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Statt Meditation: Durch den Wald streifen und Beeren sammeln

Oberflächlich entspannen können wir alle gut:
Mit rumdaddeln, Buch lesen, Gassi gehen, online Shopping….
Aber wirkliche Entspannung, die Kopf und Herz erreicht, ist das meist nicht – eher oberflächliche Ablenkung.
Die Japaner erfanden „Shinrinyoku“, das Waldbaden. Genau genommen ist es einfach spazieren gehen, klingt aber viel trendiger.

Wer Spaziergänge auch unter dem kosmopolitischen Motto „Shinrinyoku“ beknackt findet, kann sich vielleicht zum Beeren sammeln motivieren:
Das klingt gleich viel produktiver und führt dennoch zu deutlicher Entschleunigung.
Zumindest nach einiger Zeit, wenn die vielen Gedanken in unserem Inneren endlich langsamer kreisen und irgendwann ganz zur Ruhe kommen. Wenn wir nicht mehr möglichst schnell und effektiv pflücken, sondern wirklich aus Spaß am Beerensammeln. Wenn wir zunehmend offen werden für Gerüche und Geräusche um uns und immer weniger an Zecken denken, die vielleicht gerade JETZT in unsere Kniekehle beißen.

Ganz nebenbei stellen wir fest, dass manche Landschaften im guten, alten Deutschland deutliche Einschläge von Skandinavien oder Schottland aufweisen. Und es auch im Corona-Jahr 2020 ganz zauberhafte Ecken in der Nähe unseres Zuhauses gibt, an denen wir uns ganz weit weg fühlen.
Wenn wir dann am nächsten Morgen Blaubeeren mit Naturjoghurt löffeln, kommt der Urlaub fast nach Hause.
Fast.
Und wir finden hoffentlich bald wieder den Weg in den Wald…

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Kurz vor Mitternacht Blaubeer-Blechkuchen im Hellen essen


Mein Mann backte im Urlaub mehrmals Blaubeerkuchen aus den Beeren, die wir rund um das Haus und im Wald gesammelt hatten.
Diese Sitzecke vor dem Haus brachte der Vermieter extra vorbei, weil drei Sitzecken und eine Hollywoodschaukel für einen finnischen Garten einfach zu wenig sind. 😉
Das Foto nahm ich abends gegen 21.30 Uhr auf, dann sinkt die Sonne langsam hinter die Tannen und Birken am Rand des Grundstücks, während es noch stundenlang hell bleibt. Das weiche, diffuse Licht schimmert bis nach Mitternacht. Nur wenige Stunden wird es annähernd dunkel, weil die Sonne kurz hinter dem Horizont steht und schon bald wieder steigt. Daher ist es bereits lange vor dem offiziell angegebenen Sonnenaufgang hell und wird auch erst nach der Uhrzeit des Sonnenuntergangs dunkel, weil das Licht noch stundenlang indirekt vom Horizont leuchtet.

Verlinkt mit Holunderblütchen, FloralFridayFoto und Freutag.