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Buchempfehlung: „Everything I’ve Ever Done That Worked“ von Lesley Garner

Ich handle gerne freundlich, klug und geduldig.
Das ist mein erklärtes Ziel, aber oft kommt mir meine Menschlichkeit dazwischen:
Wie so viele andere verhalte ich mich versehentlich (und routinemäßig) egoistisch, ungeduldig und treffe vorschnelle Entscheidungen. Um mir selbst im Morast der täglichen Hoffnungen und Enttäuschungen ein festes Fundament zu geben, starte ich bewusst mit Weisheit in den Tag: Als Christin lese ich während des Frühstücks ein Sachbuch, eine Andacht oder einen Fachartikel, der meine Seele ernährt und meinen Geist herausfordert. Ich suche Weisheit, um meinem Inneren Wachstumsimpulse zu geben und meine unruhige, selbstbezogene, sprunghafte menschliche Natur in den Hintergrund treten zu lassen. Das ist keine Garantie dafür, dass mein Tagewerk gelingt – aber eine wesentlich bessere Voraussetzung, als wenn ich es nicht täte.

Nun ist die Frage, was Menschen, die mit Gebet, Bibellesen und christlicher Ratgeberliteratur nichts anfangen können, ihrer Seele morgens zum Frühstück anbieten?
Zufällig (danke, Jesus….) zog ich das Buch „Everything I’ve Ever Done That Worked“ von Lesley Garner aus einem öffentlichen Bücherschrank. Die drei bis vierseitigen Essays sind so schlau und auf den Punkt und schwungvoll und inspirierend und weise, dass ich mich komplett in die Gedankensammlung verliebt habe. Ich lese extrem viel, aber ihre Gedanken sind mir tatsächlich noch nirgendwo untergekommen. Bodenständig und gleichzeitig fantasievoll, realistisch und auch in Krisen aufmunternd und humorvoll: Die Texte sind ein wahrer Schatz.
Lesley Garner, zum Zeitpunkt der Veröffentlichung in ihrer Fünfzigern, schreibt über Lebenslektionen, kreative Auszeiten, innere Haltungen, praktische Alltagstipps und wie wir unsere Seele befreien.
Ich liebe dieses Buch!
Christliche Sachbücher helfen meiner Suche nach Weisheit und innerer Entwicklung oft weiter, psychologische Ratgeber gelegentlich auch. Diese Sammlung an pointierten Impulsen redet weder von Gott noch von Psychologie, ist aber dennoch von Schöpferkraft, Kreativität und Klugheit durchdrungen.
Manche Bücher würde ich gerne kofferweise kaufen und an alle verschenken, die ich gern habe – diese Entdeckung ebenfalls! Es ist nur auf Englisch erhältlich, was den Lesegenuss nicht schmälert: Ich finde es leicht und flüssig lesbar.

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Vorstellung des Mitmach-Buchs „Wo die Freude wohnt“ im Video

Wer einen Einblick in mein kreatives Mitmach-Buch „Wo die Freude wohnt“ erhalten möchte, ist herzlich eingeladen, meine Vorstellung auf youtube anzuschauen.
Sehnst du dich auch nach mehr Schwung und Leichtigkeit in deinem Glauben? Wünschst du dir, alten Ballast loszuwerden, Trost zu erfahren, neue Perspektiven zu erkunden und einen frischen, direkten Zugang zu Gott zu finden? Hast du Lust, die Villa der Freude mit all ihren Räumen und den darin versteckten Botschaften zu entdecken?
Dann biete ich dir in meinem Alltagsbegleiter die Möglichkeit, deinen Sehnsüchten praktisch und lustvoll auf die Spur zu kommen: Mit Gedanken, aktiven Impulsen, Körpergebeten, Bibelversen, Raum für Notizen und Ideen für dein ganz normales Leben.
Einen Einblick ins Buch inklusive Inhaltsverzeichnis und einer Leseprobe präsentiere ich hier.

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Buchempfehlung: „Mein Gebet macht mich stark. Was geschieht, wenn Frauen beten“

Morgens lese ich beim Frühstück die Losungen, das sind zufällig ausgeloste Bibelverse, die überraschend oft sehr treffend in meinen Alltag sprechen. Da mir zwei kleine Sätze aber nicht reichen, um kraftvoll Gottes Wort zu hören, habe ich dazu immer ein Andachtsbuch. Das letzte Jahr begleitete mich der Klassiker „Mein Äußerstes für sein Höchstes“, seit knapp hundert Jahren eine Herausforderung für ChristInnen weltweit. Hier schrieb ich über meine Erfahrungen damit. Wer fließend englisch spricht und auch mit einem veralteten Sprachgebrauch zurecht kommt, kann die tägliche Lektüre kostenlos hier verfolgen.

Nun begann ich das Buch im Januar von vorn zu lesen und merkte schnell, dass ich eigentlich stattdessen Lust auf etwas Frisches, Neues habe. Dank einer lieben Freundin kam ich auf Stormie Omartian, von der ich bereits ein Buch besitze. Seit einigen Wochen führt mich jetzt „Mein Gebet macht mich stark. Was passiert, wenn Frauen beten.“ in den Tag. Das Cover, luftig-leicht und in Pinktönen gehalten, verleitet zu der Annahme, es handle sich um oberflächliches Heititei und jede Menge Wohlfühl-Vibes. Dem ist nicht so. Stattdessen hätte der Verlag lieber etwas richtig Starkes, Energiegeladenes als ersten Eindruck auswählen sollen, das käme der Sprengkraft dieses Alltagsbegleiters deutlich näher.
Die Autorin schreibt sehr direkt und herausfordernd, ermutigt zum Umdenken und zu einer ganz klaren Ausrichtung auf Gott. Wer sich nach frischem Wind sehnt und konsequent Gott nachfolgen möchte, findet hier wertvolle Anregungen. Stormie Omartian beginnt jedes Kapitel mit einem Einblick in ihre eigenen Erfahrungen, erklärt anschließend, welche Lektionen sie gelernt hat und nun weitergeben möchte. Es folgt ein Gebet zum lauten Vorlesen und anschließend eine Auswahl an Bibelversen zur Vertiefung.

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Eingerostete Englischkenntnisse auffrischen: Buchempfehlung „The Naughty Girls Book Club“

Dank mehrerer offener Bücherschränke in Mecklenburg kam ich im Urlaub spontan an zusätzliche Lektüre. Mit dabei: „The Naughty Girls Book Club“, das ich aus einer blau gestrichenen Telefonzelle voller Bücher in Möderitz zog.
Der englische Roman liest sich sehr zügig und entspannt, die Geschichte ist interessant genug, um sie verfolgen zu wollen, aber nicht zu spannend oder verwickelt, um anstrengend zu werden. Kurz: Die ideale Story für alle, die locker nebenbei ihr Englisch auffrischen möchten, ohne dazu ein dictionary nutzen zu wollen.

Zum Inhalt:
Estelle ist geschieden und alleinerziehend. Sie betreibt ein Café, deren Besucherzahlen deutlich besser ausfallen müssten, damit sie langfristig davon leben kann. So überlegt sie, einen Buch-Club zu eröffnen, um abends den Raum zusätzlich sinnvoll zu nutzen. Zu Beginn wählt sie verschiedene Klassiker, die sie bearbeiten will, und lädt mit Aushängen zum ersten Treffen ein. Vier BesucherInnen kommen, sind von der Wahl der Themen aber nicht begeistert. Als Estelle den Spickzettel heraussucht, um die nächsten Bücher für das folgende Treffen vorzulesen, rutscht ihr ein verruchter Bestseller aus der Handtasche: Eine Art Fifty Shades of Grey. Dies weckt die Neugier der Anwesenden, sodass sie unter Jubel und Protest den Erotikroman als Lektüre zum nächsten Termin bestimmen. So kristallisiert sich das Thema „Sexy Stories“ als Motto für den Lesekreis heraus.
Der Roman begleitet einerseits die Geschichten der vier BesucherInnen und streift andererseits verschiedene erotische Genre der Buchwelt. Besonders freizügig geht es dabei nicht zu, aber jede der Anwesenden verändert sich in den folgenden Wochen ein Stück – auch, was die eigene Sinnlichkeit angeht. Alle sammeln mehr Selbstbewusstsein und setzen sich mit ihrem Leben und ihren Beziehungen auseinander.

Eine lockere Lektüre, die kein großes Mitdenken erfordert, aber unterhält und anregt. Auf deutsch vielleicht etwas seicht, auf englisch genau richtig!

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Schwarzbrot für die tägliche Andacht: Empfehlung für einen christlichen Klassiker

Suchst du täglich eine Herausforderung für deinen Glauben?
Sehnst du dich nach einer Botschaft, die dich jeden Tag kurz und knackig auf den richtigen Weg bringt?

Seit fast hundert Jahren ist das Andachtsbuch „Mein Äußerstes für sein Höchstes“ von Oswald Chambers ein weltweiter Dauer-Bestseller. Oswald Chambers reiste mit seiner Frau als Bibellehrer rund um den Globus und betreute in Ägypten australische und neuseeländische Truppen. Er verstarb 1917 mit 43 Jahren in Kairo an den Folgen eines Blinddarmdurchbruchs. Seine Frau Biddy war eine hervorragende Stenotypistin und hatte viele seiner Bibelstunden und Predigten mitgeschrieben. In den Jahren nach seinem Tod ordnete sie die Aufzeichnungen und gab 1923 die erste Ausgabe von „My Utmost for His Highest“ heraus.

Seine Worte haben bis heute die Kraft behalten, klar und prägnant in den Alltag von ChristInnen zu sprechen. Chambers ist kompromisslos in der Anwendung der Bibel auf das eigene Leben. Der tägliche Input passt auf eine Seite und muss oft mehrfach gelesen werden, um verstanden zu werden. Er sagt kein Wort zuviel, jeder Satz trifft und regt zum Nachdenken an.
Wer sich für die tägliche Lektüre ein Buch wünscht, das mit minimaler Länge eine maximale Tiefe bietet, sollte es mit diesem Klassiker probieren. Es enthält geistliches „Schwarzbrot“ für alle, denen die meisten christlichen Bücher zu beliebig und zu seicht sind.
Für Menschen, die sich erst an den christlichen Glauben heran tasten, ist das Buch nicht geeignet: Zu anstrengend, zu abstrakt, zu herausfordernd.
Der Klassiker hat ein hellgelbes Cover, eine sprachliche Neubearbeitung (in rosafarbenem Cover) soll dem modernen Deutsch mehr entsprechen. Ich lese gerade die hellgelbe Standard-Version, die ich verständlich finde, die aber viel Vorwissen voraussetzt.
Viele berühmte Christen sagen, sie lesen das Buch bis heute immer wieder und es habe sie stark geprägt.
Interessant ist, dass in meinem Umfeld alle Generationen die Lektüre schätzen und als wertvoll empfinden. Für alle, die ihren Glauben vertiefen und sich täglich herausfordern lassen wollen, gebe ich eine klare Empfehlung ab!

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Buchempfehlung: Romane über das Leben mit der Natur

Rein zufällig habe ich gerade vier Bücher hinter einander aus der örtlichen Bücherhalle ausgeliehen, die vom Alltag mit und in der Natur handeln. Sie fielen mir in die Hand, sprachen mich an, und beim dritten Roman über ein komplettes oder zeitweiliges Aussteiger-Leben fragte ich mich, was mir diese thematische Häufung sagen möchte.

„Im Wald: Mein Jahr im Cockshutt Wood“ von John Lewis-Stempel ist meiner Meinung nach zu Recht preisgekrönt. Als englischer Landwirt ist er für vier Jahre Pächter eines Walds, in dem er sich täglich aufhält und den er nach historischen Prinzipien bewirtschaftet. Das Buch beginnt im Januar und hat ein extrem langsames Erzähltempo. Die Detailtreue der Naturbeobachtungen und die vielen Hintergrundinformationen über Bäume, Pilze und Tiere können die Leserin wahnsinnig machen. Oder in ein anderes Universum ziehen und maximal faszinieren, je nach Interessenslage…
Ich habe in diesem Buch jedenfalls so viel über die Lebewesen und die Ökologie des Waldes gelernt wie in meinem ganzen Leben nicht. Da kommt noch nicht einmal der medienwirksame Förster Peter Wohlleben gegen an.

„Kaffee mit Käuzchen“ von Franziska Jebens ist der Bericht einer jungen Frau, die ihre Karriere und ihre ehrgeizigen Pläne hinter sich lässt, um ein rottes Forsthaus im Nichts zu renovieren. Ich habe mich ausgesprochen gut amüsiert und das Buch im Rekordtempo gelesen (und dabei lese ich immer schnell). Keine Ahnung, warum es mich so mitgerissen hat, die Verwandlung einer modeaffinen Kosmopolitin zum Waldschart zu verfolgen, aber da es lange auf der Bestsellerliste stand, ging es wohl auch vielen anderen LeserInnen so.

Es schloss sich übergangslos „Fräulein Draußen: Wie ich unterwegs das Große in den kleinen Dingen fand“ von Kathrin Heckmann an. Den Titel mit dem Fräulein finde ich als Emanze sehr fragwürdig, davon abgesehen ist auch dieses Debüt einer mutigen Frau sehr, sehr wertvoll zu lesen. Sie berichtet von der wachsenden Liebe zum wochenlangen Wandern und Wildcampen, und auch hier lässt sich eine lohnenswerte innere Reise miterleben.

Inzwischen bin ich bei der „Schäferin von Yorkshire“ von Amanda Owen angelangt. So langsam finde ich meine outdoor-basierte Lektüre der letzten Wochen doch etwas einseitig, oder das Leben mit sieben (inzwischen neun) Kindern spricht mich einfach nicht so an… Dennoch ist es auch in diesem autobiografischen Roman spannend mitzuverfolgen, wie ein Lebenstraum wächst und umgesetzt wird. Amanda lebt mit einem zwanzig Jahre älteren Landwirt auf einer der abgeschiedensten Schaffarmen Great Britains und erzählt sehr bodenständig und humorvoll aus dem Alltag.

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Buchempfehlung: „Gib niemals auf“ von Joyce Meyer

Vor einigen Jahren schenkte mir eine wildfremde Frau das Buch „Gib niemals auf!“ in der S-Bahn. Ich war auf dem Heimweg, die Dame saß mir gegenüber und las, und aus irgendeinem Grund hatte ich den Eindruck, dass sie in einem christlichen Buch schmökerte und ich gern gewusst hätte, in welchem. Also fragte ich sie, sie hielt mir das Buch hin, und bevor sie viel zum Inhalt erzählt hatte, schenkte sie es mir und stieg aus. Ich war völlig perplex.
Natürlich begann ich direkt mit der Lektüre, aber aus irgendeinem Grund packte mich der Inhalt nicht. Trotz harter Jahre der beruflichen Neuorientierung, die mich oft an meine Grenzen brachten, blieb es jahrelang im Bücherregal. Bis ich neulich aus irgendeinem Grund danach griff und es mit sehr, sehr großem Gewinn las. Joyce Meyer ist eine ganz besondere Persönlichkeit, ihre direkte Art und ihr wahnsinnig selbstbewusstes Auftreten können friedliche ChristInnen ziemlich verschrecken. Aber der Inhalt ist das, was in einem Buch zählt, und der überzeugte mich beim zweiten Anlauf komplett.

„Wissen Sie, jeder Adler fühlt sich in einem Hühnerhof unwohl. Alle Adler sehnen sich nach klarer Luft und einem blauen, weiten Himmel. Wenn Sie an einem Ort leben, der Sie davon abhält, die Person zu sein, die Sie sein sollten und das zu tun, was Sie tun sollten, dann werden Sie sich auch unwohl fühlen.
Wenn der Gedanke in Ihrem Kopf und Ihrem Herzen Wurzeln schlägt, sich über das hinaus zu entwickeln, was Sie kennen, wenn der Same der wahren Größe in Ihnen anfängt zu wachsen, wenn Sie ein brennendes Verlangen spüren, aus Altem heraus zu treten, wenn Sie sich nach Abenteuern sehen und etwas Neues oder anderes machen wollen, dann nehmen Sie diese Empfindungen ernst. Fangen Sie an, entsprechend zu handeln.
Doch seien Sie sich auch darüber im Klaren, dass die Menschen um Sie herum Ihre Sehnsucht, aus der Umzäunung auszubrechen, nicht unbedingt nachvollziehen können. Vielleicht wollen sie Ihre Flügel stutzen oder sagen sogar: „Nun beruhige dich mal und sei wie die anderen Hühner. Sieh mal hier, diesen schönen Hühnerhof mit all den leckeren Würmern und Maden. Was soll es schon Besseres geben?“

„Ich bin sicher, dass wir unser Potenzial nur in dem Maße ausschöpfen, wie wir auch mit Widrigkeiten umgehen können. Winston Churchill sagte: „Gemeisterte Schwierigkeiten sind gewonnene Möglichkeiten,“ und diesem Ausspruch stimme ich voll und ganz zu. Wenn Sie sich von Schwierigkeiten und Problemen frustrieren, einschüchtern oder entmutigen lassen, dann werden Sie diese niemals überwinden. Schauen Sie ihnen stattdessen ins Auge; überwinden Sie die Widrigkeiten, mit denen Sie zu tun haben; weigern Sie sich, mittendrin aufzugeben; drängen Sie mit dem Geist eines Bezwinger weiter vorwärts! Und dann werden Sie die notwendige Fähigkeit und Entschlusskraft entwickeln, die Sie brauchen, um Ihr ganzes, von Gott gegebenes Potenzial zu entfalten und alles erleben, was Gott für Sie bereithält.“

Ja, Joyce Meyer liefert eine schier endlose Reihe Steilvorlagen. Wer es sich gerade gemütlich im Leben eingerichtet hat, mag das ungern hören.
Wer jedoch mit der eigenen Weisheit am Ende ist, mit dem Ziel vor Augen dringend neue Kraft braucht oder wer schon lange darauf wartet, dass sich der Wind endlich dreht, wird in diesem Ratgeber einen unfassbaren Schatz finden. Einen Schatz, der immer wieder das Wort Gottes und seine Versprechen für uns in den Mittelpunkt rückt.
Wer findet, dass das eigene Dasein in dieser Welt mehr ist als arbeiten, essen, schlafen und Rechnungen bezahlen, und es mehr geben muss als „Da-sein“, entdeckt in diesem Buch einen kraftvollen Begleiter.

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Arbeit muss stressig sein? Nö: Arbeit muss sinnvoll sein

Bitte einmal die Hand heben:
Wer hatte im eigenen Arbeitsleben schon einmal eineN VorgesetzteN, die/der ein Vorbild war?
Ein guter Boss, eine gute Chefin?
Fachlich versiert, menschlich fair, interessiert am Wohl der Angestellten, die berufliche Entwicklung der Einzelnen fördernd? Eine Person, der man Ideen zur eigenen Abteilung offen und ehrlich mitteilen kann? Eine Person, der man sagen kann, wenn seit Monaten die Motivation im Team sinkt? Eine Person, die Konflikte ehrlich und proaktiv thematisiert und dabei wirklich ergebnisoffen handelt? Eine Person, die absolut engagiert dabei ist, gute Arbeitsbedingungen für alle zu schaffen? Eine Person, die selbstbewusst und dennoch demütig ist, die nicht das letzte Wort um jeden Preis haben muss?


Ich fing an jeder Arbeitsstelle motiviert an, war stets an einem angenehmen Umgangston und reibungslosem Miteinander interessiert, hatte überall gute Ideen für flüssige Arbeitsabläufe für alle Beteiligten. Mein Team fand es gut, meine Vorgesetzten nie, irgendwann landete ich immer desillusioniert bei „Dienst nach Vorschrift machen und mich nach etwas Neuem umsehen“.
So wie viele andere PädagogInnen und TherapeutInnen, kurz: So wie die allermeisten Arbeitnehmer.
Bis heute suche ich nach einem Platz, wo meine Analysefähigkeit für gute Arbeitsbedingungen einerseits und meine Vorschläge für gelingende Abläufe andererseits wertgeschätzt wird, statt abgestraft. Wo ich mich nicht nur weiterentwickeln darf, statt festgezurrt auf meiner Position zu bleiben, sondern wo mein Wachstum erklärtes Ziel der Leitung ist.

Wer sich damit auseinandersetzt, wie Arbeit gelingt und wie gesunde und sinnvolle Bedingungen für alle aussehen können, erhält von mir heute zwei Tipps:

1.) Wenn ein Chef eine Mitarbeiterumfrage startet und 80% der Angestellten ihn schrecklich finden, dann kann er wie verrückt irgendwelche oberflächlichen Maßnahmen ergreifen: Mehr Geld für Spitzenleistungen, mehr Druck von oben, mehr fancy Jobtitel, mehr undurchdringliche Bonussysteme. Er kann auch stattdessen in sich gehen und sich fragen, was die Bedürfnisse der Angestellten sind: Was sie sich wünschen, wie sie besser arbeiten könnten, welche Form der Wertschätzung ankäme, wie sie mehr Freiheit für eigene Entscheidungen erhalten. Welchen Sinn sie in ihrer Arbeit finden. Was ihnen zutiefst am Herzen liegt. Wer sie hinter ihrer täglichen, oft künstlichen Maske sind.
Dazu muss sich die Leitung all diese Frage natürlich selbst erst einmal stellen. Und ehrlich beantworten. Statt wie immer teure Fachleute anzuheuern und dem Diktat der aktuellen Mode im Business zu folgen.
Was passiert, wenn Vorgesetzte sich wirklich ehrlich fragen, wie alle Beteiligten zufrieden arbeiten können, stellt der Film „Die Stille Revolution“ vor.
„Nichts ändert sich, bis du dich selbst änderst – dann ändert sich alles.“
Bodo Janssen

2.) Ein Buch, das mein Mann mir empfohlen hat, weil er von dem Unternehmer- und Autorenduo schon mehrere Titel gelesen hat: „It doesn´t have to be crazy at work“. Es soll in Kürze auf deutsch erscheinen, unter dem Titel „Schluss mit dem Wahnsinn im Büro: Wege zu einer entspannten Arbeitskultur“
Die beiden Gründer eines Unternehmens, das aus sich selbst heraus natürlich und kontinuierlich wächst und auf die meisten Regeln im heutigen Wirtschaftsleben pfeift, beschreiben eine gesunde Art der Arbeit: Keine Überstunden, keine sofortigen Antworten auf Emails nötig, keine utopischen Wachstumszahlen, die erreicht werden müssen. Sie müssen nicht krampfhaft besser sein als andere und die Konkurrenz „platt machen“. Es reicht völlig, wenn das Unternehmen finanziell stabil ist und die Mitarbeiter zufrieden.
Da ich erst den Anfang gelesen habe, kann ich noch nicht viel mehr sagen – und aufgrund großer Müdigkeit vor unserem viel zu späten Jahresurlaub fällt es mir gerade schwer, aus dem Kopf englische Passagen eloquent auf deutsch wiederzugeben. Einfach lesen, es lohnt sich. Locker geschrieben, inhaltlich fundiert, gut verständlich – auch auf englisch eine gewinnbringende Lektüre. Wie gut die deutsche Übersetzung wird, weiß ich natürlich nicht…

 

Atemfreude, aufmerksam

Rezensionsexemplare des Praxisbuchs „Atemfreude: Schwungvolle Atemgymnastik mit Senioren“ abzugeben

Der Atemfreude-Workshop vor zwei Wochen zeigte deutlich das Interesse pädagogischer und therapeutischer Fachrichtungen an dem Thema „Atemübungen für Menschen mit körperlichen Einschränkungen“. Ursprünglich für SeniorInnen entwickelt, eignen sich die leicht verständlichen und lustbetonten Übungen auch für Personen mit Handicap sowie Betroffene von Lungenerkrankungen.

Wer als Fachfrau für Zeitschriften im Bereich Logopädie, Seniorenbetreuung, Ergotherapie oder Physiotherapie schreibt, kann bei mir gern ein Rezensionsexemplar meines Praxisbuchs erhalten. Auch in Magazinen für Asthmabetroffene oder COPD-Gruppen werden Fachbücher vorgestellt, was ich als Autorin natürlich nicht selbst tun kann. Wer Interesse an einem Rezensionsexemplar hat und mir den Namen der Publikation oder des Forums nennt, bekommt von mir ein Atemfreude-Buch zugeschickt. Anfragen erreichen mich über das Kontaktformular.

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earthy – erdverbunden

„Ziemlich wichtig ist in Denmark (Australien) die earthyness. Im Prinzip kann recht vieles earthy sein: Zum Beispiel ist ein Haus umso earthier, je windschiefer, improvisiert-selbstgebastelt-hexenhafter es sich in seinen Standort einschmiegt, fast so wie diese Wohnhöhlen der Hobbits in Auenland. Auch ein anständig bemaltes Fahrrad mit Blumenkorb und gestrickten Lenkerwärmern kann durchaus als earthy durchgehen, oder eine Party, bei der es gegrillte, ledrige Äpfel anstelle von Pommes, Geige statt Techno und Zimt statt Koks gibt. Überhaupt ist Denmark das Gegenteil vom latent zugekoksten, trendigen Süd-Perth der selbsternannten australischen Oberschicht.
Earthy ist ein Tausch von Lebensmitteln: Der eine Nachbar hat jede Menge Tomaten hinterm Schuppen, der zweite endlich seinen ersten Seelachs geangelt, viel zu groß für nur eine Familie; bei jemandem ist der Traubenmost fertig geworden, und ein anderer hat gerade einen Baum fällen müssen, bestes rotes Jarrah, so hart, dass es sich beim Holzhacken anhört, als würde man die Axt in einen Block aus Glas treiben. Es gibt auch in Essig eingelegte Kürbisse im Tausch gegen Känguruschenkel. (…)
Earthy kann es sein, wenn man ab und zu Bäume umarmt, zumindest als Frau kann man das komplett unkommentiert tun. Manchmal werden in Denmark Wald-Theaterstücke aufgeführt, in denen Blätter sprechen können: „Logisch“, sagte Nina trocken, als wir das zum ersten Mal sahen.


Es gibt extra das Rote Zelt, hinten Richtung Beveridge Road, für Frauen zum „in-Frieden-bluten“, während andere Frauen für sie kräftigende Gemüsebrühe kochen. Das war mir wirklich ziemlich fremd, liegt aber vermutlich einfach daran, dass ich noch nie Menstruationsbeschwerden hatte. Ein beträchtlicher Teil der Einwohner versorgt sich bereits komplett über ein riesiges, gemeinschaftlich finanziertes Windrad in der Nähe des Ocean Beach mit Strom, dann muss man sich nicht allzu sehr mit den Stromkonzernen abgeben.
Die Lebensphilosophie in Denmark kam uns natürlich sehr entgegen, nicht zuletzt, weil wir schließlich mit Mrs. Earthy höchstpersönlich unterwegs waren. Wenn man es zum Beispiel schafft, mithilfe des sogenannten „Umkehrpfützen-Tricks“ fast den gesamten Inhalt einer Pfütze mit weniger als fünf strategisch angelegten Sprüngen ins Innere der Gummistiefel zu befördern, hat man bei den earthigen Nachbarskindern sofort einen Stein im Brett. Zudem fungierten Ninas Jackentaschen als tragbare Terrarien, so dass bald jeder im vernünftigen Alter wusste, dass sie sich um eventuell einsame Regenwürmer aus dem Berridge Park ebenso verantwortungsvoll kümmerte (linke Tasche) wie um die Kellerasseln (rechte Tasche, denn die hatte einen Reißverschluss) vom Parkplatz vor dem fabelhaften Mrs. Jones Café. Wenn es um Tiere ging, konnte man sich immer vertrauensvoll an Nina wenden. Sie wusste, wo die giftigsten Spinnen wohnten und wo die Vogelnester steckten, und sie hortete zusammen mit Simon unter dem Patio ein ganzes Arsenal von sehr earthigen Objekten, von denen wir nichts wissen sollten oder wollten.“

aus: „Eine Million Minuten. Wie ich meiner Tochter einen Wunsch erfüllte und wir das Glück fanden“ von Wolf Küper