aufmerksam, glaubhaft

Alles wird gut sein – Juliana von Norwich

„All shall be well
and all shall be well
and all manner of thing shall be well.“

„Alles wird gut sein
und alle werden gut sein,
und aller Art Dinge wird gut sein.“

Juliana von Norwich

Buchtipp:
Wer sich nach mehr Freude und einem Glauben, der im Alltag praktisch wird, sehnt, schaue sich gern mein Mitmach-Buch „Wo die Freude wohnt“ an. Kreative Ideen, Gebete, Reflexionsübungen laden in die Räume der „Villa der Freude“ ein, wo mit Körper und Seele Gott erlebt werden kann.

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Hymne der Shaker über die Lebensfreude

Mein Leben fließt in endlosem Gesang weiter;
Über der Erde Wehklagen,
vernehme ich den süßen, wenn auch fernen Hymnus
der eine neue Schöpfung bejubelt;
Durch all den Tumult und den Streit hindurch
Höre ich die Musik erklingen;
Sie findet ein Echo in meiner Seele.
Wie kann ich es unterlassen zu singen?

Was ist, wenn meine Freuden und Tröstungen sterben?
Der Herr, mein Retter, lebt;
Was, wenn die Dunkelheit mich umgibt?
Lieder in der Nacht schenkt er.
Kein Sturm kann meine innere Ruhe erschüttern
Solange ich mich an diese Zuflucht klammere;
Denn Christus ist Herr über Himmel und Erde,
Wie kann ich mich vom Singen abhalten?

Ich hebe meine Augen; die Wolke wird dünn;
Ich sehe das Blau über ihr;
Und Tag für Tag glättet sich der Weg,
Seit ich ihn zu lieben lernte,
Der Friede Christi macht mein Herz frisch,
Eine Quelle, die immer quillt;
Alle Dinge sind mein, denn ich bin sein.
Wie kann ich mich vom Singen abhalten?

Shaker Hymn

My life flows on in endless song;
Above earth’s lamentation,
I catch the sweet†, tho‘ far-off hymn
That hails a new creation;
Thro‘ all the tumult and the strife
I hear the music ringing;
It finds an echo in my soul—
How can I keep from singing?

What tho‘ my joys and comforts die?
The Lord my Saviour liveth;
What tho‘ the darkness gather round?
Songs in the night he giveth.
No storm can shake my inmost calm
While to that refuge clinging;
Since Christ is Lord of heaven and earth,
How can I keep from singing?

I lift my eyes; the cloud grows thin;
I see the blue above it;
And day by day this pathway smooths,
Since first I learned to love it,
The peace of Christ makes fresh my heart,
A fountain ever springing;
All things are mine since I am his—
How can I keep from singing?

Buchtipp:
Wer sich nach mehr Freude und einem Glauben, der im Alltag praktisch wird, sehnt, schaue sich gern mein Mitmach-Buch „Wo die Freude wohnt“ an. Kreative Ideen, Gebete, Reflexionsübungen laden in die Räume der „Villa der Freude“ ein, wo mit Körper und Seele Gott erlebt werden kann.

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Was zählen wir: Leistungen und Anstrengungen oder Segnungen?

In einer Gesellschaft, die ständig misst und Jahresgehälter, Karriereschritte, Fernreisen, Sportwettkämpfe und Kilos zählt,
lade ich dazu ein, den Blick auf unsere Segnungen zu richten:
Was hat Gott mir heute geschenkt?
Welches Detail, egal wie klein, hat mein Herz erfreut?
Wem bin ich begegnet?
Wo wurde mir heute geholfen?

Statt äußere Merkmale von Leistungen zu suchen, können wir erleben, wie wohl ein „Danke!“ tut.
An Gott.
An unsere Mitmenschen.
Ja, und auch an uns selbst – warum nicht?

aufmerksam, glaubhaft, kreativ

Übung zur Achtsamkeit: Sorgen wie einen Vogelschwarm loslassen

Kennst du Gedanken, die sich in deinem Kopf und Herzen einnisten?
Trübe Gedanken, Sorgen, Reue über verpasste Gelegenheiten oder Groll?
Ich lade dich ein, sie mit dieser kleinen Übung ein Stück weit loszulassen:

Nimm dir die bedrückenden Gewohnheiten eine nach der anderen vor:
– Wie nennst du den Gedanken oder das Gefühl?
– Wenn er ein Vogel wäre: Welcher Vogel wäre der Gedanke?
– Lasse diesen Vogel vor deinem inneren Auge fliegen, damit dein Herz befreit wird!

Wiederhole diesen Ablauf mehrfach, um verschiedene bedrückende Gefühle frei zu lassen.

Stell dir am Ende einen ganzen Vogelschwarm vor, der sich in die Luft erhebt, davon flattert und am Horizont verschwindet!
Atme danach einige Mal bewusst und langsam aus, gib bewusst inneren Druck ab. Schüttle Arme und Beine und schnaufe einmal laut:
Endlich bist du die Biester los!
Wiederhole den Ablauf, wenn die Sorgenschleifen in ihr ehemaliges Nest zurückkehren wollen.

Buchtipp:
Wer sich nach mehr Freude und einem Glauben, der im Alltag praktisch wird, sehnt, schaue sich gern mein Mitmach-Buch „Wo die Freude wohnt“ an. Kreative Ideen, Gebete, Reflexionsübungen laden in die Räume der „Villa der Freude“ ein, wo mit Körper und Seele Gott erlebt werden kann.

 

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Von lebensnotwendig zu giftig: Eine Frage der Dosierung

Alle Lebewesen benötigen Salz – die Frage ist nur, wie viel davon zum Überleben notwendig ist, und ab welcher individuell unterschiedlichen Dosierung Salz zum Zellgift wird. Die Menge ist extrem wichtig: Zu wenig Salz, und die Elektrolyte zur Regulation des Wasserhaushalts fehlen, zu viel Salz wiederum führt zur Schädigung wichtiger Organe.
Ein Ausflug zeigte mir, wie exakt sich Marschpflanzen in der Salzwiese durch die Wahl ihres Standorts an den dortigen Salzgehalt anpassen: Je tiefer die Pflanzen stehen und je öfter und länger pro Tag sie von Meerwasser überflutet werden, desto mehr Salzgehalt müssen sie tolerieren. Je höher sie auf angeschwemmtem Schlick wachsen und je weniger sie im direkten Kontakt dem Meerwasser ausgesetzt sind, desto weniger ausgeprägt brauchen ihre Überlebenskünste sein und desto eher haben sie Zugang zu Brack- oder Süßwasser.

Die Strand-Salzmelde, auch Portulak-Keilmelde genannt, sondert über Härchen an ihren Blättern winzige Salzkristalle in Form von Bläschen ab, die sich mit dem Finger ertasten lassen (und mit der Zunge sicherlich ablecken, die Melde ist essbar).

Warum erkläre ich das alles?
Weil ich immer wieder feststelle, dass die Dosierung die Wirkung bestimmt:
Etwas Gutes, zu viel genossen, kann dick oder krank machen. Etwas Bitteres, in geringem Maße eingesetzt, kann eine Speise aromatisch abrunden. Eine Freizeitbeschäftigung, die uns regelmäßig erfreut, kann zur Sucht führen – ob Online-Shopping oder Klatsch-und-Tratsch-lesen oder Computerspiele oder was immer die/den Einzelnen betrifft.
Parallel dazu bemerken wir oft erst spät, wenn wir lebenswichtige „Details“ zu wenig im Alltag erfahren: Ob Stille, Kreativität, Bewegung oder tiefgehender Austausch jenseits von scheinbarem Gute-Laune-Smalltalk.

Also:
Was könntest du über deine privaten „Salzbläschen absondern“ und dadurch dein Denken sowie deine Seele entlasten?
Wo kann eine Anpassung des „persönlichen Standorts“ zu einem befriedigenderen und gesünderen Leben führen?

Strandbeifuß ist auch essbar, soll als Wermutersatz damals blind gemacht haben…

Buchtipp:
Wer sich nach mehr Freude und einem Glauben, der im Alltag praktisch wird, sehnt, schaue sich gern mein Mitmach-Buch „Wo die Freude wohnt“ an. Kreative Ideen, Gebete, Reflexionsübungen laden in die Räume der „Villa der Freude“ ein, wo mit Körper und Seele Gott erlebt werden kann.

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Mega Schnäppchen: Großformatiger Teamkalender für nur 5 Euro!

Mit meiner Lektorin im Verlag Vincentz Network kann ich heute ein besonderes Schnäppchen anbieten:

Den Teamkalender für Pflege und soziale Betreuung für nur 5 Euro (statt 19,95 Euro)!
Theoretisch ist er für das Jahr 2023, da das Kalendarium sehr klein ist und der Fokus auf der Ermutigung und Inspiration im Alltag liegt, eignet er sich darüber hinaus wunderbar als ewiger Kalender. In einer Größe von Din A 3 sorgen die stimmungsvollen Fotos und Anregungen immer wieder für gute Impulse im Dienstzimmer. Beim Gestalten der Inhalte war mir wichtig, eine Kraftquelle für Kolleginnen anzubieten: Gedankenanstöße, Humor, hoffnungsvolle Ideen, ein bewusster Umgang mit den eigenen Ressourcen im Trubel der Senioreneinrichtung. Diese wertvollen Gedanken sollen möglichst viele Häuser erreichen, daher dieses ganz besondere Schnäppchen!

Also, zugreifen, solange der Bestand ausreicht!

Dazu einfach den Link zum Shop anklicken und bestellen, die Inspirationsquelle für das Kollegium kommt dann ins Haus geliefert.

 

aufmerksam

Lektüre für die Seele: Buch „Aloha und alles auf Anfang“ von Annicken R. Day

Wer sich aktuell fragt, was im Leben wirklich wichtig ist, hat vielleicht Lust, es mit diesem Roman zu versuchen:
Maya setzt ihre gesamte Energie für ihre Karriere ein, egal, was das kosten mag. Bis sie an einen Punkt kommt, wo sie die Anweisungen ihres Chefs aus moralischen Gründen nicht umsetzen kann. In beispielloser Ehrlichkeit beantwortet sie die Fragen der ZuschauerInnen eines Kongresses, auch wenn sie schon in dem Moment weiß, dass sie damit ihren beruflichen Selbstmord einleitet. Da sie die Erwartungen ihrer Firma aufgrund eigener Integrität komplett in den Wind geschossen hat, beschließt sie, sich für einige Tage zurückzuziehen und auszuruhen: Schließlich wird sie sowieso keinen Job mehr haben, wenn sie von der Konferenz nach Hause fliegt.
So bleibt sie auf Hawaii, dem Austragungsort der Konferenz, und erlebt dort eine umfassende Transformation ihres Denkens und Fühlens.
In der Schilderung der nächsten Ereignisse streut die Autorin viele philosophische Gedanken ein, die der eigentlich Schatz des Romans sind. Die weitere Handlung fand ich oft unbefriedigend, aber für die Denkanstöße der ersten Kapitel bin ich sehr dankbar. Daher möchte ich einige der Zitate vorstellen:

„Ich habe einfach beschlossen, sämtliche Schubladen (in die Menschen mich stecken möchten) zu ignorieren. (…) Die Menschen glauben, dass die Schubladen, in denen sie ihr Leben verbringen, abgeschlossen oder festzementiert sind, aber in Wirklichkait bestehen sie nur aus Luft. Sie glauben, all die Begrenzungen seien real, aber in Wahrheit sind sie Illusionen. (…) Wenn also Begrenzungen nur Illusionen sind, gibt es sie eigentlich nicht. Was bedeutet, dass wir einfach tun können, worauf wir Lust haben, weil das, von dem wir annehmen, dass es uns hindert, gar nicht wirklich da ist.“

„Wenn nichts sicher ist, ist alles möglich.“

„Was da spricht, ist das Ego, meine Lieben. Man erkennt es daran, dass es alles tut, um dem Augenblick, in dem ihr euch befindet, die Freude auszusaugen.
Da steht ihr nun im Paradies, barfuß im Sand, und habt allen Grund der Welt, glücklich zu sein und diesen Augenblick zu genießen, und da kommt das Ego mit all den Gründen angehetzt, warum ihr es nicht verdient habt, es so gut zu haben.“

„Eines Morgens fragte Annabelle, die damals gerade einmal fünf war, wie es ist, erwachsen zu sein: „Hast du es auch irgendwann lustig, Mommy?“ wollte sie wissen.“

„Lucy hatte mir ein Motto von sich ans Herz gelegt, und zwar „Fang neu an“, was bedeutet, die Vergangenheit Vergangenheit sein zu lassen und jeden Augenblick als Möglichkeit eines Neustarts zu begreifen.“

aus: „Aloha und alles auf Anfang“, Annicken R. Day

Buchtipp:
Wer sich nach mehr Freude und einem Glauben, der im Alltag praktisch wird, sehnt, schaue sich gern mein Mitmach-Buch „Wo die Freude wohnt“ an. Kreative Ideen, Gebete, Reflexionsübungen laden dazu ein, mit Körper und Seele Gott zu erleben.

Wer selbst Andachten hält und sich Impulse wünscht: Informationen, Praxistipps und Erfahrungen zu Andachten und Gesprächen über persönliche Themen präsentiere ich in meinem Praxisbuch „Über die großen Fragen des Lebens sprechen. Achtsamkeit und Spiritualität in der Sozialen Betreuung“. Es ist aufgeteilt in die Bereiche Achtsamkeit, Spiritualität und philosophische Themen und eignet sich sowohl für Einzelbetreuungen als auch Gruppenangebote mit SeniorInnen. Das Fachbuch ist erschienen im Verlag Vincentz Network.

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Weisheitsgeschichte vom Adler und Hubschrauber: Lebe ich mit Leichtigkeit oder aus eigener Anstrengung?

Während ich am Küchentisch saß und aß, beobachtete ich einen Greifvogel, der sich von warmen Aufwinden empor tragen ließ. Mit weit ausgebreiteten Schwingen stieg er leicht und lautlos höher und höher, ganz von allein. Langsam zogen sich die Kreise weiter nach Norden, und der Vogel folgte den thermischen Winden in großen Spiralen. Ohne jede Kraftanstrengung wurde er höher getragen und beobachtete von dort die Stadt.

Über mir wurde es laut, ein Hubschrauber flog über das Dach und kam in mein Blickfeld. In einer geraden Linie zog er Richtung Südosten, sein Propeller drehte sich gleichmäßig und energisch. Während er viel tiefer als der Greifvogel über die Dächer brauste, verbreitete er Lärm und Unruhe. Alles an ihm schrie: „Ich bin wichtig! Ich habe einen Auftrag! Es gibt viel zu tun! Die Arbeit muss schnell erledigt werden!“

Während der Raubvogel sich ganz auf den natürlichen Auftrieb verließ und keinerlei Aufwand betrieb, knatterte der Hubschrauber mit Hilfe von Treibstoff und Technik deutlich niedriger durch die Luft.
Für mich war die Verbindung zu meinem Leben sehr deutlich:
Aus eigenem Antrieb möchte ich möglichst viel leisten, fordere ständige Anstrengung von mir und ringe um Erfolg. Ich treibe mich ununterbrochen an, knattere wie ein Hubschrauber laut und geschäftig durch den Alltag. Es kostet viel Kraft, um nicht langsamer zu werden, sondern das Tempo zu halten und allen Ansprüchen zu genügen. Und ob sich Erfolge einstellen – wer kann das so genau sagen?
Viel lieber möchte ich den Hubschrauber stehen lassen und mich mit ausgebreiteten Armen dem Aufwind anvertrauen. Möchte mich fallen lassen und erleben, dass ich getragen bin. Dass sich Probleme und Fragen zum Guten wenden, auch ohne meinen Einsatz. Ich möchte zulassen, dass der Wind mich an Orte trägt, die ich auf direktem Wege mit dem Hubschrauber nie angeflogen hätte – die mir aber gut tun und ein Auftanken ermöglichen.

Buchtipp:
Wer sich nach mehr Freude und einem Glauben, der im Alltag praktisch wird, sehnt, schaue sich gern mein Mitmach-Buch „Wo die Freude wohnt“ an. Kreative Ideen, Gebete, Reflexionsübungen laden dazu ein, mit Körper und Seele Gott zu erleben.

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Inneren Reichtum entdecken: Schätze statt Schwächen finden

Viele von uns haben einen sehr klaren Blick auf das, was wir können und wer wir sind. Und entsprechend auch auf die Bereiche der Persönlichkeit, mit denen wir fremdeln und die wir eher verstecken. Ein Blick „in die eigene innere Schatzkiste“ hilft zu erkennen, dass häufig noch mehr Möglichkeiten in uns schlummern, als wir oft meinen.
Oben auf liegen die Charaktermerkmale und Fähigkeiten, die von unserem Umfeld anerkannt werden und derer wir uns häufig bedienen. Hier befindet sich Gold, das wir meinen produzieren oder präsentieren zu müssen, um den Anforderungen der Gesellschaft zu genügen. Wir versuchen, dem allgemeinen Lebenstempo zu folgen und dem Leistungsdiktat zu entsprechen. Theoretisch darf jedeR heute „ganz individuell“ sein – aber bitte auf eine Weise, die in modernen Zeiten Anerkennung findet. Wer auf jedwede Art anders ist, als aktuell propagiert wird, erntet immer noch verletzende Kommentare.
Dabei las ich in der letzten Zeit an mehreren Stellen, dass das, was scheinbar unsere größte Schwäche ist, unsere auffälligste Seltsamkeit, stattdessen unseren größten Schatz und ein immenses Potential bedeutet.
Ja, wir wurden oft schon in unserer Kindheit und Jugendzeit für bestimmte Charaktermerkmale oder Vorlieben beschämt.
Ja, wir haben gelernt, einzelne Facetten gut zu verbergen und, wenn überhaupt, ganz allein für uns auszuleben.
Noch öfter haben wir bestimmte Bereiche unserer Identität abgelehnt, unterdrückt und vor unserem Umfeld herunter gespielt – um nicht schon wieder Ablehnung und Häme dafür zu kassieren.

Ich bekomme gerade von anderen Menschen, die mehr als oberflächlich auf mich schauen, gespiegelt, dass meine „uncoolsten Persönlichkeitsmerkmale“ meine größten Stärken sind. Jenseits von gesellschaftlichen Erwartungen und jenseits von Lebenslügen, die mich immer dazu getrieben haben, bestimmte Talente als Schwächen zu deklarieren und permanent abzuwerten, statt sie wertzuschätzen.
Deshalb lade ich dazu ein, bewusst zu schauen, welche Teile unserer Identität wir verstecken und schützen, statt sie liebevoll zu kultivieren und ihnen Wachstumsmöglichkeiten zu geben.
Gibt es dafür gute (wirklich gute) Gründe oder stecken falsche Urteile unserer Umwelt dahinter?
Ist es an manchen Stellen sogar Kalkül unserer Mitmenschen, um uns kleinzuhalten und von unserem vollen Potential abzubringen?
Der Wert einer Schatztruhe bemisst sich für mich nicht darin, dass sie zu hundert Prozent mit blanken Goldtalern gefüllt ist, die alle wie geklont und fabrikneu aussehen. Sondern darin, dass verschiedene Edelsteine, Metalle, Perlen und ganz unterschiedliche Ressourcen darin aufgestöbert werden können.

Welche inneren Schätze hast du lange vergraben?
Für welche Kompetenzen schämst du dich, statt sie liebevoll aufzupolieren, zum strahlen zu bringen und dich an ihnen zu erfreuen?
Wo duckst du dich unter das heutige Leistungsdiktat, das dir einredet, dass Charaktereigenschaften besser oder schlechter sein können – je nachdem, was der Zeitgeist vorgibt?
Wo wertest du Begabungen ab und sehnst dich nach dem, was deine Freundin oder Kollegin kann – statt stolz auf deine persönliche Eigenheit zu sein?
Vieles, was wir an uns für selbstverständlich, langweilig oder unattraktiv halten, wäre für unser Umfeld eine große Bereicherung – wenn wir es denn wahrnehmen und wertschätzen könnten.

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Schachtel mit Schlittschuh

Im Herbst letzten Jahres nahm ich an einem Basteltreffen teil, bei dem ich unter anderem diese Geschenkverpackung mit einem glitzernden Schlittschuh anfertigte. Sie war zum Verschenken von vier Teelichtern gedacht, aber lieber habe ich sie auf dem Esstisch liegen, um sie bewundern zu können (-;
In mehreren Lagen prägte ich, stanzte den Schlittschuh und seine Kufen aus, suchte passendes Geschenkband aus und fügte alles zusammen. Auch für das Innere der kleinen Schachtel nahm ich mir Zeit, um sie schön zu gestalten.Das Kleine wahrzunehmen, Details mit Aufmerksamkeit auszuarbeiten, Schönheit im Alltag zu zelebrieren sind so wichtig für ein emotional gesundes Leben. Nicht immer nur zu hetzen und „dem nächsten großen Wurf“ hinterher zu rennen, sondern etwas mit den Händen selbst zu gestalten. Egal, wofür genau, was es wert ist, wer es am Ende schön finden mag. Allein die Beschäftigung mit Farben, Materialien, spontanen Ideen ist wertvoll.