aufmerksam, glaubhaft

Wo Gott wohnt

Wo wohnt Gott und wie können wir ihm nahe sein?
Seit ich in der neuen Gemeinde bin, habe ich morgens regelmäßig ein Lied im Ohr.
Während ich frühstücke, lasse ich es laufen und höre der Botschaft zu: Wofür die SängerInnen Gott loben, warum sie ihm danken, wie sie ihn im eigenen Alltag erlebt haben.
Dann wohnt Gott in unserer Küche…

Dieses Lied begleitet mich im Laufe des Tages, es ist wie mein persönlicher Wetterbericht:
Wenn ich mit einem fröhlichen und dankbaren Lied in den Tag starte, beeinflusst das meinen Blick auf die Welt. Und die Welt schaut ganz anders zurück, als wenn ich ohne ein kraftvolles Lied im Ohr aus dem Haus ginge.

„Meine Hoffnung ist lebendig
Mein Fundament in dir beständig
Auch wenn mein Verstand begrenzt ist,
Trau ich Dir alles zu!
Du hast gute Gedanken, die mich fest in dir verankern
Und weil ich in deiner Hand bin,
Trau ich Dir alles zu!

Denn du machst alles neu
Schönheit fällt wie der Regen
In dir blüht alles auf
Du bist pulsierendes Leben
Denn du machst alles neu“

Könige und Priester

So entwickelt sich die Melodie und Botschaft meines Aufsteh-Ohrwurms zu einer selbsterfüllenden Prophezeihung.
Auch abends, wenn ich im Wohnzimmer am Boden liege und meine Verspannungen bearbeite, lasse ich mich von den Gedankenfetzen leiten, die mich zu einem passenden Lied bringen. Oder ich liege während meiner Übungen in der Stille und höre Gott reden, der mich zu Neuem herausfordert. Oder er tröstet und ermutigt mich, damit ich anschließend vertrauensvoll schlafen gehe, nachdem ich meine Hände geöffnet und ihm meine Pläne überlassen habe. Statt mich weiter zu verbeißen und alles krampfhaft allein schaffen zu wollen.
Dann wohnt Gott in unserem Wohnzimmer, zwischen der Isomatte zum Turnen und dem Sofa…

„Higher than the mountains that I face
Höher als die Berge, denen ich gegenüber stehe
Stronger than the power of the grave
Stärker als die Macht des Grabs
Constant through the trial and the change
Gleichbleibend durch Prüfungen und Veränderungen
One thing remains, yes, one thing remains
Bleibt eine Sache gleich, ja, eins bleibt gleich

Your love never fails Deine Liebe scheitert nie
It never gives up Sie gibt niemals auf
It never runs out on me Sie geht nie zu Ende

Jesus Culture

„God is able  Gott ist fähig
He will never fail Er wird nie scheitern
He is almighty God Er ist der allmächtige Gott
Greater than all we seek Größer als alles, was wir suchen
Greater than all we ask Größer als alles, wonach wir fragen

He has done great things Er hat großartige Dinge getan
Lifted up Erhoben
He defeated the grave Bekämpfte er das Grab
Raised to life Er erstand zum Leben
Our God is able Unser Gott ist fähig / allmächtig
In His name we overcome In seinem Namen überwinden wir

For the Lord Denn der Herr
Our God is able Unser Gott ist allmächtig
God is with us Er ist mit uns
God is on our side Er ist auf unserer Seite
He will make a way Er wird uns einen Weg bahnen“

Hillsong

„Before I spoke a word Bevor ich ein erstes Wort sprach
You were singing over me Sangst du über mir
You have been so, so good to me Du warst so, so gut zu mir

Before I took a breath Bevor ich einen Atemzug nahm
You breathed Your life in me Hauchtest du mir Leben ein
You have been so, so kind to me Du warst so, so gut zu mir

Oh the overwhelming, never-ending
Oh, die überwältigende, niemals endende
Reckless love of God Waghalsige Liebe Gottes
Oh, it chases me down  Oh, sie verfolgt mich
Fights ‚til I’m found Kämpft, bis sie mich findet
Leaves the ninety-nine
Verlässt die (anderen) Neunundneunzig
I couldn’t earn it and I don’t deserve it
Ich könnte es nicht verdienen, es steht mir nicht zu
Still You give Yourself away Dennoch gibst du dich selbst
Oh the overwhelming, never-ending
Oh, die überwältigende, niemals endende
Reckless love of God Waghalsige Liebe Gottes

There’s no shadow You won’t light up
Es gibt keinen Schatten, denn du nicht erhellst

Mountain You won’t climb up
Keinen Berg, den du nicht erklimmst
Coming after me Um mir zu folgen
There’s no wall You won’t kick down
Es gibt keine Mauer, die du nicht umtrittst
Lie You won’t tear down
Keine Lüge, die du nicht herunter reißt
Coming after me Um mir zu folgen

I couldn’t earn it and I don’t deserve it
Ich könnte es nicht verdienen, es steht mir nicht zu
Oh the overwhelming, never-ending
Oh, die überwältigende, niemals endende
Reckless love of God Waghalsige Liebe Gottes“

Cory Asbury

aufmerksam, glaubhaft

Morgensonne und Abendstille

Die Nacht ist noch voll Weinen,
doch mit dem Morgen kommt die Freude.

Psalm 30,6

Es ist gut, am Morgen von deiner Gnade zu erzählen
und in der Nacht von deiner Treue.
Psalm 92,3
.
Früh am Morgen stehe ich auf und rufe zu dir um Hilfe,
denn ich setze meine Hoffnung auf dein Wort.
Nachts liege ich wach und denke über dein Wort nach.
Psalm 119,147
Ich aber will von deiner Macht singen.
Jeden Morgen will ich vor Freude über deine Gnade jubeln.
Denn du beschützt mich wie eine Burg,
eine Zuflucht, wenn ich in Not bin.
Du meine Stärke, dir singe ich Loblieder,
denn du, Gott, bist meine Zuflucht.
Herr, du zeigst mir deine Gnade.
Psalm 59,17
.

Your Love Never Fails

(Jesus Culture)

Nothing can separate
Even if I run away
Your love never fails

I know I still make mistakes
But You have new mercies for me everyday
Your love never fails

You stay the same through the ages
Your love never changes
There may be pain in the night
But joy comes in the morning

And when the oceans rage
I don’t have to be afraid
Because I know that You love me
Your love never fails

The wind is strong and the water’s deep
But I’m not alone here in these open seas
‚Cause Your love never fails

The chasm is far too wide
I never thought I’d reach the other side
But Your love never fails, Your love

You stay the same through the ages
Your love never changes
There maybe pain in the night
But joy comes in the morning

And when the oceans rage
I don’t have to be afraid
Because I know that You love me
Your love never fails

‚Cause You make all things work together for my good
And You make all things work together for my good
You make all things work together for my good
You make all things work together for my good

und hier zum Hören und Mitsingen: Your Love Never Fails

aufmerksam, glaubhaft

Beten: Wie geht das eigentlich?

Neulich telefonierte ich mit einer Freundin, und wir kamen auf das Thema „Gebet“. Sie glaubt nicht an Gott und schien sich bisher auch überhaupt nicht dafür zu interessieren, wie ich meine Beziehung zu Gott praktisch im Alltag lebe. Aber jetzt stellte sie Fragen, und da sich bestimmt andere Menschen ähnliche Fragen stellen, möchte ich sie heute beantworten. Dabei hangle ich mich an den W-Fragen entlang: Wer, wo, wie, was, wann, wozu und so weiter.

Wer kann beten?
Gott ist nicht der Chef eines exklusiven Clubs, bei dem man Mitglied sein muss. Beten können alle, egal, ob sie überhaupt an Gott glauben, oder nicht. Für Gott zählt nur, dass wir uns an ihn wenden. Völlig egal, wenn wir seit Jahrzehnten nicht gebetet haben oder überhaupt noch nie, er ist immer an uns interessiert.

Wo können wir beten?
Zum Beten ist keine Kirche nötig. Wir können im Bett beten, auf dem Klo, im Bus, bei der Arbeit, überall – völlig egal.

Wie beten wir?
In Gedanken formulieren wir, was wir Gott sagen wollen: Wofür wir dankbar sind, was wir brauchen, wovor wir Angst haben, welche Hilfe wir uns wünschen. Wenn wir allein sind, können wir diese Gedanken laut aussprechen. Wenn wir mit anderen Menschen zusammen sind, reicht es, sie zu denken.
Wenn ich morgens U-Bahn fahre, bete ich im Stillen für die Menschen, die mir den Tag über begegnen und für meine Arbeit. Einmal saß mir ein farbiger Mann gegenüber, während ich innerlich betete, und spürte mein Gebet. Er fragte mich, ob ich an Gott glaube, und gab mir einen guten Gedanken mit auf den Weg. Krass, oder? Gebet bewegt Gott und die Welt, auch wenn es nur in unserem Kopf passiert.
Auch, wenn wir christliche Lieder singen, ist das eine Art Gebet.
Wer mag, kann Bibelverse auswendig lernen, wie den Psalm 23 oder das „Vater unser“. Das hilft in den Momenten, wenn wir zu müde, zu ängstlich oder zu verwirrt sind, um einen klaren Gedanken fassen zu können. Dann wirkt das Gebet wie eine Art beruhigender Meditation, die uns von Sorgen ablenkt und unseren Blick auf Gott fokussiert.

Was beten wir?
Wir können für jeden Bereich unseres Lebens beten: Beziehungen, Arbeit, Geld, Zukunftsfragen. Wir können Gott um Hilfe bitten, um einen klugen Hinweis, wir können ihm danken oder einfach beschreiben, wir wir uns fühlen.
Wenn wir gemeinsam mit anderen beten, tauschen wir uns vorher aus. Wir erzählen, was in unserem Leben gerade los ist, was uns freut, ärgert oder Sorgen bereitet. Alle in der Runde erzählen von sich, dann schließen wir die Augen und werden einen Moment still, um uns auf Gott zu konzentrieren und alle Ablenkungen auszublenden. Wenn wir für andere Menschen beten, tun wir das laut, damit sie unserem Gebet inhaltlich folgen und es im eigenen Herzen unterstützen können. Im Gebet versuchen wir uns auf das zu konzentrieren, was wir dieser Person aufgrund ihrer aktuellen Situation wünschen. Alle Interessen unseres Egos klammern wir aus und erzählen Gott, was wir uns wünschen, was er im Leben dieser Person tun soll. Christen nennen das „segnen“.
Das Gebet für andere ist immer positiv! Selbst, wenn eine Person gemobbt wird, beten wir nur dafür, dass sich der Konflikt bald auflöst und die gemeinen Personen erkennen, wie unfair ihr Verhalten ist. Im Gebet wird niemals etwas Böses ausgesprochen oder anderen gewünscht.

Wann beten wir?
Morgens beim Frühstück oder auf dem Weg zur Arbeit beten wir, um entspannt und konzentriert in den Tag zu starten. Wir wünschen unseren Kolleginnen, Kundinnen, Vorgesetzten alles denkbare Gute. Wir bitten Gott um Weisheit, damit wir kluge Entscheidungen treffen. Wir bitten ihn um Fairness und innere Ruhe in Konflikten. Wir können auch mitten in einer Teambesprechung beten oder in einer Gehaltsverhandlung. Den ganzen Tag über können wir uns immer wieder an ihn wenden oder gedanklich kurz durchschnaufen.
Abends danken wir Gott beim Abendessen oder im Bett für alle Momente, in denen er uns gehört und geholfen hat.

Wozu beten wir?
Kurz gesagt: Weil Gott allmächtig ist und wir nicht. Weil unser Blickfeld oft so begrenzt ist und Gott den absoluten Überblick hat, immer und überall. Weil er weiß, wie sich knifflige Situationen am Besten lösen lassen. Weil er weiß, was für uns das Richtige ist, auch wenn wir noch komplett auf dem Egotrip unterwegs sind. Weil sich unsere Ängste vor Gott beruhigen, wenn wir sie ihm hinhalten. Weil täglich so wahnsinnig viel Gutes passiert, das einfach kein Zufall sein kann: Es ist Gottes sichtbare Liebe in unserem Leben.

Zu wem beten wir?
Christen glauben, dass Gott eine Person als drei Varianten ist: Gott, Jesus und Heiliger Geist. Wenn wir beten, ist es für Gott völlig egal, ob wir ihn ansprechen oder Jesus oder den Heiligen Geist. Aber wir selbst haben unterschiedliche Bedürfnisse: Zu Gott beten viele, wenn es um kraftvolle Entscheidungen und mächtiges Eingreifen geht. Zu Jesus beten Menschen eher, wenn sie Trost suchen, ängstlich sind, sich schwach fühlen. Und der Heilige Geist wird meistens angesprochen, wenn wir uns übernatürliches Wirken wünschen: Veränderungen im Herzen von uns selbst und anderen.
Das sind allerdings nur Beispiele, jeder kann sich mit jedem Anliegen sowohl an Gott als auch an Jesus Christus und den Heiligen Geist wenden.

Warum beenden wir Gebete mit „Amen“?
„Amen“ bedeutet so viel wie „So sei es!“ Es ist eine Unterstreichung und Verstärkung dessen, was wir vorher gebetet haben. Wenn andere Menschen zu unserem Gebet „Amen“ sagen, bedeutet das „Ich bin deiner Meinung! Ich schließe mich deinem Gebet an!“ In Afrika und Amerika rufen viele, die einer betenden Person zuhören, zwischen durch „Amen!“ und „Hallelujah!“, um sie anzufeuern und zu unterstützen. Eine Art Cheerleading für Gott und die Menschen, für die wir beten.

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Buchempfehlung: „Unterwegs mit dir. Vier Frauen auf einer Glaubensreise“ von Sharon Garlough Brown

„Auf jeden Fall,“ fuhr Emily fort, während sie sich auf der Bank zurücklehnte und tief durchatmete, „hatte eine der Frauen eine wirklich großartige Metapher. Sie sagte, es käme ihr so vor, als gäbe es in uns einen großen Abfalleimer. Wir entsorgen unseren Giftmüll darin, decken in mit einem Zierdeckchen ab und tun so, als hätten wir alles unter Kontrolle. Je mehr ich darüber nachdenke, desto stärker wird mir bewusst, wie oft ich mich hinter einer pseudochristlichen Maske verstecke. Aber Jesus lädt mich ein, einfach ich selbst zu sein, das Schlechte anzusehen und es dann loszulassen. Ich kann dir gar nicht beschreiben, wie befreiend es ist, vor diesen Frauen – diesen Schwestern im Glauben – meine Schwächen und mein Versagen zuzugeben. Ich brauche nicht so zu tun, als hätte ich alles im Griff. Niemand hat das. Das ist ein unfassbar befreiendes Gefühl.“
Sie trank einen großen Schluck aus ihrer Wasserflasche. „Wenn ich an die stressigen Jahre zurückdenke, und daran, wie sehr ich mich unter Druck gesetzt habe und wie ich krank geworden bin, weil ich perfekt sein wollte… na ja, du weißt es ja, Charissa…“ Ihre Stimme verklang. „Ich bin so froh, dass Jesus mich gefunden hat. Wo wäre ich ohne Jesus?“

Hannah:
Ich bin zornig auf Gott. Ich bin enttäuscht und zornig und fühle mich betrogen. Früher habe ich den Menschen geraten: „Gebt euren Zorn an Gott ab. Er kann damit umgehen!“ Und was habe ich getan? Ich habe ihn gehortet. Sorgfältig gehortet. Ich bin eine Heuchlerin. Und nun, da er heraus ist, was mache ich jetzt? Ich kann mit niemandem darüber reden. (…) Ich weiß nicht, an wen ich mich sonst wenden kann. Und ich würde ja sagen: „Hilf mir, Herr!“, aber im Augenblick rede ich nicht mit ihm.

Der leuchtende Sonnenuntergang weicht dem Grau der Dämmerung, und alles liegt in Schutt und Asche. Alles.

Die Lebenswege von vier Frauen kreuzen sich, als sie sich in einer Gruppe treffen, die eine geistliche Reise wird: Ins eigene Herz und zu Gott. Sie sind getrieben von Leistungsdenken, Perfektionismus, Scham oder Angst. Jede Frau hat ihre eigene seelische Baustelle, in denen sich die Leserin wiedererkennt. Der Roman stellt sowohl die Lebensgeschichten der Frauen und ihre innere Verwandlung vor, als auch Übungen zur Vertiefung des Glaubens.
Ein spannendes, weises und lebensnahes Buch, das ich aus ganzem Herzen weiterempfehle!

 

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Buchempfehlung: „Das wilde Herz der Ehe“ von Stacy und John Eldredge

Als Warnung vorab: Dieses Buch ist das mit Abstand beste Buch über gesunde und glückliche Ehen, das ich jemals gelesen habe. Wirklich. Und es ist eins der besten christlichen Bücher, das ich in den letzten Jahren in der Hand hatte. Garantiert.
Wenn ich also untypischer Weise sehr leidenschaftlich dieses Buch empfehle, liegt es daran, dass es mich absolut überzeugt hat. Und das kommt bei mir sehr selten vor.
Den Inhalt des Ratgebers in wenigen Sätzen verständlich und umfassend darzustellen, finde ich in diesem Fall sehr schwierig. Daher möchte ich einzelne Zitate für sich sprechen lassen:

„Mir wird bewusst, dass ich meiner Ehe ähnlich begegne wie meiner Gesundheit. Ich tue nur das Nötigste und hoffe, mit meiner Unvernunft und meinen Versäumnissen davon zu kommen, indem ich hier und da ein wenig Kommunikation und Romantik einstreue, so wie ich als eine Art Lebensversicherung ab und zu Vitaminpillen schlucke.“

„Und nun bedenken Sie Folgendes: Die Ehe ist der Zufluchtsort des Herzens.
Ihnen wurde das Herz eines anderen Menschen anvertraut. Egal, welche Mission Ihr Leben sonst noch hat – dieses Herz zu lieben und zu schützen, gehört zu Ihren größten Aufgaben.
Die Ehe beinhaltet das Privileg und die Ehre, dem Herzen eines anderen Menschen so nahe zu sein, wie man es überhaupt nur sein kann. Niemand sonst bekommt die Gelegenheit, so vertraut zusammen zu leben wie Mann und Frau in der Ehe. (…) Niemand übt einen größeren Einfluss auf die Seele Ihres Ehepartners aus als Sie. Niemand hat einen offeneren Zugang zum Herzen Ihres Ehepartners als Sie. Das ist eine ungeheure Ehre.“

„Verheiratet zu sein kostet Sie alles. Tränen. Schlaflose Nächte. Unglaubliche Verletzungen und Opfer. Die Ehe wird Sie dazu veranlassen, Ihr Herz und Ihre Seele, Ihre Sehnsüchte und Ihren Charakter genauestens unter die Lupe zu nehmen. Das tut weh. Das ist nicht leicht. Aber das wissen Sie ja bereits!
Natürlich kostet es uns alles, wenn wir lieben – denken Sie nur an das Kreuz. Doch die Liebe ist es immer wert.
Wir alle wissen, dass es schwer ist zu lieben. Die Ehe ist hart. Sie ist hart, weil sie angefeindet wird. Der Teufel hasst die Ehe. Er hasst das wunderschöne Bild von Jesus und seiner Braut, für das die Ehe steht. Er hasst die Liebe und das Leben und alles Schöne. Die Welt hasst die Ehe. Sie hasst Einheit und Treue und Ausschließlichkeit. Und auch unsere menschliche Natur ist in dieser Sache nicht unser Verbündeter – sie rebelliert dagegen, dass wir etwas anderes höher stellen sollen als uns selbst. Unsere menschliche Natur stirbt nur ungern.
Da haben Sie´s: Wir leben in einer großartigen Liebesgeschichte, die inmitten kriegerischer Auseinandersetzungen spielt. Wir brauchen einander – unbedingt.“

„Der erste große Schock der Ehe besteht darin zu entdecken, wie hart sie ist. Der zweite Schock folgt dem ersten meist auf dem Fuß: Beide Ehepartner sind ein ansehnlicher Scherbenhaufen. Warum muss er sich ständig verteidigen? Warum hat sie zu anderen Zeiten Lust auf Sex als er? Warum kann er keine Kritik vertragen? Warum klebt sie so an ihm? Was ist das für eine nur mühevoll unterdrückte Wut? Wo kommt diese Sucht her? Warum redest du nicht mit mir? Wer bist du überhaupt?!“

„Es beginnt damit, dass wir unsere Energie nicht mehr darauf verwenden, den anderen zu verändern (nach dem Motto: „Wenn du dich nur ändern würdest, könnte mein Leben so viel schöner sein!“), sondern Gott fragen: „Wo muss ich mich verändern?“

„So sind wir Menschen. Wir sind alle rissige Gefäße. Wie sandiger Boden. Wenn es ums Glücklichsein geht, ist unsere Seele wie ein Sieb, wie ein Reifen, in dem ein Nagel steckt, wie das Gedächtnis unseres Großvaters. Es scheint, als gäbe es in uns einen Obdachlosen, der mit seinem Einkaufswagen ziellos umher irrt.
Für eine Ehe ist das brutal.
Wir können den tollsten Sex haben, dass die Wände wackeln, aber ich will es am nächsten Morgen gleich wieder so haben. Das eine war gestern. Und was ist heute? Wir können die innigsten Gespräche führen, in denen unsere Seelen tief miteinander verbunden sind, doch Stacy will am nächsten Tag gleich so weitermachen.
Manchmal schaue ich Stacy morgens in die Augen, wenn sie die Küche betritt, und sehe ihre Frage: Ist mit mir alles in Ordnung? Stimmt unsere Beziehung? Und dann denke ich mir: Das gibt´s doch nicht. Wir hatten gestern so einen tollen Abend. Hat das denn überhaupt keine Bedeutung? Was braucht sie denn noch? Es kann einen mürbe machen. Immer noch nicht zufrieden?
Machen wir uns nichts vor: Wir sind unersättlich. In jedem von uns regt sich ein unermessliches Verlangen nach mehr. Eine schmerzliche Leere. Ein nicht enden wollender Hunger. Wenn wir uns nicht dessen bewusst sind und nicht wissen, wie wir damit umgehen sollen, wird unsere Unersättlichkeit großen Schaden anrichten.“

„Satan wird in der Bibel als äußerst aktive Bedrohung eingeschätzt, doch die wenigsten Menschen leben entsprechend. Mal im Ernst, wie viele Ehepaare kennen Sie, die bemerken, was Satan in ihrem Leben anrichtet, und die tatsächlich jeden Tag im Gebet dagegen angehen? Oder auch nur einmal in der Woche? Oder einmal im Monat?
Sie haben einen Feind. Ihre Ehe hat einen Feind.
Und ob Sie es glauben oder nicht, das ist eine gute Nachricht. Denn daraus folgt die Erkenntnis, dass Ihr Ehepartner nicht Ihr Feind ist.
Er ist nicht der Feind. Sie ist nicht der Feind. Wirklich nicht. (…)
Ja, manchmal fühlt es sich so an. Stacy und ich lebten jahrelang mit dem Gefühl ständiger Anklage. Sie „fühlte“ sich von mir angefeindet. Ich „fühlte“ mich von ihr angefeindet. Es war für uns eine ziemlich große Entlastung zu erkenne, dass dieses Gefühl, angeklagt und angefeindet zu werden, eigentlich nicht aus uns herauskam. Es kam von dem, den man nicht ohne Grund den „Ankläger“ nennt (Bibel, Offenbarung Kapitel 12, Vers 10).
Würde man uns zwingen, die „Top 3“ zu nennen, die einer Ehe am meisten weiterhelfen, so würden wir folgende Liste aufstellen:

  1. Finde deine Identität und Sicherheit bei Gott!
  2. Stell dich deiner Zerbrochenheit!
  3. Lerne, die geistlichen Attacken abzuwehren, denen deine Ehe ausgesetzt ist!

Wenn Sie nur diese drei Grundsätze beherzigen und nichts darüber hinaus tun, so werden Sie dennoch staunen, wie viel Freiheit, Liebe und Freude freigesetzt werden.“

So weit die Zitate aus den ersten Kapiteln des Buchs als Auftakt und Einladung, es zu lesen. Es lohnt sich!
Stacy und John Eldredge, „Das wilde Herz der Ehe“, Gerth Medien

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Wie kann ich Gott im Alltag erleben? Wie kann ich im Glauben wachsen?

Wer mit Gott im Leben unterwegs ist, merkt immer wieder, dass der Glaube Nahrung braucht.
Daher möchte ich heute Möglichkeiten teilen, wie wir an „Schwarzbrot“ kommen, das uns sättigt. Das Gott im Alltag sichtbar macht, das uns in Krisenzeiten durchträgt, das den Glauben vor dem Verhungern schützt.

  • Wer Gottesdienste in einer Gemeinde besucht, sammelt neue Impulse. Wer aus den Predigten der Pastorin /des Pastors wenig Neues zieht, aber in der Gemeinde feste Freundschaften pflegt und deshalb nicht wechseln möchte: Eine gute Ergänzung sind Abendgottesdienste, Bibelprojekte, Gebetstreffen und andere Veranstaltungen in der Umgebung. Dafür, dass unser Glaube durchhält und wächst, ist nicht die Pastorin verantwortlich! Das sind wir allein.
    .
  • Treffpunkte während der Woche mit anderen Christen stellen Gott in den Mittelpunkt des Alltags. Eine Stunde Gottesdienst in der Woche ist zu wenig, um den Glauben im Alltag zu stärken. Wer sich mit anderen austauscht, zusammen und füreinander betet und die Bibel liest, gibt dem Glauben die nötige Nahrung, um stabil zu sein. Zusammen sind wir weniger allein, was unsere Überzeugungen angeht. Im Gottesdienst fällt niemandem auf, dass der eigene Glaubenstank längst leer ist. Im Hauskreis besteht mehr Zusammenhalt, um gemeinsam in Gottes Spuren unterwegs zu sein.
    .
  • Manche haben auch Mentoren, die sie begleiten. Oder Zweierteams, in denen beide Kontakt halten: Für einander beten, sich ermutigen, sich erinnern. Im Alltag immer wieder eine kurze Nachricht schicken.
    .
  • Wer andere nach guten Büchern fragt, die sie gern weiter empfehlen, kann von den Erfahrungen christlicher Vorbilder lernen. Ich bin ein riesiger Fan der öffentlichen Bibliotheken, aber sie haben leider keine christliche Lektüre im Programm. Wer sich von anderen Büchern leiht, die sie empfehlen, weitet den Horizont. Auch online sind kostengünstig Second-Hand Bücher ein Weg, um geistlich zu wachsen.
    Auch eine Umfrage im Bekanntenkreis, welche christlichen Zeitschriften lesenswert sind, lohnt sich. Für mich ist es AufAtmen, eine Zeitschrift von Christen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, primär evangelisch in allen Varianten, aber auch katholische Gläubige kommen zu Wort. Dabei haben alle Zeitschriften, ob christlich oder nicht, bestimmte Werte und politische Meinungen. Hier ist es wichtig, vor Bestellung eines Abos zu untersuchen, ob die eigenen Einstellungen und die der Zeitschrift zusammenpassen!
    .
  • Ein wertvolles Ritual für den Alltag sind gesammelte Bibelzitate, die auf Zettelchen verteilt in der Wohnung an Gottes Treue zu uns erinnern. So stolpern wir im Alltag immer wieder über Gottes Wort. Sobald die Zettelchen durch Gewohnheit nicht mehr bewusst wahrgenommen werden, sollten sie ausgetauscht werden.
    .
  • Wenn wir putzen, bügeln, Gemüse schneiden, den Boden wischen: Tun wir es mit einem Lied für Gott! Einfach auf youtube einen der neusten Hits aus dem Gottesdienst laufen lassen und mitsingen. Gott ist kein Sonntagsphänomen. Er ist hier, bei uns, beim Aufräumen, beim Baby wickeln, beim Abwaschen. Auf der Toilette. Bei der Arbeit.
    Wo immer du bist, hab ein Lied auf deinen Lippen und preise unseren Gott!
aufmerksam, glaubhaft

Wenn die Wahrheit nicht gut ankommt

Zur Mittagszeit kam ich an einem Tisch mit drei Herren vorbei. Einer davon freut sich immer besonders, mich zu sehen, und kommentiert mein Erscheinen gern mit „Aaah, Frau Krüerke kommt, da geht die Sonne auf!“ oder ähnlichem.
Dieses Mal fragte er mich ganz direkt: „Woher haben Sie immer so gute Laune? Wie machen Sie das?“
Eine ehrliche Frage verdient eine ehrliche Antwort, also riskierte ich sie: „Wissen Sie, Herr Hansen, ich bete jeden Morgen, dass der Tag gut gelingt. Und ich habe den Eindruck, dass das hervorragend wirkt.“

Sämtliche Mienen, eben noch freundlich und interessiert, wurden plötzlich leer und emotionslos. Einen so durchschlagenden Effekt hatte ich nicht erwartet… ähem. Wahrscheinlich hätten die drei Herren es eher toleriert, wenn ich mit orangefarbenen Glückspillen angefangen hätte, statt vom Glauben zu sprechen.

aufmerksam, glaubhaft

Mit Gott unterwegs – mein unglaublicher Weg von Januar bis heute


Anfang des Jahres war ich intensiv damit beschäftigt, Wochenendseminare zu buchen, um mich beruflich weiter zu entwickeln.
Aber nichts klappte: Alle sechs Seminare, die ich gebucht hatte, fielen aus. Dabei hatte ich mich in ganz Deutschland informiert, wo ich mich schulen lassen kann – doch nichts gelang. Immer wieder suchte ich nach Fortbildungsmöglichkeiten, aber im letzten Moment wurden sie alle abgesagt. In meiner neuen Gemeinde kann man jeden Sonntag nach dem Gottesdienst für sich beten lassen, davon machen viele Gebrauch. Auch ich ließ immer wieder für mich beten, weil alle meine Pläne ständig platzten.

Irgendwann war ich wirklich ratlos und mutlos. Warum klappte nichts? Ich wollte meine berufliche Zukunft in die Hand nehmen, aber Gott schlug systematisch alle Türen zu. Langsam wusste ich nicht mehr, was ich davon halten sollte. Nach einem Gebet nach dem Gottesdienst riet mir eine Frau, mich auf das zu besinnen, was nur ich allein kann. Aber das ließ mich erstmal ratlos, schließlich bin ich in verschiedene Richtungen begabt. Zum Glück wusste ich mich im Gebet vom Hauskreis im Stadtteil getragen.

Als wieder einmal eine Fortbildung ausfiel, marschierte ich kurzentschlossen in ein Seminar der Volkshochschule über journalistisches Schreiben. Die Dozentin kannte ich schon von einem anderen Workshop, und obwohl alle Plätze bereits belegt waren, durfte ich noch mitmachen. Dort erlebte ich mich als erfolgreich und bekam so viele positive Rückmeldungen, dass ich mir ein Herz fasste und über das Manuskript sprach, an dem ich heimlich und leise schon viele Monate arbeitete. Schon ein Jahr zuvor hatte ich für die SeniorInnen ein ganzheitliches Konzept für Atemgymnastik unter dem Titel „Atemfreude“ entwickelt. Das Hamburger Abendblatt schrieb darüber, und ich veröffentlichte in einer Fachzeitschrift einen Artikel dazu. An einem Manuskript für ein Fachbuch über mein Therapiekonzept war ich schon eine Weile zugange, hatte aber lange nicht den Mut gehabt, es ernsthaft voran zu treiben.

Plötzlich klärte sich, warum all die Pläne nicht aufgegangen waren:
Ich hatte den Einruck, dass ich mich intensiv um die Fertigstellung des Manuskripts kümmern sollte. Je mehr ich mich darüber informierte, wie ein professionelles Fachbuch entsteht, desto ausgeglichener wurde mein Blick und die beruflichen Ziele konnte ich erstmal zurückstellen. Ich richtete meine ganze Aufmerksamkeit auf mein Projekt und kümmerte mich weniger um die Schwierigkeiten im Berufsalltag.

Als ich mich zunehmend in Literatur über das Veröffentlichen von Fachbüchern vertiefte, stellte ich immer klarer fest, dass mein Vorgehen völlig falsch gewesen war. Ich hatte mein Manuskript fast fertig geschrieben und wollte nun wissen, wie ich es am Besten an den Verlag bekam. Dabei schlugen die Bücher vor, erst ein Buchkonzept zu verkaufen und dann nach Wünschen des Verlags mit dem Manuskript zu beginnen. Wieder verließ mich der Mut, und ich stolperte über einen Satz, der direkt zu mir sprach:
“Die Methoden der Wissensbeschaffung sind derart unterschiedlich für den Mikrosytemteckniker, die Anwältin, den Atemtherapeuten (ich!), die Eventmanagerin (ich!) oder was auch sonst immer Sie sein mögen, dass ich mich mit allgemeinen Tipps nur blamieren würde.“
(aus: „Vom Wissen zum Buch. Fach- und Sachbücher schreiben“, Klaus Reinhardt, Huber Verlag)
Dieser Satz traf mich im Innersten. Dass Gott durch Bibelverse am Morgen zu uns spricht, was ich regelmäßig erlebe, ist das eine. Dass er mich durch einen literarischen Ratgeber persönlich anredet, etwas ganz Anderes. So schöpfte ich neuen Mut und arbeitete mich durch alle notwendigen Aufgaben: Ich registrierte den Begriff „Atemfreude“ als Wortmarke, erstellte ein Exposé, gab meine Probekapitel und das Manuskript diversen Leuten zum Lesen und Korrigieren.
Immer wieder fragte ich mich, wie ich all die Aufgaben neben meiner Arbeit schaffen sollte. Im Juni wollte ich die Verlagsbewerbungen versenden, da dies laut Experten ein gutes Datum im Lektorat zum Vorstellen neuer Ideen sei. Die Zeit drängte, während mein Exposé vollständig, aber völlig unprofessionell aussah.

So entschied ich mich, die Journalistin aus dem Seminar als Coach zu buchen, auch wenn ich eigentlich nicht noch mehr Geld in dieses Projekt mit unklarer Erfolgschance stecken wollte. Dank zwei Aufträgen, die ich am Wochenende abarbeitete, schenkte mir Gott mehr als genug Geld, um das Coaching locker zu bezahlen. Wieder eine Gebetserhörung.

Während dessen wuchs meine Website über die Atemgymnastik und Gott schenkte mir tolle Gespräche mit einer Bibliothekarin und einem Buchhändler, die mir sehr weiterhalfen.
Als Ende Juni endlich alle Verlage, die ich mir heraus gesucht hatte, das Exposé und die Probekapitel erhalten hatten, war ich so erschöpft wie zuletzt nach dem Examen vor zehn Jahren. Der Finnlandurlaub wurde ein großer Segen, mein Mann und ich konnten uns zutiefst erholen und ganz viel Frieden und Ruhe tanken. Das rote Holzhaus auf der Schäre wurde ein Ort, an dem Gott mich bis ins Innerste erfrischte.

Inzwischen haben vier von acht Verlagen Interesse, zwei Autorenverträge sowie ein verbindliches weiteres Angebot liegen mir vor. Lange dauerte es, bis mein favorisierter Verlag endlich den überarbeiteten Autorenvertrag los schickte. Seit vorgestern ist er unterschrieben und zurück auf dem Weg zum Verlag.
Dabei haben sich alle Verlage sehr gefreut, dass ich nicht nur eine Konzeptidee verkaufen wollte, sondern auf Nachfrage sofort ein ganzes Manuskript senden konnte. Die Fachbücher hatten in diesem Fall nicht Recht, und das wusste Gott schon lange. Außerdem habe ich ein freiwilliges Modell, das Lust auf die nötigen Fotos zur Darstellung der Übungen hat und sich fotografieren lässt. Gestern erlebten wir einen fröhlichen Tag mit einer pensionierten Sportlehrerin, die fröhlich vor der Kamera turnte. Es fügt sich also alles passend zusammen. Die Filmarbeiten, die der Verlag sich für einen multimedialen Auftritt wünscht, wurden erstmal auf´s neue Jahr verschoben. Auch dafür bin ich dankbar, denn es verschafft mir etwas Spielraum vor dem Abgabedatum des endgültigen Buchs.

Ich habe den Überblick verloren, wie oft ich nach dem Gottesdienst vorne zum Gebet kam und Rotz und Wasser geheult habe, weil mal wieder alles schief lief. Oder einfach nur ganz anders, als ich es mir vorgestellt hatte. Ich bin sehr dankbar für all die Menschen, die für mich gebetet haben. Und für die Erfahrungen mit dem Heiligen Geist, der mich so spürbar begleitet hat wie noch nie zuvor in meinem Leben.

Was ich dir damit sagen möchte:
Ja, Gott schlägt Türen zu.
Ja, er traut uns zu, dass wir offene Fragen ertragen.
Ja, er lässt zu, dass unsere Pläne wieder und wieder zerbrechen.
Durch all das hindurch möchte er uns von eingefahrenen Wegen abbringen und uns neue Möglichkeiten zeigen. Wir meinen immer zu wissen, was in unserem Leben und dem Leben unserer Nächsten am besten ablaufen soll. Was wann und wie gelingen soll. Wir wissen ständig alles besser und urteilen ununterbrochen.
Damit bauen wir täglich an einer Mauer, die uns von Gott trennt. Je mehr wir unser Leben und die Vorstellungen davon fest umklammern, desto weniger kann Gott darin wirken. Je weniger wir ihm vertrauen, desto weniger Raum kann Gott in unserem Herzen einnehmen.
Ich bin mir sicher, dass Gott weiß, wohin dein Weg führt. Völlig egal, wie viele Umwege es braucht und wie viele Sackgassen du kennenlernst, bis du für neue Perspektiven bereit bist und die passenden Türen sich öffnen. Gott ist mit uns unterwegs. Täglich. Er braucht von uns nichts anderes als das Vertrauen, das wir in seine Führung einwilligen. Dafür segnet er uns öfter und tiefgehender, als wir je glaubten.

aufmerksam, glaubhaft

Maria vom Müll. Oder: Die Suche nach Frieden

Vor Kurzem fuhr ich zu einer Haushaltsauflösung, um dort eine hölzerne Maria vor ihrem letzten Gang in die Mülltonne zu retten. Jaaa, ich finde religiöses Bohei um „die Heilige“ Maria auch überflüssig. Zu Maria zu beten ist biblisch nirgendwo belegt und damit theologisch Bullshit, kann man also bleiben lassen.
Aber diese Maria sieht so friedlich aus. Und wenn diese Welt dringend etwas braucht, dann ist es definitiv Frieden.
Auch meine private Welt kann gern mehr Frieden abbekommen. Schließlich verhalte ich mich selbst viel zu oft alles andere als friedlich, obwohl ich mich danach jedes Mal auf´s Neue über mich ärgere und gute Vorsätze fasse. Natürlich bringt diese Maria weder Frieden noch Unfrieden, wenn ich sie auf den Esstisch stelle (lediglich mein Mann findet sie hässlich). Aber der Ausdruck dieser Handarbeit erinnert mich an den Frieden, den wir im Urlaub in Finnland erlebt haben:
Alle ließen ihre Haustür offen. Alle ließen ihr Fahrrad unbeachtet ohne Schloss am Straßenrand stehen. Alle gingen wertschätzend miteinander um. Alle ließen sich Raum zum Leben, egal, wie dieses Leben aussehen mag. Alle ließen öffentliche Einrichtungen heil. Alle sorgten sich um ein gelingendes Miteinander.
Danach sehne ich mich. Auch wenn wir in einem schönen, ruhigen Stadtteil wohnen, ist uns Deutschen dieser unbewusste, innere Friede zutiefst fremd.
Umso mehr strecken wir uns nach dem Frieden aus, den nur Gott uns geben kann. Wir uns selbst nicht, eine Maria vom Flohmarkt nicht, Weisheiten aus dem Yoga-Kurs auch nicht. Gott ist Liebe. Und Gott ist Friede. Dass er uns täglich neu damit beschenkt, ist mein Gebet.

aufmerksam, glaubhaft, Presse

Mein Gebet „Miteinander unterwegs“ in der Zeitschrift „Lydia“

Heute holte ich von der Post einen großen Karton ab, darin warteten lauter Exemplare der aktuellen Zeitschrift „Lydia“zum Verteilen.  Mitte April erhielt ich die Bestätigung, dass mein Gebet „Miteinander unterwegs“ in der August-Ausgabe erscheint. Mein Text bildet die Rückseite des Covers und ich freue mich sehr über die stimmungsvolle Gestaltung durch die Redaktion. Danke!

Miteinander unterwegs

Öffne mir die Augen, Gott,
damit ich deine Spuren auf dem Weg vor mir sehe.

Öffne mir die Ohren, Gott,
damit ich deine Stimme im Flüstern des Winds höre.

Öffne mir den Mund, Gott,
damit ich im Alltag nach dir frage.

Öffne mir den Geist, Gott,
damit ich mich auf deine Perspektive einlasse.

Öffne mir das Herz, Gott,
damit ich andere unterwegs begleite.

Öffne mir die Hände, Gott,
damit ich unerwartete Möglichkeiten ergreife.

Öffne den Knoten der Sorgen, Gott,
damit ich jeden Tag voll Vertrauen los laufe.

Amen

© Marie Krüerke