aufmerksam, feminin, kreativ

Billig und schön: Gemütlichkeit und Farbtupfer mit Kissen

Wer sich kostengünstig, aber dennoch individuell und gemütlich einrichten möchte, findet in meiner Serie viele Tipps und Tricks. Für alle, die gerade in ihre erste Wohnung ziehen, jeden Cent für ihren Hauskredit brauchen oder so wie ich ständig umdekorieren, versammle ich seit einigen Wochen einfache Ideen für eine kreative Einrichtung.
Heute: Gemütlichkeit und Farbtupfer durch wechselnde Kissenhüllen.

Das Lippenkissen oben nähte ich aus einer abgeliebten Bluse, das bunte Farbklecks-Kissen aus einer Tunika, die ich doch nicht so gern trug. Aus einer Bluse fertigte ich das weiche Schmetterlingskissen an, und das interessante Strickmuster auf dem Kissen dahinter stammt von einer weiten Strickjacke.

Auch das blaue Kissen auf dem linken Sessel entstand aus einem Pullover. Wer Vorhandenes umarbeitet, spart sich das Geld von Neuanschaffungen und schenkt neuen Nutzen.

Aus den Stoffresten, die beim Nähen übrig bleiben, lassen sich farblich passende Servietten nähen. Hier wird wirklich nichts verschwendet!

Aus meiner Serien „Billig und schön einrichten“: Dekorieren mit kahlen Ästen, Geschenkpapier als Poster verwenden, originale Kunstwerke aufstöbern, Kleidung als Dekoration einsetzen.

Verlinkt mit Sonntagsglück und ein kleiner blog.

aufmerksam, glaubhaft

Kerzen anzünden und Steine schmeißen: Spirituelles Experiment mit Senioren


Experimente im Beruf wagen: Eine kluge oder riskante Idee?
Bereits Ende des letzten Jahres hatte ich den Vorschlag, in das Monatsprogramm Januar in der Senioren-Residenz ein „spirituelles Experiment“ aufzunehmen. Ich plante eine „Andacht ohne Andacht“, einen interaktiven Nachmittag unter dem Motto „Mit Gottes Segen ins neue Jahr“. Da der Träger nicht christlich, sondern rein kapitalistisch arbeitet, war es ein großes Glück, dass ich mit meinem Vorschlag Gehör fand. Ich darf zu allen Anlässen und Themen Treffen leiten, nur „kirchlich“ soll das Ganze bitte nicht sein. War´s ja auch nicht, sondern ein spirituelles Experiment…

In der Bibliothek breitete ich auf dem großen Tisch lauter Kalenderblätter mit Naturmotiven und Bildern von Wegen aus. Zwei Fragen des Nachmittags waren „Woher komme ich?“ und „Wohin gehe ich?“
Wir hörten das Lied „Wie ein Fest nach lange Trauer/ So ist Versöhnung“ und zündeten Kerzen an: Für Menschen, die wir vermissen, die uns fehlen, die wir lieben oder von denen wir im letzten Jahr Abschied nehmen mussten. Da flossen natürlich Tränen, aber ich war wie immer mit einer tröstenden Umarmung gleich zur Stelle.

Die Steine auf dem Tisch dienten dazu, sie fest in die Hand zu nehmen und dabei an alles Belastende, das wir loswerden wollen, zu denken:

  • Welche Meinung über mich selbst möchte ich ablegen?
  • Welche Vorwürfe (innere und von anderen Menschen) möchte ich hinter mir lassen?
  • Womit möchte ich meinen Frieden machen?
  • Was brauche ich, damit ich aus tiefstem Herzen glauben kann, dass Gott es gut mit mir meint?

Dann warfen wir sie nacheinander in einen blauen Eimer, der „das tiefste Meer“ symbolisieren sollte, frei nach dem Propheten Micha in der Bibel:
Er wird sich unser wieder erbarmen, wird unsere Ungerechtigkeiten niedertreten; und du wirst alle ihre Sünden in die Tiefen des Meeres werfen.“ (Micha 7,19)
Ich ermunterte die Damen, die Steine mit Schmackes in den Eimer zu pfeffern und innerlich wirklich loszulassen. Außerdem erinnerte ich an die Geschichte von Corrie ten Boom, die sagte, dass Gott alle unsere Fehler an der tiefsten Stelle des Ozeans versenkt und eine Boje darüber befestigt, auf der steht „Fischen verboten!“.

Nach einem Körpergebet, einer Psalm-Meditation und dem Klassiker „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ brachen wir wieder in den Alltag auf.

Im Gespräch mit losen Bekannten äußerte ich meinen Verdacht, dass ich die Seniorinnen überfordert hatte. Ich wollte die einmalige Situation zur Gänze ausnutzen und hatte in meinen Ablauf noch ein Gebet und noch ein schlaues Zitat und noch einen Segen extra gepackt (Viel mehr, als hier dargestellt). Erst nach anderthalb Stunden waren wir fertig, und ich fragte mich, ob ich es vielleicht etwas zu gut gemeint hatte. Ich fand es sehr erleichternd, von zwei unabhängigen Gesprächspartnerinnen zu hören, dass sie sich nicht vorstellen könnten, wie ich jemanden überfordern sollte. Klar, sie waren nicht dabei gewesen, aber ich fand es eine schöne Rückmeldung, dass mir selbst lose Bekannte aus der Gemeinde nicht zutrauen, dass ich in meinen Gruppenstunden jemanden an die Grenzen der Aufmerksamkeit bringe. Insofern behält ein Experiment immer einige Unsicherheiten, sowohl in der Vorbereitung als auch in der Durchführung und Reflektion im Anschluss. Aber es hat sich gelohnt!

aufmerksam, kreativ

Ideen für Adventskalender oder ein Adventspäckchen zum Verschicken

Wer möchte im Advent einem lieben Menschen eine Freude machen?
Und wer möchte für ein Überraschungspäckchen rechtzeitig gute Ideen sammeln, damit alles besorgt und zusammen verschickt werden kann?
Zwischen den herrliche Äpfeln „Roter Mond“ aus den Vierlanden arrangiert, zeige ich sinnvolle und günstige Einkaufstipps zum Füllen eines Überraschungspakets oder Adventskalenders:
– Mehrere Teebeutel, einzeln verpackt. Wer schlau ist, kauft eine große Teepackung einer interessanten Sorte und bestückt gleich mehrere Adventspakete damit. Was übrig bleibt, trinken wir morgens oder zu einem Päuschen am Nachmittag einfach selbst…
– Ein Erkältungsbad, um gut durch den Winter zu kommen
– Müsliriegel für lange Arbeitstage oder Ausflüge
– Brausepulver, um trübe Tage aufzupeppen
– Für ältere Mitmenschen sehr geeignet: Fußmaske gegen trockene Winterfüße. Jüngere freuen sich stattdessen über eine belebende Gesichtsmaske zum Entspannen am Abend
– Ein Mini-Lebkuchen für Tage, an denen wir uns ein Stück Kuchen wünschen, aber der Bäcker schon geschlossen hat. Oder wir gerade auf gar keinen Fall noch einmal aus dem Haus wollen…
– Eine kleine Fingerpuppe wie der Schneemann oder ein Kuscheltier für diejenigen, die gerade ein bißchen Trost gebrauchen können
– Winzige Schokoladenengel als himmlischen Gruß
– Eine Packung Nussmischung, wenn das Gehirn einen gesunden Extraschub Nährstoffe braucht

Alles zusammen passt locker in einen Briefumschlag. Jetzt fehlt nur noch eine liebe Karte, und ab die Post!

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aufmerksam, Gäste & Feste, kreativ

Zu Hause einfach kurz ans Meer setzen: Maritime Tischdekoration

Der Wochenmarkt quillt über vor lauter Himbeeren, Johannisbeeren, Blaubeeren und Kirschen. Mit einer maritimen Tischdekoration laden ich zum sommerlichen Genuss ein.


Blau-weißes Service und Glasschalen in Fisch- und Muschelform sorgen für einen stimmungsvollen Rahmen. Kleine Sammelteller mit dänischen Sehenswürdigkeiten stimmen auf den Urlaub ein.

Auf jedem Platz liegen ein grüner Zweig, eine perlmuttglänzende Schnecke und eine Praline als Willkommensgruß. Die Servietten sowie die Kissenhüllen auf der Teakbank habe ich selbst genäht.


Weiße Hortensie wirkt duftig und elegant, sie fügt sich harmonisch in die Tischdekoration ein. Seit wir letztes Jahr überall in der Bretagne die Hortensien rund um alte Steinhäuser an der Küste bewundert haben, erinnern sie mich ans Meer.

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Atemfreude, aufmerksam

Lebenslustig bewegen und den Atem vertiefen: „Atemfreude“ wird ein Buch!

Manchmal helfen nur Pralinen: Harte Zeiten fordern harte Maßnahmen!
Das Manuskript über mein Konzept „Atemfreude“ wächst zu einem echten Buch heran. So viele Kapitel und Praxisanleitungen habe ich inzwischen zusammen, dass ich mich dringend nach einem Verlag umsehen will. Seit ich weiß, was alles nötig ist, um eineN LektorIn mit einem professionellen Angebot zu überzeugen, habe ich Herzrasen. Dagegen hilft ein knallhartes Arbeitspensum, und als Weichzeichner für das gestresste Gehirn versuche ich gerade Pralinen. Als Selbstmedikamentierung. Schlägt ganz gut an, mal gucken, wie die Spätfolgen aussehen…. 😉

Als Erstautorin muss ich mich natürlich besonders ins Zeug legen, um meine Expertise glaubhaft darzustellen. Zwei veröffentlichte Artikel über das Konzept in der Presse und Platz 5 auf der Hitliste der meistgeteilten Therapiematerialien bei madoo.net sind ein netter Anfang. Aber es muss mehr geben, um Interesse bei den LektorInnen zu wecken!
Also bat ich meine SeniorInnen gestern im Anschluss an die „Atemfreude“, mit zwei Sätzen ihre Meinung über das Angebot festzuhalten. Gerne anonym, damit es rechtlich übersichtlich bleibt. Ein Großteil der 23 Damen und Herren war von der Bitte erstmal überfordert, aber mir wurden reichlich positive Kommentare versprochen.
Mal gucken, wie viel Gewicht die Meinungen von begeisterten Teilnehmenden für einen Verlag haben…

aufmerksam

Reisebericht: Ausflug von Dublin nach Howth

Dublin erleben macht Spaß, die pulsierende Stadt strengt die erholungsbedürftigen Reisenden aber auch an. Damit sich im Urlaub Augen und Ohren nach dem Trubel endlich entspannen können, fahre ich gern raus ins Grüne. So zum Beispiel mit der DART-Bahn auf die Halbinsel Howth.
Am Wochenende findet schräg gegenüber des Bahnhofs der „Farmersmarket“ statt, der diverse Buden mit Würsten, Kuchen usw. bietet, nur keine bäuerlichen Produkte. Um sich für ein Picknick einzudecken liegt er günstig auf dem Weg…

Rechts am Farmersmarkt entlang, quasi ein Stück der zuvor gefahrenen Bahnstrecke rückwärts gehend, biegt kurze Zeit später der Weg zum Castle ab. Vorbei an einer alten Dorfkirche steigt der Weg bergauf zum Castle und weiter zum Golfplatz. Rechts am Clubhaus vorbei betreten wir nach wenigen Schritten eine verwunschene Welt: Den Urwald von Howth, selbst im März grün und üppig.

Erste Rhododendren blühen in luftigen Höhen, riesige Palmen und haushoch wuchernde Farne säumen den schmalen, feuchten Weg. Wir rutschen den matschigen Pfad entlang und folgen den Geräuschen des gluckernden Wassers.

Kleine Bäche plätschern und glitzern im Sonnenlicht, kurz darauf entdecken wir ein altes Grab. Zusammengebrochen unter der Last der Jahrhunderte…

Durch Pinien, Kiefern und Rhododendren steigen wir bergauf und klettern um Felsen, bis wir plötzlich im Sonnenschein zwischen blühendem Ginster auf der Kuppe stehen.

Von einer Bergkuppe zur nächsten laufen wir durch Heide und Ginster, bis wir zum Küstenwanderweg bergab steigen. Einmal auf dem Küstenweg gelandet, brauchen wir ihm nur noch Kilometer für Kilometer um die Klippen von Howth bis in den Ort und zum Hafen folgen.

Vorbei am Leuchtturm und steil abfallenden Felsen betrachten wir kreischende Möwenkolonien, die auf halber Höhe nisten. Weit unter uns am Meeresufer laufen Menschen am Strand entlang und suchen Spuren des Wasserfalls, der über ihnen von der Klippe rinnt.

Mit der Abendsonne kommen wir im Hafen an und schauen über die Ruine von St. Mary auf die Segelboote.

Im Hafenbecken tauchen immer wieder zwei Kegelrobben auf, während wir die Kaimauer entlang Richtung Leuchtturm laufen. Und dann zurück zum Bahnhof umkehren, um gemütlich mit der DART wieder zurück in Dublins City zu fahren.

Ideen für Dublins Innenstadt und wunderschöne Parks habe ich hier vorgestellt. In Kürze folgt der dritte Teil: Dublin kulinarisch.
Und hier geht es zum Powerscourt Castle.

aufmerksam, feminin, Gäste & Feste

Zwei wunderbare Bücher über Gastgeberinnen und ihre Geheimnisse

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In den Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr ist Schmökern eine der schönsten Beschäftigungen, finde ich. Zwei wunderschön bebilderte Bände möchte ich hier vorstellen:
Manuela von Perfalls Buch „Willkommen bei großartigen Gastgeberinnen“ stellt interessante Frauen und ihre Art der Gastfreundschaft vor. Wie leben sie, wie gestalten sie ihren Alltag, wie zelebrieren sie Feste? Welche Gestaltungsideen teilen sie und welche Traditionen haben sie entwickelt? Sehr anschaulich und abwechslungsreich!

Das zweite Buch ist vorrangig ein Bildband. „Gäste empfangen“ von Nathalie Soubiran und Karine Villame zeigt diverse Esszimmer und Tischdekorationen. Auch attraktiv eingerichtete Wohnküchen und Sitzplätze im Freien werden vorgestellt. Sehr französisch, nicht für jede Leserin alltagstauglich, aber schön anzusehen…

aufmerksam, kreativ

„Frau Krüerke, kann ich noch mal den Grabbel-Beutel haben?“

 

Vor Kurzem war das wöchentliche Montagsprogramm, das grundsätzlich meine Aufgabe ist, ein Experiment. Die Abteilungsleitung hatte „Quiz- und Ratespiele“ im Hauskurier angekündigt. Natürlich musste der Montagnachmittag mit Quiz deutlich anders gestaltet werden als der Donnerstagvormittag mit dem Gedächtnistraining, auch wenn die gleichen Aufgaben für beide Formate denkbar gewesen wären. So stand ich vor der Herausforderung, dem Titel einerseits zu entsprechen und andererseits etwas auf die Beine zu stellen, was es in dieser Form sonst nicht im Programm gibt. Schnell war klar, dass ich das Ganze spielerisch mit deutlichem Schwerpunkt auf Wahrnehmungsaufgaben anlegen würde.
Nur: Fitte, eloquente, wohlhabende SeniorInnen und Wahrnehmungsspiele?!
Sie würden wohl kaum mit den Händen in eine Wanne voller trockener Bohnen abtauchen und nach Playmobilfiguren suchen. Oder ähnliche Späße, die ich als Therapeutin mit Kindern gern veranstaltet habe.
Dennoch wagte ich den Sprung ins kalte Wasser, erstellte eine Konzept und wartete die Reaktionen der TeilnehmerInnen ab. Hätte mich vorab jemand gefragt, was genau wir bei den Ratespielen machen, und hätte ich verraten, was ich vorbereitet hatte – niemand wäre gekommen. Aber so folgten sie der harmlos klingenden Bezeichnung des Nachmittagsprogramms und wurden gründlich überrascht 😉 .
Wie immer ging es damit los, dass mir auf meinem Stammplatz kräftig auf die Pelle gerückt wurde. Dass Kinder mir am liebsten auf den Schoß kriechen, um möglichst dicht am Geschehen zu sein – total normal. Aber SeniorInnen? Völlig egal, wie viel Platz ich für die Materialien brauche, wir enden immer ziemlich eingekeilt…
Ich fing harmlos mit einem Dutzend Quizfragen zum Allgemeinwissen an – so weit so vorhersehbar. Als nächstes gab ich einen Beutel herum, in dem diverse kleine Alltagsgegenstände ertastet werden sollten, natürlich nur mit einer Hand und ohne hinein zu schauen. Ich hatte erwartet, dass mich an dieser Stelle die ersten tödlichen Blicke treffen und die Empörung um sich greift, „was für Albernheiten“ ich von ihnen verlange. Aber nein, alle wurstelten mit ihren Händen eifrig im Beutel herum und gaben ihrer Nachbarin Tipps, was ich mit gespielt-böser Stimme unterbrechen musste.
Während der Beutel links herum durch den Raum wanderte, gab ich rechts herum eine Kinderzeichnung (aus dem Internet) weiter. Die Aufgabe dazu lautete, zu erraten, wie der Titel des Bildes heißen könnte. Eigentlich war es nur eine offensichtlich wildgewordene, fauchende Katze mit Buckel und gesträubtem Fell als Buntstiftzeichnung. Die Interpretationen reichten vom „Gestiefelten Kater“ bis hin zu „Das Vieh trägt einen Tannenbaum auf dem Rücken“: Auch diese, eigentlich simple, Aufgabe fand reißenden Absatz. Selbst diejenigen, die es noch gar nicht gesehen hatten, erklärten mir bereits, was darauf zu sehen sei. Am Ende beider Runden ließ ich aufzählen, was im Beutel ertastet wurde, und zog den jeweils genannten Gegenstand zum Zeigen heraus. Der Titel des Bildes wurde ebenfalls lautstark ausdiskutiert, sodass ich mich langsam etwas entspannen konnte und guter Hoffnung war, dass die anderen vorbereiteten „Albernheiten“ auch auf fruchtbaren Boden fielen.
Nun teilte ich ein Labyrinth und Bleistifte aus, um wieder etwas klassischer die Erwartungen an die versprochenen Ratespiele zu erfüllen.
Auch Scherzfragen hatte ich gesammelt, ausgedruckt und daraus Karten gebastelt: Auf der einen Seite die Scherzfrage, auf der Rückseite die Lösung. Ich fragte, wer Lust hätte, eine der Fragen vorzulesen und anschließend die Lösung mit der Gruppe zu teilen. Normalerweise üben sich alle in hanseatischer Zurückhaltung, aber jetzt streckten sich viele Hände in die Luft, um eine Karte abzubekommen. Damit auch die Schwerhörigen mitraten konnten, musste ich manchmal die zu leise vorgetragenen Fragen wiederholen. Sonst schafften sie es ganz allein, sich gegenseitig zu erheitern. Auch Fragen, deren Antwort nicht ganz so damenhaft waren (Was bekommt ein Engel, der in einen Misthaufen fällt? -Kotflügel), trafen auf große Begeisterung.
Anschließend erklärte ich die nächste Aufgabe: Mit dem Zeigefinger in großen Buchstaben ein Wort auf den Rücken der Nachbarin schreiben. Dieser wiederum soll den Begriff erraten. Nachdem ich einmal herum gegangen war, um die Paare einzuteilen, damit nicht ständig jemand übrig bleibt und allein sitzt, wurde mir bereits entgegen gerufen: „Frau Krüerke, können wir schon mal anfangen?“ Ich weiß, SeniorInnen sind nicht niedlich, aber ehrlich: Das war niedlich!
Die Zeit gallopierte nur so davon, sodass ich mich den Rätselgeschichten zuwandte. An diesem Nachmittag schienen es die Teilnehmenden besonders zu genießen, etwas vorgelesen zu bekommen, und ich hörte sie förmlich wohlig schnurren. Mit einem Blick in den „Grabbel-Büddel“, wie ich den Tast-Beutel auf hamburgisch nannte, fragte ich in die Runde, ob ich ihn während des Vorlesens noch einmal rum gehen lassen sollte. Schließlich gab es noch jede Menge spannender, unerkannter Gegenstände darin. Völlig begeistert willigten die Damen und Herren ein, was mich wirklich überraschte – ich hätte gedacht, eine Runde sei nett, aber auch genug gewesen. So grabbelten und rätselten wir die letzten Minuten in fröhlicher Eintracht, und ich war wirklich stolz: Auf die SeniorInnen, die sich auf ein für sie ungewohntes Programm eingelassen hatten. Und auf mich, die das Experiment gewagt und souverän geleitet hatte.

 

Hier habe ich Wahrnehmungsspiele für Kinder und Erwachsene gesammelt: Arbeitsmaterial zum Runterladen

aufmerksam, feminin, kreativ

Neue Idee für alte Blusen

Schal und Tasche

 

Bereits vor einiger Zeit verliebte ich mich in zwei Blusen, deren Farben mir wunderbar gefielen. Wer sich mit Jugendstil, Art Déco und Arts and Crafts auskennt, erkennt das Motiv „Erdbeerdieb“ von William Morris (der es ursprünglich für gewebte Teppiche entwarf). Eine derartige Gelegenheit musste ergriffen werden, so nahm ich die viel zu großen Blusen mit.

Jedenfalls hatte ich zuerst vor, die beiden Blusen auseinander zu schneiden, um aus den viel zu großen Größen für mich passende Oberteile zu schneidern. Beim Auftrennen bin ich ganz gut voran gekommen, aber es erwies sich als ein Mammutprojekt. So lag es eine Weile unfertig herum…
Bis ich dachte, ich zerschneide die Blusen komplett und nähe einen Schal daraus. Dabei kombinierte ich beide Blusenstoffe und benutzte jeweils die beiden Vorderseiten beidseits der Knopfleiste sowie die Ärmel. Abwechselnd kombinierte ich beide Stoffe, bis die passende Länge entstand. Nach dem Nähen des Schals blieben so noch die beiden Rückseiten über. Aus der einen Rückseite fertigte ich einen Stoffbeutel, dessen Henkel aus den beiden Hälften der Knopfleiste bestehen. Die andere Rückseite wartet noch auf ihre endgültige Bestimmung…
Einen kleinen Rest werde ich noch zu einer Taschentüchertasche verarbeiten.

Als Idee für Weihnachtsgeschenke, auch für Teens mit wenig Geld:
Die Lieblingsbluse der Tante bzw. das Lieblingshemd des Vaters, die leider zerschlissene Kragen oder Manschetten haben und nicht mehr getragen werden, umarbeiten:
Wie gezeigt in einen Schal oder einen Stoffbeutel, in eine Kissenhülle, eine Laptoptasche, Tassenhüllen für heiße Getränke aus den Manschetten (Ärmelstück am Handgelenk)…
So können die Lieblingsstücke weiter im Alltag benutzt werden und finden einen neuen Zweck.

 

Detail Schal

 

Verlinkt mit CreaDienstag, Meertje, HandmadeOnTuesday und Dienstagsdinge.

aufmerksam, Gäste & Feste

Entspannt Gastgeberin sein: Die Sache mit der Seele

Am Wochenende erlebte ich eindrücklich, was das Fehlen einer Gastgeberin bedeuten kann. Um direkt auf den Punkt zu kommen: Einem Hotel in bester Lage helfen seine fünf Sterne Superior nicht, wenn die Seele des Hauses fehlt. Wenn niemand souverän mit Gastgeberqualitäten auftritt. Wenn die persönliche Ansprache fehlt.

 

Dorint Park Hotel

 

So viele Menschen (mich eingeschlossen) geben sich mit den Vorbereitungen für Gäste die größte Mühe. Ob es nun die liebsten Speisen der Eingeladenen oder das sauberste Wohnzimmer oder der schick dekorierte Garten sind: Wir versuchen, unser Bestes zu geben, unseren eigenen Talenten gemäß. Das finde ich wunderbar.
Wenn es aber in Stress ausartet (eher bei den älteren Mitmenschen) oder in eine Show mündet (eher bei den jüngeren Mitmenschen), hat kein Gast der Welt etwas davon.
Denn was wünschen sich die meisten Personen, wenn sie zu Besuch sind?
Willkommen geheißen zu werden, gute Begegnungen im Gespräch, ein herzliches Miteinander, gemeinsame Unternehmungen.
Das perfekte Menü hilft niemandem, wenn die Gastgeberin ausgelaugt am Tisch einschläft. Die neusten Interior-Trends interessieren niemanden, wenn alle sich anschweigen und langweilen. Gerade aktuell habe ich den Eindruck, dass der Perfektionszwang in den falschen Momenten durchschlägt.
Ebenso schade finde ich es, wenn die Gastgeberin auf der anderen Seite vom Pferd fällt und denkt, ich fände es großartig, mehrere Tage lang „einfach an unserem Leben teilzuhaben“. So nett gemeinsame Mahlzeiten und abendliche Unterhaltungen sind – wenn sich ein Wochenendbesuch darin erschöpft, möchte ich meine Zeit gern anders verbringen. Solange ich diesseits des Rentenalters bin, sind Unternehmungen und Aktivitäten wichtig. Denn einfach nur reden kann man, finde ich, auch am Telefon. Dafür brauche ich nicht quer durch´s Land zu reisen.
Dabei liegt der Schlüssel zum Erfolg wie meistens im Leben darin, miteinander die Erwartungen zu klären. Als Übernachtungsgast brauche kein tägliches Kulturprogramm, bei dem mich jemand an der Hand nimmt. Wunderbar komme ich allein zurecht, wenn mir die Gastgeberin sagt, was vor Ort gerade empfehlenswert ist. Wenn beide Seiten, Gastgeberin und Gast, eine Weile Zeit allein verbringen, finde ich das gerade bei längeren Aufenthalten sehr angenehm. Umso wichtiger ist es, ehrlich mitzuteilen, wie beide sich einen gelungenen Besuch vorstellen.

Ideen, um gemeinsame Zeit erfüllend zu gestalten, habe ich bereits hier versammelt:

Unterhaltsame Familienfeste

Programmideen für Feiern in der Familie ebenso wie in der Firma