkarten mit Eulen basteln

Heute stelle ich einfache und effektvolle Grußkarten mit Eulen zum Nachbasteln vor.
Dazu verwendete ich ausgestanzte Eulen, die ich online von einer kreativen Dame bestellte – viel billiger (und platzsparender), als mir jede Papierstanze selbst anzuschaffen.
Dann suchte ich aus meinem Fundus Pappe in Orange- und Brauntönen zusammen, um eine herbstliche Stimmung zu transportieren. Das untere Drittel der Karten beklebte ich mit floralem Motivpapier, das farblich mit der Karte harmonierte.

Auf diesen Untergrund setzte ich die Eulen und gestaltete in den beiden oberen Dritteln einen Sternenhimmel aus bunten und silbern glänzenden Sternen. Mit einer Mini-Stanze schnitt ich zusätzliche Sterne aus der Kartenvorderseite, sodass an einigen Stellen das Innere hindurch schimmert.
Uhu! Fertig ist die Eulenpost…

aufmerksam, kreativ, Presse

Jetzt dreht sie auch noch Videos für BuchhändlerInnen: Gartengesteck anfertigen

Für mein Buch „Wo die Freude wohnt“ bat mich der Neukirchener Verlag, ein Video von zweieinhalb Minuten für die BuchhändlerInnen zu drehen.
Also baute ich mal wieder das Wohnzimmer um (wie schon einmal für meinen Video-Auftritt für die Altenpflege-Messe im Juni) und fertigte Requisiten an, um meine Buchvorstellung aktiver und interessanter zu gestalten.
Das Buch lädt dazu ein, in der „Villa der Freude“ die einzelnen Räume unseres Lebens zu besuchen: Im Labor stellen wir die benötigten Zutaten zusammen, damit die Freude ein regelmäßiger Gast in unserem Alltag wird. In der Bibliothek finden wir ermutigende Bibelsprüche, im Schaukelstuhl auf der Veranda werden wir getröstet, im Garten reißen wir störendes Unkraut heraus und geben Samen Raum, damit etwas Gutes, Neues wachsen kann. Auf dem Dachboden werden wir unsere Sorgen los, im Wintergarten kommen wir in Bewegung, im Festsaal lädt Gott uns persönlich zum Buffet ein. Viele weitere Räume folgen und damit die Möglichkeit, einen neuen Zugang zu Gott zu finden und unser Leben lustvoll und leicht zu gestalten.
Das Buch erscheint im Frühjahr 2022.
Logischerweise sollte in meiner Buchpräsentation ein kleiner Vorgeschmack auf den Inhalt erlebbar werden, so baute ich schnell ein Mini-Puppenhaus und fertigte einen Garten an.

Für das Gartengesteck wässerte ich Steckschaum, indem ich Wasser in das Waschbecken laufen ließ und der Steckschaum darauf schwamm, bis er sich von selbst vollgesogen hatte und nach unten sank. Im Netz kursieren die wildesten Anleitungen, daher: Da ich eine Weile in der Eventfloristik gearbeitet habe, weiß ich, dass dies die sinnvollste und beste Weise ist, Steckschaum zu wässern.
Anschließend legte ich den Steckschaum in eine flache Porzellanschale und deckte ihn komplett mit Moos ab. Ich drückte es an den Rändern der Porzellanschale zusätzlich mit den Fingern zwischen Steckmasse und Porzellanwand fest.
Dann kürzte ich Blumen mit dem Messer deutlich ein und arrangierte den Garten:
Erst die Salalzweige im Hintergrund, dann die beiden Gruppen aus Felberich links und Sommerastern rechts. Schon war mein Garten fertig und hält bereits zwei Wochen lang!

aufmerksam, glaubhaft

Input für Andacht und Gottesdienst: Ein Regenbogen leuchtet über mir

Im Sommerurlaub entdeckte ich in Schwerin einen Papierblock, der aus Notizzetteln in Regenbogenform und -farben bestand. Sofort wusste ich: Den bringe ich meinen SeniorInnen mit, damit sie in der nächsten Andacht alle einen Regenbogen erhalten, um darauf zu notieren, wo und wie sie sich Segen wünschen. Passend zum Thema „Segen“ gestaltete ich einen Gottesdienst rund um den Regenbogen:
Ich las aus der Bibel die Geschichte von Noah vor, der sich angesichts einer prophezeiten Naturkatastrophe voll auf Gott verließ und tat, was dieser ihm auftrug. Dabei war weit und breit kein Anzeichen für eine Rekordflut, die die Vorhersage bestätigt hatte. Dann harrte Noah aus, während die Arche völlig unkontrolliert herum trieb und er nicht ahnen konnte, wann der Spuk vorbei wäre. Wem kommt diese Situation bekannt vor – das beängstigende Driften zwischen hohen Wellen, die uns Angst machen, ohne dass ein Ende in Sicht ist, während wir in einer unmöglichen Situation feststecken? Ich sage nur: Corona! Am Ende löst Gott die Katastrophe auf und spricht seinen umfassenden Segen, also sein Versprechen für Wohlwollendes und Gutes, über der Menschheit aus. Was macht das mit uns?
Was treibt die SeniorInnen momentan um, wo fühlen sie sich hilflos, von Wellen hin und hergeworfen? Wo steht ihnen des Wasser bis zum Hals?
Gemeinsam haben wir Fürbitten gesammelt.
Die SeniorInnen konnten schriftlich auf dem Regenbogen festhalten, welche Herzenswünsche an Gott sie haben, was ihnen gut tun würde, wonach sich ihr Herz sehnt.
Nach einem weiteren Lied gab ich ein Kreuz aus Scherben herum: Als Symbol dafür, dass aus Katastrophen und Zerbruch etwas Neues, Schönes entstehen kann. Dass durch die Risse in unserer Biografie das heilende Licht Gottes hinein scheint. An welcher Stellen haben die SeniorInnen Lust, mit Jesus‘ Hilfe aus etwas Kaputtem etwas Wertvolles zu gestalten? Wie kann aus Verletzungen ein Segen entstehen?
Nach einem Gedicht folgten ein weiteres Lied, das „Vater unser“, Abendmahl, Abschiedslied und ein besonderer Segen.

Der gesamte Ablauf ist hier kostenlos zum Ausdrucken hinterlegt: Andacht Regenbogen Segen
Dabei eignet sich der Inhalt natürlich auch für alle anderen Gruppen, unabhängig von SeniorInnen. Wer mit jüngeren Menschen arbeitet, sollte die sehr klassischen Kirchenlieder allerdings dringend gegen moderne Worshipsongs umtauschen!

Wer sich generell für Andachten mit SeniorInnen interessiert, wird in der Kategorie „Spiritualität“ meiner Website „Schatzkiste Seniorenbetreuung“ fündig.

aufmerksam, kreativ

LandArt im Herbst: Blättergirlanden auffädeln

Noch gibt es kaum buntes Herbstlaub, dennoch möchte ich schon mal eine kreative Idee für Spaziergänge zeigen:
Aus farbigen Blättern gestaltete ich Girlanden auf zwei unterschiedliche Weisen. Einmal drückte ich mit dem Fingernagel kleine Löcher beidseits der mittleren Blattachse in das Blatt und fädelte einen Faden hindurch. Die entstandenen Ketten hängte ich über einem Fluss auf, sodass sie sich mit dem blauen Himmel schön im Wasser spiegelten und im Wind drehten.

Für die andere Variante benutzte ich Zahnstocher: Dazu legte ich jeweils zwei Blätter überlappend aufeinander und schob einen Zahnstocher als Verbindung durch beide Blätter. Wie mit einer Nadel tauchte ich zwei Mal auf und wieder ab, damit eine stabile „Naht“ entstand.
Aus Rhododendronblättern lassen sich ganz glatte Ketten anfertigen, gelbes Eichenlaub ergibt eher wuschelige Girlanden.

aufmerksam

Moderne Wanddekoration mit uralten Wurzeln: Ich liebe Wandteppiche

Manche uralte Erfindung, modern interpretiert, ist wunderschön und praktisch zugleich: Hier zum Beispiel der aktuelle Trend „Wandteppich“.
So sehr ich es liebe, unsere Wohnung regelmäßig neu zu dekorieren, so schwierig ist es, für die gerade nicht benutzten Gegenstände eine gute Unterbringung zu finden, die wenig Platz verschluckt. Selbst Poster, die ich in wechselnden Rahmen präsentiere, brauchen einen Ort, wenn sie nicht benutzt werden. Vom benötigten Stauraum für große Wechselrahmen will ich in unserer übersichtlichen Hamburger Wohnung gar nicht anfangen.

Daher liebe ich es, online in den Kleinanzeigen Wandteppiche aufzustöbern:
Die Kosten sind übersichtlich, sie können klein gefaltet im Umschlag verschickt werden, passen größentechnisch zu allen Zimmern und Proportionen und lassen sich ganz wunderbar im Schrank bei meinen Tischdecken lagern.
Aktuell bin ich ganz verknallt in das japanische Fischbanner, das über unserem Bett hängt. Früher hing dort immer ein großer Bilderrahmen aus Massivholz, sodass ich in den ersten Jahren in dieser Wohnung oft Angst hatte, im Schlaf erschlagen zu werden, wenn der Dübel in der Wand nachgibt.
Letztes Jahr schliefen wir unter der majestätischen Berglandschaft, die mich jedes Mal über Gottes Schöpfung staunen ließ. Nun ist die Wirkung mit den Kois ganz luftig und grafisch. Ich liebe es!

aufmerksam, feminin, glaubhaft

Wenn alles frustig und enttäuschend ist: Gott das Steuer überlassen

Ich bin ein ausgesprochen geduldiger Mensch, aber manchmal läuft mein Frust-Eimer einfach über.
Nach mehr als drei Jahren mit einem bestimmten Kooperationspartner stelle ich mir gerade ganz grundsätzlich die Frage, wie sinnvoll eine fortgesetzte Zusammenarbeit ist. Eine Menge Fehler, unprofessionelle Patzer, respektloses Verhalten haben sich angesammelt und besonders in den letzten Monaten zusätzlich aufsummiert. So sehr ich meine Tätigkeit liebe – die damit verbundenen Umstände machen mich inzwischen rasend.
Tatsächlich kämpfe ich aktuell mit mir selbst und dem Versuch, nachhaltig zu vergeben.
Gleichzeitig möchte ich weniger auf meinen eigenen Einsatz und mehr auf Gottes allmächtigen Einfluss bauen.
Viel zu oft meine ich, alles allein schaffen zu müssen. Mit sehr gründlicher Professionalität und profundem Fachwissen mein Gegenüber überzeugen zu wollen. So lange nachzulegen, bis wirklich das bestmögliche Produkt fertiggestellt werden kann.
Aber je mehr ich mich reinhänge, desto größer ist der Frust, wenn andere mit weniger Herzblut dabei sind und meine Hinweise bewusst ignorieren.
So ringe ich darum, verzeihen zu können und mich auf Gott statt auf meinen menschlichen Einfluss zu verlassen. Ich kann weder die Kompetenz noch die Motivation von anderen Menschen lenken – Gott sehr wohl schon. Und das garantiert liebevoller und umfassender, als es mir möglich wäre.

Wo kämpfst du gegen scheinbar unüberwindbare Grenzen an?
Wo verzweifelst du an dem Mangel von Einfluss, der deine Entscheidungen beschneidet?
Wo beißt du dich fest, mit bestem Wissen und besten Absichten, aber letztlich doch ergebnislos?
Wo weist du den Gedanken an Lockerlassen und Vergeben weit von dir – könntest dadurch aber dennoch inneren Frieden erhalten?
Wo wartet Gott nur darauf, dass du dich an ihn wendest und ihm das Steuer überlässt?