aufmerksam, glaubhaft

Ostern: Neue Augen für Gott

Ostern:
Jesus Christus nahm den gesamten Dreck unseres Lebens und befreite uns davon, indem er für unsere Fehler und Verletzungen starb. Er durchlitt den Tod für uns und erstand von den Toten. Er ist heilig, liebt uns bedingungslos aus ganzem Herzen und wünscht sich eine persönliche Beziehung zu jeder und jedem von uns.

Das weißt du, und dennoch ist dir nicht danach, Gott zu feiern?
Dein Glaube fühlt sich müde, ausgelutscht und leer an?

Ich möchte Tipps teilen, wie wir unsere Beziehung zu Jesus stärken können:

  • Lass dir Bücher von anderen ChristInnen ausleihen, die sie empfehlen können. Gern auch von Menschen, mit denen du sonst weniger zu tun hast – damit du deinen geistlichen Horizont erweiterst.
  • Besuche Gottesdienste anderer Gemeinden: Wie feiern Freikirchen, Evangelen oder Katholiken den Gottesdienst?
    Wie gestalten Menschen aus anderen Kulturen ihren Gottesdienst? In Hamburg gibt es überall Treffen von afrikanischen ChrsitInnen, aber auch BürgerInnen aus dem arabischen Raum und Asien feiern Gott in ihren Versammlungen. Ganz anders als wir – wodurch wir einen neuen Blick auf Gott gewinnen können.
  • Frage eine Person, die entweder mehr Lebenserfahrung oder mehr Glaubenserfahrung hat, welche Einsichten sie in den letzten Wochen / Monaten von Gott gewonnen hat und teilen möchte.
  • Suche neue Zugänge zum Gebet. Entweder mit Hilfe von Büchern: „Beten – ein Selbstversuch“ von Klaus Douglass ist mitreißend und lädt zum Nachmachen ein. Oder frag Menschen, die anders an Gott glauben als du, wie sie beten.
  • Fokussiere dich auf´s Danken. Wenn wir beten, klingt das oft nach einem endlosen Einkaufszettel: Gott, bitte gib mir für mein Leben dies, und das, mehr hiervon, weniger davon! Beten ist aber kein übernatürliches Shoppingerlebnis, bei dem es ständig um uns geht und darum, was Gott mal uns zu liebe tun könnte. Zum Gebet gehört neben dem Bitten auch Loben und Danken, was wir sehr gerne sehr ausführlich vergessen.
    Wie wär´s mal mit mehr loben? Fällt mir persönlich sehr schwer, ich weiß meist nicht, was ich sagen soll.
    Und mehr danken? Geht schon besser, geht aber im Alltag auch oft unter. Dabei ist der Blick weg von unserem „Zu wenig“ hin zu Gottes „Überreich beschenkt“ total wichtig, weil es die Perspektiven gerade rückt. Nichts von dem, womit wir täglich beschenkt werden, haben wir uns verdient. Warum leben wir hier mit Zentralheizung und Vollverpflegung, und nicht im Slum von Mumbai? Daran, wie toll wir scheinbar sind, liegt es jedenfalls nicht.

aufmerksam

Zwolle: Historische Hansestadt am Puls der Zeit

Wer sich in Zwolle orientieren möchte und nach der Ankunft erstmal das Tourismusbüro sucht: Es befindet sich hinter einem historischen Bonbonladen… (Het zwolse Balletjeshuis,  Grote Kerkplein 13) Das ist typisch für Zwolle: Obwohl die mittelalterliche Hansestadt das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum an der Ijssel ist, werden Genuss und Gemütlichkeit zelebriert.

Gegenüber der alten Stadtmauer reihen sich Kaufmannshäuser entlang der Wasserkante aneinander.

Spezialgeschäfte für Käse und Pindakaas (Erdnusscreme) lockern die Reihe der ungezählten Modegeschäfte auf. Die Niederländerinnen legen viel Wert auf ein modernes Outfit, am ersten und letzten Sonntag im Monat sind die Läden geöffnet.

Laut eigenen Angaben lädt in Zwolle der „schönste Buchladen der Niederlande“ zum Stöbern in eine imposante Kirche ein: Waanders In de Broeren. Ein Café ist natürlich auch dabei.

„Dünne Leute sind einfacher zu kidnappen. Bleib´ auf der sicheren Seite – iss Pie!“ Sehr viele schicke Blumenläden wechseln sich mit Bistros und stylischen Styleshops mit allem, was die trendy Frau braucht, ab. Museen und Konzerthallen bieten ein abwechslungsreiches Programm an, das wir leider nicht nutzten, weil wir von den Tagestouren in die Tulpenfelder immer völlig groggy zurück auf unser Hausboot kamen.

aufmerksam

Hattem: Mittelalterliche Lebensfreude an der Ijssel

Hattem ist eine kleine, verschlafen-fröhliche Hansestadt an der Ijssel.
Sie liegt Zwolle, dem wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum der Region auf der anderen Seite des Stroms gegenüber.

Hier wohnt ein Entenpaar in der Fußgängerzone und die EinwohnerInnen leben sehr entspannt und „gezellig“ in diesem friedlichen Städtchen. Die Dame im Tourismusbüro überschlug sich vor Ideen und Begeisterung und hörte kaum auf, mir spannende Veranstaltungen vorzuschlagen. Täglich fuhren wir auf dem Weg in die Tulpenfelder am örtlichen „Kinderbauernhof“ vorbei, winkten den Lamas, Eseln und Schafen.

Der Wochenmarkt findet ganz charmant auf einer Brücke statt und das Bäckerei-Museum bietet täglich Workshops zum Backen an. Ich meine, wie gemütlich kann es denn noch werden?

Mit unserem Hausboot in der Marina waren wir sehr zufrieden, eine dicke rote Katze übernahm die Begrüßung und das Einchecken. Die Besitzer und Angestellten waren alle sehr nett und entspannt, wer also in Hattem anlegen oder campen möchte: Wir empfehlen diesen ruhigen Schlafplatz sehr. Wer sich für Einzelheiten interessiert, frage mich bitte über das Kontaktformular.

aufmerksam

Tulpenblüte in Flevoland: Routen für Rad und Auto sowie Spaziergänge

Flevoland war vor sechzig Jahren noch Meeresboden. Heute stehen hier Höfe und Wälder, grasen Schafe und blühen Tulpen.
Wir waren an zwei Tagen mit dem Rad in Flevoland unterwegs, dabei folgten wir den Wegweisern der Tulpenroute für Fahrräder nahe Dronten und nahe Swifterbant. Von unserem wunderbaren Hausboot in Hattem, bei Zwolle, fuhren wir mit der Regionalbahn nach Dronten und von dort aus per Rad zu den Tulpenfeldern.
Wer rund um Dronten, Swifterbant, Lelystad und Zeewolde unterwegs ist, kann sich hier die Routen anschauen. Es gibt Wander-, Rad- und Autorouten.
Weiter im Norden gibt es ebenfalls Tulpenrouten, die sogar noch spektakulärer sein sollen: Auf dem Noordoostpolder rund um Emmeloord.
Der sogenannte „Bollenstreek“ (Bollen sind die Zwiebeln der Tulpen) zieht sich südlich von Amsterdam nach Leiden, Haarlem und Nordwijk. Er ist das traditionellste und bekannteste Gebiet der Tulpenblüte. Aber auch in Noordholland und um Alkmaar können die Blumenfelder besucht werden.
Die beste Reisezeit ist von Anfang / Mitte April bis Mitte Mai, das hängt natürlich auch von den Temperaturen ab. Die Tulpen auf den Feldern werden ab dem Moment der höchsten Blüte mit Maschinen geköpft, weil es den Bauern nur um die Zwiebeln geht: Sie wollen sie züchten und vermehren. Durch das Abtrennen der Blütenköpfe kann sich die Tulpenzwiebel viel Energie sparen, die sie stattdessen speichert. Ab Juli werden die Zwiebeln ausgegraben, im Herbst in Töpfe gesetzt und verkauft. Es dauert durchschnittlich 25 Jahre, bis eine neue Tulpensorte gezüchtet und verkaufsbereit ist.

 

Unterwegs kamen wir an vielen Bauernhöfen vorbei, die Kartoffeln, Obst und Säfte oder Eier anboten. Auch einen Eierautomaten lernten wir kennen, der rund um die Uhr biologische Eier liefert. Eins der Hühner pickte mir sogar Löwenzahn aus der Hand (nur, um ihn gleich wieder beiseite zu legen…).

Bei plötzlichen Hagelschauern mit anschließendem Schneegestöber, wie vorgestern, bieten sich Bushaltestellen als Zuflucht an. Brootje auspacken, Pause machen, bald ist das Unwetter vorbei!

Die Tulpenrouten verweisen auf Hofcafés und andere Möglichkeiten, um die BewohnerInnen der Region besser kennenzulernen.
Wir besuchten Hanneke´s Pluktuin (Hannekes Pflückgarten), wo die Kundinnen direkt zwischen den Tulpen herum spazierten und sich die Exemplare für ihren Strauß vor Ort aus der Erde zogen. Am besten mit der Zwiebelknolle, damit sie sich noch für das nächste Jahr einpflanzen ließen.
Die Inhaberin Hanneke betreibt ein süßes Café, wie immer sehr entspannt und mit wenig Andrang.
Das ist der Zauber von Flevoland: Es ist weniger spektakulär als die Region um Lisse oder der Noordoostpolder, aber dafür gibt es keine Touristenströme und wir waren unterwegs immer allein auf weiter Flur. Stattdessen überall zutrauliche Hunde, die uns hinterher liefen, neugierige Kühe und Stille pur.

aufmerksam

Glückshormone pur: Durch die Tulpenfelder in den Niederlanden

Wo kann ich mich mit Kühen unterhalten, Tulpen streicheln, mir einen Sonnenbrand holen und mit dem Rad plötzlich durch den Schneeschauer fahren? Wo mich allabendlich auf dem Hausboot zur Nachtruhe legen? Wo mein täglich broodje mit hagelslag und kaas essen? Wo ständig von wildfremden, extrem liebenswürdigen, extrem hilfsbereiten Menschen angesprochen werden?

In den Niederlanden, natürlich.
Neulich schrieb ich über meine Löffelliste, auf der ich alles notiere, was ich noch erleben möchte, „bevor ich den Löffel abgebe“.
Vor Kurzem stellte ich mir zum Bügeln den Fernseher an und ärgerte mich wieder einmal, wie fast jedes Jahr, dass die Tulpenfelder ohne mich blühten. Wie mir seitens der Moderatorin sehr fröhlich vor Augen geführt wurde. Eine kurze Recherche ergab, dass es noch nicht zu spät war. Rund um Lisse, das Hauptanbaugebiet der Tulpen, gab es nur noch Unterkünfte, die mit Gold aufgewogen werden wollten. Ich fand eine andere Lösung, die ich in den kommenden Tage in Ruhe vorstellen werde.
Dabei beginne ich mit den Tulpenrouten in Flevoland und dem Noordoostpolder.
Es folgen die Hansestädte Hattem und Zwolle an der Ijssel.

 

aufmerksam, glaubhaft

Buchempfehlung: „On fire“ von John O`Leary

Am ganzen Körper brannte John O`Leary als neunjähriger Junge, nachdem er mit Benzin und einem Streichholz gespielt hatte. Komplett brennend rannte er ins Haus, sodass es ebenfalls Feuer fing. Sein großer Bruder rollte ihn in die Schmutzmatte des Eingangs, um die Flammen zu ersticken, und seine kleine Schwester lief drei Mal ins qualmende Haus zurück, um eine Tasse mit Wasser zu füllen und ihm ins Gesicht zu kippen. Trotz Verbrennungen am ganzen Körper, die nur offenes Fleisch zurück ließen, überlebte John. Dank des kalten Wassers der Schwester ist sein Kopf das Einzige, das halbwegs normal aussieht. Nach sehr vielen Operationen, langen Monaten im Krankenhaus und der Amputation seiner Finger konnte er schließlich nach Hause zurück, um sich langsam wieder einen halbwegs normalen Alltag zu erkämpfen.
Mehrere Jahrzehnte später schrieb John ein Buch: „On fire. Das Leben lieben lernen“, wobei der englische Titel noch passender ist: „The 7 Choices to Ingnite a Radically Inspired Life“ (Sieben Entscheidungen, um ein wirklich inspirierendes Leben zu entzünden) Während John abwechselnd von seiner Krankheitszeit als Kind und seinem heutigen Leben erzählt, stellt er die LeserInnen vor sieben Fragen, deren Entscheidung wesentlich zu einem gelingenden Leben beitragen.

„Henri Nouwen, einer meiner Lieblingsautoren, sagte einmal:
>Wir unterscheiden gern zwischen unserem privaten und öffentlichen Leben und sagen: `Was ich privat tue, geht niemanden etwas an.` Aber jeder, der versucht, ein geistliches Leben zu führen, wird schon bald entdecken, dass das Persönlichste das Universellste ist, das Verborgenste das Öffentlichste…<
Was den Einzelnen betrifft, betrifft alle.
Das Licht, das im Innern brennt, soll der ganzen Welt leuchten. Zeiten, in denen wir zerbrochen und heil wurden, sind die Bereiche unseres Lebens, die uns mit unseren Mitmenschen verbinden. Wir mögen vielleicht in verschiedenen Nachbarschaften aufgewachsen und unterschiedliche Schulen besucht haben. Unsere Berufe und Familien unterscheiden sich. Aber wir alle kennen den Schmerz, der im Alleinsein steckt. Wir alle kennen die Angst, nicht geliebt zu sein.
Das sind die Bereiche, die uns zusammenbringen können. So oft stoßen wir Menschen von uns, aus Angst, dass sie die Probleme in unserem Leben nicht akzeptieren werden. Aber gerade die Probleme sind es, die wir gemeinsam angehen sollten. Sie sind es, die uns als Menschen miteinander verbinden.“

„Ich habe noch etwas Weiteres entdeckt: Wenn ich meine Maske ablege und andere in die dunklen Ecken meines Herzens hineinlasse, dann werde ich keineswegs weggestoßen, sondern die Menschen reagieren viel öfter mit den wunderbaren Worten: >Ach, dir geht es auch so?< Das eigene Leben zu lieben, vollkommen Feuer und Flamme dafür zu sein, bedeutet, dass Sie keine Angst davor haben, Ihrer eigenen Geschichte ins Auge zu blicken und sie anzunehmen – in aller Verantwortung. Dass Sie die Narben feiern, die Sie sich auf Ihrem Weg zugezogen haben, und dass Sie bereit und willig sind, Ihr Leben ehrlich zu leben.
Andernfalls werden Sie Ihre Geschichte nie als wirkliches Geschenk erfahren.
Sie werden die Kraft, die im Erfahrenen liegt, nicht erkennen. Sie werden die Schönheit Ihrer Narben nicht annehmen können.
Sie werden nie zu dem Licht, nach dem die Welt sich sehnt.“

„Jack hatte sich ganz bewusst entschlossen, ein zutiefst erfülltes Leben zu führen. Und somit ist er das perfekte Beispiel für die sechste Wahl, vor der wir stehen: Der Schlüssel zu wahrer Größe im Leben liegt darin, sich dafür zu entscheiden, Bedeutung statt Erfolg anzustreben. >Ich wünschte, ich könnte dir zeigen… dass dein Dasein ein ganz erstaunliches Licht ist.< Hafis von Schiraz“

Was du liebst, wird alles beeinflussen. Es wird bestimmen, was dich morgens aufstehen lässt, wie du dein Wochenende verbringst, was du liest, was dir das Herz bricht und was dich mit Freude und Dankbarkeit erfüllt. Verliebe dich, bleibe in der Liebe und das wird alles beeinflussen`, so Pedro Arrupe. Das ist eine wunderbare Beschreibung der Macht der Liebe. Sie steht für nahezu alle Bereiche.
Lesen Sie das Zitat noch einmal.
Und nun ein weiteres Mal, aber lassen Sie uns zuvor die Worte Liebe und lieben durch Angst und ängstigen ersetzen:
`Was dich ängstigt, wird alles beeinflussen. Es wird bestimmen, was dich morgens aufstehen lässt, wie du dein Wochenende verbringst, was du liest, was dir das Herz bricht und was dich mit Freude und Dankbarkeit erfüllt. Ängstige dich, bleibe in der Angst und das wird alles beeinflussen.`
Auch in dieser Lesart ist das Zitat zutreffend.
Ob Sie sich nun also dafür entscheiden, von Liebe oder von Angst bestimmt zu sein, wird alles beeinflussen, was in Ihrem Leben geschieht.“

aufmerksam, glaubhaft

Sprung über den Tellerrand: Tschüß öder Gottesdienst, hallo Power am Sonntagmorgen!

Wer seit Jahrzehnten Mitglied in der gleichen Kirchengemeinde ist, ist dort fest verwurzelt. Aber nicht jedeR ist glücklich mit der Situation vor Ort: Die einen hadern mit den Traditionen, die anderen mit internen Konflikten, die nächsten mit betonierten Moralvorstellungen und die übernächsten mit der fehlenden Mitbestimmung. Je nach Konfession (evangelisch, katholisch, freikirchlich) und Ort (Großstadt, Kleinstadt, Dorf) sind die Gründe der Unzufriedenheit ganz verschieden.
Als aktives Mitglied einer Freikirche fühlte ich mich lange wohl, bis ich mich schleichend immer mehr entfremdete. Mir fehlte frischer Wind, neue Kontakte, ein gemeinsam geteilter Alltag, Tiefgang in der Predigt. Kurz: Die Wurzeln meines „Gemeindebaums“ wurden von Maden durchlöchert und die Baumkrone warf immer mehr Blätter ab. So schaute ich mich in der christlichen Szene nach einer neuen Heimat um und wurde, Gott sei Dank, schnell fündig.

Neulich kam das Gespräch auf meinen Gemeindewechsel und wieder einmal wurden die Augen groß, als ich erneut erklärte, dass ich nicht einfach in eine andere Gemeinde (innerhalb des gleichen Verbands) gehe, sondern stattdessen Mitglied in einer anderen Freikirche wurde. Das war keine Absicht, ich finde die Baptisten weiterhin gut und wünschen ihnen von Herzen Gottes Segen. Natürlich habe ich mir die Entscheidung nicht leicht gemacht, aber nach 18 Monaten des „Keine-Lust-auf-Gottesdienst-und-Hauskreis-habens“ war klar, dass meinem Glauben und meiner Seele der Frust nicht gut tut. Und dass nach zwölf Jahren in der gleichen Gemeinde dringend eine Neuausrichtung dran war. Nicht einfach nur in irgendeine andere Kirche, sondern in eine andere Form der Spiritualität. Hätte ich den gleichen Kram in grün statt blau haben wollen, hätte ich mich nicht auf die Suche nach einer tieferen Dimension des Glaubens machen brauchen.

An der Stelle frage ich mich:
Warum sind so viele Menschen in ihren Kirchen unzufrieden und bleiben dennoch dort?
Weil sie Angst haben, andere mit ihrem Weggang zu verletzen?
Weil sie glauben, dass Gott es nicht lustig findet, wenn sie das sinkende Schiff verlassen, statt verbissen den kläglichen Rest der örtlichen Gemeinde am Leben halten zu wollen?
Weil sie glauben, sie dürften nicht die Konfession (evangelisch, katholisch, freikirchlich) wechseln, weil sie damit ihrer bisherigen Lebensgeschichte den Rücken kehren?
Weil sie Angst vor der Ablehnung alter Freunde haben, wenn sie „plötzlich in einen anderen Verein“ gehen?
Weil sie meinen, es sei irgendwie unchristlich, die Gemeinde zu wechseln, einfach weil man absolut keinen Bock mehr auf verkrustete Strukturen und Worte statt Taten hat?
Weil die Angst vor Neuem die Hoffnung auf eine bessere Alternative überwiegt?

Ich bin mir sehr sicher, dass es Gott sch***egal ist, zu welcher Konfession wir gehören.
Ich bin mir auch sehr sicher, dass es existenziell wichtig ist, dass wir unseren Glauben ernähren:
Durch kraftvolle Predigten und weise Bücher, durch inspirierende Vorbilder, durch ermutigende und kritische Gemeinschaft mit anderen Christen. Wer keine Lust mehr auf die eigene Gemeinde hat und dennoch nichts ändert, bietet den Angriffen dunkler Mächte den idealen Nährboden. Als ChristInnen sind wir sowieso die Minderheit in dieser Welt, warum sollten wir uns durch einen erschlafften Glauben und fehlende Unterstützung anderer ChristInnen selbst schwächen?
In meiner neuen Gemeinde habe ich das erste Mal seit sehr langer Zeit den Eindruck, dass es viel zu lernen und zu erleben gibt.
Es gibt Menschen, die beten mit einer Kraft und Intensität, wie ich sie noch nie erlebt habe. Ich lerne Menschen kennen, die eine Tiefe in ihrer Beziehung zu Gott haben, die mich stark beeindruckt. Mit mir selbst passieren mitten im Gottesdienst Dinge, die mir völlig neu sind und als ermutigendes Geschenk für den Alltag wirken. Ich schreibe nach vielen Jahren wieder die Predigten mit, einfach weil es sich endlich wieder lohnt (neulich saßen wir zu dritt neben einander und kritzelten alle, was das Zeug hielt). Ich höre, spüre und sehe Gott so umfassend, wie noch nie zuvor. Und merke dennoch ständig, wie viel intensiver mein Glaube noch werden kann.
Warum sollten wir auf Gottes tiefgreifendes Wirken in unserem Leben und handfeste Vorbilder verzichten, wenn wir dazu einfach nur die Gemeinde wechseln brauchen?

Ich frage ganz ernsthaft: Warum sollten wir uns mit einer ermüdeten, genervten Beziehung zur Ortsgemeinde und einem verwaschenen, distanzierten Blick auf Gott zufrieden geben?

Warum?

aufmerksam, kreativ

Ostermarkt im Sasel-Haus

Ohne Kamera besuchte ich dieses Jahr den Ostermarkt im Sasel-Haus, ich ließ sie in der Eile leider zu Hause liegen. Da die meisten Aussteller die gleichen wie im letzten Jahr waren, verweise ich gern auf die Bilder von 2018.
Ich kaufte von diversen Künstlerinnen eine ganze Kollektion an Postkarten zusammen, die bald als „buntes Karten-Set“ ein Geburtstagsgeschenk werden.
Zwei neue Keramikeier erstand ich für mich und diverse Hühner, Eier und Hasen werden sich bald in gepolsterten Umschlägen auf den Weg machen…
Morgen, am 07.04. kann der Ostermarkt von 10 – 17:00 Uhr besucht werden.
Außerdem veranstaltet morgen das Hamburger Umweltzentrum Gut Karlshöhe von 10 – 16:00 Uhr einen Pflanzenmarkt mit Informationen rund um den natürlichen Garten.

aufmerksam, feminin, kreativ

Näh-Atelier: Blumen, Bilder und Belohnungen

Kreatives Chaos:
Ausgerissene Seiten mit bunter Sommermode und Stoffreste für ein fröhliches Kissen versammeln sich um einen Blumenstrauß. Garnrollen und Natas runden das inspirierende Durcheinander ab…

Das Rosenkissen im Hintergrund nähte ich aus einer Seidentunika, die ich viele Jahre heiß und innig geliebt habe. Jetzt verschönt sie das Wohnzimmer… Das grüne Kissen entstand aus einer Jeans, die Anleitung dazu habe ich hier vorgestellt.

Spitzendetails und lebhafte Stoffkombinationen machen Lust auf frischen Wind im Kleiderschrank.
Anschließend locken die klebrigen Natas zur Stärkung.

Verlinkt mit ein kleiner blog, widerstand ist zweckmaessig

aufmerksam, glaubhaft

Wo Gott wohnt

Wo wohnt Gott und wie können wir ihm nahe sein?
Seit ich in der neuen Gemeinde bin, habe ich morgens regelmäßig ein Lied im Ohr.
Während ich frühstücke, lasse ich es laufen und höre der Botschaft zu: Wofür die SängerInnen Gott loben, warum sie ihm danken, wie sie ihn im eigenen Alltag erlebt haben.
Dann wohnt Gott in unserer Küche…

Dieses Lied begleitet mich im Laufe des Tages, es ist wie mein persönlicher Wetterbericht:
Wenn ich mit einem fröhlichen und dankbaren Lied in den Tag starte, beeinflusst das meinen Blick auf die Welt. Und die Welt schaut ganz anders zurück, als wenn ich ohne ein kraftvolles Lied im Ohr aus dem Haus ginge.

„Meine Hoffnung ist lebendig
Mein Fundament in dir beständig
Auch wenn mein Verstand begrenzt ist,
Trau ich Dir alles zu!
Du hast gute Gedanken, die mich fest in dir verankern
Und weil ich in deiner Hand bin,
Trau ich Dir alles zu!

Denn du machst alles neu
Schönheit fällt wie der Regen
In dir blüht alles auf
Du bist pulsierendes Leben
Denn du machst alles neu“

Könige und Priester

So entwickelt sich die Melodie und Botschaft meines Aufsteh-Ohrwurms zu einer selbsterfüllenden Prophezeihung.
Auch abends, wenn ich im Wohnzimmer am Boden liege und meine Verspannungen bearbeite, lasse ich mich von den Gedankenfetzen leiten, die mich zu einem passenden Lied bringen. Oder ich liege während meiner Übungen in der Stille und höre Gott reden, der mich zu Neuem herausfordert. Oder er tröstet und ermutigt mich, damit ich anschließend vertrauensvoll schlafen gehe, nachdem ich meine Hände geöffnet und ihm meine Pläne überlassen habe. Statt mich weiter zu verbeißen und alles krampfhaft allein schaffen zu wollen.
Dann wohnt Gott in unserem Wohnzimmer, zwischen der Isomatte zum Turnen und dem Sofa…

„Higher than the mountains that I face
Höher als die Berge, denen ich gegenüber stehe
Stronger than the power of the grave
Stärker als die Macht des Grabs
Constant through the trial and the change
Gleichbleibend durch Prüfungen und Veränderungen
One thing remains, yes, one thing remains
Bleibt eine Sache gleich, ja, eins bleibt gleich

Your love never fails Deine Liebe scheitert nie
It never gives up Sie gibt niemals auf
It never runs out on me Sie geht nie zu Ende

Jesus Culture

„God is able  Gott ist fähig
He will never fail Er wird nie scheitern
He is almighty God Er ist der allmächtige Gott
Greater than all we seek Größer als alles, was wir suchen
Greater than all we ask Größer als alles, wonach wir fragen

He has done great things Er hat großartige Dinge getan
Lifted up Erhoben
He defeated the grave Bekämpfte er das Grab
Raised to life Er erstand zum Leben
Our God is able Unser Gott ist fähig / allmächtig
In His name we overcome In seinem Namen überwinden wir

For the Lord Denn der Herr
Our God is able Unser Gott ist allmächtig
God is with us Er ist mit uns
God is on our side Er ist auf unserer Seite
He will make a way Er wird uns einen Weg bahnen“

Hillsong

„Before I spoke a word Bevor ich ein erstes Wort sprach
You were singing over me Sangst du über mir
You have been so, so good to me Du warst so, so gut zu mir

Before I took a breath Bevor ich einen Atemzug nahm
You breathed Your life in me Hauchtest du mir Leben ein
You have been so, so kind to me Du warst so, so gut zu mir

Oh the overwhelming, never-ending
Oh, die überwältigende, niemals endende
Reckless love of God Waghalsige Liebe Gottes
Oh, it chases me down  Oh, sie verfolgt mich
Fights ‚til I’m found Kämpft, bis sie mich findet
Leaves the ninety-nine
Verlässt die (anderen) Neunundneunzig
I couldn’t earn it and I don’t deserve it
Ich könnte es nicht verdienen, es steht mir nicht zu
Still You give Yourself away Dennoch gibst du dich selbst
Oh the overwhelming, never-ending
Oh, die überwältigende, niemals endende
Reckless love of God Waghalsige Liebe Gottes

There’s no shadow You won’t light up
Es gibt keinen Schatten, denn du nicht erhellst

Mountain You won’t climb up
Keinen Berg, den du nicht erklimmst
Coming after me Um mir zu folgen
There’s no wall You won’t kick down
Es gibt keine Mauer, die du nicht umtrittst
Lie You won’t tear down
Keine Lüge, die du nicht herunter reißt
Coming after me Um mir zu folgen

I couldn’t earn it and I don’t deserve it
Ich könnte es nicht verdienen, es steht mir nicht zu
Oh the overwhelming, never-ending
Oh, die überwältigende, niemals endende
Reckless love of God Waghalsige Liebe Gottes“

Cory Asbury