aufmerksam, glaubhaft

Mein Leben als Autorin: Power ohne Pause

Am Dienstag saßen wir in unserer Lektüregruppe zu einem Buch über das Thema „Beten“ zusammen und ich lud am Ende die anwesenden Frauen ein, mithilfe der Verlosung meinen ermutigenden Wandkalender für PflegerInnen und BetreuerInnen an betroffene Frauen weiter zu verschenken. Plötzlich war es sehr still im Wohnzimmer der Gastgeberin, und meine Sitznachbarin meinte: „Ich wusste ja gar nicht… also, das kam nie so direkt rüber, du hast das nicht so gesagt…. aber, du schreibst ja richtig professionell!“ Eine andere meinte: „Ja, wenn du mal richtig Erfolg hast, können wir sagen, wir kannten sie damals schon – “ „-als sie ihre Bücher und Kalender noch an diejenigen, die sie am Nötigsten brauchten, verschenkt hat!“ lachte ich.

Fakt ist, dass es ein wahr gewordener Lebenstraum ist, als Autorin zu arbeiten.
Fakt ist aber auch, dass ich das abends, am Wochenende und an freien Tagen tue und mein dadurch erzieltes Einkommen bisher seeeehr übersichtlich ist. Professionell zu schreiben ist, wie so viele Leidenschaften im Leben, super zeitintensiv, aber nicht lukrativ.
Insbesondere, da ich ja nicht nur Manuskripte schreibe und überarbeite, sondern ständig Mails mit meinen Verlagen austausche. Parallel betreibe ich zwei extra Webseiten, um Interesse sowohl an meinem Konzept „Atemfreude“ als auch an meinen kostenlosen Arbeitsmaterialien für die Seniorenbetreuung zu wecken. Letztlich erhoffe ich mir natürlich, dass nach den kostenfreien Downloads der Fachfrauen meine Bücher gekauft werden. Ob das klappt, keine Ahnung – jedenfalls wollen auch zwei Webseiten (und dieser Blog) regelmäßig mit neuen Inhalten gefüttert werden.
Das passiert ebenso unbezahlt wie die Pressearbeit zu meinen Produkten, die Aufnahme von Videos zur Buchvorstellung für den Buchhandel, das Versenden von Rezensionsexemplaren an Fachleute und 38.000 andere „kleine“ Tätigkeiten, die in Summe wahnsinnig viel Zeit fressen.
Auch, wenn ich mit den Verlagsleuten echt gern maile oder am Telefon schnacke und wir miteinander eine gute Zusammenarbeit pflegen – die Nachrichten wollen alle zeitnah beantwortet werden und meine Rückmeldung muss immer sinnvoll und kompetent sein: Nichts, was ich mal eben im Halbschlaf tue.

Seit ich im Urlaub in Rothéneuf/Saint Malo den Auftakt für mein erstes Fachbuch schrieb, hat sich natürlich meine Arbeitsweise gewandelt. Wer mich heute etwas naiv fragt: „Schreibst du mal wieder ein Buch?“ bekommt unter Garantie die Antwort „Ich schreibe immer ein Buch, die Frage ist nur, welches und wie viele parallel!“
Meist sind es übrigens zwei Manuskripte gleichzeitig, oder ein frisch begonnenes Manuskript und die Überarbeitung eines fast fertigen Buchs, das kurz vor der finalen Abgabe an den Verlag steht.
Während ich früher immer sehr konzeptionell und sachlich an meine Buchprojekte ging, erlebte ich es im Februar diesen Jahres das erste Mal, dass Gott mir aus heiterem Himmel ein Thema vor die Füße warf: Freude. Eigentlich war ich vertraglich verpflichtet, ein anderes Buch zu schreiben, dessen Grundstruktur bereits mehrfach überarbeitet worden war. Stattdessen floss, wie ferngesteuert, in nur wenigen Tagen das Glaubensbuch „Wo die Freude wohnt“ in die Tastatur. War ich bisher eine sehr strukturierte, auf die Methodik fokussierte Autorin, erlebte ich es zum ersten Mal, dass „die Muse“ das Ruder übernahm. Oder, in meinem Fall: Der Heilige Geist, denn das, was wie im Rausch und ohne eine Pause aus meinen Fingern floss, war eine göttliche Botschaft an mich und meine Mitmenschen.
Und während das Buch sich jetzt gerade im Druck befindet, ergriff es mich am vorletzten Tag im Urlaub auf der Nordseeinsel wieder und plötzlich hatte ich den Anfang eines neuen Fadens in der Hand: Band zwei entrollte sich wie von Zauberhand vor meinen Augen. Nur blöd, dass es dafür eigentlich zu früh ist: Kein Verlag möchte einen zweiten Teil haben, solange das ursprüngliche Buch noch nicht einmal im Verkauf ist, geschweigedenn die Umsatzzahlen eintreffen. Aber Gott weiß es besser, wie ich in den letzten 37 Jahren gelernt habe, und so schreibe ich einfach. Mit dem Segen des Verlags, der es zwar reichlich früh findet, aber dem Gedanken gegenüber dennoch offen ist.
Als ich so vor drei Wochen mit dem kleinen Tablet in der Hand in der Ferienwohnung saß, meinte mein Mann: „Was schreibst du denn für eine lange Mail?“ Ich antwortete: „Das wird ein neues Buch.“ Er, völlig unberührt: „Ach so.“

Inzwischen ist es praktisch unmöglich, Freundinnen und Verwandten zu schildern, welches Manuskript ich gerade angefangen, beendet, überarbeitet oder als finales Produkt im Buchhandel habe. Absolut niemand hat den Überblick, außer mir selbst. Über die Artikel für Fachmagazine rede ich schon gar nicht mehr, das würde die Konfusion ins Unendliche steigern. Es reicht völlig, wenn ich zwischendurch als Rednerin auf einer Messe auftrete, als Jurorin für einen Wettbewerb teilnehme oder „auf die Schnelle“ einen kompletten Kalender konzipiere.

Kurz: Ja, ich liebe mein Leben als Autorin, das parallel zu meinem Beruf stattfindet.
Nein, wirklich frei habe ich quasi nie.

aufmerksam

Mein Leben als Autorin: Wenn ich nicht schreiben kann, illustriere ich eben

Meine liebste Lektorin ist momentan unglücklicherweise außer Gefecht gesetzt, daher kann ich mein drittes Fachbuch für Seniorenpädagogik leider gerade nicht inhaltlich fertigstellen, redigieren und ins Lektorat schicken.
Da ich Zeit und Lust habe, endlich mal wieder zu malen, beginne ich einfach, das unfertige Projekt zu illustrieren. Entweder habe ich harmlosen Spaß mit dem Tuschkasten, dessen Ergebnisse anschließend in die Tonne wandern, oder ich traue mich, sie dem Verlag vorzustellen.
Eine gute Freundin von mir ist Illustratorin, die werde ich nicht beeindrucken können, und das würde ich mir auch niemals einbilden.
Aber einerseits gibt es immer mehr Zeitschriften, die absichtlich einen „selbstgemachten Look“ tragen und naive Malerei als Grafiken einsetzen.
Und andererseits feiert mein Buch den bewussten, glücklichen Dilettantismus und lädt auf jeder Seite zum Ausprobieren und Mitmachen ein. Wenn die Illustrationen alle perfekt wären, wäre das sogar kontraproduktiv und würde meine Botschaft karikieren. Wenn die Leserin sieht, dass die Autorin freiwillig mittelmäßige Bildchen neben die Praxisanleitungen drucken lässt, hat sie hoffentlich weniger Hemmungen, das Workbook tatsächlich mit eigenen Gedanken zu füllen und anschließend die SeniorInnen zum unperfekten Kritzeln und Schreiben zu verlocken.

Und ansonsten freue ich mich, einfach den Kopf auszuschalten und in Serie zu gehen und mich selbst damit zu überraschen, dass mir gefällt, was ich sehe.
Pupsegal, wen das sonst begeistert: Ich find’s schön. Mein Herz hüpft, wenn ich drauf schaue. Es ist fröhlich und lebendig, und das zählt.
Und das ist in einer überkritischen Gesellschaft wie unserer, wo jeder an allem herum mäkelt, sehr viel wert.

aufmerksam, Presse

Presse: Philosophische Nachmittage mit SeniorInnen gestalten

Über die „Philosophischen Nachmittage“ mit meinen SeniorInnen schrieb ich vor einem knappen Jahr einen Artikel, neulich erschien er in der Fachzeitschrift „Aktivieren“. Unter der Überschrift „Die großen Fragen des Lebens ergründen“ teile ich Anregungen, wie ein tiefgehendes und interaktives Gespräch in der Gruppe entstehen kann. Dabei sind mir Elemente wichtig, die die SeniorInnen eigenständig gestalten können: Sie ziehen Lose mit weisen Zitaten, die sie selbst vorlesen und dazu Stellung nehmen können. Oder halten Gedanken zum Thema „Glück“ auf Kleeblättern fest, die wir zuvor gefaltet und ausgeschnitten haben. Thematisch passende Lieder sorgen dafür, dass auch Menschen mit demenziellen Veränderungen einstimmen können. Die bunten Beiträge der Einzelnen stelle ich am Ende öffentlich aus, sodass über die Themenwand noch viele BesucherInnen ins Gespräch kommen können.
Weitere Anregungen zur praktischen Umsetzung und Lektüre-Tipps finden sich im Artikel.

aufmerksam, glaubhaft, Presse

Mein Gebet „Miteinander unterwegs“ in der Zeitschrift „Lydia“

Heute holte ich von der Post einen großen Karton ab, darin warteten lauter Exemplare der aktuellen Zeitschrift „Lydia“zum Verteilen.  Mitte April erhielt ich die Bestätigung, dass mein Gebet „Miteinander unterwegs“ in der August-Ausgabe erscheint. Mein Text bildet die Rückseite des Covers und ich freue mich sehr über die stimmungsvolle Gestaltung durch die Redaktion. Danke!

Miteinander unterwegs

Öffne mir die Augen, Gott,
damit ich deine Spuren auf dem Weg vor mir sehe.

Öffne mir die Ohren, Gott,
damit ich deine Stimme im Flüstern des Winds höre.

Öffne mir den Mund, Gott,
damit ich im Alltag nach dir frage.

Öffne mir den Geist, Gott,
damit ich mich auf deine Perspektive einlasse.

Öffne mir das Herz, Gott,
damit ich andere unterwegs begleite.

Öffne mir die Hände, Gott,
damit ich unerwartete Möglichkeiten ergreife.

Öffne den Knoten der Sorgen, Gott,
damit ich jeden Tag voll Vertrauen los laufe.

Amen

© Marie Krüerke

aufmerksam, Presse

Mein Fachartikel über Wahrnehmungstraining mit Senioren

Ein Artikel über Wahrnehmungsübungen mit SeniorInnen von mir erschien in der Zeitschrift „Altenpflege Aktivieren“. In der Ausgabe 4/2018  stelle ich für alle Sinneswahrnehmungen Übungen und Spiele vor.

Im zunehmenden Alter verändern sich alle Wahrnehmungsleistungen des Körpers: Während gegen Kurzsichtigkeit eine Brille hilft und Hörgeräte einen großen Teil der nachlassenden Hörkraft mildern, gibt es Sinnesempfindungen, die nur schwer auszugleichen sind. Parallel zur zunehmend eingeschränkten Feinmotorik nimmt der Tastsinn ab, wodurch die Fingerfertigkeit doppelt beeinträchtigt wird. Auch das Riechen und Schmecken verändern sich, was nicht nur ein Verlust von Genuss bedeutet. Beide Sinne haben eine starke Warnfunktion: Wenn es beispielsweise um das Verwechseln von bekömmlichen und ungenießbaren Flüssigkeiten geht oder den Geruch von Rauch einer vergessenen Herdplatte aus der Küche. Natürlich können die nachlassenden und veränderten Wahrnehmungsleistungen nicht komplett kompensiert werden. Aber mit interessanten Spielen entsteht eine neue Aufmerksamkeit den Sinnesempfindungen gegenüber. Die Seniorinnen stellen fest, was ihnen noch gelingt und wie kompetent sie die Aufgabe lösen. Auch das (gesunkene) Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten wird unterstützt. Dabei stelle ich die Wahrnehmungsspiele immer als „Aufgaben“ oder „Rätsel“ vor. Der Begriff „Spiel“ wird von vielen alten Menschen als „kindisch“ abgelehnt. Dabei sind die Aufgaben eine sehr effektive Art des Gehirntrainings, denn alle Sinneswahrnehmungen werden erst im Hirn verarbeitet und erhalten hier ihre Bedeutung!


Nach einer grundlegenden Einführung über den Sinn und Zweck von Wahrnehmungsübungen präsentiere ich Spiele für´s Sehen, Hören, Fühlen, Riechen und Schmecken.

aufmerksam, feminin

Zur heutigen Bundespräsidentenwahl: Über Deutschlands First Ladies

Nachdem es heute im Fernsehen ständig um die Wahl des neuen Bundespräsidenten ging, möchte ich den Blick auf die deutschen First Ladies richten. Bei Phoenix ist eine zweiteilige Dokumentation über die Frauen an der Seite der Bundespräsidenten zu sehen. Wer die Sendetermine verpasst, kann sich die Reportage auch (in deutlich schlechterer Qualität) bei Youtube anschauen.
Viele relevante soziale Angebote wie das Müttergenesungswerk, Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, Aufklärung und medizinische Hilfe für Krebskranke, Tagesstätten für SeniorInnen usw. gehen auf die Initiative der First Ladies zurück.
Wir halten diese Errungenschaften heute für völlig selbstverständlich. Dabei haben wir den Damen im Hintergrund, die ihre intensive Arbeit bis heute ehrenamtlich tun, viel zu verdanken.