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Buchempfehlung: „Frauen und Kleider. Was wir tragen, was wir sind.“

„Es ist wunderbar, eine Frau zu sein, wenn man jung und dünn ist und Männern gefällt. Ansonsten gibt es nicht so viel Wunderbares daran. Uns wird gesagt, dass wir sexy sein sollten und dass wir ohne Kinder keine erfüllten Frauen seien, aber sie unter vernünftigen Bedingungen aufzuziehen, ist praktisch unmöglich. Es scheint zum Wesen des Kapitalismus zu gehören, dass Frauen vermittelt wird, dass sie in einer Tour versagen. Jede Entscheidung ist eine falsche Entscheidung.“
Christen Clifford in „Frauen und Kleider. Was wir tragen, was wir sind.“

 

 

Wer jemals Lust hatte, ein Buch darüber zu lesen, wie Frauen ihren Körper erleben und was sie warum anziehen, sollte zu diesem Kunstwerk greifen. Es sieht auf den ersten Blick aus wie ein Buch, tatsächlich versammeln sich darin Gedanken, Ideen, Sammlungen, Interviews, Meinungsschnipsel und Alltagsfotos. Es geht dabei nicht um Mode und nicht um Schönheit im klassischen Sinn, sondern um die Persönlichkeit jeder einzelnen Frau und ihr Leben. Dabei hat mich überwältigt, wie viele dieser Frauen berichten, vergewaltigt worden zu sein und wie viele täglich Sexismus und blöde Sprüche erleben. Wer bunte Bilder und fröhliche Sommerkleidchen sehen möchte, sollte eine Zeitschrift kaufen. Wer an einem ehrlichen Blick interessiert ist, wie Frauen zwischen dem Blick von außen und dem Gefühl im Inneren versuchen, den Ansprüchen anderer und sich selbst gerecht zu werden, ist hier richtig.

„Für mich erledigt sich seither ein gewisses Maß an Nervosität und Scham, was das Anziehen angeht. Jeden Tag sehen wir Tausende von Bildern: Das sind Sachen, die ihr toll finden müsst, Sachen, mit denen ihr eure Komplexe und Makel kaschieren könnt, denn ihr dürft nicht zugeben, dass ihr euch irgendwie unwohl fühlt. Unser Buch ist ein riesiges Eingeständnis. Vielleicht bringt es den Leserinnen ein wenig Erleichterung.“
Leanne Shapton, Herausgeberin

 

 

„Auf einem Flug habe ich mal eine ältere Frau kennengelernt, und wir kamen ins Gespräch. Ich sagte ihr, wie sehr mir ihr Outfit gefalle, an das ich mich im Detail gar nicht erinnern kann, aber von dem ich noch genau weiß, dass es ganz fabelhaft war. Sie dankte mir und sagte: „Jeder Tag, an dem ich aufwache und feststelle, dass ich nicht tot bin, gibt mir die Gelegenheit, zu sagen >Scheiß drauf<. Also ziehe ich mich so an.“
Fatima G.

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Freundinnen-Tag: Glitzergürtel nähen

 

Diese einfachen und sehr effektvollen Glitzer-Gürtel liebe ich!
Weil sie schnell und leicht genäht sind, ist der Glitzer-Gürtel für den „Freundinnen-Tag“ eine kreative Idee zum Selbermachen. Jede kann nach eigenem Geschmack werkeln und als Gemeinschaftsaktion macht es umso mehr Spaß.
Einfach elastisches Paillettenband vom Meter kaufen, den Taillenumfang messen und ein Stück Paillettenband in passender Länge abschneiden. Die beiden Enden des Bands zusammen nähen, lose Fäden sichern und abschneiden. In den Glitzergürtel schlüpfen und damit lose Cardigans oder flatterige Oberteile einfach und sexy auf Taille bringen!

 

 

Wer kein Glitzer mag, kann auch einen Stoffstreifen falten, zu einem Band nähen und ein Ende mit einer Schleife verzieren. Darunter wird ein Druckknopf angebracht, auf der anderen Seite des Gürtels ebenfalls. Für die Schleife wird ein Stück des Stoffs mittig gerafft auf dem Gürtel festgesteppt.

Die Einladung zum Freundinnen-Tag sowie die Dekoration habe ich hier vorgestellt.

 

 

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Loop-Schal aus Lieblingsresten

 

Vor einigen Jahren kaufte ich second-hand eine traumhafte Bluse meiner Lieblingsmarke. Da sie mir um viele Größen zu groß war, verarbeitete ich sie: Erst peppte ich damit einen Rollkragenpullover auf, nun nähte ich aus den Ärmeln und der Schulterpasse einen Loop-Schal. Er ist wiederum mit den Resten des weinroten Nickys gedoppelt, die beim Shirt mit dem Knopf-Ausschnitt überblieben.
Durch den Nicky innen ist der Loop kuschelig warm, dank des geblümten Stoffs außen wirkt er sehr dekorativ.

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Der Weg zum alltagstauglichen und individuellen Kleidungsstil

Der neuste Hit in meinem Kleiderschrank: Pailletten

 

Neulich war ich mit einem blöden Infekt krank und hatte so sehr viel Zeit zum Lesen und Fernsehen – für alles andere war ich viel zu schlapp.
Dabei stolperte ich über eine Sendung, in der Frauen auf der Straße angesprochen wurden, ob sie Lust auf ein professionelles Styling hätten: Mit modischer Kleidung, neuer Frisur und Profi-Make-up.
Die beiden englischen Ladies, die die Frauen ansprachen und berieten, sahen selbst natürlich immer perfekt aus. Sie trugen nie Regenjacken oder wetterfeste, bequeme Schuhe (so wie ich hier in Hamburg sehr häufig). Radfahren bei ständigem Wind brauchten sie auch nicht. Inwieweit die Damen als Vorbild für meine eigene Realität taugen (und die der meisten Leserinnen), ist also stark anzuzweifeln. Keine Ahnung, wie sie in England klarkommen, vielleicht fahren sie ständig Taxi und halten sich nur drinnen auf…
Dass ein professionelles Styling großartig aussieht, aber für die meisten Frauen im Alltag utopisch ist, darüber schrieb ich hier schon einmal.
Dennoch breitete sich während des Zuschauens eine Unzufriedenheit mit dem Inhalt meines Kleiderschranks in mir aus. Naheliegender Weise, denn wessen Kleiderschrank beinhaltet nur Lieblingsstücke und traumhafte Klamotten, die vorteilhaft und alltagstauglich zugleich sind? Die meisten von uns haben jede Menge Pullis und Hosen, die in Ordnung sind, aber nicht großartig. Kann man anziehen, würde uns aber niemand aus dem Wäschekorb stehlen. Oder, was sagt eure Realität?
In den letzten Monaten habe ich viel ausgemistet, damit der Anteil der Lieblingsstücke deutlich höher ist als die Anzahl der sogenannten „Basics“ (wie klassische Jeans, einfarbige Baumwoll-Shirts, schlichte Strickjacken usw.). Auf diese Weise bin ich viel losgeworden, das mich nicht mit Freude erfüllt, wenn ich es aus der Schublade hole. Aber woher die wunderbaren Kleidungsstücke nehmen, die ich stattdessen im Kleiderschrank haben will?

 

 

Für alle, die mit mir ihren „Traum-Kleiderschrank“ verwirklichen wollen,
überlegte ich mir neun Anregungen:

1.) Wie möchte ich wirken?
Was passt zu meiner Persönlichkeit und meiner Figur?
Sportlich, feminin, durchsetzungsstark, fröhlich, leger, romantisch, elegant, sexy?
Welche Schnitte gehören dazu? Welche Materialien passen, um den Eindruck von mir darzustellen, den ich mir wünsche? Gibt es ein Motto, mit dem ich meinen Stil griffig beschreiben kann?

2.) Welche Materialien gefallen mir?
Baumwolle, Viskose, Wolle, Leinen, Seide, Materialmischungen, Kunststoffe?
Wie soll die Kleidung sich anfühlen?
Weich, fließend, flauschig, fest, glänzend, robust, strukturiert, glatt, zart?

3.) Welche Farben stehen mir? Welche Töne mag ich?
Sind die Farben, die mir gefallen, auch die gleichen, in denen ich gut aussehe?
Manche Frauen lieben kräftiges Orange, würden aber in kühlen Farben mit hohem Blauanteil viel frischer und gesünder aussehen. Dann darf das Orange jenseits der Kleidung in der Wohnung als Wandfarbe oder Bettwäsche seinen Auftritt haben.
Andere Frauen fühlen sich grundsätzlich zu dick und verhüllen sich in unförmigen, schwarzen Kleidungsstücken. In einer typgerechten Farbe und schmeichelnden Schnitten wird oft eine wunderbare weibliche Figur unter dem „Versteck“ sichtbar.
Hier lohnt es sich, Freundinnen um Rat und Rückmeldung zu bitten oder eine professionelle Farbberatung auszuprobieren.

4.) Welche Schnitte stehen mir? Wie sind meine Proportionen?
Welche Körperbereiche möchte ich ins Blickfeld rücken, welche lieber optisch zurücktreten lassen?
Welche Länge sollten Oberteile am Saum und an den Ärmeln haben? Wie sollten Ausschnitte geformt sein, wie der Brustbereich? Welche Hosenschnitte unterstützen einen schlanken Eindruck?

5.) Welche Muster mag ich? Welche Muster stehen mir?
Streifen, Karos, Punkte, Blumen, verwischte Farbflecken,…
Wenn ich keine Muster mag, wie gestalte ich dann mein Outfit interessant? Durch spannendes Material, das interessant wirkt. Und durch besondere Schnittführungen wie Drapierungen, raffinierte Ausschnitte, Puffärmel, besondere Details.

6.) Welche Details mag ich?
Wie viele Details überhaupt – eher verspielt oder eher schlicht?
Mag ich kontrastfarbige Nähte oder Säume? Oder auffällige Gürtel, um die Taille zu betonen und damit Proportionen gerade zu rücken? Highlights wie Spitze, glänzende Knöpfe, kleine Perlen, große Anstecker?

7.) Gibt es Schmuck, der zu meinem Wunsch-Aussehen passt?
Habe ich ihn, kann ihn bei einer Freundin ausleihen oder für kleines Geld kaufen?
Passt meine Frisur noch zu mir?
Frauen, die seit vielen Jahren die gleiche Frisur tragen, merken oft nicht, dass sie damit optisch in den Achtzigern oder Neunzigern stecken geblieben sind und entsprechend unvorteilhaft wirken. Allein der Wechsel des Friseursalons und eine neue Beratung durch eine fremde Person können viel bewirken.

8.) Wie sieht es eigentlich in der Unterwäsche-Schublade aus?
Alle ausgeleierten BHs und Höschen können weg, alle farblos gewordenen auch. Was am Bauch drückt oder sichtbare Slip-Linien am Po verursacht, gehört sowieso in die Tonne. Da über 70% der Frauen die falsche BH-Größe tragen, sollte im nächsten Kaufhaus eine nett aussehende Verkäuferin um Rat gebeten werden. Einfach ein paar BHs der Lieblingsmarke anprobieren und den Profi einschätzen lassen, ob es passt oder nicht. Wer sparen muss, schaut sich anschließend in der Schlussverkaufs-Ecke um, ob es ein entsprechendes Exemplar zum Ausprobieren gibt. Durch Veränderung des Gewichts, nach einer Schwangerschaft und nach Ende der Stillzeit ändert sich natürlicherweise der Körper und braucht andere Unterstützung als bisher.
Denn: Die schönste Kleidung taugt nichts, wenn der Busen hängt und es am Po kneift.

9.) Wer gerade kein Geld für solche Raffinessen hat, aber dennoch Ballast loswerden will, kann erstmal alles ausmisten, was unvorteilhaft aussieht.
Alle verbeulten Hosen, alle verwaschenen Shirts, alles was langweilig wirkt, das meiste Schwarze (den wenigsten Personen steht schwarz wirklich, meist hat es eine optische Schutzfunktion). Allein dadurch, dass automatisch nur Lieblingsstücke überbleiben, wird der Blick in den Kleiderschrank am Morgen schon viel positiver ausfallen.

Wer weiß, was sie will, kann viel gezielter einkaufen.
Neues auszuprobieren finde ich einfacher, wenn ich dafür nur wenig Geld ausgebe. Mit auffälligen Stücken aus dem Second-Hand-Laden oder vom Flohmarkt kann ich Experimente wagen, ohne viel dafür zu zahlen. Wenn es mir in den nächsten Monaten doch nicht gefällt, kommt es eben in die Kleiderspende. Wenn es einen festen Platz im Kleiderschrank bekommt und ich viele Komplimente ernte, schaue ich mich vielleicht nach einer hochwertigeren Version um, die ich länger tragen möchte.

Wer vorhandene Kleidung erstmal nur aufpeppen möchte, findet hier viele Anregungen.

 

Bis auf die rote Jeans lauter Neuzugänge in meiner Hosen-Abteilung. Juhu!

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Buchempfehlung: „Nine Woman, One Dress“ von Jane L. Rosen

Aktuell bin ich froh über jede ruhige Minute und vertiefe mich gern in Bücher, wozu mir in den letzten Monaten oft die Zeit fehlte.
Heute möchte ich das Buch „Nine Woman, One Dress“ empfehlen, das es auf englisch in den Hamburger Bücherhallen auszuleihen gibt.
Es lässt sich leicht lesen und enthält nur wenige Vokabeln, die mir unbekannt waren. Daher gehe ich davon aus, dass es auch andere gerne und flüssig lesen werden…

 

Stecknadeln

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Zum Inhalt:
Jane L. Rosen schreibt, dass es in jeder Saison ein Kleid gäbe, das zum Liebling der Frauen wird. Es würde entweder von einem bekannten Supermodel oder von einem Laufsteg-Neuling in die Öffentlichkeit getragen und innerhalb kürzester Zeit weltberühmt.
Der Roman startet bei einem neunzigjährigen Schneider, der viele Jahrzehnte lang Schnittmuster entwarf und letztlich für die Gestaltung des Kleids verantwortlich ist. Jedes folgende Kapitel erzählt von einer Frau (manchmal auch einem Mann), ihrem Leben und dem Bezug zu diesem Kleid. Ein unerfahrenes Model, das mit diesem „kleinen Schwarzen“ zum ersten Mal den Laufsteg betritt. Eine Frau mittleren Alters, die schon lange in einem bekannten New Yorker Kaufhaus in der Damenmode-Abteilung die Kundinnen berät. Eine Sekretärin, die seit zwanzig Jahren heimlich in ihren Chef verliebt ist. Zwei arabische Schwestern in Paris, die keine andere Möglichkeit der Kleidung als die Burka kennen. Eine Frau, die nach dem Betrug ihres Manns und dem Ende ihrer Ehe als Privatdetektivin unterwegs ist. Und viele weitere mehr, deren Wege sich kreuzen. Sie arbeiten mit dem Kleid, sie leihen es, sie tragen es, sie bringen es zurück oder behalten es für immer. Sie erleben Sternstunden, Niederlagen, neue Hoffnung und verwirrende Zweifel. Sie entdecken sich selbst, ihre Familie oder neue Bekannte in anderem Licht.
Dieser Roman ist eine Hommage an das Leben, die Liebe und New York.
Sehr zu empfehlen!

aufmerksam, feminin, Gäste & Feste

Entspannt Gastgeberin sein, Trick 3

Weiße Blüten

Das Gastgeberin-Outfit

Nachdem überall gesaugt wurde, alles aufgeräumt ist, die Speisen vorbereitet im Kühlschrank warten oder auf dem Herd köcheln und auch die Deko stimmt, gilt die Aufmersamkeit uns selbst. Wir Frauen können uns hervorragend um alle und alles kümmern, nur um dann festzustellen, dass wir selbst zu kurz kommen. Damit wir den Gästen nicht mit wuscheligen Haaren, Tomatensauce im Gesicht und Staub am Knie die Tür öffnen, lohnt sich ein Blick auf uns selbst.

Daher möchte ich heute meine Tipps für ein wunderbares Gastgeberin-Outfit teilen:

  • Bequem soll es sein: Damit sich nicht nur die Freundinnen entspannen und genießen können, sondern auch wir selbst, brauchen wir gemütliche Kleidung. Keine Röcke, die den Oberschenkel hochrutschen oder enge Hosen, in denen niemand atmen kann usw. Wir haben es verdient, nach der Putz-und-Koch-Orgie loszulassen und den Moment zu genießen. Das klappt nur in Kleidung, die uns vertraut ist und bequem.
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  • Lieblingsteile tragen: Damit wir uns auch dann wohlfühlen, wenn Gäste zu spät oder gar nicht auftauchen, empfehle ich Lieblingsteile. Sie geben Sicherheit und garantieren uns, dass wir uns in unserer Haut wohlfühlen. Und es entspannt die Überlegungen vor dem Kleiderschrank deutlich, wenn wir nicht versuchen, ausgerechnet heute das anzuziehen, was wir irgendwann gekauft und nie getragen haben.
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  • Hingucker-Accessoires aussuchen: Damit die Kombination aus gemütlichen Kleidungsstücken und Lieblingsteilen festlich wird, tun glamouröse oder flippige Accessoires einen hervorragenden Dienst. Üppige Ketten, spektakuläre Ohrringe, eine extravagante Schleife im Haar, was auch immer: Alles, was den Blick auf sich zieht und dir gefällt, gibt dem Outfit die besondere Note.
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  • Gute Schuhe anziehen: Hier gefällt mir eine Kombination aus praktisch und schick am Besten. Als Gastgeberin laufen und stehen wir viel, also brauchen wir Schuhe, in denen wir entspannt und trittsicher Bodenkontakt haben. Gleichzeitig sollen die Schuhe zum Outfit passen und vorzeigbar sein.

 

Weiße Blüten

Diesen Beitrag teile ich bei Engel und Banditen.

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Verwandlung eines Blazers von langweilig in künstlerisch

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Diesen Blazer besitze ich schon sehr lange. Gleich nach dem Kauf erhielt er damals die schwarzen Akzentnähte, die schwarzen Satinbänder sowie ein Monogramm, passende Knöpfe und ein Schleifchen am Revers.

 

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Das sah soweit ganz nett aus, aber wirklich oft und überzeugt habe ich den Blazer dennoch nicht getragen: Irgendwie wirkte er trotzdem langweilig. Nett, aber brav und farblos.

 

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Seit langem wartet ein Glas voll dunkelgrüner Textilfarbe auf seinen Einsatz: Hier fanden das Projekt und das passende Material zusammen!
Zuerst ließ ich den Blazer eine Runde in der Waschmaschine drehen und spritzte anschließend grüne Farbe darüber (zum Schutz der Wohnung draußen im Garten). Da die Farbe auf den nassen Stoff traf, verlief sie sehr schön, was genau meiner Vorstellung entsprach.

 

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Ohne Chichi, dafür mit bunten Sprenkeln und Knöpfen aus dunkelgrauem Perlmutt mag ich den Blazer jetzt wieder richtig gern. Die unkonventionelle und unbeschwert-spontane Ausstrahlung passt aktuell genau zu meinem Lebensgefühl.

 

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Persönliche Kreationen anderer Frauen gibt es beim CreaDienstag und bei Meertje zu entdecken.

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Werkstatt: Rollkragen-Pullover mit floralen Details

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Aus zwei hochwertigen, ungetragenen Kleidungsstücken aus dem Second-Hand-Geschäft fertigte ich diese Variante eines Rollkragenpullovers an.

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Die Länge des Pullovers war mir zu kurz, sodass ich lange überlegte, wie ich ihn „verlängern“ könnte. Zum Glück entdeckte ich eine wunderschöne hochwertige Bluse (von einer für mich unbezahlbaren Marke), neu und ungetragen, einige Zeit später im gleichen Geschäft. Da die Bluse drei Größen zu groß für mich war, passte sie genau, um im Taillenbereich zerschnitten und mit einem Gummiband im genähten Stofftunnel zum Hineinschlüpfen präpariert zu werden: So habe ich eine bedeckte Bauchpartie, ohne die Bluse im Bereich der Brust völlig gequetscht unter dem Wollpulli zu tragen.
Die Manschetten trennte ich ebenfalls ab und befestigte sie in den doppelten Ärmelbündchen: Ein weiteres hübsches Detail, das den zauberhaften Stoff zeigt.
So kann ich genauso bequem wie vorher den Pullover anziehen, habe das Längen-Problem gelöst und einen Blickfang hinzugefügt.

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Beim Creadienstag und bei Meertje lassen sich weitere Projekte einfallsreicher Frauen finden.

Zwei Jahre später habe ich den Kragen der Bluse in meinem Fundus wiederentdeckt und mit einer aufgehübschten Streifen-Bluse verarbeitet.

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Typberatung einmal anders

Vor sehr vielen Jahren habe ich meinen Jahresurlaub gespart, um die Zeit für eine Ausbildung zur Farb- und Stilberaterin zu nutzen. Damals reiste ich als überzeugter Frühlingstyp an und musste mich zu Beginn mit meinem Los, ein Sommertyp mit warmen Anteilen zu sein, erst anfreunden. Zu der Zeit trug ich seit Längerem Orangetöne in sämtlichen Varianten und liebte Maigrün heiß und innig. Da ich dazu oft Naturtöne kombinierte, die aus dem Spektrum des Sommers kamen, fiel es meist nicht weiter auf, dass ich zwar warme und kühle Anteile in mir vereine, die kühlen jedoch deutlich überwiegen. Mit der Zeit dunkelten meine honigblonden Haare immer mehr nach, sodass ich mich auf das Urteil der Ausbilderin verließ: Jetzt ist Jetzt, und wenn meine Haare noch vor drei Jahren deutlich warm-golden waren, so lag diese Tatsache nun einmal in der Vergangenheit.
In meiner Jugend war ich dem Irrtum aufgesessen, dass mir sympathische Farben auch zu mir passende Farben sind – und dass die Selbstdiagnose einer damals Sechzehnjährigen nicht unbedingt die Wahrheit trifft, versteht sich wohl von selbst. Nach wie vor erkenne ich mich in meinem damaligen Erleben wieder, am liebsten klare, leuchtende, vitale und durchsetzungsstarke Farben zu wählen. Es entspricht meinem Temperament und dem Wunsch, frei und tatkräftig zu sein.
Auch heute noch wählte ich diese Farben um ihrer Aussage willen, wenn ich nicht längst wüsste, dass sie sich mit meinem Teint einfach nicht vertragen: Je mehr ich arbeite, und das stets drinnen, weshalb meine Haut sehr hell bleibt, fast nie bräunt und meine Haare nur noch selten goldene Strähnen von der Sonne bekommen; desto wichtiger ist es, mich in den Farben des Sommertyps zu bewegen und die warmen Anteile dosiert einzusetzen.
Wie jede Person, die eine Farbberatung erlebt hat, musste ich mich zu Beginn streng umerziehen, beim Kleidungskauf die richtigen Farben zu wählen und das „Hinterher-Weinen“ nach dem, was ich früher trug, bald bleiben zu lassen.
Längst erlebe ich, dass meine Ausstrahlung keineswegs darunter leidet, wenn ich kühle Farben trage – im Gegenteil, da ich sehr offen und herzlich agiere, tun mir die distanzbetonenden Nuancen oft gut. Speziell im professionellen Umfeld genieße ich es, zu besonders „hakeligen“ Terminen in kaltem Anthrazit und elegantem Petrol zu erscheinen. Ich liebe Power-Dressing – es gibt nichts Besseres, als sich Durchsetzungskraft buchstäblich anzuziehen.

Da die eigene Wohnung mit meinem Teint nichts zu tun hat, darf ich hier sämtliche Apricot-Töne, alle Arten von warmem Braun, sattes Gelb und frisches Grasgrün einsetzen. Im Herbst gibt es mehr Kissen und Sofa-Polster in abgestimmten Rostrot- und Orange-Nuancen, als ich sie jemals am Körper tragen könnte. Ich vermisse also nichts.

 

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Dennoch passiert es manchmal, dass traumhaft schöne Kleidung genau in den für mich falschen Farben hergestellt wird – gut für all die Frühlingstypen, von denen ich hoffe, dass sie es zu schätzen wissen… Aber schade für mich, wenn es ausgerechnet diese Bluse oder dieser Pulli nicht in einer Sommer-Typ-tauglichen Variante vorhanden ist.
Da ich zu Gunsten der Umwelt und meines schmalen Gehalts vorrangig Second-Hand kaufe, ist es einfach Glück oder Pech, was gerade im Angebot ist. Ein schönes Stück gibt es grundsätzlich nur einmal in genau diesen Farben, entweder es harmoniert oder eben nicht.
Vor Kurzem entdeckte ich diese zauberhafte Bluse in meinem Lieblings-Second-Hand-Geschäft und musste sie leider dort lassen, weil sie derart warmtonig ist, dass ich sie im Leben nicht tragen kann. Ihr wunderbares Muster ließ mir jedoch während der Flitterwochen keine Ruhe, sodass ich sie, in Hamburg wieder angekommen, doch kaufte.
Nun trägt meine Schneiderbüste, genannt „die Dame“ dieses traumhafte Muster, das aus jedem Pigment „Sommerzeit!“ trompetet. „Die Dame“ steht im Schlafzimmer und hat normalerweise unfertige Kreationen von mir am Leibe, nun dient sie der Dekoration.
Ich freue mich jedes Mal, wenn ich sie morgens anschaue und das perfekt komponierte Blumenmuster genießen kann…

 

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aufmerksam

Tansania und Sansibar: Wissenswertes für die Reise

Frisch aus den Flitterwochen in Tanzania und Zanzibar zurück gekommen, möchte ich all jene Informationen teilen, die ich mir in der Vorbereitung mühsam zusammen gesucht habe. Wer sich für passende Reisekleidung, die Ausstattung der Reiseapotheke sowie grundlegende Ausdrücke auf Swahili interessiert, hat den passenden Beitrag in den Weiten des Internet gefunden!

IMG_8689Morgenlicht in Tanzania

Kleidung
Grundsätzlich sollten helle Töne wie Sand, Beige und Khaki für die Kleidung gewählt werden. Tsestefliegen mögen Blau und Schwarz, diese Farben sollten komplett zu Hause bleiben. Die gesamte Zeit habe ich helle, langärmelige Blusen getragen sowie dünne, lange Hosen. Mit No-Bite® besprüht, wehrt lange Kleidung wunderbar die Insekten vom Stechen ab, hält die Haut schattig und lässt, wenn Leinen und Baumwolle gewählt werden und die Schnitte luftig sind, gut die Luft zirkulieren. Darunter habe ich mich trotzdem mit Sonnencreme eingeschmiert, weil Kleidung nur einen geringen Teil der Sonneneinstrahlung filtert und keinen zuverlässigen Schutz vor Sonnenbrand darstellt.
Wer (wie ich) die typischen Outdoor Zipp-off-Hosen hässlich und teuer findet, kann getrost darauf verzichten: In Hamburg habe ich mir Second-Hand eine Handvoll helle Leinenhosen sowie helle Baumwollblusen in lockerer Passform gekauft, die ich durchgehend gern getragen habe. Eng sitzende Kleidung ist aus Höflichkeitsgründen der Mentalität der Bevölkerung gegenüber nicht passend (besonders auf dem islamisch geprägten Zanzibar), darüber hinaus lässt sich Schweiß vermischt mit Sonnencreme auf der Haut deutlich besser ertragen, wenn kein engsitzender Stretch-Stoff direkt auf dem Körper anliegt und bei Bewegung gegebenenfalls reibt.
Da ich befürchtete, dass die Behandlung mit No-Bite® in Kombination mit Sonnencreme, Staub und Schweiß die Kleidung im Anschluss an die Reise reif für die Mülltonne machen würde, habe ich nur Flohmarkt-Klamotten mitgenommen. Ganz so schlimm sieht es nach der Rückkehr nicht aus, dennoch ist es sinnvoll, Lieblings-Stücke sicher zu Hause im Schrank zu lassen.
In Tanzania habe ich grundsätzlich feste (helle) Schuhe mit hellen Socken getragen, um sich setztende Mücken und Moskitos gleich sehen und plattklatschen zu können. Das war zwar nicht nötig, weil die imprägnierte Kleidung die Insekten abgehalten hat, trotzdem bin ich dankbar für diesen Tipp aus dem Internet. Unterwegs ist es sowohl für die Sicherheit vor Verletzungen als auch aus Gründen der Hygiene am Intelligentesten, auf Sandalen, FlipFlops oder ähnliches zu verzichten – die können am Strand von Zanzibar immer noch ausgepackt werden.
Unbedingt sollte ein qualitativ hochwertiger Sonnenhut mitgenommen werden, mit rundum breiter Krempe und zum Bedecken von Schultern, Nacken und Hals mit einem rückwertigen Sonnenschutz. Das sieht dämlich aus, keine Frage, bewahrt einen jedoch vor Überhitzung und Sonnenbrand – wer sexy sein will, sollte nicht quer durch die Tropen reisen, das ist wohl klar.

IMG_8678Frisch in Tanzania angekommen:
Erstmal ein Set Oberbekleidung mit No-Bite einsprühen.
Achtung: Es braucht eine ganze Weile (bei uns mehrere Stunden), bis die Kleidung danach trocken und tragbar ist!

Mückenschutz
Da Malaria und Dengue-Fieber in Tanzania verbreitet sind, ist ein wirksamer Schutz vor Stichen wichtig. Blaue und schwarze Kleidung sollte wegen der Tsetsefliegen zu Hause bleiben, von dort sollten wiederum ausreichend große Mengen an Insektizid für die Kleidung sowie den Körper mitgenommen werden. Wenn auf der Sprühflasche Angaben wie „Reicht zur Behandlung von bis zu 9 Kleidungsstücken“ steht, stimmt das – sparsam sprühen geht nicht.
Körperteile, die nicht von eingesprühten Kleidungsstücken bedeckt werden, müssen mit einem anderen, für Menschen geeigneten Mittel besprüht werden.
Ein Moskitonetz sollte außerdem grundsätzlich dabei sein – wir hatten durchgehend sehr hochwertige Unterkünfte, die mit intakten Netzen ausgestattet waren. Da in Hostels maximal löchrige Netze hängen (haben wir zumindest gehört), sollten Backpacker also stets ihren eigenen Schutz für die Nacht dabei haben.

MuschelnAbendstimmung auf Zanzibar

 Apotheke
– Desinfektionstücher (für die Flüge) sowie flüssiges Desinfektionsmittel für die Hände (nach dem Toilettenbesuch sowie vor dem Essen zu benutzen)
– Sonnencreme mit mindestens Lichtschutzfaktor 50
– Malaria-Prophylaxe (täglich einzunehmen)
– Verhütungsmittel. Wer schwanger werden will, sollte diesen Wunsch unterwegs pausieren lassen, Malariatabletten und Föten vertragen sich partout nicht. Also Verhütungsmittel einpacken! Alle anderen (wie unsereins) sowieso…
– Kräutertee für Magen-Darm-Beschwerden, außerdem Mittel gegen anhaltendes Erbrechen sowie Durchfall
– Kräutertee gegen Halsschmerzen und Husten, außerdem Nasentropfen, Halsbonbons. Gegen Zugluft im Jeep sowie durch Klimaanlagen verursachte Schniefnasen mit Halsweh stets ein Tuch für Hals und Kopf dabei haben! Die Reisegruppe ist schneller erkältet als gedacht…
– Kopfschmerztabletten, ggf. Schlaftabletten für die Flüge
– Pflaster, kleine Verbände oder Mullbinden
– Creme oder Gel gegen geschwollene Insektenstiche, Pinzette für Dornen oder Stachel

 

Swahili (auf Deutsch oft Suaheli oder Kishuaheli genannt)
Jambo! – Hallo!
Habari gani? – Wie geht’s? (Direkt übersetzt: Was gibt es Neues?)
Nzuri sana. – Sehr gut.
Karibu (sana). – Willkommen (Mit dem Wort „sana“: Sehr willkommen)
Tafadhali. – Bitte.
Whapi choo tafadhali? – Wo ist die Toilette, bitte?
Ahsante sana. – Vielen Dank.
Hakuna matata. – Kein Problem.
Kwa heri! – Auf Wiedersehen!
Lala salama! – Gute Nacht!
Nakushukuru sana sana! – Vielen, vielen Dank für Alles!

Wer gut auditiv lernt und ein Gefühl für Rhythmus hat, kann auch wunderbar anhand von einfachen Liedern via YouTube einfaches Swahili lernen:

http://www.youtube.com/watch?v=fK0wPpLryc4

Sehr schöne christliche Lieder sind dort auch zu finden – zum „Ein-Swingen“…

MangrovenZanzibar: Im Mangrovenwald, kurz vor der Dämmerung