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Presse: Fachartikel zum Kreativen Schreiben mit SeniorInnen

In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift für die Seniorenbetreuung, „Aktivieren“, erschien ein vierseitiger Artikel zum Thema „Kreatives Schreiben“ von mir.
Darin stelle ich einfache Möglichkeiten vor, wie SeniorInnen ihre Freude am Formulieren und Fabulieren entdecken. In meinen Schreibstunden ist alles erlaubt, auch Kritzeln, Comics malen, Cluster bilden oder sich mit Stichworten zufrieden geben. Schließlich sind die Grundvoraussetzungen ganz verschieden, auch Personen mit Konzentrationsschwierigkeiten oder Sprachstörungen nach einem Schlaganfall nehmen teil.
Besonders wichtig ist für mich als Kursleitung dabei, die Gruppe „gründlich zu enthemmen“. Bevor wir das erste Mal mit einem Blatt Papier konfrontiert werden, vergehen mindestens fünfzehn Minuten mit Aufwärmspielen und Assoziationsübungen. Erst nach einer halben Stunde sitzen wir tatsächlich am Text, vorher lade ich zu Wortspielen, Themensammlungen an der Flipchart oder kleinen Gedichten ein.

Ich bin immer wieder überrascht, wie unterschiedlich die „Werke“ der Teilnehmenden sind: Aus einer einzigen Aufgabe entstehen ganz vielfältige Texte, Ideensammlungen und Skizzen.
Wer 43 Übungen und Schreibspiele zum kreativen Schreiben mit hochaltrigen Menschen ausprobieren möchte, findet die Sammlung meiner besten Schreibaufgaben im Praxisbuch „Schatzkiste Schreibspiele“.
Bei Bedarf sende ich auch gern ein Rezensionsexemplar zu.

aufmerksam

Mein Leben als Autorin: Wenn plötzlich Highspeed herrscht

Eine der ersten Lektionen, die ich als Autorin bei meinen Büchern gelernt habe, ist: Geduld zu haben.
Alles dauert grundsätzlich länger, als gedacht. Selbst, wenn einzelne LektorInnen plötzlich Druck machen: Immer wieder gibt es Phasen des Wartens und Dümpelns, und je eher ich lerne, sie auszuhalten und währenddessen ein anderes Projekt anzuschieben, desto besser.
Aber es gibt auch erfreuliche Lektionen, die sich über die Jahre einstellen: Dass mit einzelnen LektorInnen sehr fruchtbare und beständige Kooperationen entstanden sind, die sich fast wie Freundschaften anfühlen. Und dass aus guter Zusammenarbeit plötzlich Angebote aus dem Verlag aufploppen, die für zusätzliche Sichtbarkeit und Honorare sorgen. Da wiegt es dann weniger schwer, wenn ich ein Vierteljahr darauf warten muss, an anderer Stelle endlich einen Autorenvertrag zu erhalten, um ein Buch fertig schreiben zu können. In der Redaktion ist eben viel los, manches wird öfter verschoben.
Währenddessen darf ich zum ersten Mal die Illustrationen für ein laufendes Projekt beitragen, auch das wieder eine Möglichkeit, meine Kompetenzen zu erweitern.

Schön ist auch, wenn ich erfreut feststellen darf, dass sich einzelne Angestellte im Fachverlag dafür einsetzen, dass ich als Sprecherin bei einer Messe auftreten darf. Statt nur die bisher wichtigsten AutorInnen dafür vorzuladen, die quasi ständig zu den internen“Königinnen“ zählen. Nachdem ich eine Menge Zeit in den Online-Bereich gesteckt habe, erreichte mich die Einladung, auch auf anderen Kanälen sichtbar zu sein. Ich kann zwar 80 Minuten ohne Punkt und Komma ins Mikro quasseln, aber ein Vortrag vor 70 Personen, die ich kenne, ist doch etwas Anderes als ein Messeauftritt für die ganze D-A-CH-Region. Sehr spannend!
Parallel gilt es, verschobene Projekte aus dem alten Jahr im Blick zu behalten:
Bin ich eigentlich noch für die Jury eines Seniorenbetreuungs-Preises eingeplant oder nicht? Seit 13 Monaten nichts davon gehört, mal nachfragen…

Dann der Bammel, wenn ich mit einem Verlag zusammenarbeite, den ich noch nicht kenne:
Wie tickt die Lektorin, dir mir zugeteilt wird? Werden wir uns über die strittigen Punkte im Manuskript gut einig? Können wir flüssig und positiv zusammenarbeiten?

Endlich flattert der langersehnte Autorenvertrag ins Haus, plötzlich ballen sich die Abgabetermine im Sommer. Noch dazu, wo mir auf einmal angeboten wird, einen ermutigenden Kalender für AltenpflegerInnen komplett allein zu gestalten, statt im Team, wie zu Beginn geplant.
Auf einmal heißt es am Feierabend und Wochenende nicht mehr „Juhu, ich darf schreiben!“, sondern „Uhaaa, ich muss schreiben!“
Aber das ist ein Luxusproblem, für das ich dankbar bin, denn nach dem größten Zeitdruck kommen plötzlich wieder Phasen des Leerlaufs, das kenne ich schon.
Wobei es in meinem Leben seit einigen Jahren nicht mehr heißt „Schreibst du mal wieder ein Buch?“ sondern „Welches Buch schreibst du gerade?“ Oft habe ich zwei Manuskripte parallel zu Online-Medien und Zeitschriftenartikeln gleichzeitig in der Mache. Wenn es sich denn auch finanziell auszahlen und nicht nur Zeit kosten würde…. aber ich genieße es!

Für alle, die sich fragen, wie sie die mageren Buchhonorare aufwerten können:
Ich wurde neulich glücklicherweise auf die VG Wort aufmerksam gemacht, dort können UrheberInnen für ihre Werke Tantiemen von öffentlichen Bibliotheken beantragen. Das hatte ich beim Schreiben meines Erstlingswerk schon mal gelesen, aber die letzten Jahre auch wieder vergessen…

Nur einen AutorInnen-Club zum Austausch, den habe ich noch nicht. Wer hier mitliest und sich zum Fachsimpeln und Abreagieren über das Verfassen von Fachbüchern melden mag, ist dazu herzlich eingeladen!

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„Schatzkiste Schreibspiele“: Mein Praxisbuch zum kreativen Schreiben mit Senioren

Endlich ist es da, mein drittes „Baby“:
Ein fröhliches, buntes, lustbetontes Buch voller Schreibspiele für SeniorInnen!
Die „Schatzkiste Schreibspiele“ versammelt 43 Übungen und Anregungen, um Geschichten, Gedichte und Briefe zusammen zu verfassen.

Ein knackiger Einführungsteil zu den Grundlagen des kreativen Schreibens vermittelt die nötige Sicherheit, um frei eine Gruppe anleiten zu können. Eine Liste mit hilfreichen, unterstützenden Regeln kann direkt aus dem Buch kopiert und an die SeniorInnen verteilt werden.
Aufwärmspiele lockern die Atmosphäre auf und bringen alle in einen spielerischen Modus, um dann enthemmt und entspannt die Schreibaufgaben beginnen zu können.

In den fünf Bereichen „Von Menschen und Tieren“, „Farben und Gefühle“, „Wundersame Ereignisse“, „Philosophische Themen“ und „Poesie schreiben“ lässt sich für jede Gruppe das Passende finden und ein abwechslungsreiches Programm zusammenstellen.
Besonders Menschen, die wenig eigene Entscheidungen treffen können und sich durch körperliche Schwäche sehr begrenzt fühlen, können durch das „Umschreiben“ der Realität neu Selbstwirksamkeit erfahren.
Ein kurzer Beispieltext pro Schreibaufgabe hilft, den SeniorInnen die Aufgabe näher zu bringen, und Fragen regen die Kursleitung zur eigenen Überleitung in die Praxis ein.

Anschließend gebe ich Tipps, wie die Stunde ausklingen und die entstandenen Texte verwendet werden können.
Ein Anhang mit Kreativitätstechniken hilft der Kursleitung, die eigene Schaffenskraft anzuzapfen und lässt sich auch für andere Angebote verwenden.
Besonders stolz bin ich darauf, dass zum ersten Mal eins meiner Bücher mit meinen Illustrationen ausgestattet wurde. Auch eine Autorin kann sich kreativ weiterentwickeln….

Einzelne Schreibübungen stelle ich, zusammen mit vielen anderen kostenlosen Downloads, auf der Website „Schatzkiste Seniorenbetreuung“ vor.

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Mein zweites Buch ist da: „Gruppenspiele für gute Laune“

Juhu, juhu:
Mein zweites Buch „Gruppenspiele für gute Laune. Loslegen, lachen, Überraschen“ ist endlich auf dem Markt!


Das Ringbuch mit festen Pappseiten ist ideal, um SeniorInnen ganzheitlich zu aktivieren. In acht Kategorien bekommt die Kursleitung vom Anfangsspiel bis zum Ritual am Schluss vielfältige Spielideen und Wahrnehmungsübungen. Meine Bewegungsspiele lassen sich wunderbar ins Gedächtnistraining, die musikalische Runde oder das „Lachen am Morgen“ einbauen. Jeder Sinneskanal werden in einem extra Kapitel trainiert, dabei steht der Spaß und das Gemeinschaftsgefühl im Vordergrund.

Auch Sprachspiele zur Förderung der Wortfindung und Formulierungsfähigkeit biete ich an.
Das Ringbuch versammelt 72 Spiele, Kreativanleitungen und Wahrnehmungsübungen und ist für 19,90 Euro erhältlich.

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Mein zweites Buch ist unterwegs: Spaßoffensive für Senioren


Mein zweites Baby -äh, Buch- hat aktuell noch heftige Geburtsschwierigkeiten. Das Fruchtwasser ist seit Januar abgelaufen, der Muttermund sperrangelweit offen, aber das Baby leider noch nicht in Sicht. Wann es den Geburtskanal der Druckerei endlich betritt und noch endlicher verlässt, weiß grad kein Mensch. Aber die Werbung läuft wie geschmiert, in der aktuellen Fachzeitschrift „Aktivieren“ wurden meine „Gruppenspiele für gute Laune“ vorgestellt und im Verlagsprogramm sind sie direkt auf der zweiten Seite zu finden.
Wer sich also wirklich, wirklich lustige Spiele für bisher verkniffene oder schüchterne SeniorInnen wünscht: Sind auf dem Weg.
Zusammen mit Wahrnehmungsübungen für sämtliche Sinneskanäle, durchschnittlich zehn Spiele stelle ich in jedem Kapitel für alle fünf Sinneswahrnehmung einzeln dar. Schließlich lassen im Alter nicht nur Hören und Sehen nach, auch das Tasten, Riechen und Schmecken verändern sich. Obwohl die Aufgaben primär Spaß machen, sind sie ein sehr effektives, ganzheitliches Hirntraining – bei dem es nur Gewinner gibt.
Ein Kapitel für fröhliche Spiele zum Aufwärmen sowie eins voller Ideen für Abschiedsrituale runden den Spiralblock ab.
Wer dann seine SeniorInnen noch nicht gründlich aufgemischt hat, kann mit dem Kapitel „Bewegungsspiele“ die letzten Zaungäste aus der Lethargie locken.
Einfach aufklappen und loslegen!

Solange wir auf den finalen Moment der Geburt warten, schauen wir uns im neuen Verlagsprogramm um:
Auf der ersten Produktseite hat mein Erstgeborenes einen fulminanten Auftritt. Die Atemfreude, die einzigartige Atemgymnastik mit einem klaren Fokus auf Spaß und Genuss an der Bewegung. Also, das Zweitgeborene steckt fest, solange lade ich herzlich dazu ein, lustvoll zu atmen.

aufmerksam

Druckfahnen fürs Buch korrigieren: In den Eingeweiden meines Babys

Gerade stecke ich bis über beide Ellenbogen in den Eingeweiden meines Babys, Buch Nummer Zwei.
Es ist zwar eigentlich Buch Nummer Vier, aber Buch Nummer Zwei liegt als Experiment zu unterst auf einem der Schreibtische im Verlag und Buch Nummer Drei habe ich tief hinter meiner Festplatte vergraben. Schließlich möchte ich keinen Stress mit bestimmten esoterischen Gruppierungen haben, die immer sehr friedlich tun und plötzlich ausgesprochen aggressiv alles wegbeißen, was ihnen den Platz streitig machen könnte. Dass es in diesem Fall für Rechtsstreitigkeiten keine belastbare Grundlage gibt – geschenkt.
Bücher schreiben ist harte Arbeit, Bücher verkaufen auch, was dann auf dem Konto ankommt, ist lächerlich. Da brauche ich nun nicht noch einen Rechtsstreit, wenn ich damit nur ein schmales Taschengeld verdiene.
Was soll´s, so ist nun Buch Nummer Vier die tatsächlich veröffentlichte Nummer Zwei.


Wenn die Druckfahnen angekündigt werden, entsteht ein freudig-schauriges Kribbeln in meinem Bauch.
Einerseits freue ich mich darauf, das Ungeborene wie auf einem Ultraschallbild das erste Mal zu sehen. Andererseits habe ich Panik, dass andere Menschen, die sich Fachleute nennen, mit meinem Baby etwas ganz Anderes vorhaben als ich. Wobei sie es nur gut meinen oder wir uns schlicht missverstanden haben, aber dennoch, eine Druckfahne ist etwas ziemlich Ernstes, da kann ich nicht plötzlich alles blöd finden und anders haben wollen.
Andererseits freue ich mich immer sehr, wenn ich sehe, dass 96% meines Manuskripts eins zu eins in die Druckvorschau übernommen wurde.


Daher schwanke ich beim ersten Lesen im Millisekundentakt zwischen Freude und Frustration, gehe dann erstmal auf Abstand und fange später an, meine Rückmeldungen zu formulieren.
Meist sind es dann doch nur einige große Punkte, die entweder geändert werden oder so bleiben können oder nie-so-gemeint-waren-und-einfach-falsch-rüber-kommen-das-ändern-wir-sofort-sorry-Frau-Krüerke.
Dann fehlen plötzlich noch an einigen Stellen die pädagogischen Ziele bzw. Gründe, warum bestimmte Übungen und Spiele so unglaublich wertvoll sind. Schon damals vor dem Examen zur Logopädin habe ich die Formulierung der Übungsziele gehasst-gehasst-gehasst. Es ist so langweilig und verkrampft gleichzeitig. Keine Ahnung, warum ich ausgerechnet Praxisbücher für Fachfrauen schreibe und deshalb zu den von mir entwickelten Übungen natürlich immer einwandfrei verfasste Zielsetzungen abliefern muss.
Was hilft´s, ich bin dann mal in den Eingeweiden meines Babys und hoffe, dass es bald gesund und munter geboren wird.

Atemfreude, aufmerksam

„Atemfreude“-Buch in der Hamburger Bücherhalle zum Ausleihen

Inzwischen gibt es mein „Atemfreude“-Buch auch in den öffentlichen Bücherhallen der Stadt Hamburg. Ausleih-Standort ist die Zentralbibliothek am Hauptbahnhof, das Fachbuch für schwungvolle Atemgymnastik mit SeniorInnen lässt sich aber auch in eine der 32 anderen Bibliotheken im Hamburger Stadtgebiet bestellen.
Für alle, die zu weit weg wohnen: Diverse Auszüge aus dem Praxisbuch, Übungen und Anleitungen gibt es kostenlos hier im Download.

aufmerksam

Mein zweites Buch ist unterwegs: Spiel und Spaß für SeniorInnen

Mein zweites Buch habe ich heute als Manuskript an den Verlag geschickt. Mein erstes Buch, das Praxisbuch über meine ganzheitliche Atemgymnastik „Atemfreude“ hat mich zwei Jahre beschäftigt und zeitweise völlig absorbiert. Mein eigenes Therapiekonzept, meine eingetragene Marke, Artikel und Interviews über Atemtraining mit hochaltrigen Menschen- irgendwann war ich nur noch müde.
Das zweite Buch ist jetzt kein Lebenswerk, sondern eine Auswahl der beliebtesten und fröhlichsten Gruppenideen, die ich in meinem Alltag mit SeniorInnen entwickelt habe. Ein kompakter Block aus stabiler Pappe mit Ringbindung, damit sich die Lachübungen und Wahrnehmungsspiele direkt im Gruppengeschehen anwenden lassen. Einfach aufklappen und loslegen, um die Stimmung aufzuwärmen, die Koordination anzuregen oder die sprachlichen Fähigkeiten zu fördern.


Ich bin sehr gespannt, welches Layout der bunte Block bekommt und wann ich ihn im neuen Jahr das erste Mal in den Händen halten kann. Bis dahin wird er natürlich aus dem Lektorat und später aus der Grafik noch ein paar Mal zu mir zurückkehren, bevor er in die Druckerei geschickt wird.
Neben meinen Fachartikeln für Gruppenangebote, die immer ein innovatives und von mir erprobtes Thema haben, ist eine Sammlung meiner beliebtesten Spiele eine schöne Abwechslung. Darauf die letzten Erdbeeren und Himbeeren (hier in Hamburg immer noch frisch vom Feld) und ein paar Zwetschgen als bunte Pause zwischendurch!

Atemfreude, Presse

„Atemfreude“ in Hamburgs größter Tageszeitung

Aus heiterem Himmel schrieben mir gestern mehrere fremde Damen, die sich für meine spaßbetonte Atemgymnastik mit SeniorInnen interessieren. Sofort fragte ich mich, wer denn wo über die „Atemfreude“ etwas geschrieben haben könnte – geballtes Interesse entsteht ja selten zufällig. Ich antwortete natürlich freundlich und lud zum Mitmachen meines Kurses ein, zum Schluss bat ich darum, zu erfahren, wie die Damen auf mich gekommen waren. Durch das Abendblatt natürlich, Hamburgs größte Tageszeitung!
Aha, also marschierte ich noch nach 20:00 Uhr los, um schnell ein letztes Exemplar aufzutreiben – was gelang.

Die Journalistin Martina Petersen hat mir erlaubt, den Text und das Foto zu verwenden.
Wer online mitlesen möchte: „Mit Atemfreude entspannen auch demente Senioren“

 

aufmerksam, glaubhaft

Arbeit muss stressig sein? Nö: Arbeit muss sinnvoll sein

Bitte einmal die Hand heben:
Wer hatte im eigenen Arbeitsleben schon einmal eineN VorgesetzteN, die/der ein Vorbild war?
Ein guter Boss, eine gute Chefin?
Fachlich versiert, menschlich fair, interessiert am Wohl der Angestellten, die berufliche Entwicklung der Einzelnen fördernd? Eine Person, der man Ideen zur eigenen Abteilung offen und ehrlich mitteilen kann? Eine Person, der man sagen kann, wenn seit Monaten die Motivation im Team sinkt? Eine Person, die Konflikte ehrlich und proaktiv thematisiert und dabei wirklich ergebnisoffen handelt? Eine Person, die absolut engagiert dabei ist, gute Arbeitsbedingungen für alle zu schaffen? Eine Person, die selbstbewusst und dennoch demütig ist, die nicht das letzte Wort um jeden Preis haben muss?


Ich fing an jeder Arbeitsstelle motiviert an, war stets an einem angenehmen Umgangston und reibungslosem Miteinander interessiert, hatte überall gute Ideen für flüssige Arbeitsabläufe für alle Beteiligten. Mein Team fand es gut, meine Vorgesetzten nie, irgendwann landete ich immer desillusioniert bei „Dienst nach Vorschrift machen und mich nach etwas Neuem umsehen“.
So wie viele andere PädagogInnen und TherapeutInnen, kurz: So wie die allermeisten Arbeitnehmer.
Bis heute suche ich nach einem Platz, wo meine Analysefähigkeit für gute Arbeitsbedingungen einerseits und meine Vorschläge für gelingende Abläufe andererseits wertgeschätzt wird, statt abgestraft. Wo ich mich nicht nur weiterentwickeln darf, statt festgezurrt auf meiner Position zu bleiben, sondern wo mein Wachstum erklärtes Ziel der Leitung ist.

Wer sich damit auseinandersetzt, wie Arbeit gelingt und wie gesunde und sinnvolle Bedingungen für alle aussehen können, erhält von mir heute zwei Tipps:

1.) Wenn ein Chef eine Mitarbeiterumfrage startet und 80% der Angestellten ihn schrecklich finden, dann kann er wie verrückt irgendwelche oberflächlichen Maßnahmen ergreifen: Mehr Geld für Spitzenleistungen, mehr Druck von oben, mehr fancy Jobtitel, mehr undurchdringliche Bonussysteme. Er kann auch stattdessen in sich gehen und sich fragen, was die Bedürfnisse der Angestellten sind: Was sie sich wünschen, wie sie besser arbeiten könnten, welche Form der Wertschätzung ankäme, wie sie mehr Freiheit für eigene Entscheidungen erhalten. Welchen Sinn sie in ihrer Arbeit finden. Was ihnen zutiefst am Herzen liegt. Wer sie hinter ihrer täglichen, oft künstlichen Maske sind.
Dazu muss sich die Leitung all diese Frage natürlich selbst erst einmal stellen. Und ehrlich beantworten. Statt wie immer teure Fachleute anzuheuern und dem Diktat der aktuellen Mode im Business zu folgen.
Was passiert, wenn Vorgesetzte sich wirklich ehrlich fragen, wie alle Beteiligten zufrieden arbeiten können, stellt der Film „Die Stille Revolution“ vor.
„Nichts ändert sich, bis du dich selbst änderst – dann ändert sich alles.“
Bodo Janssen

2.) Ein Buch, das mein Mann mir empfohlen hat, weil er von dem Unternehmer- und Autorenduo schon mehrere Titel gelesen hat: „It doesn´t have to be crazy at work“. Es soll in Kürze auf deutsch erscheinen, unter dem Titel „Schluss mit dem Wahnsinn im Büro: Wege zu einer entspannten Arbeitskultur“
Die beiden Gründer eines Unternehmens, das aus sich selbst heraus natürlich und kontinuierlich wächst und auf die meisten Regeln im heutigen Wirtschaftsleben pfeift, beschreiben eine gesunde Art der Arbeit: Keine Überstunden, keine sofortigen Antworten auf Emails nötig, keine utopischen Wachstumszahlen, die erreicht werden müssen. Sie müssen nicht krampfhaft besser sein als andere und die Konkurrenz „platt machen“. Es reicht völlig, wenn das Unternehmen finanziell stabil ist und die Mitarbeiter zufrieden.
Da ich erst den Anfang gelesen habe, kann ich noch nicht viel mehr sagen – und aufgrund großer Müdigkeit vor unserem viel zu späten Jahresurlaub fällt es mir gerade schwer, aus dem Kopf englische Passagen eloquent auf deutsch wiederzugeben. Einfach lesen, es lohnt sich. Locker geschrieben, inhaltlich fundiert, gut verständlich – auch auf englisch eine gewinnbringende Lektüre. Wie gut die deutsche Übersetzung wird, weiß ich natürlich nicht…