aufmerksam, glaubhaft

Lachen und Weinen liegen im Arbeitsalltag eng beieinander…

Zwischen Lachen und Weinen: So schwankte ich als Logopädin mit „meinen“ Kindern oft im Laufe einer Arbeitswoche.
Aber auch die SeniorInnen sind MeisterInnen darin, mich an den Rand des Wahnsinns und wieder zurück zu treiben. Mir ist sehr wichtig, meine wöchentlichen Veranstaltungen abwechslungsreich und spannend zu gestalten. Ich langweile mich sehr schnell, daher fällt es mir im Traum nicht ein, bestimmte Erfolgsrezepte zu wiederholen, bis sie „abgenudelt“ sind. Glücklicherweise ist mein Hirn springlebendig, und ich habe bereits bis in den März bestimmte Highlights im Veranstaltungskalender geplant. Okay, es sind eher Experimente, aber dank meines Gespürs werden Experimente oft zu Höhepunkten.
So auch die „Philosophischen Nachmittage“, die ich in größeren Abständen immer mal wieder anbiete: Zum Thema „Glück“ oder „Dankbarkeit“ oder auch „Was ist eigentlich Kunst?“ Diese Woche hatte ich, passend zum Jahresanfang, das Motto „Anfänge und Neuanfänge“ bzw. „Abschiede und Anfänge“ geplant. In meinen Augen ein lebenslang spannendes Thema. Wie immer hatte ich Zitate weiser Menschen heraus gesucht, kurze Vorlesetexte vorbereitet, Fragen und Mitmach-Impulse geplant und drei nachdenkliche Lieder zum Vorspielen ausgesucht.


Die ersten Besucherinnen kamen bereits, während der Haustechniker erst begann, die Tische und Stühle zu stellen. Nachdem ich seinen Kollegen bereits gefragt hatte, wann er denn plane, mal den Raum vorzubereiten, schließlich kämen in sieben Minuten garantiert die Ersten… Dann dirigierte ich die Damen auf extra Stühle, die ich am Rand aufstellte, damit sie nicht in seliger Ahnungslosigkeit mitten im Raum die Aufbauarbeiten behindern.
Die Kopien holen, große Tischdecken besorgen, meine Deko aus dem Büro tragen, noch mal lüften, nach dem Kaffeewagen schauen, weitere Damen auf Plätze am Rand des Schlachtfelds um den Haustechniker lotsen, die Musikanlage aufbauen, … Zwanzig Minuten vor Beginn der Veranstaltung war mir, wie immer, bereits sehr warm.
Und dann ging es los: Die Begrüßung lief noch rund, dann zickte die CD zum ersten Lied, das als Einstimmung dienen sollte. Ich wählte Lied Nummer zwei, da ich unmöglich ein Lied ankündigen und dann nichts hören lassen kann. Auch, wenn es thematisch nicht ganz passt…. Der ausgeteilte Fragebogen zum Nachdenken traf auf Skepsis, eine besonders bockige Dame machte ihrer Unmut bereits Luft. Die erste Geschichte rührte alle an, manche begannen einen zarten Applaus. Meine Moderation als Anregung zum Austausch stachelte die widerspenstige Dame zu bissigen Bemerkungen an, es entstand Unruhe. Ich leitete zum nächsten Programmpunkt über, die Unruhe hielt sich. Dann wollte ich zwei Seiten als 17 Kopien austeilen, aber der Kopierer hatte von beiden Blättern nur die Hälfte kopiert. Ich erklärte, dass der Text nur zum Mitlesen des nächsten Lieds gedacht sei, weil der Sänger manchmal nuschle und doch auch die höreingeschränkten Anwesenden alles verstehen sollen. Daher bat ich alle, zu zweit ein Blatt zum Mitlesen zu benutzen. Ich gab ganz gerecht jeweils zwei Sitznachbarinnen eine gemeinsame Kopie. Es gab einen Tumult, weil die spezielle Dame mit ihrem Mann auf den Zettel schauen wollte, nicht mit ihrer Nachbarin. Damit erhielten aber drei Damen über Eck gar kein Blatt, was schlichtweg unmöglich ist. Entweder schaute sie mit ihrer Nachbarin auf´s Blatt, oder sie wartete ab und ließ sich nach dem Lied die Kopie ihres Mannes geben, der es wiederum mit der Dame eine Reihe weiter teilte. Das war doch machbar?!
Die Situation eskalierte weiter.
Wir hörten das Lied an. Eine Dame meinte: „Schon ganz schön düster, dieser Text…“ Kurz darauf fragte sie, noch im Verklingen der letzten Töne, ob sie das Liedblatt mit nach Hause nehmen könne. Andere waren bewegt, manche hatten Tränen in den Augen. Ich teilte ein Arbeitsblatt aus und sagte, dass wir dabei einen Moment unseren eigenen Gedanken nachhängen können. Niemand musste etwas notieren, aber wer mochte, konnte dazu das Blatt nutzen. Die bestimmte Dame brach eine Diskussion vom Zaun, warum ich mit der Runde derartige Lebensfragen erörterte, wo ich doch wesentlich jünger bin und schlichtweg keine Ahnung von gar nichts habe?
Inzwischen war mein Kopf knallrot und ich zog ernsthaft in Erwägung, die Dame wahlweise zum Schweigen oder Verlassen des Raums aufzufordern. Ich führte die Veranstaltung professionell zu Ende durch, ließ einen Teil weg, und fand Abschiedsworte, die diese turbulente Stunde möglichst friedlich beendeten.
Eine Dame kam vorbei, während sich viele von mir verabschieden wollten und andere die Kaffeetassen einsammelten, und meinte: „Hoffentlich haben wie Sie heute nicht zu sehr aufgeregt…“

Tags darauf:
Ich besuchte eine Dame. Sie: „Marie, Sie hatten gestern soooo einen roten Kopf, ich dachte, Sie platzen gleich! Aber die Frau HFRZHJL auch immer…. schrecklich, dieses Benehmen! Und dann müssen Sie sie im Anschluss ja auch noch in der Englisch-Stunde ertragen!
Schauen Sie mal, ich habe hier so einen komischen Sss-näck. Der ist wie Chips, mit Kartoffeln, aber er schmeckt so… seltsam. Ich wollte gestern so gemütlich abends…. also…. (sie schaute mich scharf an und flüsterte) mit einem Schluck Wein…. nur EIN Schluck!!!… wollte ich es mir so gemütlich machen. Aber bäh, dieser Ssnäck…. ich bring Ihnen das mal!“ Schon zischte sie in die Küche, ich hinterher. Bedienen lasse ich mich von alten Damen nicht!
„Hier, Marie, ich habe Ihnen wieder alle Zettelchen vom Teebeutel aufbewahrt, mit den Sprüchen… die können Sie doch so gut gebrauchen?! Mit den schlauen Sprüchen, Sie haben doch für uns immer so weise Sprüche vorbereitet… Ist das albern, Marie? Ich mach das doch extra für Sie…“ Ich bestätigte, dass ich mich sehr über ihre treue Sammlung an abgerissenen Teebeutel-Zettelchen freute. Wirklich.
„Marie, Sie müssen mal dieses Zeugs probieren. Den Ssnäck. Hier.“ Sie hielt mir die Packung hin. Ich überlegte, ob ich wie immer ablehnte, weil ich ja gerade Mittag gegessen hatte. Was die reine Wahrheit war. Andererseits weiß ich genau, wie es um die Hygiene der Dame bestellt ist, daher lehne ich ihre Lebensmittel stets ab. Dieses Mal konnte ich mich wohl nicht retten…
„Frau lLGRV, das Produkt hat corn im Namen, das heißt Mais auf englisch.“ „Das kann ich doch nicht ahnen.“ „Ich meine, deswegen schmeckt es vielleicht anders, als Sie erwartet haben. Schauen Sie, hier ist noch so ein Bild im Kreis, da steht aus sonnenverwöhntem Mais, handverlesen und gestreichelt.“ „Ja ja, ich muss eben besser hingucken, aber ich wollte doch Geld sparen, das war im Angebot. Jetzt müssen Sie das auch essen!“
Ich fischte todesmutig ein seltsam geformtes Maisdings aus der fast leeren Tüte und steckte es mir in den Mund. Sie klammerte sich an meinen Arm: „Und ist es sehr schlimm? Sie können es auch ausspucken! Spucken Sie es in den Ausguss! MARIE! Los! Oder schnell ins Klo! Schnell!!!“ Sie drückte heftig und voller Sorge um mein Wohlergehen meinen Oberarm. Ich war etwas irritiert: Erst sollte ich es unbedingt probieren, aber kaum, dass ich es im Mund hatte, schnellstmöglich ausspucken? Ich winkte ab und meinte, so schlimm sei es doch gar nicht.

Was soll ich sagen: Weinen und Lachen liegen hier oft sehr eng beieinander….

aufmerksam, glaubhaft

Love it, change it or leave it: Eine Frage der inneren Freiheit

Anfang der Woche traf ich eine Logopädin, mit der ich sonst nur im Vorübergehen ein paar Worte wechsle. Jetzt hatten wir Zeit, uns ungestört zu unterhalten, und ich berichtete ihr, was seit meinem Ausstieg als Logopädin passiert ist. Dabei hatte ich zwar nicht den Eindruck, mich rechtfertigen zu müssen, aber sehr wohl gut erklären zu sollen, wie es zur beruflichen Veränderung kam.

Außerdem rief eine Diakonisse (evangelische Variante von Nonne) an und fragte, warum ich nicht mehr in den Gottesdienst käme. Dass ich inzwischen einen anderen Gottesdienst besuche, hat sich offensichtlich nicht zu ihr herum gesprochen. Dass ich nach zwölf Jahren und fünf Ehrenämtern in der gleichen Kirche Lust auf etwas Neues hatte, ließ sie nicht gelten: „Aber du hast dich doch so engagiert! Du warst doch voll dabei!“ Ja, und? Was für elf Jahre gepasst hat, muss sich im zwölften Jahr nicht mehr gut anfühlen. Glücklicherweise sind wir alle freie Menschen und können einen Arbeitsplatz oder eine Kirchengemeinde verlassen, wenn das unser Wunsch ist. Mit keinem von beiden sind wir verheiratet, und sogar Ehen darf man scheiden, wenn keine Chance auf Veränderung besteht.

Dabei habe ich den Eindruck, dass besonders Menschen aus dem sozialen Bereich sich sehr schwer tun, ihren inneren Wunsch nach Aufbruch in die Realität umzusetzen: „Was werden all die SchülerInnen / PatientInnen / SeniorInnen / KundInnen ohne mich tun? Wie wird sich meine Kündigung auf das Team auswirken? Und meine Chefin ist gerade in der Midlife-Crisis: Kann ich ihr das jetzt wirklich antun?“
Oft genug habe ich erlebt, das unglückliche Kolleginnen aus einem Loyalitätsgefühl in ihrem Alltag verharrten, statt sich nach etwas Neuem umzusehen. Und wem tut das gut? Meiner Einschätzung nach niemandem. In Gottes Augen sind wir zu hundert Prozent wertvoll und einzigartig, die reale Marktwirtschaft sieht das deutlich anders. Die Wahrscheinlichkeit, dass wochenlang Tränen fließen, nur weil die Friseurin / Kindergärtnerin / Ärztin / Therapeutin / Käseverkäuferin den Arbeitsplatz wechselt, ist eher gering. Ja, auch ich habe schon erlebt, dass eine Mutter mit ihrer Tochter quer durch die Stadt fährt, nur für eine Dreiviertelstunde Logopädie in meiner „neuen“ Praxis. Das war eine Patientin von 37.

Natürlich möchten wir niemanden verletzen, indem wir unser Leben umkrempeln und Kolleginnen oder Vereinsfreundinnen hinter uns lassen. Wobei die, mit denen uns eine wirkliche Freundschaft verbindet, weiter unser Leben bereichern werden. Und umgekehrt. Alles andere sind oberflächliche Verpflichtungen, an die wir uns klammern, um nicht den veränderten Lebensbedingungen in die Augen sehen zu müssen.
Wenn ich mich an einem Arbeitsplatz nicht weiter entwickeln kann, gehe ich. Wenn die Gehaltserhöhung zu lange auf sich warten lässt, auch. Wenn ich alles erreicht habe, was ich erreichen wollte, und mich eine neue Herausforderung lockt, sowieso. Dass ich dabei viele Beziehungen zu Menschen beende, mit denen ich die letzten Jahre verbracht habe, ist unumgänglich. Aber selten so dramatisch, wie wir es uns ausmalen, um den Konsequenzen auszuweichen. Wobei auch Stillstand Konsequenzen hat, die uns ängstlichen Gewohnheitstieren nur weniger einschneidend vorkommen.

 

 

Wenn in meiner Kirchengemeinde kaum noch positive Beziehungen gelebt werden, die Predigten mich langweilen und das Ehrenamt eine öde Pflicht wird, dann kann ich mich sehr wohl entscheiden, mir etwas Neues zu suchen. Und solange das Neue eine andere Kirchengemeinde und nicht Buddha oder Allah ist, verstehe ich nicht, wie man sich darüber aufregen kann. Ja, früher haben die Leute von der Wiege bis zur Bahre ihr Leben in der gleichen Gemeinde verbracht. Nur: Früher ist früher und heute ist heute. Und auch früher waren ChristInnen nicht sechzig Jahre in der gleichen Kirche permanent zufrieden, das haben sie lediglich für sich behalten.
Davon unabhängig ist für mich das einzig Wichtige, dass meine Beziehung zu Gott lebendig und gesund ist, völlig egal, wie der „Verein“ heißt, den ich sonntags morgens besuche.

Wenn du an dem Punkt, an dem du gerade steckt, verharrst, profitiert niemand. Du meinst, damit alle (außer dir selbst) zufrieden zu stellen, aber das halte ich für eine Lüge. Niemand möchte eine Ehefrau / Angestellte / Kollegin / Sportskameradin haben, die permanent frustriert und innerlich abwesend ist. Völlig egal, wie sehr wir uns früher für das Unternehmen / die Praxis / die Familie / den Verein eingesetzt haben und was wir alles erreichten: Früher ist früher. Und jetzt ist jetzt.
Was uns heute nicht gut tut, macht uns kaputt. Wenn wir es nicht mehr lieben können wie vor Jahren, nicht mehr verändern können wie noch vor einigen Monaten, dann bleibt uns nur noch, innerlich und äußerlich zusammen zu packen und zu gehen. Das fällt natürlich einigen leichter als anderen. Aber alle sind sich der Konsequenzen wohl bewusst und wissen, dass es keine Alternative gibt. Wenn sie es vor lauter Angst vor dem Neuen zugeben könnten.

Daher plädiere ich an alle, ihre FreundInnen / KollegInnen / VereinskameradInnen zu unterstützen und zu loben, wenn sie sich verabschieden und zu neuen Zielen aufbrechen.
Sie sind mutig!
Sie sind engagiert!
Sie sind weise!
Viel mehr, als wenn sie um der Bequemlichkeit und der „Freundschaft“ willen in einem Lebensabschnitt verharren, der sie einengt und lahmlegt.
Party!
Unsere Freundin hat den Mut, sich zu trennen!
Unsere Kollegin hat den Mut, sich selbstständig zu machen!
Unsere Laufpartnerin hat den Mut, auszuwandern!
Das ist ein Grund zur Freude!
Wenn wir uns gegenseitig im Wunsch nach Veränderung unterstützen, profitieren wir alle. Weil wir über uns hinaus wachsen, gemeinsam und allein. Das tut uns und unserer Gesellschaft gut! Viel mehr, als wenn wir uns gegenseitig kritisieren, weil wir die anderen am Ausbrechen hindern wollen. Wenn wir uns wechselseitig kleinhalten und Veränderungen bestrafen, leben wir in einem engherzigen, unversöhnlichen, frustrierten Umfeld. Wollen wir das wirklich? Oder tut es uns allen nicht viel besser, wenn wir den anderen etwas zutrauen und sie ermutigen, die nächste Etappe in Angriff zu nehmen?!
Es lebe der Neuanfang!

 

aufmerksam, glaubhaft

Durchhalten oder auftanken?

Manchmal spüren wir, wie die eigene Kraft nicht mehr ausreicht. Wir sind müde, innerlich leer gelaufen, leben mit Tunnelblick, trauern um verlorene Träume. Ob es aggressive Vorgesetzte sind, der Nachbarschaftsstreit, die anhaltende Spannung in einer Beziehung, eine chronische Krankheit oder Arbeitslosigkeit: Irgendwann ist der Sprit verbraucht. Auf den letzten Metern der Parole „Durchhalten“ rollen wir nur noch aus dem Reservetank. Und auch der fällt bald trocken.
Und dann?
Für alle, die sich nach neuem Mut und frischer Energie sehnen, versammle ich Gedanken und Impulse, von denen ich hoffe, dass sie euch weiterhelfen.

  • Manchmal ist das, was wir am Dringendsten brauchen, Gebet. Und das, was wir in solchen Momenten am Wenigsten schaffen, ist: Gebet. Weil wir schon so lange versuchen, es allein zu wuppen. Zu beweisen, dass wir noch lange nicht aufgeben, bringt uns oft eher weg von Gott. Weil wir uns, je müder wir werden, umso mehr bemühen, aus eigener Kraft ans Ziel zu kommen. Oder wenigstens den nächsten Tag zu überstehen. Wenn uns außer „Scheiße Gott, das war so nicht abgemacht“ kein tröstender Gedanke kommt, helfen manchmal die Lieder, Gedanken und Gebete anderer Menschen. Wir sind weder die Ersten, noch die Letzten, noch die Einzigen, die glauben. Auch wenn es sich im Alltag oft so anfühlt… So viele sind vor uns unterwegs gewesen und so viele gehen (unsichtbar) mit. Darum lassen wir andere für uns singen und beten – und sei es ganz unromantisch über Lieder aus dem Internet, die wir beim Frühstück zu Aufmunterung laufen lassen:

Das, was ich brauch, bist du

Du tust im Innern meiner Seele gut

Du machst alles neu (Koenige & Priester)

Du liebst und machst alles neu (Hillsong)

Mit allem was ich bin, will ich dich loben

  • Auch, wenn gesunde Ernährung gerade dann besonders wichtig ist, wenn es hart auf hart kommt: Manchmal tut es gut, Gelüsten nachzugeben. Ob es die Sehnsucht nach einem besonders raffinierten Stück Kuchen vom Konditor ist, ein Mittagessen aus Kindheitstagen oder einfach die sprichwörtlichen Chips auf dem Sofa. „Comfort food“ (Wohlfühlessen) ist gerade in aller Munde. Obwohl es sich nicht als ernsthafte Ernährung eignet: Auch die Seele möchte gefüttert werden, neben guten Worten und Berührungen kann das ganz praktisch ein „Sehnsuchtsessen“ sein. Bratäpfel an dunklen Winterabenden zum Beispiel…
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  • Dem Körper etwas Gutes tun: Einen Spaziergang unternehmen, sich in der Therme durchwärmen und treiben lassen, eine Massage gönnen, miteinander kuscheln, tanzen gehen. Auch eine Kleinigkeit wie ein abendliches Fußbad als Einschlafhilfe tut wohl.
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  • In der Bibliothek ein Buch der Lieblingsautorin vorbestellen oder aus dem Buchladen besorgen. Mit einem feinen Tee oder Kaffee, Obst und Gebäck im Sessel einkuscheln und für die nächsten Stunden einfach abmelden. Wer mehr auf die musikalische oder cineastische Seite gehört, tauscht in der „Wirkstoffkombination“ einfach das Buch gegen ein Medium nach Wahl…
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  • Fotos aus dem letzten Urlaub anschauen und in Erinnerungen schwelgen. Auch alte Alben aus Kindheitstagen können schöne Erinnerungen wachrufen. Und damit positive Gedanken anstoßen, die wir so dringend brauchen.
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  • Humor bewahren: Sketche von Loriot lesen, alte Videos über die Kleinkinder von damals anschauen, mit Freundinnen Witze austauschen. Laut Lieder singen bringt ebenfalls Schwung in den Alltag.

 

aufmerksam, kreativ

„Frau Krüerke, kann ich noch mal den Grabbel-Beutel haben?“

 

Vor Kurzem war das wöchentliche Montagsprogramm, das grundsätzlich meine Aufgabe ist, ein Experiment. Die Abteilungsleitung hatte „Quiz- und Ratespiele“ im Hauskurier angekündigt. Natürlich musste der Montagnachmittag mit Quiz deutlich anders gestaltet werden als der Donnerstagvormittag mit dem Gedächtnistraining, auch wenn die gleichen Aufgaben für beide Formate denkbar gewesen wären. So stand ich vor der Herausforderung, dem Titel einerseits zu entsprechen und andererseits etwas auf die Beine zu stellen, was es in dieser Form sonst nicht im Programm gibt. Schnell war klar, dass ich das Ganze spielerisch mit deutlichem Schwerpunkt auf Wahrnehmungsaufgaben anlegen würde.
Nur: Fitte, eloquente, wohlhabende SeniorInnen und Wahrnehmungsspiele?!
Sie würden wohl kaum mit den Händen in eine Wanne voller trockener Bohnen abtauchen und nach Playmobilfiguren suchen. Oder ähnliche Späße, die ich als Therapeutin mit Kindern gern veranstaltet habe.
Dennoch wagte ich den Sprung ins kalte Wasser, erstellte eine Konzept und wartete die Reaktionen der TeilnehmerInnen ab. Hätte mich vorab jemand gefragt, was genau wir bei den Ratespielen machen, und hätte ich verraten, was ich vorbereitet hatte – niemand wäre gekommen. Aber so folgten sie der harmlos klingenden Bezeichnung des Nachmittagsprogramms und wurden gründlich überrascht 😉 .
Wie immer ging es damit los, dass mir auf meinem Stammplatz kräftig auf die Pelle gerückt wurde. Dass Kinder mir am liebsten auf den Schoß kriechen, um möglichst dicht am Geschehen zu sein – total normal. Aber SeniorInnen? Völlig egal, wie viel Platz ich für die Materialien brauche, wir enden immer ziemlich eingekeilt…
Ich fing harmlos mit einem Dutzend Quizfragen zum Allgemeinwissen an – so weit so vorhersehbar. Als nächstes gab ich einen Beutel herum, in dem diverse kleine Alltagsgegenstände ertastet werden sollten, natürlich nur mit einer Hand und ohne hinein zu schauen. Ich hatte erwartet, dass mich an dieser Stelle die ersten tödlichen Blicke treffen und die Empörung um sich greift, „was für Albernheiten“ ich von ihnen verlange. Aber nein, alle wurstelten mit ihren Händen eifrig im Beutel herum und gaben ihrer Nachbarin Tipps, was ich mit gespielt-böser Stimme unterbrechen musste.
Während der Beutel links herum durch den Raum wanderte, gab ich rechts herum eine Kinderzeichnung (aus dem Internet) weiter. Die Aufgabe dazu lautete, zu erraten, wie der Titel des Bildes heißen könnte. Eigentlich war es nur eine offensichtlich wildgewordene, fauchende Katze mit Buckel und gesträubtem Fell als Buntstiftzeichnung. Die Interpretationen reichten vom „Gestiefelten Kater“ bis hin zu „Das Vieh trägt einen Tannenbaum auf dem Rücken“: Auch diese, eigentlich simple, Aufgabe fand reißenden Absatz. Selbst diejenigen, die es noch gar nicht gesehen hatten, erklärten mir bereits, was darauf zu sehen sei. Am Ende beider Runden ließ ich aufzählen, was im Beutel ertastet wurde, und zog den jeweils genannten Gegenstand zum Zeigen heraus. Der Titel des Bildes wurde ebenfalls lautstark ausdiskutiert, sodass ich mich langsam etwas entspannen konnte und guter Hoffnung war, dass die anderen vorbereiteten „Albernheiten“ auch auf fruchtbaren Boden fielen.
Nun teilte ich ein Labyrinth und Bleistifte aus, um wieder etwas klassischer die Erwartungen an die versprochenen Ratespiele zu erfüllen.
Auch Scherzfragen hatte ich gesammelt, ausgedruckt und daraus Karten gebastelt: Auf der einen Seite die Scherzfrage, auf der Rückseite die Lösung. Ich fragte, wer Lust hätte, eine der Fragen vorzulesen und anschließend die Lösung mit der Gruppe zu teilen. Normalerweise üben sich alle in hanseatischer Zurückhaltung, aber jetzt streckten sich viele Hände in die Luft, um eine Karte abzubekommen. Damit auch die Schwerhörigen mitraten konnten, musste ich manchmal die zu leise vorgetragenen Fragen wiederholen. Sonst schafften sie es ganz allein, sich gegenseitig zu erheitern. Auch Fragen, deren Antwort nicht ganz so damenhaft waren (Was bekommt ein Engel, der in einen Misthaufen fällt? -Kotflügel), trafen auf große Begeisterung.
Anschließend erklärte ich die nächste Aufgabe: Mit dem Zeigefinger in großen Buchstaben ein Wort auf den Rücken der Nachbarin schreiben. Dieser wiederum soll den Begriff erraten. Nachdem ich einmal herum gegangen war, um die Paare einzuteilen, damit nicht ständig jemand übrig bleibt und allein sitzt, wurde mir bereits entgegen gerufen: „Frau Krüerke, können wir schon mal anfangen?“ Ich weiß, SeniorInnen sind nicht niedlich, aber ehrlich: Das war niedlich!
Die Zeit gallopierte nur so davon, sodass ich mich den Rätselgeschichten zuwandte. An diesem Nachmittag schienen es die Teilnehmenden besonders zu genießen, etwas vorgelesen zu bekommen, und ich hörte sie förmlich wohlig schnurren. Mit einem Blick in den „Grabbel-Büddel“, wie ich den Tast-Beutel auf hamburgisch nannte, fragte ich in die Runde, ob ich ihn während des Vorlesens noch einmal rum gehen lassen sollte. Schließlich gab es noch jede Menge spannender, unerkannter Gegenstände darin. Völlig begeistert willigten die Damen und Herren ein, was mich wirklich überraschte – ich hätte gedacht, eine Runde sei nett, aber auch genug gewesen. So grabbelten und rätselten wir die letzten Minuten in fröhlicher Eintracht, und ich war wirklich stolz: Auf die SeniorInnen, die sich auf ein für sie ungewohntes Programm eingelassen hatten. Und auf mich, die das Experiment gewagt und souverän geleitet hatte.

 

Hier habe ich Wahrnehmungsspiele für Kinder und Erwachsene gesammelt: Arbeitsmaterial zum Runterladen

Atemfreude, aufmerksam

„Frau Krüerke, uns ist das Baby runtergefallen!“

Manche Tage habe es so richtig in sich: Noch bevor ich die Lobby durchquert und meine Chipkarte aufgeladen habe beginnen Dramen, Missverständnisse, Klagen, sinnlose Diskussionen und Beschwerden, ganz abgesehen von wildfremden Leuten, die plötzlich fälschlich im Büro stehen… Nichts davon hat mit mir zu tun, aber alles dringt in meine Ohren oder landet auf meinem Schreibtisch. Ich gebe mein Bestes, fange alles auf, biege alles glatt, halte meine Versprechen und Termine und bete am Ende des Tages um ein paar Meter frische Nerven. Für jetzt gleich. Und für morgen auch, bitte.
Manchmal habe ich Glück und einer dieser Tage ist gleichzeitig ein Tag, an dem meine „Atemfreude“ stattfindet. Das ist zwar auch stressig, weil innerhalb von drei Minuten der Stuhlkreis im gerade erst freigewordenen Saal stehen und das „Bühnenbild“ in dessen Mitte aufgebaut sein muss. Aber sobald die Letzten eingetrudelt sind und wir ein drittes Mal den Kreis erweitert haben, wird es meist sehr fröhlich. Diese Woche haben wir eine imaginäre Zugfahrt unternommen.
Hier die schönsten Beiträge meiner 26 TeilnehmerInnen:
„Wir können noch nicht losfahren, der Rollator steht noch auf dem Bahnsteig!“
Ich: „Gut, wir steigen mit einem groooßen Schritt aus, greifen hinter uns und wuchten den Rollator in den Zug. Mit einem laangen Schritt den Abstand zwischen Bahnsteig und Waggon überbrücken, die Treppenstufe hoch und den Rollator im Zug an den Rand schieben. Wir sehen hinter uns, dass dort eine junge Mutter mit ihrem Baby im Kinderwagen steht, ganz allein. Also gut, noch mal mit laaangen Beinen runter auf den Bahnsteig, den Kinderwagen packen, und mit einem groooßen Schritt in den Zug. Sind jetzt alle da? Dann können wir ja los.“
„Frau Krüerke, das Baby ist runtergefallen!“ (was ältere Herren für rabiate Fantasien haben…)
„Okay, schnell rausspringen, tiiief runterbeugen, das Baby schnappen, hoooch zur Mutter strecken und rein in die Bahn!“ Alle beugen und strecken sich, nehmen schnatternd Platz und warten gespannt auf den Beginn der Reise.
„Und wann kriegen wir das Proviant?“ (Nur, weil es letztes Mal Franzbrötchen für alle zum „Kausummen“ gab, heißt das nicht, dass mein Rucksack im Bühnenbild etwas Leckeres enthält…)
Eine Weile darf ich ungestört moderieren und die SeniorInnen durch die gedankliche Zugfahrt leiten. Nachdem wir eine Partnerübungen unter heftigem Rattern des Zugs hinter uns gebracht und lautstark alle Geräusche ausprobiert haben, die ein Zug fabrizieren kann, leite ich zu einer Gedankenreise über. Das hatte ich noch nie versucht, da ich genau weiß, welche Blicke mich dann durchbohren. Heute wagte ich es, weil es thematisch wunderbar passte, und vertraute auf das Wohlwollen der Teilnehmenden. Die Idee stammt aus dem Buch Stimme, Sprache, Lebensfreude” von Ulrike Pramendorfer, der Inhalt von mir. Ich bat alle, sich gemütlich zurückzulehnen und die Augen zu schließen:

Unsere Augen lächeln über das fantastische Panorama. (Stille) Draußen zieht eine Landschaft vorbei, die wir genießen. (Stille) Unsere Augen lächeln über die Schönheit der Natur. (Stille) Auch durch interessante Orte und Städte fahren wir und betrachten sie mit lächelnden Augen. (Stille)
Unsere Ohren lächeln über das gleichmäßige Rattern. (Stille) Das Rattern ist genau so laut, dass wir es hören können und angenehm finden. (Stille) Unsere Ohren lächeln über das einschläfernde Rattern. (Stille)
Unsere Nase lächelt über den Kaffeeduft im Abteil. (Stille) Oder der Duft von frischem Tee zieht zu uns herüber. (Stille) Oder wir lächeln mit der Nase, weil frische Waffel gebacken werden. (Stille)
Unser Mund lächelt über die leckeren Kekse und Salzbrezeln, die unser Proviant sind. (Stille) Oder wir genehmigen uns ein Stück Sahnetorte. (Stille) Aus ganzem Herzen lächelt unser Mund über den Genuss. (Stille)
Unser Rücken lächelt über das gemütliche Polster. (Stille) Wir lassen uns entspannt nach hinten sinken. (Stille) Unser Rücken lehnt sich an und lächelt über den Halt, den er findet. (Stille) Und auch nach unten lassen wir uns ganz tief in den Sitz sinken. (Stille) Wir geben unser Gewicht in das weiche Polster ab und unser Rücken lächelt über die Entlastung. (Stille)
Unsere Beine lächeln über die Entspannung. (Stille) Unsere Füße lassen los. (Stille) Wir lassen uns von dem Zug fahren und die Beine lächeln über die Pause. (Stille)
Unsere Arme lächeln über die bequemen Armlehnen. (Stille) Wir lassen sie im Schoß ruhen. (Stille) Unsere Arme lächeln, weil sie sich ausruhen dürfen. (Stille)
(Stille wirken lassen)
Und so ist unser Körper ein einziges, großes Lächeln.
(Stille)
Langsam rollt der Zug in einen Bahnhof und kommt zum Stehen. Wir kommen wieder im Raum an und öffnen langsam die Augen.

Zu Beginn mochten einige TeilnehmerInnen die Augen nicht schließen. Manche machten sie schnell zu, wenn ich in ihre Richtung schaute, in der Hoffnung, ich würde es nicht merken. Einige wirkten sehr skeptisch, aber zum Glück viel weniger, als befürchtet. Während der Gedankenreise kamen auch die zur Ruhe, die zu Beginn noch ablehnend wirkten. Und auch von denen, die die Augen offen ließen, gab es immer weniger. Am Ende der Moderation blieben ca. 30% der Anwesenden mit seligem Lächeln und völlig schlaffen Gliedern auf ihrem Stuhl und machten keinerlei Anstalten, die Augen zu öffnen. Während die Ersten böse auf die „Schlaffis“ schauten, moderierte ich weiter, um das Ende noch etwas deutlicher zu machen: „Der Zug rollt in einen Bahnhof und kommt langsam zum Stehen. Wir öffnen die Augen und kommen wieder im Raum an.“ Eine Dame, ganz abwesend und beglückt: „Mein Zug fährt immer weiter und ich mit!“ und blieb komplett entspannt mit geschlossenen Augen auf ihrem Stuhl hängen. Fantastisch! Mit einem so durchschlagenden Erfolg einer sonst so verhassten Aufgabe habe ich nicht gerechnet!
Auch die obskure Aufgabe, mit der Nasenspitze fünf Ortsnamen zu schreiben, die wir auf der Zugfahrt passieren, machten erstaunlicher Weise alle mit. JedeR war gedanklich unterwegs auf einer Strecke, die sie früher gern gefahren sind, und lockerten durch die Kopfbewegungen indirekt sehr effektiv die Nackenmuskulatur.
„Frau Krüerke, was schreiben Sie denn?“
Ich war noch damit beschäftigt, den Blick durch die Runde schweifen zu lassen, um zu schauen, ob alle zurecht kamen. „Äh, Olso.“
„Ja ja, das ist auch ein besonders kurzes Wort, ne?!“
„Aber als nächstes schreibe ich Stockholm, das ist schon viel länger!“ Ich hätte nie gedacht, dass sich SeniorInnen wie Jugendliche mit mir kabbeln…
Sogar die Übung der „heißen Kartoffel“ bei unserem Besuch im Bordrestaurant wurde mit hängendem Kiefer und wilden Grimassen ganz ohne die üblichen Schamgefühle absolviert. Natürlich hagelte es Kommentare wie „Können wir nicht ausspucken?“ und „Haben wir keine Gabel, um sie wieder rauszuholen?“, aber niemand zweifelte am Sinn, eine imaginäre heiße Kartoffel im Mund zu balancieren. Spaß gehabt und Kiefer gelockert, was will man mehr!

Nach fröhlichen Liedern und kräftigem Applaus brachen wir wieder in den Alltag auf.
Bis ich zweieinhalb Stunden später während der zweiten Schicht des Mittagessens im Wintergarten darauf angesprochen wurde, dass wir immer noch nicht den Zug verlassen haben. Schließlich hatte ich nur gesagt, dass wir gedanklich in den Gymnastiksaal zurückkehren. Von aussteigen hatte ich nichts gesagt! Ich entschuldigte mich formvollendet für diesen faux pas und bestätigte, dass sich der Herr immer noch auf Reisen befindet. Er amüsierte sich königlich…

aufmerksam, feminin

Du bist nicht mehr wert als jeder andere, und niemand ist mehr wert als du.

„Du bist nicht mehr wert als jeder andere, und niemand ist mehr wert als du.“

Das sagte Katherine Gobles Vater, Joshua Coleman.
Katherine Goble war eine der farbigen Frauen, die in den USA ab dem zweiten Weltkrieg für die NACA (später NASA) arbeiteten.
Als Frauen nur sehr wenige Berufe ergreifen durften, und ihre Arbeit mit der Heirat aufgeben mussten, traf es farbige Frauen besonders schwer: Sie durften nur auf schlecht ausgestattete Schulen für Schwarze gehen, wo permanenter Lehrermangel herrschte. Universitätsabschlüsse waren unmöglich, da sie als farbige Frau gar nicht erst dorthin gelangten. Und wenn doch, dann mussten sie meist ihre Ambitionen zugunsten eines Brotjobs aufgeben, um erst ihre Herkunftsfamilie und dann ihre eigenen Kinder zu ernähren. Dennoch gab es mathematisch sehr talentierte Frauen, die trotz der geringen Schulbildung, die man ihnen zubilligte, mit ihrer Bewerbung bei der NACA in Langley Erfolg hatten. Mehrere Jahrzehnte lang saßen weitgehend geheim gehalten nur farbige Frauen in einem Büro, indem sie die mathematische Grundlage für die Arbeit der Ingenieure lieferten. Diese wiederum konstruierten auf der Basis der Rechenkünste Kampfflugzeuge und später die ersten Raketen. Obwohl die Mathematikerinnen der Ursprung des Erfolgs viele Erfindungen waren, wurden sie schlecht bezahlt und erhielten auch nach langen Arbeitsjahren keinen offiziellen Titel als Mathematikerin oder Ingenieurin.

Nachzulesen in „Hidden Figures. Unerkannte Heldinnen“ von Margot Lee Shetterley

 

aufmerksam

Ein Nachmittag mit Vögeln – zum vögeln?

Vor dem Restaurant treffe ich Frau R., die mich anspricht und meint, wir hätten uns länger nicht in Ruhe gesehen. Daraufhin lade ich sie in die Bibliothek ein, wo ich einen thematischen Nachmittag anbiete: „Mit interessanten Informationen über Vögel, mit diversen Bildern und Gesängen zum Erkennen von Vögeln, außerdem passende Lieder und die Vorstellung des historischen Hintergrunds der „Vogelhochzeit“. Wie wär´s?“
Sie: „Neee, ich würde lieber richtig vögeln…“
Von hinten nähert sich Herr D., er: „Ja, das ist gut. Ich war ja früher Taubenzüchter…“
Ich: „Wunderbar, dann passt das Thema doch! Ich habe eine Menge Interessantes vorbereitet…“
Er: „Neee, die Vögelei gefällt mir besser!“
Ich gebe auf: „Jedenfalls wünsche ich Ihnen einen schönen Nachmittag, so oder so!“
Die beiden schütteln sich vor Lachen.

Später gerate ich noch mehr aus der Fassung, als ein Grüppchen rätselt, was der Storch ist. Wohl ein Vogel, oder? Aber ja kein Singvogel. Und kein Greifvogel. Daraufhin ruft Frau K. von der anderen Seite des Raums, dass die Enten auf dem Bild auf dem Tisch ja auch keine Vögel seien. Doch, Wasservögel, meine ich.
Nun meldet sich Herr Z. und behauptet, Eichhörnchen seien doch auch Vögel, nicht?
Nein! Nein nein nein! Schluss mit Vögeln! ;-).

aufmerksam, feminin

Zur heutigen Bundespräsidentenwahl: Über Deutschlands First Ladies

Nachdem es heute im Fernsehen ständig um die Wahl des neuen Bundespräsidenten ging, möchte ich den Blick auf die deutschen First Ladies richten. Bei Phoenix ist eine zweiteilige Dokumentation über die Frauen an der Seite der Bundespräsidenten zu sehen. Wer die Sendetermine verpasst, kann sich die Reportage auch (in deutlich schlechterer Qualität) bei Youtube anschauen.
Viele relevante soziale Angebote wie das Müttergenesungswerk, Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, Aufklärung und medizinische Hilfe für Krebskranke, Tagesstätten für SeniorInnen usw. gehen auf die Initiative der First Ladies zurück.
Wir halten diese Errungenschaften heute für völlig selbstverständlich. Dabei haben wir den Damen im Hintergrund, die ihre intensive Arbeit bis heute ehrenamtlich tun, viel zu verdanken.

 

aufmerksam, kreativ

Die speziellsten Erinnerungen an dieses Jahr, 2016

Gerade stolperte ich über meinen Artikel „Die speziellsten Erinnerungen an dieses Jahr“ aus dem November letzten Jahres. Da ich weiterhin als Quereinsteigerin unterwegs bin (in Deutschland ändert sich das auch nicht so schnell), tut mir ein Rückblick gut. An all das, was geplant wurde und nicht stattfand, erinnere ich mich lebhaft. Die vielen erfolgreichen Projekte gehen dagegen innerlich oft im „Negativ-Raster“ verloren. Neben der täglichen Arbeit habe ich eine Menge zusätzlich geschafft, wie im Rückblick deutlich wird:

 

Erdbeertorte 3

 

∗ „Kinderclub“ im örtlichen Flüchtlingsheim: Zwei Stunden Nachmittagsbetreuung können stressiger sein als ein ganztätiges Event…

∗ Von Januar bis Juni Ausstellung meiner Fotografien von festlichen Momenten im Sitzungssaal unserer Kirchengemeinde zum Thema „Gemeinschaft erfahren – das Leben genießen – Dankbarkeit teilen“

∗ Gleich im Januar und Februar mehrere Seminare zu den Themen „Projektmanagement“, „Moderation von Meetings“ und „Protokolle prägnant verfassen“ besucht

∗ Diverse Kindergeburtstage auf dem historischen Dreimaster „Rickmer Rickmers“
(und einmal dabei versehentlich in Dreharbeiten geraten…)

∗ Im Februar Shooting meiner „Tischdekoration des Monats Mai“ für die Zeitschrift „Hier leben“, mit vielen Vorbereitungen sowie Konferenzen mit der örtlichen Floristin bezüglich der Materialbeschaffung (Mageriten im Februar….)

∗ Im März vom Ehemann nach Mallorca entführt worden

 

Mediterran

 

„Lecker kochen für Viele“: Workshop in der Profiküche mit christlichen BesucherInnen aus ganz Deutschland, ein spannender Tag!

∗ Meine doppelseitige Tischdekoration in der Zeitschrift „Hier leben“ gefeiert

∗ Viele, viele Fachbücher zum Thema Veranstaltungsorganisation und Gastronomie gelesen

∗ Marktaufsicht während der Sommermonate für einen sehr beliebten Hamburger Flohmarkt, am Wochenende aufstehen um 5.00 Uhr, juhu!

∗ Festliche Finissage meiner Ausstellung „Gemeinschaft erfahren – das Leben genießen – Dankbarkeit teilen“

∗ Kinderparties zu Themen wie „1001 Nacht“, „Elfen“, „Chinesisches Drachenfest“ begleitet

Floristische Workshops entdeckt, die mit meinen Arbeitszeiten harmonieren und für neue Inspirationen sorgen

∗ Kreative Sommerferien: Traditionelle japanische Stempel geschnitzt, mit historischen Druckmaschinen gearbeitet, bei der Bonbonherstellung von Hand zugeschaut, Kreativ-Party für Freundinnen organisiert, meine Acrylfarben wieder heraus geholt…

∗ Traumhafter Sommerurlaub auf Bornholm

 

Lieblingsstrand Bornholm

 

 

∗ Diverse Anleitungen zu kreativen und floristischen Themen auf meinem Blog

∗ Seminare zu „interkultureller Kommunikation“ und „Sprachförderung mit Flüchtlingen“ besucht

∗ Floristik und saisonale Dekorationen für die Kirchengemeinde gestaltet

* Innerhalb von vier Stunden mit 117 Kindern Kürbisse ausgehöhlt und zu Laternen geschnitzt (und das drei Tage in Folge…)

∗ Eine Freundin im Atelier bei der Arbeit besucht

∗ Spaß bei einem Workshop mit Cake Pops gehabt

∗ Mein Artikel „Warum feiern wir nicht? Ein Plädoyer für mehr Höhepunkte im Alltag“ in der theologischen Zeitschrift AufAtmen

∗ Adventsdekoration für eine Seniorenresidenz hergestellt (Tischdekorationen für den Speisesaal, den Wintergarten, die Bibliothek sowie den Eingangsbereich)

∗ Im „Hamburg Journal“ des NDRs wurde ich bei der Arbeit auf dem „Alsterdorfer Advent“ gezeigt: Mit Kindern am Feuer beim Stockbrot backen

 

 

Schmetterlings-Party