aufmerksam

Hamburgs heimliche Höhepunkte: Museumsdorf Volksdorf

 

Hamburgs Stadtteile im nördlichsten Nordosten nennen sich „Walddörfer“, da sie tatsächlich größtenteils ihren dörflichen, sehr grünen Charakter bewahrt haben. Im Stadtteil Volksdorf liegt das Museumsdorf, das offensichtlich längst nicht allen Hamburgerinnen bekannt ist. Um Interessierten sowie TouristInnen diesen schönen Ort vorzustellen, habe ich eine Reihe Fotos aufgenommen – vorrangig von den Tieren, wie ich zugeben muss…

 

 

Irgendwann kam ich nach einem Zahnarzt-Besuch, der mich in diese Ecke Hamburgs verschlägt, mal im Museumsdorf vorbei und vermisste die Schweine. Zufällig stiefelte gerade jemand über das Gelände, der sich auskannte, und antwortete auf meine Frage, wo sie stecken würden: „In der Wurst.“ Er meinte es sehr ernst, fürchte ich. Daher sollte man mit dem Besuch nicht zu lange warten, bis im späten Herbst geschlachtet wird…

 

 

Während der Wochenenden werden hier oft bäuerliche Aktivitäten vorgeführt, es finden Pflanzenmärkte oder Lesungen auf Plattdeutsch statt.
Unter der Woche ist das Gelände (außer montags) von neun bis siebzehn Uhr kostenfrei geöffnet. Die historischen Gebäude sind dann geschlossen, aber die Tiere und der Bauerngarten können besucht werden. Regelmäßige Veranstaltungen zum Erhalt alter Handwerkstechniken sind im Veranstaltungskalender zu finden.

 

 

 

Ich lieben diesen Ort, weil er zum Auftanken einlädt. Die Großstadt Hamburg scheint weit weg und das kindliche Beobachten von Haustieren entschleunigt sicherlich JedeN.

 

 

Weitere heimliche Höhepunkte in Hamburg:
Das Wittmoor (in Hamburgs Nordwesten)
Das Wellingsbüttler Torhaus (im Norden Hamburgs am Alsterwanderweg)
Der Stadtpark
Grüne Perlen entlang der Alster
Spaziergang entlang des Leinpfads (schließt sich an die grünen Perlen der Alster an)

Das Bergedorfer Schloss (in Hamburgs Südosten)

aufmerksam

Günstiger Urlaub in Olso – Oslo on a Budget

Ein Wort vorab: Wirklich günstig ist ein Urlaub in Oslo auf keinen Fall, da aktuell zwei- bis dreifache Preise verglichen mit dem Euro bezahlt werden müssen.
Wechselkurs Norwegische Krone (NOK) in Euro, Stand Ende Mai 2017: Ein Euro ist knapp das Zehnfache in Kronen wert, das bedeutet, dass man beim Umrechnen einfach nur das Komma eines Betrags in NOK eine Stelle nach vorn verschiebt und so den Betrag in Euro erhält.

Oslo is often called the most expensive town of the world. If you want to have an nice, low-cost vacation, you should definitly not choose Oslo, that´s for sure. But if you want to visit the capital of Norway, I´ve some ideas for you.

 

Festung Akershus
Fortress Akershus

 

Als Vorbereitung habe ich einige Internetseiten besucht, die versprachen, aus erster Hand die tollsten Attraktionen für ein vernünftiges Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten. Die meisten Artikel waren englischsprachig und hielten ihr Versprechen bei Weitem nicht. Insofern werde ich mich hüten, nach einer Woche in Oslo so zu tun, als hätte ich den totalen Durchblick – das sollte den NorwegerInnen vorbehalten bleiben.
Dennoch habe ich eine Reihe Tipps für einen schönen Urlaub, die die exorbitanten Kosten etwas in Schach halten.

Before taking our flight I´ve read some articles about „Oslo on a Budget“. None of them helped me, because they all broke their promises: Lots of superficial assertions and nothing helpful. Of course the only ones, who could give the best advices, are norwegians. I´m german and I´ve stayed just a week in Oslo. However I´ve some tips to share!

 

Deichmannske-Bibliotek in Grünerløkka
Library at Grünerløkka

Wunderschöne Skulpturen-Parks und grüne Anlagen, die einen Besuch wert sind und nichts kosten, habe ich hier bereits vorgestellt.

Als Kurzversion:
* Vigeland-Anlage mit monumentalen Skulpturen rund um das menschliche Leben im Frogner-Park
* Schlosspark
* Festung Akershus, auf einem grünen Hügel direkt oberhalb des Oslo-Fjords
* Botanischer Garten mit kostenlosem Eintritt in historische Gewächshäuser
* Ekeberg-Park, ein Wald oberhalb des Oslo-Fjords voller moderner Kunst
* ein Spaziergang entlang der Akerselva von der City bis ins Grüne
* Halbinsel Bygdoy mit Wald und herrlichen Buchten zum Baden
* Das Gelände rund um die Skisprungschanze Holmenkollen

Alle diese Parks sind gut zu Fuß erreichbar (bis auf den Holmenkollen, es sei denn, man wohnt dort in der Nähe)!

* Mit der Fähre auf die Inseln im Oslo-Fjord, dazu reicht ein „normales Nahverkehrsticket“, Zone 1

 

Akerselva, auf Höhe des Stadtteils Grünerløkka
The river Akerselva

 

If you want to save money, you should love to walk. Oslo is a very green capital with lots of parks. They all can be reached easily by foot. Where to go without paying entrance:

* Vigelands-Park with monumental statues showing a humans live between love and sorrow
* The park around the norwegian palace
* Fortress Akershus, on a hill above the fjord of Oslo
* Botanic Garden with access to historic greenhouses
* Ekeberg-Park, a wood above the fjord full of modern art
* a walk along Akerselva, starting in the centrum of the city and ending in plain nature
* Peninsula Bygdoy with woods, nice gardens and great bays for swimming
* Skijump-hill Holmenkollen and woods around

You can reach all these parks (except Holmenkollen) by foot!

* Taking a ferry to the little islands in the fjord, you can use a normal ticket for bus and underground,  Zone 1

 

Telthusbakken

Wer die moderne Architektur der City nicht mag, kann den Telthusbakken und die Damstredet besuchen, zwei süße Gassen mit alten Holzhäusern. Da fühlten wir uns wie auf Bornholm…

If you like nice old houses, you can walk along the little streets Telthusbakken and Damstredet.

 

Vor dem königlichen Schloss
In front of the Palace

Wer in der eigenen Umgebung gute Cafés sucht, sollte dazu yelp befragen. Mit einem Auge auf das symbolische Dollarzeichen lassen sich so beliebte und bezahlbare Bistros finden.
Wer in einen Regenschauer gerät und einfach nur einen charmanten Unterschlupf braucht, ohne viel Geld für Kaffee auszugeben, sollte die Deichmannske Bibliotek in Grünerløkka aufsuchen. Wie fast überall gibt es hier free WiFi.

If you are searching a nice and afforddable café, you should ask yelp. Paying attention to the symbolic dollar-icons, you can find a good and accessible location. If you just need a place to stay during a sudden shower, you can visit the Deichmannske library at Grünerløkka . As nearly everywhere in Oslo you can use free wifi here.

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Barnegalleriet – Kindergalerie in Grünerløkka
Barnegalleriet – Gallery of children at Grünerløkka 

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Oslo mit Kindern – Oslo with kids on a budget

In Grünerløkka, direkt am Olaf Ryess Plass, liegt ein Café, dessen Rückseite eine öffentliche Kindergalerie darstellt. Einfach vor Ort mitmachen!
Die Festung Akershus lädt zum Ritterspielen ein und die Akerselva beeindruckt mit Wasserfällen neben Hochhäusern.
Der Ekeberg-Park beinhaltet einen Streichelzoo inklusive Ponyreiten für relativ preisgünstigen Eintritt.
Gegen deutlich mehr Eintritt faszinieren auf der Halbinsel Bygdøy das Fram-Museum mit zwei alten Forschungsschiffen zur Entdeckung der Pole, die Flöße Kon-Tiki und Ra sowie das norwegische Volksmuseum mit alten Bauernhäusern, Dörfern, Personen in Tracht und einigen Tieren.
Hier gibt es den Link zum „Internationalen Kinderkunstmuseum“.
VisitOslo listet hier zehn Tipps für Kinder auf.

At Grünerløkka you can find a cafe at Olaf Ryess Plass, that hosts a gallery of childrens art. Just join and enjoy!
The fortress Akershus is perfect to play knights and the river akershus impresses young and old with waterfalls near skyscrapers.

The Ekeberg Park has a little zoo for an affordable entrance and the children can ride on ponies.
If you want to spend more money, you can visit the museums at the peninsula Bygdøy:
The Fram- Museum shows an old ship that discovered to the poles a hundred years ago.
You can take a look on the floss Kon-Tiki and Ra of Thor Heyerdal, who used them to show that ancient people were able to cross the oceans.
And you can experience how people lived a hundred years ago on their farms and citys in norway at the „Norsk Folkemuseum“. The children can watch people in costumes while working and visit the animals.
Here´s the link to the „International Museum of Children`s Art“.
VisitOlso shows suggestions for children.

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Willkommen zum Freundinnen-Tag!

 

Herzlich willkommen zum „Freundinnen-Tag!“ Oder „Mädels-Abend“, wie das glitzernde M über der Tischdekoration verrät.
Frühlingsfrisches Grün steht im Kontrast zu warmen Rot, Orange und Pink-Tönen. Inspiriert hat mich eine Packung voller Blütenformen, aus denen ich eine Girlande anfertigte (siehe unten) und sie als gestreutes Konfetti benutzte.

Als Willkommens-Gruß auf jedem Platz dienen Schokoriegel. Sie verpackte ich in blumiges Papier und wickelte ein Satinband um die Mitte. Zu einer Schleife gelegt, wird die Mitte des Bands mit einem silbernen Kreis und einer Blüte akzentuiert. Die silbernen Kreise habe ich aus der Verpackung der Schokoküsse gestanzt 😉

 

 

Große gestanzte Kreise, ebenfalls aus der Verpackung der Schokoküsse, bilden die Basis der Girlande. In mehreren Lagen klebte ich unterschiedlich große Papierblüten aufeinander, damit sie dreidimensional und üppig wirken. Kleine Kreise reihte ich mit den großen auf einem Satinband aneinander, dabei läuft das Band jeweils zwischen zwei zusammen geklebten Kreisen. So sieht die Girlande von beiden Seiten gut aus.
Zusammen mit den Schoko-Blümchen ergibt sich trotz der wilden Farben ein einheitliches Bild und führt das Design der Einladungen fort.

 

 

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Auszeit mit Freundin

 

Mit einer Freundin besuchte ich neulich das Café „Mandelmehl und Zuckerei“ nahe des Grindelhofs (Uni-Viertel). In Hamburg gibt es viele wunderschöne Cafés, leckere Cafés und Cafés mit netter Atmosphäre. Nur wenige Cafés jedoch sind stilsicher eingerichtet, verkaufen tolle Ware zu bezahlbaren Preisen und haben gleichzeitig freundliches Personal. „Mandelmehl und Zuckerei“ vereint alle drei Punkte perfekt.
Die Räume sind sehr elegant gestaltet, aber dank des „normalen“ Publikums gemütlich statt versnobt. Die jungen Frauen bedienen nett und fröhlich, die Auswahl ist groß und der Geschmack wunderbar.
Wenn die aktuelle Regenfront anhält, kann ich diesen traumhaften Ort guten Gewissens weiterempfehlen…

 

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Aufmerksam Gutes verschenken: Inspirationen für Frauen kostenlos erhalten und weitergeben

 

Gerade habe ich einen ganzen Schwung Zeitschriften bekommen. Das christliche Frauen-Magazin JOYCE feiert aktuell sein fünfzehnjähriges Jubiläum. Alle Interessierten können beliebig viele kostenlose Exemplare zum Probelesen und Weitergeben bestellen.
Bei minimalem Aufwand (nur ein Anruf) lassen sich viele Freundinnen, Familienmitglieder und Ehrenamtliche mit einer hochwertigen Lektüre beglücken. Die JOYCE ist ein fröhliches, dynamisches Heft mit Tiefgang – meiner Meinung nach für Frauen bis Mitte / Ende vierzig geeignet.
Wer für Frauen ab vierzig passenden Lesestoff sucht, wird bei der LYDIA fündig: Eine Zeitschrift für Frauen, die in Krisenzeiten ermutigt und zum Durchhalten einlädt. In der aktuellen Ausgabe ist ein Gebet von mir veröffentlicht worden. Auch die LYDIA versendet auf Anfrage gern Ausgaben zum Reinschnuppern.

Für Gebetskreise, das Frauenfrühstück, Mutter-Kind-Gruppen oder Freizeiten: Einmal anrufen, einige Tage später das Paket in Empfang nehmen, eine Zeitschrift durchblättern und weitere Exemplare an viele Frauen verteilen. Freude bereiten und inspirieren kann so einfach sein…

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Post zum neuen Jahr: Herzen mit „Konfetti für alle Gelegenheiten“

 

Heute möchte ich meine Herzen mit „Konfetti für alle Gelegenheiten“ vorstellen:
Es wird mein Neujahrsgruß, den ich gerade in aller Ruhe bastle, weil für Weihnachtskarten weder Zeit noch Nerven übrig waren. Macht nichts. Inzwischen sind alle Briefe geöffnet, alle Geschenke eingeweiht, da ist die Freude über eine liebe Botschaft zum neuen Jahr umso größer. Und eine Erinnerung, um den Moment zu feiern, ist im Alltag immer wertvoll.
Wer mag, fabriziert die Herzen gleich für Silvester und reißt sie im Kreis von Freundinnen zusammen auf.
Benötigt werden Transparent- oder Pergamentpapier, ein feiner Filzstift, ein Rest Papier und eine Schere für die Schablone, Konfetti, eine Nähmaschine (inklusive Faden) und Alleskleber.
Als erstes wird aus dem Papierrest eine Schablone für das Herz ausgeschnitten. Das tue ich locker aus der Hand, indem ich eine Herzhälfte aus einem gefalteten Papier schneide und es anschließend wieder aufklappe – gelingt immer.
Danach mithilfe der Schablone Herzen auf das Transparentpapier zeichnen, dabei immer gleich zwei Herzen für ein Exemplar berechnen, und ausschneiden.

 

 

Die Herzen werden dann exakt übereinander gelegt und mit der Nähmaschine zusammen genäht. Eine Öffnung bleibt zum Befüllen frei und wird anschließend verschlossen. Die Fäden mit Klebe am Rand des Herzens fixieren, damit die Naht nicht aufribbelt.
Wer keine Nähmaschine hat oder nicht nähen mag, klebt die Herzen mit Alleskleber zusammen.

 

 

Zwischenzeitig sieht es dank des Konfettis chaotisch aus, aber das merkt in den bummeligen Tagen zwischen Weihnachten und Silvester ja niemand…
Mit einzelnen Pailletten, die von außen auf die Herzen geklebt werden, verstärkt sich der Glanz.
Nun fehlt nur noch eine nette Botschaft zum neuen Jahr, und schon wird das Herz mit dem „Konfetti für alle Gelegenheiten“ verschickt.

 

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Buchrezension: „Das Paradies ist weiblich. Eine Reise ins Matriarchat“ von Ricardo Coler

Herbstwald

 

Wer mein Blog seit Jahren verfolgt, wird feststellen, dass der heutige Artikel nicht „Buchempfehlung“ sondern „Buchrezension“ heißt. Und das hat einen Grund.
Ricardo Coler stammt aus Argentinien und kennt eine vom Machismo geprägte Gesellschaft. So reist er mit einem respektlosen Chinesen als Übersetzer in eine entlegene Region Süd-Chinas, um dort das Volk der Mosuo kennenzulernen.
Die Mosuo leben im Matriarchat, dabei gilt die Zugehörigkeit zur Familie über die Mutter. Männer bleiben lebenslang bei ihrer Familie und arbeiten dort unter den Anweisungen der Frau, die der Familie vorsteht. Über Nacht besuchen die Männer die Frauen, müssen jedoch vor Sonnenaufgang verschwunden sein. Da kein Kind einen offiziellen Vater hat und keine Ehen geschlossen werden, ist die Familie ein sehr starker und langlebiger Zusammenhalt unter dem Einfluss der Frauen. Wenn eine Frau möchte, lässt sie für längere Zeit nur den gleichen Mann zu Besuch kommen. Lässt er es an Loyalität diesem exklusiven Arrangement gegenüber vermissen, darf er sie nicht länger besuchen kommen. Da die Frauen die Verantwortung für die Familie tragen, wird für alle Generationen gleichermaßen gesorgt. Die Frauen arbeiten hart in der Landwirtschaft und delegieren einen Teil der Aufgaben an die Männer der Sippe. Oft lungern die Männer aber auch auf dem Dorfplatz oder am See herum und tun den ganzen Tag nichts anderes, als Karten zu spielen. Es gibt keine Gewalt, auch keine Form der Strafe bei Fehlverhalten. Es gibt weder Neid noch Streben nach Besitz und Macht. Das höchste Ziel der Frauen ist es, ihre Familie zu ernähren und in Frieden zu leben.
Bedauerlicherweise schafft Ricardo Coler es nicht, die eigene kulturelle Brille abzulegen. Es fängt damit an, dass er aus einer patriarchalen Kultur kommt, in der er als weißer Mann seit Jahrhunderten der Sieger ist. Statt sich zu überlegen, wie er wohl einer komplett anderen Kultur begegnet, in der er nur ein unbedeutender Knecht ist, holt er sich einen unhöflichen chinesischen Übersetzer. Dieser kann mit anderen Gesellschaftsformen noch weniger anfangen als Herr Coler und benimmt sich regelmäßig respektlos der Dorfgemeinschaft gegenüber. Auf diese Weise verhält sich die Sippe, in deren Hof er übernachten darf, höflich-distanziert dem Gast und seinem Begleiter gegenüber.
Ich denke: Kein Wunder. Würde ich in den Palast des aktuell regierenden Scheichs der arabischen Emirate marschieren und glauben, ich bekäme als zierliche westliche Frau einen großartigen Empfang, würde ich schneller vom Tor verscheucht, als ich laufen könnte. Andere Gesellschaft, andere Geschlechterrollen, andere Umgangsformen. Das ist doch völlig klar. Würde ich den Scheich in Abu Dhabi besuchen wollen, wäre ich doch so schlau, einen listigen und körperlich beeindruckenden Mann als Begleiter zu engagieren. Schließlich brauche ich im Herrschaftsbereich der Männer, deren Kultur mir fremd ist, natürlich einen Mann als Türöffner. Entsprechend überzeugend und sozial intelligent müsste er sein, um seinen Job als Bindeglied erledigen zu können, damit ich im Anschluss meinen Auftrag angehen kann.
Aber Herr Coler wundert sich, warum er den Eindruck hat, diesen stolzen und beherrschten Frauen keine Fragen über Sex stellen zu können. Oder über ihr privates Gefühlsleben und andere Intimitäten. Als fremder Mann aus einer anderen Kultur mit einem unprofessionellen Übersetzer, der sich in eine komplett andere Art der Wertvorstellungen begibt, kann er nicht erwarten, die Geheimnisse dieses Volkes auf einem Silbertablett präsentiert zu bekommen. Nur ein Macho aus einer patriarchalen Welt glaubt das.
Entsprechend oberflächlich sind die tatsächlichen Fakten, entsprechend schwammig fällt das Bild über das Leben der Mosuo aus. Warum das Buch ein Bestseller wurde, ist mir schleierhaft. Wenn eine gründlich recherchierende Frau mit entsprechender interkultureller Kompetenz die Mosuo besuchen und darüber schreiben würde (oder jedes andere verbliebende Matriarchat dieser Welt), würde ich das sehr gern lesen.
So ehrenwert es ist, wenn Männer Räume jenseits des Patriarchats entdecken – wenn sie sich nicht darauf einlassen und ständig alles durch ihre westliche Brille beurteilen, hat es keinen Wert.

Einen tatsächlichen Blick in den Alltag bietet das (mir bisher unbekannte) Buch „Das Land der Töchter: Eine Kindheit bei den Moso, wo die Welt den Frauen gehört “ von Yang Erche Namu.

 

 

Herbstlaub

aufmerksam, kreativ, liebevoll

Liebevolle Adventskalender

Adventskalender

 

Einen Adventskalender auf Naschen zu reduzieren, finde ich eine vertane Chance. Daher habe ich dieses Jahr Adventskalender vorbereitet, die entweder ein kluges Zitat zusammen mit einer Kleinigkeit enthalten. Oder, in der Version für meinen Mann, ein liebevolles Kompliment mit einem kleinen Geschenk pro Tag.

 

Adventskalender Detail

 

Den Adventskalender für meinen Mann habe ich folgendermaßen angefertigt:
Einen Kleiderbügel aus Plastik umwickelte ich mit einem Satinband, das ich in regelmäßigen Abständen mit der Heißklebepistole fixierte. Danach wickelte ich ein halbtransparentes, dunkelblaues Chiffonband darüber.
Die Süßigkeiten und Geschenke verpackte ich mit jeweils einer liebevollen Notiz in blaues Geschenkpapier mit silbernen und goldenen Schneeflocken. Ein Teil der Geschenke kam in kleine blaue Teedosen mit goldenen Sternen und Monden. So entsteht ein einheitliches Design. Alle Päckchen band ich mit Geschenkband am Bügel fest. Zusätzlich hängte ich goldene Sterne, Schneeflocken und Kugeln an den Bügel, damit er auch im halb gerupften Zustand noch schön aussieht.

 

Adventskalender Inhalt

 

Überall werden bereits Ideen für den Inhalt des Adventskalenders gesammelt. Damit nicht nur Kinder, sondern auch PartnerInnen oder SeniorInnen beglückt werden, habe ich mir erwachsene Geschenkideen ausgedacht:

– Kleine Packungen mit Studentenfutter oder salzigen Nüssen
– Kleine Lakritzpackungen
– ein gerahmtes Urlaubsbild als Erinnerung
– Socken
– ein neues Gemüsemesser
– schönes Lesezeichen
– hochwertiger Stift für Einkaufszettel und Büro
– Postkartenkalender für das neue Jahr
– Hustenbonbons
– Duschgel und Shampoo in kleiner Größe für unterwegs
– Handcreme für trockene Winterhände
– Teebeutel mit Erkältungstee
– eine neongelbe Weste für´s Radfahren im Dunkeln
– Eiskratzer für´s Auto
– Meisenknödel für den Garten
– Nagellack oder Lippenstift
– Kerzen
– Taschenwärmer zum Knicken oder Dinkelkissen (zum Erwärmen in der Mikrowelle)
– schöne Tasse
– Taschenspiegel (auch für die praktisch, die sich nicht schminken, sondern nach einem Mittagessen außer Haus kurz die Zähne auf Spinatreste kontrollieren wollen 😉 )

 

Inhalt Adventskalender

Auch hochwertiges Geschenkpapier lässt sich rahmen und verschenken.

 

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Mit diesem Beitrag nehme ich am Adventskalender-Gewinnspiel von Minidrops teil.

aufmerksam, feminin, glaubhaft

Buchempfehlung: „Regretting Motherhood: Wenn Mütter bereuen“ von Orna Donath

Ich habe keinerlei Kinderwunsch, entsprechend finden „unkonventionelle Diskussionen“ über „ungewöhnliche“ Lebensentwürfe, Familienpolitik und Geschlechterrollen bei mir meist Interesse und Wohlwollen. Natürlich gibt es auch Themen, die ich in Bezug auf Kinderwunsch und -erziehung schwierig finde. Da ich mich jenseits des „Du bist jung und gesund, gebär Kinder für Deutschlands Zukunft und um endlich deine Bestimmung als Frau zu finden“-Diktats bewege, sehe ich vieles offener als andere.
Entsprechend hat mich die Diskussion über „Regretting Motherhood“ (also Frauen, die bereuen, Kinder bekommen zu haben), überhaupt nicht schockiert: Ich finde es völlig naheliegend, dass es Mütter gibt, die nach der Geburt des ersten Kindes glücklich sind – genauso wie Mütter, die mit ihrer neuen Rolle hadern und nicht derart im veränderten Alltag aufgehen, wie es die Klischees darstellen. Würde ich schwanger werden, würde ich es jede einzelne Sekunde bereuen, sobald sich der blaue Strich auf dem Schwangerschaftstest zeigt. Da ich das hundertprozentig weiß, passe ich auf, dass es niemals dazu kommt.
Doch was, wenn Mütter dachten, sie würden sich über Nachwuchs freuen und sich dann in einer ganz anderen Wirklichkeit wiederfinden?

 

 

Haus am Deich

 

Orna Donath, eine israelische Wissenschaftlerin, hat 2008 erstmals begonnen, „dem Unausgesprochenen Raum zu geben“. Denn das etwas so Naturgegebenes wie die Mutterschaft die Frauen mit vielen Ambivalenzen und auch Ablehnung der eigenen Rolle erfüllt, durfte bis vor Kurzem einfach nicht gesagt werden. Weil es nicht gibt, was es nicht geben darf. In „Regretting Motherhood: Wenn Mütter bereuen“, dem vertiefenden Buch zur Studie, schreibt sie:

Welches Land ich auch betrachtete, das Bild blieb immer dasselbe: Frauen gebären, ziehen Kinder groß, nehmen die ungeheuren Mühen der Mutterschaft auf sich, aber dass sie diese bereuen könnten, kommt kaum jemals zur Sprache. (…)
Die durchgängige Botschaft lautet: Wenn du über 30 bist, wird dein Zeitfenster für die Gründung einer Familie allmählich kleiner. Du glaubst vielleicht immer noch, dass dich das nichts angeht, aber du täuschst dich; der Wunsch danach wird dich irgendwann überfallen, aber dann wird es zu spät sein: >Das wirst du noch bereuen!<
Wenn eine Gesellschaft die Nichtmutterschaft als einen gefährlichen und höchst bedauernswerten Zustand darstellt, kann sie damit einen Rahmen festlegen, der die Erlebniswelt von Frauen begrenzt, ohne Rücksicht darauf, dass deren subjektive Erfahrungen viel komplexer sind und weit darüber hinausgehen, als diese simple Behauptung erkennen lässt. Und während dieses Verwirrspiel aus Drohungen und Warnungen permanent gegen viele Frauen eingesetzt wird, wird die Kehrseite der Medaille verschwiegen: Die Stimmen derer, die ihre Mutterschaft im Nachhinein bereuen, bleibt ungehört, und weil sie nicht gehört werden, wird einfach angenommen, dass es sie nicht gibt.(…)
Ob der Partner manifesten, latenten oder unsichtbaren Druck ausübt, oft bleibt der traditionelle gegenderte Status quo erhalten, nach dem vor allem Männer profitieren, wenn der ursprüngliche Wunsch der Frau, nicht Mutter zu werden, unsichtbar oder ungehört bleibt und andere Familienmitglieder sich mit ihren Vorstellungen durchsetzen. Ihr Wünsche bleiben unausgesprochen oder ungehört, während der Partner zum >Familienboten< wird, der die >kanonische Geburtsbotschaft< überbringt. Hier geht es also um die direkten Machtverhältnisse in der Partnerschaft; da werden zuweilen sogar ungeborene Kinder als Machtmittel und Verhandlungsargument eingesetzt, sodass es zu Entscheidungen kommt, die die Beziehung aufrecht erhalten und die Kontinuität sichern. (…)
Dass diese Erfahrung weder gesehen noch verstanden wird, geht auf die gebetsmühlenartige Wiederholung der gesellschaftlichen Botschaft zurück: Frauen, die nicht durch das schwanger werden, was man gemeinhin unter Vergewaltigung (also körperlicher Gewaltanwendung) versteht, wurden es aus freier Entscheidung, nach ihren Wünschen und Vorstellungen. (…)
Frauen willigen gegen ihren Willen ein, wenn sie zu gegebener Zeit gezwungen sind, pragmatisch zwischen einer aus ihrer Sicht schlechten Option – schwanger werden und ein Kind bekommen – und einer noch schlechteren Option wählen müssen, nämlich Scheidung oder Obdachlosigkeit, Schmähung durch die Familie oder die Gemeinschaft oder finanzielle Abhängigkeit.“

 

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Mutterschaft ist keine Privatsache. Mütter stehen permanent und restlos in der Öffentlichkeit. Tagtäglich bekommen Mütter zu hören, dass sie alles, was eine Mutter braucht, von Natur aus mitbringen und somit instinktiv wissen, was zu tun ist. Doch gleichzeitig wird ihnen von der Gesellschaft genau vorgegeben, wie sie die Beziehung zu ihren Kindern zu gestalten haben, um als „gute Frau“ und „gute Mutter“ zu gelten, also als Mensch und als moralische Instanz.
Dabei schreibt das gängige Modell, das das öffentliche Bild von einer Mutter in heutigen westlichen Gesellschaften prägt, die Versorgung der Kinder fast ausschließlich der Mutter zu. Dieses vorherrschende Modell verlangt von Müttern, sich vollständig auf ihr Kind zu konzentrieren, sich emotional-kognitiv einzubringen und eine zeitaufwändige Betreuung zu leisten. Diesem Bild zufolge sind Mütter von Natur aus aufopfernd, arbeiten fortwährend an sich, um immer besser zu werden, und widmen sich mit endloser Geduld derart ergeben der Fürsorge anderer, dass sie darüber beinahe vergessen müssen, dass sie selbst auch noch eine Persönlichkeit und eigene Bedürfnisse haben. (…) Dieser Erwartung zufolge liebt die „gute Mutter“ jedes ihrer Kinder bedingungslos und ohne Einschränkung (sonst ist sie „unmoralisch“); sie ist anmutig wie eine Madonna, wenn nicht sofort nach der Geburt, dann wenigstens mit den Jahren; und wenn eine Mutter auch nicht auf Rosen gebettet ist, so ist es für sie doch Ehrensache, die Strapazen, die ihre Lage nun einmal mit sich bringt, freudig auf sich zu nehmen, schließlich handelt es sich um ein notwendiges, unvermeidliches Übel auf ihrem Lebensweg. (…)
Es zeigt sich, dass die Reglementierung von Muttergefühlen, wie sie hier deutlich wird, mit kulturellen Vorstellungen von Zeit- und Erinnerungsregelementierungen in Verbindung gebracht wird, denn Müttern wird nicht nur diktiert, wie sie fühlen sollen, sondern auch noch, woran sie sich erinnern und was sie vergessen sollen.“

 

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Während sich viele Mütter in der ersten Zeit nach der Geburt unterschiedlichen Herausforderungen gegenübersehen, die nach und nach weniger werden können, wenn sie die Situation zum Besseren entwickelt, beschreibt Reue eine emotionale Haltung gegenüber der Mutterschaft, die sich im Laufe der Zeit nicht ändert und auch nicht bessert. (…)
Es gibt zahlreiche Zeugnisse darüber, dass die Mutterschaft die physische und mentale Gesundheit von Freuen beeinträchtigen kann: Krankheiten, Depressionen, Erschöpfung, emotionale Krisen, körperliche Schäden und der Verlust des gesellschaftlichen Status sind nur einige Beispiele für die Erfahrungen, die Frauen sogar noch Jahre nach der Geburt ihrer Kinder machen. Doch obwohl diese Zusammenhänge schon seit geraumer Zeit bekannt sind und ständig um neue Erkenntnisse dazu erweitert werden, sind sie nicht in der Lage, die mythische Vorstellung zu untergraben, dass Mutterschaft – selbst wenn sie mit einer Krise beginnt – irgendwann unvermeidlich zur Anpassung und letztlich zu einem Happy End führen wird. (…)
Mütter bleiben zu Hause, Väter können gehen, wann immer sie wollen.
>Väter spüren die Anstrengungen, aber bei ihnen ist es noch viel akzeptierter, dass sie die Flucht antreten. Studien belegen, dass Väter nach der Geburt eines Kindes plötzlich deutlich mehr Überstunden machen und sich neue Hobbys suchen – um abends und am Wochenende möglichst wenig verfügbar zu sein. Das betrifft natürlich nicht alle. Aber sie spüren, wie anstrengend es ist, wenn da plötzlich ein Kind ist. Sie versuchen, sich selbst rauszunehmen. Das ist sozial akzeptiert. Wenn die Mutter hingegegen sagt: „Ich mache heute Yoga , morgen gehe ich mit Freundinnen etwas trinken“ – da würde sich jeder wundern, was mit der los ist.< „

 

 

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Maritime Blumenarrangements für einen herbstlichen Abend anfertigen

Herbstabend

 

Zu einem Abendessen bei herbstlich-maritimer Atmosphäre habe ich eingeladen.
Von der Tischdecke und den Muscheln darauf hin zum Fotodruck an der Wand und den Wimpeln in den Zweigen atmete die Gestaltung Küstenstimmung. Auch die selbstgenähten Kissen fügten sich ins Thema. Mit Kürbissen, Dahlien und warmem Apricot als Hintergrundfarbe trat der Herbst auf.

 

Herbstabend 2

 

Auf jedem Teller stand ein Glas, gefüllt mit einem Gesteck, das beide Themen miteinander verband: Herbstliche Blüten und Zweige mit grauen Steinchen (wie am Strand) und fröhlichen Wimpeln.

 

Anleitung Gesteck
Dazu schnitt ich Steckmasse so zurecht, dass sie in die Gläser passte. Dabei portionierte ich den Blumensteckschaum so, dass rund herum noch Platz zum Glas blieb. Die Steckmasse wird korrekt gewässert, indem sie im Waschbecken schwimmen gelassen wird, bis die Steckmasse sich eigenständig vollgesogen hat und nach unten sinkt. Anschließend aufrecht im Glas platzieren und den Sand (oder die kleinen Steinchen) in den Zwischenraum zwischen Steckmasse und Glaswand rieseln lassen. Bis zum Rand der Steckmasse auffüllen und eine dünne Schicht Sand auf der Steckmasse verteilen. Bis zum Glasrand muss noch Platz bleiben!
Nun Blätter von Efeu, Galax, Heuchera oder Farn in die Steckmasse stecken, um die Oberfläche teilweise zu bedecken, anschließend mit Blumen und Beerenzweigen weiter füllen. Dabei im Zentrum der Steckmasse etwas Platz lassen, um die lange, dünne Kerze zu platzieren.
Papier in Streifen schneiden, um einen Schaschlickspieß falten und festkleben. Das Ende des Papierstreifens spitz einschneiden, damit ein Fähnchen entsteht. Den „Fahnenmast“ ebenfalls ins Gesteck einfügen.

 

Herbstabend 3

 

Die Gestecke lassen sich als Gastgeschenk wunderbar mitnehmen und halten viele Tage, wenn sie zu Hause etwas gewässert werden.

 

Herbstabend 4

 

To create these floral arrangements you will need floral foam, flowers, leaves and berries, a glas and sand or gravel. Measure the floral foam in pieces, so it may fit into the glas. After cutting the foam, enough space around the floral foam has to remain, so you can fill sand between the foam and the glas. Soak the foam in the sink until it´s wet and heavy. Put the piece of foam into the glas, pour sand around the foam until it covers the foam.
Now you can insert flowers, leaves and twigs. At last you may add a long, slim candle and a handcrafted flag for the maritime spirit…

 

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